Skip to main content

Full text of "Kirchliches Jahrbuch für die deutschen Alt-Katholiken"

Leber •Gaile* Rheuma 

SEPDELEN 

in jeder Apotheke I Prospekt: 
Dr. Steffens & Co., Hamburg 1 



p^SAi 



Das Kaffee-Spezialgeschäft 



Kaffee-Handel • Großrösterei 
Täglich frische Röstung 

Frankfurt am Main • Goethestr. 25 • Tel. 21761 u. 26734 




Frankfurt/ «f. 
auptwadie Sfdnwec^H 



\üht VffaHiiHjputifar\ 

'MORNVOIlfROOlIi 

bei Überarbeitung, Müdigkeit, Ktoftevirlust. 

Reformhaus Bornheim 

Ffm. Bergerstraße 194 und 98 



^K 



Kirdicnbeleuditung 

der Hygiena Soniieiileiichle seit 
Jahrzehnten bekannt und bcwälirt 
für alle Baustile usw. Lidutechn. 
Farhberatunj^.HoheAncrk«;nnungen 

Hersteiler: Emil Aakamm.Wiesbaden-Biebrich K 




Margrit Studer 

Mein Buch 

236 S. Lwd. Fr. 13.90 

Mit Zeichnungen von Sita Jucker 

Das Tagebuch einer IZjährigen, mit tiefer Ein- 
fühlung in die Seelenverfassung eines {ungen 
Mädchens unserer Zeit geschrieben. Ein schö- 
nes Geschenk für unsere Töchter. 

Axel Hambraeus 

Per Magnus - baut 

Roman Geb. Fr. 14.80 

Die Geschichte eines iungen Menschen, der 
sich verantwortlich fühlt für seine Kameraden 
um ihn her und sich zu einem Beruf durchringt, 
in dem er aufbauende Arbeit leisten kann. 
Eine sinnvolle Gabe für unsere Söhne. 

Gerhard Rasmussen 

Der Hauptmann 
braucht keinen Urlaub 

Roman Lv/d. Fr. 11.30 
Ausgezeichnet finde ich, wie unpathetisch und 
darum im besten Sinne evangelisch die Got- 
tesbegegnung der Hauptpersonen, die zu- 
gleich zur Menschenbegegnung wird, darge- 
stellt ist. Das ist eine Lektüre für Männer! 
(Kurt Marti) 

Lesli D. Weatherhead 

In aller Offenheit 

Gelenktes Sexualleben 
232 S. Geb. Fr. 13.35 

Ein verantwortungsvolles und taktvolles Buch. 
Eine Wegleitung zu einer spannungsfreien 
Bejahung des Lebens. Für reifere junge Men- 
schen und junge Ehepaare. 



Kircfalidies Jahrbuch 
für die deutschen Alt«Katholiken 

1958 

mit Jahresweiser und Verzeichnis der Autonomen Katholischen Kirchen 
und ihrer wichtigen Einrichtungen 



Im Auftrag des katholischen Bistums Bonn 
der Alt-Katholiken Deutschlands 

Herausgegehen von Pfarrer Franz Paul Pfister 
Frankfurt a. M. 



Verlag des Bistums Bonn - Gregor-Mendel-Straße 25 



|fel)0 ouf oon 6^n %ottn, 

bjo 6ap niit alle {jinonfornmen jut <ginl)df 6^9 (Sloubeno 

un6 3Ut JJolltdfe 60a lllonntaalteta <!If)tJr(L 

Benn niit follon nitl)t unmunöifl^n Sinictn gldr^ 

una fc^autdn lapn 00m 5DJn6^oucJ) 60t -Celitmcmunj 

tinö tmif 006 "^tujfpid öea iJtttüma* 

Ujdme^t folkn aiit una an tu IDaljtljeif galten 

un6 JiJnantommen In tkbt 3U öem, 60t 6aa ^aupf i|i/ 

San jl)m aua nijt6 60c janje ttib 6utd) ien 3Jen)i 
eineo \tttn (Blittt^ äufammengcfugt un6 jeöem 
^dl feine jl)m bcftimmfe ^tbdt ju^emeffen, bio 6et 
gan3e Keib 6utd) 6ie ^iebe etbaut i|!. 



(Eph. 5, 14 und 4, 13-16) 



Inhaltsiibersidit 



lendarium, Fr. Kräling 4 

ronik der Alt-Katholischen Kirchen in Europa. 
Jahresbericht, erstattet von Prof. Dr. Werner 
Küppers, H. J. W. Verhey, Paul Heinz, Dr. 

E. Kreuzeder .' . . . '♦-f^. -.V, i^«« V. . 11 

eißer Stein, Bischof Demmel 16 

itholisch, Doz. Pfr. Paul Pfister . . . . .17 

•ei Mährischen Gemeinden in memoriam 

Geistl. Rat Ferge 38 

»hannes Chrysostomus, F. Paul Pfister ... 41 

meuerung der Kirche» F. Paul Pfister ... 43 

undelfinger Spaziergang, Otto Wulst ... 48 

jelsorge des Alters, Paul Pfister 50 

eger, Bernhard van Espen, Christian Huber . 51 

as Pressewerk unseres Bistums, F. Paul Pfister 62 



Bibel treu überliefert 68 

Das Utrechter Museum, Bischof Lagerwey . . 69 

Für den Zeitgenossen . . . • 71 

Jugenderinnerungen des Kalendermannes . . 73 

Christen sind fröhliche Leute 75 

Bücher 78 

Verzeichnis der autonomen katholischen Kir- 
chen und ihrer wichtigen Einrichtungen, be- 
reitgestellt von Pastor Andreas Müller in Ver- 
bindung mit Lehrer Wolfgang Krahl ... 83 

Zum Geleit . . ' 93 

Sinnsprüche, Gedichte, Anekdoten usw. hat der 
Schriftleiter ausgewählt und bereitgestellt 

Anzeigen 



Erläuterung zum Kalendarium 

»ie Auf- und Untergangszeiten der Sonne sind in Mitteleuro- 
äisdier Zeit angegeben; sie gelten genau für Köln, den zen- 
ral gelegenen Ort Westdeutschlands. Für weiter entfernt ge- 
egene Orte können diese Zeiten um größere Beträge ab- 
veichen. 

Zeit- und Festrechnung 1958 

)as Jahr 1958 ist ein Gemein jähr von 365 Tagen. 
Septuagesima 2. Februar 



Aschermittwoch 

Karfreitag 

Ostern 

Himmelfahrt 

Pfingsten 

Fronleichnam 

Erntedankfest 

Büß- und Bettag 

1. Advent 



19. Februar 

4. April 
6. April 

15. Mai 
25. Mai 

5. Juni 

5. Oktober 
19. November 
30. November 



Jahreszeiten 1958 



Frühlingsanfang 
Sommeranfang 
Herbstanfang 
"Winteranfang 



21. März 

21. Juni 

23. September 

22. Dezember 



Gesetzliche Feiertage in den Bundesländern 

^eujahrstag: in allen Bundesländern. 

Fest der Erscheinung des Herrn (6. Januar): nur in Baden- 
Württemberg und in Bayern. 

Karfreitag: in allen Bundesländern. 

Ostermontag: in allen Bundesländern. 

1. Mai: in allen Bundesländern. 

Christi Himmelfahrt: in allen Bundesländern. 

Pfingstmontag: in allen Bundesländern. 

17. Juni („Tag der deutschen Einheit"): in allen Bundesländern. 

Fronleichnam: nur in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein- 
Westfalen, und Rheinland-Pfalz; nicht in Berlin, Bremen, 
Hamburg und Niedersachsen; in Bayern nur in Gemeinden 
mit überwiegend röm.-kath. Bevölkerung. 

Mierheiligen: in Baden-Württemberg, Nordrhein- Westfalen u. 
Rhemland-Pfalz; nicht in Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, 
Niedersachsen, Schleswig-Holstein. In Bayern: in Gemeinden 
mit überwiegend röm.-kath. Bevölkerung. 

Büß- und Bettag: in allen Bundesländern; in Bayern aber nur 
m Gemeinden mit überwiegend evangelischer Bevölkerung. 

Das Fnedensfest (8. August) ist nur im Stadtkreis Augsburg 
gesetzlicher Feiertag. 

Der 1 und 2. Weihnaclitstag sind gesetzliche Feiertage in allen 
Bundesländern. 



Zahl der Sonntage nach Er 


scheinun 


g des Herrn: 3 


Zahl der 


Sonntage nach Pfingsten: 




26 




Mondphasen 1958 




Jan. 5 


Vollmond 


Juli 


1 


Vollmond 


12 


Letztes Viertel 




9 


Letztes Viertel 


19 


Neumond 




16 


Neumond 


28 


Erstes Viertel 




23 
30 


Erstes Viertel 
Vollmond 


Febr. 4 


Vollmond 


Aug. 


7 


Letztes Viertel 


11 


Letztes Viertel 




15 


Neumond 


18 


Neumond 




21 


Erstes Viertel 


26 


Erstes Viertel 




29 


Vollmond 


März 5 


Vollmond 


Sept 


6 


Letztes Viertel 


12 


Letztes Viertel 




13 


Neumond 


20 


Neumond 




20 


Erstes Viertel 


28 


Erstes Viertel 




27 


Vollmond 


April 4 


Vollmond 


Okt. 


6 


Letztes Viertel 


11 


Letztes Viertel 




12 


Neumond 


19 


Neumond 




19 


Erstes Viertel 


26 


Erstes Viertel 




27 


Vollmond 


Mai 3 


Vollmond 


Nov. 


4 


Letztes Viertel 


10 


Letztes Viertel 




11 


Neumond 


18 


Neumond 




18 


Erstes Viertel 


26 


Erstes Viertel 




26 


Vollmond 


Juni 1 


Vollmond 


Dez. 


4 


Letztes Viertel 


9 


Letztes Viertel 




10 


Neumond 


17 


Neumond 




18 


Erstes Viertel 


24 


Erstes Viertel 




26 


Vollmond 



Gedenktage 1958 ohne Tagesdatum 

58 Letzte Reise des hl. Paulus nach Jerusalem, Gefangen- 
nahme, Gefangenschaft in Cäsarea. 

458 (?) starb Theodoret, Bischof von Cyrus, ein hervorragen 
der Lehrer der Ostkirche, zeitweise nestorianisch geson- 
nen. Seine Kirchengesdiidite ist, wenn auch flüchtig ge- 
arbeitet, durch die vielen darin aufgenommenen Urkun- 
den sehr wertvoll. 

658 wurde geboren der hl. Willibrord, Apostel der Friesen, 
erster Bischof von Utrecht; er predigte, jedoch erfolglos, 
auch den Dänen, gründete 698 Echternach, das als Mis- 
sionsstütze von großei* Wichtigkeit werden sollte (gest. 
7. 11. 739). 

808 wurde geboren Walafried Strabo, Abt der Reichenau, 
ein stimmungsreicher, formgewandter Dichter, trotz An- 
lehnung an die klassischen Vorbilder von eigener Prä- 
gung, auf deutschem Boden der stärkste Nachklang der 
von Karl dem Großen entfachten Kulturbewegung; her- 
vorragender Gelehrter, 
1508 starb Adam Krafft, der bedeutendste Nürnberger Stein- 
bildhauer der Spätgotik. 



JAIVUAR 

Ep: Tit 2, 11—15; Ev: Lu 2, 21 (W) 

1 M Neujahr; kirchlich: Besdineidung des Herrn 

2 D Name Jesu [SA 8.10 SU 17.22] 

3 F Genoveva, Jungfr., f 512 

4 S Rigoberl 

Ep: Gal 4, 1—7; Ev: Mt 2, 19—23 (W) 

5 S Sonntag nach Neujahr ® 



Ep: Is 60, 1—6; Ev: Mt 2, 1—12 (W) 



Erscheinung des Herrn [SA 8.03 SU 17.31] 

Widukind, Herzog f 807 
Severin, Abt f 482 
Adrian, Abt f 710 
Agatho, Bisch, f 682 
Hyginus, Marl, f 140 



Ep: Rom 12, 1—5; Ev: Luk 2, 42—52 (G) 



1. nach Ersch. d. Herrn [SA 7.53 SU 17.42] C 

Hilarius von Poitiers f 367 

Gottfried, Graf f 1127 

Paulus, Einsiedler f 341, Thebais, Ägypten 

Marzellus, Bisch. Mart. fSOQ 

Antonius, Abt f 356 „Vater d. Mönche", Ägypt. 

Priska 

Ep: Rom 12, 6—16; Ev: Joh 2, 1—11 (G) 

19 S 2. nach Ersch. d. Herrn [SA 7.39 SU 17.54] ^ 

20 M Fabian und Sebastian, Mart. 

21 D Agnes, Jungfr. Mart. f 304 

22 M Vinzenz, Mart. f 304 

23 D Raimund, Missionar f 1275 

24 F Timotheus, Bisch. Mart. f 97 

25 S Pauli Bekehrung 



Ep: Rom 12, 17—21; Ev: Mt 8, 1—13 (G) 

26 S 3. nach Ersch. d. Herrn [SA 7.25 SU 18.07] 

27 M Johannes Chrysostomus, Bisch, f 407 

28 D Karl; Manfred ) 

29 M Franz von Sales 

30 D Adelgunde, Äbtissin f 684 

31 F Vigilius 



Gedenktage: 

4. 1. 1890 Bischof Reinkens gestorben 
10. 1. 1890 Ignaz von Döllinger geslorl>en 
12. 1. 1906 Bischof Weber gestorben 



FEBRtI 

1 S Ignatius von Antiochien, Bisch, Mart. f Kl 

Ep: 1 Kor 9, 24—10, 5; Ev: Mt 20, 1—16 (V 

2 S Septuagesima [SA 8.09 SU 17. 

3 M Blasius, B. von Sebaste in Armenien f 31( 

4 D Rhabanus Maurus, Bisch, v. Mainz f 856 

5 M Agatha, Mart. f 281 Catania (Sizilien) 

6 D Titus, Schüler d. hl. Paulus, B. d. Kreter f 1 

7 F Romuald, Abt. It. f 1027 

8 S Joh. V. Matha 

Ep: 2 Kor 11, 19—12, 9; Ev: Lk 8, 4—15 (V) 

9 S Sexagesima [SA 7.58 SU 17.5 
10 M Scholaslika, Schw. d. hl. Benedikt v, Nurs 
HD Desiderius, Bisch, v. Rennes, Mart. f 611 

12 M Eulalia v. Merida (Spanien), Mart. f 304 

13 D Kastor, Priester f 350 b. Garden, Mosel 

14 F Valentin, Bisch. Mt. f 269; Bruno B. Mt. f !()( 

15 S Faustin v. Brescia, Mart, f 121 

Ep: 1 Kor 13, 1—13; Ev: Lk 18, 31—43 (V. 



16 S Quinquagesima (Esto mihi) [SA 7.45 SU 17.4« 

17 M Bonosus, Bisch, v. Trier f 381 

18 D Simon, Bisch, v, Jerus,, Mart,; Fastnacht 

19 M Aschermittwoch 

20 D Eucherius, Bisch, v, Lyon f 450 

21 F Felix, Bisch, von Rom, Mart. f 274 

22 S Petri Thron in Antiochien 



Ep: 2 Kor 6, 1—10; Ev: Mt 4, 1—11 (V) 

23 S 1. Fastensonntag [SA 7.31 SU 18.01 

24 M Matthias, Apostel f um 65 

25 D Walburga von Heidenheim f 779 

26 M L Quatember > 

27 D Nestor, Mart. in Gaza f 362 

28 F Leander, Br, des, hl, Isidor, Sevilla f 600 



Gedenktage: 



3.2. 



Alhan Stolz geboren, Volkssdiriftslellcr, röm. k;illi 
gemfltstief, soelenkiindiß, volkstümlich ohne allen 
Ihc'ologischen HeiKoscJimack (.ßest. 188.'J). 
6. 2, 1608 Anton Vieira S. J. geboren; Missionar in Brasilien. 
1G61 wegen seines Kintretens für die niillliandt'llen 
Indianer von den europäischen .\nsiedlern von Br.i 
silien nach Portugal dei)ortiert. dort von der por- 
tugiesischen Inquisition verhaftet und verurteilt 
(gest. 1697). 

Adolf Thürlings, Gestalter der Alt-Katliol. I.iiur 
gie, gestorben. 

starb Xavier Lacroix de Ravignan, berülunlci ' 
fcrenzredner von Noire-Danie in Paris, 
starb Ludolf von Beckerdorff (Pommern); er inij-' 
wesentlich zur Hebung des preudischen Volksschul 
we.sens bei, 
28, 2, 1858 starb Beda Wel>er O. S. B., historischer und geo- 
graphisdier Schriftsteller, um die Wicderlicrstel 
Itnig des Frankfurter Domes verdient. 



U. 2. 

26. 2. 

27. 2. 



1915 



1858 



1858 



VRZ 



s Suitbert von Kaiserswert (Düsseldorf) f 713 
Ep: 1 Thess 4, 1—7; Ev: Mt 17, 1—9 (V) 

S 2. Fastensonntag (Reminiscere) [SA 7.17 

M Kiinigunde, Kaiserin f 1039 SU 18.13] 

l) Casimir, poln. Prinz f 1484 

M Hinkmar von Reims f 967; Friedrich ® 

I) Fridolin v. Säckingen, Miss, f 540 

I Thomas von Aquin f 1274 

^ Franziska, Römerin f 1440 

Ep: Eph 5, 1—9; Ev: Lk 11, 14—28 (V) 

S 3. Fastensonntag (Oculi) [SA 7.02 SU 18.25] 
> M Christoph 

D Walter 
? M Gregor d. Große f 604 f 

{ D Rüdiger, Ernst Mart. f 252 Rom 
[ F Mathilde - Meta f 968 
) S Longinus, Mart. f um 60 



Ep: Gal 4, 22—31; Ev: Joh 6, 1—15 (V) 

S 4. Fastensonnt. (Laetare) [SA 6.46 SU 18.37] 

M Patrik, Glaubensbote f 464 Irland 

D Cyrill v. Jerusalem f 386; Anselm, Abt f 803 

M Josefstag 

D Joachim; Irmgard v. Zütphen f 1090 © 

F Renedikt von Nursia, Ordensstifter f 542 

S Nikolaus v. d. Flüe; Karin v. Schweden 

Ep: Hebr 9, 11—15; Ev: Joh 8, 46—59 (V) 

5. Fastensonntag (Passionssonntag - Judika) 

Gabriel, Erzengel [SA 6.30 SU 18.49] 

Maria Verkündigung (W) 

Ludger v. Münster f 809 

Rupert V. Salzburg f 715 

Guntram, Kön. d. Frank, u. Burg., f 593 |> 

Ludolf von Corvey f 983 

Ep: Phil 2, 5—11; Ev: Mt 21, 1—9 



10 S 6. Fastensonntag (Palmsonntag - Palmarum) 
!1 M Balbina, Tocht. d. hl. Quirin, Rom f 130 



Gedenktage: 

3. 1833 starb Georg Michael Wittmann, Weihbischof in Re- 
gensburg, enger Mitarbeiter Sailers, hervorragen- 
der Priesterbildner. 

3. 1808 wurde geboren August Reichensperger, Politiker u. 
Kunstschriftsteller, verdient um Wiederbelebung u. 
Verständnis der got. Kunst, förderte den Ausbau 
des Kölner Doms. 



APRIL 

1 D Walarich, Abt von Leucone, Frkr. f um 622 

2 M Theodosia, 18jähr. Mart. zu Caesarea f 308 

Ep: 1 Kor 11, 20—32; Ev: Joh 13, 1—15 (W) 



3 D Gründonnerstag 



[SA 6.08 SU 19.05] 



1924 



starb Bischof Eduard Herzog (Schweiz). 



Lesung: Offb. 5, 1 — 11; Passion n. Joh. (Schw) 

4 F Karfreitag ® 

5 S Karsamstag, Ostervigil (W) 

Osternacht: Ep: Kol 3, 1—4; Ev: Mt 28, 1—7 

Ostertag: Ep: 1 Kor 5, 7—8; Ev: Mark 16, 1—7 

6 S Osterfest (W) 

Ep: Apg 10, 37—43; Ev: Lk 24, 13—35 (W) 

7 M Ostermontag [SA 5.59 SU 19.12] 

8 D Albert, Patriarch v. Jerusalem f 1214 

9 M Waltraud, Gräfin in Flandern f 686 

10 D Paternus, Mönch, Paderborn f 1058 

11 F Leo d. Gr., Rischof v. Rom f 461 C 

12 S Julius, Risch. v. Rom f 352 

Ep: 1 Joh 5, 4—10; Ev: Joh 20, 19—31 (W) 
Kirchenopfer f. Schwesternhaus 

13 S 1. Sonnt, n. Ostern (Weißer S.) Quasi modo 

14 M Justin, Philosoph. Kirchenvater M. f um 166 

15 D Anastasia, Mart. in Sirmium [SA 5.44 SU 19.23] 

16 M Lambert, R. von Maastricht, Mart. f um 705 

17 D Eberhard v. Wolf egg, Marchtal, Donau f 1178 

18 F Ursmar, Ap. v. Flandern f 713 

19 S Leo IX., Elsässer, f 1054 # 

Ep: 1 Petr 2, 21—25; Ev: Joh 10, 11—16 (W) 
Kirchenopfer für d. Jugendarbeit 

20 S 2. S. nacli Ostern, Misericordias Domini 

21 M Anselm von Canterbury, Erzbisch, f 1109 

22 D Cajus, Risch. Mart. f 296 [SA 5.22 SU 19.40] 

23 M Georg, Hauptm. im Heere Diokletians, f 303 

24 D Fidelis v. Sigmaringen f 1622 

25 F Markus, Evangelist 

26 S Trudbert, Einsiedler b. Freiburg f 643 |l 

Ep: 1 Petr 2, 11—19; Ev: Joh 16, 16—22 (W) 

27 S 3. S. nach Ostern, Jubilate [SA 5.15 SU 19.46] 

28 M Vitalis, R. v. Salzburg, Ap. in Tirol f um 730 

29 D Robert, Rußprediger in Frankr. f 1157 

30 M Katharina v. Siena f 1380 



Gedenktage: 

2. 4. 308 starb die hl. Theodosia; sie sprach in Cäsarea mit 
gefangenen Christen, wurde deswegen vor den Prä- 
ses geführt, der die kaum 18jährige mit eisernen 
Krallen foltern und dann ins Meer werfen lied. 



I»4I 


jun 


1 D Maifeiertag, Philippus u. Jakobus, Apostel (R) 

2 F Athanasius, Kirchenlehr. Patr. v. Alex, f 373 


Ep: Rom 11, 33—36; Ev: Mt 28, 18—20 


3 S Kreuzauffindung @ 


IS 1. S. n. Pfingsten, Dreifaltigkeit (W) 

2 M Eugen, B. v. Rom f 657 [SA 4.23 SU 20.; 

3 D Klothilde, G. des Frankenk. Chlodewig f b ) 

4 M Quirin v. Sissek, Kroatien f 309 

5 D Fronleichnam 

6 F Norbert, Eb. v. Magdeburg f 1134 

7 S Gottscbalk, Wendenfürst f 1066 


Ep: Jak 1, 17—21; Ev: Job 16, 5—15 (W) 


4 S 4. S. nach Ostern, Cantate [SA 5.02 SU 19.57] 

5 M Gotthard, Bisch, v. Hildesbeim f 1038 

6 D Dietridi, Bisch, v. Minden, Mart. f 880 

7 M Stanislaus, Bisch, v. Krakau, Marl, f 1079 

8 D Altfried v. Hildesheim f 875 

9 F Gregor v. Nazianz, Kirchenlehrer f 374 

10 S Antonin v. Florenz f 1459 ^ 


Ep: 1 Job 3, 13—18; Ev: Lk 14, 16—24 (G) 


Ep: Jak 1, 22—27; Ev: Job 16, 23—30 (W) 


8 S 2. S. n. Pfingsten [SA 4.19 SU 20.4 

9 M Primus und Felician, Brüder, Mt. f 286 
10 D Margarete, Königin v. Schottl. f 1093 
UM Barnabas, Apostel und Märtyrer 

12 D Basilides 

13 F Antonius von Padua f 1231 

14 S Basilius, Kirchenlehrer, Eb. v. Caesarea f 3'. 


11 S 5. S. nach Ostern, Rogate [SA 4.50 SU 20.08] 

12 M Pankratius, löjähr Mart. in Rom f 304; Bittag 

13 D Servatius, 1. Bi. v. Tongern f 384; Bittag 

14 M Bonifacius, M. in Tarsus f um 295; Bittag 


Ep: Apg 1, 1—11; Ev: Mk 16, 14—20 (W) 


Ep: 1 Petr 5, 6—11; Ev: Lk 15, 1—10 (G) 


15 D Christi Himmelfahrt 


16 F Ubald v. Gubbio f 1160 

17 S Dietmar v. Bremen, Miss, unter, d. Slaven 


15 S 3. S. n. Pfingsten [SA 4.17 SU 20 4 

16 M Benno, Bisch, v. Meißen f 1106 


Ep: 1 Petr 4, 7—11; Ev: Job 15, 26—16, 4 (W) 


17 D Tag der deutschen Einheit i 

18 M Ephrem der Syrer, Kirchenlehrer f 373 


18 S Sonntag nach Christi Himmelfahrt ® 

19 M Potentiana, Einsiedlerin in Villanova f 500 

20 D Bernardin v. Siena, Volksmissionar f 1444 


19 D Gervasius und Protasius, Mart. Mailand f 16 

20 F Adalbert von Magdeburg, Bisch, f 981 

21 S Albanus, Priester u. Mart. f 460 Mainz 


21 M Konstantin, Kaiser f 337 

22 D Helena, Kaiserin f 330 

23 F Desiderius, Erzbisch, v. Rennes f 611 

24 S Vinzenz von Lerin f 450, Pfingstvigil 


Ep: Rom 8, 18—23; Ev: Lk 5, 1—11 (G) 


22 S 4. S. n. Pfingsten [SA 4.17 SU 20.50 


Ep: Apg 2, 1—11; Ev: Job 14, 23—31 (R) 
Kircbenopfer Hilfsverein 


23 M Edeltraud, Königin f 679 

24 D Johannes der Täufer, Vorläufer Jesu | 

25 M Wilhelm aus Verzelli f 1142 

26 D Vigilius, B. v. Trient, Mart. f 410 

27 F Siebenschläfertag 

28 S Irenäus v. Lyon, B. u. Mart. f um 202 


25 S Pflngstfest [SA 4.31 SU 20.27] 

26 M 2. Pfingstfeiertag: Apg 10, 42-48; Job 3, 16-21 

27 D Beda, Kirdienlehrer, f 735 > 


28 M II. Quatember 

29 D Maximin, Bi. v. Trier, Erbauer des Domes 

30 F Reinbilde v. Westerkappeln, Westf. f 1262 

31 S Petronilla 


Ep: 1 Petr 3, 8—15; Ev: Mt 5, 20—24 (G) 


29 S 5. S. n. Pfing., Pet. u. Paul [SA 4.20 SU 20.50] 

30 M Pauli Gedärfilnis 


Gedenktage: 




2, 5. 908 starb Remigius von Auxerre; er hat als geschickter 
Lehrer das in Auxerre heimisdie irische u. fränki- 
sche Wissen für die Nadiwelt in kompilatorischen 
Werken zusammengefaßt. 

20. 5. 1658 starb Bartholomäus Holzhauser, Stifter der „Welt- 
priester vom gemeinsamen Leben". 

20. 5. 1832 starb Bisdiof Sailer, Vorkämpfer eines organischen 
Katholizismus in Regensburg. 

28. 5. 1874 Erste deutsdie alt-kathol. Synode in Bonn. 


Gedenktage: 

5.6. 708 starb Jakobus, Bisch, v. Edessa, syrischer Sd.i... 
steller, als Kxeget und Übersetzer dem hl. Ilierony- 
mus vergleidibar. 

15. 6. 1937 Prof. A. Kinkel zum Erzbischof v. Utrecht geweiht. 



LI 


AUGUST 


D Theobald, Eb. v. Vienne f 1001 ® 
j M Maria Heimsuchung [SA 4.22 SU 20.49] 
- D Kornelius 

F Ulrich v. Augsburg f 973 

S Philomena, griech. Fürstentocht., Marl, f 300 


1 F Petri Kettenfeier 

2 S Alfons t 1797 


Ep: 1 Kor 12, 2—11; Ev: Lk 18, 9—14 (G) 


3 S 10. S. n. Pfingsten [SA 4.59 SU 20.16] 


Ep: Rom 6, 3—11; Ev: Mk 8, 1—9 (G) 


4 M Dominikus f 1221 

5 D Oswald, König v. Northumbrien f 642 

6 M Verklärung Christi 

7 D Kajetan, Neapel f 1547 C 

8 F Cyriakus, Diakon in Rom f 304, Mart. 

9 S Johannes Vianney, Pfarrer v. Ars f 1859 


S 6. S. n. Pfingsten [SA 4.25 SU 20.48] 
! M Cyrillus u. Methodius f 875 in Mähren 
i D Kilian, Iro-Schotte, 1. Bi. v. Würzburg, f 689 
i M Agilolf V. Köln, Mart. f um 750 (g; 
1 D Sieben Brüder, Märtyrer f 162 
■ F Pius, B. V. Rom, Mart. f 157 

S Sigisbert v. Disentis, Schweiz f 636 


Ep: 1 Kor 15, 1—10; Ev: Mk 7, 31—37 


10 S 11. S. n. Pfingsten [SA 5.10 SU 20.04] 
UM Tiburtius 


1 Ep: Rom 6, 19—23; Ev: Mi 7, 15—21 (G) 


12 D Klara f 1253 

13 M Hippolyt, Mart. f 258 


S 7. S. n. Pfingsten [SA 4.31 SU 20.43] 

M Bonaventura, Kirchenlehrer f 1274 

D Heinrich H., Deutscher Kaiser f 1024 

M Ruth # 

D Alexius, Patriziersohn in Rom f 417 

F Bruno von Kärnten f 1045 

S Vinzenz von Paul f 1660 


14 D Eusebius, Priester f 371 

15 F Maria Heimgang # 

16 S Joachim 


Ep: 2 Kor 3, 4 10; Ev: Lk 10, 23—37 


17 S 12. S. n. Pfingsten [SA 5.21 SU 19.51] 

18 M Agapitus 

19 D Sebald, B. v. Trier f um 600 

20 M Bernhard v. Clairvaux, Kreuzzugspred. f 1153 

21 D Hartwig, Abt v. Tegernsee f 982 1 


Ep: Rom 8, 12—17; Ev: Lk 16, 1—9 (G) 


> S 8. S. n. Pfingsten [SA 4.40 SU 20.36] 
[ M Praxedis, Jungfr. in Rom f 120 


22 F Elmar, Melan b. Lüttich, f um 700 

23 S Richhildis aus Hohenwart, By. f HOO 


l D Maria Magdalena 

) M Apollinaris, B. v. Ravenna, Mart. f um 80 l 


Ep: Gal 3, 16—22; Ev: Lk 17, 11—19 


l D Christine, Mart. f 300 
) F Jakobus, Apostel 
3 S Anna 


24 S 13. S. n. Pfingsten [SA 5.31 SU 19.37] 

25 M Ludwig IX., König v. Frankreich f 1270 

26 D Egbert v. Schwarzbach, Franken f 1075 


Ep: 1 Kor 10, 6—13; Ev: Lk 19, 41 47 (G) 


27 M Gebhard, Bi. v. Konstanz f 955 

28 D Augustinus, Kirchenlehrer, B. v. Hippo f 430 

29 F Johannes Enthauptung @ 

30 S Rosa aus Peru f 1617 


7 S 9. S. n. Pfingsten [SA 4.49 SU 20.27] 


8 M Nazarius und Celsus, Soldaten, Mart. f 67 

9 D Martha, Schw. d. Lazarus in Bethanien f 60 


Ep: Gal 5, 16—24; Ev: Mt 6, 24—33 (G) 


M Abdon und Sennen @ 

1 D Germanus 


31 S 14. S. n. Pfingsten [SA 5.42 SU 19.23] 






Gedenktage: 

2. 7. 1924 Bisch. Pascheck zum Bischof gewählt. 

ö. 7. 1458 starb Bernhard, Markgraf v. Baden, Söldnerführer 
und Gesandter im Dienste Kaiser Friedrichs III. 

^. 7. 1870 Dogmatisierung der Unfehlbarkeit und bischöfl. All- 
gewalt des Papstes. 

' T. 408 starb die hL Olympias, Witwe, Diakonissin, Äbtis- 
sin; als hervorragende Stütze und Gesinnungsge- 
nossin des hl. Johannes Chrysostomus mußte sie 
Konstantinopel verlassen. 


Gedenktage: 

6. 8. 258 starb der hl. Sixtus, Papst seit 256/57. In der Ver- 
folgung unter Valerian wurde er beim Gottesdienst 
im Coemeterium des Calixtus überfallen und mit 
4 Diakonen dort hingerichtet; von Cyprian ein 
„guter und friedliebender Bischof" genannt. 

9. 8. 1860 starb Ignaz H. v. "Wessenberg. 

10. 8. 258 starb der hl. Laurentius, ein Diakon des röm. Bi- 
schofs, einer der berühmtesten röm. Blutzeugen, 
hochverehrt in der ganzen Kirche. 

21. 8. 1953 starb Bischof Erwin Kreuzer. 

31. 8. 358 starb der hl. Paulinus, Bischof von Trier; Vor- 
kämpfer gegen den Arianismus. 



SEPTEMBER 


OKTOBER 


1 M Ägidius aus Athen, Abt v. St. Gilles, f 725 

2 D Stephan v. Ungarn, König f 1038 

3 M Mansuetus, B. v. Toul, Irland f um 375 

4 D Rosalia v. Palermo f um 1160 

5 F Hermina, mit ihrer Schw.Eutyche f 117 


1 M Remigius, Bisch, v. Reims f 535 

2 D Schutzengelfest [SA 6.33 SU 18.101 

3 F Ewald, Miss, im Ruhrgebiet, Mart. f 695 

4 S Franz von Assisi f 1226 


6 S Magnoald v. St. Gallen, Ap. d. Allgäu f 750 C 


Ep: Eph 4, 23—28; Ev: Mt 22, 1—14 (G) 




Ep: Gal 5, 25—6, 10; Ev: Lk 7, 11—16 (G) 


5 S 19. S. n. Pfingsten; Erntedank 

6 M Bruno aus Köln, Grund, v. Chartreuse f 1101 

7 D Amalia ^ 

8 M Brigitta v. Schweden f 1373 

9 D Dionysius v. Athen f um 90 

10 F Gereon, mit 318 christl. Sold, gemärt, f 304 

11 S Burkhard, 1. Bi. v. Würzburg f 754 


7 S 15. S. n. Pfingsten [SA 5.53 SU 19.07] 

8 M Maria Geburt (W) 

9 D Korbinian, 1. Bi. v. Freising f 730 
10 M Otger, Miss, bei den Friesen f 713 
HD Protus und Hyacinthus 

12 F Guido. Küster in Andernach f 1012 


13 S Amatus v. Remiremont, Vogesen f um 625 # 


Ep: Eph 5, 15—21; Ev: Joh 4, 46—53 (G) 






Ep: Eph 3, 13—21; Ev: Lk 14, 1—11 (G) 


12 S 20. S. n. Pfingsten [SA 6.51 SU 17.48] # 

13 M Edward, König v. England, f 1066 

14 D Callistus, Bisch, v. Rom, Mart f 227 

15 M Theresia v. Avila f 1582 

16 D Hedwig, Herzogin v. Schlesien f 1243 

17 F Florentin, B. v. Trier, Mart. f uni 350 m 

18 S Lukas, Evangelist w 


14 S 16. S. n. Pfingsten, Kreuzerhöhung [SA 6.04 

15 M Sieben Schmerzen Mariens SU 18.51] 

16 D Cyprian, Bi. v. Carthago, Mart. f 258 

17 M III. Quatember 

18 D Richardis von Andlau, Elsaß f 893 

19 F Januarius, B. v. Benevent f 305 


20 S Eustachius, mit Frau u. 2 Söhnen, f 118 1 


Ep: Eph 6, 10—17; Ev: Mt 18, 23—35 (G) 






Ep: Eph 4, 1—6; Ev: Mt 22, 35—46 (G) 


19 S 21. S. n. Pfingsten [SA 7.01 SU 17.33] J 

20 M Wendelin, Irischer Königssohn, f 618 

21 D Hilarion, Eins. i. d. ägypt. Wüste, f 371 

22 M Ingebert, Schotte, Miss, an Mosel u. Nahe f 6öC 

23 D Severin, Ap. v. Wien u. Passau f 482 Ä^ 

24 F Raphael, Erzengel W 

25 S Crispin, Miss, in u. um Soissons, Mart. f 28' 


21 S 17. S. n. Pfingsten [SA 6.15 SU 18.35] 

22 M Emmeran, B. v. Poitiers, Miss. v. Regensb. 

23 D Linus, Mart. f um 79 

24 M Gerhard, Ap. Ungarns, Mart. f um 1046 

25 D Hildegard v. Bingen, Ärztin, Schriftst. f 1179 

26 F Rodwin, Trier f 680 

27 S Cosmas u. Damian, Zwillingsbr. f um 303 @ 


Ep: Phil 1, 6—11; Ev: Mt 22, 15—21 (G) 


Ep: 1 Kor 1, 4—8; Ev: Mt 9, 1—8 (G) 


26 S 22. S. n. Pfingsten [SA 7.12 Sl li 

27 M Florentius, Bisch, v. Straßburg f 693 

28 D Simon u. Judas Thaddäus, Apostel (H) 

29 M Engelhard v. Oxford f 1230 

30 D Serapion, Bi. v. Tmuis im Nildelta f um 371 


28 S 18. S. n. Pfingsten [SA 6.26 SU 18.19] 

29 M Erzengel Michael 

30 D Hieronymus, K.-Lehr., übers, d. Bibel, f 420 




31 F Wolfgang. B. v. Regcnsl)urg f 994 


Gedenktace: 

5. 9. 1890 wurde Bischof Joh. Jos. Demmel geboren. 

14. 9. 258 starb der hl. Cyprian, Bisch, v. Carthago; Kirchen- 
schriflsleller, Märtyrer; hervorragender Seelenhirte 
und Bisdiof, der vor allem für die Einheit der 
Kirche wirkte. 

21. 9. 1558 starb Kaiser Karl V., in „dessen Reich die Sonne 
nicht unterging". 

23. 9. 1783 wurde geboren Peter von Cornelius, Maler, das 
stärkste Talent unter den Nazarenern (gest. 1867). 

24. 9. 1889 Utrechter Erklärung der alt-kathol. Bischöfe. 


Gedenktage: 

5. 10. 1458 wurde geboren der hl. Kasimir, Prinz von !'■ 

5. 10. 1017 wurde Dr. Otto Steinwarhs in Utrecht zum Hi^ 
geweiht. 

10. 10. 1858 wurde geboren Ottokar Prohäszka. BisrJiof 

Sluhlweißenburg; seit 1910 trat er tatkräftig f 
Verteilung und Vergebung kiithlichcn Groligrun«! 
bcsitzes ein (gestorben 1927). 

24. 10. 1948 wurde Dr. Stephan Törok zum Bisdiof gcwnl 



IVOYEMBER 



DEZEMBEF 



Ep: Offb 7, 2—12; Ev: Mt 5, 1—12 (W) 


1 M Eligius, B. v. Noyon, Ratg. Dagoberts I. f 65< 


1 S Allerheiligen 

Ep: Phil 3, 17—4, 3; Ev: Mt 9, 18—26 (G) 


2 D Bibiana, Rom f 363 [SA 8.13 SU 16.29 

3 M Franz Xaver, Miss. Japan f 1552 

4 D Barbara v. Nikomedien, M., Nizäa f 306 (g 

5 F Hartward, Bisch, v. Minden f 853 

6 S Nikolaus v. Myra f um 350 


2 S 23. S. n. Pfingsten [SA 7.25 SU 17.06] 

3 M Allerseelen (Schw) 


4 D Pirmin, Wanderbischof am Rhein f 735 C 

5 M Emmerich, Sohn d. Kö. Stephan I. v. Ungarn 

6 D Leonhard, Miss, in Aquitanien f 559 

7 F Willibrord, Ap. der Friesen, 1. Bi. v. Utrecht 

8 S Gottfried, B. v. Amiens f Hl« 


Ep: Rom 15, 4—13; Ev: Mt 11, 2—10 (V) 
Kirchenopfer Hilfswerk 


7 S 2. Adventsonntag [SA 8.20 SU 16.24 


Ep u. Ev vom 5. S. n. Epiphanie; 

Ep: Kol 3, 12—17; Ev: Mt 13, 24—30 (G) 


8 M Maria Empfängnis 

9 D Leokadia, Mart. in Toledo f 305 

10 M Meinhard, Ap. v. Livland f 1196 | 


9 S 24. S. n. Pfingst.; drittletzt. [SA 7.37 SU 16.54] 

10 M Trudwin, fränk. Priester f 695 

11 D Martin, B. von Tours f um 400 # 

12 M Kunibert, Eb. v. Köln f 663 

13 D Didakus, Miss, auf d. kanar. Inseln f 1463 

14 F Josaphat, Eb. v. Polosk, Mart. f 1623 

15 S Albert, aus Lauingen, Donau, f 1280 


11 D Damasus, B. v. Rom f 384 

12 F Synesius 

13 S Lucia, Mart. in Syrakus f um 303 


Ep: Phil 4, 4 7; Ev: Jo 1, 19 28 (V) 


14 S 3. Adventsonntag [SA 8.27 SU 16.25 

15 M Christiana, Engl. Königstochter, f um 750 

16 D Adelheid, Kaiserin, G. Otto I., f 999 

17 M IV. Quatember 

18 D Maria Erwartung ] 

19 F Nemesius, Mart. in Ägypten f 250 

20 S Amon, Bisch, in Worms f 874 


Ep u. Ev vom 6. S. n. Epiphanie; 

Ep: 1 Thess 1, 2—11; Ev: Mt 13, 31—35 (G) 

Ib S 25. S. n. Pfingst.; vorletzt. [SA 7.48 SU 16.45] 

17 M Gregor, B. v. Neocaesaria f um 270 

18 D Gelasius 1 

19 M Elisabeth, Landgräfin v. Thüringen f 1231 

20 D Brunhilde v. Whitby f 680 

21 F Maria Opferung 

22 S Caecilia aus Rom, Mart. f um 200 


Ep: 1 Kor 4, 1—5; Ev: Lk 3, 1—6 (V) 




Ep: Kol 1, 9—14; Ev: Mt 24, 15—35 

23 S 26. S. n. Pfingsten; letzter [SA 8.00 SU 16.36] 

24 M Chrysogonus, M. in Aquileja f 304 

25 D Katharina v. Alexandrien, M. f um 300 

26 M Konrad, B. v. Konstanz f 975 ® 

27 D Virgilius, Miss, in Kärnten f 784 

28 F Gaston, Mönch in der Vendee, Frkr. f um 1009 

29 S Saturnin, 1. Bisch, von Toulouse f 250 


21 S 4. Adventsonntag [SA 8.33 SU 16.27 

22 M Zeno, Bisch, von Verona f um 370 

23 D Dagobert, Kö. v. Austrasien, Elsaß f 679 

24 M Heiligabend, Weihnachtsvigil 


Ep: Tit 2, 11—15; Ev: Lk 2, 1—14 (W) 


25 D Weihnachtsfest 

26 F 2. Weihnachtstag; Stephanus (R) ^ 

27 S Johannes, Evangelist f um 100 


Ep: Rom 13, 11—14; Ev: Lk 21, 25—33 (V) 
Kirchenopfer für den Frauenverband 


30 S 1. Adventsonntag [SA 8.10 SU 16.30] 


Ep: Gal 4, 1—7; Ev: Lk 2, 33—40 (W) 


(iedenktage: 

1. 11. in.")! wurde Johannes Josef Demmel in Essen zum Bi- 
schof geweiht. 
^11. 1.308 slarh Johannes Duns Skolus, Franziskaner, „Dok- 
tor suhtilis", ^'ohl der scharfsinnigste Denker des 
Mittelalters, Haupt der Franziskanerschule, be- 
grahen in Köln. 
"11.178.3 wurde geboren Anton Günther, Begründer der 
sog. Wiener Theologenschule (gest. 1863). 
il.löOP, wurde geboren Andrea Palladio, der größte Bau- 
meister venezianischer Kunst. Seine Schriften hat- 
,^K ten wirksamen Einlluß auf die Baukunst Europas 
'jK^ in allen antikisierenden Architekturbestrebungen. 


28 S Sonnt, n. Weihnachten [SA 8.35 SU 16.32 

29 M Thomas Becker, Eb. v. Canterbury, M. f 117 

30 D Irmina, Äbt. v. Horreum, Trier f 708 

31 M Silvester, B. v. Rom, Römer f 335 


Gedenktage: 

28. 12. 1934 starb Bischof Dr. Georg Moog. 




Alt-kath. Kirche (Englische Kirche) in Stuttgart 



m 



Die Altkatholisdie Kirche in Europa 
Jahresbericht 

Das Alt-Katholische Bistum in Deutschland im Jahre 1956/57 



Das äußerlich Hervorstechendste im Berichtsjahr 
ist wohl der eindrucksvolle Fortgang des Ausbaus 
und der Ausstattung kirchlicher Gebäude: Mann- 
heim konnte sich nach der glanzvollen Einwei- 
hung der Schloßkirche wertvoller Geschenke zur 
Abrundung der inneren Ausstattung erfreuen. In 
Bottrop folgte der Kanzelweihe vom 29. Juli 1956 
zu Laetare 1957 die Tabernakelweihe, während 
weitere Kirchenfenster in Vorbereitung sind. Köln 
konnte durch Entgegenkommen der Lieferfirma 
seine neue Elektronenorgel in der Wirkung er- 
heblich verbessern. In München half ein statt- 
liches Vermächtnis erheblich mit zur Ausstattung 
ier Pfarrkirche durch Glasfenster, einer neuen 
Decke, besserer Beleuchtung und Heizung. In Frei- 
burg/Br. wurde durch zwei sog. „Stockwerks- 
3igentumwohnungen" in einem Neubau Ersatz 
für das lange fehlende Pfarrhaus geschaffen. In 
Frankfurt wächst die altkatholisch-anglikanische 
Gemeinschaftskirche St. Willibrord und St. Ghri- 
stophorus der für Ende August vorgesehenen Ein- 
weihung entgegen. Stuttgart konnte schon am 
26. Mai das große Fest der Kircheneinweihung 
[lach dem Wiederaufbau der früheren anglika- 
nischen Kirche feiern. Damit erhielt diese erst in 
Jen letzten Jahrzehnten aus kleinen Anfängen 




Bonner Kirche von außen 



erwachsene Gemeinde ihren festen Mittelpunkl 
im Herzen der Schwabenmetropole. Offenbacl 
weihte eine kleinere Elektronenorgel. Karlsruh( 
setzte das große Gesamtwerk des Aufbaues dei 
Auferstehungskirche fort durch eine wohlklin 
gende neue Orgel, deren Beschaffung durch eine 
hochherzige Stiftung und große Selbstlosigkei 
des Erbauers möglich wurde. In beispielhafte] 
Opferbereitschaft hat die Gemeinde Essen an 
Tage der Feier des 40jährigen Bestehens dei 
Friedenskirche für den neuen Orgelfonds in 
Kii-chenopfer DM 1470 am 7. Juli 1956 aufge 
bracht und durch hunderte von kleinen Opfern e: 
möglich gemacht, daß schon am 14. Juli 1957 di< 
stattliche neue Orgel in einem Festgottesdiens 
vom Hochw. Herrn Bischof Demmel geweih 
werden konnte! Baden-Baden setzte in Verbin 
düng mit einem Festakt, an dem sidi Stadt um 
Öffentlichkeit beteiligten, in der Reihe der sech: 
bisherigen, großartigen Fenster das siebte ein 
das unter dem Thema „Dens absconditus" — de: 
verborgene Gott — von Harry Mac Lean geschaf 
fen ist. Der lange behinderte Bau von St. Cypriai 
in Bonn wurde so weit zum Abschluß gebracht 
daß der Bischof am 21. Juli 1957 im Rahmei 
eines festlich gestalteten Tages die neue Bischofs 
kirche und Bonner Pfarrkirche konsekrieren um 
das erste Pontifikalamt darin halten konnte. Da 
zu kommen all die Verbesserungen an Gebäuden 
die nicht unseren Gemeinden gehören, von ihnei 
aber benutzt bezw. mitbenutzt werden, wie ii 
Bochum, Koblenz und manchen anderen Orten 
wo nun vielfach unser Gottesdienst in einem wür 
digeren Rahmen gehalten werden kann. 

Nach überaus mühevollen Vorarbeiten wurde 
im Frühjahr 1957 auch der große Neubau de; 
Altersheimes mit Umbau der Kirche in Krefelc 
begonnen. Ungeklärt sind noch die Bauprobleme 
für Furtwangen, Koblenz, Oberhausen, Saar 
brücken, Aachen und Dortmund. Mehr oder weni 
ger sorgenvolle Fragen umlagern die ruinenhaf 
ten Teile des Kellers der großen früheren Kirche 
in Köln, sowie die Besitz- und Benutzungsrechte 
von Ladenburg und vor allem Kommingen. Un 
geklärte Rechts- und Geldfragen belasten die Ge 
meinde Nordstrand. So kann bei aller berechtig 
ten Freude über gelöste Baufragen und untei 
Schmerzen aller Art gelungene Finanzierunger 
im Blick auf das Ganze durchaus nicht von unbe 
Schwerter Genugtuung die Rede sein! 



Aus der Zahl der Verstorbenen heben sich be- 
sonders hervor: Am 16. März 1957 Stud.-Rat 
Mathias Pflanzl, stellv. Vorsitzender der Gemeinde 
Essen und gewesener stellv. Vorsitzender der Sy- 
nodalvertretung, am 7. Juni 1957 Schwester 
Bertha Schmid, mit 87 Jahren die Seniorin der 
Schwesternsdiaft und langjährige Bonner Ge- 
meindeschwester; am 7. August 1957 Schwester 
Frieda Klerz, nach über 20 Jahren segensvoller 
Wirksamkeit als Gemeindeschwester in Mann- 
heim an den Folgen eines Verkehrsunfalles und 
am 8. August 1957 Pfarrer Hans Eder in Wies- 
baden, wo der 73jährige noch am 2. Juli 1957 
sein 40jähriges Ortsjubiläum gefeiert hatte. 

Die Priesterweihe erhielten durch den Hochw. 
Herrn Bischof Demmel die Diakone Gustav Adolf 
Grigat und Ernst- Wilhelm Heese am 24. März 
und 12. Mai 1957 in der Bonner Seminarkapelle. 

Das silberne Priesterjubiläum feierte Pfarrer 
Degen in Zell am 12. April und Pfarrer Eberle 
in Rosenheim, am 22. Juli 1957 das 40jährige 
Priesterjubiläum der Geistliche Rat Hütwohl in 
Essen und ihren 70. Geburtstag Pfr. i. R. Otto 
Maria Saenger und Pfr. Josef Kaufmann in 
Saarbrücken. 

über all diesen mehr lokalen oder persönlichen 
Begebenheiten, Sorgen und Leistungen aber steht 
das gemeinsame Wohl des Bistums, durch dessen 
^Vesen und Auftrag alle Einzelnen und die Gemein- 
den an der Einen und Heiligen Kirche teilhaben. 
Von dieser Warte aus gesehen erscheinen vor al- 
lem jene Dinge wichtig, die die Durchdringung 
ier Gemeinden mit frommem, glaubensbewuß- 
tem Geist befördern und alles einzelne Leben in 
der festen Ordnung katholischer Überlieferung 





Gcistl. Rut 

Dozent Heinrich Hütwohl 

Essen 



Bonner Kirche von innen 

erhalten. Hier ist der Ort des Bischöflichen Amte.«; 
in der Kirche. Aus seinem Wirksamwerden hebt 
sich neben aller stillen Arbeit des Sorgens, Ralens 
und Helfens und der vielfältigen Auswirkunj^ 
durch die Firmreisen, Tagungen und Gemeinde 
besuche vor allem das Hirtenwort zur Fastenzeil 
1957 hervor, das unter dem Titel „Schuld und 
Sühne" die katholische Lehre vom Bußsakramenl 
zu entfalten unternahm, nachdem im Vor Jahn 
die hl. Eucharistie behandelt worden war. 

Nicht ohne Bedeutung für das Gesiclit, das da^ 
ganze Bistum dem Beschauer bietet, war die Her 
ausgäbe des Bistumsblattes, des früheren „Volks 
blattes", seit dem 1. Januar 1957 als ..Alt-Katho 
lische Kirchenzeitung". Die Internationale Alt 
katholische Theologenwoche vom 24. bis 30. Sep 
tember 1956 in Bonn verstärkte die geistige Ver 
bundenheit unter den Geistliclien der verschic 
denen Bistümer und vermittelte den Gästen man 
eben Einblick in unser eigenes Leben und Wollen 

Die sehr wichtige Arbeit des Liturgischen un« 
des Rechtsausschusses gehen in der Stille im Blicl- 
auf die Bonner Synode 1958 ihren Weg. Die Be 
nüihungen um die Verstärkung der Seelsorge 
die in weiten Gebieten der Diaspora immer nod 
eine große Not darstellt, führten zur Besetzung 
von Landau in der Pfalz und Aachen mit einen 



am Orte ansässigen Geistlichen. Die Verbindung 
mit der Gemeinde des Saargebietes wurde durcli 
den Bischofsbesuch bekräftigt. 

Bei all diesem kann es dem nüchternen Be- 
obachter nicht verborgen bleiben, daß hinsicht- 
lich der Zusammenfassung der Gemeinden zu 
einer großen, um den Bischof gescharten Familie 
noch sehr viel zu tun bleibt! Das Steckenbleiben 
des Bistumsgroschens als eines Gradmessers der 
„Bistumsgesinnung" spricht eine deutliche Spra- 
che. Lnabweisbar steht jedoch vor uns allen die 
urchristliche Regel: Einer trage des andern Last, 
auf daß wir alle das Gesetz Christi, — das das 
Gesetz der Liebe ist — , erfüllen! Teilnahme am 
Weltgebetstag der Frauen hier und dort durch 
die Frauenvereine im März und an der ökume- 
nischen Gebetswoche für die Einheit durch ver- 
schiedenartige Gottesdienste, z. T. in Gemeinschaft 
mit anderen Kirchen, im Januar, oder auch der 



sehr gute Geist auf der badischen Fraueneinkehr- 
tagung im Oktober 1956 im Schallstädter Micha- 
elsbruderschaftshaus mögen hoffnungsvolle An- 
zeichen dafür sein, daß wir unser Christsein 
nicht im Rahmen isolierter Gemeindeexistenz sich 
erschöpfen lassen wollen. Deshalb war es ein sehr 
zeitgemäßer, wenn auch zugleich sehr kühner 
Entschluß unseres Bischofs, als er im Mai dieses 
Jahres an Stelle des mehr am Rande gelegenen 
Tegernseehauses nunmehr in der Mitte der Ge- 
meinden auf der Höhe des Odenwaldes bei Hei- 
delberg die Gaststätte und Pension „Zum Wei- 
ßen Stein" als Haus für Erholung und Tagungen 
erwarb. Wir dürfen hoffen, daß hier ein Treff- 
punkt aller guten Geister für unser Bistum sich 
entwickeln wird und damit dem wahren, inneren 
Aufbau der Kirche segensreiche Hilfe wie aus 
einer reinen stillen Quelle immer neu zufließe! 
Werner Küppers, Bonn 



Die Alt'^Katholisdie Kirche in Holland 




Den Helder (Holland) 



Uis Berichtsjahr war durch zwei Weihen gekenn- 

'.eichnet: die der neuen modernen Kirche in Den 

Helder am 29. November 1956 und die Weihe des 

neuen Priesterseminars in Amersfoort am 28.Mail975. 

Die Kirche in Den Helder ersetzte die während 

les zweiten Weltkrieges abgebrochene alte und die 

lölzerne Notkirche, die zehn Jahre in Gebrauch war. 

)ie jetzt mit finanzieller Hilfe des Staates erbaute 

Kirche hat im Erdgeschoß eine Anzahl Säle für Un- 

orricht und Vereinstätigkeit. — Nach achtjähriger 

Tätigkeit der Baukommission konnte nach großen 

>pfern der holländischen Kirche in Anwesenheit 

on Vertretern der Behörden und der Schwester- 



kirchen im Ausland das neue Priesterseminar feier- 
lich in Benutzung genommen werden. Im letzten 
Jahrbuch konnten wir noch einmal das alte Seminar 
zeigen und von seiner ehrwürdigen Geschichte er- 
zählen. Der alte Bau erforderte beständig Repara- 
turen, war auch in vieler Hinsicht unpraktisch ge- 
worden. Der Neubau besteht aus dem Hauptgebäude, 
der Kapelle und der Präsidentenwohnung. Seine 
Lage in einem anziehenden Stadtviertel unweit vom 
Bahnhof ist besonders günstig. 

Im Hauptgebäude befinden sich die Unterrichts- 
räume für die Gymnasialschüler und die Theologie- 
studenten, das Speisezimmer und Wohnzimmer. Zwi- 



sdien dem Haupteingang und der Kapelle liegt das 
Auditorium mit antiken Möbeln aus dem alten Semi- 
nar, bestimmt für größere Versammlungen. Im un- 
teren Stock ist die große, aus 20000 Bänden be- 
stehende alte Bibliothek und das Archiv unter- 
gebracht, alles auf metallenen Gestellen praktisch 
aufgestellt. Auf den oberen Stockwerken sind die 
Einzelzimmer für die Studenten. Der ganze Bau, der 
an 400 000 Gulden gekostet hat, ist wohlgelungen. 

Außer diesen beiden großen Ereignissen ist noch 
zu berichten die Gründung eines „Central Oud- 
Katholiek Boekhuis^. Es ist im Seminar von Amers- 
foort untergebracht und dient der Auslieferung der 
Bücher. Die Adresse: Koningin Wilhelminalaan 3 
Amersfoort. 

Kurz vor Weihnachten erschien eine neues kleines 
Gebetbuch. Der jetzt 70 Jahre bestehende Onder- 
steuningsfonds gab im Frühjahr 1957 ein „Tauf- 
büchlein" heraus, das den Eltern bei der Taufe ihrer 
Kinder vom Kirchenvorstand ausgehändigt wird. 
Es dient dazu, die Daten einzutragen und ist ein 



kurzer Leitfaden zum besseren Verstehen dieses 
Sakramentes und seiner Zeremonien. 

Der Hirtenbrief behandelte die christliche Freiheit 
(Gal. 5, 1). Der Bischof von Haarlem, Jakobus van 
der Oord, feierte am 11. Februar nach schwerem 
Krankenlager seinen 75. Geburtstag. Inzwischen 
konnte er in der großen Gemeinde Jimuiden 117 
Personen die hl. Firmung spenden. — Am 15. Juni 
ds. J. waren es 20 Jahre, seit Erzbischof A. Kinkel 
auf den Sitz des hl. Willibrord gerufen wurde. 

Das Büro „Apostoleia" leistet jetzt 15 Jahre mis- 
sionarische Tätigkeit. Sie feierte dieses dritte Lu- 
strum in Utrecht in Anwesenheit vieler Gläubigen, 
die in diesem Zeitraum der Kirche beigetreten sind. 
Die Theologiestudenten nahmen teil an einer Be- 
gegnung mit römisch-katholischen Studenten und 
an einem interakademial Kongreß über Liturgie. 
Schließlich sei noch eine Ausstellung antiker Para- 
mente aus dem Spätmittelalter in Utrecht erwähnt. 

H. J. W. Verhey. 



Die Christkatholische Kirdie der Sdiweiz 



Anläßlich der Synode vom 23./24. Juni in Basel 
führte der Synodalprediger aus, daß die Prediger- 
kirche „am Totentanz" vor 80 Jahren vom Abbruch 
bedroht war. Dank einsichtiger Männer konnte das 
ehrwürdige Gotteshaus restauriert und der jungen 
diristkatholisdien Gemeinde übergeben werden. In 
den letzten Jahren wurden das Äußere und der 
Chor der Kirdie fadigemäß überholt. Die Gemeinde 
wagt sich bereits an die Renovation des großen Kir- 
chenschiffes und bekundet damit ihren unbeugsamen 
Lebenswillen in einer Welt, die dem Glauben arg 
zusetzt. Der gleiche Wille, das von den Vätern er- 
erbte kostbare Gut im Glauben und in den gottes- 
dienstlichen Stätten zu erhalten, läßt sich aber auch 
in vielen andern Gemeinden des schweizerischen 
Bistums feststellen. So führte die Gemeinde Ober- 
mumpf- Wallbach, in der Nähe von Säckingen, die 
Renovation der Dorfkirche Peter und Paul in Ober- 
mumpf durch, sowie die der Kapelle St. Sebastian 
in Wallbadi. Rheinfelden rüstet sidi zum Empfang 
des internationalen Altkatholiken-Kongresses im 
Herbst 1957 und nahm am wertvollen Kirchenschatz 
sowie an der Sakristei kostspielige Instandstellungs- 
arbeiten vor. Schönenwerd ließ den schönen Kreuz- 
gang zwischen Stiftskirche und Pfarrhaus in Ord- 
nung bringen. In Burgdorf bei Bern wurde die aus 
dem 15. Jahrhundert stammende Bartholomäus- 
Kapelle von der Eigentümerin (Bürgergemeinde) 
stilvoll restauriert und mit der Altarweihe von den 
Christkatholiken wieder in Gebrauch genommen, 
nadidem die Gottesdienste daselbst seit etlichen Jah- 
ren eingestellt worden waren. Bern selber hat das 
prächtige Kirchgemeindehaus an der Kramgasse für 
ihre eigenen Zwedte noch besser ausgebaut. Ebenso 
erstand Solothurn einen sdiönen Sitz in unmittel- 
barer Nähe der Franziskanerkirche und des Rat- 
hauses und ist im BegrifiT, aus der erworbenen Lie- 



genschaft ein Gemeindezentrum zu schaffen. Am 
30. Juni ging ein alter Wunsch in Erfüllung: eine 
neue Orgel konnte in der akustisch herrlidien Fran 
ziskanerkirche eingeweiht werden. Kleinere Filial 
gemeinden und Genossenschaften wie Langentha 
und Hägendorf konnten sich mit staatlicher Ge 
nehmigung zu eigentlichen Gemeinden konstitu 
ieren. Auch die Gemeinde La Chaux-de-Fonds im Jurr 
oben setzt die Kapelle wieder instand. Trimbadi bt 
Ölten plant den Bau eines neuen Pfarrhauses, da da: 
alte an der belebten Durchgangsstraße Ölten — Base 
so gelitten hat, daß weitere Renovationen nicht mehi 
in Frage kommen. Auch die Gemeinden in Gen 
und Zürich stehen vor großen Bauvorhaben, di« 
teilweise wie in Zürich an der Augustinerkirche di« 
Millionengrenze erreichen werden! Dank der großei 
Opferbereitschaft der Gemeindemitglieder und de 
vorsorglich zurückgelegten Gelder können alle dies» 
Arbeiten durchgeführt werden. 

Diesem äußeren Aufbauwillen entspricht aber aud 
der Wille, das gottesdienstliche und kirchliche Lebei 
zu fördern. Es wurden durchgeführt Kurse für Pa 
ramentenpflege, für die Altardiener, stille Einkehr 
tage für Geistliche und Laien; das Gebetbüchleii 
für die Kinder konnte neu erscheinen und ein Tauf 
büdilein will Eltern und Paten Sinn und Bedeutun 
des Sakramentes näher bringen. Die Kirchenblätte 
für die deutsch- und französischsprechenden Glau 
bensgenossen gelangen in alle Haushaltungen uH' 
finden weithin Beachtung. Der jährlich erscheinend 
Hauskalender findet regen Absatz. 

Auch die Gemeindevereine sind rege an der Ai 
beit, um den eigenen Bedürfnissen in der Gemeindi 
zu dienen, aber auch der Gesamtkirdie wertvolll 
Unterstützung zu gewähren. Fräulein Anny Peteu 
die ehemalige Bärghüsli-Mutter, durfte ihren 7.N 
Geburtstag begehen und erfahren, daß ilir Vei4 



chtnis an die Kirche sich weiterhin segensreich 
;wirkt. Mit dem Heimgang des Dichters Josef 

nhart in Solothurn haben Gemeinde, Kirche und 

weitere Öffentlichkeit einen nicht zu ersetzenden 
'lust erlitten. 
)as christkatholische Hilfswerk unter der Leitung 

Bischofs verzeichnete schöne Eingänge an Spen- 
i, welche dem christkatholischen Studentenheim 

Bern, der Stipendienkasse, der Fakultät, den 
ichtlingen und der altkatholischen Mission in Pa- 

zufallen. Wieweit sich die Kirche am Fernsehen 
eiligen soll, beschäftigte Pastoralkonferenz und 
lode. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß keine 
:ral-gottesdienstliche Handlungen übertragen wer- 
1 sollen, dagegen will man am „Wort zum Sonn- 
" und an der allgemeinen Programmgestaltung 
twirken. 

Kn verschiedenen Orten wurden ökumenische 
ttesdienste durchgeführt, an welchen sich auch 
sere Kirche beteiligte. Die Beziehungen zu andern 
katholischen und romfreien Kirchen wurden vor 
em durch den Bischof aufrecht erhalten. Viel zu 
len gab die Schaffung eines Laien-Diakonates 
d eines Hilfspriesteramtes. Laien sollen weiterhin 
r Hilfe in der Seelsorgearbeit des Pfarrers herbei- 
zogen werden. Die Synode stimmte auch der Ein- 
irung eines Hilfspriesteramtes zu, wenn die auf- 
itellten Vorbedingungen erfüllt sind: persönliche 
gnung, formeller Antrag einer Kirchengemeinde 
d des Pfarrers, Ausweis genügender Vorbildung. 
Iche Hilfspriester würden der Aufsicht des zu- 



ständigen Pfarrers unterstehen, sind nicht als Ge- 
meindepfarrer wählbar und haben keinen Anspruch 
auf vollen Unterhalt durch die Kirche. Wie weit 
nun von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht wer- 
den wird, als Hilfspriester im Nebenamt dem herr- 
schenden Priestermangel einigermaßen abzuhelfen, 
das wird die Zukunft zeigen. Auch den Spätberufe- 
nen wird damit ein Weg zum Wirken in der Kirche 
geöffnet. 

Die letzte Synode beschloß die Revision der litur- 
gischen Bücher, des Gebet- und Gesangbuches, des 
Katechismus. Es sind dies Arbeiten, welche sich über 
Jahre hinausziehen dürften. Zum neuen Präsiden- 
ten der Synode wurde Pfr. L. Affolter in Solothurn 
gewählt. Aus dem Synodalrat trat Dr. W. Meier, 
Bern, zurück und wurde durch E. Bommer, St. Gal- 
len, ersetzt. Von der Leitung des Zentralvorstandes 
der Frauenvereine wünschte zurückzutreten Frau 
Lehmann, Luzern, Die Delegiertenversammlung in 
Basel wählte neu Frau Matter-Herzog in Grenchen. 

Im Bestände der Geistlichkeit traten keine Ver- 
änderungen auf, wohl aber am Lehrkörper unserer 
christkatholischen Fakultät an der Universität Bern. 
Infolge Erreichung der Altersgrenze trat Prof. Dr. 
Arnold Gilg zurück. Seit 1917 war er ununterbrochen 
als Dozent tätig. Ein umfassendes Wissen, ein un- 
abdingbares Suchen nach Wahrheit und Klarheit er- 
füllte ihn. Aufrüttelnd und wegweisend war sein 
Vortrag. Die Mehrzahl unserer Geistlichen saß ihm 
zu Füßen und dankt dem verehrten Lehrer für 
das empfangene Rüstzeug. Paul Heinz 



/^^ 



Die Alt^Katholische Kirche ^sterreidis 



s Arbeitsjahr 1956/57 brachte unserer Kirche die 
3ße Freude, daß sich Herr Bischof Dr. S. Török 
Sommer 1956 reaktivieren ließ, nachdem sich sein 
sundheitszustand soweit gebessert hatte, daß er 
ine Amtsgeschäfte wieder ausüben kann. Dagegen 
if uns ein schwerer Verlust durch das plötzliche 
>leben Pfarrer F. Barejskas, der am 27. Dezember 
56 an einem Herzschlag versdiied. Mit ihm ver- 
ren wir einen eifrigen Arbeiter im Weinberg des 
irrn, der durch seine vielseitigen Kenntnisse ein 
^rtvoller Berater der kirchlichen Oberbehörde war. 
hwer traf es uns auch, daß der langjährige Präsi- 
nt des Synodalrates, J. Mann, wegen seines 
(ilechten Gesundheitszustandes im Frühjahr 1957 
in Amt zurücklegen mußte. Wir hoffen, ihn bald 
llig wiederhergestellt zu sehen und wünschen sei- 
m Nachfolger, Ing. E. Nasinski, alles Gute für 
ine Tätigkeit. 

Für die Gesamtkirche war es eine hohe Ehre, daß 
T österreichische Staat Bischof und Altpräsidenten 
it hohen Auszeichnungen bedachte. So erhielt 
ischof Dr. S. Török das Große Goldene Ehren- 
ichen für Verdienste um die Republik Österreich 
id Altpräsident J. Mann das Große Silberne Ehren- 
ichen. 



Die Ordentliche Synode 1956 brachte viel Arbeit, 
aber auch mandi positive Ergebnisse. Mit der Be- 
arbeitung von verfassungsändernden Vorschlägen 
wurde eine Fachkommission betraut, die inzwischen 
ihre Arbeit aufgenommen hat. 

Anläßlich des 25jährigen Bestehens der Interkom- 
munion mit den Anglikanischen Kirchen feierten wir 
in der englischen Botschaftskirche einen herrlichen 
Festgottesdienst, das Hl. Amt zelebrierte der Bot- 
schaftsgeistliche, Rev. A. Howard, die Festpredigt 
hielt Bischof Dr. S. Török. Im Frühjahr 1957 unter- 
nahm die Sekretärin des kirchlichen Außenamtes, 
Dr. E. Kreuzeder, auf Einladung der Diözese von 
Western New- York eine Studienreise in die Ver- 
einigten Staaten, die zweifellos dazu beigetragen 
hat, unsere Beziehungen zur Protestant Episcopal 
Church und zur Polnischen Nationalkirche zu fe- 
stigen. 

Weiters wäre zu berichten, daß es gelungen ist, 
unserer Kirche im österreichischen Rundfunk stär- 
keres Gehör zu verschaffen und daß uns durch die 
Errichtung eines Bundesheeres eine neue Aufgabe 
in der Militärseelsorge erwuchs. Ansonsten war es 
ein Jahr der harten Arbeit und der treuen Pflicht- 
erfüllung jedes einzelnen. Dr. E Kreuzeder. 



Ferienheim »Zum Weißen Stein €< 



Nach dem Verkauf des abseits gelegenen Erho- 
lungsheims am Tegernsee ist nun ein zentral ge- 
legenes neues Heim erworben worden, das viel- 
facheren Aufgaben des ganzen Bistums dienen 
soll. Trotz der Stadtnähe und leichten Erreichbar- 
keit ist unser „Freizeitenhaus am Weißen Stein", 
556 Meter hoch auf dem flachen Bergrücken ge- 
legen, einsam in herrlichen Mischwäldern einge- 
bettet. Vom Aussichtsturm schaut man nach We- 
sten über die Rheinebene hinweg zum Pfälzer 
Wald, nach allen anderen Richtungen über das 
Hügelmeer des Odenwaldes bis zum „Katzen- 
buckel". 

Unser Haus, verbunden mit einer öffentlichen 



Gaststätte, kann z. Z. 12 — 14 Feriengäste a 
nehmen. Nach dem Ausbau des Nebengebäm 
können wir größere Tagungen abhalten. 

Mit einem Feldgottesdienst durch den Mai 
heimer Pfarrer, anläßlich des Jugendfreilag« 
seiner Jugendgruppe, übernahm unser Bisti 
das Heim in unseren Dienst. Die badisch-hessisc 
Pfarrkonferenz hielt hier bereits erstmalig ih 
Tagung ab. Im Oktober 1957 finden Freizeit 
für Frauen, Mütter und Pfarrfrauen statt. 

Im nächsten Jahrbuch soll ausführlich beri( 
tet werden, ob die in unserer Kirchenzeitu 
dargelegten Hoffnungen und Pläne sich erfii 
haben. 




In einer Herrengesellschaft ging die Unterhaltung 
darum, was man heute noch als moderner Menscli 
glauben könne. Der radikalste ein alter Arzt, sagte 
mit Pathos: „Der ganze Wunderglaube, wie er von 
uns gefordert wird, kann einfacli heute niclit mehr 
bestehen." 

Alle stimmten zu, nur einer sagte: „Wissen Sie, 
was das Verwunderlicfiste am Wunder ist? Daß es im 
Grunde gar nicht wunderbar ist . . . Ein Wunder ge- 
schieht ja nicht im Widerspruch zu den Naturgeset- 
zen, sondern in Übereinstimmung mit uns noch un- 
bekannten Gesetzen." 

Und dann führte er ein Wunder vor, um zu zeigen, 
worauf es bei der Beurteilung ankommt. Fr nahm 



ein Lineal, ließ es fallen und fing es mit der oiul' 
Hand wieder auf. „Sehen Sie, jetzt habe ich Ihi 
ein echtes Wunder vorgeführt. Entgegen Ihrer an si 
durchaus berecIUigten Erwartung ist das Lineal n/« 
zu Boden gefallen, sondern in der Luft steh» 
geblieben." 

.\rgerlich platzte der Arzt los: „Ihre andere II" 
hat doch das Lineal aufgefangen." 

„Ja, gerade das ist es, daß beim Wunder ,die <' 
dere Hand' eingreift und etwas vollbringt, was n 
serm Verstand als unmöglich erschien. In inrin 
kleinen Experiment sahen Sie freilidi die «nd' 
Hand, bei den biblischen Wundern nicht.'' 

n.r Rot. 



Evangelisch 



KATHOLISCH 

Alt-Katholisch 

Orthodox ,yt -^t Römisch-Kalholisch 

Anglikanisch 

Von Dozent Franz Paul Pfister 



Zur Besinnung auf unser Wesen^) 

Bezeichnung „Alt-katholisch" war häufig 

Anlaß zur Frage: „Alt-katholisch, was ist 

entlich?" Man hat daraufhin versucht, das 

lere des alt-katholischen Bekenntnisses et- 

^'enüber dem römisch-katholischen oder 

!] Igelischen darzustellen. Schon dieses Bemühen 

l unwillkürlich die Frage auftauchen: Ja, ist 

^ n die alt-katholische Kirche eine besondere 

fdie? Zwar beteuert man immer wieder — 
st geborene Alt-Katholiken tun dies: natür- 
sind und bleiben wir Katholiken, wir sind 
E lolische Kirche — aber die Frage will nicht 
Ij »tummen: Warum dann noch das Vorwort 
^' ", warum bezeichnen wir uns nicht einfach 
I Katholiken. 

lit einer Handbewegung kann man diese Frage 

f it abtun. Nicht aus allgemeinen Erwägungen 

i aus : Namen sind mehr als Schall und Rauch. Der 

^ ninalismus, der dies meinte, irrt. Der Name 

\ »t für die Sache. Der Name Gottes prägte ent- 

) jidend die Gottesvorstellung. Um Namen 

I de nicht umsonst gestritten. 

' >ie Frage ist aber auch deshalb berechtigt, weil 

I im Credo allsonntäglich beten: „(wir beken- 

l ) eine heilige, katholische und apostolische 

\ che". Das Nicaeno-Konstantinopolitaaische 

[l*do ist uns eine norma normans, eine verbind- 

e Norm für unsern Glauben. Wir haben ganz 

berichtig einem katholischen Bischof den Ge- 

sam gelobt, keinem „alt-katholischen". 

nd unser Bistum führt den amtlichen Titel: 

itholisches Bistum der deutschen Alt-Katho- 

n". Viele Amtssiegel und Formblätter haben 

1 Aufdruck: „katholischer Kirchenvorstand". 

I s Organ unserer Schweizer Schwesterkirche 

: <A lange den Titel: „Der Katholik" und hat 

immer wieder sehr entschieden verteidigt. 

ch die Erklärung der Utrechter Bischofskonfe- 

ie Anmerkungen wie auch gewisse meist in Klammern ge- 
i 'e Fachausdrucke gelten vornehmlich den theologisch vor- 
' Kielen oder interessierten Lesern. Sie sind im Text immer 

"setzt. Wenn ich sie doch wenigstens in Klammern stehen 
darum, weil sie präziser das Gemeinte ausdrücken. 



renz 1950 richtete sich an die katholische Kirche, 
also offenbar an unsere Bistümer. 

Andererseits tragen Kirchenzeitung, Jahrbuch 
und viele unserer Einrichtungen die Bezeichnung 
„alt-katholisch". Wer sich in seine Steuerkarte 
und in Volkszählungs- und Haushaltslisten nur 
als Katholik eintrüge, der dürfte sicher sein, daß 
seine Steuer in die römisch-katholische Kirchen- 
kasse ginge und er die Zahl der römisch-katho- 
lischen Christen in der Volkszählungsstatistik 
vermehren würde. Schon darum erfolgt seit Jahr- 
zehnten die eindringliche Mahnung, sich als Alt- 
Katholik einzutragen. 

Woher dieser Zwiespalt, diese Zweigleisigkeit 

Zwar wird der Begriff „alt-katholisch" schon un- 
abhängig von uns und vor der Bildung selbstän- 
diger Bistümer in Deutschland von protestanti- 
schen Kirchenhistorikern für die Epoche des 2. 
bis 5. Jahrhunderts n. Chr. verwandt. Dennoch 
geht die Bezeichnung der die Unfehlbarkeit des 
römischen Bischofs nicht anerkennenden Katho- 
liken auf jenes Wort zurück, das Döllinger, der 
geistig führende Mann der Opposition gegen die 
kuriale-jesuitische Partei seinem Erzbischof 
Scherr geantwortet hat. Auf dessen Aufforderung 
an Döllinger und die übrigen Theologieprofes- 
soren, wie bisher, so auch weiter für die katho- 
lische Kirche zu arbeiten, hat Döllinger bekannt- 
lich geantwortet: für die alte Kirche, ja — aber 
man hat eine neue gemacht". Dies Wort flog durch 
ganz Deutschland. Der Volksmund unterschied 
deshalb damals im Wirbel des Kampfes „Alt"- 
Katholiken und,, A^eu" -Katholiken. Der gleiche Ge- 
gensatz wird heut durch die Vorwörtlein „alt" 
und „römisch" ausgedrückt. Sie haben auch Ein- 
gang in amtliche Bezeichnungen gefunden — wo- 
bei allerdings zu bemerken wäre, daß die römisch- 
katholische Kirche sich selbst häufig einfach als 
ecclesia romana bezeichnet. 

Dieser Hergang war ursprünglich allen, auch 
der öff'entlichkeit, bekannt und einleuchtend. Die 



Lage war tatsächlich für die sogenannten „Alt- 
Katholiken" so: wollten sie im alten bisherigen 
katholischen Glauben beharren, ^j so mußten sie 
— paradoxerweise — alt-katholisch werden, rich- 
tiger bleiben. Sie wußten sich als die Altgläubigen. 
Der Name war also damals zugleich ein Bekennt- 
nis der Treue zur wahren katholischen Kirche. 

Nach Konstituierung der Bistümer führten die 
„Alt-Katholiken" Reformen durcli, die den katho- 
lisclien Glauben nicht berührten, wohl aber Ver- 
fassung, Kirchenzuclit und Ritus ganz im Sinn 
der Forderungen Döllingers der ungeteilten 
Kirche, ja der Urgemeinde annäherten. Es han- 
delte sich z. B. um die Gewährung der Mutter- 
sprache, um die Befreiung vom Zölibat, um Neu- 
regelung des Bußwesens, der Heiligenverehrung 
usw. Aber auch die nun endgültig „römisdi" ge- 
wordene Papstkirche fuhr auf ihrem Weg fort, 
teils durch praktische Maßnahmen, teils durch 
dogmatische Entscheidungen sich weiter zu ver- 
engern und auf das typisch römische System — 
nicht allwege, aber doch in nicht unwichtigen 
Dingen — festzulegen. Es sei erinnert an die 
Behinderungen ernster theologischer Exegese 
(Bibelkommission), die Pflege vulgärer und sen- 
sualistischer Frömmigkeit (Herz-Jesu-Kult, Herz 
Mariae, Lourdes, Fatima, Peregrinatio der Fa- 
tima Statue) und an die neuen Mariendogmen.^) 

Durch die Reformen der A/f-Katholiken einer- 
seits — ganz aus katholischen und biblischen 
Geist erwachsen und begründet — und die wei- 
teren MißgrifTe der Päpste und Kurie andererseits, 
verbreiterte sich die Kluft zwischen beiden Rich- 
tungen mehr und mehr — und da der alt-katho- 
lischen Bewegung ein durchschlagender Erfolg 
versagt blieb, sie sich im Gegenteil immer mehr 
gezwungen sah, sich auf die treugebliebene kleine 
Sdiar zu konzentrieren, sich sozusagen einzugra- 
ben, wuchs auch die Entfremdung zwischen Alt- 
und Romkatholiken mehr und mehr. Die Tuch- 



fühlung des Kampfes verlor sich; Rom un 
uns gern mit einer Mauer des Schweigens, j; 
Romkatholiken verstanden es durch ihre t 
zahl,'*) den einfachen Namen Katholiken gel> 
chend, den Eindruck zu erwecken, sie allein ^ 
die Katholiken schlechthin. Diese Umstände 
derten sclion in der zweiten Generation der 
Katholiken ein langsam sich bildendes Bewi 
sein, eine besondere Konfession darzustellen, 
nicht mit den Römisch-Katholischen verwed 
zu werden, aber auch, weil alles Römische ein! 
als katholische Lehre, Praxis und Überzeug 
ausgegeben wurde, vermied man die Bezeichn 
„katholisch" mehr und mehr. Man überließ 
praktisch der römischen Großkirche. 

Den Alt-Katholiken aber bedeutete das Vor\ 
„alt" ein stetiger Aufruf, sich an den Quellei 
orientieren. Das Vorwort bekam bei den tl 
logisch Empfindenden einen Richtungssinn 
die noch einige katholische Kirche des ci 
Jahrtausends, ja der ersten fünf Jahrhundert» 
deckte sich weithin mit jener Epoche, die sc 
von Kirchenhistorikern als alt-katholisch eti 
tiert worden war. 

Solange diese Inhalte mit der Selbstbezeichn 
„alt-katholisch" verbunden wurden und wer< 
kann man der Bezeichnung ohne sonderliche 
denken zustimmen, obwohl, wie die Kirchci 
schichte ausweist, jeder Zusatz zu einem Wc^ 
begriif diesen vorbelastet, einengt, ja ihnaufh' 
kann. 

Es gab indes auch innerhalb der alt-kath 
sehen Bewegung von allem Anfang an 
bald in wachsendem Maß Männer, die es ii 
ungern sahen, wenn die Alt-Katholiken sidi 
Sonderbekenntnis, als „dritte Konfession", 
„evangelisch-katholische Bewegung" oder 
überhaupt völlig sich selbst verantwortliche 
derne Bewegung verstanden, die, einmal roii' 
geworden, sich an nichts mehr außer an ihr 



*) Die päpstliche Partei hatte durdi die Vatikan-Synode 1870. 
der der Charakter eines Konzils und damit ihre Zuständigkeit 
tiestrjtten werden muH, die alt kirchliche Verfassung und da- 
mit auch die letzte Brücke zur Einheit auch dogmatiscli zer- 
brochen, nachdem sie talsächlich schon seit fast 1000 Jahren 
— wenn auch nie unwidcrsprucnen, totalitär regiert hatte. Was 
als kalhuiisdie Lehre ausgegeben war, stand im Widersprudi 
zur traditionellen Erklärung der Petrinischen Schriftstellen (in 
den ersten 5 Jahrhunderten), damit auch im Gegensatz, wie 
wir nodi hören werden, zum wahrhaft katholischen Lehr- 
ermitllungsverfahren des Traditionsbeweises (siehe Tertul- 
lians Praescriptionsbeweis). Daher war das Vorwort „alt" in 
der Entstehungszeit nicht nur zur Unterscheidung nötig. Wenn 
der Verfasser des Artikels in der .\k. K. Ztg. 1957 S. 73 all- 
katholisch in diesem Sinne versteht, kann ich ihm sofort zu- 
stimmen. Wir meinen beide das Gleiche! 

*) Durdi das neue Mariendogma der leiblichen Himmelfahrt 
Mariae gefährdet die römische Kirche die Apostolizilät, weil 
diese Lehre weder in der Tradition im engeren Sinn (Sdirift) 
noch im weiteren Sinn (Interpretation der Schrift durch die 
einmütige Aussage der Väter und ökumenischen Konzilien) 
nachweisbar ist. So konnte der ev. Bischof Meiser erklären, 
das neue Mariendogma habe die Riditigkcit der alt-katholi- 
schen Opposition gegen das Unfehlbarkeitsdogma bestätigt. 



*) Wir müssen das sofort einsdiränken. Denn die röm.-] 
Kirche verlrilt gerade in den Fragen, um die es ging, «; 
Christenheit nur eine Minderheit. Alle katholischen Kil 
und alle anderen Christen lehnen gerade diese römisdien 
Sprüche mit aller Entschiedenheit ab! Aber auch inncrhall 
römischen Kirche war, wie das Ergebnis der Vorabslimi 
erwies, eine gewaltige Opposition. Sie besdiränklc sirh 
auf die Bischöfe. In Deutschland stand zuerst wcnigsU-i 
Hälflc der Geistlichen auf Seite Döllingers oder synipiiH'i 
mit ihm. Wieviel Denkträge und Gleichgültige müHteii 
dem im Volk abgezogen werden. In totalitären Inslitni 
seien es Staaten oder Kirchengebilde, setzt sidi gcw«' 
eine kleine zielbewullte Gruppe dyrch. Der rote General 
der Jesuilengeneral, halte allezeit für seine unbodiuMi 
gebonheit gegen den ..Heiligen Stuhl" einen belu : 
EinllulJ auf die ganze Kirdie (durch den wcilleii V:i\ 
bcn. — Aber selbst dann, wenn wir als Kalholik« ; 
kleine Zahl darstellen — was auch nicht mehr Kraft der I 
konnnunion und Freundschaft mit den Anglikanerii und Oi 
doxen zutrifft -— kommt es im Reidi Gottes wirklidi au) 
Zahl entscheidend an? Die Hl. Schrift weiD es anders. Ein/ 
Propheten traten auf im Namen Gottes — eine Schar Gi 
schlägt die Midianiter. Ein Franziskus, ein Bernhard, 
Augustinus wiegen Millionen auf. 



mn und die modernen Ergebnisse theolo- 
-er Wissenschaft gebunden erachtete. Diesen 
nungen wird man nur gerecht, wenn man 
uf dem Hintergrund der geistigen Situation 
19. und beginnenden 20. Jahrhunderts be- 
tet. Wir müssen uns dieser Betrachtung schon 
m öffnen, weil wir sonst kaum begreifen, 
I im letzte Vertreter dieser Geisteshaltung oft 
[ nschaftlich für die Bezeichnung „alt-katho- 
" eintreten. Denn gerade diese Richtung, die 
.'eise unsere Bistümer zu prägen suchte, 
and sich zu gewissen Zeiten als die eigentlich 
atholische. Sie hielt sich für berufen, das zu 
I 'uden, was die Väter begonnen hatten, als sie 
von Rom lösten. 

is 19. und 20. Jahrhundert war nicht nur 

Jahrhundert der bürgerlich-demokratischen 

nzipationsbestrebungen und eines mächtigen 

I malen Erwachens. In ihm kamen, beflügelt 

K einer humanistisch geprägten Aufklärung^) 

i i die historisch-kritische Theologie und die 

al-rationalistische Bibelkritik zunächst in den 

»rmationskirchen, von hier aus übergreifend 

i bis in die römisch-katholische Kirche zur 

altung. Nimmt es wunder, daß auch in den 

^' inen „freisinniger" Katholiken — diese wa- 

E oft Ausgangspunkt alt-katholischer Gemein- 

j, — manche sich befanden, denen gewisse na- 

Male Ziele und modernistische Gedankengänge 

? itiger schienen als die Bindung an die echte 

Mition katholischer Wahrheit?^) Die sich gern 

j) meiner wohltemperierten Frömmigkeit begnüg- 

vieles lediglich als „Brauchtum" betrachte- 

was doch zum W^esenhaften katholischen 

ibens und christlicher Kirche gehörte. Schließ - 

war diese ganze Zeit durch den religiösen 

I uidualismus^ ) charakterisiert, der in unserer 

he sich stärker als sonstwo behaupten konnte. 



I 2 sogenannte „Aufklärungszeit" hat ihre guten, aber audi 

II Sd»attenseiten. Die Gottesvorstellung verblaßte (Deismus), 
li >enslehren wurden weithin zu Vernunftlehren und ihrer 
t osen Kraft beraubt. Mit dem Aberglauben wurde häufig 
i der Glaube vertrieben. Einseitige Verstandpllege führte 
i Verödung der Herzen und der Religion selbst. — Audi 
f waren mandimal zu sehr geneigt, abzusdiaffen und die 
i Grenze zu übersdireiten, die der gläubige Mensdi spürt. 
\ wenig religiös fruditbar unser Sdirifttum war, beweist 
I Fatsadie, daß sie außer weniger Bedeutendem nur ein 

-h religiöses Budi hervorbradite: Herzogs, „Gott ist 



' < protestantisierende, liberale und modernistisdie Ridi- 
i in der alt-kath. Kirdie berief sidi gern auf den Aussprudi 
\ Kens: „Was nidit aus Überzeugung gesdiieht, ist Sünde", 
I >ussprudi, der kein Freibrief für Subjektivismus in seinem 
I \l sein kann! — Gefährlidier war, daß es mandimal den 
\ liein haben konnte, als hielte sidi diese Riditung für die 
» itlidi alt-katholisdie. Nur daraus wird verständlidi, daß 
' ' '. ^"[. Andersdenkende gern herabsah als auf „Nodi- 
« iidene", irgendwie dodi nodi „römisdi Gebliebene", und 
i diese Richtung die positiven Alt-Katholiken von den 
' isselpositionen fernzuhalten sudite. 

► nst Moog geht in dem Lexikon „Religion in Gesdiidite 

' Gegenwart" (1927) auf den damals vorfindlidien Indivi- 

•smus em: „Es zeigten sich neben dem ursprünglichen Be- 



weil lange Zeit die bürgerlich-intellektuelle 
Schicht überwog und die Zerstreuung vieler Alt- 
Katholiken eine regelmäßige und ausreichende 
gottesdienstliche, unterrichtliche und seelsorgliche 
Betreuung überaus erschwerte. Die führenden 
Männer in unseren Bistümern hatten es von 
Anfang an nicht leicht, der zunächst stark kämp- 
ferisch eingestellten anti-römischen und späteren 
Lasvonrombewegung, „die religiöse Direktive" 
zu geben, sie wenigstens in ihrem objektiven 
Lehrgut im katholischen Glauben zu erhalten 
und diese Bistümer nach Überwindung des Zeit- 
bedingten, das unseren Kirchenteil oft seltsam 
zwielichtig und schillernd erscheinen ließ, zu 
einem wirklichen Ansatz einer wahrhaft katho- 
lischen Besinnung und somit zu einem Glied und 
Werkzeug der Wiederversöhnung der christlichen 
Kirchenteile und Teilkirchen zu machen. 

Diese eben gekennzeichnete Richtung gab den 
Kritikern in der römisch-katholischen Kirche die 
Möglichkeit, uns als „Neuprotestanten"^) zu be- 
zeichnen. Sie vor allem übersah auch seelsorgliche 
Notwendigkeiten, vergriff sich im Ton und trägt 
eine Hauptschuld daran, daß die alt-katholische 
Kirche trotz eifriger Propaganda, emsiger Samm- 
lungsarbeit, großer Anstrengungen im Kirchbau 
und innergemeindlicher Betriebsamkeit mehr und 
mehr verkümmerte und den Anschluß an die 
großen Aufbruchsbewegungen der Kirchen rings- 
um so spät gewann. So war die alt-katholische 
Kirche in Gefahr, das katholische Erbe auch des 
ersten Jahrtausends nicht mehr zu verstehen und 
zu nützen.^) Wenn es dennoch gelang, die Bis- 
tümer im katholischen Glauben zu erhalten, ja 
durch die Zeitenstürme hindurchzuretten, dann 



kenntnis mannigfaltige Richtungen neben- und durcheinander. 
Man bleibt in der Verneinung des Romanismus stecken und 
wird „indifferent". Man deutet die Kirche bildlich und stellt sich 
freireligiös oder „protestantisch" ein, ohne letzteres zu sein. 
Man ringt sich aus Herzensantrieb zum Protestantismus durch. 
Man bleibt „ak", begrüßt . . . die „Hochkirchliche Bewegung" 
im Protestantismus . . . und spricht mit Heiler von „evange- 
lischer Katholizität". Man beschneidet das katholische Autori- 
tätsprinzip in der Verfassung. Man huldigt einer allgemeinen 
christlichen Wiedervereinigung, wobei internationalistische Be- 
strebungen, pazifistische und sozialistische unterlaufen . . ." 
Diesem Individualismus, durdi Neubeitritte verstärkt, fehlte 
vielfach durch die Verhältnisse erzwungen (Diaspora) das 
Gegengewicht einer regelmäßigen kirchlichen Versorgung. Der 
Zeitgeist der Verweltlichung, das neue Weltbild mit seinen 
Problemen, Genußsucht, Wohnungselend, Berufstätigkeit der 
Frau, das Hasten und Jagen eines technisierten Zeitalters er- 
schweren auch heute — und nicht nur bei uns — die wirklidi 
religiös tiefe Bildung und das „Sentire cum ecclesia", d. h. 
das Leben und Fühlen mit der Kirche. 

') Siehe Budiberger, Lexikon für Theologie und Kirche I S. 318. 

•) Eine ehrliche Selbstbesinnung hätte sich nicht nur die Frage 
vorzulegen, wie die offenkundigen VerkOmmerungserscheinun- 
gen bei uns zu erklären wären, also die beunruhigende Not 
mangelnden Priester- und Schwesternnachwuchses, der Mangel 
an führenden und befähigten Laien mit kirchlicher Gesinnung, 
an Jugend, die wachsende Gleichgültigkeit usw. Viel beun- 
ruhigender noch ist folgende Frage: Wie kommt es, daß die 
alt-kath. Kirche, trotz Anerkennung durch den Staat, trotz 
Durchführung aller in der römischen Kirche je erhobenen Re- 
formforderungen nicht Millionen um sich sammelte! Warum 



verdanken wir das nächst der göttliclien Vor- 
sehung, die uns vielleiclit doch noch als Werk- 
zeug benutzen will, dem Bischofsamt in der 
apostolischen Nachfolge^") und einigen besonne- 
nen theologisch klar denkenden Männern, vor 
allem auch dem Umstand, daß es in jeder Ge- 
meinde unter Hunderten völlig unkirchlich ge- 
wordenen Taufscheinchristen einige Männer und 
Frauen gab, die sich für die Idee der alten katho- 
lischen Kirche aufopferten. 

Der Zusammenbruch der nationalistischen, 
deutschchristlichen und liberalistischen Idole in 
Verbindung mit der Wiedergeburt einer Offen- 
barungstheologie (KarlBarth) und einer hodikirch- 
lidi gesinnten Bewegung haben zwar in unserer 
Kirche gewisse protestantisch-dialektische Ten- 
denzen verstärkt, aber, aufs Ganze gesehen, nun 
eine neue Lage geschaffen. Wir spüren alle mehr 
oder weniger klar, daß die Bistümer der Alt- 
Katholiken nach dem Gesetz, nach dem sie an- 
getreten waren, weiterschreiten müssen. ^^) An- 
getreten aber waren sie, um römische Neuerungen 
gefährlicher Art abzuwehren, die altkirchliche 
Tradition und Erkenntnisprinzi'pien katholischer 
Wahrheitsfindung zu verteidigen und die Kirche 
aus dem Geist des Neuen Testamentes und der 
Urgemeinde zu erneuern. Dieses Ziel muß uns 
künftig den Weg weisen, den wir zu gehen haben. 
Darum gehört eine Besinnung auf die Selbst- 
bezeichnung im ursprünglichen Sinn ebenso zur 
Forderung der Stunde wie die längst fällige Be- 
sinnung auf unser rechtes Selbstverständnis als 
katholischer Kirche. Sie ist geradezu ein Teil der 
Selbsteinkehr, ja dedkt sich weithin mit ihr. 



zogen es Männer wie ein Fendt, Prof. Klein usw. aus der Rom- 
kirche vor, zu den Protestanten zu konvertieren und Protestan- 
ten wie Bergengruen, Sdiarpp, Gertrud von le Fort, usw. nach 
Rom zu pilgern statt zu uns zu kommen? Nur, weil sie dort 
Geborgenheit in einer Großkirche mit ihren ganz anderen 
Möglichkeiten der Publikation usw. finden? Oder materielle 
Besserstellung? Alle diese Fragen einmal ganz ehrlich und 
gründlich zu untersudien, wäre wirklich vordringlich! Dahin 
gehört audi jene Frage: Warum nahm die röm.-kath. Jugend, 
die liturgisdie Bewegung, von uns keine Notiz? Verlangt der 
moderne Mensch, wenn er schon Kirche sucht, nicht Klarheit, 
Entschiedenheit und Gemeinsdiaft? 

'•) Unter der successio apostolica, d. h. der lüdcenlosen Nadi- 
folge im Bisdiofsamt darf nie nur eine mechanisdie Nachfolge 
und formale Weihemitteilung verstanden werden. Solches 
wäre eine successio nuda, als solche wertlos. Die Weihe wird 
audi nicht nur auf einen Diensttitel, etwa der Verwaltung, ge- 
geben. Sie schließt in sich die Pflicht, und zwar als erste, der 
Verkündigung der apostolischen Glaubenshinterlage in ihrer 
Fülle (Katholizität). Darum muß der zu Weihende electus ver- 
trauenswürdig in seinem ganzen Wesen sein, darum auch vor- 
her eine Examensabnahme der Grundlehren der apostolischen 
Botschaft und die Warnung, das Amt nicht zu ersdileichen. 

") In dem Augenblidc, da man mit dem Begriff alt-katholisch 
Lehren für vereinbar hielte, die offenkundig und eindeutig der 
Lehre der einigen, katholischen Kirche widerstreiten, gäbe es 
nur eine Alternative: Entweder müßten die Alt-Katholiken den 
Vorwurf einstecken, sie bedienten sich einer Art „doppelter 
Buchführung", d. h. sie verstünden die katholische Wahrheit 
in gänzlich anderem, bzw. uneigentlichem Sinn — eine fatale 
Lage für uns, die wir Gegner jesuitischer Mcntalreservation 
(geistlichen Vorbehalts) sind. — Oder — und das wäre immer- 
hin ehrlich — man müßte den Namen fahren lassen, bzw. 



Nicht nur unsere eigene Vergangenheit, n 
die Geschichte anderer Reformbewegungen / 
uns die Unumgänglichkeit einer Besinnung 
notfalls einer Umsinnung. Wieviele, die eine 
Stauratio catholica anstrebten, sclilugen n 
kurzer Zeit antinomistisch ins Gegenteil ue 
oder huldigten Neuerungen, die folgenschw( 
waren als jene, die sie ursprünglich bekämpf 

Die gleiche Kirchengeschichte aber lehrt bi: 
die jüngste Zeit, daß der inneren Festigung 
der äußeren Erstarkung auf die Länge ni« 
besser dient als eine klare Konzeption des W 
Uns und der Lehre. Nur dann, wenn wir im ^ 
wendigen einig sind, werden wir als Vertreter 
Sana doctrina, der „gesunden Lehre" befäl 
sein, als Gesprächspartner sowohl der ökuin 
wie der römischen Kirche Ersprießliclies imGt 
DöUingers für die Wiederversöhnung der ges] 
tenen Christenheit zu leisten. ^^j Schon dar 
hofft der Verfasser dieses grundlegenden Beiti 
im diesjährigen Jahrbuch, unserer gesani 
Kirche hierdurch einen Dienst zu erweisen. 



deutlich erklären, alt-katholisch habe mit Katholischer K. 
und Lehre nichts mehr zu tun bzw. so wenig oder so viel 
liberal-katholisch (eine theosophisch-gnostische Abspliltei 
von der alt-kath. Kirche) oder deutsch-katholisch. 

") Es sei nur an den geschichtlichen Weg der Reformn; 

. kirchen erinnert. Während Luther zunächst nur an ein 
Stauratio catholica dachte, haben seine Epigonen Kami 
mein zu Lehren umgestaltet, ja sich die größten Freiheitt 
laubt und die Einheit im Glauben immer weiter aufgelöst 

' Recht ärgert sich z. B. ein Karl Barth über jene, die vergt 
daß auch vor Luther schon christliche Kirche da war < 
wende 1957, Heft 6). — Am typischsten aber zeigt in der 
zeit die deutschkatholische Bewegung diesen radikalen 

« schlag. Aus dem Protest Ronges und Czierskis gegen u.n 
Reliquien (Trierer Rock) 1844 entstanden, endete diese I 
gung schon nach kurzer Zeit als freireligiöse (Licht frei, 
unitarische Bewegung, die in ihrer amerikanischen Cr; 
seit kurzem auch das Wort christlich aus dem Namen 
strichen hat. 

Die Spuren schrecken! Jeder Zusatz zu einem Wesensbep 
in unserm Fall die Vorwörter „liberal", „römisch", „deut 
oder auch „alt" vor katholisch, gefährdet leicht die Klar 
des Hauplbegriffs, indem sie ihn vorbelastet, einengt, >i 
sogar aufhebt. Wie wäre die Entwicklung wohl abgela 
wenn wir einfach „Katholiken" heißen und sein würd« 
jenem Sinn, wie er hier erklärt werden wird. 

") Ob wir auch Vermittlungsglied einer großen Wicdi- 
einigung (im aktiven Sinn) werden, d. h. ob Gott iin*^ 
gebrauchen will, wissen wir nicht. Jedenfalls vei \ 
Gott, wenn wir nur uns dabei suditen und nicht iL' 
Vorläuferdienste zur Kirche des Glaubens (Credo) iiii>i 
Einheit leisten wollten. Auch dann käme es, menschlich 
sprechen, noch darauf an, ob uns große Theologen und h'l 
dige Gemeinden geschenkt werden. — Im Augenblick wt 
unsere Fragen jedenfalls zwisdien Protestanten und t 
sehen Katholiken ohne uns verhandelt. Immerhin, mindr^ 
wird man der Saclie nach unsere Lösungen, Reformen 
Argumente nicht ausklammern können. Und immerhin h 
wir den einzigen Weg zur wirklichen und daucrh.iflcMi 1 
gung vorgemacht: Einigung auf den» Boden des Glaubon.s 
noch wahrhaft katholischen, ungeteilten Kirche! Das ist 
gerade Gegenteil aller gottwidrigen, daher ungoseniulrn 
unfruchtbaren Versuche, eine Einigung auf einem ^^' 
Programm, durch faule Kompromisse, menschliche ^ • 
düngen oder gar bloßen Brudergefühlcn von uns an-- 
zu woben. Unser Beispiel betont lilinigkeit im Noi ' 
relativiert nur jene Lehren sowohl der Reformatio!' 
römischen Kirche, die eigenmächtig von Teilkirchen '><!< ■ 
chenteilen beschlossen wurden. Sie werden damit nichl 
nulliert — wer könnte ein tausendjähriges Müluti der B< 
für überflüssig erklären, aber wir halten dafür, daß es 
Deulungsversuche, mehr oder weniger brauchbare Art' 
hypothesen solange sind, bis ein ökumenisches Konzil w 
Geist gesprodien hat. 



Entfaltung des Begriffs „Katholisch'' 

Litholisch"^^) wird sowohl als Kennzeichen und 

;nschaftswort für etwas Charakteristisches an 

Kirche Jesu Christi verwendet wie als Be- 

rinung der Kirche selbst bzw. heute bestimm- 

Kirchenteile der einen im Glauben erfaßten 

•he. Schon dadurch scheint die Klarstellung 

icn, was „katholisch" meint, erschwert, ja fast 

löglich zu werden. Im Laufe dieser Studie 

den wir jedoch nicht nur einsehen, daß und 

um dieses Wort schon recht früh zur Be- 

lung der Kirche im Gegensatz zu Abspal- 

_ II benutzt wurde, vielmehr auch das, daß 

; einen tiefen und richtigen Sinn hatte und 

II ti hat. 

1 der Neuzeit aber wurde das Wort „Katho- 
|i d" zu einem umstrittenen Begriff, ja zu einem 
^ tyrer, von den einen zwar innig geliebt,^^) 
ii anderen mißverstanden, befehdet, ja gehaßt. 
Vas wird alles mit diesem Begriff zu- 
« imengebracht — und zwar durchaus nicht 
von Ignoranten und Böswilligen: Primi- 
Ausdrucksformen einer verderbten Volks- 
1 gion ebenso wie offenkundige Verirrungen gan- 
p Zeitalter christlicher Kirchengeschichte.^^) Zu- 



\ls erster prägte Ignatius von Antiochien (f 107) den Satz: 
' Christus, da ist die katholische Kirche". (Brief an 
rn. 8, 2.) Polykarp, Irenäus und Tertullian gebrauchen 
Begriff zur Unterscheidung von Sekten. Von Pacian von 
■elona stammt jener bekannte Satz: „Christianus mihi no- 
, catholicus vero cognomen", d. h. Christ ist mein Name, 
lolik mein Zuname. „Katholisch ist seit dem Nicaenum 
s der vier Wesensmerkmale der wahren Kirche. Seit Cy- 
n bezeichnet es die rechtgläubige Kirche. 

Vie etwa auch das, was „Kirche" aussagt, heute eine Auf- 
tung erfährt. 

.oldie affektgeladene Vorstellungen sind etwa: Ketzerver- 
mung, Inquisition, Kampf gegen Kopernikus, Galiläi, pri- 
ve Volksfrömmigkeit, feingesponnene Intrigen, Falschheit. 
Ul das hat sich wie Unkraut im Garten der Kirche ge- 
len und findet sich heute noch, teilweise sogar als Lehr- 
lungen und Bestimmungen in der römischen Kirche, 
aber mit wahrem katholischen Glauben nichts zu tun, ja, 
so unkatholisch wie nur etwas, weil all das aus engem, 
iristlichem Horizont, teilweise als Nachwirkung heidnischer 
Stellungen, teils auf Grund grober Mißverständnisse er- 
hsen ist. 
haben hier die römische Kirche nicht zu verteidigen. Doch 
Katholiken, d. h. der Wahrheit, der ganzen Wahrheit ver- 
de Menschen müssen wir uns auch hier wenigstens um 
'chtes Urteil mühen — und deshalb zugeben, daß 1. Volks- 
ßionen immer in Gefahr sind, die reine Idee zu verfälschen, 
verderben, also zu entarten und 2. daß die christliche Welt 
1 häufig eine unchristliche, nur mit christlichem Firnis 
rzogene Welt geblieben ist. Der alte Adam erwacht zudem 
1 in jedem, der mit Ernst Christ sein will. Schon Paulus 
darum bekannt: „Das Gute, das ich tun möchte, tue ich 
it und das Böse, das ich nicht tun möchte, tue ich." 
der Tatsache, daß sogar die Offenbarung in ihrer Wirkung 
it aus den irdischen Gesetzmäßigkeiten ganz entlassen ist, 
also zeitgeschichtliche, psychologische und sittliche Fak- 
•n auch in die Kirche der Erscheinung hineinwirken — um 
1 diabolus ganz abzusehen — ist zweierlei zu folgern: 
>ie Kirche bedarf, soll sie als Heilsinstitution ihr Werk 
cait tun, des göttlichen Beistandes (der ihr verheißen ist) 
ind ordnender Dienste (Verfassung, Ämter). 
>ie Kirche des Erscheinungskörpers bleibt eine semper re- 
ormanda, also eine immer zu erneuernde, wobei jeder am 
'psten bei sich damit anfängt, bevor er andere kritisiert, 
^ur die Kirche als Gesamtheit kann nie zerstört werden, 
izw es kann nie vorkommen, daß alle Teile der Kirche 
neichzeitig in Irrtum verfallen. 



dem nimmt man sich selten die Mühe, zwischen 
katholisch und römisch-katholisch klar zu unter- 
scheiden, auch in alt-katholischen Kreisen. Bevor 
man über konkrete katholische Dinge spricht, 
wäre deshalb erst einmal zu prüfen, wovon 
man spricht, ob von der Idee, dem Wesen, 
der amtlichen Lehre dieses oder jenes Kirchen- 
teiles oder von der Wirklichkeit, der Erschei- 
nung, die ja niemals die Idee, das Wesen rein 
verkörpern wird, auch nicht dort, wo man alle 
Vorstellungen chemisch reinigt und korrekt zur 
Darstellung bringen will.^^) Das Herz, sagt 
Pascal richtig, kennt oft andere Gründe als der 
Kopf, wir möchten sogar meinen, es erfaßt alles 
überhaupt erst in einer lebendigen Tiefe und 
macht es zum persönlichen Besitz, natürlich mit 
all den Beschränkungen, die durch die Begrenzt- 
heit der individuellen Anlagen gegeben sind. Wenn 
man die Vorurteile und Belastungen kennt, die 
durch geschichtliches Verhängnis, durch Sünden 
der Menschen, auch der Priester und Väter im 
Glauben diesem Märtyrer, d. h. dem Begriff „ka- 
tholisch" aufgeladen wurden, wird man sich also 
kaum wundern dürfen, daß die Forderung, „wir 
müßten katholischer werden", das katholische 
Prinzip radikalisieren, d. h. wurzelhaft verstehen, 
nicht nur mißtrauisch angehört, sondern in 99 
von 100 Fällen mißverstanden wird. Etwa dahin, 
als wolle man römisch-katholische Lehren oder 
Bräuche einführen oder die Kirdie klerikalisieren 
oder was immer, wobei „man", sagen wir ruhig, 
ebenfalls 99 von Hundert, nicht einmal klar 
sagen können, was eigentlich mit „römisch" ge- 
meint und bezeichnet werden soll und darf (denn 
auch dieses Wort ist ein Prügelknabe für alles 
mögliche, so daß man fast das Sprichwort ab- 
wandeln möchte: „Was man nicht definieren 
kann, das sehe nur als ,römisch' an"). So wurde 
der Begriff „katholisch" nicht nur verschieden- 
artig gebraucht, er wird auch zum Tummelfeld 
für alle denkbaren Antiaffekte, ja zum Popanz. 
Und doch bleibt es dabei: Wahre Katholizität 
überwindet jede Häresie, jeden Irrtum, jeden Is- 
mus. Jeder Ismus übertreibt, jede Irrlehre wird 
nicht durch die beigemischte Wahrheit, sondern 
durch Einseitigkeit, Vorbetonung, falsche Akzen- 
tuierung, also durch Leugnung der Ganzheit Irr- 
lehre. Katholisch besagt, um das schon vorweg 
zu sagen, das Ganze, das Ganze in Ganzheit und 

") Das darf natürlich nicht dazu führen, daß man Mißbräuche 
duldet und vulgäre, sensuelle Frömmigkeit fördert, wie es 
die röm.-kath. Kirche vielerorts tut (Südamerika, Mexiko, aber 
auch in abgeschwächter Form bei uns). Was soll man bei- 
spielsweise dazu sagen, daß deutsche Bischöfe, die um die 
Fragwürdigkeit vieler Reliquien (Trierer Rock, Schrein der 
Hl. Drei Könige usw.) wissen, ihre Ausstellung und Verehrung 
mit fadenscheinigen Gründen verteidigen. Zu solchem Sich- 
mitschuldigmachen gehören auch viele andere Observanzen, 
die jedes tiefere religiöse Empfinden abstoßen (z. B. die Pere- 
grinationen der Fatima-Statuen). 



in richtiger Ordnung. Zumindesten hat daher der 
als Mensch ja auch begrenzte „Katholik" eine 
Spürnase, einen Richtungs- und Orientierungs- 
sinn auf das Ganze hin, eine letzte Vorsidit vor 
gleißnerischen, betörenden Sirenengesängen. Da 
nur die volle, runde, ganze Wahrheit uns befreit 
— die Wahrheit wird euch freimachen — etwas 
Ganzeres, Umfassenderes als das Ganze es aber 
nicht geben kann, kann es auch nichts Befreien- 
deres und Beglückenderes als das Ganze geben. 

Doch wir eilen der Untersuchung weit voraus. 
Gehen wir sclirittweise voran. 

1). Beginnen wir vor der Sach- und Begriffs- 
erklärung mit der wörtlichen Ableitung, dann 
heißt katholisdi, abgeleitet von kath holos das, 
was dem Ganzen gemäß ist, was geteilt, immer 
wieder ein Ganzes bleibt (Beispiel: das Wasser). 
So verstanden, bezeichnet das Wort etwas Quali- 
tatives. Leider hat man allzuhäufig auch das Wort 
im Zusammenhang mit ökumenisch, d. h. über 
die bewohnte Erde verbreitet, verstanden. Kath 
holen gen, über die ganze Erde verbreitet, war 
die ecclesia catholica. Durch diesen Sprachge- 
brauch wurde das Quantitativ-Räumliche, die all- 
gemeine Verbreitung — ich möchte paradox sa- 
gen, unkatholisch vorbetont und herausgestellt. 
Wenn man im Gegensatz zu den Irrlehren dann 
von der katholisdien Kirche sprach und spricht, 
dann stand die Vorstellung im Vordergrund: die 
allgemein verbreitete Kirche, die an Zahl alle 
übrigen Denominationen entweder in deren Ge- 
samtsumme oder im Einzelnen weit übertrifft.^®) 
Freilich schwang stets auch das Wissen darum 
mit, daß diese „allgemeine" Kirche von Christus 
an alle gesandt war und daß sie also einen all- 
gemeinen Auftrag hatte, gemäß den Worten ihres 
Herrn: „gehet hinaus in alle Welt und verkündet 
jeglicher Kreatur das Evangelium" usw. (Matth. 
28, 18, 19.) In ihrer moralisch allgemeinen Ver- 
breitung*') und Sendung an alle verstanden, sind 
also die Begriffe katholisch, ökumenisch und all- 
gemein vertauschbare Bezeichnungen. 

Eine Erbreiterung, immer noch in der Kate- 
gorie der Quantität, erfuhr der Begriff „katho- 
lisch" durch Hinzunahme des Raumes der Zeit. 

Katholisch war die allgemeine Kirche also nicht 
nur deshalb, weil sie tatsächlich aus einem Senf- 
körnlein zu einem großen Baum herangewacli- 



") Nur für ganz kurze Zeiträume, z.B. für die arianischen Wirren, 
traf das auf die katholische Kirche nicht zu. Der Kirchenvater 
Hieronymus rief damals aus: „Ingemuit totus orbis et Arianum 
se esse miratus", d. h. der Erdkreis seufzte und wunderte 
sidi, daß er arianisch geworden sei. Dennoch: der Arianismus 
war im Volk weniger verbreitet, viele Bischöfe waren keine 
formellen Häretiker und die Wirren dauerten nur kurze Zeit. 

") Moralisdie Ausbreitun« meint, daß allüberall sidi Katho- 
liken finden, nicht, daß alle Länder ihr angehören fphvsisdie 
Katholizität). 



sen war, in dessen Zweigen die Vögel des 1 
mels (die Völker) wohnten. Sie glich auch ei 
Schiff, das umtost von den Wogen zielsicher 
Heiligen Gral durch die Stürme der Zeit, vo 
an Klippen und Untiefen, den Gestaden e 
neuen Zeitalters zutrug. Eine nochmalige rä 
liehe Ausweitung erfuhr der Begriff kathol 
durch den Glaubensartikel von der „Gemeinsc 
der Heiligen". Da die katholische Kirche audi 
Seligen und vollendeten Geister (triumphien 
Kirche) ebenso wie die noch der Läuterung 
dürftigen (leidende Kirche) zur Vollzahl der 
ligen redinete, zu der die pilgernde und streite 
Kirche berufen und in der Taufe versiegelt > 
so weitete sich die Vorstellung der Kirche um 
metaphysischen Räume des himiulischen J 
salem und des Purgatorium. Wir kennen d 
gewaltige Schau, die den orthodoxen Brut 
und Schwestern so sehr ans Herz gewachsen 
aus vielen Gemälden und aus dem Allerheilii 
fest. 

2.) Obwohl die raum-zeitliche Erfassung 
Kennzeichens und Wesensmerkmals der chri 
chen wahren Kirche vom Kirchenvater Augusti 
begünstigt, im ganzen Mittelalter vorherrsdite 
auch heute noch über Gebühr in der röiiii 
katholischen Dogmatik betont wird, sollten 
dürfen gerade wir nicht übersehen, daß es ^ 
auch Befürworter eines qualitativ -spiritw 
Verständnisses des Wesensbegriffs der Katho 
tat gab. Schon der Zeitgenosse Augustinus', C> 
(t 444) hat einer wesenhaft verstandenen Kai 
lizität den Weg gebahnt. 

C^^rill muß sich offenbar die Frage ges' 
haben, warum die Kirche die allgemeine Verl 
tung gefunden habe und ob ihr das Merkmal 
Katholizität von Hause aus gebühre, aucli in 
ner Zeit, als von einer allgemeinen Verbreit 
noch keine Rede sein konnte (Urgemeinde). \\ 
um konnte sich die Kirche Jesu Christi, die sicli 
wahre wußte, in gleichartigen Gemeinden ülx 
gegen Verfolgung und gegen die Konkiirren/ 
Irrlehren behaupten? Haben nicht auch aii' 
Religionsstifter Missionsbefehle gegeben 
wohnt nicht jeder Lehre das Streben inne, Jün 
zu gewinnen und die Welt zu erobern I 

Cyrill erklärt, zunächst wie Aiiguslinus: 
tholiscli wird sie (die Kirche) genannt, weil 
auf dem ganzen Erdkreis ausgebreitet ist (siuß 
Katholizität)". Dann aber fährt er fort: „weil 
allgemein und unablässig alle Menschen die 
wissenden Dogmen lehrt . . . weil sie das g;i 
. Mensdiengeschlecht, Herrscher und Unterf^'elx 
Gelehrte und Ungelehrte zur wahren Gottes^ 
ehrung anleitet, ...weil sie allgemein heilt und 
sund madit alle Arten von Sünden, die mit dem 1 



I> der Seele begangen werden und weil sie von 
m, was Tugend heißt, jede Art ... in sich be- 
t." (Cat. 18) 

lan spürt der Cyrill'schen Erklärung noch eine 
isse Bemühung an, durch gehäufte Anein- 
erreihung der Gaben und Aufgaben den um- 
icnden Befähigungsnachweis der inneren Eig- 
ig der Kirche zu erbringen, die sie zum Füh- 
des Titels „katholische Kirche", Kirche für 
, berechtigt. Dennoch leitet sie über zur in- 
en, wesenhaft geschauten Katholizität als 
md ihrer Expansionsfähigkeit. Negativ er- 
t sich aus der Cyrill'schen Umschreibung, 
{ Gemeinschaften, die lediglich im Wettlauf 
äußeren Ausbreitung siegen würden, ohne 
innere Vollmacht zu besitzen, auf das Prädi- 

! „Katholisch" keinen Anspruch erheben kön- 
i. Und umgekehrt: auch die kleinste Zelle der 
) che, auch die in Jerusalem am Pfmgstfest ver- 
i (imelte Urgemeinde besitzt bereits die Beschaf- 
1 heit der Katholizität.^**) Da sie das Pleroma 
< risti besitzt, da Christus ihr Haupt ist, da sie 
j 'rharrt im Gebet, im Brotbrechen, in der Ge- 
inschaft und Lehre" (Ap. Gesch. 2, 42), hat sie 
i»ht nur den Auftrag, die Vollmacht zur all- 
neinen Ausbreitung, sie ist potentiell bereits 
1 holische Kirche, auch im quantitativen Sinn, 
: wie der Same schon den Baum in sich enthält, 
t der inneren Befähigung für alle hat sie zu- 
pidi auch das unabdingbare innere Recht der 
itgemeinen Verkündigung und Ausbreitung, ja 
I r Pflicht hierzu. 
Diese innere Vollmacht, die der äußeren Be- 
tigung gar nicht erst bedarf — obwohl sie sie 
I t — wird nun geradezu zum Unterscheidungs- 
jrkmal der wahren Kirche von den Pseudokir- 
«3a. Hie ist Katholizität — dort Häresie. Katho- 
ch ist die Kirche, weil sie die apostolische Übef- 
f erung ganz und zu treuen Händen besitzt. So wird 
ite Katholizität zur bewahrten und entfalteten 
lostolizität, garantiert durch das göttliche Pneu- 
las die Kirche in alle Wahrheit '^einführt, 
1 aiitiert auch durch das Bischofsamt, das Chri- 
is selbst repräsentiert. Wo aber Christus, da 
tholische Kirche. (Ignatius von Antiochien.) 



Die Katholizität verbliebe auch der Kirche, wenn sie durch 
fall oder Ausrottung dezimiert oder in ihrer Ausbreitung 
tiindert wäre. — Umgekehrt darf sie niemals aus taktischen 
wägungen und menschlichen Rücksichten, etwa um ihre 
sbreitung zu erleichtern, die Katholizität ihrer Lehre bzw. 

CS Wesens gefährden. Alles, was in sich gut ist, kann die 
rche zwar bejahen, vielleicht auch zu Ausdrucksmitteln 
listlicher Wahrheit machen. Nie aber darf ihr Wesensgefüge 
Jurch verfälscht und verändert werden (siehe Ritenstreit 

den asiatischen Missionen, national-kirchliche Tendenzen 

Sinn des 3. Reiches, Akkommodation in der Missionierung 
r Heiden usw.). Nie darf durch Übernahme philosophischer 
sleme, durch Formgebilde fremder Religionen, Verbeugen 
n Zeitmeinungen das Eine ins Andere verkehrt und ver- 
«lert werden. Diese Forderung erstreckt sich bis in die 
radie, die sie ebenso vor Verweltlichung hüten muß wie 
"c Ileilszeichen vor Profanierung. 



' Die Erläuterung Cyrills verdient unsere Auf- 
merksamkeit noch in anderer Hinsicht. Sie betont 
auffallend das „pro nobis", das „Für uns" der 
Heilszuwendung der Kirche (die, das geht aus dem 
ganzen Tenor hervor, von Cyrill als Institution 
verstanden wird). Sodann, sie wendet das Heil 
zu, das allen nötig ist — gleichgültig, welcher 
Volksschicht oder welchem Berufsstand einer an- 
gehört, denn die menschliche Natur ist dieselbe 
gefallene und heilsbedürftige. Und sie wendet das 
zu, und nur das, was ihr selbst nach dem Rat- 
schluß Gottes gegeben wurde, was den Menschen 
zu wissen nötig ist. Die Gemeinde Jesu schaut 
jetzt in statu viatoris, im Stande der Pilgerschaft 
Gottes Herrlichkeit nicht unmittelbar, sondern nur 
gebrochen. Wie in einem Spiegel wird das Licht 
reflektiert, in das unsere Augen nicht hinein- 
sehen können, denn „Gott selbst wohnt in einem 
unzugänglichen Licht". Auch die katholische 
Kirche meint zwar die Fülle der Wahrheit, weist 
hin auf den, „der alles in allem ist" und glaubt 
diesem Gott mit allen Attributen, die ihm zu- 
kommen, aber der ferne Gott ist uns in Zeit und 
Raum dieses Äons nur als Menschensohn, in 
Knechtsgestalt erschienen, hat sich ins Fleisch ver- 
hüllt. Zwar ist er der Eschatos, der zuletzt kam; 
in ihm sehen wir den Vater mit, in seinen Gaben 
haben wir bereits einen Vorgeschmack des himm- 
lischen Jerusalem, aber noch ist es uns verborgen, 
was da kommen wird. 

3.) Wir bemerkten, Cyrill erweise die alles um- 
fassende Befähigung der Kirche, d. h. ihre Katholi- 
zität, durch Aufzählung und Aneinanderreihung 
der ihr zugeteilten Gaben, die sie zur Erfüllung 
ihrer Menschheitsaufgaben befähigte. Obwohl 
Cyrill selber nicht expressis verbis, mit ausdrüdc- 
lichen Worten die innere Bezogenheit dieser Ga- 
ben aufeinander erwähnt, ist dieser Tatbestand 
impliziert, d. h. mitgegeben, mitenhalten. Sie kann 
überdies aus den beständigen Hinweisen des Apo- 
stels Paulus, wie Gott jedem seine besondere Auf- 
gabe mit der Gabe zugleich zugewiesen habe, ja 
aus dem Begriff der Kirche als eines Organismus, 
ja als „Leib Christi" gefolgert werden. Wie die- 
ser Leib in Christus schon ein ordnendes Prin- 
zip und Haupt hat, so besitzt auch die Kirche 
die Fülle der Gaben und Wahrheiten nicht als ein 
ungeordnetes Ganzes oder nur als ein mechanisch 
wahlloses Nebeneinander (etwa wie die Steine 
in einem Steinhaufen), sondern als wohlgeord- 
netes Ganze, mag auch zeitweise die Schau dieser 
Ordnung verdunkelt worden sein, so daß sie nur 
noch transparent sichtbar wurde. Es gibt zentrale 
Wahrheiten und andere, die mehr daraus gefol- 
gert werden, es gibt unbedingt nötige Forderungen 
und solches, was man gerade noch hingehen und 



mitlaufen lassen kann, wobei allerdings Paulus 
schon richtig meint, er wolle lieber zehn Worte 
im Verstand, als tausend „im Geiste" ohne Zu- 
sammenhang reden.^*) 

Wir brauchen also gar nicht auf philosophische 
Gedankengänge oder naturwissenschaftliche Tat- 
sachen zurückgreifen, wonach im Begriff der 
Ganzheit schon ein ordnendes Prinzip, eine Zu- 
ordnung der Teile und eine organisdie Betätigung 
mitgegeben sei, so, wie es etwa der vitalistisdien 
Naturwissenschaft (Driesch, Bavink) selbstver- 
ständlich ist, daß alles Organische eine Entelechie, 
eine Art „Seele" in sich hat, die sogar Tiere zur 
Ergänzung verlorener Organe befähigt. 

Die katholische Kirche besitzt mithin nidit nur 
die Fülle der den Menschen zuträglichen Wahr- 
heit, sie besitzt sie, wie auch die Heilsgaben, in 
einer Ordnung (passive Katholizität) . Sie hat aus 
ihrer Fülle allen zu dienen und die Welt heim- 
zuholen in die gottgewollte Rangordnung der 
Werte, aus der sie durch die Ursünde gefallen 
ist. Sie muß mit den empfangenen Talenten wu- 
chern, sie sinnvoll anwenden, sich dabei selbst ver- 
wirklichend und erbauend (Aktive Katholizität, 
bzw. Kirche als Selbstverwirklichung). 

Ihrer Aufgabe wird die Kirche um so gerechter 
werden, je mehr es ihr gelingt, die Menschen 
heilsbegierig zu machen und sie zur ganzen Wahr- 
heit und zum ganzen Reichtum der Fülle, die in 
Christus offenbar wurde, hinzuführen, damit „sie 
die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe Christi 
erfassen und immer mehr zum Haupt hinanwach- 
sen, das Christus ist. Je mehr ein Glied der Kirche 
mit dieser fühlt und lebt, um so mehr wird es, 
von ihrer Hand geleitet, Katholik, katholischer 
Christ. Es bekommt einen Blidc für die geoffen- 
barte Seinswirklichkeit, dadurch aber auch einen 
Blidi für die Seinswirklichkeit der Welt über- 
haupt, ihrer Mängel, Ihres Sosein und dessen, 
was sie nadi Gottes Plan sein sollte. So kann man 
in einem abgeschwächten, übertragenen Sinn von 
„katholischen Menschen" sprechen. Der Christ, 
der in Christus lebt und aus seiner Fülle empfan- 
gen hat, besitzt eine christliche Haltung in katho- 
lisdier Ganzheit (wenn man den Pleonasmus 
[überladenerAusdruck] einmal anwenden darf) .^^) 

") Die Offenbarung und folglidi audi die katholisdie Dog- 
matik (Glaubenslehre) ist ein Wahrheitsgefüge. Es gibt Grund- 
wahrheilen und abgeleitete Wahrheiten, die in den ersten 
einschlußweise (implizite) mitgeoffenbart sind. — Ähnliches 
gilt von jedem Seinsbereich, dem der Mensch zugeordnet ist. 
Die Schöpfung kennt eine Abstufung: unbelebte Materie, Leben- 
diges (Pflanze, Tier), Beseeltes (Mensch), reine Geisler (Engel). 
Sie kennt die Schöpfung (ab alio) und Gott (a se). Ähnliche Slu- 
fungen kennt das Reich der Werte (Ethik), die Ordnungen 
des sittlichen Verhaltens usw. Der katholische Glaube umfaßt 
alles Sein in der jeweiligen Stufenordnung und in den ent- 
sprechenden Relationen. (Vergleiche das Koordinatensystem, 
das freilich durdi Zeit und Umstände, d. h. durch die Situation, 
seine Starrheit verliert. Nidit die Wertordnung wird durch 
die Situationsethik verändert; neue oder andere Werte ver- 
langen Berücksiditigung!) 



Obwohl aucli der Katholik niemals selbst aus ( 
Gehäuse seiner individuellen Gegebenheiten 
aus, also nicht über seinen Schatten sprin 
kann, trägt ihn doch eine immerwährende Si* 
sucht, die Wahrheit und Liebe ganz zu erfas; 
So bleibt sein Herz gespannt und unruhig, bi 
ruht in Gott. Solchen „katholisclien Mensch 
ist eine aktive Katholizität in jenem Sinn eij. 
als sie jede bewußte Einseitigkeit verabschei 
die Welt in ihrer bunten Fülle lieben, in all 
Guten einen Abglanz Gottes sehen, so daß ih 
alles zu Stufen zu größerer Vollendung wird, 
haben den Blick der Liebe, sie betrachten a 
auch sub specie aeternitatis, von der höcli.». 
Warte aus, sie fragen nicht so sehr, „was kon 
danach, sondern ist es recht" — und so gewini 
sie die wahre königliche Freiheit, auch die F 
heit zum Martyrium. Wir bezeichnen dies 
aktive Katholizität (im weiteren Sinn) . Zu die 
aktiven Katholizität fühlt sich jeder wirkli 
Katholik aufgerufen, weil die Welt der Ort < 
Bewährung ist und zu Gott wieder heimgeh 
werden will. ^^) 

Wo ist die katholische Kirche^^) 

Wir haben die Wortableitung und die begrilTli» 
Enfaltung dessen, was katholisch meint, uns ^ 
gegenwärtigt. Nun wissen wir, was alles in v 

") Hier erhebt sich die Frage, ob es auch eine natüri 
bzw. atheistische Katholizität geben könne, die von d 
barung und Gott absieht. Sicherlich gibt es eine auch dem 
natürlichen Mensdien mögliche Grundhaltung, die für 
weltlichen Seinsbereiche geöffnet und jedem das Seine. 
Zukommende zu geben bereit ist, sogar „religiöse Bedürfn 
Anderer anerkennt. Dennoch, ohne letzte Verankerung in 
muß sich die rechte Werterfassung und Einordnung ßi 
legend ändern. Es beginnt jene „Umwertung der Wt; 
wie sie folgerichtig denkende Atheisten für sich oder in iii 
Philosophie bzw. Politik stets auch vornehmen. Braucht 
Bespiele? 

") „Radikalisiert" und richtiger angewandt, d. h. ernst 
macht haben wir mit der Katholizität als Alt-Kathuli" 
darin, daß wir den Wirklichkeiten der Nation, di ; 
liehen Natur und redlidier Wissenschaft gerecht 
sind. Der Wirkliclikeit des Seinsbereiches a) der Volk' i 
Zurückgabe der Autokephalie (d. h. einer relativen ^ 
digkeit in der Verwaltung, in der Gewährung der m 
spräche im Gottesdienst), b) der Individuen (schärfen- l ; 
Scheidung des Notwendigen und Freien, d. h. des veri 
lidien Dogmas und des theologischen Deutungsversuchs, 
lehnung jeder Gewissensgängelung sowie des gesetzlki 
Zölibats). So anerkennen wir auch in allen Bereidien in Wa 
haftigkeit die endgültigen Ergebnisse wissenschaftlicher ?• 
schung. z. B. dadurcli, daß wir die fraus pia, den froin 
Trug vieler unechter Beliquien, Legenden usw. ablehne; 
Katholischer Haltung ist es eigen, das Ganze in all sti 
Werten, Forderungen, berechtigten Ansprüchen |anz sei 
und ihnen ganz gerecht werden zu wollen. 

Ji). Einige werden dieser Frage ausweidien mit der Erkbn 
♦ Loysi's: 

^1. „Christus wollte das Reich Gottes und gekommen ist 
Kirche." 

2. Oder die Kirche ist unsichtbar, ist nur eine Wirklidii 
des Glaubens. Nur Gott sind ihre wahren Glieder bekaii 

3. Wieder andere erklären: Kirche ist nichts Statisches oc 
Institutionelles: „Wo zwei oder drei versammelt ««ind 
meinem Namen, da ist Kirche." Wir können hier 
wenigen Sätzen auf diese unhaltbaren Meinungen - 
Jede dieser Behauptungen verdiente eine eigene Abli.«.-''!" 



!)egrifr mitschwingt: raumzeitliche und über- 

nliche Expansionsfähigkeit und tatsächliche, 
en, Diesseits und Jenseits umspannende Ge- 
nsdiaft der Heiligen. Als wesenhaften Grund 

diese Ausdehnungsfähigkeit erkannten wir 
innere Eignung der Kirche, die als Füllhorn 
Wahrheit und aufgerichtetes Heilszeichen he- 
gt ist — durch Gott in Christus — alle Völker 
ufen, um sich zu scharen, sie in ihrem mütter- 
en Schoß neu zu gebären, zu trösten, zu heilen 

für das Reich Gottes zuzurüsten. Weil Chri- 
. ihr Haupt und der Heilige Geist, der vom 
er durch den Sohn ausgeht, die Kirche belebt, 
um kann sie die apostolische Glaubenshinter- 
) treu verkünden und darum drängt sie die 
je Christi, ihr Werk zu tun. Gegenüber den 
ehren, den selbst zurechtgemachten Verkün- 
mgen, bleibt sich die Kirche, so sie Christus 
orsam ist, in ihrem Wesen gleich. 2^) 
reilich, die Kirche hat die Einheit nur ein 
ppes Jahrtausend einigermaßen bewahrt. Im 
iten Jahrtausend kam es zum Bruch mit den 
• Patriarchaten des Ostens, im 16. Jahrhundert 
dem Norden, im 19. Jahrhundert vollzog sich 
Spaltung zwischen denen, die die altkirchliche 
fassung und Lehre festhielten und jenen, die 
Regierungsform der totalitären Staaten vor- 
,'nahmen. Und die Spaltungen haben sich fort- 
iizi. Aus den Reformationskirchen entstanden 
ligstens ein Dutzend große Konfessionen und 
a 400 Denominationen. Alle berufen sich auf 
istus, alle behaupten, die volle und ganze 
hrheit zu besitzen, auch wenn sie teilweise den 
riff katholisch meiden, vielleicht gar hassen, 
nerhin, einige Kirchenteile halten an ihm fest, 
erhebt sich die Frage, welcher Kirche kann 
ite noch die Katholizität, die echte Katholizität 



' hristus hat durch die Kirche in diesem Zeitraum uns 
' ;> Vorgeschmack des Reiches Gottes gegeben. Mit der An- 
( t Christi ist das Reich Gottes bereits angebrochen, ,,im 
t imen". Seine Vollendung steht bis zur "Wiederkunft Christi 

I 

1 ): Die Kirche ist sichtbar, wenngleich ihr Wesen mehr 
: sparent als unmittelbar sichtbar ist. Wie Christus sich 
i igend legitimierte und doch nur dem Glauben ganz er- 
« ibar war und ist, so verhält es sich bei der Kirche. Gerade 
Kennzeichen sind Zeichen, die auf ihr Wesen hindeuten. 
^ könnte die Kirche als völlig unsichtbare mit der „Stadt 
' 1-^ .Berge" verglichen werden. Würde Gott durch eine 
l 'lidi in ihrem Wesen unerkennbare Kirche die Menschen 
1 t überfordern? 

• ''J. ^•^^'' verwirklicht sich Kirche im Zusammensein von 
sehen im Gebet. Sie wird aktuos, aktualisiert sich in der 

• >ammlung. Aber setzt ein Beten im Namen Jesu nicht 

• its eine Haltung, sagen wir es genau, Glaube voraus und 
1 JHf dieser Gebetshaltung mit Jesus nicht eine bleibende 

Dflichtung zur Fortführung der Gesinnung dieses Gebets 

\T^ am Menschen (Beruf, Familie, Volk) ergeben? So 

"odi Kirche wohl im Ereignis, in actu besonders sichtbar 

; >■ aber sich nicht darin erschöpft; daß sie also doch 

: MS durch Glaube — und im Glauben erfahrene Taufe 

iiiziert durch jeden Akt auch des heranwachsenden Kin- 

konstituiert wird als bleibende Institution! 

Diese Diesselbigkeit (Identität) mit sich meint natürlich 
^vsenhafte Gleichheit. Die Formen wechseln. 



zugesprochen werden. Welche verkündet die 
Ganzheit der von Christus geoffenbarten Wahr- 
heit. Welche erweist sich als Ausspender der 
göttlichen Mysterien in der von Christus gewoll- 
ten Vollzahl und Ordnung. 

Haben die Kirchen der Reformation Christus 
besser verstanden oder jene Kirchen in Ost und 
West, die zwar den Namen katholisch irgendwie 
führen, vielleicht auch sich durch einen äußeren 
Reichtum an Symbolen, kultischen Formen, geist- 
lichen Schöpfungen auszeichnen? Dient vielleicht 
diesen letztgenannten Kirchenteilen der Name 
„katholisch" nur als äußere Klammer, um Un- 
vereinbares zusammenzuhalten oder bestenfalls 
zu einer künstlichen Scheinsynthese zu bringen? 
Hat Harnack recht gehabt, als er den (römischen) 
Katholizismus als „complexio oppositorum", d.h. 
als Umarmung und Verschlingung der Gegensätze 
bezeichnete? Oder gar Heiler, der das Wesen des 
(römischen) Katholizismus geradezu zerlegen zu 
können glaubte in die Faktoren primitiver Volks- 
religion, judaistischer Gesetzesreligion, römischer 
Rechtsreligion, hellenistischer Mystik und evan- 
gelischer Frömmigkeit? Verlangt die gloria Dei, 
die Ehre Gottes nicht das Gegenteil von Ak- 
kommodation (Anpassung) an die Volksstruktu- 
ren? Muß der Christ sich nicht weigern, das „Gold 
der Ägypter", d. h. die Formen- und Gebärden- 
sprache der Menschheitsreligionen . zu überneh- 
men? Auch dann, wenn solche Anpassung die 
missionarische Tätigkeit erleichtern kann! Ver- 
langt Gottes Herrschaftsanspruch nicht klare 
Scheidung und Entscheidung? Wahrlich, ernste, 
in die Tiefe dringende Fragen. Ihre Beantwortung 
benötigte ein dickes Buch. Da Harnack und Heiler 
ihre Aussagen auf den römischen Katholizismus 
beziehen, brauchen wir uns auch nicht ausführ- 
lich damit zu beschäftigen. Wir sind überzeugt, 
daß viele der Vorwürfe nicht den echten Katholizis- 
mus treffen, sondern die katholizistische Ver- 
zerrung, den römischen Katholizismus. Das rö- 
mische verengt das wahrhaft katholische Prinzip 
oder erweitert es unorganisch. Uns und hier geht 
es um den echten Katholizismus. Wie wir ihn fin- 
den, darüber müssen wir gleich handeln. Nur sei 
denen, die den Katholizismus jeder Art unter ihr 
Verdikt stellen, geantwortet, daß notwendiger- 
weise der geoffenbarte Glaube die Fülle Gottes 
nie ohne polare, gegensätzlich gebaute Aussagen 
aussprechen kann, denn nur in Gott selbst ereig- 
net sich die coincidentia oppositorum (Cusanus), 
das Zusammenfallen aller Gegensätze^») Zum 



") Fast jede Aussage über göttliche Dinge bedarf einer kom- 
plementären, d. h. ergänzenden Aussage, um die Wahrheit 
im Gleichgewicht zu halten. Oft — und das verkennen alle 
Häretiker — muß die Theologie und auch das Dogma eine 
für uns unlösbare Polarität der Aussage in Kauf nehmen (siehe 



zweiten, so antworteten wir, läßt sich die Seele 
einer Religion, wie Mayer-Pfannholz richtig be- 
merkt, nicht durch Zerlegung in ihre histori- 
schen Bedingtheiten finden. Eine rein ratio- 
nalistische Methode wird sich nie den Weg 
ins Heiligtum der christliclien Religion bahnen 
können.^^) Drittens wäre als das Entscheidende 
zu sagen: Nicht wir sind das Maß aller Dinge, 
sondern es hat Gott gefallen, in diesen letz- 
ten Tagen uns sich zu offenbaren in seinem 
Sohn, nachdem er zuvor auf vielerlei Weise ge- 
sprochen hat. (Hebr, 1, 1.) Und diese Offen- 
barung oder Selbstmitteilung Gottes berücksichtigt 
tausendmal besser die wirkliche Lage des heils- 
bedürftigen Menschen, als sich unsere Weisheit 
träumen läßt.^®) 

Damit aber sind wir an dem Punkt angelangt, 
wo die Klärung erfolgen muß, wie katholische 
Wahrheit ermittelt wird und was zu ihr gehört. 

Echter katholischer Glaube ist bewährte und 

entfaltete Apostolizität, also bewahrte Einheit in 

rechter Dogmenentfaltung. 

1. Eigenart der Offenbarung und ihre Entfaltung. 

Die Philosophie entwickelt ihre Systeme aus ein- 
fachen Prinzipien. Descartes geht beispielsweise 
von seinem Erlebnis aus: „cogito, ergo sum", ich 
denke, also bin ich, also gibt es etwas Existieren- 
des, ein Sein und so fort. Nicht so der christliche 
Glaube. Er gründet nicht auf Vernunftprinzipien, 
die der Mensch dem Fortschritt allgemeiner Wis- 
senschaft jeweils angleicht. Nicht wir haben zu 
befinden, was wir über Gott denken. Nicht der 



auch Guardini, Der Gegensatz). Das erweckt leicht den Ein- 
druck der. complexio oppositorum. Es gibt natürlich unechte 
Gegensätze, Gegensetzungen, ebenso aber auch kraftstrotzende 
Einseitigkeiten in verführerischer und blendender Aufmachung, 
die dennoch die Wirklichkeit und somit die Wahrheit ver- 
fehlen. 

") Natürlidi muß die Kirche jede Entartung der Ausdrucks- 
formen bekämpfen, nur dürfen wir nidit vergessen, daß jede 
lebendige Religion sich leibhaft ausdrückt, Formen verlangt. 
Sobald die Form zur bloßen Hülse wird, sobald sie nicht mehr 
verstandener Ausdruck des Gemeinten sein kann, wird, von 
wenigen Ausnahmen abgesehen, der Hl. Geist neue Formen 
wachsen lassen, den Wein der Wahrheit in „neue Schläuche" 
füllen. Darum darf man nie bestimmte geschichtlich gewor- 
dene Formen, beispielsweise die heute übliche priesterliche 
Gewandung, oder das Brauchtum im Kirchenjahr oder Zere- 
monien bei der Sakramentcnspendung für unabänderlich oder 
für jede Kultur um jeden Preis konservieren wollen. „Das 
Alte vergeht, siehe, ich mache alles neu". Nicht eine be- 
stimmte Formenwelt an sich ist schon christlich; zur Epiphanie 
des Göttlichen gehört nur, daß das Göttliche überhaupt auch 
konkret, sichtbar, in Zeichen, im Wort transparent wird, sich 
manifestiert wie auch Christus sidi in die Menschengestalt 
erniedrigte. Bezüglidi der Formen kann man höchstens sagen: 
es gibt gewisse allgemein menschlich verständliche Grund- 
gebärden, die sich im Gestaltcnwandel immer wieder behaupten 
werden. 

") Man vergleiche zum Ganzen auch die Kritik R. Guardinis 
(im Vorwort des Heilerschen Budies und im Jahrbuch kath. 
Akademiker, Augsburg 1920/21). 



Mensch erschafft sich seinen Gott (Feueibii 
sondern Gott hat in seiner Güte, aus Liebe i 
ungeschuldet uns Menschen durch Selbstmil 
lung, also Offenbarung, freilich unter Benutz 
menschlicher Offenbarungsträger (Prophet 
einen Einblick in sein Wesen und seinen H« 
ratschluß mit uns Menschen verstattet.^*) 

Diese Offenbarung wird beglaubigt von ( 
und angenommen auf die Autorität, auf dieWs 
haftigkeit und Majestas des sich uns mitteilen 
Gottes hin, Sie erging deutlich genug und bi 
auch der Vernunft Ansätze genug, um im Glaubt 
gehorsam angenommen werden zu können, a 
sie ist, vor allem in der Offenbarung in Chris 
dem „Gekreuzigten und Auferstandenen", — ,. 
Juden ein Ärgernis, den Heiden eine Torh« 
(1. Kor. 1, 23) — zugleich dunkel genug, um 
Wagnis, die freie Entscheidung des hörenden M 
sehen herauszufordern. — Wenn Offenbarung 
gangen ist, sind wir ihr in jedem Fall ver|)ll 
tet. Daß Offenbarung ergangen ist, wissen vvii 
letzter Instanz durch das Zeugnis der Kirche, 
verkündet uns den Heilsratschluß Gottes, der du 
die üroffenbarung, durch die Geschichte Go 
mit dem jüdischen Volk, durch die Prophel 
zuletzt aber durch Jesus Christus ausgeni 
wurde.^*) Die Kirche aber weiß es von < 
vorausgegangenen Christen und zuletzt du 
das Zeugnis der Apostel, das wiederum dokun. 
tarisch, freilich in einem an sich toten_Wort > 
liegt in den Heiligen Büchern des Alten T( 
mentes, „soweit es Christum treibet" — und 
Neuen Testamentes. Lebendig wird die Scli 
durch die vox viva, d. h. durch die leben« 
Stimme der dieser apostolischen Glaubenshin 
läge verpflichteten Kirche oder Gemeinde .1« 
die in ununterbrochener Kontinuität (Verbindii 
Zusammenhang) und einmütiger Interpretai 
(Auslegung, Verständnis, oder Zusammenkl: 
aller Gemeinden) die objektivierte, d. h. sein 
lieh fixierte Lehre bezeugte, erklärte, aufln 
und fruchtbar machte. 

In der Weitergabe, so behauptet die Kii 
blieb sich die Lehre mit sicli wesenhaft gl< 
Dennodi läßt sich eine gewisse Entwicklung ni 
leugnen. Sie erfolgt freilich nicht nach Art pli 
sophischer Entwicklung, selbst wenn die an 
klareren und systematischen Darstellung der a| 
stolischen Lehrhinterlage (depositum (idei ai 
stolicae) interessierte Theologie zum Zweck • 



") Die Theologie nimmt immer mehr Abschied von dei 
fassung, die vor wenigen Jahrzehnten noch vorherrscht«- 
sei der Mensch das Maß aller Dinge! Wir haben viei: 
zu hören, was Gott uns sagen will. 

") In immer klarerer Enthüllung, so daß das Alle Tcst.i 
sidi als paidagogos, als Erzieher auf den neuen Bundess« 
in Christus erweist. 



.irdarbietung, aus Gründen der Verteidigung 
1 des Gleichzeitigmachens der Lehre mit den 
eiligen Völkern, Kulturen und dem Zeitver- 
idnis sich der Fachsprache ihrer Zeit bedient.^^) 

Facliausdrücke für sich können höchstens 
2r Entwicklung im Sinn der besseren Dar- 
ing den Weg bereiten (bergen aber auch große 
ahren in sich, weshalb die Kirche den schlich- 
Glauben in biblischer Ausdrucksweise höher 
:itzt als wissensstolze Gelehrsamkeit) . Dennoch 
t es in gewissem Sinn eine legitime Entfaltung 

vorgegebenen Glaubenshinterlage. Vinzenz 
erin (f 450), jener altkirchliche Theologe, 

uns wieder das Auge für die rechte Wahr- 
tsündung katholischer Wahrheit geöffnet hat, 
wortet darum auf die Frage, ob es in der 
isthchen Religion keinen Fortschritt gäbe: „Es 
t schon einen und zwar einen sehr großen. — 
och so, daß er in Wahrheit ein Fortschritt des 
ubens ist, nicht eine Veränderung. Zum Fort- 
ritt gehört nämlich, daß eine Sache in sich 
)st vertieft, zur Veränderung aber, daß etwas 
n Einen ins Andere verkehrt werde. Darum 
l wachsen und viel und gewaltig zunehmen die 
Kenntnis, die Wissenschaft, die Weisheit so- 
hl der Einzelnen wie Aller, des Einzelmen- 
en wie der ganzen Kirche nach Alters- luid 
tstufen, aber lediglich in seiner Art, nämlich 
J'T selben Lehre, demselben Sinn, und dersel- 
nslegung'' (s. Sanctorum Patrum opuscula 
' ta IX). — 



2. Die rechte Lehrermitthing. 

■V beschäftigt uns nun nicht das Problem der 

« istlichen Verteidigungswissenschaft und Glau- 

1 isgrundlegung (Fundamentaltheologie und 

. oiogetik^, ob Offenbarung überhaupt ergan- 

I 1 sei und ob die Verkündigvmg (das Kerigma) 

< ■ Apostel diese überhaupt oder in vollem Um- 

' \g enthalte. All das setzen wir hier als geklärt 

d angenommen voraus. Es geht uns hier viel- 

hr um die Frage, ob sich angesichts der ofTen- 

ndigen Vielheit christlicher Teilkirchen luid 

' meinschaften feststellen läßt, was die^aposto- 

Glaubenshinterlage wirklich enthält und 



iJcr Gebrauch philosophischer Termini allerdings wird zur 
iematischen Darstellung und Durchdringung des christlichen 
ubens den Lehrern und Verteidigern des Glaubens sclion 
tizeitig durch die Auseinandersetzungen mit den Irrlehren 

Gnosis, der heidnischen Philosophie und zum Zweck 
rsiditlicher Lehrdarbietung aufgenötigt. Die Kirche hat 
■ie Termini nur als Verdeutlichungshinweis für die gemeinte 
he selbst benutzt. Erst das Dogma der Transsubstantiation 

der dabei verwandten Terminologie einen quasi dogma- 
nen Charakter verliehen. Nominalismus und Universalien- 
•it kreisen um die Fragen, ob Begriffe nur Schall und 
ich, bloße Namen sind, oder ob eine Realität damit aus- 
rüdct wird. Wir möchten uns dahin entscheiden, daß sie 
"n Bezug zum Sachverhalt selbst haben (ein fundamen- 
i in re). 



wie sich das feststellen läßt. Offenbar beziehen 
sich ja doch alle Konfessionen auf die apostolische 
Verkündigung — oder behaupten gar, nur sie 
hätten die Apostolizität in der Lehre, im Kult, im 
Kirchenregiment richtig bewahrt, wiederherge- 
stellt oder entfaltet bzw. richtig interpretiert und 
angewandt. Es geht uns also um die rechten Prin- 
zipien der Wahrheitsfindung, um theologische 
Erkenntnislehre. 

In dieser Lehrermittlungsfrage scheiden sich 
die Geister, bzw. die Kirchentümer. Die Refor- 
mationskirchen sagen, der Heilige Geist werde 
jedem aufrichtig Hörenden, bzw. die Bibel Lesen- 
den kund tun, was er glauben und tun muß. Die 
Vielheit der Bekenntnisse gerade im protestan- 
tischen Raum scheint der römisch-katholischen 
Kirche rechtzugeben, wenn sie ein Lehramt der 
Kirche fordert. Sie gliedert dieses Lehramt in das 
magisterium ordinarium, d. h. in die beständige 
Lehre der verordneten Bischöfe in ihrer Verbin- 
dung mit dem römischen Bischof, weist aber im- 
mer stärker dem römischen Bischof (Papst) allein 
die Unfehlbarkeit in Glaubens- und Sittenlehren 
in den Kathedralentscheidungen zu (wobei oft 
schwer zu sagen ist, wann und wo eine solche 
Entscheidung vorliegt) . 

Weder dem Protestantismus noch der rö- 
mischen Kirche können wir zustimmen. Zwar 
betonen auch wir sehr nachdrücklich, daß wir 
beim Lesen der Hl. Schrift, die „Zeugnis ablegt 
von Christus", um den Hl. Geist bitten müssen 
und daß das Forschen in der Schrift in Demut 
und Gehorsam einen großen Segen in sich trägt. 
Der Hl. Geist ist jedoch der Kirche als solcher 
verheißen. Auch widerlegt die Erfahrung die pro- 
testantische These. Aber auch die römisch-katho- 
lische Kirche kann im Hinblick auf so manche 
Fehlentscheidungen römischer Bischöfe in alter 
und jüngster Zeit die Entscheidung nicht einem 
Einzelnen, und sei er der Bischof von Rom, über- 
antworten. In der alten und einigen katholischen 
Kirche (ungeteilte Kirche) war es anders. \Veder 
der einzelne Christ noch ein einziger Bischof galt 
als zuständige letzte Instanz. Katholische Wahr- 
heit war vielmehr: 

1. „Was immer, überall und von allen geglaubt 
wurde'', also, was die allgemeine, die katho- 
lische Kirche stets lehrte oder als beständige 
Lehre ermittelt werden konnte (magisterium 
ordinarium) ; 

2. nach dem gleichen Prinzip von Vinzenz von 
Lerin wie auch nach dem Vorbild der Apostel 
(Apostelkonzil in Jerusalem 49) : was die auf 
dem allgemeinen (ökumenischen) Konzil ver- 
sammelte Kirche (mit moralischer Einmütig- 
keit) als beständige Lehre der Kirche und mit- 



hin als apostolische Glaubenshinterlage be- 

zeugte.^^) 

Damit haben wir ein klares und einfaches 
Prüfmittel zur Feststellung dessen, was zur hei- 
len christlichen Verkündigung gehört, wenngleich 
die Anwendung dieses Kriteriums oft ernste For- 
schungsarbeit nötig madit. 

Warum glaubte man, hierdurch Klarheit in Fra- 
gen der Interpretation der Schrift, richtiger der 
Traditionell zu erlangen? Weil die Kirche an ihre 
Unzerstörbarkeit und Unfehlbarkeit glaubt (In- 
defektibilität und Infallibilität) . Dieser Glaube 
beruht darauf, daß Christus als Haupt der Ge- 
samtkirche durch den Heiligen Geist, also durch 
die göttliche Lebensmacht, die vom Vater durch 
den Sohn ausgeht, es nicht zulassen konnte und 
durfte, daß die ganze Kirche in allen ihren Teilen 
durch Irrtum in ihren Fundamenten erschüttert 
werde, also in die Irre geleitet werde statt in die 
Wahrheit.^*) Wohl kann der Leuchter des Glau- 



") Die Konzilsväter beriefen sich stets auf das Zeugnis der 
einmütigen Tradition: „So haben unsere Väter es uns gelehrt 
und die empfingen es von ihren Lehrern." Für diesen Prae- 
skriptions- oder Traditionsbeweis haben wir schon sehr früh 
einen Kronzeugen par excellence, Tertullian: „Was die Apostel 
gepredigt haben, d. h. was ihnen Christus geoflenbart hat, 
kann nidit anders erwiesen werden, als durch jene Kirchen, 
welche die Apostel selbst gegründet haben und denen sie teils 
durch das lebendige Wort, teils nachher durch Briefe predig- 
ten. Daher ist es klar, daß jede mit jenen ursprünglichen 
apostolischen Mutterkirchen im Glauben übereinstimmende 
Lehre für Wahrheit zu achten ist, indem sie ohne Zweifel das, 
was die Kirche von den Aposteln, die Apostel von Christus, 
Christus von Gott empfangen haben, festhält; daß dagegen 
jede Lehre, weldie sich wider diese Wahrheit der Kirchen und 
Apostel, Christus und Gottes erheben will, für Lüge zu halten 
ist" (Tertullian in de praescriptione c. 22). Die Alt-Katholiken 
haben bewußt auf diesen Traditionsbeweis zurück gegriffen 
(besonders Langen). Sie unterschieden echte Tradition 
von unechter, d. h. späteren Traditionen. Gerade Traditionen, 
die sich vornehmlich auf päpstliche Entscheidungen berufen, 
eignet so gut wie keine Beweiskraft, wenn sie pro domo, 
d. h. dem eigenen Interesse dienend begründet werden. 

") Die Lehre der Kirche gründet sich auf der „norma nor- 
mans", auf den Glaubensquellen, auf dem traditum, d. h. der 
überlieferten apostolischen Botschaft, d. h. auf der Schrift als 

• der „Tradition im engeren Sinn" (Döllinger) und der die 

• Schrift interpretierenden Tradition (Väter, ökumenische Kon- 
zilien, allgemeine Lehre der Gesamtkirche), also der Tra- 
dition im weiteren Sinn. Die Aufgabe der Theologie ist ledig- 

' lieh eine systematisierende, ordnende, erklärende — und vor 

allem die „Übersetzung'*, bzw. das Gleichzeitigmachen der ge- 
meinten Wahrheit für die Zeitgenossen (ohne jedoch den 
göttlidi intendierten Sinn der Botschaft zu verfälschen oder 
zu verfehlen). Wie gefahrenvoll diese Aufgabe dennoch bleibt, 
erweist die Kirchengesdiichte, die weithin nur als Geschichte 
der Interpretation des Zeugnisses der Hl. Schrift verstehbar 
wird. Gerade die Preisgabe der katholischen Lehrermittlungs- 
verfahren und der episcopalen und konziliaren Verfassung 
zu Gunsten eigenmächtiger Interpretationen durch Einzelne 

1 (Theologen, Päpste, unökumenische Synoden) hat in einem 

ganz großen Umfang zur Spaltung der Kirche und zu oft ganz 
entgegengesetzten Parteiungen und theologischen Schulbildun- 

1 gen geführt. Daher wird eine verantwortungsbewußte, nur 

I der Wahrheit verpfliditete Theologie sich dem Glauben der 

ungeteilten Kirche immer wieder nähern müssen, eben weil 
deren 2^ugnis den Beistand, die Assistentia des Hl. Geistes 

I für sich hat. Es gehört zu den erfreulichsten Tatsachen, daß 

die kritisdi-historische Theologie immer mehr diese alte Über- 
lieferung zu bestätigen sich gedrungen fühlt und daß auch 
eine kirchlich so gebundene Theologie wie jene der römischen 
Kirche oft genug, wenn auch überaus vorsichtig, Zugeständ- 
nisse im Sinne wirklidi katholischer Gläubigkeit machen muß 

. (soweit sie nicht beredtes Schweigen vorzieht). 

f ") Teile der Kirche können die volle Kalholizität verlieren 
durch Häresie, auch durch falsche Vorbetonungen einzelner 



bens von dem einen oder andern Land oder 
tum weggerückt werden; daß aber die Wahr 
ganz untergehe und nirgends mehr gefuii 
werden könne, und zwar in einer immerhin • 
drucksvollen Weise ist undenkbar. Denn 
allgemein verkündeter Irrlehre würde ja 
Kirche, die Pflanzung Gottes, Irrtümer als a 
stolische Lehre, d. h. als Offenbarung Gottes i 
geben — denn Christus sagt: „Wer euch hö 
höret mich" (Luc. 10, 16). Die Offenbarung ( 
tes wie die Verheißungen Christi, daß der Hei 
Geist die Apostel in alle Wahrheit leiten wei 
„daß Er selbst (Christus) bei seinen Jüngern b 
ben werde bis ans Ende der Tage" (Matth. 
20) würden Lügen gestraft.^^) Wohin aber soll 
die Gläubigen dann gehen? Wie könnte n 
dann noch erfahren, was Gott mit uns besch 
sen hat? 

, Aus diesen Verheißungen Jesu, aus dem We 
der Kirche als „Leib Christi" und der darin 
schlossenen Unzerstörbarkeit und Unfehlbar! 
der Kirche aber folgern wir: Da die Kirche \ 
tausend Jahre — nämlich bis zur Spaltung 
eine Ost- und Westkirche, nach dem geke 
zeichneten Grundsatz der Lehrermittlung geh 
delt hat, da 2. diese Verfahrensweise stets, w( 
auch oft nach hartem Ringen der Geister, 
der Kirche die Einheit und den Frieden herstel - 
konnte, und da 3. diese Einheit erst dann e 
gültig^*) zerbrach, als die altkirchliche Verfassi 
außer Kraft trat und die Westkirche ohne 
Ostkirche das alleinige Recht der Entscheidun; 
durch ihre 21 Synoden und später durch ( 
Papst in Anspruch nahm, muß in der Lehrerm 
lungspraxis der alten und ungeteilten Kirche 
rechte Verfahrensweise erblickt werden. 

Wir folgern aber weiter: War der allgeme , 
christliche Glaube, der sich bei vorliegender 
wendigkeit aktualisierte in Synoden, u. U. in^ 

Lehren, durch die das rechte Wert- und Beziehungsgel>f 
in Unordnung kommt. Gottes Vorsehung wird aber große T 
der Kirche in der Wahrheit erhalten. Bellarmin meint, 
genüge eine Kirchenprovinz. Es genügte also sdion dir l'tr 
ter Union. Neben ihr aber bezeugen wenigstens dii ": 
doxe'und dic/Church of England''einschlioßlich der ant;^ 
nischen bzw. i)ischöflichcn Bistümer im Empire und l 
den unverfälschten katholischen Glauben (wenigstens die l> 
kirchliche und mittlere Richtung der lelzleren). 

") Wenn der Bauplan eines Domes fehlerhaft ist, Im s, i 
in den Berechnungen der Statik, der Tragkraft dos \uh\ 
Fundamentes usw., ist der ganze Bau gefährdet. Ähnlidics 
von der Kirche. 

Wenn die apostolische Lehre in ihrer Katholizität. alsv 
ihrer Vollständigkeit und rechten Zuordnung verdunkelt^ " 
kürzt oder durch menschlichen Fürwitz ergänzt wird^ 
das redile Erfassen des Ileilswerks Christi gefährdet, 
warnt schon der Apostel Paulus so eindringlich vor Lei 
die den Ohren kitzeln, sowie vor unnützen Fabeleien] 
vielen Worten (1. Tim. 4, 7, ß, 20). 

") Wir möchten lieber sagen: vorläufig. Bei Gott ist kein" 
unmöglidi, auch niclit die Umkehr der römisrh-kalholif 
Theologie und Kirche. Müssen wir darum ihr nicht , 
zuwerfen", in Liebe mit ihr sprechen und audi für ihrej 
kehr beten? 






sziliaren Tätigkeit der Bruderkirchen, das 
te Prüfmittel zur Beurteilung der Lehre, 
. ihrer Identität mit der Lehre der Apostel — 
it etwa nur der Feststellung der geltenden 
re — dann waren und sind bis heute die frei 
mit moralischer Einmütigkeit getroffenen 
Scheidungen der ökumenischen Konzilien 
r in der Form verbesserungsfähig, aber im 
enhaften Inhalt unfehlbar und deshalb all- 
ein verbindlich — auch heute noch und für 
ler.") 

US dem gleichen Prinzip der Kraft der Ent- 

jidungen, die die allgemeine Kirche im Hei- 

i n Geist getroffen hat — folgt aber negativ: 

|j sclieidungen, die nur ein Kirchenteil oder eine 

i'kirche^^) sowohl im ersten, besonders aber 



ie Konzilien produzieren nicht den Inhalt des Dogmas, 
r beruht vielmehr auf der Offenbarung Gottes. Unser 
be gründet auch nicht auf dem Zeugnis der Kirche bzw. 
^ Autorität — trotz des Augustinuswortes „Ego vero 
igelio non crederem, nisi me ecclesia commoveret ca- 
cae auctoritas", d. h. „ich würde dem Evangelium nicht 
Jen, würde mich nicht die Autorität der Kirche dazu be- 
■n". Die Zustimmung zu einer Glaubenslehre gründet sich 
lehr auf die Autorität des wahrhaftigen, allheiligen und 
•uen Gottes, der als Gott mir für die "Wahrheit bürgt. Die 
\e kann mir nur sagen, daß ihre Lehren mit jenen der 
itel übereinstimmen, so, wie die Apostel nur bezeugen, 
sie als Augen- und Ohrenzeugen gesehen und gehört 
n. Die Richtigkeit dieses Zeugnisses ist gesichert 
lit menschlicher Wahrscheinlichkeit durch den Nachweis 
Kontinuität mit den ersten Zeugen oder ursprünglichen 
imcnten (Schrift), 

lit übernatürlicher Glaubensgewißheit, weil die Kirche als 
:e in moralisch einmütigen Entscheidungen Kraft des ver- 
enen Beistandes des Hl. Geistes nicht irren kann. Da die 
le seit 1054 gespalten ist, können keine verbindlichen 
entscheidungen mit unfehlbarem Charakter mehr er- 
n, höchstens Weisungen, denen mit kirchlichem Gehorsam 
)lgen wäre. 



" ±. gebrauche „KirchenteH" und „Teilkirche" in einem 
i ifischen Sinn:, Kirchenteil' der einen heiligen katholischen 
D apostolischen^ Kirche ist ein Teil, der voll am Wesen 
» rhaft kath. Kirche Anteil hat — also die Einheit des 
[ bens, der Lehre, des Kirchenregimentes bewahrt hat. 
t Kirchen, die am Glauben und Kult der ungeteilten 
f» he festhalten, das Bischofsamt und darüber stehend das 
!■ '-il bejahen, sind homogene, gleichartige Teile dieser einen 
k olischen Kirche, selbst wenn sie um diese Einheit nicht 
» en oder sie noch nicht aneinander gewahren. — Eine 

I <irche ist für mich jene, die wohl mehr oder minder am 
^ en der Kirche teil hat, der aber an der vollen Katholi- 
t , sei es in der Lehre, im Amt der Nachfolge usw., es an 
e IS gebricht. Sie sind nur teilweise Kirche im Vollsinn 

II lolischer Auffassung, mögen sie auch nach herkömm- 
I -m Gebrauch oder soziologischer Feststellung Kirchen- 
akter besitzen und als Kirche bezeichnet werden. 

E's nur eine Kirche gibt (im Vollsinn des Wortes), aber 
rare Kirchen auf dieses Kirchesein im Vollsinn Anspruch 
ben und auch erheben können, nämlich wenigstens die 
odoxe, die alt-katholische und die anglikanische Kirche, 
ind diese „Kirchen" nach dem hier angegebenen Sprach- 
audi Kirchenteile der einen katholischen Kirche. Sie um- 
■n ja schon geographisch und volksmäßig nur bestimmte 
*, wenngleich jede für sich die innere Potenz und Be- 
I ?ung, alle zu erfassen, haben. Dennoch gehören sie zu- 
s tnen und bilden ihrem Wesen nach auch ohne äußere 
' '•'' die katholische Kirche. Sie sollten daher folgerichtig 
irisdiktionell nicht Aufgaben vorhandener Bistümer 
inen. Tatsächlich werden wohl auch die Anglikaner 
.uie Anglikaner, sofern es solche gäbe, den Bistümern 
I Alt-Katholiken Jurisdiktionen unterstellen und sich in 
• »s<*land auf die Pastoration und Sammlung der englisch 
' "den beschränken. Ähnlich sollte die, orthodoxe Kirche 
■ den Alt-Katholiken zuweisen ufid sidi mit der 
"Ig der emigrierten Orthodoxen aus dem Osten ge- 
issen. So verslanden, könnten auch Bistümer, die sich 
ilig als vollkalliolisch und rechtgläubig betrachten, 
lisch als verschiedene Nationalbistümer nebeneinander 
i'u gleichen Territorium bestehen, auch wenn sie sich 



im 2. Jahrtausend gefällt hat, können, aber müs- 
sen nicht das testimonium spiritus sancti, (d. h. 
das Zeugnis des Heiligen Geistes) für sich haben. 
Soweit solche Entscheidungen vorliegen, sind sie 
keinesfalls für die Gesamtkirche und alle Gläubi- 
gen als geoffenbarte Lehre oder als rechte Inter- 
pretation der Offenbarung anzusehen, wenigstens 
solange nicht, bis ein wahrhaft ökumenisches 
KonziP^) wieder einmal möglich wird, ein Grund- 
satz, den die alte katholische Kirche der Alt-Ka- 
tholiken schon je im Einklang mit der orthodoxen 
Kirche ausgesprochen hat. 

Mit dieser Klarstellung des katholischen Lehr- 
ermittlungsverfahrens haben wir den formalen 
Weg der Ermittlung der Lehre dargetan. Und 
doch ist damit zugleich in einem ganz großen 
Umfang auch die Frage nach dem positiven 
materialen Inhalt des Glaubens katholischer 
Kirche mitenschieden. Denn nur das ist Inhalt 
katholischer Lehre und Praxis, was sich durch 
diese Mittel der Wahrheitsfindung auch als ka- 
tholische Lehre erweisen läßt (Zeugnis der Väter, 
der^ sieben ökumenischen Konzilien). Die katho- 
lische Kirche des ersten Jahrsausends ist mithin 
die allein gültige und allgemein verpflichtende 
Interpretin dessen, was notwendiger Lehrbestand 
katholischen Glaubens ist. Damals führte die 
Kirche weder das Vorwort „alt" noch „rö- 
misch". Sie kannte weder einen Jurisdiktions- 
primat noch Unfehlbarkeit eines Einzigen,'*") wohl 
aber hat sie in allen fundamentalen Lehren über 
den dreieinigen Gott, über Jesus Christus, über 
das rechte Menschenverständnis Klarheit ge- 
schaffen. 

als Glieder derselben Kirche anerkennen. Ja, sie sollten dies 
sogar auch mehrmals im Jahr durch gemeinsame Veranstal- 
tungen und immer durch gemeinsames öffentliches Auftreten 
manifestieren. (Siehe hierzu auch meine Ausführungen im 
Alt-kath. Volksblatt 1955, 12, S. 130, ferner Auferstehung 
1957, 3, S. 16.) < 

") Konzilien können in einer Teilkirche gar nicht mehr statt- 
haben. Auch nicht in der römisch-katholischen Teilkirche. In 
der letzteren wären sie ohnehin nur Staffage oder Attrappe 
für die Entscheidung des Papstes, der ein Konzil gar nicht 
mehr zu bemühen braucht. 

*•) Das Papsttum hatte zwar faktisch die absolute Gewalt in 
der Kirche schon 800 Jahre praktiziert, aber nie unbestritten. 
Zweimal war die alt-kirchliche Bichtung nahe daran, den 
Sieg über die kuriale Partei auch im Abendland wieder zu 
erringen: 1. zur Zeit des Konstanz-Basler Konzils 1414 und 
2. im 18. "Jahrhundert (Aufhebung des Jesuitenordens, Fe- 
^'Tronius, Joseph IL, nationalkirchliche Bewegung). Solange die 
päpstlichen Bechte durch Usurpation (d. h. Anmaßung), Deval- 
vation (d. h. Verzicht der Bischöfe auf eigene Bechte zugun- 
sten Boms) — und Irrtum (Pseudo-Isidorische DekretaUen) 
,.erworben", keinen dogmatischen Charakter besaßen, war 
Beform, d. h. Wiederherstellung des früheren Zustandes mög- 
lich. Der 18. 7. 1870 stellte alle, die die Undefmierbarkeit der 
Unfehlbarkeit des römischen Bischofs erkannten, in die letzt- 
mögliche Entscheidung: Entweder mußten sie um der äuße- 
ren Einheit willen die Wahrheit preisgeben — oder um der 
Wahrheit willen die Einheit mit den zustimmenden Bischöfen 
verlieren. Eine tragische Entscheidung — und doch, wenn 
die kath. Notgemeinschaft sich treu bleibt, der entscheidende 
Anfang zur Umkehr — auch Roms! — Man belächelt wohl 
unsere Zahl — aber Zahlen bedeuten im Beich Gottes nicht 
allesi Und überdies: erst war es nur Utrecht, heute sind es 
schon 13 Bistümer, die überdies in Gemeinschaft mit 350 
Bischöfen der Anglikaner stehen. Eine für die weitere Ent- 



e 



3. Folgerungen. 



Allen, die bis hierher mitgegangen sind, wird es 
ergehen wie einem Wanderer, der im Gebirge er- 
lebt, wie plötzlich die Nebel zerreißen und die 
ganze Landscliaft im strahlenden Sonnenglast vor 
ihnen sich auftut. Wir wissen jetzt, zum wahrhaft 
katholischen Glauben gehören nur jene Sätze, die 
die ganze ungeteilte Kirche verbindlicli als Glaube 
bewahrt und definiert hat, nicht, was spätere 
Kirchenteile und Konfessionen eigenmächtig zu- 
fügten. Wir sind Katholiken, wenn wir die apo- 
stolische Lehre festhalten, wie sie das erste Jahr- 
tausend allgemein verstanden und verkündet hat, 
natürlich nicht in den zeitbedingten Vorstellungen 
und Ausdrucksformen (also in den Vorstellungen 
des alten ptolomäischen Weltbildes), sondern in 
seinem eigentlich religiös Gemeinten. 

Mit dieser Erkenntnis haben wir ein solides und 
festes Fundament und ein richtiges Kriterium 
für die Ermittlung katholischer Wahrheit er- 
rungen. 

Aber mehr noch. Zugleichwerdenwir nämlich mit 
eine^königlichen Freiheit gegenüber all jenen Leh- 
ren, Gesetzen, Formen und Traditionen beschenkt, 
die eben nicht allgemeine Lehre der einigen Kirche 
waren, die entweder durch unzuständige Ent- 
scheidungen inkompetenter Instanzen es niclit 
werden konnten oder die in ihrem Ursprung auf 
außertheologische Faktoren, einseitige Schulmei- 
nungen oder Irrtümern in metaphysischen Vor- 
stellungen späterer Zeiten zurückgehen. 

Konkret gesprochen — um uns dies an einigen 
Beispielen klar zu machen — gehören eben nicht 
zur katholischen Einheit, d. h. zur Katholizität 
die Lehre von der, Unfehlbarkeit des Papstes und 
somit auch nicht jene Entscheidungen der Ver- 
gangenheit und aller Zukunft, die nur durch diese 
für die römische Kirche nun dogmatisch verbind- 
liche Instanz gefällt werden. Diese Lehre ist in 
sich unkatholisch, sie beruht nicht auf rechtmäßi- 
ger Entfaltung, sondern auf historisch und dog- 
mengeschichtlich durchaus nachweisbaren Fak- 
toren. Als rechtmäßige Entfaltung auf Grund auch 
der neuen Forschungen von Lietzmann, Schmidt, 
Cullmann u. a. kann nur dem zugestimmt wer- 
den, daß Petrus in seinem Christuszeugnis der 
Fels ist und die Kirche als Ganze, soweit sie die- 



widdung entscheidende Frage ist es, ob wir die Zeidien der 
Zeit verstehen. Sie verlangt von uns formal 1. äußerste Kon- 
xentration der vorhandenen Kräfte in allen Bistümern, 2. Her- 
anbildung einer Auslese bewußter und positiver Alt-Katho- 
liken, 3. theologischen Einsatz im wissenschaftlichen Gespräch 
und entsprechende Publikationen, 4. Vorstoß in die Öffent- 
lichkeit, aber in ganz positiver Weise. All das aber setzt vor- 
aus volle Einheit und Einigkeit in dem Notwendigen des 
Glaubens, der Liturgie, der Lehre über das Kirchenrcgiment 
und volle positive katholisdie Haltung (Liebe auch zu den 
Irrenden und tiefe Frömmigkeit). 



' ses Felsenbekenntnis übernimmt, das Schlüs^ \ 
amt inne hat. Diese ganze Kirche kann u 
könnte jederzeit einen Mann aus sich, der dur 
aus niclit mit dem Bischof von Rom identisch s 
müßte, heraussetzen, der im Auftrag der gam , 
Kirche und ihr in allem verantwortlich eine e i 
kutive Leitung inne hätte, um die Kirche n: 
außen zu vertreten, die Einheit zu fördern u 
bestimmte von der Kirche beschlossene Zeita 
gaben mit einem ihm zur Seite stehenden V 
waltungsapparat zu erfüllen, und zwar wirkl 
als servus servorum, als Knecht der Knecl 

• Gottes, wie Gregor I. richtig empfunden hat. 

Ein zweites Beispiel für viele. Die^Transsi 
stantiationslehre,'^in sich schon wegen ihrer d( 
matisch engen Verbindung mit der aristotelisdi 
Philosophie fragwürdig, kann höchstens als D( 
tungsversuch für die Gegenwartsweise Christi 
Abendmahl gelten, niemals als Dogma. Sie w 
die Antwort nur einer Teilsynode au^ rein spri 
tuelle Auffassungen.'''^ Die einzige Kirche hat 
nämlich auf dem 7. ökumenischen Konzil v 
Nicaea 787 eine einzige Entscheidung gefällt, ; 
sie erklärte, das konsekrierte Brot und der kon^ 
krierte Wein seien mehr als eine Ikone,'''als ( 
eikon, d. h. mehr als ein Bild des Herrn. Dan 
hat die ungeteilte Kirche lediglich die, Realpri 
senz Christi 'bekannt, die auch wir festhaltt 
ohne einem bestimmten Deutungsversucli d' 
Vorzug zu geben. Die , römisch-katholische,* c 
thodoxe und lutherische ^Erklärung sind ni( 
mehr als Deutungsversuche. Sie gehören in d 
Gebiet der Freiheit. Man kann darüber disputi 
ren und die vorgebrachten Gründe wägen — ab 
keine Deutung kann sich als amtliche Lehre d 
ganzen Kirche ausweisen (hingegen wäre es u 
katholisch und nicht mehr vertretbar, im Aben 
mahLnur ein Symbol,''ein bloßes Bild Chri 
sehen zu 'wollen) . 

Aber auch die sola gratia und^ola fides-Leh 

. dery.^Reformationskirchen'' (allein durch Gna< 

. und Glauben) , vor allem die. reformierte Leh 

über die^ Prädestination,^ das muß einmal gai 

deutlich herausgestellt werden, haben in ihr- 

, konfessionalistischen Zuspitzung weder ein kl 

res Fundament in der Hl. Schrift noch in d« 

einigen Überlieferung oder in einer von der ga 

zen Kirche einmütig angenommenen Erklärun 

Am nächsten kommt der Wirklichkeit nodi d 

* Erklärung des Tridentinums, die an der menscJ 
liehen „Mitwirkung" festhält, aber ziigleiti» v( 
der gratia praeveniens, d. h. der zuvorkoinmei 
den Gnade spricht. Weder einseitiger Augiislini 

' mus noch der Pelagianismus treffen die Botsdm 
Christi. Sie gehören zu den Irrlehren. Eine En 
Scheidung, die den wirklichen Sachverhalt gai 



fe,t, läßt sich nach meiner Überzeugung über- 
bot nicht fällen. Wir haben den typischen Fall 
s absoluten Mysteriums, dessen polare Wahr- 
m von uns in einem Akt gleichzeitig zu be- 
len und festzuhalten sind, deren Lösung uns 
die Mathematik veranschaulichen kann, wenn 
lavon etwa spricht, daß zwei Parallelen sich 
j er Unendlichkeit treffen. 

Ibstredend kann in einem gewissen Sinn von 
K gratia gesprochen werden, nämlich insofern, 
|1 ohne Erlösung überhaupt kein Zugang zu 

^ möglich wäre. Wir können uns nicht 
st erlösen. Aber jede Seite der Hl. Schrift 
^ dit davon — auch Paulus, daß ein Angebot 
'( iegt, das wir ergreifen müssen, daß eine 
5 cke gebaut w urde, die wir betreten sollen, daß 
; Mensch sich der Gnade auch widersetzen 
) n, daß es eine Sünde der Verstockung (wider 
i Hl. Geist) gibt, also auch ein Gericht, also 
I 1 ein schuldhaftes Versagen — oder positiv, 
i] auch eine irgendwie geartete Mitwirkung, 
I nicht nur psychologisch von uns so emp- 
iden wird, „wie wenn wir mitwirkten". Die 
i 'ift und also auch die ganze einige katholische 
l'he kennt eine Art — fürchten wir uns nicht 
' dem Wort — Synergismus." Aber besser ist 
: iarüber nicht zuviel zu klügeln, sondern die 
Gottes zu preisen und uns immer angeru- 
t ühlen, ihr zu folgen, in Freiheit zu folgen, 
itholisch, weil nur von einem Kirchenteil 
1 der Trennung definiert, sind auf Grund des 
ji dien Prinzips die^neuen Dogmen der Mario- 
p e (siehe des Verfassers Studie: „Ist die leib- 
I e Himmelfahrt Mariae ein kath. Dogma"), 
i iliches gilt vom Ablaß- und Bußwesen der 
^ he, wie es heut in der römischen Kirche ge- 
1 dhabt wird, gar nicht zu sprechen von Kir- 
!ä izuchtgesetzen (Zölibat usw.), die ja sogar 
I 1 röm.-kath. Überzeugung geändert werden 
L iien, weil sie Menschensatzungen darstellen. 

'ir dann die theologische und kirchliche Arbeit 
des zweiten Jahrtausends umsonst? 

: e naheliegende Frage. Aus den bisherigen 
- legungen scheint sich zu ergeben, daß alles, 
^ in den Kirchenteilen seit der Spaltung gedacht 
J formuliert worden sei, umsonst geschah. 
^ tits wäre verkehrter als diese Annahme. Die 
■J alogische Arbeit wäre selbst dann nicht un- 
1 /. und vergeblich gewesen, wenn sie alle Be- 
< gten zur Überzeugung von der Übervernünf- 
J eit und Unlösbarkeit gewisser Mysterien ge- 
3 dit haben würde (was offenbar noch lange 
' it der Fall zu sein scheint) .")' Theologische 

' '^ Gegenstände der Lehre, die das zweite Jahrtausend 
'wuhlt und die Kirche gespalten haben, sollen damit nicht 



Arbeit steht nie still. Sie muß ja mit immer verfei- 
nerten Methoden die Alte Wahrheit als Offenba- 
rung, als glaubwürdig dartun, sie zeitgerecht uns 
nahebringen, das Ringen um sie uns verdeutli- 
chen, sie gegen Zeitmeinungen verderblicher Art 
abschirmen und sichern. Sie hat in immer sach- 
gerechteren Formulierungen das allgemein Ge- 
klärte uns näher zu bringen und tiefere Aspekte 
zu eröffnen, ganz im Sinn der Entfaltung, wie sie 
uns Vinzenz von Lerin schilderte. Wir dürfen 
auch die vielen theologischen Deutungsversuche 
nach den vorgebrachten Gründen wägen und 
ihnen eine geringere oder größere Wahrscheinlich- 
keit zubilligen. Gerade heute aber bleibt der theo- 
logischen Wissenschaft in ihren vielen Zweigen 
ein Doppeltes aufgegeben: 

1. Muß sie die Wahrheit christlichen Glaubens 
und christlicher Sittenlehre auf unsere Ver- 
hältnisse praktisch anwenden, mit den uns alle 
bedrängenden Fragen konfrontieren. Sodann 
soll sie sich 

2. bemühen, die unerläßliche Vorarbeit für eine 
Annäherung der Kirchenteile und Teilkirchen 

zu leisten, die zur endlichen Aussöhnung er- * 
forderlich ist. Da gilt es, phänomenologisch 
den jetzigen Konfessionsstand zu beschreiben 
und nach der gleichen Methode aufzuzeigen, 
was die apostolische Verkündigung und ihre 
kompetente Interpretation durch die einige 
Kirche wirklich meint. Schon dies wird alle 
Fächer der historischen und systematischen 
Theologie bemühen. Die praktische Theologie 
wird zeigen können, auf welche bestmögliche 
Art sich in zwar mannigfacher aber doch we- 
senhaft gleicher Weise sich die einheitliche 
Lehre in der Praxis verschiedenartiger Volks- 
strukturen ausdrücken kann und soll und 
welche Klippen heute die Kirche meiden muß. 
Und wieviel Arbeit bleibt der Theologie in der 
Auseinandersetzung, sagen wir besser, im ge- 



aus dem Glaubensdenken ausgeschaltet bleiben. Aber sie sind 
teilweise so schwierig, daß man sie, wie z. B. die Frage der 
Prädestination, des Rechtfertigungsprozesses oder der Gegen- 
wartsweise Christi im Sakrament am besten als göttliche 
Mysterien in den letzten Entscheidungen in Schwebe beläßt, 
indem man, wie es die alte Kirche immer tat, die polaren 
Wahrheiten bekennt, ohne ihr Ineinander gänzlich aufhellen 
zu können. Dennoch waren die Bemühungen um Aufhellung 
der Geheimnisse des Rechtfertigungsprozesses, des Mysteriums 
der Eucharistie usw. nicht umsonst. Vielleicht wollte die gött- 
liche Vorsehung durch die Spaltung der Kirche der Christen- 
heit Zeit geben, alle Gesichtspunkte der Klärung „ins Spiel" 
zu bringen, um sie so selbst wieder zur Ehrfurcht und einer 
Genügsamkeit im Erkennen, einer größeren Duldsamkeit, einer 
wirklichen Bruderkirche zurückzuführen. Die Wahrheit ging 
nie völlig unter, die Una Sancta liegt im „Modell" vor — wir 
sagen dies von unsern Bistümern in aller Demut, und im 
Wissen um die Armseligkeit und das Zurückbleiben unserer 
sichtbaren Erscheinung hinter dem „Ideal". Mindestens gebührt 
unserer Theologie ein Mitverdienst daran, die katholischen 
Erkenntnismittel zur Wahrheitsfindung wieder ans Licht ge- 
bracht und den Weg zur Aussöhnung durch Rückkehr zur 
autokephalen, episkopalen und konziliaren Verfassung der 
Kirche gezeigt zu haben. 



meinsamen Gespräch und Kontakt mit den vie- 
len Fächern der geistesgeschichtlichen und 
exakten Wissenschaften aufgegeben. Bei all die- 
ser Arbeit ist Wertvolles auch im 2. Jahrtau- 
send zutage gefördert worden, auf das man 
besonnen zurückgreifen kann und muß. Alles 
wahrhaft Gute wird sich dann, wo immer es 
sich auch findet, als wahrhaft katholisches 
Glaubensgut erweisen. Oft wird sich zeigen, daß 
man häufig in verschiedenen Begriffen dasselbe 
meinte, daß Spaltungen nicht selten auf zäher 
Konservierung bestimmter Frömmigkeitsstile, 
zeitbedingter Formen und einer Fülle von Vor- 
urteilen beruhen, die mit einer Liebe aufge- 
päppelt und aufrecht erhalten werden, die einer 
besseren Sache würdig wäre in einer Zeit, die 
nach der Verwirklichung des Prinzips der alten 

, katholischen Kirche schreit: Im Notwendigen 
Einheit, im Zweifelhaften Freiheit, in allem 

' Liebe! 

Das Verhältnis der Wesenseigenschaften 
der Kirche untereinander.^^) 

'i!^~, 1. Schon Pacian von Barcelona (f um 385) erklärte 
in seinem ersten Brief an den Novatianer Sym- 
pronianus, sein eigentlicher Name sei zwar Christ, 
aber wegen der vielen Irrlehren, die nach den 
Aposteln ihr Haupt erhoben hätten, sei es nötig, 
das apostolische Volk durch einen Zunamen, 
durch eine nähere Bezeichnung zu kennzeichnen. 
„Durch welchen Zunamen könnte ich sonst mein 
Volk erkennen, wenn es nicht als ,katholisch' 
bezeichnet würde." Und Cyrill belehrt die Tauf- 
bewerber; wenn du einmal als Fremdling in Städte 
kommst, frage nicht einfach, wo die Kirche sei, 
sondern wo die katholische Kirche sei. Denn 
dieses ist der eigentliche Name dieser heiligen 
Kirche und unser aller Mutter. (Cat. 18, 16.) 

„Katholisch" hat also schon in den ersten Jahr- 
hunderten eine weitere Sinngebung erfahren. Seit 
• Cyprian (f 258) wird dieser Begriff zur Bezeich- 
nung der Rechtgläubigkeit verwandt. Auch heute 
wird der Begriff „Katholisch" nicht nur im Sinn 
strenger Theologie zur Veranschaulichung eines 
Merkmals, einer der Kirche wesentlichen Eigen- 
schaft gebraucht. Er meint das Ganze der Lehre, 
des Kultes, der Verfassung der Kirchen, die das 
Bischofsamt bewahrt haben, also in psysischem 
Zusammenhang mit der Urkirche und den Apo- 
steln stehen. Das gilt auch von der, römisch- 
katholischen Kirche, obwohl wir Glieder der^al- 
ten katholischen '^Kirche davon überzeugt sind, 
daß — wie gezeigt — die römische Kirche die apo- 

**) Hiermit knüpfe ich an meine kritisdien AusführunBcn auf 
der letzten Theologenkonferenz an. Siehe auch IKZ IQ.*)?, Nr. 1 
Vortrag von Prof. Dr. Küppers. 



^ stolische Lehre eigenmächtig und unberechti|l 
weise erweitert, teilweise falsch ausgelegt 

, gegen die Einheit im Kirchenregiment der Ki 
sich verfehlt hat. Dadurch ist die römische Ki 
„katholizistisch" oder „römzs c/i" -katholisch 
worden. Gerade an ihr bewahrheitet sich, da£ 
Vorwort römisch (amtlicher Ausdruck) das 
tholische verändert und beeinträchtigt, sei e^ 
durch, daß die Akzente falsch gesetzt oder Zuj 
gemacht wurden, die weder in ihre Zuständig 
fallen, noch nadi den katholischen Lehren 
lungsprinzipien sich als apostolisch (depos 
fidei apostolicum) nachweisen lassen. 

Auch in unserer Abhandlung ist dem n- 
Gebrauchssinn Rechnung getragen, obwohl 
sagt werden kann, daß tatsächlich eine wirk 
logische Durchführung der prinzipiellen (w( 
haften, inneren) Katholizität berechtigterv 
eben alles umfaßt, die Menschenwelt (sogai 
unvernünftige Welt wegen der Beziehung 
Menschenwelt), darüber hinaus die Welt dei 
schaffenen Geister, ja den dreieinigen Gott, 
weit katholischer Glaube ihn als Gott in 
und in seinen Wirkungen nach außen bek( 
Katholisch drückt das gesamte Selbstverstän 
aus, ist zum Namen der Kirche schleclithin 
worden. Daher werden auch alle anderen 
sensmerkmale der Kirche, sowie alle sonst 
Nota ebenso vom Begriff der Katholizität 
schlössen, wie überhaupt alle Aussagen der ] 
matik, soweit sie sich auf die apostolisclie (i 
benshinterlage' berufen können. Da die Ap< 
das Alte Testament, „soweit es Christum treil 
nicht angetastet haben, ja sogar lehrten, Gott 1 
sich auch den Heiden nicht unbezeugt gela 
und es ihnen ins Gewissen gegeben (siehe l 
2, 15), gehören auch die logoi spermatikoi. 
verstreuten Samenkörner der Urof f enbarung 
apostolischen Glauben. Darum hat auch die 
tholische Kirche (schon die Kirchenväter) 
verschiedenen Stadien ihrer Existenz gespror 
die bereits mit der Schaffung des Mensc 
geschlechtes begann. Und eine Gertrud vo 

' Fort hat in ihren großartigen Hymnen di 
Überzeugung der Kirche einen herrlichen ( 
terischen Ausdruck verliehen. 

2. Fragen wir aber nun,wie die Katholizita 
besonderes Merkmal sich zu den übrigen Ei 
schaffen der Kirche verhalte, dann scheint 
eine Schwierigkeit zu ergeben. Hat unsere Ui 
sucliiing also nicht sie alle irgendwie ühcrfli 
gemacht? Sind nicht alle im Begriff der Katl 
zität schon mitgemeint und so mitgesagt, dal 
aus diesem Begriff der Ganzheit in rediter < 
imng abzuleiten wären? 



...Isächlich besteht bei einigen eine solche in- 

ji Beziehung, daß man geneigt ist, den schola- 

l len Satz: „das Gute, Schöne und Wahre fällt 

ottes Wesenheit zusammen", wenigstens bei 

en Merkmalen der Kirche anzuwenden. Und 

ugbar gehören alle Eigenschaften der Kirche 

li v'oUständigkeit, zur Ganzheit, also zur Katho- 

i lt. Formal ist die Katholizität also der Ober- 

I iir. Fehlte ein Merkmal, so entfiele die Ka- 

I zität. 

I mnoch können wir die anderen Kennzeichen 

I t entbehren. Sie erläutern die Katholizität. 

j :eigen ihre vielseitigen Aspekte. Da wir nicht 

Gott in einem Nu, also gleichzeitig alles er- 

m können, sondern nacheinander (sukzes- 

denken, zeigen uns die andern Begriffe das 

und Miteinander der wesenhaften Sachver- 

\ Es läßt sich also wohl sagen, eine Kirche, 

licht zur Einheit strebt, die die Heiligkeit miß- 

iet, die die apostolische Wahrheit nicht ver- 

let, ist nicht katholisch. Andererseits beruht 

i Katholizität der Kirche eben auch umgekehrt 

j uf, daß sie die apostolische Lehre bewahrt 

1 entfaltet, daß sie zur Heiligkeit hinführt, daß 

I.iie Einheit anstrebt. Es lassen sich also sehr 
1 gewisse Seiten des katholischen Wesens 
hh andere Merkmale erläutern und Beziehun- 
( untereinander nachweisen. 

Katholizität und Apostolizität. 

' Beginnen wir mit der Apostolizität. Sie ist, 

[: seh betrachtet, das ursächliche Prinzip der 

i lolizität, denn ohne Zeugnis der Apostel gibt 

i Leine Katholizität.''^) Wir sagten ja bereits, 

katholischer Glaube offenbart, d. h. vorge- 

'n ist. Er läßt sich nicht philosophisch kon- 

ieren. Alle Christen berufen sich freilich auf 

apostolische Verkündigung, aber nicht alle 

en ihre Gläubigen die apostolische Verkün- 

ing vollständig erfassen. Manche treffen eine 

jektive Auslegung — statt sich an die Lehre 

ganzen Kirche zu halten; andere behaupten, 

Lomme nur auf das zentrale Anliegen der 

ift an, wieder andere suchen wesenhafte Be- 

(iteile einfach als Mythen, Einschiebsel, durch 

.'orische Erklärung, Entmythologisierung oder 

•hilologisch-historischer Zerlegung aviszumer- 

Aber nur die apostolische Verkündigung 

n Anspruch auf Katholizität erheben, die die 

ingene Offenbarung, d. h. die apostolische 

ibenshinterlage ganz und vollständig bewahrt. 

;>s gilt nur logisch, denn wie schon früher hemerkt, 
•ludi bereits die Urgemeinde „katholisch", d. h. sie besaß 
r Apostolizität zugleich und zwar unmittelbar die Katho- 
' 'n der ursprünglichsten Weise (wesenhafte, innere Katho- 

uiid potentiell auch die Bestimmung und Anlage zur 

iien Ausbreitung (äußere K.). 



Die Bewahrung allein jedoch genügt nicht. Die 
Kirche ist keine Heilsbibliothek, keine Schatz- 
kammer, die ihre Schätze nur Besuchern zeigt und 
wissenschaftlich untersuchen läßt. Die Kirche ist 
„Ausspenderin der Geheimnisse Gottes", sie will 
Leben zeugen, will wie ein gesunder Baum Frucht 
tragen. Katholizität ist mithin keine statische An- 
gelegenheit, keine äußerlich und legal tradierte 
Sache. Es genügt nicht, daß wir korrekt lehren, 
peinlich genau zelebrieren, gesetzlich uns an alle 
Vorschriften halten. Nur dort, wo das Leben der 
Urgemeinde auch in die heutigen Gemeinden 
gleichsam eingetragen wird, wo das Heilsge- 
schehen sich fortwährend aktualisiert, die Kirche 
sich selbst beständig verwirklicht und erbaut zu 
einem lebendigen Corpus Christi, wo die Kirche 
Leben weckt, da wird die Ganzheit, die Katholi- 
zität erlebbar, blutig ernst und konkretisiert. Mit 
andern Worten, da kann man spüren, was volles, 
ganzes Ernstnehmen bedeutet: die Über-Zeugung 
durch den Hl. Geist, das Aufstrahlen der weiteren 
Eigenschaft der Kirche, ihrer Heiligkeit wird im 
Vollzug der Katholizität spürbar. 

Katholizität und Heiligkeit. 

4. Zwischen Katholizität und Heiligkeit lassen 
sich nun zunächst rein äußerlich einige Analogien 
aufweisen. Zunächst im Verhältnis Gott gegen- 
über: Wir haben wohl die ganze uns geschenkte 
Offenbarung zu bewahren und darzuleben, aber 
obschon sie den ganzen Gott intendiert, das heißt 
anzielt, ihn mit menschlichen Begriffen auch ganz 
erfaßt, bleibt unser Erkennen vordergründig, 
kommt nie zu Ende (in diesem Pilgerstand) . Dar- 
um sagt schon der Apostel: „unser Wissen ist 
Stückwerk". Ähnliches gilt von der Heiligkeit. Sie 
ist Geschenk, donum dei. Aber als Geschenk ist 
sie wohl göttliche Gabe, ja vielleicht sogar Ein- 
wolmung Gottes in uns. Aber doch so, daß wir 
dadurch nicht vergottet werden. Die Heiligkeit, 
die Gott in sich selbst hat, kann nie von einem 
noch so begnadeten Menschen behauptet werden. 
Auch die Vorstellung einer Emanation Gottes 
kann pantheistischen Irrtümern Vorschub lei- 
sten und darf nur zur Veranschaulichung analog 
benutzt werden. 

Auch im Hinblick auf uns gibt es eine Ähnlich- 
keit zwischen Katholizität und Heiligkeit. Die Of- 
fenbarung in ihrer Ganzheit überwältigt uns 
nicht. Wir haben die Freiheit, sie anzuerkennen 
oder abzulehnen. Die Fülle göttlicher Offenba- 
rung macht die natürliche Erkenntnis nicht über- 
flüssig, sondern ergänzt sie. Ähnlich raubt uns 
die Gnade nie die Personwürde. Sie hebt weder 



33 



Freiheit noch Personalität auf, sie verändert nicht 
das natürliche Wesen, sondern steigert es nur. 

Wie die Ursache der Offenbarung, also der 
Apostolizität und der bewahrten und entfalteten 
Apostolizität (Katholizität) „Gott in Christus" 
(und fortwirkend „Gott im Heiligen Geist") ist, 
so ist auch die Heiligkeit der Kirdie zunächst be- 
gründet in Gottes heiligender Gnade, die vom 
Haupt der Kirche zufließt, teils unmittelbar im- 
mer dann, wo Kirche sich aktualisiert in der Ge- 
betsgemeinschaft der vielen oder auch des mit 
Christus und der Gemeinschaft geistig vereinten 
einzelnen Beters (daher die Widitigkeit des Wor- 
tes „unser" im Herrengebet) oder mittelbar in 
den Heilsmitteln der Sakramente (um Christi 
willen) . Die Heilsmittel bewirken wohl eine Ein- 
gliederung in den Leib Christi, aber keine Ver- 
wandlung in Christus. Die Einwohnung Gottes 
in uns ist vergleichbar jener in Christus: „unver- 
mischt und ungetrennt". 

Wir haben bisher die Ähnlichkeit beider We- 
sensmerkmale der, Katholizität und Heiligkeit 
festgestellt, 1. im Verhältnis zu Gottes Wesen, das 
weder in der Katholizität, d. h. Ganzheit der Of- 
fenbarung den im unzugänglichen Licht wohnen- 
den Gott uns völlig nahebringt noch uns die Hei- 
ligkeit gibt, die Gott in sich selbst darstellt. Den- 
nodi, das war das 2. Ergebnis, ist beider Wirk- 
ursadie Gott selbst, näherhin die sich unser er- 
barmende Liebe Gottes, die uns Anteil geben will 
an seinem eignen Wesen. 
3^A^. -i. Es bleibt noch aufzuhellen, wie Katholizität 
und Heiligkeit sich zueinander verhalten. Viel- 
leicht läßt sich das Verhältnis nach Analogie der 
Wechselwirkung von Leib und Seele bestimmen. 
Je mehr ein Christ (mit Hilfe der zuvorkommen- 
den Gnade Gottes) in die Katholizität, in die Fülle 
und den Reichtum der Offenbarung und aller Heils- 
güler hineinwädist, sie auf sich bezieht und be- 
nutzt, um so mehr wird er „in Christus eine 
neue Kreatur". Heiligkeit ist mithin angewandte, 
verwirklichte, aktuose Katholizität. 

Aber auch umgekehrt gilt: je mehr jemand in 
der Gnade Gottes steht und Früchte der Heiligung 
aufweist, um so mehr wird er bereit sein, sich 
dem ganzen Heilsratschluß Gottes in Wort und 
Sakrament zu öffnen. Um so positiver wird 
seine Haltung gegenüber aller Offenbarungswirk- 
lidikeit. Darum ist der wirkliche Heilige der 
ganzheitlichsle, der wertoffenste Mensch, wenig- 
stens der Absicht, dem Wollen nach. Daß audi 
heiligmäßige Menschen nie ihre Eigenart abstrei- 
fen können und nicht einmal sollen, wurde be- 
reits betont. Aber gerade das wird zum Prüfstein 
echter Heiligkeit, daß sie den Blick öffnet für die 
Wertwelt überhaupt und für die Vorzüge, die 



andere verkörpern. Wo starke Individualität {[ 
dere verdrängt und unterdrückt, ist der Dv^ 
brudi zur vollen Katholizität der Intention ] \ 
eben nicht erfolgt, womit erst ein u. U. i 
niederer Grad von sittlicher Vollkommenheit 1 
vielleicht großer menschlicher Vorzüge err» 
wäre. Katholisdie Haltung wird somit gera. 
zu einem wesenhaften und sidieren Prüfsteii 
reiditer sittlicher Volljcommenheit, denn der 
gen, wertblinden Fanatikern, Sektierern 
Häretikern fehlt jene Liebe, die zur Erfas* 
aller Wahrheit und Seinswirklichkeit unerläl 
ist. Die Liebe aber ist das Band, ja das W 
der Vollkommenheit. Heiligmäßige Mens 
werden daher niemals den Irrtum „ausrotl 
wohl aber mit deif Waffen des Geistes bekam 

— und eine wirklich Christus als Haupt aner 
nende Kirche, die katholisch sein will, kann 
mals Feuer und Schwefel auf eine Stadt odei 
Land herabrufen^^) — sie wird nur in Liebe 
wie Christus dahinopfern, sie wird wie eineHc 
die Küchlein unter ihre Flügel bergen und ^ 
mein und das Endgericht Gott überlassen. So 
gerade Heiligkeit und Katholizität fast nur 
Seiten derselben Sache. 

Katholizität und Einheit. 

5. Wie verhält sich das Merkmal der Eii 
zur Katholizität. Gerade diese beiden Merki 
sind unlöslich miteinander verknüpft. Wo 
Katholizität auch nur in Nebenfragen verletzt v 
wird die Einheit zum mindesten bedroht — 
umgekehrt, je mehr die Katholizität Eingan 
die gespaltene Christenheit findet, um so ni 
kommt sie wieder dem Ideal der Einheit. 

Wenn wir beten: ich bekenne eine Kirch( 
sagen wir damit, daß Christus nur eine Ki 
gewollt und für die Erhaltung dieser Einheil e 
einzigen Kirche (mit gleichartigen, also wes 
gleichen Teilen) gebetet hat. Wenn wir uns : 
besinnen, worin diese Einheit sich erweist 
darstellt, dann wäre zu sagen, daß es sidi um 
Einheit im Glauben (Lehre), im Gottesdienst 
Brotbredien, in der Gemeinschaft und im Dit 
(Liebe) handelt (unitas fidei, liturgica et sa 
mentorum und regiminis). 

") Spaltung wurzelt fast immer in Lieblosigkeit und E 
nutz, mindestens in Kurzsichtigkeit. So war es Sünde Piu- 
die inständige Bitte Bischof Kettelers zu übersehen um 
verhängnisvollen Worte „ex sese" in der Vatik. F.rkl; 
einfügen zu lassen. Ks war Sünde Roms, entgegen frül 
Gepflogenheit die große Opposition unbeachtet zu l;issei 
war Sünde Pius XII., trotz rechtzeitiger und begrün 
Mahnungen von römisch-katholischer und evangclisdier ' 
ein undefinierbares Dogma zu verkünden. Aber, o felix < 

— vielleicht sind es Umwege Gottes, um den Glauben 
kleinen Zahl zu prüfen und Rom einen Weg zur radikalen 
kehr anzubieten? — Die Sünde liegt also meist bei dener 
bei den der Wahrheit Verpflichteten die tragische GcwlJ 
entscheidung herausfordern, seltener bei denen, die «voi 
Tor hinausgehen". 



34 



i Gott durch Christus nur eine Kirdie mit 
Fülle der Gaben ausgestattet hat, muß diese 
Christus gewollte eine Kirche also jene 
die katholisch ist, d. h. die das OfTenbarungs- 
läclitnis (apostolische Glaubenshinterlage) 
. und heil bewahrt und darstellt. Wahrhaft 
olische Kirche fällt folghch mit der einen 
he zusammen. 

iese rein logische Folgerung aus dem ganz 
en Willen Christi und dem, was wir aus dem 
ensbegriff katholisch nun mit Recht nach der 
usgegangenen Erörterung erkennen müssen, 
, nbestreitbar. 

jer nun stehen wir vor der empirisch, d. h. 
I hrungsgemäß wahrnehmbaren Vielfalt vieler 
; henteile und Teilkirchen. Wir sind diesem 
! )lem schon früher begegnet. Und doch brauch- 
I wir uns gar nicht auf die Unsichtbarkeit der 
I he des Glaubens zurückzuziehen. Die Kirche 
I [steine trotz der Spaltung noch recht deutlich 
I nnbar. Gerade nach dem, was hier als wesen- 
1 katholisch herausgestellt wurde, eignet die 
; lolizität und damit die Einheit wenigstens 
\ idsätzlich all den Kirchenteilen, die die Fun- 
! ente des wahrhaft katholischen Glaubens, 
I die apostolische Glaubenshinterlage in der 
e rpretation der einen bzw. einigen Kirdie an- 
1 nnen. Gerade auf Grund unserer Erkenntnisse 
'de ich keine Bedenken tragen, beispielsweise 

I n Lutheraner, soweit er mit uns auf dem 
i en der ungeteilten Kirche steht, darin als Ka- 
I: iken anzuerkennen. Ich müßte ihn nur bitten, 
ii Sonderlehren, die er darüber hinaus vertritt, 
li eicht mit guten Gründen vertritt und die ihm 
b blassen bleiben, als res libera, als freie theo- 
i <che Deiitiingsver suche ohne AUgemeinuei- 
►. Hichkeit so lange zu betrachten, solange ihnen 
i ^l)äteres wahrhaft ökumenisches Konzil diese 
^ )indlichkeit nicht gegeben hat. Auch ein über- 
|i ter römisch-katholischer Christ ist Katholik, 
t i\i er auf dem Boden der ungeteilten Kirche 
\ t. Leider wird er nach dem^Vatikanum^per- 
>< ich gar nicht mehr in der Lage sein, die im zwei- 

1 1 tausend durch Teilsynoden und päpstliche 
- riieidungen hinzuergangenen Interpretationen 

II Zufügungen apostolischer Lehre als bloße 
r ologumena (Deutungsversuche mit dem Ge- 
^' if der dafür aufweisbaren Gründe) gelten zu 

Täte er dies, wäre er , Alt-Katholik und 
sich eo ipso, von selbst von seiner „Kirche" 
'ieren (er würde faktisch von der, römi- 
/iir katholischen Kirche zurückkehren), 
lieh, auch das wird zutreffen: „Viele, die 
' n scheinen, sind drinnen und viele die 
' n sind (auf Grund Abkunft, Mitgliedschaft 
nht Gliedschaft) sind draußen. Denn „Nicht 



jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr" ist wirklich 
gläubig und dem Heilsratschluß Gottes gehorsam. 
Das Urteil darüber steht bei Gott und uns allen 
gilt die Mahnung: „Wer steht, sehe zu, daß er 
nicht falle". 

Welche Folgerungen ergeben sich aus dem Ver- 
hältnis zwischen Katholizität und Einheit? Wahre 
Katholizität drängt auch zur sichtbaren und äuße- 
ren Einheit. Wo immer wesenhafte katholische 
Einheit im Glauben, Kult und in der> Ordnung 
(Verfassung, Dienstämter) festgehalten wurde, 
müssen die wesensgleichen Teile auch die äußere 
Einheit verwirklichen. Darum bezeugten sich die 
Bruderkirchen im 1. Jahrtausend diese Einheit 
durch das herrliche Symbol und Unterpfand der 
Einheit, durch die Communio des sakramentalen 
Christus (Abendmahlsgemeinschaft) . Und wo im- 
mer diese innere Einheit der Katholizität zerbro- 
chen war, konnte die Abendmahlsgemeinschaft 
nicht realisiert werden. 

Aber auch umgekehrt setzt die Katholizität 
auch die wesenhafte Einheit in apostolischer 
Lehre, Kult und „Kirchenregiment" (Verfassung) 
in den zu ihr zählenden Kirchenteilen voraus! 

Die Geschichte unserer Bistümer erhärtet aufs 
trefflichste diese Beziehung (Relation). Sobald 
die Utrechter Kirche nach Vergleich der Lehre 
der deutschen Alt-Katholiken deren Katholizität 
feststellte, trug sie kein Bedenken, Reinkens zum 
katholischen Bischof zu weihen. Auf die gleiche 
Weise kam es zur Utrechter Union, zur Auflösung 
der Gemeinschaft mit den Mariaviten, zur Sakra- 
mentengemeinschaft mit den Anglikanern. Und 
nur dieser Weg, nicht die zuerst gewährte Abend- 
mahlsgemeinschaft, kann der rechte Weg zur Wie- 
dervereinigung der schmerzlich gespaltenen Chri- 
stenheit sein. 

Uns Katholiken altgläubigen Bekenntnisses be- 
rührt es immer seltsamer, daß trotz unserer vol- 
len Katholizität, also vollen Ebenbürtigkeit mit 
dem ältesten katholischen Kirchenteil, der ortho- 
doxen „Kirche" (richtiger hieße es, der ortho- 
doxen Bistümer, wenn man sich erinnert, daß es 
nur eine Kirche gibt) bis heute seitens der auto- 
kephalen orthodoxen Kirchenteile uns die volle 
Gemeinschaft nicht zuerkannt wird. Es erhebt sich 
wirklich die Frage, ob sich dies seitens der Ortho- 
doxen länger verantworten läßt, ob dies im Hin- 
blick auf unsere Wesenseinheit nicht zum Ärger- 
nis, zur Sünde wider den Hl. Geist und gegen die 
brüderliche Liebe wird. Begreift man darüber nicht, 
was die Stunde gebeut, welche Stärkung es für 
beide wäre, wie dadurch auch die äußere Ka- 
tholizität wüchse, welche Rückwirkungen auf die 
römische Kirche und die Welt sich ergäbe! Wir 
haben als Rest der an altkirchlichem Glauben, 



35 



Verfassung und Gottesdienst festhaltenden Abend- 
länder die Ostkirche niemals gekränkt, wie schon 
Michaud betont hat. Möchten bald ernsthafte Ver- 
handlungen in Gang kommen. So arm wir auch 
an Zahl und geistliclien Krafterweisen augen- 
blicklich sein mögen, Gott fragt nie nach der Zahl. 
Er, der Einzelnen sein Wort in den Mund ge- 
legt hat, daß sie sich nicht fürchten, sondern 
Ihn bekennen vor aller Welt! Das Wort brüder- 
lidier Gemeinschaft, das ist gewiß, wird nicht 
ungesegnet zu allen zurückkommen.^^) 

Katholizität und andere 
Merkmale der Kirche. 

6. Die Theologie spricht außer den vier hier be- 
handelten Kennzeichen und Wesenseigenschaften 
der Kirchen noch von der Sichtbarkeit der Kirche 
und von den unsichtbaren Eigenschaften der 
Unfehlbarkeit und Unzerstörbarkeit der Kirche 
als solcher.*®) Außerdem kennt sie eine Reihe 
von notae oder Notionen. Neuerdings führt man 
als Erweis der Heiligkeit (besser der Heilheit, 
also doch der Katholizität) noch an: Lehre, Tvult, 
^» , Verfassung, ferner das Zeugnis der Verkündi- 
-/ gung (Mission), des, Martyriums (Selbsthingabe 
in Erfüllung der evangelischen Räte, der Forde-^ 
rung der Bergpredigt zum Leiden für Christus 
evtl. bis zur Selbsthingabe des Lebens) und der 
Diakonie (Dienste der Liebe). Auch hierzu ein 
Wort. 

Die Lehre, die Heilsgüter und Verfassung 
(ihr entsprechen die prophetische, priesterliche 
und seelsorgerliche [oberhirtliche] Aufgabe und 
Tätigkeit der Kirche) und die sich daraus erge- 
benden Lebensäußerungen und Bezeugungen ge- 
hören zwar zur formellen Katholizität einer Kirche, 
zu ihrer Vollständigkeit und Ganzheit — aber die 
Aufzählung dieser Lebensäußerungen als solche 
besagt noch nichts über die Katholizität, d. h. 
Heilheit und Richtigkeit ihres Inhaltes und Voll- 
zugs. Auch die Häresien, sogar die säkularisierten 
Ersatzreligioneri unserer Tage haben diese „Notio- 
nen", oft sogar in höchster formaler Vollendung. 
Erst ihre inhaltliche Qualität, d. h. die volle in- 
haltliche Übereinstimmung der Lehre mit derapo- 
stolisdien Lehre, des Gottesdienstes mit jenem, den 
Christus will, der Verfassung, die auf apostolische 
Anordnung in ihrer Entfaltung zurückgeht, ma- 
chen die Lebenszeugnisse der Mission, des Martyri- 
ums, der Diakonie zu vollgültigen Zeugnissen nach 



**) Ein Versagen der Gemeinschaft lediglidi aus kirdienpoliti- 
schen und taktisdien Geslditspunkten würde dem Gebot Chri- 
sti, der Liebe und somit der Heiligkeit der Kirdie ins Ge- 
sidit schlagen. 

**) Da sie nur dem Glauben gewiß sind, haben sie nidit den 
Charakter der Kennzeichen, d. h. Erkennungszeichen. 



lichenl 
und >1 



der Absicht Christi. Erst von ihrer inhaltlichei 
thülizität bekommen sie ihre Richtigkeit 
macht. Besitzen sie diese inhaltliche Qual 
dann freilich fließen die genannten Bestand 
der apostolischen Tradition aus dem Heiligu 
willen Gottes (nicht unmittelbar aus Gottes 
sen), spiegeln im Dogma und Gottesdienst' G< 
wesenhafte Heiligkeit (gebrochen) wieder, 
dann erweist sich das Dogma als Teilnahmt 
der göttlichen Wahrheitsfülle, der^ Gottesdi 
als Abbild des himmlischen Dienstes nach .lo 
nes, gewähren die, Heilsmittel uns Teilhabe 
göttlichen Leben, bzw. an den Krafterwt 
Gottes. 

^- Ihrerseits drängen diese Gunsterweisungen 
tes uns zu dankbarer Weitergabe. Dieses We 
geben wird freilich auch nur dann richtig 
gesegnet sein, wenn sie erfolgt nicht in unerU- 
tetem Eifer, in eigenmächtiger Form, 
menschlicher Rechthaberei, sondern aus 
Geist, der einst die Apostel getrieben hat: Z 
zu werden der Herrlichkeit und der Erban 
gen Gottes. 

Damit aber stehen wir an dem Punkt iin? 
Darlegungen, wo es angebracht ist, noch ein 
trotz bereits mehrfacher Hinweise*^) darauf 
merksam zu machen, daß wahre^Katholizitä 
Heiligkeit einbeschließt und fordert und w 
Heiligkeit zur Katholizität hindrängt und sie 
lebt. Nur in der gegenseitigen Durchdrini 
beider wird die Kirche Kirche Jesu Christi 
Glaube im Schauen sich vollendet, da die.,1 
nung sich erfüllt im dereinstigen Besitz, abc 
Liebe immer währet und allem erst eine 1 
Vollendung, eine letzte Heilheit und Kath( 
tat verleiht, wird nur jene Kirche wirklicli k: 
tische Kirche sein, die um dieses letzte Gehei 
weiß und sich darin vollendet.'*^) Mag ui 
Lehre noch so rechtgläubig, unser Gottesd 
noch so „schön" und mögen unsere Zeug 
und Lebensäußerungen noch so richtig orgaiii 

") Dem aufmerksamen Leser ist sie nichts Neues mehr 
kann es nicht eindringlich genug gesagt werden. 

") RalTael hat die Glaubenswirklichkeit, die alle Vc 
übertrifft, in seiner Disputa dargestellt. Dieses Gemäld« 
verschieden interpretiert: als Darstellung dos Zentralg« 
nisses der Altäre, das Gegenstand des Gesprächs der rint; 
Kirclie ist; als Manifestierung der triuin|)hieronden r 
Offenbart es nicht auch den tiefsten Grund, die causa 
plaris und effectiva, die urbildliche und tatsächliche L 
sowohl der Katholizität wie der Heiligkeit der Kirdie? 
nidit Christus selbst, der im Geheimnis der Iiicarnatio; 
Mensdiwerdung, also verhüllt im Fleiscli — und dann ve 
unter dem Zeichen des Brotes, den Seinen hieniodin sid 
um dann enthüllt mit den durch ihn Vollendeten das Rc 
teilen? — Überdies madit die Dis|)uta die Doppelbedf 
des Artikels von der Gemeinsdiaft der Heiligen olToiibar 
Ciemeinsdiaft der Heiligen meint sowohl jene, dir der h« 
Speise teilhaft werden wie jene, die Christus angehörer 
Bereiche, die obere und untere Sdiar, die untere im 
ben ringend und hoffend, die obere dort im Sciiaurn seil» 
in Liebe zum verborgenen und erhöhten Herrn unicrelr 
geeint. (Vergleiche audi die großartige Bilderspradi 
Offenbarung Johanni). 



36 



, wo das alles nicht getragen und gespeist 

I von der Liebe Christi, von der Lebensmaclit 
Heiligen Geistes, der vom Vater durch den 

II ausgeht, da läge nur mechanisches Tradie- 
äußere Betriebsamkeit, also pseudochrist- 

es Tun vor. Darum muß jeder Kirchenteil 
jedes Glied der Kirche sich selbst fragen, ob 
wirklich glaubt, hofft und vor allem, ob die 
>e' Christi sie drängt und belebt. Denn: 

v^enn ich mit Engel- und Menschenzungen rede, 

ber die Liebe nicht habe, 
; ) bin ich nur tönendes Erz 

nd eine klingende Schelle 

nd wenn ich die Gabe gotterleuchteter 

ede habe 

nd alle Geheimnisse w^eiß und alle 

rkenntnis besitze, 

nd wenn ich allen Glauben habe, 

) daß ich Berge versetzen kann, 

ber die Liebe nicht habe, 
I 3 bin ich nichts. 

^' nd wenn ich all meine Habe den Armen 
l usteile 

nd meinen Leib zum Verbrennen hingebe, 

her die Liebe nicht habe, 

) nützt es mir nichts. 

(L Kor. 13) 




Literaturhinweise: 

Abkürzungen: Ak.V. = Alt-Kath. Volksblatt; Ak.K.Ztg. = Alt- 
kath. Kirchenzeitung; W.B. = Willibrordbote; IKZ = Inter- 
nat. Kirchl. Zeitschrift. 

Zu dem hier behandelten Gesamtthema wären vom Verfasser 
P. Pfister folgende ergänzende und erläuternde Aufsätze noch 
einzusehen: 

Die Aufsatzreihe: „Kennst Du Deine Kirche?" Sie behandelt 
die Fragen: 

1. Sind wir eine Konfession? Ak.V. 1954, S. 55. 

2. Wir sind katholische Kirche. Ak.V. 1954, S. 30. 

3. Was heißt katholisch? Ak.V. 1954, S. 67. 

4. Sind wir eine nationale, liberale und demokratische 
Kirche? Ak.V. 1954, S. 105, 124 u. 132. 

5. Wann ist die Altkath. Kirche entstanden? Ak.V. 1954, S. 177. 

6. Sind wir Mitglieder oder Glieder der Kirche und Ge- 
meinde? Ak.V. 1954, S. 16. 

Gemeinschaft der Heiligen. Ak.V. 1954, S. 121. 
Zur Wiederbegegnung der Konfessionen. W.B. 1947, S. 14. 
Die Reformation als religiöses Anliegen heute. Ak.V. 1952, 
S. 13. 

Um die Einheit der christlichen Kirche. Ak.V. 1952, S. 52 u. 63. 
Klare Fronten. W.B. 1947, S. 33. 

Wo steht die Alt-katholische Kirche heute. Ak.V. 1956, S. 57. 
Fragen und Gedanken um das Kirchenrecht. Ak.V. 1956, S. 62. 
Was sind wir? Ak.K.Ztg. 1957, S. 48 und 371. 
Ferner sei verwiesen auf: 

Küry Urs, Liberal oder orthodox. Katholik 1947, S. 338, nach- 
gedruckt im W.B. 1947, S. 7. 

Michaud, E., Was der Altkatholizismus erreicht hat, übersetzt 
von Joh. Marschall, Bonn 1897. 

Keussen, R., Der altkatholische Kirchengedanke, seine Hem- 
mungen und seine Aussichten. IKZ 1926, Heft 2. 
Blütenlese aus dem „Commonitorium adversus haereses" des 
Kirchenvaters Vinzenz von Lerin, übersetzt von J. Schnierts- 
hauer, Ak. Jahrbuch 1953, S. 42. 



"M^^- ^./ay^^'^'^^^^p^.-' 



.=.^30 



ue Oimi in i-,sscn, eingeweiht am 14. 7. 1957 



Unsere Kirche würde Christus verraten, wollte sie nur 
stimmungsvolle Feiern, religiöse Naturschutzparks 
und ein wenig wohltemperierte Sonntagsfrömmigkeit 
solchen bieten, die danach verlangen — und den 
andern eine Möglichkeit, mit Anstand als „Christ'* 
zu existieren und ein „schönes Begräbnis'' sich zu 
sichern. Wer so dächte, würde Christus aufs neue 
kreuzigen — und eine solche „Kirche" gliche schal 
gewordenem Salz. Sie hätte keine Salzkraft und kein 
Recht mehr, sich Kirche Jesu Christi zu nennen. Denn 
die Offenbarung sagt: Weil du aber lau bist, und 
weder kalt noch warm, so werde ich dich ausspeien 
aus meinem Munde." (Offb. 3, 16.) 

Spurgeon erzählt von einem Manne, der nachts durch 
das heftige Bellen seines Hundes geweckt wurde. Der 
Hund ließ sich trotz wiederholten und nachdrück- 
lichen Beschwichtigens nicht beruhigen. Da griff der 
Mann im Jähzorn zu seiner Flinte und schoß den 
treuen Wächter tot. „So, jetzt hab' ich endlich Ruhe", 
sagte er und legte sich wieder schlafen. Aber am an- 
dern Morgen entdeckte er, daß er durch Einbrecher 
ausgeraubt worden war. — So kann man es auch mit 
dem Gewissen machen, indem man es gewaltsam 
unterdrückt. 



37 



Mährens drei Gemeinden 



In memoriam! 



Die „Los-von-Rom"-Parole, ursprünglich rein poli- 
tischer Natur, wurde sachbedingt und immer inten- 
siver zu einem rein kirchlichen Weckruf. Er galt 
zuletzt wirklich nur mehr jenen Allzuvielen inner- 
halb der austro-römischen Kirche, die mit ihr zer- 
fallen, daran nur mehr „tote" Glieder waren. In 
ganz Mähren und Schlesien lebten vor 1899 nur 
2 altkathol. Familien (Esching und Wambera), der 
Gemeinde St. Salvator-Wien kirchlich angehörend. 
Zehn Jahre später gab es im Räume „von der March 
bis an die Oder" eine Reihe von größeren und klei- 
neren Gemeinden, die sich zu zwei Diaspora-Pfarr- 
gemeinden, M. Schönberg und Friedland a. M. zu- 
sammengeschlossen haben, denen sich als „Dritte im 
Bunde" die kleinere Gemeinde Brunn zugesellt hat. 
In Mähr. Schönberg wurde über Betreiben 
eines „Fähnleins freiheitlich Aufrechter" am 25. 3. 
1899 erstmalig altkatholischer Gottesdienst (durch 
Pfarrer Schindelar) gefeiert. In einer Versammlung 
wurde anschließend dargelegt, was die altkatholische 
Kirche sein will und sein soll. Am 15. 8. war dann 
Pfarrer Wolf aus Wien gekommen, das hl. Amt in 
der abermals dazu freundlichst überlassenen evan- 
gelischen Kirche zu feiern und der Abgeordnete der 
liberalen Partei, Dr. Bendel, legte in einer Ver- 
sammlung Dasein und Bedeutung der altkathol. 
Kirche dar. Im Herbst dieses Jahres kam dann ein 
junger Geistlicher, Karl Erhart, nach Schönberg, 
dessen Freude es war, in allen Orten des Teßtales 
und seiner Nadibarschaft die „L.v.R. "Parole zu 
verkünden. E. Zvenek, ein Vielerfahrener, eine Zeif 
lang auch als Gendarm des Papstes im Vatikan be- 
dienstet gewesen, und des öfteren auch der sozial- 
demokratische Abgeordnete Freundlich leisteten ihm 
dabei Schützenhilfe. „Ganze Täler wenden Rom den 
Rücken", schrieb damals ein evangelischer Pfarrer 
aus Deutsdiland in der „Wartburg". Als Nieder- 
sdilag dieser Bewegung bildeten sich altkath. Ge- 
meinsdiaften außerhalb M. Schönbergs, in Reiten- 



Auf einer Pfarrerkonferenz wurde zu einem neu- 
erschienenen Buch heftig Für und Wider Stellung 
genommen. Einer der Pfarrer wandte sich besonders 
heftig gegen das Buch, an dem der Beferent viel 
Gutes gefunden hatte. Auf die Frage, ob er es denn 
gelesen habe, konnte er freilich nur erwidern: „Nicht 
mehr als zwei Seiten." Darauf sprach ihm der Amts- 
bruder das Becht ab, auf Grund einer so geringen 
Kenntnis sich ein Urteil zu erlauben. Aber da war er 
an den Unrechten gekommen. „Was?", sagte der 
andere, „ — i soll net mitreda dürfal Wenn i in da 
Keller nontergeh ond zapf a Fäßle a ond merk, es 
ischt Essig, meinet Sie, i mues dees ganze Fäßle aus- 
sauf a, um zu merke, was dees isch?" 



38 



dorf-Weikersdorf, in Wiesenberg und Winkels 
vor allem. In Schönberg erhielt die neuerstan. 
Kirchengemeinde einen Raum in der sog. Sd 
schule als Andachtsstätte zugewiesen, später 
schon viele Jahre nimmer benützte, der Stadt ei 
Barbara-Kirche. Dieser durfte sich jedoch die 
kath. Gemeinde nur zwei Jahre lang erfreuen. 
Stadtgemeinde wurde wegen Überlassung d 
Kirche an die Altkatholiken ein Prozeß angeh: 
den sie in zwei Instanzen gewann, bei der dr 
und obersten Instanz aber verlor. Die Altkathol 
mußten wieder in die Schloßschule zurück. Dif 
meinschaft in Reitendorf hatte sich indessen 
„Bethaus" erbaut (1904). Ende Sept. 1907 ist P 
vikar Erhart nach Friedland übersiedelt, an < 
Stelle trat Pfarrvikar J. Ferge aus Graz. Mit di» 
begann eine neue Orientierung: Versammlunger 
der Parole „Los von Rom" gab es keine mehr, 
kirchliche Leben wurde organisiert. Eine rege 
ßige Gottesdienst-Ordnung auch für Reitendorf 
allem für Wiesenberg und Winkelsdorf wurde 
gelegt, regelmäßiger Religions-Unterricht für 
Kinder, auch in der Diaspora sichergestellt, f 
orts der Caritas-Dienst organisiert. M. Schön 
erbaute sich 1914 Kirche und Pfarrhaus, 
Schmuckstück im Stadtbilde. Fünf Jahre späte 
stand eine kleine Gemeinde in M. Rothwasser, 
prozentig eine „lebende Gemeinde", der zun; 
ein in einem Patrizierhause errichteter, nur k 
rellen Zwecken dienender Festsaal als Andachtss 
diente. Als dann die Erben des Eigentümers d| 
Hauses aus dem Festsaal einen Tanzboden i 
ten, mußten die um eine Weihestätte Gebracht« 
die Erstellung einer eigenen Gottesdienststätte 
ken. Drei holländische Gemeinden, Utrecht, 
Haag und Rotterdam, halfen ihnen dabei mit 
Ertrag je einer Kirchtürsammlung, rund 750(M 
Im Spätherbst 1929 wurde das außen einf 
innen architektonisch sehr schöne Kirchlein 
geweiht. Ein paar Jahre später ist Schönberg 
eine kleine Filialgemeinde in Frankstadt-Pi 
zugewachsen, die erst in der Schule einen R 
dann aber die geräumige Schloßkapelle John- 
— dank der Güte der Sdiloßfrau — zur bleibe 
Andachtsstätte überlassen bekam, 1932 wurde 
Bethaus in Reitendorf ein Presbyterium mit e 
kleinen Glockenturm angebaut. Die Gründung 
Filialgemeinde in Deutsch-Lisbau, später in Kle || 
hat der Pfarrer abgelehnt, weil er die regelmi 
kirchliche Betreuung dieser Orte nicht sicherst! 
konnte. Weithin bekannt wurde der „Bergg« 
dienst", alle Jahre an einem August-Sonnta}| 
Hochwald auf der Paßhöhe „Berggeist", abgeh 
zu dem stets Hunderte von beiden Seiten des P 
aus dem Teß- und dem Mohratal, gewandert 
(Der H, Bischof ist zweimal von Warnsdof] 
diesem Berggottesdienst erscliienen,) 




Geistlicher Rat Ferge in der Alt-Kath. Pfarrkirche M. Schönberg (vor 1938) 



ii- Gemeinde wurde 1912 als Pfarrgemeinde 
i itlich anerkannt — bis da war sie Filialgemeinde 
c Pfarre St. Salvator-Wien. Zur Pflege der Caritas 
fc landen in Schönberg, Reitendorf und Wiesenberg 
I uenvereine, je ein Hilfsverein in Weikersdorf 
u Plötsch. Ortsgruppen des Internat. Hilfsvereins 
^ canden in Schönberg und Reitendorf, in Schön- 
I g und Rothwasser Kirchenchöre, die sich ge- 
llt 'ntlich auch der Allgemeinheit zur Verfügung 
K Iten. Endlich gab es in Schönberg eine Theater- 
^ einigung, die sich in den Jahren 33 bis 37 durch 
d Pflege der Groß-Märchenspiele (jedesmal bis 90 
K wirkende, zumeist Kinder, Darstellung, Ballett- 
k st, Ausstattung ausgesucht erstrangig!) weitum 
I Nord-Mähren einen Namen bereitet hat. Ihre 
^ lösung war die erste bittere Erfahrung nach Auf- 
r tung des totalen Regimes anno 1938. Ihr folgten 
B ere Schlag auf Schlag: Frauenvereine, die Ju- 
g dvereinigung, die Helfervereine, Ortsgruppen der 
„ I.V." wurden aufgelöst, aller Vermögen zugun- 
i der NS.-Organisation beschlagnahmt. Das in 
inberg erscheinende Bistumsblatt wurde („we- 
Beleidigung der hohen SS.") auf Befehl des zu- 
idigen Ministers in Berlin eingestellt. Die Gottes- 
istfeiern in Wiesenberg und Winkelsdorf wur- 
„wegen Mangels einer eigenen Kultusstätte" 
>oten, zugleich der Religionsunterricht allerorts 
urch unmöglich gemacht, daß die Kinder zur 
ide, da sie Unterricht erhalten sollten (und an 
S Mtagen zur Gottesdienststunde) zum „Dienst" 
b »hlen waren. So blieben sie von 1939 bis zur 
'Hung ohne Religionsunterricht! Der Pfarrer, 
U pensioniert worden ist, mußte, als sich der 
wählte Pfarrer, Vogel-Linz, endgültig nach 
i>erg zu kommen weigerte, das Pfarramt wie- 
<i übernehmen und erlebte dann, nach Wiederauf- 
n tung der tschechoslowakischen Republik, eine 



einmalige Überrasdiung: er wurde, anscheinend 
als einziger aus der Zahl der deutschsprachigen 
Pfarrer, ausdrücklich als Pfarrer und Matrikenfüh- 
rer (Standesbeamter) wieder anerkannt, nur zur Re- 
gisterführung in tschechischer Sprache verpflichtet! 
Hatte sich dafür auch die Auflösung der U0ben 
Pfarrgemeinde bis zuletzt mit anzusehen. Vom 
4. April 1946 bis gegen Ende August hielt das Ab- 
transportieren der Bewohner des Teßtales an, von 
Sonntag zu Sonntag wurde die Zahl der Andächtigen 
in der Kirche sichtlich kleiner, am letzten August- 
Sonntag war niemand mehr da, die Gemeinde war 
ausgelöscht! Von ihrer Hinterlassenschaft übergab 
der Pfarrer, von seinem Bischof schon 1945 zum 
kommissarischen Verwalter der Gemeinde bestellt, 
die Pfarrkirche, das Pfarrhaus, das Emeritusheim 
in M. Schönberg und die Filialkirche in Reitendorf 
an die nach Schönberg und Reitendorf zugewan- 
derte orthodoxe Gemeinde, die hl. Kreuzkirche in 
Rothwasser hat die tschechische Bruderkirdie über- 
nommen ... 

Friedland a. M. war in Wirklichkeit und von 
je und eh ein Kleingemeinden-Bund. Es zählten da- 
zu die Gemeinden Römerstadt, Irmsdorf, Berg- 
stadt, Merotain, Zechitz, M. Ostrau, Troppau und 
Oderberg. Letztere war die größte unter allen, grö- 
ßer auch als die in Friedland. In dieser aber hat Pfr. 
Erhart die Pfarrkirche gebaut, sie so zur Haupt- 
gemeinde erhoben. Als erster Geistlicher amtete 
hier W. Hosner, nach ihm R. Tüchler. Ersterer ging 
von Friedland nach Olmütz, letzterer nach Ried, 
Ober-Österreich. Friedland wurde nun von M. Schön- 
berg aus pastoriert, bis zuletzt, 1907, Pfarrvikar Er- 
hart selbst nach Friedland übersiedelte. Dem Klein- 
gemeinden-Bund hat sich inzwischen auch Olmütz 
angeschlossen. Diese Gemeinde hatte seit ihrer 
Gründung einen eigenen Geistlichen (Hosner) und 



39 



berechtigte zunächst zu der Hoffnung, daß sie in die 
Reihe der Großgemeinden aufsteigen werde. Diese 
Hoffnung wurde bald zunichte gemacht. Nicht von 
außen her, von innen her kamen Wachstums-Läh- 
mung und Zerfall. Der Geistliche ging nach Brünn, 
die Restgemeinde ward der Gemeinde Friedland zu- 
geteilt. Pfarrer Erhart als der „Volkspfarrer" weit- 
hin bekannt und überall verehrt, ist im Sommer 1035 
unerwartet einer heimtückischen Krankheit erlegen. 
Bis 1936 wurden die Friedländer wieder von dem 
ziemlich entfernten M. Schönberg aus pastoriert, 
dann kam als zweiter Pfarrer A. Gruber nach Fried- 
land, der hier bis zu seiner Mitte 1946 erfolgten 
Emigrierung, von allen geliebt, der Seelsorge oblag. 
In den Wirren der Deportation aller Deutschen 
sind Friedlands Gemeinden fast spurlos unterge- 
gangen. Ihrer Pfarrkirche bemächtigte sich die 
tschechoslowakische Nationalkirche. Die Glodce der 
Erhartsdien Kirche aber hat der orthodoxe Pfarrer 
von M. Schönberg nach da überführen lassen. 

Brünn. In den ersten Jahren der „L. v. R. "-Be- 
wegung ist diese Gemeinde entstanden, eine Grün- 
dung Wiens, das ihr auch in Hosner den ersten Geist- 
lichen stellte. Die Gemeindeangehörigen rekrutier- 
ten sidi fast ausschließlich aus den sog. bürger- 
lichen Kreisen. So war Brünn von Anfang an eine 
kleine Gemeinde und ist das bis zuletzt geblieben. 
Hosner ist nach W^ien gegangen, Peißl in sein Klo- 
ster zurück. Dem nächsten Geistlichen, H. Gütl, ver- 
mittelte der Bürgermeister der Stadt eine Anstellung 
in der Landwirtschaftlichen Versicherungs-Anstalt. 
Die Folge war, daß dem, der Beamter und Pfarrer 
in einer Person war, zur Wahrnehmung der Ob- 
liegenheiten eines Seelsorgers wenig Zeit gegeben 
war. Nach vielen Jahren hat denn auch Gütl als 
Pfarrer demissioniert. Die Pastoration der Gemeinde 
wurde wieder, wie vor Gütls Amtsantritt dem Pfar- 
rer von M. Schönberg übertragen, der inzwischen 
in Pfr. Gruber einen Pfarrhelfer erhalten hatte. 
Glück aber hatte die Gemeinde Brünn vom Anfang 
an in der Suche nach einer Weihestätte. Sie erhielt 
kurzerhand das im Alten Rathaus befindliche Ora- 
torium, das bis dort röm.-kath. Schulgottesdienst- 
Stätte gewesen war, zugewiesen. Diese Andachts- 
stätte ging verloren, als nach Proklamierung der 
tschediosl. Republik 1918 die Tschechen auch in 
Brünn an die Madit gekommen waren. Später er- 
hielten die Alt-Katholiken einen sdiönen Schulraum 
zur Abhaltung von Gottesdienstfeiern zugewiesen, 



vor 1938 schufen sie sich dann eine Notkirch 
Hoftrakt eines großen Hauses. — Daß der Seelsi 
so fernab seinen Wohnsitz hat und die Tatsache 
der letzte ortsansässige Pfarrer auch gleichzeiti 
Beamter gewesen ist, ließ allmählich den Geda 
reifen, diesen Nöten damit ein Ende zu setzen 
dem Vorsitzenden des Kirchenrates, der einmal 
ein Semester Theologie studiert hat, nach ent 
eilenden Nachstudien die Weihen erteilt werdei 
ihn ermächtigen sollten, den Sonntagsgottesd 
zu feiern, den Religionsunterricht zu erteilen, 
fen und Begräbnisse in Vertretung des zustän( 
Pfarrers vorzunehmen. H. Bischof Paschek ents| 
den Bitten der Gemeinde, ließ dem Kandidate 
absolut nötigen Studien nachholen, nach abgel 
Prüfung in Wien die Weihen empfangen un^ 
klärte ihn dann für „zum Aushilfsdienste zu}. 
sen". Daß diese Zulassung statt Segen nur U 
schaffen sollte, wurde bald offenbar. Der 1 
geistliche beförderte sich zunächst selbander 
„Pfarrer", die stille Zustimmung der tscliechi; 
Behörden gewann er dadurch, daß er sich im .' 
verkehr nur mehr der tschechischen Sprach« 
diente ( — den deutschen Pfarrämtern war de 
als Amtssprache zugebilligt! — ). Nachdem t 
Pfarrer „geworden", führte er die vom Kirche 
stand der tschechischen Gemeinde Prag, HanI 
forderte, vom Bischof und Synodalrat abgel* 
Utraquisierung der altkath. Gemeinden auf e 
Faust in Brünn durch und organisierte in der I- 
Hand in Hand mit Hanf gehend, ein regelre _ 
Kesseltreiben gegen den Bischof und den zust 
gen Pfarrer, indem er anhaltend Staatspolizei, t 
chische Presse und Parlament gegen die Genai 
aufputschte. Der Umstand, daß der Mann dam 
gen Unregelmäßigkeiten in der Geldgebarunf^ 
Gericht erscheinen mußte, gab dem Bischof die 
lichkeit in die Hand, den eigenartigen Geistl 
vom Dienst zu entheben. (Der ließ sich später 
orthod. Bischof Samatzy noch einmal ordini 
um als orthodoxer Geistlicher im Krematorium 
eben aussegnen zu können!) 1939 übernahm 
die Betreuung der Gemeinde Brünn, Pfarrer Bi 
in Wien war der letzte Seelsorger der Brünnei 
im April oder Mai 1946 alle Deutschon Br 
Greise und Kinder, Gesunde und Kranke au 
Straße Brünn — Wien gegen österreidi ausges' 
wurden, da hat auch die altkath. Gemeinde F 
zu bestehen aufgehört. Fe 



^ 



CVitc^ so ihr Seine Stimme höret, so verstocket euer Herz ni( 

Psalm 95/7J 



An 



Johannes Chrysostomus (344'-'40?) 



Ostkirche verehrt seit dem 10. Jahrhundert 

)en Basilius d. Gr. und Gregor von Nazianz 

■ lann Chrysostomiis als ökumenischen Lehrer. 

i 14. September 1957 sind 1550 Jahre seit des- 

Hinscheiden vergangen. Es dürfte daher un- 

! m Jahrbucli wohlanstehen, diesem Manne ein 

f lichtes Gedenken zu widmen, dem in der West- 

I che nur einer als Prediger ebenbürtig gilt, der 

i 1 sonst so ungleiche Augustinus. 

/. Sein Leben 

I n Feldobersten Sekundus in Antiochia (Syrien) 
! enkte seine Gattin Anthusa 344 ein Knäblein. 
I Eltern nannten es Johannes. Bald starb der 
I er. Die fromme Mutter verzichtete auf neue 
I irat und widmete sich ganz der Erziehung 
j es Kindes. Sie pflanzte in die empfängliche 
l le des kleinen Johannes den christlichen Glau- 
I i. Später schickte sie ihn auf die Schule des 
\ ahmten Rhetors Libanius. Philosophische und 
I ologische Vertiefung empfing Johannes von 
c 11 Philosophen Andragathius, dem Archiman- 
^ ten Diodur und durch Bischof Meletius. Nach 
i >chluß seiner Studien eröffnete sich dem jungen 
i 1 hochbegabten Manne eine glänzende Lauf- 
I »n. Doch er verschmähte sie. Er trachtete nach 
it sm unvergänglichen Kranz. Auf die inständige 
^ e seiner Mutter, sie doch nicht zum zweitenmal 
^' Witwe zu machen, blieb er zwar noch im elter- 
I len Haus, führte aber ein zurückgezogenes 
1 «en und ließ sich 369 von Bischof Meletius 
t fen. Als man ihn vier Jahre später zum Bischof 
I ehrte, entzog er sich der ihm angetragenen 
^ irde durch die Flucht ins Gebirge bei Antiochia. 
/ Einsiedler diente er Gott mit Fasten und Beten, 
^ tiefte sich in die Hl. Schrift und lebte von seiner 
l ide Arbeit, bis ihn sechs Jahre später eine 
I L rankung aus seiner feuchten Höhle zurück in 
<i Stadt zwang. 

lischof Meletius weihte dort Johannes 381 zum 

I kon, dessen Nachfolger Flavius 386 zum Prie- 

^ Fast zwölf Jahre durfte Johannes an der 

I riarchatskirche zu Antiochia als Prediger wir- 

k Er verwaltete sein Amt mit solcher Kraft und 

C iibenswärme, daß das Volk ihn bald Chry- 

iiius, d. h. Goldmund nannte, ein Name, den 

le Nachwelt spätestens vom 6. Jahrhundert 

' illgemein beilegte. 

^ ist der Alten Krone, wenn sie viel erfahren ha- 
'ind ihre Ehre ist, wenn sie Gott fürchten. 

Jö. 8. 



Der Ruf des gewaltigen Predigers drang auch 
nach Konstantinopel. Als dort 397 der Patriarch 
Nektarius gestorben war, wurde Chrysostomus 
vom Kaiser Arkadius nach Konstantinopel beru- 
fen und trotz seines Sträubens von Geistlichkeit 
und Volk zum Bischof der Hauptstadt gewählt, 
sehr zum Verdruß des Patriarchen Theophilus 
von Alexandrien. Zwar mußte Theophilus dem 
Antiochener selbst die Hände auflegen, aber als 
Chrysostomus durch unerschrockenes Rügen des 
Kleiderluxus am Hof und der Mißstände in der 
Geistlichkeit und in den Klöstern sich Feinde 
machte, stellte sich Theophilus an die Spitze der 
Widersacher des im Volk und Adel beliebten Man- 
nes. Er selbst bezichtigte Chrysostomus der Irr- 
lehre. Doch erreichte er sein Ziel, die Absetzung 
und Verbannung des Chrysostomus erst, als sich 
die Hofdamen, an ihrer Spitze die Kaiserin Eudo- 
xia, durch eine Predigt des Chrysostomus beleidigt 
fühlten. Die Gläubigen scharten sich um ihren 
Bischof, die Aufregung des Volkes drohte in einen 
Aufstand auszuarten. Chrysostomus suchte die 
Volksmenge zu beruhigen: „Was soll ich fürchten? 
Den Tod? Christus ist mein Leben. Die Verban- 
nung? Die Erde ist überall Gottes. Ich verachte 
der Welt Schrecken und spotte ihrer Herrlich- 
keiten." 

Heimlich begab sich Chrysostomus in die Ge- 
walt der Obrigkeit, die ihn zu Schiff wegbrachte. 
Der sich steigernde Volkszorn, besonders ein plötz- 
liches Erdbeben in der Nacht bewogen das Kaiser- 
paar, den Verbannten zurückzurufen. Im Triumph- 
zug führte das Volk ihren Bischof in seine Kirche. 
Dort forderte der Bischof zum Gottvertrauen in 
den Wechselfällen des Lebens auf. Der Friede 
war nur von kurzer Dauer. Als Eudoxia eine Bild- 
säule errichten ließ und Chrysostomus gegen heid- 
nische Auswüchse bei dem damit verbundenen 
Volksfest auftrat, wurde der Kaiserin hinterbracht, 
Chrysostomus habe sie mit der Herodias ver- 
glichen. So wurde Johannes Chrysostomus im 
Jahre 404, und diesmal endgültig, verbannt. Nach 
beschwerlicher Reise an seinem Ziele, der arme- 
nischen Grenzstadt Kukusium angelangt, schrieb 
er zwei Trostschriften und sandte Glaubensboten 
zu den Goten nach Persien. Dies veranlaßte seine 
Feinde, die Verbannung nach Pityus am Schwar- 
zen Meer zu erwirken. Ende Juni 407 war der 
Marsch in Begleitung von zwei Soldaten ange- 
treten. Am 14. September brach der Bischof völlig 
entkräftet zusammen. In der Kirche des hl. Basi- 
liskus in Komena, in der er zuvor genächtigt hatte, 



41 



legte Ghrysostomus die bestaubten Reisekleider 
ab, zog sein Sterbekleid an und entschlief mit den 
Worten: „Gott sei gepriesen für alles". 

//. Werk und Bedeutung 
von Johannes Chrysostomus 

Chrysostomus war kein spekulativer Kopf. In der 
Glaubenslehre vertrat er die gesunde Lehre, den 
allgemeinen, den katholischen Glauben. Die rö- 
misch-katholische Dogmatik kann ihn nicht für 
sich beanspruchen. Von der Unfehlbarkeit des 
römisdien Bischofs wußte er nichts. Ebensowenig 
von dessen Jurisdiktionsprimat. In der Marien- 
lehre finden sich zuweilen sogar kritische Bemer- 
kungen. Jedenfalls blieb er nüchtern. 

Chrysostomus Lehre war angewandte Dogmatik 
und Sittenlehre. Er war ein Mann der Tat, des 
Wortes, des Vorbildes. Als Bischof von Konstan- 
tinopel sorgte er für die Armen, baute Spitäler, 
trat dem Luxus und der Sittenlosigkeit entgegen. 
Von den Dienern Gottes erwartete er ein geist- 
liches Leben. Den Günstlingen am Hof war er 
ein unbequemer Mahner. 

Seine geschichtliche Bedeutung gewann Chry- 
sostomus als Prediger. Obwohl er als Antiochener 
der nur allegorischen Erklärung der Schrift ab- 
hold war, verstand er seine Homilien mit dem 
Salz bildhafter Rede zu würzen. Während aber 
Augustinus die Zuhörer durch Antithesen und 
Wortspiele fesselt und sein Thema logisch ent- 
wickelt, bevorzugt Chrysostomus mehr die unter- 
haltsame Darstellung und Abschweifungen, wie 
sie sich aus dem Augenblick ergaben. 

Eine Unmenge Predigten, von Schnellschreibern 
festgehalten, sind von Chrysostomus erhalten oder 
werden ihm zugeschrieben. Kaum ein Buch des 
Alten oder Neuen Testamentes, das er nicht in 



Homilien erklärt hätte. Wenn man bedenkt, 
er oft täglich zwei Stunden lang predigte, ( 
läßt sich das Ausharren seiner Zuhörer aus 
Lebhaftigkeit der Schilderung, der Anmut 
Sprache und der fesselnden Einleitung allein i 
erklären. Tatsädilich liegt das Geheimnis sc 
Sprachgewalt tiefer. Alle Rhetorik war ihm 
ein Mittel. Was er bot, strömte ihm aus dem 
zen, aus einer tiefen Überzeugung und aus 
langjährigen Vertrautheit der Schrift, die ( 
den Jahren der Einsamkeit durch die Mediti 
der Hl. Schrift erworben hatte. Das Faszinier 
seiner Predigt war die Einheit von Wort 
Leben. Bewiesen hat Chrysostomus seine t 
Zeugung durch die unerschütterliche Treue g 
Gott in den Jahren seiner Heimsuchung und 
samkeit. Die Kanzel war sein Feld, nicht wt 
seine eigene Ehre suchte. Er wollte mit dem « 
fangenen Talent, das er in unablässiger Müh« 
Meisterschaft entwidcelt hatte, Gott verherrli 
und seinen Brüdern dienen. Kann etwas Gröl 
von einem Christen gesagt werden? 

Paul F. Pfisi 



Aus dem literarischen Nachlaß verdienen besondere E 
nung die Homilien über den Römerbrief, die Lobreden a 
Apostel Paulus, die rhetorisch glänzenden Mahn- und 
reden auf die Bildsäulen (sie haben den Kaiser zur Na* 
gegen den Antiochenischen Aufstand veranlaßt), die Rec 
seiner Wegführung ins Exil, (über die Unüberwindl' 
und Einheit der Kirche und die Einheit von Haupt unc 
dem). — Von nachhaltiger Wirkung war für die gan; 
gende Zeit sein Werk in 6 Büchern über das Pricstertui 
wohl er das Fluchtmotiv von Gregor von Nazianz er 
hat. — Die sogenannte Chrysostomus-Liturgie stammt 
von ihm. Sie gehört späterer Zeit an. — Zusammen! 
läßt sich sagen: Von den Schriften des Chrysostomus zel 
ganze Nachwelt. Sie sind eine Fundgrube für die Kul 
schichte und Theologie. Sie haben die Predigttheorie ui 
zetik befruclitet. Auszüge und Blütenlesen aus seinen c; 
sehen Erklärungen -und Homilien finden sich in der Pi 
literatur bis heute. 

Im Abendland wird das Fest des Chrysostomus am 27. J 
bei den Griechen am 30. Januar begangen. 



James Keller rief im Stadion von Los Angeles den 
Hunderttausenden Zuhörern zu: „Vielleicht sagen Sie, 
meine Arbeit ist nicht wichtig, sie ist zu unbedeutend" 
. . . Da erlosch mit einmal alles Licht der grellen 
Scheinwerfer, das noch eben taghell erleuchtete Sta- 
dion lag im völligen Dunkel. Nun zündete der Redner 
ein Streichholz an; jedermann sah in der Dunkelheit 
die winzige Flamme. „Jetzt können Sie die Wichtig- 
keit eines einzigen kleinen Lichtes sehen" sagte der 
Redner, „aber angenommen, wir zünden alle ein 
Lichtlein an!" Allsogleicli entzündete jeder ein Streich- 
holz, und alles staunte, wie hell es mit einmal in der 
Arena war. 

„So du dich bekehrst zu dem Herrn, deinem Gott, 
wird er dein Gefängnis wenden und sich deiner er- 
barmen." 5. Mose 30, 2. 3 



42 



„Im wirkliclien Sinn ist die Diaspora geradez 
Wesensform der Kirche, nicht etwas Anomales 
dem die normale Existenzform der Christen i 
Welt. Hier werden die Tugenden der Christe. ! 
letzten Reife gebracht: die Bereitschaft zur Ta 
Verinnerlichung des Glaubens, der Mut zum Bek i 
nis. Das Leben in der Diaspora ist ein immei 
rendes Bekennen; es zwingt zur Gemeinscha, 
bedeutet nicht gegen, sondern für etwas eint 
nicht den andern kritisieren, sondern ihm den 
nen Glauben vorleben. 

Ministerpräsident Hei I 

Das ist das erste und höcliste Werk der Liebi 
ein Christ tun soll, wenn er gläubig ist un 
daß er andere Leute auch herzu zum Glauben b 1 
wie er dazu gekommen ist. Martin K^ 




Erneuerung der Kirdie 

nige Gedanken und Vorschläge 



Erneuerung nimmt ihren Ausgang von einer 
I ikehr (Metanoia). In der Theologie hat die 
|i )ernikanische Wende gegenüber dem wissens- 
j zen 19. Jahrhundert schon seit einigen Jahr- 
i nten begonnen. Allenthalben weiß man wieder, 
i ; Kirche keine Einrichtung vom Mensdien her, 
\ i unten, also keine bloß moralische Anstalt zur 
\ ckung der Ehrfurcht vor dem Gesamtzusam- 

ihang der Natur, zur Erziehung zum wohl- 
i tändigen Menschen ist. Daß sie auch mehr sein 
i ß als nur eine Gemeinschaft solcher, die ein 
( lürfnis nach numinosen und mystagogischen 
I ern zusammenführt. Gott hat sich uns geoff'en- 
f. t'). Er will uns an seinem göttlichen Leben 
t nehmen lassen. Nicht wir erschaffen Gott, Gott 
k uft uns in sein wunderbares Licht. Nicht Chri- 
i ^ hat sich vor uns zu rechtfertigen, vielmehr 
« uns vor Christus. 

II unserem Bistum brauchen wir uns nur auf 
j ursprüngliche alte katholische Verkündigung 
1 der zu besinnen. Unsere amtliche Lehre ist in 
ttlnung geblieben. Oft wird es genügen, die 
^iiibschicht, die sich über manches gelagert hat, 

I uwischen. Dann wird der alte Goldglanz wie- 
:i zum Vorschein kommen. Wiedergeburt im 
r st der einigen Kirche (der ungeteilten Christen- 

Nvird uns auch befähigen, die Praxis unserer 

II lie von allem noch vorhandenen Minimalismus 
i )efreien und den großen Aufgaben, die uns die 
'( abverlangt, uns gewachsen zu zeigen. 

f on diesen zeitgeforderten Aufgaben möchte 

< /woi herausgreifen. 

/. Die rechte Zuordnung 
der Glieder der Kirche zueinander 

wir die Laien aktivieren, müssen wir selbst 
i klares Verständnis dafür haben, wie der heile 

< lolische Glaube diese Zuordnung der Glieder 
t. ht. 



barung wird verkündigt — der Glaube kommt vom 
"icii. Offenbarung wird Gnade, angenommen — oder der 
ensdi verhärtet, versteckt sich (wie Adam und Eva im 
iradies). Da der Glaube als Glaube übernatürlich und 
rational, d. h. übervernünftig ist, kann er auch nicht rein 
itional erfaßt werden. Daher kommen andere seelische 
räfte und Zonen ins Spiel: die Intuition, d. h. die Innen- 
hau, das Schmecken und Kosten, die Experientia, die Err 
nrung die Werterfassung — und das Wagnis. Wir sprin- 
II m die Vaterarme Gottes und wissen zuinnerst, daß wir 
aus seinen Händen fallen können — oder daß denen, 
'>tt lieben, alle Dinge zum Besten gereichen. So kom- 
vir der docta ignorantia, der belehrten Unwissenheit 
' usaners (Nikolaus von Cusa) nahe — haben wohl 
f der Finsternis zu durchwandern und finden uns 
wieder gläubig. Das spottet jeder Erklärung. 



Der alten Kirche war wie der Urgemeinde die 
Kirche kein Rechtskörper, obwohl kirchliches 
Recht von allem Anfang an da war. Sie hat die 
Ekklesia wesenhaft als Organismus, als „Leib 
Christi" verstanden. Christus das Haupt, wir ihm 
eingegliedert durch Taufe und Glaube als seine 
Glieder. Alle Bilder der Hl. Schrift zeugen dafür: 
das Bild vom Rebstock und Rebzweig, vom ehe- 
lichen Bund, dem Haus, das auf dem Eckstein 
aufruht. 

Es gibt in der Kirche auch nur einen wirklichen 
Herrn, nämlich Christus — und darum auch nur 
eine Christokratie. Wenn wir auch von einer 
Hierarchie sprechen, dann bedeutet das archein, 
d. h. herrschen nicht, daß die Hierarchen herr- 
scherliche Aufgaben zu erfüllen haben. Das würde 
dem Wort und Beispiel des Heilandes wider- 
sprechen. „Ihr wisset, daß die weltlichen Fürsten 
herrschen und die Oberherren Gewalt haben. So 
■oll es nicht unter euch sein. Sondern, so jemand 
will unter euch gewaltig sein, der sei euer Diener" 
(s. Matth. 20, 25 u. 26; Phil. 2,7; Matth. 20,28). 
Hierarchie kann deshalb nur die heilige Ordnung 
in der Abstufung der Dienste meinen. 

Alle Glieder der Kirche — das müssen wir heute 
wieder begreifen — sind nun durch die Taufe zum 
„königlichen Priestertum" berufen. Es wird in der 
Grundurkunde des allgemeinen Priestertums, im 
1 . Petrusbrief in herrlichen Worten umschrieben^) . 



*) Die „Grundurkunde" des allgemeinen Priestertums bildet 
die bekannte Stelle des Petrusbriefes (I. Petr. 2, 5 ff.). Nie- 
mand aber hat klarer davon gesprochen als Leo d. Gr. 
(t 461) anläßlich des Jahrestages seiner Stuhlbesteigung 
(Sermo 4, 1). Danach gibt es nur ein priesterhches Volk, 
d. h. das Priestertum ist ein Ganzes, das sich in Stufungen 
unterscheidet: „Das Weiheöl," sagte Leo d. Gr., „ist zwar 
reichlicher auf die oberen Teile herabgeströmt, aber auch 
nicht spärlicher auf die niederen herabgeträufelt." 
Allgemeines und besonderes Priestertum haben als Bezeich- 
nung zweier richtiger Tatbestände durchaus eine sachliche 
Berechtigung. Nur muß man begreifen, daß mit dieser Be- 
zeichnung eine Aufgabe des Christen besonders heraus- 
gegriffen wird, nämlich die Teilhabe am Opfer Christi, die 
eigene Bereitschaft, den Gehorsamsakt Christi im persön- 
lichen Opfer mitzuvollziehen 1. bei der Feier der hl. Messe 
(sie ist ja die Darstellung des Opfers Christi); 2. in unserm 
ganzen Leben, das ja ein Dienen, ein Mitopfern mit Christus 
ist. Beide Akte sind allen Christen, den „Nurgetauften" 
wie den auch nocli „Ordinierten" aufgegeben. Der „Ordi- 
nierte" hat nur den Vollzug der Feier im Namen der Kirche 
als Dienstaufgabe vor der Gemeinde und in besonderer 
Weise durchzuführen — neben den Diensten der mitwir- 
kenden Gemeinde und jedes einzelnen Teilnehmers (geistige 
Mitwirkung: die rechte Absicht, die geistigen Akte, durch 
die das Einswerden mit der Opfergesinnung Christi zum 
Ausdruck kommt, aber auch die äußeren, diese Gesinnung 
versichtbarenden Tätigkeiten in der Mitfeier, etwa als Or- 
ganist, Sänger, Altardiener, Antwortender, Haltung usw.). 
Weil die Tätigkeit des hauptamtlichen Dieners der Ge- 
meinde im Gottesdienst gipfelt und am sichtbarsten wird, 
darum bürgerte sich für den Ordinierten die Bezeichnung 
Priester als generelle Bezeichnung ein. Sie ist aber pars 
pro toto, d. h. ein Teil steht für das Ganze. In Analogie 
hat man eben dann auch die verantwortliche Mitwirkung 
im Baum der Gemeinde als die der Teilhabe an diesem 
Priestertum, als „allgemeines Priestertum" charakterisiert. 
Luther, wie auch das beginnende 20. Jahrhundert haben 



43 



Sogar das Amtspriestertum beruht zunächst auf 
der Taufe. Ohne sie kann niemand zu besonderen 
Diensten in der Kirche ordiniert werden.^) 

Die Taufe, die alle Christen zur Mitverantwor- 
tung aucli im Raum der Gemeinde bzw. Kirche 
beruft und innerlich bevollmächtigt, wird heute 
als Kindertaufe*) gespendet. Diese an sich riclitige 
Praxis belädt die Eltern mit der besonderen Ver- 
antwortung, ihre getauften Kinder christlich zu 
erziehen und ihnen dadurch aiicli die Befähigung 
zum Dienst in der Gemeinde zu verschaffen. Diese 
christliche Erziehung ist mit Entsendung zum 
Religionsunterridit nur zum kleineren Teil ver- 
wirklicht. Sie verlangt mehr! Sie fordert, daß 
unsere F'amilien wieder lernen, mit der Kirche zu 
leben, diristlichen Hausbrauch (Tischgebet, Mit- 
feier des Kirchenjahres usw.) zu üben und den 
Kindern eine häusliche christliche Atmosphäre 
und ein eigenes diristliches Beispiel geben. 

In der Angefochtenheit und Diasporasituation 
unserer Tage und unserer kirchlichen Verhältnisse 
haben aber auch die Gemeinden und die Kirchen- 



dieses allgemeine Priesterlum besonders betont — Luther, 
um das besondere Priestertum zu leugnen, das 20. Jahr- 
hundert, um die Laien an ihre Mitverantwortung auch im 
Raum der Gemeinden zu erinnern. In Wirklichkeit aber 
steht es so: 

Durch die Taufe wird man Christ: Damit aber Teilhaber 
an dem dreifachen Amt Christi: dem Lehramt, dem Prie- 
steramt, dem Hirten- (oder Königs)amt. Jeder Getaufte 
hat an diesem dreifachen Amt Christi teil, als Gabe und 
Aufgabe. Zwischen einem einfachen Hausvater oder Haus- 
mutter und einem Ordinierten besteht kein grundsätzlicher 
Unterschied, wohl aber ein Auftragsunterschied im Lehr- 
und Hirtenamt. Im Priesteramt insofern freilich, als gewisse 
Sakramente, besonders die Eucharistiefeier, eine besondere 
Bevollmächtigung zum gültigen Vollzug noch hinzuverlan- 
gen. .\ber schon die Tatsache, daß auch ein Nichtordinierter 
gültig taufen kann, zeigt eine wirkliche Befähigung des 
Laien zu priesterlichen Akten. 

Der Ordinierte ist in der Hauptsache vom Laien, also vom 
einfadien Christen nur durch besondere Bevollmächtigung 
innerhalb des sakramentalen Bereichs und durch anders- 
artige Lehr- und Seelsorgsaufträge (auf eine Gemeinde be- 
zogene Aufträge) unterschieden. Ein Name, in dem der 
gesamte Tatbestand eindeutig und vollständig zum Aus- 
druck käme, ist noch nicht gefunden, denn .Pfarrer klingt 
zu territorial, obwohl dieser Begriff noch am ehesten das 
Gemeinte umschreibt. 

') Auch der Priester, der Geistliche hat als Ordinierter für 
bestimmte Dienste weiter Anteil am allgemeinen Priester- 
tum, so, wie er ja auch die Rechte und Pflichten aller Vor- 
stufen zum Priesteramt, also die Aufgaben des Türhüters, 
des Altardieners, Lektors, Diakons in sich trägt. Darum 
kann man ihn auch aus der Verpflichtung der Laien, des 
Laienauftrags auch in der Welt, nicht entlassen. Wenn 
unsere Pfarrgeistlichen sich dennoch großer Zurückhaltung 
in öffentlichen Diensten befleißigen sollen, dann einmal we- 
gen ihrer starken, dienstlichen Inanspruchnahme — eine 
kleine arme Kirche muß den Einsatz der ganzen Kraft 
hauptamtlich Tätiger erwarten — . Sodann, damit hei der 
politischen Zerklüftung einer noch das Vertrauen aller be- 
sitzt. — Dennoch können die Geistlichen durch Beispiel 
und Vertretung der christlichen Tugenden der Wahrhaftig- 
keit, Sadilidikeit, Gerechtigkeit in einem allgemeinen Sinn 
eminent politisch — erzieherisch wirken, 

*) Die Einführung der Kindertaufe mag mitschuld sein, daß 
das Taufbewußtsein weithin fehlt, das urchristliche Tauf- 
erlebnis, das den Täufling in den Tod Christi begraben 
werden ließ, um wiedergeboren mit Ihm aufzuerstehen, das 
die Incorporation in den Leib Christi, in seine Kirche und 
die Teilhabe an all seinen Gaben in sich schloß, kann von 
uns fast kaum mehr nachgefühlt werden. Nur die Erstkom- 
munion hält einen Vergleich aus, wo sie tieffromm erlebt 
wird. — Christ hängt mit Chrisma, Salböl zusammen. 



leitung eine erhöhte Verantwortung. Wir sei 
uns darüber viel mehr Gedanken machen, wa 
unsern bescheidenen Verhältnissen vielleicht d 
noch geschehen könnte, um unsere Jugend, diel 
anwachsende junge Kirche im christlichen G 
ben einzuüben, zur christlichen Persönlichkei 
bilden, die immer mehr hinanwächst zum Hr 
Christi. Hier sei auf manche Vorschläge im Jj 
buch 1956, das der Jugend und ihrer christlit 
Bildung gewidmet war, hingewiesen. 

Bei dem heutigen Mangel an wahrhaft di 
lidien Persönlichkeiten in unseren Gemein 
werden wir, zumal wir nicht alles auf einmal 
können, ganz stark die Heranbildung einer . 
lese, einer Elite in den Vordergrund zu sie 
haben. Die Zusammensetzung zum Beispiel 
Kirchenvorstände darf auf die Dauer weder 
Spiel des Zufalls noch dem Ehrgeiz Unbefähi 
noch irgendwelchen Einflüssen von außen ü 
lassen bleiben^). Nur Männer und Frauen, 
edle Sitten schätzen, auch im Umgang mit 
ordinierten Dienern der Kirche, und die gh 
zeitig kernige echte Frömmigkeit mit reifem G 
benswissen verbinden, eignen sich für diese 
gaben. 

Schon die Bildung einer Elite, erst rechl 
Missionsarbeit unter den Entkirchlichten der ( 
nen Gemeinden wie Außenstehender, erfoi 
bei unserer geldlichen und personellen Beengi 
Konzentration aller Kräfte^). Nur, wenn j 
Geistliche kirchliche Sonderaufgaben zu sc 
Dienstobliegenheiten freudig hinzuüberninimt 
wenn alle, die über rednerische oder schriftst 
rische Begabungen verfügen, einander helfe 
auch über die Grenzen des eigenen Bistums 
aus — , werden wir in jeder Landeskirche 
jährlich mehrere Freizeiten für Schüler, Slu 
ten, Mesner, Kirchenräte, Frauen, Gemeindeli 
rinnen, Akademiker usw. durdiführen könm 



') Nur, wer Christ sein will, kann an der Erbauung (i 
meinde mitraten und mittaten, darum eigentlich aur \ 
Wahlrechte ausüben. Die Taufsdieinchristen schaltci 
heut allerdings meist von selbst aus. Es interessie 
nicht einmal die Verwendung ihrer Kirchensteuer od« 
träge. Dennoch könnte die Zeit wiederkehren, daß 
Parteien oder staatliche Einflüsse das kirchlidic Wali 
benutzt werden könnte, um auf kaltem Weg die Gen 
in die Hand zu bekommen. In soldien Fällen ßenüR 
allgemeine Ermahnung, man soll soldie wählen, du 
kirchlichen Pflichten vorbildlich erfüllen, nicht mehr. 

•) Ich denke beispielsweise daran, daß jeder Amlsbrudi 
jährlich ein Thema gründlich durchdenken und als V. 
erarbeiten könnte. Wenn auch nur 20 Amtsbrüdor da- 
einem gewissen Plan tun würden, könnten im Aus' 
10—20 Vorträge den Gemeinden angeboten werden 
könnten es dann wieder wagen, audi die früher nll- 
übliche öffentliclie Vortragstätigkeit in Aulen, Sil 
aufzunehmen. Es ist ja unser derzeitiges Mann hl. 
dasein nicht mehr zu verantworten und eine Schm.i 
die derzeitige Priestergeneration, die doch Hochschul' 
sucht hat! 

') Solche Freizeiten, aber auch Tagungen eines zu schaff 
Missionsbundes, der Frauen, der Studenten ersdieinen 
widitiger als Synoden alten Stiles. Letzlere könnten 



44 



bisherigen Freizeiten berechtigen zur HofT- 

g, daß wir dabei einen Stil entwickeln, der in 

katholischer Ganzheit Leib und Seele, Ver- 

d und Gemüt, den natürlichen und geistlichen 

i seilen anspricht. 

ie Taufe bevoUmäclitigt grundsätzlich alle zur 
lilfe im Weinberg Gottes, in der Gemeinde, 
diesen Diensten müssen wir aufrufen! Vom 
fmarkensammeln bis zum Altarschmuck, von 
aterspiel bis zur Übernahme von Vorträgen 
besonderen Gemeindediensten als Organist, 
ter, Kirchenrat ergibt sich eine Fülle von Auf- 
en in einer Mannigfaltigkeit, daß kaum je- 
id sich davon ausgeschlossen zu betrachten 
icht. 

3 nach dem von Gott verliehenen Talent ruft 
: aber auch getaufte Christen durch eine 
liehe Bevollmächtigung oder gar Weihe zu 
):ideren Dienstleistungen. Unsere Bistümer 
en von Anbeginn daran festgehalten, daß 
r dem allgemeinen Priestertum sich besondere 
iste erheben, die ihren Träger charakteri- 
?n. Diese Dienstämier erlangen ihre Kraft und 
Kedit weder aus der Wahl der Gemeinde noch 
einem Studium oder natürlicher Befähigung, 
werden nicht im eignen Namen, sondern im 
len und in der Kraft Christi ausgeübt — und 
iemütigen Gehorsam gegen ihn. Wir müßten 
ir Mut haben, persönlich an geeignete Ge- 
ndeangehörige heranzutreten, wie Christus es 
als er seine Apostel berief. Ein amerikanischer 
hof hat diese Methode mit Erfolg durchge- 
t. Auch heute noch gibt es hochherzige Seelen 
all. Das beste Beispiel hierfür sind die Ma- 
schwestern bei Darmstadt. Unser Kirchenrecht 
e dabei alle Wege offen halten, die vielleicht 
lal, etwa bei Wegfall von Staatszuschüssen, 
itig für uns werden könnten, 
iel zu sehr haben wir bisher versäumt, uns 
lern Wiederaufleben altkirchlicher Ämter und 
'lern Einsatz der Frauen und Mädchen zu be- 

Hier liegen Aufgaben, die wir sehen müssen, 
i- kommen auf uns zu! 

lerdings, ob es uns gelingt, die „Laien" in 
m ganz großen Umfang zu aktivieren und 
igend Priester aus eigenen Reihen heran- 
m zu können, das wird weniger von unserm 
'^ als davon abhängen, ob unsere Kirche 

mehr als Heilsgemeinschaft sich versteht 
«larstellt. 



f. wenigstens aber alle vier bis sechs Jahre einberu- 

' rden. 
Freizeiten sollten wir viel stärker als bisher Wert 
'uf regionale Katholikentage der All-Katholiken. Ge- 

' in solcher Xame: Katholikentag der Alt-Katholiken 

überall aufhorchen lassen und die Öffentlichkeit von 

in Anspruch unterrichten, die katholische Kirche zu 

iie den Zusammenhang und Zusammenklang mit der 

ii Kirche wahrt. 



//. Die Erneuerung der Kirche 
als Heilsgemeinschaft 

Die Seelsorge muß stets versuchen, das Bild der 
neutestamentlichen Gemeinde in zeitgeforderten 
Formen in unsere Gemeinden einzutragen. In der 
Apostelgeschichte aber lesen wir: „Sie beharrten 
einmütig in der Lehre der Apostel, in der Gemein- 
schaft, im Brotbrechen und im Gebet." Diese 
gemeindeschaffenden Kraftquellen und Lebens- 
äußerungen seien hier auf zwei zurückgeführt, in 
denen die andern beiden mitenthalten gedacht 
werden können: auf Wort und Sakrament. Ver- 
kündigung enthält ja immer auch die Lehre, die 
confessio als dankerfüllten Lobpreis der Groß- 
taten Gottes mit. Die Eucharistie, das Brotbrechen 
ist höchster Erweis der Liebensgemeinschaft mit 
Christus und untereinander. 

Wort und Sakrament bilden in sich keinen 
Gegensatz. Sie dürfen nicht gegeneinander aus- 
gespielt werden. Das Wort braucht und soll sich 
nicht auf die Predigt und Katechese beschränken 
(wie auch Predigt noch nicht ohne weiteres und 
stets Verkündigung des Gotteswortes ist. 

Heiler hat recht: „Jedes Gleichnis kann Aus- 
druck des göttlichen Wortes sein. Wort Gottes 
ist auch die Liturgie, die aus Schriftworten 
gebildet ist, Wort Gottes im weiteren Sinn 
ist auch jedes liturgische Symbol: der Altar, das 
Kreuz, das Altarbild, die Symbole auf den Para- 
menten, das ewige Licht, die Orgel. Alle diese 
Symbole sprechen zur Seele oft vernehmlicher 
und ergreifender als eine rationalistische und 
pietistische Predigt."^) Umgekehrt ist auch das 
Sakrament ein verbum visibile, d. h. ein sichtbares 
Wort. Es gibt kein Sakrament ohne begleitendes 
und deutendes Wort, sonst wäre es Magie. 

Bis in protestantisch-liberale Kreise bahnt sich 
heute ein neues und vertieftes Sakramentsver- 
ständnis an. Einzelne Agenden kennen bereits For- 
mulare für eine deutsche Messe. Die Berneuchener 
Bewegung und der Alpirsbacher Kreis haben viele 
Geistliche zu Mitgliedern oder Freunden. Selbst 
die im Protestantismus nur als Amtshandlungen 
gewerteten hl. Handlungen der Trauung, Ordi- 
nation, sogar die Krankenölung rücken in neue 
Aspekte, in die Nähe des Sakramentalen. Wir 
haben also Grund, nicht voreilig uns jenen anzu- 
passen, die aus veraltetem Ressentiment die Hand- 
lungen der Kirche zu wenig als Fortsetzung des 
theandrischen, des gottmenschlichen Handelns 
würdigen. 

Geradezu bestürzend aber in unseren Gemein- 
den ist die Passivität, ja ein sich Zieren und Ge- 
nieren vor dem Empfang der hl. Kommunion, 

*) Heiler, Fr., „Die liturgisch-sakramentalen Erneuerungsbe- 
strebungen im Protestantismus", ELK. 1955/6 II, 50. 



45 



besonders in der Männerwelt, sowie die allgemeine 
Wertung des Gottesdienstes als bloße Erbauung 
im pietistischen Sinn. Wir alle wissen um die 
Schwierigkeiten des regelmäßigen Gottesdienst- 
besuches. Daß aber in manchen Gemeinden 80Vo 
der Altkatholiken gar nie oder nur bei privaten 
Anlässen zum Gottesdienst eilen, offenbart doch 
einen Substanzschwund des Glaubens, der, mensch- 
licli gesprochen, an eine wirkliche Wiedergeburt 
nur hoffen läßt gegen alle Hoffnung. 

Wir müssen dennoch auf jede Weise versuchen, 
dem zu steuern — und müssen vor allem daran 
denken, mit der kleinen treuen Kerngemeinde uns 
ein neues Volk zu erobern, dieses aber mit allen 
Mitteln vor dem Abgleiten in den Minimalismus, 
in die Lauheit und Kälte zu bewahren. Dazu 
einige konkrete Anregungen. 

/. Wir müssen den Sonntag und Festtag 
als Gottestag wieder groß machen! 

Sonn- und Feiertage sind nicht einfach freie Tage. 
Sie sind zunächst eingesetzt auch als Ruhe- und 
Dankzeiten für unsere Seele. Die Versammlung 
der Gemeinde zur Verkündigung des Todes des 
Herrn, zur Einung mit Christus ist der Haupt- 
sinn des Sonn- und Feiertags. Wir legen zwar 
keinen Wert auf ein äußeres Kirchengebot, das 
kasuistisch die Teilnahme am sonntäglichen Got- 
tesdienst regelt, aber das dritte Gebot des Dekalogs 
besteht immer noch in Kraf t^) . 

Damit diese Sinngebung der Gottestage wieder 
neu verstanden und geliebt wird, sollten wir 
unsere Gemeinden viel mehr über die Bedeutung, 
Geschichte und Formenwelt unserer Liturgie 
belehren, die Feier eindringlich und würdig ge- 
stalten, die Gegenwart Christi in Wort und Sa- 

•) Bezüglich der ethischen Bewertung der Sonntagsheiligung 

steht es doch so, daß durch "Wegfall der Kirchengebote, die 
ja nur eine klare Ausdeutung des Sabbathgesetzes für Chri- 
sten sein wollten, das 3. Gebot nicht außer Kraft gesetzt 
wird. Wo seine Befolgung schwierig ist, können (da es sich 
um ein positives Gebot handelt) zunächst die bekannten 
Ausnahmen: Alter bis zu den Unterscheidungsjahren. Ge- 
bredilichkeit und Krankheit, zu weite Wege, unzumutbare 
Fahrtkosten, Mangel an Kleidung anerkannt werden. — 
Aber wer begriffen hat, daß der „Sabbath" um des Men- 
schen Willen geschaffen ist, weil die Menschen Wort und 
Sakramente brauchen, daß ferner Kirche nicht am Rund- 
funkgerät, sondern in siditbarer Gemeinschaft manifest und 
aktuos wird, der wird nicht mehr aus purer Bequemlich- 
keit fehlen können! 

Denen aber, die trotz guten Willens nicht teilnehmen kön- 
nen, hat die Kirdie Unterweisung zu geben, wie sie den- 
nodi in geistige Kommunikation treten können (ßeistl. Kom- 
munion, Lesen der sonntäglichen Bibcltexte — siehe Jahr- 
buch — Opfer in Bistumsbüchse, Lesen der Kirchcnzeltung, 
Ilausunterridit für Kinder in Bibel und Kirchengeschidite, 
wozu freilidi geeignete Hilfen bereitzustellen wären). — 
Wo solches Abgeschniltensein von der Kirche als Not emp- 
funden in dieser wahrhaft geistlichen Sehnsucht überbrückt 
wird, gewährt der III. Geist in außerordentlicher Weise, 
was er sonst bei wirklicher Gemeinschaft gibt. So war es 
möglich, daß in Korea, Japan und China nach 20()-jührigem 
Katakombendasein katholische Gemeinden ohne Priester 
entdeckt werden konnten, die trotz grausamster Verfolgung 
und Isolierung sich erhalten hatten. — Wo findet sich ähn- 
liche Seelengröße, Treue und Glaube in Europa und in un- 
serer alt-katholischen Diaspora heute? 



krament groß machen. Wüßten wir um das 
heimnis des Glaubens der Eucharistie mehr,wt 
die Füße hurtiger, die Leiber gesdiickter im 
Vollzug der Feier, in der wir den Gehorsa 
ansdiluß an Christi Opfergesinnung suchen 
Und vergessen wir auch das nicht: Wer persör 
am Gottesdienst nicht teilnehmen kann, gebe 
Opfer in die Groschenbüchse, erwecke die S< 
sucht nach dem Herrn und nehme in einer Sti 
des Gebetes geistlich an der Messe teil. 

Gemeinde Christi wird am Altar und von 
Kanzel aus gebaut, sie nährt sich von den hl. 
kramenten und dem Wort Gottes — oder sie s 
innerlich langsam, aber sicher ab. 

2. Kommunion in jedem hl. Amt 

Fangen wir mit den Erstkommunikanten an 
altkirchliche Sitte wieder einzuführen. K 
Eucharistiefeier ohne einige freiwillig Mitkoni 
nikanten. 

3. Vermehrung der Gottesdienste 

Zunächst an den Aposteltagen und abgescha 
Feiertagen, wo es irgend möglich ist. Haben 
Priester schon nicht mehr die Last des Bre 
und täglichen Altardienstes, so sollten wir wi 
stens die besonderen Feste im altkirchlidien < 
begehen. Warum sollte nicht auch das Req; 
sich für den Familien- und Freundeskreis 
Verstorbenen, evtl. am Abend, wieder einbürg 

4. Laiengottesdienste 

Die verstreuten Gottesdienststellen können b« 
nur alle vier oder acht Wochen derzeit be« 
werden. Das führt zur Aushöhlung des Sonii 
und seines christlichen Sinnes. Darum: L; 
gottesdienste! Sie sind besser als keine Gc^ 
dienste. Die anglikanische Kirche läßt durdi j 
toren oder Diakone oder einfache Laien G( | 
dienste halten. Diese sind gut besucht. Den cl 
amtlichen Lektoren usw. werden gedruckte 
digten für jeden Sonntag zum Vorlesen zuge.-« 
Warum zögern wir? 

5. Beichtgelegenheit 



Die Kirdie, die die Schlüssel der Sündenvergt »I 
verloren hat, lädt große Schuld auf sich. Li 
hält sie für eine Sdieinkirdie. Der letzte evj 
lische Kirchentag hat die in der evangdttf 
Kirche fast versunkene Beidite als frelw 
Selbstanklage vor einem verschwiegenen G« 
dien wieder als eine Seelsorgemöglichkeit fei« 
proklamiert. Wir Alt-Katholiken erklären 



46 



an die private Beichte nie abgeschafft. Wer 
nie Gelegenheit gibt, hat sie praktisch he- 
gt. Darum müssen die modernen Menschen 
Psychiater gehen. 

6. Offene Kirchen 

er Zeit der Unrast und Wohnungsenge wollen 

Menschen im stillen Gebet sammeln. Die 

igelischen Kirchen werden geöffnet und viele 

rer Kirchen bleiben immer noch geschlossen. 

Hieben mit der Kirche und dem Kirchenjahr 

buch und Kirchenzeitung bieten gute Hilfen. 
Geistlichen müssen die Gemeinde anleiten, 
sie diese Hilfsmittel recht benutzt. Das ge- 
\_ le kirchliche Brauchtum, also Adventskranz, 
: pe, häusliche Weihnachts- und Erstkommu- 
i feier aus christlichem Glauben, rechtzeitige 
: e für die Kranken und Sterbenden, inneres 

ufig fehlt das religiöse Bild in unseren Häusern. Buch- 
iweise, sogar in Rundschreiben, können wertvoll wer- 
1. — Übrigens, wann erscheint wieder eine Kinderzeit- 
rift — notfalls in Verbindung mit den deutschsprechen- 
1 Schwesternbistümern? 



Erfassen der großen Heilsgeschehnisse sollte wie- 
der Eingang finden in unsere Gemeinden und Fa- 
milien — oder unsere Arbeit ist umsonst. Unsere 
Frauenvereine haben hier ein gewaltiges Arbeits- 
feld.io) 

Möge Gott uns einen Gideon erwecken mit drei- 
hundert Getreuen, auf die Verlaß ist — und unsere 
Kirche wird, so Gott sie segnet, erneuert. Warum 
unsere Armut, unser Mangel an Priestern, Schwe- 
stern, Helfern? Warum die Entfremdung, die 
ständigen Verluste in der Diaspora durch Ehe- 
schluß, durch Austritte, durch Beiseitestehen? Und 
warum übersieht man uns und unser Wirken? 
Lebten wir zu sehr von der Peripherie her? Statt 
aus der Kraft, die Christus gibt? Lebendige Ge- 
meinden, mögen sie auch klein sein, gehen nie 
unter. Auf die katholische Kirche, die im Geist der 
Urgemeinde und im Glauben der einigen Kirche 
sich verwirklicht, wartet die Welt! 

Sende aus Deinen Geist, o Gott, 

und Du wirst das Angesicht der Welt erneuern 

— auch das unseres Bistums! — 



nd des Herrn kam über mich: er entführte mich in Verzückung in die Ebene, die voller Toten- 

n war — und siehe, es lagen ihrer sehr viele über die ganze Tal-Ebene hin, und alle waren ver- 

f) . Da fragte ich mich, können wohl diese Gebeine wieder lebendig werden? Ich antwortete: „Herr, 

< Gott, Du weißt es". Hierauf gebot er mir: Weissage über diese Gebeine und sprich zu ihnen: 

i verdorrten Gebeine, vernehmet das Wort des Herrn! Fürwahr, so hat Gott, der Herr, von die- 

I fcbeinen gesagt: Fürwahr, ich will Lebensgeist in euch kommen lassen, daß ihr wieder lebendig^ 

und will Sehnen an euch schaffen und Fleisch über euch wachsen lassen und euch mit 

/'erziehen und euch Lebensgeist einflößen, damit ihr lebendig werdet und erkennet, daß ich 

rr bin.'' 

i'l während ich weissagte, entstand plötzlich ein Rascheln, und die Gebeine fügten sich zusam- 

ns an das andere. Als ich nun hinschaute, nahm ich wohl Sehnen an ihnen wahr, und Fleisch 

r die gewachsen, und mit Haut waren sie oben überzogen, aber es war noch kein Lebensgeist 

IL Da sagte er zu mir: „Richte eine Weissagung an den Lebensgeist, ja weissage, Menschen- 

>' und sag zu dem Lebensgeist: So hat der Herr gesprochen: ,0 Geist, komm von den vier Win- 

l>ei und hauche diese im Kampf Getöteten an, daß sie wieder lebendig werden!''* Als ich nun 

^figte, wie er mir geboten hatte, da kam der Lebensgeist in sie, so daß sie lebendig wurden und 

Füße traten, ein gewaltig großes Heer. (Ezechiel 37, 1 — 10.) 



47 



Besudi In der Mundelfinger Kaplanei 




Das Pfarrhaus (Kaplanei) in Mundelfingen 



Die Margarethen-Kapelle in Mundelfingen 



Mundelfingen? Weiß der Leser überhaupt, daß es 
ein solches Dorf gibt? Weiß er, wo es Hegt? Öst- 
lich des Hochschwarzwalds dehnt sich eine weite 
Hochfläche aus, die „Baar" heißt. Diese Hoch- 
fläche ist geradezu von Dörfern übersät. Es sind 
rechte, reiche Bauerndörfer, die einst das ganze 
badische Land mit Getreide versorgt haben, wes- 
wegen auch in der Schule gelehrt wurde, daß die 
Baar die Kornkammer Badens sei. Eines dieser 
Dörfer ist Mundelfingen. Es liegt abseits des Ver- 
kehrs. Seine näcliste Bahnstation ist Döggingen an 
der Höllentalbahnstrecke von Freiburg nach Do- 
naueschingen. Die nächste Stadt und gleichzeitig 
Kreisstadt ist Donaueschingen, das wie Neustadt 
im Hochschwarzwald und Villingen vom altkatho- 
lischen Pfarramt Mundelfingen pastoriert wird. 
Groß ist es nicht, das hochgelegene Dorf. Es zählt 
ungefähr siebenhundert Seelen und hat eine Flä- 
chenausdehnung von wenig mehr als fünfzehn- 
hundert Hektar. Auf einen Einwohner kommen 
demnach rund zwei Hektar; das deutet schon 
auf die rein landwirtschaftliche Struktur der Ge- 
meinde hin. 



48 



ekoni 
verlf 



Wir sind mit dem Zug in Döggingen angekoi 
und sehen, wo wir den Ort gegen Süden 
haben, am Horizont das Ziel unserer Frühw; 
rung. In einer starken Stunde wollen wir in 
delfingen sein; denn wir haben die Absicht, 
den Gottesdienst zu besuchen. Für Mitglieder 
Diasporagemeinde bedeutet es nämlich iinnn 
besonderes Ereignis, wenn sie einmal in 
richtigen altkatholischen Kirdie sein könnei 
mit anderen Altkatholiken die Messe erleber 
fcn. Also ziehen wir über die baumlose 1 
hin, über die der Morgenwind streift. Blüte 
und satt liegen die Matten da und warten an 
Schnitter, weit im Süden steigen der Budil" 
der Eichberg auf, die Höhen um Blumbeix. l 
Mundelfingen brodelt aus unsichtbarer Tiel " 
l)el hoch, so daß das Dorf aussieht, als wi 
von Wolken eingerahmt. Seine Silhouette k- 
mit dem Marsch immer näher. Dabei fällt un 
daß nicht der Kirchturm am höchsten steht 
dern das Türmchen des stolzen Rathauses. 

Seinen Namen hat das Dorf wahrscheinli« 
einem Edeln Munolf; Siedlung des Muno 



I 



las Wort. Um 802 wird sie zum erstenmal 
.iiit; eine Grafensclienkung überwies es in 
m Jahr dem Kloster St. Gallen. Damals wurde 
delfmgen von dem heute viel kleineren Asel- 
m kirchlich betreut; der heute noch vor- 
lene „Totenweg" deutet darauf hin, daß die 
torbenen von Mundelfingen in Aselfmgen bei- 
tzt wurden. 1225 aber erhält das Dorf eine 
16 Kirche, deren Patron St. Gallus war. 1489 
ht St. Gallus dem St. Georg, 
e altkatholisclie Gemeinde Mundelfmgen wur- 
875 gegründet. Ihr örtlicher Führer war der 
alige Bürgermeister Heinemann. Am 25. Fe- 
ir 1875 wurde den Altkatholiken die St. Mar- 
thenkapelle mit der dieser Kapelle eigenen 
inde zugewiesen. Da die Kapelle aber zu 
1 war, bestanden die Altkatholiken darauf, 
Pfarrkirche zu bekommen. Am 15. April 1875 
de ihnen die Mitbenützung zugestanden, und 
die Römisch-Katholischen nicht gemeinsam 
Kirche nützen wollten, bekamen diese die 
garethenkapelle. Lange dauerte das jedoch 
t; die Römisch-Katholischen Mundelfmgens 
•en gewandt genug, viele Altkatholiken zu- 
Lzuholen. Ein Satz aus der „Kirchengeschichte 
Baar" von Hermann Lauer zeigt deutlich, 
das möglich wurde: „In beiden Orten — ge- 
nt sind Blumberg und Mundelfingen — bra- 
1 rlie Führer der Bewegung bald auffallender- 

wirtschaftlich zusammen". Durch Erlaß 
i 16. November 1883 wurde die Pfarrkirche 
Römisch-Katholischen zurückgegeben, die 
atholiken bekamen die Margarethenkapelle 
deren Pfründe, die allerdings auch verringert 
de. 

/ir sind nun im Dorf angekommen. Seine 
-ßen sind auffallend breit und sauber. Sauber 
en auch die einzelnen Höfe da, das größte 
äude, das Rathaus, blinkt geradezu in der 
ne. Vor ihm sprudelt das Wasser aus dem 
illenengedenkbrunnen. In unmittelbarer Nach- 
schaft des Rathauses steht die alte Marga- 
enkapelle, die altkathoHsche Kirche, 
eit 1451 besteht in Mundelfingen die Mutter- 
eskaplanei, die 1695 Margarethenkaplanei ge- 
den ist. Das Kirchlein ist älter als die Pfarr- 
he, die im Jahre 1750 erbaut wurde. Diese ist 
Juwel in der Landschaft und müßte, ihrer 
m entsprechend und ihrem künstlerischen Wert 
ti eigentlich an die Stelle des Rathauses gesetzt 
, damit der vollendete Bau weithin wirken 
nte. Kein Geringerer als Peter Thumb hat 
erstellt, der Erbauer der Klosterkirchen von 
lau und St. Peter im Schwarzwald, 
um Margarethenkirchlein gehört die Kaplanei, 
altkatholische Pfarrhaus. Es ist ein altes, dick- 



maueriges Bauernhaus, über dessen Torbogen die 
Jahreszahl 1575 prangt. Die große angebaute 
Scheuer, die Stallungen im Erdgeschoß, der große 
Obstgarten lassen erkennen, daß einst die Ka- 
plane, die hier gewohnt haben, auch Bauern ge- 
wesen sein müssen. Zudem gehört zu dem Hof 
Bauernland von ungefähr achtzehn Morgen, das 
heute natürlich verpachtet ist. Im oberen Stock der 
Kaplanei wohnt der freundliche Ortspfarrer. Die 
meisten Wände seiner weiträumigen Zimmer sind 
von Büchern bedeckt, an den Fenstern leuchten 
Blumen. Ein rechtes dörfliches Pfarrhaus! Nur 
über eines muß der Pfarrherr klagen: Das Haus 
hat wenig Sonne, und im Winter sind die Räume 
kaum warm zu kriegen. 

Unterdessen ist die Zeit des Gottesdienstes ge- 
kommen. Wir gehen dem Klang der Glocke nach 
und betreten die Margarethenkapelle. So schmuck- 
los das Kirchlein äußerlich ist, im Innern zeigt es 
einen typisch bäuerlichen Barockaltar. Er wird 
gekrönt von der Gottesmutter, darunter steht der 
Ortspatron St. Georg. Die Hauptfigur ist die heilige 
Margarethe. Um diese drei Figuren gruppieren 
sich die kleinen, naiv geschauten Bildwerke der 
vierzehn Nothelfer mit ihren Attributen. Vitus 
beispielsweise steht in einem Kessel, mit Baum, 
Stab und Jesuskind tritt Christophorus auf, Acha- 
tius zeigt den Dornzweig, der Bischof Dionysios 
von Paris sieht aus, als sei er durch irgendwelche 
Umstände beschädigt worden, sieht man jedoch 
genau hin, merkt man, daß sein Haupt nicht ab- 
geschlagen wurde, sondern daß er es, wie es die 
Legende verlangt, in der Hand trägt. 

Die kleingewordene Mundelfinger Gemeinde ist 
von ganzem Herzen beim Gottesdienst. Wahr- 
scheinlich könnte sich manche große altkatho- 
lische Gemeinde ein Beispiel nehmen, wie sie sich 
der schönen Liturgie verbunden fühlen müßte. 
Eigenartig mutet uns Städter nachher die Liturgie 
des Wettersegens an. Die Bauern der Gemeinde, 
so sagte uns nachher der Geistliche, verlangen, 
daß der Segen der Fluren gebetet werde; sie sind 
eben mit Land und Acker und Wiese verbunden. 

Nach dem Gottesdienst unterhalten wir uns 
noch ein wenig mit einigen Männern und Frauen 
der Gemeinde. Ihre hartklingende Sprache, die 
schon das schwere Alemannisch der nahen Schweiz 
spüren läßt, spricht von harter Bauernarbeit; sie 
weiß aber auch von der Zähigkeit der Menschen 
zu erzählen, die in diesem Landstrich wohnen. 

Nach dem Mittagessen, zu dem uns Pfarrer Hu- 
ber eingeladen hat, wandern wir weiter. Hell 
leuchtet die Nachmittagssonne über die weiten 
Äcker und Felder. Der Feldweg schlängelt sich an 
einen Buchenwald hin, mit dem dann der Abfall 



49 



in die Wutachschlucht beginnt. Ein harter Kampf 
ist um deren Erhaltung entbrannt; industrielle 
Kreise wollen die Wutach stauen, um Kraft vom 
Wasser zu bekommen. Menschen, die das einzig- 
artige Naturbild der Schlucht erhalten wollen, 
stemmen sicli gegen diese Absicht. Wie wird der 
Kampf ausgehen? Wutachschlucht und Gauchach- 
schludit zeigen unendlich viele Pflanzen, die sonst 
kaum mehr zu finden sind, unendlich viel Inter- 
essantes tut sich auf. Und wer die Gelegenheit hat, 
dieses Gebiet noch einmal zu sdiauen, der tue es. 
Wer weiß, ob das in zehn Jahren noch möglich 
sein wird? 



Wir wandern durch die enge Gauchaehsdb \ 
hoch, steigen auf schmalen Stegen über den ] 
einmal nach rechts, einmal nach links. Die 
der Schlucht gibt kaum die Möglichkeit, daß 
seitig des Wassers Wege geführt werden köi 
Erst am oberen Ende der Schlucht, die übr 
in die Wutachschlucht einmündet, wird es w 
Nach letztem, atemfordernden Anstieg ist dii 
he erreicht. Wir schauen uns um, sehen Döggi 
vor uns und suchen noch einmal Mundelfi 
Und wir grüßen hinüber, hinüber auch zu 
Bergen, die sich hinter ihm auftun. 

F. Otto Wl 



Seelsorge für unsere Alten 

Die mittlere Lebenserwartung eines Neugeborenen 
in der Bundesrepublik beträgt zur Zeit rund 67 
Jahre (genau 64,56 für das männliche, 68,48 Jahre 
für das weibliche Geschlecht). Seit 1871/81 hat sie 
sich also nahezu verdoppelt. Ist diese überaus gün- 
stige Statistik auch hauptsächlich dem gewaltigen 
Rückgang der Säuglings- und Kleinkindersterblich- 
keit zu verdanken, so haben doch alle Altersstufen 
daran Anteil. Dies geht eindrucksvoll aus Unter- 
suchungen von B. Bodewald*) hervor. Der von ihm 
durchgeführte Vergleich der Absterbensordnung er- 
gab, daß 1871/81 von 100 000 Lebendgeborenen we- 
niger als 75 000 das Ende des ersten Lebensjahres 
erreichten, während heute 75 000 das 60. Lebensjahr 
erleben. Die Mitte des 40. Lebensjahres erreichten 
1949/51 87102 von 100 000, das 65. Lebensjahr 64 999 
— aus den Jahrgängen 1871/81 dagegen nur 24 802. 

Die Zahlen haben im Zeitraum von nur 80 Jahren 
geradezu eine Umkehrung erfahren. Das wirkt sich 
auf die Alterspyramide aus. Der Anteil der über 
65 Jahre alten beträgt zum erstenmal mehr als lOVo 
der Gesamtbevölkerung. Er wird bis 1982 auf 14,5Vo 
angewachsen sein. Im Hinblick auf das Ein- bzw. 
Zweikindersystem hat das auch wirtschaftliche Fol- 
gen. Während 1939 auf jeden nicht mehr Erwerbs- 
fähigen noch 9,4 Erwerbsfähige kamen, hat sich 
deren Zahl 1953 auf 7 verringert. Bis 1982 werden — 
vorausgesetzt, daß die Entwicklung in der gleichen 
Kurve verläuft, nur noch 4,5 Personen im erwerbs- 
fähigen Alter von 15 — 65 Jahren auf einen Erwerbs- 
unfähigen kommen. — 

Wie leben die alten Leute? 

Die Haushaltszählung 1950 ergab, daß 65"/o der 
allen Leute einsam, d. h. ohne Angehörige in unse- 
ren Städten lebten, davon 32*/o als Einzelpersonen 
und 28*'/o als Ehepaare. Höchstens 5°/o sind in der 
Bundesrepublik in Anstalten untergebracht. Minde- 
stens ein Fünflei der alten Leute ist pflegebedürftig. 
Das sind die nüchternen Tatsachen, deren bevölke- 
rungspolitischen und wirtschaftlichen Aspekte hier 
unerörtert bleiben, obwohl auch sie beunruhigcnch' 
Fragen aufwerfen werden. 

*) B. Bodewald in Xrztl. Miltcilungcn 1956, 17, S. 457 f. 



Immer hat es alte Leute gegeben. Sie erfreute) 
der besonderen Wertschätzung und Fürsorge 
Angehörigen wie der Öffentlichkeit. Jetzt aber 1 
das Alter einen gegen früher ungemein großen S 
dessen Pflege, Fürsorge und Seelsorge dem gj 
Volk ganz neue, jedenfalls in diesem Umfang 
niemals dagewesene Aufgaben stellt. 

Auch wir tun als Kirche gut, uns rechtzeiti; 
den Pastoralen Fragen zu befassen. Mit dem ai 
begrüßenswerten Bau von Altersheimen allei 
das Gesamtproblem nicht gelöst. 

In größeren Gemeinden empfiehlt sich gewi 
Anlegung einer Sonderkartei der alten Gern« 
mitglieder. Auch wird die Predigt und unsere 
chenzcitung ganz besonders gerne von unsere 
ten gehört und gelesen werden (in Rücksich 
das Lesen wäre größerer Druck wenigstens ma 
Artikel sehr zu begrüßen). Ebenso wird mai 
Älteren dringlich zum Empfang der Hl. Sakrar 
einladen. Besondere Veranstaltungen mögen 
bei uns hin und wieder freudig Anklang fii 
(Gemeinsame Autobusfahrt oder eigne Versamn 
der über 70jährigen usw.) Dennoch meint der 
lendermann, der nun auch sclion 60 Jahre auf 
Buckel hat, es wäre ganz verkehrt, die Alten 
zum Objekt der Seelsorge und Fürsorge zu ma 
Das Alter ist ein Lebensstand in sieh. Sein schö 
Vorredit sollte sein, sich noch niilverantw 
für die Gemeinde, Kirche und Zukunft zu fii 
Gewiß sollen sie nicht dem vorwärtsdränf;endei 
ben im Wege stehen und an ihren Ämtern, etv 
K.V., kleben. Hier soll und muß Jugend recht, 
nachrücken. Al)er gerade deswegen, weil das 
über Ehren läclieln kann, wird es selbstlos der > 
dienen, auch im stillen Gehet, in unscheinbaren ! 
sten mit Nadel und Strickzeug. vermöf,'en<lere 
Leute aucli durch materieUe Förderung der \\\ 
der Kirclie. Geradezu die Krönung ihrer Gemei 
arbeit wäre der Dienst, den die Alten fürelna 
in Besuch und Aufmunterung ihrer Altersfienc; 
tun könnten. — Vergeßl ihr liehen Alten vor i 
nicht: Der Kat und das Vertrauen der Alten, diti 
liebend allem jungen Lehen zuneigen, wecken l 
lördern die Tat der Jungen; denn die Jugend hk 
doch insf,'eheim vom Alter erkannt und anerki 
werden. P. l'fis 




Zeger Bernhard Tan Espen 

Von Pfarrer Christian Huber, Aschaffenburg 



Bekannt genug'. 



Icrholt erschien im letzten Jahrbuch der Na- 

1 ies Mannes, von dem man sagen kann: was 

[ iheim-Febronius für Deutschland war, das 

er für die Niederlande. Im Beitrag „Das 

sterseminar zu Amersfoort" nennt ihn mit 

hrung der Schlußsatz. In seinem ausgezeich- 

rt Aufsatz „Justinus Febronius" spricht Pfr. 

er wiederholt von ihm. In der Besprechung 

Kirchengeschichte der Altkatholischen Kirche 

^ Niederlande von van Kleef wird einiger- 

I en bedauert, daß auf sein Leben nicht noch 

1 ührlidier eingegangen wurde. 

i nd in der Tat: das Leben dieses Mannes hat 

ii jeden Altkatholiken eine große vorbildliche 

1 grundsätzliche Bedeutung. Jeder sollte daher 

( Mann, der so geschichtsbedeutsam auf die 

i iliche Entwicklung seines Heimatlandes und 

; it dann auch weit darüber hinaus wirkte, 

I len: Zeger Bernhard van Espen, den Mann, 

( dem der Herausgeber der Brüsseler Ausgabe 

rar Werke (1752) als ersten seines Vorwortes 

i wuchtigen Satz schreiben konnte: „Gewöhn- 

i.en Herausgeber von Werken deren Ver- 

;d T in den höchsten Tönen. Mir erspart das 

1» Ruf van Espens." 

Einer von dazumal? 

i^spen trat im kirchlichen Leben seiner Zeit 
; eine kirchliche Ordnung ein, die nach unserer 
im Glaubensüberzeugung für die rechte kirch- 
' ' Entwicklung wesensentscheidend wichtig ist. 
l at es mit einem solchen sittlichen Ernst seiner 
i >tlichen Lebensführung, daß er dadurch in 
p Verdacht kam, ein Jansenist zu sein.^) Und er 
•' -^ aus seiner gründlichen Kenntnis der alt- 
dien Ordnung, mit der die Entwicklung 
!• dewalt des römischen Bischofs zu einem Pri- 
päpstlicher Allgewalt unvereinbar ist. Und 
lalb galt er für einen „Gallikaner". Der 
ikanismus trat ja für jene Selbständigkeit 
päpstlichen Allgewalt gegenüber ein, wie sie 
1 von van Espen verfochten wurde, und hielt 
iJ nackig als gutes Recht der gallikanischen 
[i nzösischen) Kirche an ihr fest trotz aller Wi- 



(lurch diese Lebensführung allein schien van Espen 
' iingon übertriebener Strenge an das christliche Leben 
!i. Solche legte man als mit dem Glauben unvereinbar 
Bischof von Ypern 1638 gestorbenen Cornelius Jansen 
IS) und seinen Anhängern (Jansenisten) zur Last. Die 
und ihre Anhänger vertraten jenen strengen Anforde- 
4i'fienüber leichtere bis ins Laxe gehende, die man mit 
iiben vereinbar fand. Näher auf den Jansenismus hier 
»n, würde zu weit führen. 



dersprüche der Anhänger der päpstlichen Voll- 
gewalt und aller Verurteilungen Roms auf Grund 
einer Gewalt, die Rom gar nicht zustand. 

Van Espen hat, zielklar von jener Ordnung be- 
stimmt, die er gläubig vertrat, in seinem Leben 
große Fähigkeiten geoffenbart und entwickelt. Er 
bewies ein mit unendlichem Fleiß in harter 
Selbstzucht erarbeitetes und mit größter Berufs- 
treue wie in höchstem Verantwortungsbewußt- 
sein betätigtes und angewandtes Wissen und Kön- 
nen. Er ließ sich von keinen, am wenigsten ego- 
istischen Interessen leiten, sondern von Wahr- 
heits- und Gerechtigkeitssinn. Und vor allem be- 
seelte ihn wirklich die Liebe. Aus ihr ist sein 
wirklich „demütiger" Wille geboren, zu dienen, 
dem Wohle aller zu dienen, sagen wir's gleich, 
worauf s entscheidend ankommt: dem Heile zu 
dienen. Das tat van Espen mit einer selbstver- 
ständlichen Schlichtheit, Arglosigkeit, Lauterkeit, 
daß man unwillkürlich an das Wort Christi 
denkt: „W^enn ihr nicht werdet wie die Kinder". 
Es wird gut sein, anzumerken, daß das im Letz- 
ten Sohnhaft -sein dem himmlischen Vater ge- 
genüber und Bruderhaft- sein den Brüdern 
gegenüber bedeutet. Aus der lebendigen Liebes- 
verbundenheit der Gläubigen mit Gott und in Gott 
gegenseitig kraft des Sohnesverhältnisses zu Gott 
und des Bruderverhältnisses untereinander ergibt 
sich auch die rechte liebeslebendige Kraft des Wir- 
kens für das Reich Gottes. Darum war van Espen 
so gläubig, so stark, so selbstlos und treu. Kein 
Mensch kann jeder, auch unserer Zeit, besser zei- 
gen, was sie für Menschen braucht, als ein Mensch, 
der so ist, wie er. Denke sich nur jeder selbst aus, 
wie es wäre, wenn überall in Staat vmd Kirche, in 
Wissenschaft, Kunst, Technik usw., überall im 
häuslichen, beruflichen, politischen, im ganzen 
gesellschaftlichen Leben solche Menschen in wirk- 
samer Zahl wirklich „maß -gebend" wären. 
Welch ein tatsächlich notwendendes Gemein- 
schaftsleben erwüchse da aus den Lebenskräften 
der Liebe, aus den Liebeskräften des Lebens, das 
da wirksam wäre! 

Nicht die Tagesgrößen sind (Zeitnot wendend) 
zeitnotwendig, am wenigsten die mit „Eintags- 
fliegengehalt", mit dem „modernen Gehalt", den 
man heute bewundert und morgen schon verlacht, 
der heute alles und morgen schon nichts mehr ist. 
Die überzeitlichen, d. h. jene, die aus einer ewi- 
gen Substanz Bewahrer bleibender Werte durch 
alle und für alle Zeiten sind, die sind im tieferen 
Heilssinn nötig, zeitnotwendig, zeitaktuell. Van 
Espen gehört zu diesem Typ. Die Jahreszahl 



51 



(1752 [!], und da war van Espen sdion längst 
tot!) in der Einleitung könnte die Nase rümpfen 
lassen: „Ach! So einer von anno dazumal! Was 
besagt uns der schon?!" So war es vielleicht gut, 
mit den obigen Ausführungen der Lebensskizze 
etwas vorzugreifen. Schon dieses vorausgenom- 
mene Gharakterkurzbild van Espens, das sich als 
lebenswahr, wenn auch mit gewissen Wiederho- 
lungen bestätigen, aber gerade dadurch auch im- 
mer tiefer uns eingraben wird, spricht uns anders 
an, als daß wir mit jenem „Ach" reagieren dürf- 
ten. Auch nachher ist uns weniger um ein Lebens- 
bild zu tun, genau mit allen Einzelheiten in sei- 
nem zeitlidien Verlauf gezeidinet. Es handelt sich 
vielmehr wenn auch um ein ausführlicher dar- 
gestelltes Lebensbild doch mehr, wie eben gesagt, 
um ein Charakterbild, das hauptsächlich die We- 
senszüge van Espens zeigt, auf die es ankommt. 
Das ist besonders wichtig. Denn solch ein Cha- 
rakterbild setzt uns zu einem Urteil instand, ob 
der Mann, der in ihm ersdieint, Vertrauen ver- 
dient, ob er als Mann, als Mensch, als Christ, als 
Priester, als Gelehrter, als einer, dessen Schick- 
sal es war, auch als geschichtliche Persönlichkeit 
in die kirchliche Entwicklung als eine besondere 
Wirkkraft miteinbezogen zu werden, Vertrauen 
verdient auch für das, was er in seiner geschicht- 
lichen Sendung in seinem Bereiche vertrat. In 
diesem Sinne und unter diesem Gesichtspunkt sei 
das Lebensbild van Espens geboten. 

DAS LEBEN DES GROSSEN 
KIRCHENREGHTSLEHRERS 

Frühe Jugend 

Zeger Bernhard van Espen wurde am 9. Juli 1646 
in Löwen geboren. Sein Vater Jean van Espen 
mit dem Beinamen van Nieuwenhoven war rei- 
cher Bürger und Rechtskonsulent in dieser be- 
deutenden Universitätsstadt. Seine Mutter Elisa- 
beth Zegers entstammte ebenfalls einem alten 
niederländischen Geschlecht. Eine Reihe von Ver- 
wandten zeichneten sich durch Begabung aus und 
bewährten sich in angesehenen staatlichen oder 
kirchlichen Stellungen. 

Der Vater hatte die Leitung eines großen Gutes. 
Mit seiner Familie verbrachte er die meiste Zeit 
des Jahres auf diesem Gut. Es lag in der Nähe 
von Tenusche. Dort besaßen die Väter des Orato- 
riums von Flandern ein Kloster mit einem Kolleg, 
einer Mittelschule. Als gute Jugenderzieher waren 
die Oratorianer sehr gesdiätzt. Daher gab Jean 
van Espen .seinen Sohn in ihre ßildungs- und Er- 
ziehungsanstalt. Dem großen Bildungs- und Er- 
ziehungserfolg an dem vielversprechenden Jun- 
gen kamen dessen hervorragende Begabung und 



52 



egenl 
^lanrf 



vorzügliche Charakterveranlagung entgegen 
Espen wurde ein vorbildlicher junger Manr 
sonders anziehend an ihm war seine allen 
meinen abholde seelische Feinheit, seine be 
dene Zurückhaltung, sein Lebensernst und 
große Herzensgüte. Mit allen verstand er 
vertrug er sich. Darum war er auch allg( 
sehr beliebt. 

Auf diese Studienzeit in Temsche gehen 
Freundschaften zurück, die ihn zeitlebem 
bedeutenden Mitgliedern des Oratoriums ve 
den. Die innige Verbundenheit mit dem Cr: 
um zeigte und bewährte sich auch darin, dai 
Espen später sein bedeutendster Rechtsbc- 
wurde und blieb. Was er dem Oratorium v 
und immer blieb, das sagt uns dessen Chr 
Sie rühmt ihn als „die Koryphäe (den he 
ragendsten) der Freunde des Oratoriums". 

Akademisches Studium 

Nach Vollendung seiner Gymnasialstudiei 
Klosterkolleg in Temsche bezog van Espen 
akademischen Studium die Universität s 
Vaterstadt Löwen. Die Lebenshaltung der < 
gen Studentenschaft war im allgemeinen 
gerade vorbildlich für einen jungen Mani 
dem Wollen und Streben unseres akademi; 
Neubürgers. Er kam immerhin in eine Umgel 
die ihm in mancher Beziehung hätte gefäl 
werden können. Aber ihm war seine Ben 
zum geistlichen Stand klar geworden. Und 
Liebe galt der Wissenschaft. Dem Ziel, dasi 
damit gestedct war, strebte er beharrlich zu. 
nicht damit vereinbar war, wies er unheirrl)! 
fester Haltung ab. Seine Zeit gehörte vor i 
dem Gebet und dem Studium. Diesem wid 
er sich mit solchem Ernst und Eifer, daß e 
Abschluß des ersten Teiles seiner akademi* 
Ausbildung, des Studiums der Philoso 
mit Auszeichnung den akademischen GradJ 
„Magisters (Meisters) der freien Künste" | 
würden heute sagen: des Doktors der Phl 
phie) erlangte. 

Nach diesem glänzenden Abschluß seiner ; 
losophischen Vorbildung widmete sich van E 
sofort dem Studium der Theologie und sp< > 
dem der Redite. Dem Kirchenrecht vcrsdiri« • 
sein Leben sozusagen ganz und gar. Daß 
Lebensführung bei diesem Studium weiterhin 
noch gesteigert, seiner Berufsauffassung 
sprach, versteht sich nadi der Bewährung s< 
Charakterfestigkeit in seinem bisherigen Lei' 
gang von selbst. Selbst seine Ferientage un< 
holungsstunden benützte er nicht für sidi 
gehörten den Armen, die er betnntc «1«n 1>I 



4 die er besuchte, den Kindern, die er iinter- 
ete. Vor allem — das muß nochmals unter- 
; hen werden — war er, eben als innerlicher 
I seh, ein großer Beter. Bei seinem Rechts- 
t ium zeichnete sich van Espen noch mehr aus 
1 jeim Studium der Philosophie. Durch seine 
i msführung wie durch seine Studienleistung 
» Je er auch der Mann des Vertrauens seiner 
e tsbeflissenen Mitstudenten. Seine Aufgabe 
? ihnen zu helfen, in den Wissensstoff ihres 
i les sich einzuarbeiten und ihn zu ihrem siche- 
( Besitz zu machen. Van Espen erfüllte die Auf- 
j n jenes Vertrauensamtes aufs beste. 

n 12. Juni 1670 stieg er zur akademischen 
\ de des Lizentiaten auf. In seiner Demut 
r te er aber schließlich auf die Priesterweihe 
I ichten. Sein Erzbischof selbst, der seinen 
\ t erkannte, ihn schätzte und förderte, mußte 
\ ihn umstimmend einwirken und wußte ihn 
! i zu bestimmen, sich die Weihe doch geben 
i \ssen. Der 27. Mai 1773 war sein Weihetag. 

erbüdung zum Forscher und Gelehrten 

L'iner Priesterweihe widmete sich van Es- 
• weiter mit aller Liebe zur Wissenschaft dem 
1 lium und der Forschung. Beim Studium der 
^ologie hatte ihm das scholastische System und 
I scholastische (in Festlegung auf das mittel- 

I liehe Denken erstarrte und spitzfindig ge- 
r iene) Betrieb wenig entsprochen.^) Mit beson- 
jiim Eifer studierte er nun die Heilige Schrift 

II vor allem alles, was das Fach seines Lebens- 
K ifes, das Kirchenrecht, betraf. Sachlich von 
r cheidender Wichtigkeit war und für ihn per- 
c ich entscheidend bedeutsam wurde dabei, daß 
I ch nicht lediglich auf das Recht beschränkte, 
V es später in der Kirche festgelegt worden war. 
l ignete sich vor allem auch ein umfängliches 
S sen vom Recht der alten Kirche an. Mit ande- 
e Worten: er übersah — wie es auch damals 
u 1 allzusehr geschah — nicht die Bedeutung 
It Kirchengeschichte mit Rücksicht auf wesens- 
^ >\\iie Aufschlüsse, die nur sie allein geben 

!> arbeitete auch hier mit dem Fleiß, der 



lolastik, Scholastiker, von scola, Schule, Scholastiker also 

"'teren Mittelalter) diejenigen, die sich schulmäßig mit 

-onschaften, besonders der Philosophie (Weltweisheit) 

Iheologie (Wissenschaft von Gott) beschäftigen. Dabei 

r allem das philosophische und theologische Lehr- 

naßgebend, das der größte Philosoph und Theologe 

'lalters, Thomas von Aquin, unter Benützung der 

t;lt des großen griechischen Philosophen Aristoteles, 

Man bezeichnete diese Lehre geradezu als „die 

So bedeutend diese Leistung an sich auch war (und 

h Wertvolles bieten kann), so kam es doch zu einer 

ntarlung in Begriffserstarrung und Begriflsspalterei, 

'■m Gesunden der alten Scholastik nichts zu tun haben. 

der „scholastische Betrieb", zumal bei seiner Außer- 

•ig des Erfahrungsmäßigen und des Geschichtlichen, 

11 etwas Übles. Das läßt uns die Einstellung van Espens 

t-'ut verstehen. 



Gründliclikeit und Genauigkeit, der Beharrlich- 
keit und Gewissenhaftigkeit, die ihn auszeichne- 
ten. So entwickelte sich van Espen zu dem, was 
er wurde, zu dem berühmten Kirchenrechtler, 
berühmt und gerühmt auch als gefeierter und be- 
liebter Lehrer und vielgesuchter Rechtsberater. 
So kam er aber auch zur objektiven Einsicht, was 
in der so vordringlich gewordenen Frage der 
päpstlichen Gewalt als unvereinbar mit der maß- 
geblichen Ordnung der alten Kirche abzulehnen 
war. Und von daher wurde ihm die Haltung, die 
er, der Wahrheit und Gerechtigkeit verpflichtet, 
einnehmen mußte, Treueanliegen des gläubigen 
Katholiken. 

Der junge Dozent 
auf dem „Lehrstuhl der sechs Wochen' 

1674 erhielt der junge Gelehrte einen Lehrstuhl 
für Kirchenrecht, den man den „Lehrstuhl der 
sechs Wochen" nannte. Er war verbunden mit 
einer Pfründe bei St. Peter in Löwen, einem klei- 
nen Kanonikat. Als Kanonikus hatte van Espen 
lediglich die Pflicht, an allen Sonn- und Festtagen 
am Chorgebet in St. Peter teilzunehmen. Als Pro- 
fessor hatte er die Aufgabe, während der Ferien- 
wochen (daher der Name des Lehrstuhls!) durch 
Vorlesungen die Studenten in ihrem Studium zu 
fördern, sie so zur guten Verwendung ihrer Fe- 
rienzeit zu bringen und sie vor ihrem Mißbrauch 
zu bewahren. 

Van Espen wäre nicht van Espen gewesen, 
hätte er sich seinem bescheidenen Amt nicht mit 
aller Liebe gewidmet. Schon davon ging eine an- 
ziehende Wirkung aus. Dabei hatte unser junger 
Dozent eine besondere Gabe der klaren Darstel- 
lung. Er ging auch auf alle Fragen ein, die die 
Studenten bewegten. Und solcher gab es damals 
in der Zeit der noch nicht restlos unterdrückten 
jansenistischen und gallikanischen Bewegung 
übergenug. Er ging nicht wie andere den Fragen 
„vorsichtig" aus dem Weg, die nun einmal zur 
Verhinderung eines Unrechtes durch das neue 
abwegige Recht im Gegensatz zum alten, rechten, 
behandelt werden mußten. Er scheute sich auch 
nicht, auf Mißstände einzugehen. All das behan- 
delte er offen und ehrlich, dabei ohne Lieblosig- 
keit, weil eben aus Liebe zur Kirche und zum all- 
gemeinen Besten, aus Liebe auch zu seinen Hö- 
rern. Sie wollte er ja gleicherweise zur rechten 
Berufstüchtigkeit für ihre späteren Aufgaben wie 
zur rechten Haltung in ihren späteren Ämtern 
bilden. Auch damit wollte er über die von ihm 
Gebildeten zum öffentlichen Wohl in Staat und 
Kirche beitragen. Und dafür gab er nicht bloß 
dem Kopf für seine Wissensbedürfnisse, sondern 



auch der Seele für ihren Wertbedarf und dem 
Leben für seine Anforderungen und Notwendig- 
keiten. Deswegen zogen seine Vorlesungen gewal- 
tig an. In Löwen blieben daher während der Fe- 
rien niclit bloß Studenten des Kirchenrechtes, 
sondern auch viele Theologen zurück, um van 
Espen zu hören. Ihre Zahl wurde immer größer. 

DER BERÜHMTE PROFESSOR 
DER BERÜHMTEN UNIVERSITÄT 

Im Kolleg Hadrians VI. 

Im folgenden Jahre 1675, am 22. Oktober, errang 
der bisherige Lizentiat den Grad des Doktors 
„utriusque juris" (beider Rechte, des Kirchen- 
und Zivilrechtes). Er las nun auch als ordent- 
licher Professor der Universität.^) 

Etwa 1677 zog er sich in das Kolleg Papst Had- 
rians VI. zurück. Diese Lehranstalt war damals 
die größte und beste von allen der Universität 
Löwen. Das Kolleg hieß nach seinem Stifter, dem 
späteren Papst Hadrian VI. Dieser, der letzte 
deutsche Papst, selbst ein zu Utrecht geborener 
Niederländer, hatte auch in Löwen studiert und 
dort als angesehener Professor der Theologie ge- 
lehrt. 1507 war er Erzieher des späteren Kaisers 
Karl V. geworden. Nach einem großartigen Auf- 
stieg kam er 1522 auf den päpstlichen Thron. 
Trotz seines heiligmäßigen Lebens wurde er bald 
wütend gehaßt. Er ging nämlich mit aller Strenge 
gegen die Verweltlichung der Kurie vor, vor allem 
auch gegen die Simonie (Ämterhandel) und den 
Nepotismus (Verwandtenbevorzugung und -Ver- 
sorgung), die sich dort schamlos und unheilvoll 
breit gemacht hatten. 

Van Espen sah im „Päpstlichen Kolleg", wie 
man es kurz nannte, den gegebenen Ort, in aller 
Sammlung ganz und gar seiner Selbstheiligung 
wie seiner beruflichen Sendung, der wissenschaft- 
lichen Arbeit und der Lehrtätigkeit in seinem 
Fach, leben zu können. Und er lebte dem, was er 
im Kolleg suchte und andrerseits als sein Bestes 
auch wieder geben wollte, so, daß er im Lauf des 
Vierteljahrhunderts, das er im Haus verbrachte, 
durch sein Wirken ein Mann von geschichtlicher 
Bedeutung wurde. 

Uns interessiert auch hier wieder vor allem 
seine Lebensführung. Gerade, weil er eine so viel 
angefoditene Persönlichkeit wurde, interessiert 



*) Den Nachschlagewerken nacJi ist van Espen ab 1675 Professor 
an der Universität. Schulte (vgl. Literaturangabe 15.!) schreibt 
S. 705: „. . . 1675 Doktor der Rechte. Professor des canonischen 
Rechtes geworden, entfaltete er eine auncrgewöhnlidic Lehr- 
tätigkeit, indem er neben den amtlichen Vorlesungen in seiner 
Wohnung Privatissima gab, welche vorzugsweise von Doktoren 
besucht wurden." Anmerkungsweise fügt Schulte bei: „Nach 
Laurent p. 224 n. 2 hat er jährlich nur 6 Wochen in den Ferien 
doziert, was ihm 30 Taler eintrug." 



uns diese. Die Grundangabe dafür ist in dei 
leitung schon ausführlich genug enthalten, 
so durcli sein Leben „dozierte", der do 
(lehrte) auch in seiner Lehre die Wahrheit, 
der ganzen bisherigen Entwicklung van E 
können wir nur eine gleiche Weiterentwicl 
nur eine Lebensführung erwarten, die de 
herigen und zwar in wachsender Vervollk. 
nung entspricht. Und so ist es tatsächlich 
Espen führte, um geistig frei für seine Au 
zu sein, in geradezu klösterlicher Einfachhei 
in mönchischer Strenge, aber vom Glaiibei 
der Liebe gedrängt, ein Leben der Selbsthcili 
um mit jenem lauteren Herzen Gott und > 
Mitmenschen in Kirche und Volk dienen zu 
nen, das es zur echten Aufbauarbeit am 1 
Gottes, zur Verwirklichung der Lebenson 
Christi, besonders auch Fehlentwicklung! 
kirchlichen Leben gegenüber braucht. Dafii 
ihm das „Päpstliche Kolleg" der gegebein 
sein ihm von Gott gewährter Himmel auf I 

Van Espen, immer bescheiden und allen 
den abgeneigt, führte ein Leben freiwilligt 
mut. Obwohl er aus reichem Hause slai 
wollte er von Reichtümern nichts wissen. Ni 
strebte er darnach. Er war zufrieden mit st 
schmalen Einkommen. Außer dem schon er\ 
ten, wenig ertragreichen, bescheidenen Kam 
bei St. Peter besaß er nur kurze Zeit eine a 
kirchliche Pfründe dazu, ein Kanonikat in . 
Artois, das er kurz vor seiner Priesterweii 
hielt. Rein aus Liebe zu einem armen Lebei, 
zichtete er schon nach fünf Jahren zu Qu 
eines Lizentiaten der Theologie darauf, d 
— er wurde nachher Professor der Theolof 
der Universität von Douai — damit fö 
wollte. Alle Einkünfte von seinem Kanoniki 
St. Peter und von seiner Professur schenk 
den Armen. Im übrigen war er mit dem ihi 
gefallenen, auch nicht allzu großen I^rbte j 
frieden. Doch auch die Einkünfte daraus tei 
mit den Armen. Um ihnen geben zu kö : 
sparte er sich sogar manches vom Munde s • 

Auch seine Lebenshaltung war einfach ui 
scheiden. Er aß wenig und keine erlesene * 
richte. Bis zu seinem 77. Lebensjahr trai i 
keinen Tropfen Wein. Erst als die Ärzte ii ' 
teresse seiner Gesundheit unbedingt darauf 
gen, ging er etwas von dieser Strenge ab. Br 
den und einfach war auch seine Klcichnig. 
nicht anders wollte er die Möbel, die er heiv 

All die 26 Jahre, die er im Kolleg veibr 
hielt er aufs gewissenhafteste die religiöse 
nung ein, die im Hause galt. Niemals widi < 
von ab. I'2r war überzeugt, daß die Zeit, die < 
religiöse Übungen verwandte, für sein Sti 



1 1 verloren war. Im Gegenteil! Er wußte, wie 

diese Treue für seine Forschung disziplinierte. 

; erlebte in der Erfahrung, welch tiefes und 

[ es Licht sich gerade aus dem Gebet ihm er- 

oß. Er hielt alles vom göttlichen Segen für 

e Arbeit. Auch darum, zum drittenmal sei es 

•nt, war er ein Beter. Er wurde darin ein Vor- 

, für alle. Immer kam er als einer der ersten 

1 Beginn der geistlichen Übungen. Und nach 

I r Beendigung war er der letzte, der ging. 

; für Tag fand er sich frühmorgens fünf Uhr 

I er Kapelle ein. Dort blieb er bis sieben Uhr. 

I n feierte er die hl. Messe oder diente einem - 

eren Priester bei ihr. Von 14.30 — 15 Uhr be- 
I htete er in der Kapelle oder im Garten. Jeden 
; 11- und Feiertag nahm er pünktlich und voll 
I acht nicht als Muß der Pflicht halber, sondern 

I dem Herzensbedürfnis des Frommen, aus 
, )e zu Anbetung gedrängt, am Chorgebet von 
i Peter teil. 

r ra Kolleg waren auch jährliche geistliche Ex- 

• tien für die Studenten üblich. Van Espen, der 
11 1 Pflege des Innenlebens gerade wegen ihrer 

, htigkeit auch für die Pflichterfüllung hielt, 
' allem vorbildlich bei sich selbst, und der als 
^3r und Betrachter aus einem reichen Innen- 
t n und durch seine vielen innerlich verarbei- 

• li Erfahrungen aus großer Lebensweisheit 
V )pfen konnte, war der gegebene Mann für 
jl e geistlichen Übungen. Jahr für Jahr hielt er 

II guter Exerzitienmeister die Exerzitiensvor- 
li e. Die Teilnehmer wurden tief ergriffen, wenn 

- seinem Mund die ewigen Wahrheiten ver- 
! iiien. 

»enkt man an all das, was van Espen, der kör- 
p ich kein starker und rüstiger Mann war, bei 
d er Lebensweise alles leistete — es wird gleich 
I Rede davon sein — so kann man sich nicht 
{ iig wundern. Niemand vermutete in dem be- 
I« 'idenen Mann beim Blick auf seinen schwachen 
h per so außerordentliche Gaben, eine so große 
5 le, so viel Geist. Weither kam einmal ein an- 
S hener Reisender, um den großen Gelehrten 
t -eben, dessen hochgeachteter Name so weithin 
b annt geworden war. Als ihm sein Wunsch in 
E üllung ging, konnte er kaum glauben, daß das 
ache, gebückte Männlein jener berühmte 
Am sei, über den — wir dürfen hier schon vor- 
- f *'n — die Richter der heiligen Kurie im ewi- 
»m zu Gericht saßen. 

<vi all seiner Beanspruchung und seinem Mit- 

h f'ingezogenwerden in die kirchlichen Kämpfe 

d lals, mischte er sich von sich aus niemals in 

^ ^''. die ihn nichts angingen. Er lebte beständig 

zurückgezogen und behielt immer seine 

i-e Lebensweise bei. Wie leicht gewinnt ein 



solches Leben etwas „Verabseitigtes", vom Nor- 
malen Abweichendes, etwas „Schrulliges". Wie 
leicht wird da „Gelahrtheit" zum Gegenteil von 
Weisheit! Davon war bei van Espen nichts zu 
bemerken. Man wird im Leben dieses tief religö- 
sen und ernsten Gelehrten nichts finden können, 
was ihn nach dieser Seite unliebenswert macht. 

Daß dieses durch seine religiösen Grundsätze 
zu wirklich heiligem Dienst streng disziplinierte 
Leben weiterhin auch die helfende Nächstenliebe 
so in sich einbezog, wie schon erwähnt wurde, 
braucht nicht eigens weiter ausgeführt zu werden. 

Seine ganze Schaffens- und Leistungskraft ge- 
hörte der Forschungsarbeit und der Lehrtätigkeit, 
dem gelehrten Beruf, dem van Espen sich geweiht 
hatte. Über seine Fähigkeiten, seine Beliebtheit, 
seine Leistungen und Erfolge als Lehrer w^äre ge- 
steigert das zu sagen, was vom jungen Dozenten 
schon gesagt wurde. Auch darüber kann also hier 
weggegangen werden. 

Kirchenges Chi chtU eher Bahnbrecher 

Auf ein besonderes Verdienst van Espens muß in 
diesem Zusammenhang hingewiesen werden. Er 
erkannte mit anderen bedeutenden Persönlich- 
keiten seiner Zeit und schon der letzten Jahrhun- 
derte vor ihr die verhängnisvollen Folgen der 
Unkenntnis und der Vernachlässigung der Kir- 
chengeschichte. Nur dieser dem spätem Kirchen- 
recht und der scholastischen Theologie eigentüm- 
liche Übelstand macht es erklärlich, wie man eine 
spätere kirchliche Ordnung, die doch besonders in 
den päpstlichen Allgewaltsansprüchen von der ur- 
kirchlichen Ordnung abwich, schon in der aposto- 
lischen Zeit grundgelegt, ja von Christus angeord- 
net sehen konnte und wie diese geschichtliche Un- 
möglichkeit immer mehr zu einer, schließlich von 
„allen" angenommenen „Glaubenswahrheit" wer- 
den konnte. 

Hier sah van Espen ganz klar. Jene Unkennt- 
nis mußte zu einer unrichtigen Beurteilung der 
Übelstände in der Kirche und in der christlichen 
Gesellschaft führen, die eben aus der Durchset- 
zung der unberechtigten Ansprüche Roms sich er- 
gaben. Jene für Rom vorteilhafte Unkenntnis 
mußte den Ansprüchen Roms sogar Vorschub lei- 
sten. Je mehr sich diese aber durchsetzten, desto 
mehr mußte auch die Mutlosigkeit wachsen, daß 
es ihnen gegenüber wieder zur rechten Ordnung 
käme. Und das bedeutete auch für solche, die 
klar sahen, eine schwere Versuchung, sich zu 
Nachgiebigkeiten und Anpassungen bereit zu fin- 
den, die sich mit den Interessen der Wahrheit, 
den Forderungen der Gerechtigkeit, den Pflichten 
der Ehrlichkeit und mit der Notwendigkeit des 



R.\ 



Widerstandes nicht vereinbaren ließen. Ja, eine 
solche Nachgiebigkeit bis zur Anerkennung 
schließlich einer doch niclit mehr zu ändernden, 
aber nun einmal Tatsaclie gewordenen Ordnung 
konnte sogar als ein Muß erscheinen, um damit 
etwa aus Übeln herauszukommen, die anders doch 
nicht mehr überwindbar wären und nur so für die 
Zukunft vermeidbar schienen. Und dazu dann die 
„Klugen", die ihre Fahne nach dem Wind hängen, 
der weht, und die Erfolgsjäger, die sidi dahin 
schlagen, wo sich die besseren Aussichten zeigen! 
Für den, der für kirdiliche Ordnung in ihrem 
guten, aus dem Urkirchlichen schon offenbaren 
Ursinn, war, standen die Zeidien der Zeit nicht 
gut. Eine mit diesem Sinne unvereinbare, zur All- 
gewalt zentralisierte päpstliche Madit hatte schon 
längst die Übermacht gewonnen. 

Infolge seiner klaren Schau unbewältigt von je- 
ner Macht erfaßte van Espen seine Sendung und 
erfüllte sie auch ohne Rücksicht auf die Folgen 
für ihn selbst. Er wandte alle seine Kraft auf, um 
den Sinn für kirchengeschichtliche Forschung zu 
wedcen, diese zu beleben und durch sie die alt- 
kirchliche Lehre und Ordnung wahr und klar 
aufzuzeigen. Er schreibt von sich selbst: „Ich 
hatte kaum mit dem Studium (des kanonischen 
Redites) begonnen, als ich alsbald auch schon 
wahrnahm, daß eine große Zahl von Kanonisten 
oder besser gesagt von Dekretalisten'*) wenig im 



*) Dekretalien nennt man die Entscheidungen der Päpste in 
den Reditssachen, die an sie gelangten. Schließlich wurden die 
päpstlichen Erlasse überhaupt so bezeichnet. Dekretalisten sind 
dann die Kirchenrechtsgelehrten, die die nachgratianischen 
Dekretaliensammlungen wissenschaftlich bearbeiten. Der 1160 
gestorbene Kamaldulensermönch Gratian war der erste, der 
in der Schule seines Klosters zu Bologna als Magister Kirchen- 
recht als Wissenschaft für sich lehrte und (natürlich unter Ver- 
wertung der bisherigen Dekretalien) ein großes Handbuch des 
Kirchenrechts verfaßte, das (später so genannte) berühmte 
Decretum Gratiani. Nidit selten wurden Dekretalien gefälscht. 
Das berüditigste Beispiel sind die sogenannten „Pseudoisido- 
risdien Dekretalien", Werk eines Fälschers, vielleicht einer 
ganzen Fälschergesellschaft, wahrscheinlich im Gebiete der 
Diözese Reims aus der Zeit um 850. Diese Fälschung wollte, 
was sie schließlich auch erreichte, die Bischöfe unabhängig von 
der Gewalt der Metropolitanbischöfe und von den Provinzial- 
konzilien machen. Zu dem Zweck steigerte sie gegen diese die 
päpstlidie Gewalt möglichst hoch und ließ ihre erfundene, in 
der Kirche ursprünglich überhaupt gar nicht vorhandene 
päpstliche Allgewalt als apostolisch, ja von Christus herrüh- 
rend erscheinen. Da man im Mittelalter irrtümlich den großen 
spanischen Kirchenlehrer Isidor von Sevilla (gest. 636) als ihren 
Herausgeber ansah, gewann die Sammlung beim damaligen 
Fehlen des geschichtlidien Sinnes und jeder geschichtlichen 
Kritik ein gewaltiges Ansehen. Sogar in Rom war man anfangs 
in der Berufung auf sie sehr zurückhaltend. Aber schon Niko- 
laus I., einer der größten Vertreter des römischen (unkalho- 
lisdien!) Papalismus, gab sie als altes Recht aus. „Er versteigt 
sidi sogar zu der unwahren Behauptung, daß dieses junge 
fränkische Fälscherwerk seit alters in den römischen Ar- 
chiven aufbewahrt worden sei" und erklärt ihre Dekretalien 
der römisdien Bischöfe für rechtsverbindlich (Friedrich Hei- 
ler). Was so kirchenreditlich immer mehr maßgebend wurde, 
wurde es auch theologisch als „Glaubenslehre" und so kam es zu 
jener verhängnisvollen falschen Gleidisetzung von „Papismus" 
und Katholizismus, gegen die Franz von Baader gleichberech- 
tigt durch die historischen Tatsachen wie durch seine tiefe 
Glaubensschau der Kirche als (organischer) „Korporation" 
(Körpersdiaft), nicht in negativer Polemik gegen „Rom", son- 
dern im wirklichen Interesse der wahren katholischen Kirche, 
sich so entsdiiedcn wendet. Döllinger hat vollständig recht mit 
seinem Urteil, daß die pseudoisidorisdien Grundsätze in der 



Bilde über das kirdiliche Altertum eine A 
falsdier Grundsätze aufstellte. Sie behalt 
ihnen als wahr geltende Grundsätze bei, d 
entweder mit ungenügenden Beweisen od« 
unterschobene Werke begründen." (Vgl. da/ 
im vorjährigen Jahrbuch S. 80, Sp. 2, üli 
päpstl. Dekrete [Rechtsentscheidungen] \ii ; 
Pseudo-Isidorischen Dekretalien Gesagte! 
wie er als kirchenrechtliche Autorität erk; i 
daß man ohne ein gleich gründliches kird 
schichtliches Wissen nicht zu den richtig,'! i 
chenrechtlichen Auffassungen komme, so 1»( i 
er sich auch bei seinen Studenten um die 
Einsicht, daß die Vernachlässigung der Kii 
geschichte ein verhängnisvoll sich auswirk 
Hauptfehler sei. Dies mit allem Nachdruck , 
tonen, wurde er nie müde. Was van Esjx i 
tritt, erinnert in vielem an das, was aiuti 
berühmten und gelehrten Bischof von ^ 
Bossuet, dem gallikanischen Führer, der di 
claratio cleri gallicani (Erklärung des frn 
sehen Klerus) verfaßte (gest. 1704), ein 
schweres und ernstes Anliegen war. 

Der Rechtsberater 

Der steigende und sich immer mehr verbrei d 
Ruf van Espens machte ihn zu einem von 
sten, Bischöfen, Äbten, von kirchlichen, 
liehen und kommunalen Instituten vielgcsi 
und stark beanspruchten Rechtsberater. I 
beim Hinweis auf diese seine wichtige I 
ohne weitere Einzelausführungen darülx 
das vom flandrischen Oratorium Bemerk i | 
Beispiel erinnert. Darüber hinaus hier nui 1 
folgende! 

Papst Clemens XI. hatte 1702 den Erzbi «i 
von Utrecht Peter Codde wegen seiner 
nistisdien" Haltung abgesetzt und dafür 
Jesuitenfreund) de Cock zum apostolischen ' a 
ernannt, der allerdings vom Kapitel Utrecht I 
anerkannt und von den Niederlanden nie zuf 
sen wurde. Van Espen sprach sich rechtsgut ■ 
lieh zu Gunsten des Kapitels Utrecht für d 
ihm vom Papst abgesprochenes Recht au 
zur rechtmäßigen Neubesetzung des erzln 
liehen Stuhles die geistliche Gewalt in der Vi 
zese auszuüben. Eine Exkommunikation fin 
man nidit. Man stand auf dem Standpunk 
man sich um eine mit Mißbrauch der päpsll 



Tat „die ganze ältere Kirchenverfassung umgestaltet, ein 
Kirchenrecht an Stelle des älteren gesetzt" haben. Gerr. 
von van Espen selbst gebraudite Stichwort „Dckrclnli i 
öffnet uns einen Einblick in eine Entwicklung und «1 
Klarwerden über das, worum es ihm bzw. der Ridii 
er vertrat, ging, daß hier kein Wort mehr darüber i 
welche Seite die wahre kirdiliche Ordnung — ^^' 
wcsentlidi, wenn natürlich auch mit einer nowiv ■ 
geschichtlichen Einbedingtheit — vertrat. 



alt zu Unrecht erfolgte nidit zu kümmern 
iche. Als das Utrechter Kapitel den aus ähn- 
;n Gründen wie Codde abgesetzten Bischof 
Babylon Varlet bereit fand, auch ohne Zu- 
mung Roms einen rechtmäßig gewählten 
ifolger des Utrecliter Erzbischofes zu weihen, 
itachtete u. a. auch van Espen wieder zustim- 
d das Recht des Utrechter Kapitels, diesen 
ifolger zu wählen. Er wurde dann tatsächlich 
»7. April 1723 in der Person des Generalvikars 
lelius Steenoven gewählt, dieser am 15. Ok- 
r 1723 von Varlet geweiht. Steenoven starb 
• schon am 3. April 1724. Am 15. Mai des 
■hen Jahres wurde Barchman zum Nachfolger 
novens gewählt. Geweiht wurde er am 
September 1724, wiederum von Varlet. Van 
en war um ein Gutachten angegangen wor- 
darüber, ob die Bischofsweihe gültig sei, 
n sie auch ohne päpstliche Dispens von nur 
m und nicht, wie vom Kirchenrecht verlangt, 
drei Bischöfen erfolge. Van Espen bejahte 
Frage nicht nur, sondern sprach sich auch 
*t ganz im Sinne der Utrechter aus. Nun rich- 
der päpstliche Internuntius in Brüssel eine 
•h werde an Kaiser Karl VI. Dieser gab den 
'hl, die Schrift in Brüssel öffentlich zu zer- 
en und gegen van Espen einzuschreiten, wenn 
virklich als der Verfasser nachgewiesen sei. 
I* : die Sache endete, davon nachher! 

ier sollten nur ein paar besonders wichtige 
\\ -piele von der Rechtsgutachtertätigkeit van 
'i ens geboten werden, weil sie zeigen, in welche 
t kämpfe van Espen hereingezogen war, wie 
il ich er Stellung nahm, wie tapfer er seine 
. rzeugungen vertrat, wie unentwegt er gegen 
I neue verfälschte für das alte unverfälschte 
i hliche Recht eintrat und wie gerade dadurch 
» Schicksal endgültig bestimmt wurde. 

Die Werke van Espens 

ucht seiner unermüdlichen Forscherarbeit 
Lehrtätigkeit verdanken wir der fleißigen 
' er van Espens vor allem eine große Anzahl 
'* Schriften, die sich mit den verschiedensten 
n henrechtlichen Fragen beschäftigen. Auch ge- 
>c chtswissenschaftlich bemerkenswerte und ver- 
li stvolle sind darunter. Es würde den Rahmen 
li er Lebensskizze über die Maßen sprengen, 
» ite sie die Schriften alle aufführen, gar mit 
J> r Würdigung im einzelnen. Wir beschränken 
i darauf, das Hauptwerk zu nennen. Es ist dies 
Jj .Jus ecclesiasticum Universum" („Das allge- 
>i ne Kirchenrecht"), in dem man allgemein eine 
JJ Je Leistung van Espens sah und sieht. Es er- 
i< on in Löwen 1700. Auch die römisch-katho- 



lische „Enciclopedia Cattolica" muß unter An- 
erkennung, daß van Espen ein Vorläufer der 
modernen systematischen Schulungsmethode sei, 
dem Werk hohes Lob spenden. Es habe unleug- 
bar wissenschaftlichen Wert, sowohl seinem In- 
halt, wie seiner Form, wie seiner Methode nach. 
Auch der große Papst Benedikt XIV., selbst ein 
bedeutender Gelehrter und hervorragender Kir- 
chenrechtler, hat van Espen seine Anerkennung 
gezollt und ihn oft zitiert. 

Eine zweite Gruppe von Schriften vefdanken 
wir dem Umstand, daß vän Espen oft genötigt 
war, sich mit Gegnern auseinander zu setzen. Um 
welche Gegensätze es sich grundsätzlidi damals 
handelte, darauf konnte schon Bezug genommen 
werden. Der begrenzte Rahmen dieser Skizze ver- 
bietet ein näheres Eingehen darauf. Für uns ist 
vor allem wichtig, wie sich van Espen durch die 
Schriften, die wir, weil es sich um Auseinander- 
setzungen mit seinen Gegnern handelt, seine „po- 
lemischen" nennen können, unbewußt selbst cha- 
rakterisiert hat. Wir sprechen das am schönsten 
mit den Worten eines Dominikaners aus, der ihn 
gut kannte. „Nie", so sagt dieser, „konnte van 
Espen dazu gebracht werden, seinen Gegnern mit 
harten Worten herauszugeben." Das will für die 
damalige Zeit, ihre Formen der Polemik, etwas 
heißen! 

Der Mann, der in kurzer Zeit einen solchen Ruf 
erlangt hatte, führte natürlich auch einen Brief- 
wechsel. Freilich ist dieser verhältnismäßig klein. 
Sein Wirken als Rechtsberater schlug sich weni- 
ger in Briefen, als eben in Gutachten, seine son- 
stige Arbeit literarisch in seinen Schriften nieder. 
Von seinen Briefen seien nur hervorgehoben 
solche wie z. B. an Papst Innozenz XII., an rö- 
mische Kardinäle, an Kaiser Karl VI., an Prinz 
Eugen. Veranlassung der Briefe war vielfach die 
Notwendigkeit der Selbstverteidigung. 

Große Bedeutung kommt einer weiteren Kate- 
gorie seiner Schriften zu, seinen Rechtsgutachten 
als Ergebnis seiner Rechtsberatertätigkeit. Das 
über diese schon Gesagte macht hier ein weiteres 
Eingehen auf diesen Teil seines Schrifttums über- 
flüssig. 

Zu nennen sind schließlich noch Schriften, die 
er zu seiner von seinen Gegnern ihm aufgenötig- 
ten Selbstverteidigung schrieb. Der Schluß un- 
seres Lebensbildes wird eine kleine Probe davon 
bieten. 

Ausstrahlende Größe 

Auch aus den Schriften van Espens ergibt sich 
schön und klar das Bild, das sich schon aus der 
Betrachtung seiner Lebensführung und seiner 



Lebensleistung sonst bisher ergab. Es steht de- 
mütig zwar und bescheiden, aber kraftvoll in 
seiner unbeirrbaren Überzeugung und in seinem 
festen Glauben wie in seinem liebesgebundenen 
Willen, wahrhaft der göttlichen Ordnung allen 
zum Wohl zu dienen, ein Mann aus einem Guß 
vor uns, der sich ganz dem weihte und unbedingt 
dem treu blieb, was ihm klar als wahr, gut und 
recht offenbar war. 

Wir sehen ein Leben vor uns beständiger, fast 
hart anmutender, aber nidit finster aszetisdier 
Selbstzucht zu andauernder rechter Haltung und 
voll nie versagender Bereitschaft zur Selbstheili- 
gung als Quell der in seinem Beruf besonders 
wichtigen recliten Leistung, ein Leben mit dauern- 
der Anspannung seiner Kräfte in immerwähren- 
der Arbeit. Das war auch schwere Belastung. Und 
doch machte ihn das nicht reizbar und launisch. 
Er blieb immer gleich freundlich, gelassen, see- 
lisch heiter. Auch als er mit 65 Jahren erblindete, 
blieb er so, wie er war. All die Schicksalsschläge, 
die ihn trafen, änderten nichts an seinem Gott- 
vertrauen. Auch im Schwersten murrte er nicht. 
Er dankte Gott auch dafür. Der ist wirklich groß, 
der sich auch in jenen Lebensumständen groß 
zeigt, wo Scheingröße unfehlbar zusammenbricht. 
Auch den Bannfluch der „Kirche" fürchtete er 
nicht mit dem guten Gewissen dessen, der Gott 
mehr gehorcht als den Menschen, der als katho- 
lischer Christ Gott mehr gehorcht auch als dem 
römj.sc/i-katholischen Papst, wenn er in einer fal- 
schen Auffassung des Primates als selbstherr- 
licher Vollgewalt seinen Aufgabenbereich über- 
schreitet, als „römischer Pontifex" (Hoherprie- 
ster) die Grenzen überschreitet, die er, im „Pri- 
mat" zwar hervorragendster „Funktionär des 
Ganzen", aber eben ins Ganze eingeordnet im 
Dienste des Ganzen als „servus servorum Dei" 
(„Diener der Diener Gottes") einhalten muß, in 
jener Weise primus inter pares (erster unter Glei- 
chen), wie es sich schon aus der frohen Botschaft 
des Herrn selbst unzweideutig versteht. 

Von diesem Dienstwillen, wie er ihm an seiner 
Stelle im Ganzen zukam, dem Dienstwillen, der 
letzthin selbstloser Aufbauwille und darin Liebe 
ist, war van Espen erfüllt. Darum stand auch 
seine Tür für alle ofi"en, mochten sie nun als 
Freunde für ihn oder als seine Feinde gegen ihn 
sein. Selbst seine Feinde bewunderten ihn, weil 
er mit solch leidenschaftsloser Sachlichkeil, mit 
solch taktvoller Höflichkeit, mit solcli aufrichtiger 
Güte sogar ihnen begegnete. 

Im päpstlichen Kolleg wirkte van Espen mit 
den Professoren Van Viane und Huyghens, die es 
nacheinander leiteten, in aller Eintracht zusam- 
men. Dazu kam noch eine Anzahl ausgezeidmeter 



Mitarbeiter. Dieser Kreis wurde eine Art - 
bereiter Rat für viele des niederländischen 
in all ihren Zweifeln und Schwierigkcilt i 
liegen und Nöten. Nicht zum wenigsten dm 
Mitwirkung und durch das Ansehen van I 
hob sich der Geist des Kollegs und mit ili 
religiöse Haltung und die wissenschaftlidu 
stungen, damit aber auch die beruflich 
stungskraft des dort ausgebildeten Klerus, 
es das Vorbild für alle anderen wurde m 
ganze Universität Löwen aufs positivste 
flußte. Die niederländischen Bischöfe sd 
deshalb ihre Priesteramtskandidaten liel)i i 
hin, als in ihre eigenen Seminarien, weil >«i 
nirgends eine so gute Ausbildung verspriu li 

VAN ESPENS SCHICKSAL 
ERFÜLLT SICH 

So groß das Ansehen und der Ruf van Espe n 
folge seines vorbildlichen, weitausstrnli! 
Wirkens auch sein mochten, schließlich s< 
es ihn doch nicht vor seinem Schicksal. \\ i 
teten ja schon an, was zuletzt doch Iv 
mußte. Als „Jansenist" und „Gallikanii 
er es mit dem maßgebenden System im 
allem mit der maßgebenden Macht veid 
dem dieses System die unbeschränkte Voll 
Allgewalt zulegte, wie sich diese Macht ja )s 
damit betraut glaubte. 

Einen Vorgeschmack seines Schicksals ' 
er schon kosten, als er 1702 das ihm so ; 
wordene Kolleg Hadrians VI. verlassen r 
ohne Rücksicht darauf, daß er dort ein \ 
Jahrhundert so segensreich gewirkt hatte. 1 
sich in sein eigenes Haus zurück und behit 
gut als es dort nur möglich war. seine L» i 
weise bei. 

Am 22. April 1704 kam das Hauptwerk 
Lebens, „Das allgemeine Kirchenrecht", ;i 
Liste der verbotenen Bücher (Index), ein 
das 1713 (und 1732) nochmals erging. Di« 
Verurteilung erlebte van Espen nicht mein 
auch nicht die Indizierung aller seiner Sd 
am 17. Mai 1735. Dem Ansehen seines > 
und der Wertschätzung seiner Werke lial>< i 
VerUammungsurteile aber wenig gescluuii l 
Werke wurden vielfach gesammelt henm 
ben. Sein Kirchenrecht z. B. erlebte viele Aul 
und wurde in fremde S|)raclien ül)ersetzt V 
auch sonst nachwirkte, dafür kann auf Pf' 
sters „Febronius" im vorjährigen Jahrbudi 
mals hingewiesen werden und vor allem^ 
es da die Kirche von Utrecht zu nennei 
wohl wegen ihres Einklanges mit seinen • i 
kirchlichen Anschauungen den großen I i;ii 



bder, den „Altkatholiken vor dem Altkatholi- 
i ms", so beeindruckte, daß er in einem Brief 
, Freiherrn von Stransky (1833) die anders 
\ t erklärbare Frage stellte: „Sie kennen doch 
. Utrechter Kirche?" 

ie Utrechter Kirche: 1725 wurde van Espen 
I )endiert, das heißt, es wurde ihm die Aus- 
[ iig seines geistlichen Berufes untersagt, weil 
i wie schon erwähnt, durch ein Gutachten wie 
i ler für das Wahlrecht des Utrechter Domka- 
i Is und weiter für die Rechtmäßigkeit der 
} he des gegen den Willen Roms geweihten 
i bischofs Steenoven eingetreten war. Er wurde 
; eich seines Lehrstuhles entsetzt und seiner 
i demischen Würden entkleidet. Und das ge- 
* ih ihm an der Universität, der er sein ganzes 
. en mit solchen Leistungen und zu solcher Er- 
> ung ihres eigenen Ansehens geweiht hatte! 

thließlich verlangte sein Erzbischof von ihm 
1 Unterwerfung, die Anerkennung der anti- 
\ ,enistischen Bulle Unigenitus des Papstes 
; nens XL und die Unterschrift unter die For- 
1 a submissionis (Unterwerfungsformel), die 
l'apst Alexander VIT. 1634 zur Abschwö- 
jansenistischer Irrtümer" vorgeschrieben 



Emigration und Tod im Exil 

ließ es für van Espen: entweder — oder, 
i» pflichtet durch seinen katholischen Glauben 
' "ohte van Espen seinem Gewissen und ging 
ins Exil als nachzugeben, obwohl er an 
5 er Heimat ungemein hing, die er nie verlas- 
I hatte. Über 80 Jahre alt emigrierte der blinde 
[ is Ende Februar 1728 vor dem, was ihm 
1 litp. Er flüchtete zuerst nach Maastricht, wo er 
Uedem sogar seine Arbeit wieder aufnahm. 
^ r iiier nicht sicher genug, ging er schließlich 
n li Amersfoort im Utrechter Sprengel. Der Erz- 
b hof Barchman von Utrecht selbst und Bi- 
8' )f Varlet hatten ihn dorthin (schon anfangs 
F ruar) aufs dringendste eingeladen, voll Dank- 
b keit für alles, was er für Utrecht getan. Mit 
B r Liebe wurde er dort empfangen und fand 
li Amersfoorter Seminar ein Heim, in dem der 
G >t herrschte, der ihn erfüllte, und in dem er so 
I« n und arbeiten konnte, wie einst in dem ihm 
u (Tgeßlichen Löwener Kolleg Hadrians VI., 
n li dazu im Kreis so mancher alter, hier wieder- 
g indener Freunde. 

her seine Tage waren nun gezählt. Schon bald 
s b der hochbetagte „Bekenner" (so dürfen wir 
il wohl nennen), am 2. Oktober 1728, im Semi- 
n /u Amersfoort. 82 Jahre, 2 Monate und 23 
' • war er alt geworden. In der großen St. Ge- 



orgskirche zu Amersfoort, in der Gruft der adeli- 
gen Familie de Foeyt am Ghoreingang der Kirche, 
fand er ein ehrenvolles Grab. Das dort errichtete 
Epitaph bekam die Inschrift: 

Zegerus Bernärdus Van Espen 
Lovaniensis J.U.Doctor. 
S. S. Canonum consultissimus, integerrimusque 
interpres, multis lucubrationibus, virtutibus, per- 
secutionibus clarus: Patriam maluit in exrema 
senectute quam justitiam et veritatem deserere: 
(id est Cleri & Archipraesulis Ultrajectini R. C. 
defensionem denegare, & famosam Bullam Uni- 
genitus admittere) Obiit Amisfurti die 2. Octobris 
anno MDCCXXVIII. aetatis suae 83. Ossa excepit 
monumentum Illustris Familiae Foeyt. 
Zeger Bernhard van Espen 
aus Löwen, beider Rechte Doktor 
wohlbeschlagenster und unbestechlichster Aus- 
leger der heiligen Rechtssätze, berühmt durch 
viele lichtvolle Arbeiten, Tugenden, Verfolgungen, 
zog er es vor, im höchsten Alter noch lieber die 
Heimat als die Wahrheit aufzugeben: (d. h. die 
Verteidigung des Utrechter Klerus und Erzbischo- 
fes (R.G.?) zu widerrufen und die berüchtigte 
Bulle Unigenitus anzuerkennen). Er verschied in 
Amersfoort am 2. Tag des Oktobers des Jahres 
1728 im 83. seines Lebensalters. Seine Gebeine 
nahmen auf das Grabmal der Erlauchten Fami- 
lie Foeyt. 

Tot und doch lebendig 

Wir schließen die Lebensskizze van Espens nicht 
mit der Inschrift auf seinem Gedenkstein. Mit 
Tod und Grab ist ein Leben nicht zu Ende, auch 
hier auf Erden nicht. Im Gegenteil! Gerade das 
Leben so mancher, die so endeten wie van Espen, 
wirkt erst so recht nach dem „Ende", nach einem 
umfassenderen Lebensziel schließlich aus dem 
tiefsten Lebensgrund, davon ihr Leben ergrifi'en 
und gelenkt war. Es gäbe ein ganzes Buch, wollte 
man, und sei es auch nur im wesentlichen und 
in dem für uns Altkatholiken in der Frage nach 
der wahren Katholizität der einen Kirche Christi 
programmatisch Bedeutsamen, weiter verfolgen, 
was uns van Espen zu sagen hat noch über das 
hinaus, was uns sein Lebensbild zweifellos ein- 
drücklich sagt. Wir wollen uns hier mit einem 
bescheideneren Ausklang begnügen. Jener weiter 
wirkende lebendige Nachklang wird aus inneren 
Gründen so wie so nicht ausbleiben. Jedem, der 
etwas zu sagen hat, wie van Espen immer noch, 
ist sein Tag beschieden, auch nach seinem „Ende". 
Wir sagten ja schon und — wir sahen es wohl 
auch selbst an dieser bescheidenen Skizze, daß er 
keiner ist bloß „von anno dazumal". 



Eine SelbstdarsteHung van Espens 
als Aus klang 

Van Espen hat am Lebensende in einer Redit- 
fertigung seiner Flucht (Apologia pro fuga) in 
schUchter Aufrichtigkeit Reclienschaft gegeben 
über den Geist, der ihn bei seiner Gelehrtenarbeit 
und bei der Abfassung seiner Werke erfüllte, 
über die Richtlinien, die seine ganze Tätigkeit be- 
stimmten. Wir bieten daraus eine Selbstdarstel- 
lung van Espens als Kurzrückschau auf sein Le- 
ben, schon deshalb auch, weil sie unsere ganze 
Lebensskizze zusammenfaßt und zugleich ein 
Beispiel bietet, wie er redete und schrieb. Und es 
läßt uns dieses Beispiel — ja, wie ein schöner 
Ausklang — noch einmal recht klar erleben, wie 
er war. 

„Ich befleißigte mich", so schreibt er, „die kirch- 
liche Rechtsordnung (das Kirchenrecht) in ihren 
Quellen, das heißt in den heiligen Konzilien und 
den wirklichen Verordnungen der Päpste, der Bi- 
schöfe und der christlichen Fürsten zu studieren. 
Damit glaubte ich die Durcharbeitung der gelehr- 
testen Ausleger und anderer Darsteller von Be- 
deutung verbinden zu müssen. Ich hatte keine 
Mühe, in diesen Quellenwerken die klarsten Be- 
weise dafür zu finden, daß man von jeher den 
Bischof von Rom als die leitende und hervor- 
ragendste Autorität anerkannt habe, eine Au- 
torität nichtsdestoweniger sich sehr 
unter scheidend von jene runbeschränk- 
ten Gewalt, die seit einigen Jahrhunderten 
eine Anzahl von Autoren ihr zuzuschreiben be- 
gannen und die allgemein zur Anerkennung zu 
bringen die Beamten der römischen Kurie und 
ihre Parteigänger alle Kraft aufbieten . . . (Aus- 
führung über die unrechtmäßige Beeinträchti- 
gung anderer rechtmäßiger Gewalten!) . . . Unter 
diesen Umständen glaubte ich, das Nützlidie, was 
idi vor allem für mein Vaterland, die Nieder- 
lande, tun könne, sei, eine Anzahl von Abhand- 
lungen zu veröft*entlichen, in denen man bei 
Scheidung des Sicheren vom Unsicheren Aufklä- 
rung über die alte und neue Ordnung und Mittel 
fände, die eine mit der anderen in Einklang zu 
bringen, soweit es möglich ist. 

Deshalb gab ich auch nach und nach nicht nur 
die große Arbeit über das allgemeine Kirchen- 
recht heraus, sondern auch eine Anzahl von Ab- 
handlungen und Erörterungen über Teilfragen. 
Immer hatte ich, so weit ich es beurteilen kann, 
den Trost, zu sehen, daß die öfTentlichkeit damit 
nicht unzufrieden war. 

Alle, die mich genau kennen, sind imstande, 
die Reinheit meiner Absichten bei der Veröfl*ent- 
lichung der verschiedenen Werke zu bezeugen. 



Und ich kann mit einem Eide versidiern, d 
niemals etwas anderes im Auge hatte, nl 
dem ölTentlidien Wohl zu nützen, so weit i. i 
zu imstande war, und daß ich für meine Ar , 
nie und nimmer irgendeinen zeitlichen Vori 
wartete oder zog. Ich muß hinzufügen, d; 
mit Gottes Hilfe bei der Ausarbeitung n 
Werke immer weit entfernt war von jc(l( , 
fühl des Hasses, der Leidensdiaft und der II i 
keit, und daß ich mir nicht allein Mühe i,';i 
den Fragen der Lehre oder des Rechtes, d 
zu behandeln verpflichtet war, jede Veili 
der rechten Grenzen zu vermeiden, sondcn 
mich noch bemühte, in meiner Ausdruck 
eine solche Mäßigung und einfache Unbct 
heit zu bewahren, daß mich niemand je 
konnte, ich hätte mit Schärfe geschrieben ti 
ehrenrührige, feindselige Ausdrücke verwai 

Diese Zurückhaltung und diese Mäßit;ni 
trotzdem nicht verhindert, daß die Schrill 
denen ich mich begnügte, einfach und Kl 
Wahrheiten darzulegen, die mich Gott li;ii 
kennen lassen, bei einigen Geistern antjc 
haben, die geneigt sind, über alles sich zu ■ 
sten, was ihren Interessen und dem Wun^ 
herrschen, den sie haben, einigermaßen h( in 
entgegenwirken kann. 

Da ich mich in einer Umgebung von Per* »r 
solchen Charakters befinde, so ist es keim 
erstaunlich, daß meine Werke Widerspnu 
fahren haben und daß sie mir häufige Ai 
düngen zuzogen." 

Ein Abschiedswort van Espens als Schli 

Als van Espen das Opfer seiner Haltung g( 
den war, als er sich schließlich für die Fludi 
seiner Heimat hatte entscheiden müssen, da 
es seine Nichte wohlmeinend für angebradii 
ihn einzuwirken, er solle doch nachgeben un 
durch sein Los erleichtern. Das Zwieges] 
zwisdien Onkel und Nichte ist — vor alle 
der Antwort des unumstimmbar seiner Glau 
pflicht getreuen greisen Gelehrten — so di 
teristisch, daß es das Bild von van Espen ei 
fend abrundet und darum zum Schluß hier sl 
mag. In der Antwort des Onkels an seine N 
bietet es ja geradezu ein Absdiiedswort. 

„Mein lieber Onkel", so versuchte die N 
ihrem alten, ehrwürdigen Onkel zu helfen, 
wissen, daß ich weit davon entfernt bin, Sie 
zu bewegen, etwas gegen Ihr Gewissen zu 
Sehen Sie doch gleichwohl, ob Sie nicht ohii' 
einträchtigung der Wahrheit eine Erkläruni 
zugeben vermöchten, die Ihre Richter befrie« 
und Sie von den Bedrückungen befreien kö 
die in Ihrem Alter über Ihre Kraft gehen." 



r alte, verfemte Mann besann sich einen 
1 nblick und gab dann in seiner abgeklärten 
I «ur Antwort: 

lören Sie, liebe Nichte. Es ist schon lange her, 
1 ich mit allem Ernst den Fall der Utrechter 
» tlidikeit prüfe, um dessentwillen ich leide. 
( idem icli innigst den Heiligen Geist um seine 
: iichtung angerufen, nachdem ich peinlich ge- 
} mit den Einwänden der Gegner mich ausein- 
I rgesetzt hatte, hat sich in mir mehr und 
1 r meine ursprüngliche Überzeugung befestigt. 
k er bin ich dermaßen von der Gerechtigkeit 
i Tragweite jener Sache überzeugt, daß ich, 
f e ich Bedenken, hier mein Zeugnis abzulegen, 
I 1 Grund hätte zur Befürchtung, es würde 
I 1 auch unser Herr Jesus Christus sich beden- 
i mich vor dem höchsten Richterstuhl als 
länger anzuerkennen." 

Benützte Literatur: 

c ichriften des im Lebensbild Dargestellten selbst konnten 
• odi flüchtig eingesehen werden „Z. Bemardi Van-Espen, 
1 utriusque Doctoris, scripta omnia", tomus l, Lovanii (Lö- 
( 1753 (hauptsächlich die Vorrede!). Desgl. „Zegeri Bernardi 
8 Ispen presbyteri, J.U.D., SS. canonum in academia Lo- 
a :isi professoris jus ecclesiasticum Universum . . .". tomus 
, loniae Agrippinae (Köln) (Wilhelm Metternich) 1777. 
Pac de Bellegarde), Vie de M. van Espen, Louvain (Li- 
■-^sodies) 1767. 



Dazu: 

1. Abriß der Kirchengeschichte. Zum Gebrauch für den alt- 
katholischen Religionsunterricht an höheren Lehranstalten. 
4. Auü. Freiburg i. Br. (Willibrord-Buchh.) 1927. 

2. Altkatholisches Jahrbuch 1957, Bonn (Verlag des Bistums), 
bes. S. 7511. (Pfister, Justinus Febronius). 

3. von Baader, Franz von. Sämtliche Werke, herggb. v. Franz 
Hofmann, Leipzig (Bethmann) 1851 ff., Bd. 15: Franz von 
Baaders Biographie und Briefwechsel, herggb. v. Franz 
Hofmann, Leipzig (Bethmann) 1857. 

4. The Catholic Enciclopedia, Freiburg (Herder). 

5. Ekklesia. Eine Sammlung von Selbstdarstellungen der christ- 
lichen Kirchen. Bd. HL Die mitteleuropäischen Länder. 
Die Alt-katholische Kirche. Gotha (Klotz) 1935. 

6. Enciclopedia Cattolica. 

7. Heiler, Friedrich, Altkirchliche Autonomie und päpstliclier 
Zentralismus. München (Reinhardt) 1941. 

8. Huemer, Josef, Pfarrer in Würzburg, eine handschrifHiclie 
Arbeit über van Espen. Von ihm erhielt der Verfasser auch 
wertvolle Exzerpte aus den ihm nicht zugänglichen Nacli- 
schlagewerken, die unter 4. und 6. aufgeführt sind. 

9. Laurent, F., Van Espen. Bruxelles (Lacroix, van Meenen 
et Cie), Bruxelles et Leipzig (Schne6), Paris (Bohn6) 1860. 

10. Lexikon für Theologie und Kirche, 2. Aull., Frei"burg 
(Herder). 

11. Nippold, Fr., Die altkatholische Kirche des Erzbistums Ut- 
recht, Heidelberg (Bassermann) 1872. 

12. Pastor, Geschichte der Päpste, Bd. 15, 1—7. All., Freiburg 
(Herder). 

13. Realencyklopedie für protestantische Theologie und Kirche, 
Leipzig (Hinrich). 

14. Religion in Geschichte und Gegenwart, 2, Aufl., Tübingen 
(Mohr). 

15. von Schulte, Joh. Friedrich, Die Geschichte der Quellen 
und Literatur des Canonischen Rechtes. HL 1. Stuttgart 
(Enke) 1880. 

16. Supplement zu dem Baselischen allgemeinen Historischen 
Lexikon, Basel (Brandmüller Erben) 1742. 

17. von Weiß, Joh. Bapt., Weltgeschichte, Bd. 13, 3. Aufl., 
Graz und Leipzig (Styria) 1894. 



^otbilUithe Weröung {üf dt-katholisdies Schaffen! 




M 



Das Pressewerk unseres Bistums 

Vorbemerkung 



Die Kirche Jesu Christi hat eine universale Aufgabe, 
Sie erfüllt sie in Fortführung des prophetischen, 
hohepriesterlichen und königlichen Amtes Christi 
1. durch Verkündigung des lauteren Wortes Gottes 
(Lehramt), 2. durch die Verherrlichung Gottes in 
ihren Gottesdiensten, vornehmlich in der Eucha- 
ristiefeier (Priesteramt) und endlich durch die rechte 
Leitung der Gläubigen (Hirtenamt). 

Dient diese ihre Tätigkeit unmittelbar zunächst 
ihren eigenen Gläubigen, so wirkt sie doch bereits 
auch durch diese ihre Lebensäußerungen auch auf 
ihre Umwelt, und zwar um so stärker, je weiter ihr 
Einflußbereich ist und je kräftiger das Leben in ihr 
selbst pulst. Darüberhinaus aber verlangt der Mis- 
sionsbefehl Christi wie die Dankbarkeit für die 
empfangene Berufung zum Glauben bewußte Mis- 
sion. Eine Kirche, die darauf verzichtete, die selbst- 
genügsam nur an sich dächte, ermangelte nicht nur 
formal der Katholizität, sie würde dem Auftrag 
Christi untreu, sie vergäße eine der Kirche wesens- 
gemäße Aufgabe. 

Die von der Geschichte uns auferlegte Mission ist 
zunächst das Zeugnis von der Rückkehr zum alten 
katholischen Glauben der einigen Kirdie des ersten 
Jahrtausends. Das haben wir sowohl der römisch- 
katholischen Kirche wie den Reformationskirchen 
zu bezeugen. Soweit uns Kraft und Menschen ge- 
sdienkt werden, haben wir auch die Pflicht, den 
Neuheiden in unserm Vaterland und den Heiden, 
die noch außer dem Lichtkreis Jesu stehen, die Bot- 
schaft von der wahren katholischen Kirche — etwa 
im Verein mit den andern katholischen Kirchen des 
Ostens und den Anglikanern zuzutragen. Obwohl 
unser Glaube von vielen Millionen Menschen geteilt 
wird und obwohl das ganze erste Jahrtausend diesen 
unseren Glauben einmütig bezeugt, stehen uns zur 
Erfüllung des durchaus bejahten Sendungsauftrages 
derzeitig nur sehr eng begrenzte Möglichkeiten ofl'en. 

Existentiell sind wir als kleine Minderheit nur an 
wenigen Orten befähigt, ein vollgültiges Zeugnis im 
Sinn der drei Ämter Jesu abzulegen. Die Massen- 
bildungsmittel des Rundfunks, Fernsehens stehen 
uns nur im Verhältnis unserer Gesamtzahl zur Ver- 
fügung. Wie die Dinge liegen, fehlen uns derzeit 
auch fähige, gottbegnadete Redner für öfl"entliche 
Vorträge, die einst in größerer Zahl uns zur Ver- 
fügung standen. 

In dieser Lage, das müssen wir ganz nüchtern er- 
kennen, steht uns praktisch nur ein Mittel noch zur 
allgemeinen Verfügung, wenngleich auch dessen 
Möglichkeilen nicht überschätzt werden dürfen. Es 
ist die Presse, soweit wir sie uns selbst schaffen. 

Die Presse kann und darf das gesprochene Wort 
nie ersetzen wollen. „Der Glaube kommt vom Hö- 
ren". Dennoch eignet der Presse in ihren vielfälti- 
gen Sparten als Buch, Zeilschrift, Broschüre, Flug- 
blatt, Rundschreiben, Plakat wenigstens grundsätz- 
lidi eine Art Allgegenwart. Das gedruckte Wort kann 



weitergereicht, versandt, als Flugschrift in 
kästen und Briefen eingelegt, an öfTenllicIun l; 
theken aufgelegt, in ferne Länder versandt \\. 
Bücher sind Gedankenübermitller. Oft halu i 
dier, ja alte Folianten plötzliche Wirkungen li. 
gebracht, die vorher gar nicht übersehen \\ 
konnten. Zehren wir nicht heute noch von \n 
entdecktem Geistesgut längst vergangener Ki 
und Nationen? Welche gewaltige Wirkuni^ 
in der ganzen Welt das Buch der Bücher, di. 
hervor, die ihrerseits wieder ganze BibliolluK. 
Hilfsbüchern und Kommentaren erzeugt hat. 1 
fixieren die Gedanken, oft reifes Gedankens 
bilden sozusagen das Gedächtnis der Welt. In 
kommt das Sprechen gleichsam zum Stehen 
Studium ist ohne Bücher nur schwer vorslelll 
würde ein grundsätzlicher Verächter des gedi 
Wortes, das natürlich oft genug durch Schnn 
Schmutzwerke mißbraucht wird (wie alles. \\ 
kennen), seiner selbst spotten, denn jeder m i 
Büchern sein eigenes Wissen in irgendeiner \ 

Unsere Bewegung hat besonders in den 80 i 
bedeutende, freilich auch weniger wertvolle I 
und Broschüren hervorgebracht. Sie füllen 
Regale. Auch heute muß unsere Kirche die ! 
fördern. Oft genug ist sie das einzige Tor zni 
aber auch das einzige Verbindungsmittel /; 
zahlreichen Diasporanen und auch zu den d 
gültigen, die unsere Predigt, unser Wort nii 
reicht. Mancher fand den Weg zu uns nur dm 
gedruckte Wort, das manchmal ganz zufälii 
irgendwie zu Gesicht kam. Wir alle haben 
eine Not empfunden, als uns plötzlich in den I 
Kriegsjahren die Herausgabe jeglicher Druckr 
nisse unmöglich gemacht war. Fühlten wir un 
wie abgeschnitten und vereinsamt! 

Die Presse ist nicht sich Selbstzweck, sit' i 
ein Mittel der Verkündigung und des geistij,'« i 
tauschs. Das warnt uns vor Überschätzung. 1 i 
sere Verhältnisse ist sie freilich, wie wir sali' 
besonders nötiges Mittel. Das läßt uns holVi 
dem Pressewerk die Aufmerksamkeit gev> 
wird, die ihm der Natur der Sache nach znk 

Da mir seit je die Pressearbeit am Iler/i . 
und ich auch das Pressereferat 6 Jahre iim 
möchte ich jetzt für eine interessierte öfl'enlli 
und für die Nachwelt meine persönliche Scli! 
serer Aufgaben und Sdiwierigkeiten sowie an 
das, was ich an Vorschlägen und Anregung' 
oder vertrat, hier niederlegen, zu Nutzen (i( i. 
meine Arbeit einmal fortsetzen. 

I. ORGANISATION 

Der amtierende Bischof ist für alles, was im B 
geschieht, verantwortlich. Er ist auch der Let 
antwortliche für unser gesamtes Pressewes« 
weit es amtlichen (Charakter trägt. In seinem Ai 
und im Einvernehmen mit ihm obliegt die \ 
führung über alle einschlägigen Fragen dem 



Referenten für das Pressewesen, 



II. UNSER VERLAGSWESEN 



it nicht für Sonderaiifgaben bestimmte Persön- 
eiten beauftragt werden. Der Referent für das 
sewesen leitet den Presseausschuß, der aus den 
iftleitern der periodisch erscheinenden Presse 
rbuch, Kirchenzeitung), sowie vom Referenten 
ziehenden weiteren Persönlichkeiten besteht, 
r die einzelnen Landeskirchen oder für größere 
•nale Gebiete sind mit gleichsinnigen Aufgaben, 
iie dem Referenten für das Bistum gestellt sind, 
jnlichkeiten beauftragt worden, die ihrerseits 
weitere Mitarbeiter für ihr Gebiet bestellen 
n. 

e Organisation bis in jede Gemeinde hinein 
die Voraussetzung einer spürbaren Wirkung. 
1 habe dem Pressereferat und Ausschuß und da- 
allen regionalen Pressebeauftragten vornehm- 
/wei Hauptaufgaben gestellt: 
obac'htung und Information der gesamten deut- 
it'n Presse, einschließlich der Zeitschriften; 
iregungen und Ratschläge für die geistige Linie, 
s innere Gesicht der Presse sowie für ihre Ko- 
Jinierung, Ausgestaltung und Zielstrebigkeit. 
e eigentlich ausführende und verwaltende Tä- 
( it dagegen obliegt der Geschäftsstelle, die an 
r für sich einen buchhändlerisch und verlegerisch 
9 ebildeten, initiativen hauptamtlichen 

Verlagsleiter 

E besoldete Hilfskräfte dann benötigte, wenn wir 
b größere verlegerische Tätigkeit ins Auge fassen 

I vor allem den Zugang zu den Sortimenten und 

iten Öffentlichkeit gewinnen wollen. 
.1 Nveitgeschaute Verlagsarbeit mit einem Ver- 
i!| »rogramm laßt sich freilich nur durchführen, 
It 1 1. eine getrennte Kassenführung jeden Gewinn 
p Pressewerk selbst zufließen läßt, wenn 2. alle 
e -chsprachigen Bistümer, möglichst mit Unter- 
ti ung anglikanischer Kreise, sich entschlössen, 
ii I Zentralverlag zu gründen und in planmäßiger 

II mmenarbeit ihre geistige wie materielle Kraft 

f Absatzmöglichkeiten koordinierten. 

Schau der Organisation, an sich durchaus nicht uto- 

nt der Wirklichkeit naturgemäß voraus. Die Gründe 

liegen teils in unseren weithin kümmerlichen Verhält- 

cils auch in mangelndem Verständnis begründet. Eine 

■ inung kann gar nicht von Kräften, die selbst mit 

fangreichen Pfarrdienst und anderen Aufgaben mehr 

lastet sind, nebenamtlich durchgeführt werden, vor 

lang nicht eine gut funktionierende Geschäftsstelle 

lieh ebenso tatkräftige Mitarbeiter in den einzelnen 

len zur Seite stehen. Die Nachkriegszeit hat auch 

I nde Aufgaben wie Sammlung der Gemeinden, Auf- 

der Kirchen, Schaffung der Existenzgrundlagen der 

n in den Vordergrund gerückt. Devisen, Zoll und 

(hwierigkeilen lassen eine großzügige Kooperation 

'lern Gründen vorerst nicht zu. Die Mittel stehen 

Verfügung, ebensowenig jene Kräfte, die die besten 

<T früheren Jahrzehnte, die Lehrbücher usw. neu- 

n oder neue Werke schreiben können, ganz abgesehen 

noch fehlenden Absatzmarkt. 

it ist für die großzügige Durchführung solcher Pläne, 
'■n gleichgroßen kirchliclien Gemeinschaften gelungen 
iiiclit reif. 

'<• gute Schritte sind indes doch gemacht worden. 
'T und Zeilschriften werden unter der Geistlichkeit 
Maischen Bistümer ausgetauscht. Die getrennte Kassen- 
'ler einzelnen Verlagssparten unter sich und von der 
'sse ist gebilligt und wird hoffentlich bleibend durch- 
Die Gemeinden gewöhnen sich wieder an punktuelle 
"g, so daß ein kleines Kapital für Planungen be- 



I 



gliedert sich derzeit in folgende Verlage: 

l.In den Bistums-Verlag: 

Ihm obliegt die Herausgabe 

a) der kultischen Bücher (Altar- und Gesangbuch, Rituale, 
Vesperale, Lektionar, Pontifikale usw.) 

b) der vorgeschriebenen Lehrbücher (kleine und große Bi- 
bel, Katechismus, Kirchengeschichte, Lehrbuch für höhe- 
re Schulen, Lehrbuch für die Hand der Eltern usw.) 

c) Amtlicher Seelsorgshilfen, Formblätter, Vordruclce, An- 
dachtsbildchen*), Auskunftsblätter usw. 

d) der periodischen Bistumsorgane: Amtsblatt, Jahrbuch, 
Kirchenzeitung. 

2. In die Verlagsbuchhandlung der Willibrordbuch- 
handlung für 

eigene Werke über Geschichte, Aufgabe, Wesen unserer 
Kirche in darstellender und missionarisdier Abzweclcung. 
Sie ist zugleich Komniissionsbuchhandlung für die Erschei- 
nungen des Bistumsverlags wie auch Versandbuchhandlung 
für jedes Buch und jede Zeitsdirift eines anderen Verlags. 
Um die ebenfalls bistuniseigene Willibrordbuchhandlung in 
ihrer Leistungsfähigkeit zu aktivieren, hat Abr. Müller den 
Anfang einer Buchgeineinschaft durch einen „Bücherring" 
gemacht. Dieser gewährt den Beziehern, die sich nicht nur 
auf Geistliche beschränken sollen, erhebliche Vergünstigun- 
gen.O 

A. Was geschah im Zeitraum von 1948 an bis jetzt 

Wenig im Hinblick auf die Größe der Aufgaben, so- 
viel, als es den Beteiligten in Ansehen der gewalti- 
gen inneren und äußeren Schwierigkeiten möglich 
war. Ich darf bitten, den ersten zusammenfassenden 
Bericht, den ich auf der 39. Synode in Karlsruhe 1956 
erstattet habe, im Alt-kath. Volksblatt 1956 S. 81 
nachlesen zu wollen. 

Seit Kriegsende bzw. 1948 wurden herausgebradit: 
I. Durch den Bistumsverlag 

1. Das Amtsblatt, das nur eine ganz kurze Unterbrechung im 
Krieg und in der Nachkriegszeit erfuhr. 

2. In Ablösung der 1946 entstandenen beiden Gemeindeblätter 
(Alt-Kath. Gemeindeblatt von Pfr. Dietz und Willibrordbote 
von Pfr. Pfister) die je eine Auflage von 2500 bis 3500 hatten, 
das Alt-Katholische Volksblatt, seit 1957 Alt-Katholische 
Kirchenzeitung benannt. 

Es trägt seit 1. 1. 1957 das Impressum: Organ des katholi- 
schen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland. — Gegr. 
1870 als Deutscher Merkur — Alt-katholisches Volksblalt. 
Die Ak. Kirclaenzeitung erscheint in Großformat jährlich in 
12 Nummern. Sie bringt außerdem eine viermal im Jahr 
beigefügte Jugendbeilage. Vornehmlich in den letzten Jahren 
hatte unser Bislumsblatt ein sehr hochstehendes Niveau und 
ein wahrhaft katholisclies Gepräge im Sinn meines Haupt- 
beitrags in diesem Jahrbuch (Seite 17). Leider war es wirt- 
schaftlich noch nicht möglich, zur 14tägigen Erscheinungs- 
weise überzugehen. Sehr dringlich empfinden wir eine Kin- 
der-, Frauen- und Literaturbeilage. Außerordentlich bedaure 
ich das fast nidit mehr verantwortbare Fehlen des Inhalts- 
verzeichnisses, das die frühereu Jahrgänge so benutzungs- 
fähig machte. Bei Verdoppelung der Auflage wäre es mög- 
lich, alle Wünsche, die man billigerweise an die Kirchen- 
zeitung stellen kann, zu erfüllen. Obwohl der Jahresbezug 
mit Zustellgebühr nur 6.60 DM kostet, beziehen manche Ge- 
meinden weniger als lO'/o ihrer Seelenzahl! 



Das religiöse Bild hat eine große pädagogische Bedeutung 
für die Kinderseele. Die Will.-Buchhandlung würde sich 
ein Verdienst erwerben, würde sie um eine gute Auslese 
des Besten besorgt sein. — Für Firmandenken empfehlen 
sich ebenso wie für die Erstkommunion religiöse Bilder, 
seien es Bucheinlagen oder einzurahmende Bilder, wenn 
man nicht die Überreicliung des Gesangbuchs oder des NT 
vorzieht. 

*) Die Will.-Buchhandlung sollte auch in der Advents- und 
Osterzeit Prospekte eigenen Schrifttums wie guter Literatur 
in Gemeindekreise versenden. Das würde vielleicht ihren 
Umsatz steigern, es wäre auch ein Seelsorgsdienst. 



A.q 



3. Das alt-kath. Jahrbuch bzw. Kalender, unter Schriflleilung 
^ von Pfr. Pfisler seit dem Wiedererscheinen 1953. Die Auf- 
lage beträgt z. Z. 5000, der Preis 2,— DM. 

Das Jahrbudi bringt an feststehenden Teilen das Kalenda- 
rium als liturgischen Jahresweiser, das Behordenverzeichnis, 
das immer mehr auch die mit uns in Sakramentengemein- 
schaft stehenden und befreundeten Kirchen anführt, die 
Chronik der Bistümer der Utrechter Union und ein Bildwerk 
von dokumentarischer Bedeutung. 

Bisher behandelte jeder Jahrgang ein Ilauptthema, das 
durcli Gedidite, Erzählungen, Sentenzen usw. weilergeführt 
wurde. Die Themen der Jahrbücher lauteten: 

1953 Die Aufgaben der Laien in der Kirche 

1954 Gesangbuch und Liturgie 

1955 Die uns befreundeten Kirchen 

1956 Unsere Jugendarbeit 

1957 Unser Dienst im Raum des Gotteshauses und der Ge- 
meinde 

• 1958 Erneuerung und Wiedergeburt der Kirche und un- 
sere Presseaufgaben. 
Die Buchecke brachte ausführliche Besprechungen wichtiger 
Erscheinungen aus dem Gebiet der Theologie, Erbauungs- 
literatur, schöngeistigem Schrifttum, Kunst, Jugendbuch, der 
Welt des Wissens. 

Bei der Gestaltung des Jahrbuchs stellte ich mir folgende 
Ziele: 1. Das Jahrbuch soll möglichst von Alt-Katholiken 
selbst gestaltet werden, evtl. auch durch Mithilfe von Alt- 
Katholiken anderer Bistümer; 2. es soll jedem etwas bieten 
und möglichst gemeinverständlich sein, ohne jedoch den Le- 
sern jede geistige Mitarbeit zu ersparen; 3. es soll ein kirch- 
lich-religiöses Jahrbuch sein, in dem eine offene Sprache, 
aber ohne Bitterkeit und polemische Absicht gesprochen 
wird; 4. das Jahrbuch soll durch und durch aufbauenden, 
u. U. aufrüttelnden Charakter tragen; 5. nach Möglichkeit 
soll jeder Jahrgang aus einem Guß sein. Diese Leitziele be- 
dürfen hin und wieder einer Unterbrechung und Dynamik, 
genau wie alles Leben wohl Ziele hat, aber Umwege, Auf- 
brüche und Wagnisse keinem gelebten Leben erspart bleiben. 
Ein Ziel des Pressereferates war, alle Gemeinden zu über- 
zeugen, daß das Jahrbuch, ebenso die Kirchenzeitung, in die 
Hand jedes Alt-Katholiken gehöre, wofür verschiedene Wege 
vorgcsclilagen wurden und auch gangbar sind. Das Jahrbuch 
im besonderen eignet sich als Geschenk, es behält für Seel- 
sorger, Gemeinde und den Einzelnen seinen Wert auf Jahr- 
zehnte und wird in der jetzigen Gestalt eine Fundgrube für 
jedermann sein. 

4. Das neue Gebet- und Gesangbuch, zur Ablösung des ver- 
griffenen Steinwachs'schen Gesangbuchs und des Notgesang- 
budis (ohne Noten). 

Herausgegeben in 10 000 Stück 1952. Preis einf. geb. 5,50 DM, 
in Saffianleder 10,— DM. 

Seine äußere Erscheinung ist handlich, Druck und Notensatz 
gut lesbar und gefällig. Pfr. Hinz war an der Gestaltung 
wesentlich beteiligt. Das Gesangbuch darf als Fortschritt ge- 
wertet werden, wenn auch sehr viele Wünsche im einzelnen 
für eine Neuauflage bleiben. 

Widitigste Vorschläge hierfür: Vermehrung des Gebetsteils 
und der Lieder (bes. Kommunionslieder), kurze Einführung 
in die Liturgie (s. Schott), Festtafel des Kirchenjahres, 
knappe Darlegung des kath. Glaubens (s. C. Prayerbooc) u. 
der Sakramente, Berücksiditigung der bis dahin zu erarbei- 
tenden liturg. neuen Formulare. 

Ein Liedanhang von wenigstens 12 Liedern wurde vom Re- 
ferenten beantragt, um das Gesangbuch jetzt schon zu er- 
gänzen. 

5. J. Jos. Demmel, Was ist alt-katholisch. 2. Aufl. 1950; 3. Aufl. 
19.^)7. vermehrt und verbessert 40 S. 0,75 DM. Je 5000. 

6. J. Jos. Demmel, Hirtenbrief Ober das Bußsakranient, 20 Pfg. 

7. Paul F. Pfister, Kennst du die alt-kath. Kirche. Flugschrift 
0.15 DM. Gesamtauflage 15 000. 

II. Durch den Willibrordverlag: 

1. PHsler, P. Die Alt-KatholUche Kirche. 0,75 (Vergriffen, siehe 

Quellverlag, „Ein Leib — Viele Glieder"). 

2. Des Hl. Apostels Paulus Botschaft an die Chii- 
stenheit heute, 0..30 DM, Kleinformat. 

3. .. Wir Alt-Katholiken und das Hl. Jahr, 0,20 DM, 

Kleinformat. 

4. Dr. O. Steinwachs, Leilladen für den Erstkommunion-Unter- 

richt, 0,25 DM. 

5. und 6. Febronius und Diakon und Priester, siehe Seite 65. 

HI. Durch die Gemeinde Frankfurt bzw. Privat: 

1. Pfister, Ist die leibliche Himmelfahrt Mariae ein kath. 
Dogma; zuerst in der IKZ erschienen, Sic war 
eine der ersten Schriften, die das Thenia wissen- 
schaftlich behandelten. In Sonderdruck oiirdi I'fr. 
Pfisler zu beziehen (2,— DM). 



2. Pfister, Flugsdiriftenreihe: Im Ringen der Zeit 

a) Ist das neue Mariendogma katholisdr 

b) Wie lebe ich mit meiner Kirche 

c) Katholisch ja — Römisch? 

d) Zurück zur alten katholischen Wahrii 
Die Flugschriften sind in Aufl. von 2-^ 
schienen. 

Preis 5—10 Pfg. je Stück. Massenbezu. 
billiger. Wird fortgesetzt. 

3. Bader, B. Auferstehung, Katholisches Kirdienblat; 

Alt-Katholiken der DDR. 1955—57, 12 N 
jährlich. Kleinformat und Kleindruck. ^ 
tung seit April 1957 Pfr. Fasser, Leipzig 

4. Pfister, Aufbau des hl. Amtes, Seelsorgshilfe für 

terricht. 

5. Pfister, 10 Fragen, 10 Antworten, 0,10 DM, Flu 

6. Pfister, SO Jahre Vatikanisches Konzil, 0,10 DM. 1 

7. Faltblatt: Die Alt-Kath. Kirche, herausgegeben \ 

Pfarrgemeinde Frankfurt/M., 0,15 DM. 

B. Aufgaben und Pläne 

Als nächste Aufgabe zeichnen sich die Herai ib 
oder Neuauflage des Altarbuches und der ii 
sten Lehr-Bücher ab. Da das Alftirbud 
vergriffen ist, will man die Neuausgabe be> 
gen. Doch fragt es sidi, ob gerade hierbei iii. 
mit Weile zu verbinden sei. Da es noch ' 
bücher aus dem Jahr 1909 gibt, die die 1' 
enthalten, kann man sidi damit noch etli» 
gut behelfen, wie das der Verfasser in FiliaL 
den ebenfalls tut. 

Die durch die Schweiz beschaffte Bibel u 
Katechismus haben ebenfalls der ärgsten ^ 
steuert. Die für die ersten beiden Schuljan 
unentbehrliche Kinderbibel wird Pfr. B. Sein 
eine Neuauflage neubearbeiten. 

Unser Kirdiengescbiditsbudi enthält in 1 
Formung alle wesentlichen Daten. Doch \m 
einer Ergänzung, die leicht durch Einl;i 
zwei bis drei Kapiteln zu beschaffen wärt 
es fragt sich, ob die Kirchengeschichte als 1 > 
nicht doch wärmer, lebendiger, flüssiger. 1 
zu gestalten, d. h. ganz neu zu schaffen wäi 
ches gilt für ein Handbudi für die Glauben m 
Sittenlebre mit Anhang für Einführung in < I 
turgie. 

Für die Hand unserer Eltern in der 1 ' 
wollte man ursprünglich — schon 1947 1 
sen — Fernunterrichtsbriefe herausbringen 
wäre ein Budi, das manches aus dem neu« 
chismus der römisch-katholischen Kirche nu i 
zu lernen hätte. 

Vorschläge dieser Art hat der Referent b« i 
macht — allein, wo sind die Männer un«l 
die dazu Zeit, Befähigung und Willen liii 
wird auf Anhieb nicht so leicht gelingen - 
diegene, jeder Kritik standhaltende Werke 1 
langer Arbeit. Gute Arbeit wird aber nie ^" 
lasteten Geisllidien in zerfetzten Zeitfcihli 
bracht werden können. Der neue römiscJi :^ 
lediismus hat länger als ein Jahrzehnt vi. 
gionspädagogen bescliäftigt, bis er die heutig« 
matische, d. h. verkündigende Form hatte. 

Ähnliclies gilt auch von der vorgeschlagene ^ 
gäbe eines für anspruclisvolle Kreise zu sc) "^ 
den Buches über die Katholische Kirche der ^^ 



) icn, als Ersatz des vergriffenen Buches aus der 
ilung Ekklesia von Dr. S. Schnitze. 

e weitere wichtige Aufgabe ist die Schaffung von gedie- 
r Kleinschriftenreihen. Ich hatte gehofft, durch Benut- 

von Stehsatz aus den Jahrbüchern billigst em Klem- 
I tum scliaffen zu können. So liegen aus dem Jahrbuch 
; ler in sehr geringer Auflage — zwei Kleinschriften vor, 
i g in der Form, die das Angebot der Bücherstände ver- 
i n sollten, aber auch für bestimmte Kreise im Brief ver- 
1 ir, eine Mission erfüllen könnten; beide waren als An- 
] e 'einer Schriftenreihe geplant: 

i: Gestalten der (alten) Kath. Kirche Nr. 1 

Justinus Febronius: Leben und Werk des Trierer 

Weihbischof Joh. Nikolaus v. Hontheim 

u-on Paul F. Pflster), 40 S.; 60Pfg., ab 10 Stck. 55Pfg. 

II: Im Dienste der Kirche Nr. 1 

Diakon und Priester im Dienste der Kirche 

von F. Kräling und B. Schöke), 24 S., 25 Pfg., 
;(i St. 20 Pfg. 

i Unsicherheit der Absatzmöglichkeit ließ die Auflage sehr 
I izen. Obwohl auf Honorar verzichtet wurde, wurde der 
1 lungspreis so hoch, daß die Fortsetzung dieser Reihen 
b :efährdet wird, falls nicht durch Vermehrung der Bü- 

i Otter und der Vortragstätigkeit (mit Verkauf) eine we- 
he Absatzsteigerung erhofft werden darf. 
? derzeitige Lage wird neuen Planungen-^) nicht 
I [ig sein, obwohl es höchste Zeit wäre, eine ganz 
) iv aufbauende Literatur^) zu schaffen, an denen 
1 e Kirche seit 1870 so arm ist, während das 
1 Jahrtausend doch eine imponierende Frucht- 
l .^it aufweist. 

ihrscheinlich werden aus wirtschaftliclien und 

1 ron Rücksichten die Verfasser größerer Werke 

hen, andere Verlage^) für ihre Publikatio- 



I liier Denkschrift habe ich schon vor 6 Jahren ein „Ver- 

H ogramm'' gefordert (mit gut gegliedertem Verlagspro- 

ic Gegenüber der buchtechnisch, typographisch und in- 

angenügenden Gelegenheitsproduktion der Gründer- 

1 sehte ich schon äußerlich einheitlich gestaltete Reihen 

;:shilfen, 2. ökumenische Gestalten, 3. Kleinschriften- 

Üienst der Kirche, 4. Kleinbuchreihen wissenschaft- 
t rter Bücher für das gebildete Publikum, 5. Buch- 
i-ologisch-akademischer Lehrbücher und Werke, 
■ischriftenreihe habe ich selbst begonnen, desgleidien 

f Flugschriften: „Im Ringen der Zeit." — Ohne 

s- und Aufklärungsschriften auszuschließen, sollte 

s .\ufbauende in den Vordergrund gestellt werden. 

chtigste wäre Gründung eines eigenständigen Ver- 
.iiibll. (Katholon-Verlag z. B.), der als Zentralverlag 

ümer kommissarisch tätig sein könnte, um eine 
Grundlage zu haben, der aber sonst freischaffend 

Itesten Traditionen des Verlagswesens anpassend, 
• Welt als sein Feld ansehen sollte und schon 
1 Schaffen mit jener Vorstellung gründlich aufräumte, 

wir erst von 1870 oder 1700, statt die katholische 
:ie Augustinus, Cyprian, vorher schon Paulus und 
1 ihren Säulen und alle umfassend Christus zu ihrem 

hätte. Nikolaus von Cusanus, Vinzenz von Lerin, 
[5ossuet sollte die Weltöffentlichkeit ebenso interes- 
ic einen Peyrefitte oder Wittig. Ein mutiger Anfang 
'ichter und Denker kämen allmählich schon auf diesen 
I. der alle wahrhaft katholischen Kräfte der Ortho- 

I positiven Anglikaner, Alt-Katholiken und Luthe- 

!>rechen sollte und könnte und der in dieser Form 

t existiert. 

-t-n wäre für die Hand des Redners, Geistlichen usw. 
inen Vorschlag: „Das wachsende Buch" zu erinnern 
Will.-Bote 1949 S. 19). Es sollte ein Vademecum sein, 
man sclinell Auskunft, Belege, Zitate, Begründungen, 
'•, Literaturangaben bezgl. aller Kontroversfragen fxn- 
iinte. Ein solches handliches Buch ersetzte Stöße von 
li ritten. 

< rdenken es ihnen nicht. Publizität und Honorar kön- 
izeit unsere jetzigen Verlage leider nicht gewähr- 



C. Beobachtung und Information der Presse 

Solange nicht die wichtigsten Zeitschriften plan- 
mäßig unter der Geistlichkeit zur Beobachtung auf- 
geteilt werden, die ihre Ergebnisse an eine zen- 
trale Stelle zu berichten hätten, werden wir über 
eine gelegentliche Beobachtung kaum hinaus kom- 
men. — Wichtiger dürfte die Bedienung der Zeit- 
schriften und Tagespresse mit geeigneten Beiträgen 
sein. Persönliche Verbindung zu den Schriftleitun- 
gen erreicht manches.^) Eine regelmäßige Informa- 
tion sah der gute Vorschlag von Pfr. Lic. Gauthier 
in der Schweiz vor. Er dachte an einen Pressedienst 
mit zwei Ausgaben, Ausgabe A für die eigene Presse, 
Ausgabe B für die öffentliche Presse. Wir unterbrei- 
teten diesen Vorschlag erneut der Bischofskonferenz 
mit der Bitte, sie möge in jedem Bistum zwei weni- 
ger beschäftigte Herren bestellen, die als regelmä- 
ßige Mitarbeiter zeichnen und einen Herrn in der 
Schweiz oder Holland beauftragen, diese Presse- 
dienste herauszubringen, falls die Bischöfe diese 
Informationsdienste nicht selbst in die Hand neh- 
men wollen (was ich für das Beste hielte).') 

Verlagstätigkeit und Pressearbeit können sich 
nicht im luftleeren Raum abspielen. Sie bedürfen 
nicht nur federgewandter Journalisten, ernsthafter 
Arbeit verantwortungsbewußter Theologen und Seel- 
sorger, sondern auch eines tragenden Unterbaues, 
absatzfördernder Einrichtungen und eines inneren 
Mitgehens und Verständnisses des „Kirchenvolkes", 
vor allem der Gemeindeleitungen und Pfarrer. 

Zunächst muß der Wille zur Förderung geweckt 
werden. Dem sollte der 

Presse- bzw. jetzt lieber Missionssonnlag 
genannte Sonntag im Oktober dienen. Obwohl der 
Synodalrat zustimmte, wurde er nur an wenigen 
Orten wirklich durchgeführt. Das ist bedauerlich. 
Alle „Kirchen" ringsum kennen ihn, führen sogar 
Pressewochen, Buchausstellungen, Dichter- und 
Leseabende, große Werbeaktionen durch. Seit Jahr- 
zehnten wirken große Verbände, Buchgemeinschaf- 
ten in der römisch-katholischen wie in evangelischen 
Kirchen. Sie haben es verstanden, Pfarr- bzw. Ge- 
meindebüchereien einzurichten und den Dichtern 
und Schriftstellern aus ihren Reihen einen Namen 
zu verschaffen. Es ist mir unerfindlich, was man ge- 
gen einen solchen Missionssonntag, der natürlich 
auch ein so wichtiges missionarisdies Mittel wie 
die Presse mitbehandeln sollte, haben kann. Er will 
weder die Liturgie des Sonntags verdrängen noch 
die Initiative der Geistlichkeit einschränken. In ei- 
nem Rundbrief waren Anregungen für die Ausge- 
staltung gegeben, die sich ganz den örtlichen Ver- 
hältnissen anpassen kann (Buch-, Schriften-, Bild- 
ausstellungen,^) Einführungsvorträge in unsere Li- 



*) Lokale Ereignisse werden stets von der Ortspresse gebracht, 
manchmal auch geschickt aufgemachte kleine Artikel. — Man 
vergesse auch nicht die Adreßbücher und Verkehrsbücher 
usw. zu bedienen. 

Die H. H. Bischöfe haben 1. Bücher und alle Hilfsmittel, 
2. die beste tlbersicht, 3. geht keine Zeit verloren, 4. sind 
die Nachrichten authentisdi. 

*) Verfasser hat als junger Vikar in Weinheim a. d. Bergstr. 
schon eine Woche des Buches mit Buchausstellung und Dich- 
terabend (Knies) organisiert. 



65 



teratur usw.). Auch eine Predigtskizze wurde ver- 
sandt. Abr. Sdiöke hat 1955 ebenfalls den Gedanken 
im Ak. V. unterstützt. Das Kirchenopfer kann für 
örtliche Bedürfnisse (Finanzierung der Schenkungen 
an öffentliche Büchereien, Werbung, Bücherbrett, 
Aushangkasten, Pfarrbücherei usw.) verwandt wer- 
den. 

Amtlich vorgeschrieben wurde, daß alle seit 1948 
erscheinenden alt-kath. Zeitschriften und Schriften 
einschl. Jahrbuch und Amtsblatt in die 

GemeindebUdierei oder in das Pfarrarchiv 
einzustellen sind. 

Interessierte Kreise können auf uns aufmerksam 
werden, wenn unsere Gemeinden, Frauenvereine 
oder Mäzene die Internat. Kirchl. Zeitschrift,') Jahr- 
bücher und Kirchenzeitung in 

öffentlichen Bibliotheken 
auflegen. Unerläßlich für jede Gemeinde mit eige- 
nem Gottes- oder Pfarrhaus ist das 

Bücher- oder Sdiriftenbrett (Stand). 
Einige Gemeinden berichten von großen Erfolgen. 
Mannheim konnte Hunderte von Sdiriften absetzen. 
Die neuen Kirchen werden uns hoffentlich eine 
reidihaltigere Versorgung mit guten Schriften ab- 
verlangen. 

Sehr wirksam ergänzt werden die Schriftenstände 
durch die 

Anschlagtafeln. 
In geschickter Aufmachung*«) und allmonatlichem 
Wechsel bringen sie nicht nur Gottesdienstordnun- 
gen, kirdiliche Nachrichten, Ausschnitte aus Kir- 
chenzeitung und Jahrbuch. Sie wedien audi das In- 
teresse der Passanten durch den „Kulturspiegel", 
durch religiöse Kunstbilder. Mancher wurde erst- 
mals durch eine Anschlagtafel auf unsere Kirche 
aufmerksam. 

Auf die Möglichkeit, bei Vorträgen, Gemeindever- 
sammlungen usw. eigene 

Yerkaufstisdie 
aufzustellen, braucht man nicht mehr hinzuweisen, 
seit mein Vorschlag, auch bei Synoden und Tagun- 
gen Ausstellungen zu veranstalten, besonders durch 
Abr. Sdiöke vorbildlich durchgeführt wurde. 

Vor dem Weltkrieg gab es, wenn auch in oft küm- 
merlicher Existenzform, in vielen Gemeinden noch 
den 

Preß- und Sdiriftenverein. 
Seine Art hat sich wohl überlebt. Wir brauchen le- 
bendige Gruppen oder Kreise, die beherzt und ar- 
beitsteilig alle religiös-missionarischen Arbeitsge- 
biete in der Gemeinde übernehmen, vornehmlich die 
Bedienung des Bücherbretts, der Anschlagtafeln, die 
Pressearbeit in der eignen Gemeinde wie die infor- 
mative Bedienung der Ortspresse, Plakatierung, 
Rundfunkarbeiten usw. 

•) Gerade die IKZ bedarf einer weiteren Verbreitung. Jede 
Gemeinde in einer Universitätsstadt sollte sie dem Lesesaal 
der Universität zur Verfügung stellen. So kommt sie in die 
Hand der Studenten. 

") Die Bedienung erfordert einige Mühe. Wer in einer Mappe 
Karten, Bilder, Ausschnitte sammelt, wird immer Gediege- 
nes bieten. 



Solche Arbeitsgruppen sollten es sidi zur Ai ^i 
madien, auch alle Vorbereitungsarbeiten fii q 
tragsabende, Einzelaktionen, Werbung dem 1 ri 
vollständig abzunehmen. Unsere Pfarrer 1 t 
das Mehrfache an geistiger Arbeit leisten, w 
nicht ihre eigenen Propagandachefs sein i. 
Diese technisch-vorbereitende Arbeit belavi 
Geistlichen oft bis zur letzten Minute auf KO 
Inhalts seiner Darbietungen, die mehr Vor) 
gen verlangen, als mait gemeinhin anniim 
wirklich mehr als ein Wald-, Feld- und \Vi( 
trag geboten werden. 

Ich komme nach reiflicher Überlegung imm- -f 
der auf meinen Vorschlag der Kreise zun 
nach einem bedeutenden Mann (oder Frau 
Geisteshaltung benannt, zugleich unsere geisti 
wurzelung in der Gesamtkirche der offen U 
näher bringen. Zu einem Dachverband späf( i 
mengefaßt, könnten sie alle Aufgaben, die in 
Kirchen die verschiedenartigsten Missions- u 
turbünde durchführen, übernehmen. Drei. I 
ben, zwölf Leute**), mit einem brennenden ! 
mit Fähigkeiten, Unternehmungslust, autr 
eingespielt, mit verteilten Rollen arbeiten«! 
der Kern solcher Kreise sein, um die sich dnn oi 
derer mit Jahresbeiträgen und ein Freundesk 
solche, die stets eingeladen sein möchten —- ! 
schließen. Ohne Satzungen und wendig niii' 
ser Kreis immer das aufgreifen, was der Au_ 
verlangt. Der Pfarrer sollte die Seele des 
bleiben, aber die andern sollten die technis( 
beiten tun (hier käme es nicht in erster I i 
auf den Rat und Beschlüsse an, sondern d 
bestimmte Aufgaben übernimmt und zu\ 
durchführt). Ich darf auf meine Vorschläge ii 
buch 1956 S. 63 und im Ak. V. 1956, S. 82, s,. 
Willibrordboten 1948, S. 19, erinnern. 

D. Indirekte Hilfsmittel 

Sie treten weniger nach außen in Erscheinui 
nen sich aber als überaus nützlich erweis( i 
sie richtig organisiert und verwaltet wer<i. 
hingebungsvolle stille Arbeit wird nötig sein 
schaffen und in Ordnung zu halten. Hier i 
Feld für Ruheständler, Ferienarbeit für Sl; 
(gegen Vergütung durch das Bistum) oder i 
zialisten und Alt-Katholiken vor, die für ihn 
gern etwas tun möchten, aber lieber in <i< 
wirken. All das, was hier zu erwähnen ist u 
geschlagen wurde (bis ins Detail), trägt erst 
lieh seine Früchte. 

Soldie ungesehenen Arbeiten gibt es schon 
Gemeinden. Sie bleiben darum meist unget.n 
gehört zunächst die Führung einer 
Gemeinde-Chronik*') 
oder wenigstens eines 

Merkbudies, 



") Immer sind es die drei, fünf, sieben, hödistens rw< • 
ner, die Geschichte gemacht haben, die die Seele ei ^ 
wegung sind bzw, waren. ä 

") Siehe meine Ausführungen Ober Pfarrchronik uni 
debüdierei in Ak. Volksblatt 1934, S. 249. 



ßß 



i em in übersichtlicher Weise alle für die Ge- 
. hte der Gemeinde und für die rasche Orientie- 
l des Pfarrers wichtigen Daten, Begebnisse, Per- 
1 a, Hinweise auf Aktenstücke festgehalten wer- 
e während wichtige Akten sorgfältig der Registra- 

I ind 

dem Pfarrarchiv 

ii lordnen sind. 

^ as diese Einrichtungen für die Gemeinde bedeu- 
r Jas wären für das Bistum das Bild- und Druck- 
ii archiv, das Archiv für Diapositive und Bild- 
g er (Schmalfilme), die Zentralbücherei und das 
i imsmuseum. Hierzu nur einige Hinweise. 

I. Das Druckstockarchiv 

) " die kostbaren Druckstöcke^^) zweckmäßig und 
l sichtlich geordnet aufbewahren, in einem Ka- 
I ; ausweisen und denen bereitstellen, die sie zu 
^ ideinem Zweck benötigen. (Der Katalog sollte 
I ti ein Verzeichnis aller in den Pfarrarchiven 
ij nden Druckstöcke ergänzt werden.*^) Nur des- 
a weil auch jetzt schon häufig vorhandene 
>) kstöcke entliehen werden konnten, war mir die 
5 le Bebilderung der Jahrbücher ohne größere 
i vn möglich. ^^) Wie froh werden wir sein, wenn 
in einigen Jahren daran denken müssen, ein 
r CS Werk anläßlich des hundertjährigen Beste- 
« unseres Bistums, reich bebildert, herauszu- 
r :?en, wenn uns reichlich brauchbare Druckstöcke 
u Verfügung stehen. 

II. Das Bildarchiv 

2 den Umfang greifbarer Bilddokumente da- 

h erweitern, daß die Gemeinden — und das Bis- 

— wichtige bildmäßig und technisch gelungene 

OS sorgfältig aufbewahren (in Mappen nach 

a ijebieten gruppiert), damit jederzeit nötig wer- 

B e Druckstöcke darnach angefertigt werden kön- 

Mz- B. auch von verstorbenen Geistlichen).*^) 

n weiterer Vorschlag ging dahin, sofort von 
« n guten neuen Druckstock 25 oder 50 Abzüge 
w Kunstdruckpapier machen zu lassen, um etwa 
r oder viermal im Jahr die Gemeinden mit je 
• T 10 guten Bildern für die Aushangkästen, bzw. 
'r In zu bedienen (gegen Erstattung der Ge- 
-skosten). 

1 Das Archiv für Diapositive und Schmalfilme 

* itverständlich kann unser Bistum nicht mit den 
^i Serien des Caritasverbandes oder privater Ver- 
ei »rganisationen wetteifern. Daran war nie ge- 
la t. Wohl aber könnten Gemeindeveranstaltungen 



I rden am besten von der Druckerei nach Benutzung 
lu-ni schützenden Überzug versehen, sachgemäß ver- 
Bild oJ)enauf, nach Sachgebieten (Personen, Gebäude 
geordnet aufbewahrt. 

ideren Bistümer haben m. W. ebenfalls solche Archive. 

!■ 30 — 40 Bildern in den Jahrbüchern mußten nur je 
neu angefertigt werden. 

\alendermann war an den wenig guten Bildern im 
ich 1955, S. 14, unschuldig. Es waren keine besseren 
zu bekommen. 



belebt werden, wenn wir ein- oder zweimal jährlich 
mit Lichtbildern aufwarten könnten, die uns nahe- 
liegende Gegenstände durch Lidhtbilder oder Steh- 
filme illustrieren. Niemand wird diese Arbeit uns 
abnehmen. Unser H. H. Bischof und Weihbischof 
haben bereits von Evanston und der Bisdiofsweihe 
in Essen solche Diapositive hergestellt und mit Er- 
folg gezeigt. Vielleicht fände sich in jeder Landes- 
kirche ein Amateur oder Berufsphotograph, der an 
die Durchführung folgender Reihen ginge: 

1. Bilder aus Geschichte und Gegenwart der Landeskirchen 
Baden, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schlesien, 
Sudetenland. 

2. Bischofsweihe und Bischöfe des deutschen Bistums. 

3. Die Christkatholische Kirche der Schweiz, die alt-kath. 
Kirche Hollands, Österreichs, die nationalpolnische Kirche 
in USA und Polen. 

4. Weltweite Beziehungen der AKK. 

5. Das Frauenwerk, das Jugendwerk unserer Kirdie (Zeltlager, 
Weißer Stein). 

6. Gestalten der AKK (Bischöfe, Gelehrte, Denkmäler, Gräber). 

7. Unser Schrifttum in Vergangenheit und Gegenwart. 

Aus diesen sieben Gruppen könnten mehr als 18 Serien zusam- 
mengestellt werden. Ihre Durchführung verlangt einfallsreiche 
Gestalter und eingehende Beschäftigung mit den Themen. Be- 
gleittexte sollten gegen kleine Vergütung und Erstattung der 
Auslagen mitgeliefert werden. 

IV. Die Zentralbücherei 

Mein diesbezüglicher Antrag wurde bereits auf der 
Synode in Frankfurt 1938, der letzten vor dem 
IL Weltkrieg, genehmigt. Der Synodalrat hat ihn 
neuerdings gutgeheißen. Es fehlen aber offenbar 
die Kräfte zur Verwirklichung. Bescheidene Anfänge 
sind da. Es handelt sich darum, daß nach der Ver- 
nichtung wertvoller Landesbibliotheken (Karlsruhe) 
an der Zentrale unseres Bistums eine vollständige 
Bücherei mit allen Alt-Katholika und verwandten 
Schriften für Studien- und Forschungszwecke zur 
Verfügung steht und diese Publikationen nach den 
allgemeinen Regeln der öffentlichen Staatsbibliothe- 
ken ausgeliehen werden. 

V. Das Bischöfliche Museum 

Dieser Vorschlag bedeutet nicht, daß wir uns als eine 
museale, petrefakte Größe betrachten. Diesen Dienst 
wollen wir der römisch-katholischen Kirche nicht 
tun. Im Gegenteil, wir wollen einer Zukunft die Er- 
innerung an die Vorarbeit für eine durch unser Ver- 
harren im alten Glauben ermöglichte Wiederver- 
einigung späteren Geschlechtern lebendig erhalten. 

Welche Bedeutung ein solches Museum haben 
kann, für das in wenigen Jahren genügend Räume 
in Bonn bereitstehen werden, das beweisen zwei ver- 
gleichbare Einrichtungen: 1. das Utrechter Museum 
(s. S. 69) und 2. das evang. Pfarrhausarchiv, das 
Pastor Angermann mit Bienenfleiß geschaffen hat 
und das ein Ehrenmal für das evangelische Pfarr- 
haus darstellt. 

Solange noch Männer leben, die die erste Genera- 
tion kannten, wäre es an der Zeit, Büsten, Bilder, 
Bücher, Gemälde, persönliche Erinnerungsstücke, 
Urkunden, Artikel, Briefe zu sammeln, zu ordnen, 
damit sie später in Glasvitrinen usw. allgemein zu- 



67 



gänglich gemacht werden könnten. Es fehlt der 
Mann, der dies beginnt. Freilich, ein solches Werk 
braucht Jahre. 

So manche Geistliche, die keine Pfarrei mehr ver- 
sehen können, wären vielleicht froh, wenn sie in 
ihren alten Tagen sich noch in irgendeiner Weise für 
das Bistum nützlich machen könnten.*') Zu solchen 
Arbeiten redinen auch historische Forschungen, zu 
denen man Muße braucht. Gerade wir haben hier 
noch ein weites Feld zu bestellen. Sollte es nicht ge- 
lingen, schon deshalb eine Möglichkeit zu schaffen, 
daß deutsche alt-katholische Theologen akadcmi- 
sdie Grade erwerben könnten, ohne ein Jahr in 
Bern weilen zu müssen? Vielleicht wäre das ein 
Anreiz, daß unsere jüngeren Geistlichen sich mit 
den Fragen kirchengesdiichtlicher und theologischer 
Art befassen, die uns naheliegen und die nach wis- 
senschaftlicher Darstellung schreien. Auch das ge- 

") Audi Laien können hier manches tun. Übrigens, welcher 
Jurist stellt einmal das für uns geltende Staatskirchenrecht 
zusammen? Welcher Alt- oder Neuphilologe oder Historiker 
würde Stoffe behandeln wie das Konstanzer Konzil, Gerson, 
Bossuet, Wessenberg usw. Welcher Geistliche die Bedeutung 
eines Reusdi, Schulte usw. abhandeln? 



hört im weitesten Sinn zu den Vorarbeiten un ^ 
Förderung unseres Pressewerkes, das gar nidi , 
fassend genug geschaut werden kann.*^) 
Alle unsere Pressearbeit gründet im ,,Budi »^ 
Bücher«, der Bibel, der Hl. Schrift, ja im ( ., 
Logos. Was tun wir für die Verbreitung best, i 
beiausgaben in unsern Familien? Welche sollt j; 
überhaupt empfehlen? Darüber sollten sachkii j, 
Amtsbrüder nachdenken und Handreichungt i „ 
Anregungen bieten. 
Eine große Gefahr liegt in einem Referat. E 
ruhigt viele zu wissen, da ist jemand, der dafii 
ständig ist. Damit wäre der Sinn des Referat 
sein Gegenteil verkehrt. Es kann nur anregen, 
gaben aufzeigen und unruhig machen — dami 
lieh, von den Gemeinden und ihren Hirten das ; 
wird, was wir überhaupt tun können. Auch 
Pressearbeit will nur ein Weg zu dem sein, dei 
sich sprechen durfte: „Ich bin der Weg, die V 
heit, das Leben." Paul F. P 

**) Siehe zu diesem Aufsatz auch den Beitrag des Verf; 
„Hat die AKK. eine Missionsaufgabe". Willibrordbott 
S. 39. 



Die Bibel ist treu überliefert 

Noch ist die Wissenschaft mit der Auswertung der 
geradezu sensationellen Funde am Toten Meer vor 
zehn Jahren befaßt, da erreicht uns die Nachricht 
von einer neuen Entdeckung einer überaus wertvol- 
len Papyrushandsdirift. Als Papyrus Bodmer H, 
bzw. Papyrus 66 wird sie einen wichtigen Platz 
unter den Bibelhandschriftfunden einnehmen. Denn 
einmal stellt sie die drittälteste bisher bekannt- 
gewordene Handschrift überhaupt dar; sodann be- 
stätigt sie aufs neue, wie wahrheitsgetreu die bib- 
lischen Texte durch die Jahrhunderte weitergegeben 
worden sind. 

Die älteste Handschrift des Neuen Testamentes 
ist um das Jahr 125 geschrieben. Sie behandelt aber 
nur ein Bruchstück aus dem 18. Kapitel des Johan- 
nesevangeliums. Aus dem EnHe des 2. Jahrhunderts 
besitzen wir FragiÄente eines Blattes, das Verse aus 
dem 16. Kapitel des Matthäusevangeliums enthält. 
In beiden Fällen hand^elt es sich nur um winzige 
Teile. Der neue Fund dagegen enthält nicht weniger 
als die ersten 14 Kapitel des Johannesevangeliums. 
Er stellt also die älteste größere Handschrift dar, 
die wir kennen. Der Hallenser Theologe Prof. D. 
Aland schreibt hierzu dem evangelischen Presse- 
dienst: 

„Bis auf zwei fehlende Blätter im 6. Kapitel ist 
der Text vollständig erhalten. Was uns dies l)edeu- 
tet, wird klar, wenn wir bedenken, daß für gewöhn- 
lich die im Lauf der Zeit brüchig gewordenen Papy- 
rusblätter arg beschädigt sind, während hier ledig- 
lidi ab und zu am Rande ein Buchstabe, ganz selten 
jedocH eine Silbe fehlt ...Wenn das Evangelium aber — 
dessen Heimat wahrscheinlich Kleinasien oder Sy- 
rien sein dürfte — um das Jahr 125 bereits in 



Ägypten verbreitet war, wie das zuerst gefun 
Bruchstück zeigt, so ist anzunehmen, daß di( 
Schrift bereits um das Jahr 90 entstanden is 
mindestens 30 Jahre für die Verbreitung des T 
bis nach Ägypten anzunehmen sind." 

Die Frage drängt sich nun auf: Sind die alt' 
vollständigen Handschriften des N. T. aus dem 
ten Jahrhundert durch den neuen Fund zu bc 
tigen? Müssen wir die uns geläufigen Texte gr 
legend ändern? Prof. Aland erklärt: „Davon 
keine Rede sein. Wie schon die Funde aus dem 
ten Jahrhundert und die wenigen Rruchstücki 
dem 2. Jahrhundert, so unterstreicht noch eii 
und zwar endgültig, unser neuer Papyrus, dai 
Überlieferung wahrheitsgetreu war ... In ke 
Fall ergibt sich die Notwendigkeit zu Änderui 
die irgendwie für die Auslegung ins Gewicht fal 

Die handschriftliche Überlieferung des Ncuei 
stamentes ging also trotz der Vielzahl ihrer Sl 
außerordentlich gewissenhaft vor sich. Alle ami 
Schriften aus Dichtung oder Wissenschaft . 
frühen Zeit sind uns nicht nur viel spärlicher, 
dern auch viel schlechter und ungenauer überli» 
Wenn wir bedenken, daß die Handschriften 
Neuen Testamentes in der ersten Zeit ausschlie 
für den kirchlichen Gebrauch bestininil waren 
nur so lange benutzt wurden, bis sie, unhrauc 
geworden, durch neue Abschriften ersetzt wo 
mußten, ist es uns beinahe ein Wunder, da 
frühe Handsdiriften überhaupt erhalten sind. V 
wir weiter bedenken, daß die ersten Christen, ^ 
sie neutestamentliche Texte schrieben oder bei 
ten, ja nicht an uns Nachfahren, sondern nur ai 
eigene Gegenwart dachten, müssen wir der gni<i 
Fügung noch dankbarer sein, die uns jene 
len alten Zeugnisse erhielt. 



68 



Das alt^katholisdie Museum zu lltredit 




Innenansicht des alt-katholischen Museums in Utrecht 



-;egen die Jahrhundertwende (1894) hat je- 
1 der „Oudkatholiek" den Wunsch geäußert: 
Ute in irgendeinem Pfarrhause ein Gemach 
iien und dort gegen mäßige Zugangspreise 
(währende Ausstellung einrichten, wo man 
l!)arkeiten und Seltenheiten unserer Kirche 
-;en könnte. 

I Jemand wußte also, daß die alte katholi- 
Kirche in Holland Schätze besaß, welche sehens- 
ig waren. Und er konnte solches wissen, weil 
'Ac\[ zu Zeit die Inhaber oder Verwalter des 
liehen Besitzes mit den besten Dingen an ört- 
) Ausstellungen teilnahmen. 

>hl war damals weder die Liebe zu, noch die 
Inis von den Kunstwerken allgemein. Erst der 
"'1,'ründete Pfarrer-Verein Cor Unum et Anima 

II Herz und eine Seele) hat angefangen, alte 
"ru, Manuskripte und Kuriositäten zu sam- 

ohne diese Sachen wissenschaftlich zu ordnen 

sie auszustellen. Wie es aber meistens geht, so 

iclv auch darm und hier die Sache zugetragen: 

id verkaufte um wenig Geld ein kostbares Re- 

lium, welches der Staat teuer zurückgekauft 

- war der Anfang der Besinnung und der bes- 

' rsorgung der kirchlichen Kostbarkeiten. — 

dem Wunsch zur Verwirklichung war eine 

M recke, und von dem Wunsche, für ein gerin- 

Iritlsgeld eine fortwährende Ausstellung zu 

imen, ist nichts Wirklichkeit geworden. 



Als 1926 der damalige Pfarrer der St.-Gertrud- 
Kirche einer Versammlung der Geistlichen die Frage 
vorlegte, ob man ein Museum, untergebracht in der 
alten, verlassenen Versteckkirche als lebensmöglich 
erachtete, fand er allgemeinen Beifall, Dasselbe war 
der Fall bei der Verwirklichung der Sache: von der 
Landesregierung, von den kirchlichen Behörden, aus 
den Kreisen der Kunsthistoriker, von allen Seiten 
empfing er Hilfe, guten Rat und Mitwirkung. Die 
Arbeit aber war schwer und kostete Zeit. - — Endlich 
im Juli 1926 war es möglich, das Museum für kirch- 
liche Kunst und Geschichte zu öffnen. Die Eröffnung 
geschah durch den Bürgermeister der Stadt: Dr. Ju- 
ris J. Fockema Andreae. 

Die ehemalige Sankt Gertrud-Kirche war aber leer 
und hatte die kirchlichen Möbel verloren. Inzwischen 
kam die Amersforter Parochie in den Besitz einer 
neuen Kirche, und das Museum erbte den großen 
Altar. Der Pfarrer-Verein Cor Unum gab leihweise 
seine Gravuren-Sanimlung (16. — 18. Jahrhundert), 
die kirchlichen Gemeinden von Utrecht und Rotter- 
dam (Paradies) gaben zeitlos schöne Silbersachen 
(17. — 18. J.) und was inzwischen der Verein (des 
a. k. Museum) selbst erworben hatte, machte mit 
dem überreichen Besitze des Utrechter Domkapitels 
das neue Museum zu einer Sehenswürdigkeit ersten 
Ranges in Utrecht. ' 

Daß das Museum allgemein geschätzt wurde, geht 
hervor aus zwei Beschlüssen des örtlichen Gemeinde- 



69 



rates, wovon der erste eine Subvention von 1000 
Gulden jährlich und der zweite die Ernennung eines 
Aufsehers, gemeinsam mit dem Städtischen Zentra- 
len Museum zum Inhalt hatte. 

Aus Beiträgen der Kirchenmitglieder und Ein- 
trittsgeldern werden kaum die Reinigung und die 
laufenden Ausgaben bezahlt werden können. So 
bleibt das jetzt 30 Jahre alte Museum unser Sorgen- 
kind. 

Weil die alte Kirche, das Mobiliar, die Schaukästen 
auch die Arbeit des Aufbewahrens, Beschreibens, 
Katalogisierens usw. laufend Ausgaben erforderten, 
ist das Fortbestehen des Museums eine Frage an 
sich, wobei sich dann noch die ernstere anfügt: wo- 
her man sich einen tüchtigen Direktor holen soll, 
wenn der heutige Konservator die Arbeit bald nicht 
mehr leisten kann. 

Fast möchte ich jetzt den Wegweiser durch das 
Museum übersetzen, damit der Leser weiß, welche 
Schätze das Museum besitzt. Dann würde er zugleidi 
verstehen, daß und warum die Bezeichnung „Ge- 
schichtlidie und Kirchliche Kunst" gewählt worden 
ist. 

Das Tuch, womit die Hl. Kunera gewürgt ist 
(4. Jh.), bringt uns mit der vorchristlichen Zeit und 



mit S. Willibrord in Berührung, die feine AIIk 
St. Bernulf mit dem 11. Jahrhundert, der Zt 
Wiederaufbaues der Stadt, die Gewänder des i 
von Burgund mit der prachtliebenden Zeit d. 
Jahrhunderts. 

Die reichen Sammlungen des Pfarrverein- 
Unum machen es uns möglich, die Geschieh i 
katholischen Kirche in den Niederlanden zu V( 
gen von 1560 ab bis heute (1400 Gravuren und 
ferstiche), die Gegenstände und Abbildungen 
Port-Royal machen uns vertraut mit dem Strei 
die Wahrheit und die Freiheit der katholischen 
che. — Eine weltberühmte Spitzensammlung bc 
uns über die Liebe eines früheren Geschlecht 
seine verfolgte Kirche. Und nicht nur, daß 
Sachen uns belehren. Der Form und dem V^ 
nach sind sie entzückend und vermehren u 
ästhetischen Genüsse. — Fügen wir hierzu die 
len Heiligenbildchen und „Gebetszettelchen" 
vielen Kuriositäten, dann wird der Leser wohl 
stehen, daß es für eine historische Kirche ein« 
Sache zum bescheidenen Stolze sein darf, da 
ein Museum besitzt, dessen Name durch die 
geht, von Utrecht bis Japan, Süd-Afrika, Mexi( 
in aller Herren Länder. 

Bischof Engelbertus Lage 



1. Wach auf, wach auf, du deutsches Land, du 
hast genug geschlafen! Bedenk, was Gott an dich 
gewandt, wozu er dich erschaffen! Bedenk, was 
Gott dir hat gesandt und dir vertraut sein höch- 
stes Pfand; drum magst du wohl aufwachen! 

2. Du solltest bringen gute Frucht, so du recht 
gläubig wärest, in Lieb und Treu, in Ehr und 
Zucht, wie du solchs selbst begehrest, in Gottes 
Furcht dich halten fein und suchen Gottes Ehr 
allein, daß du niemand beschwerest. 

3. Wach auf, Deutschland, ist hohe Zeit, du 
wirst sonst übereilet, die Straf dir auf dem Halse 
leit, ob sich's gleich jetzt verweilet! Fürwahr die 
Axt ist angesetzt und auch zum Hieb sehr scharf 
gewetzt. Was gilts, ob sie dein fehlet^ 

4. Gott warnet täglich für und für, das zeugen 
seine Zeichen; denn Gottes Straf ist vor der Tür, 
Deutschland, laß dich erweiclien, tu rechte Buße 
in der Zeit, weil Gott dir noch sein Gnad anbeut 
und tut sein Hand dir reichen. 

5. Das helfe Gott uns allen gleich, daß wir von 
Sünden lassen, und führe uns zu seinem Reich, 
daß wir das Unrecht hassen. Herr Jesu Christc 
hilf uns nu und gib uns deinen Geist darzu, daß 
wir dein Warnung fassen. 



Für den Zeitgenossen 



Die Affen sollen dumm sein? 



Der Erdsatellit 



ikunft hat schon begonnen", könnte man den- 
iin man von ernsthaften Versuchen hört, einen 
>affen zu schaffen. „Der Gorilla ist in Statur 
iistitution der richtige Arbeitsaffe, aber er ist 
lim. Der Schimpanse bringt die Intelligenz 
gewünschten Arbeitsaffen mit. Da sich aber 
1 nügend kräftige Affentypen zur Kreuzung 
lassen, ist die Züchtung eines Riesenschim- 
fast unmöglich. Die Veredlung seiner geistigen 
iz würde mehr als ein halbes Jahrhundert 
' Sätze aus dem Bericht eines amerikanischen 
ors in Los Angeles. Welche Aussichten, so 
t die Bad. Zeitung dazu, eröffnen sich im 
r der Vollbeschäftigung. Arbeitsaffen, das 
le Lösung. In Gedanken lesen wir schon die 
cn künftiger Jahre: Der Deutsche Gewerk- 
und erhebt entschiedenen Protest gegen die 
1 ht, zur Behebung des Kräftemangels Arbeits- 
B zu vermitteln. Die Bundesanstalt für Arbeits- 
e ittlung erklärt, von einem Druck der Löhne 
ö e gar keine Rede sein, da den anerkannt lei- 
U ^sfähigen Arbeitsaffen die gleichen sozialen Be- 
il mgen zuerkannt sind wie den bisher beschäf- 
ig 1 Arbeitern . . . 

merhin, die Anfangserfolge, von denen Prof. 
a aly erzählte, sind vielversprechend. Zwei gut 
n ierte Gorillas konnten mit Axt und Säge durch- 
a achmännisch einen Baum fällen. Nur — als der 
Ift .1 stürzte, liefen die Affen davon und sind bis 
«1 ; verschollen. Und da behauptet der Professor, 
i< lorillas seien dumm? Weil sie davon liefen, als 
ie lerkten, daß sie mit der ihnen vom Menschen 
u tragenen Verrichtung den Baum absägten, auf 
ei sie so gerne sitzen? Wohl dem, der, wenn er 
R: echtzeitig erkennt, noch in den Urwald fliehen 



Lebensfragen der Zukunft 



Wenn dieses Jahrbudi erscheint, umkreist mög- 
licherweise schon ein neuer Himmelskörper unsere 
alte Erde. Ein neues Kapitel der Weltraumforschung 
wird damit aufgeschlagen. Denn dieser Satellit ist 
künstlich von Menschenhand geschaffen. Er wird 
ein Vorläufer eines Weltraumschiffes sein, das viel- 
leicht einmal Wirklichkeit wird. Uralte Träume der 
Menschheit gehen jedenfalls ihrer Erfüllung ent- 
gegen. Der künstliche Erdsatellit, nur dem sichtbar, 
der seinen Standort genau kennt, wird nur ein Ge- 
wicht von 10 kg und einen Durchmesser von 50 cm 
haben. Mit Hilfe einer 22 m langen Dreistufen- 
Rakete wird er so in die obere Atmosphäre ge- 
schleudert, daß er, von der Anziehungskraft der Erde 
und Sonne bestimmt, die Erde mit einer Geschwin- 
digkeit von 28 000 Stundenkilometern in ellipsen- 
förmiger Bahn in Abständen von 320 bis 2240 km 
von der Erde umkreisen wird. Seine Kon- 
struktion muß widerstandsfähig genug sein, um die 
Reibungswärme wie die Beschießung durch Meteor- 
staub auszuhalten. 

Man erhofft durch die Erdsatelliten wertvollste 
Aufschlüsse über die Form und das Aussehen der 
Erdkugel, über die Dichte der äußeren Atmosphäre, 
über Temperaturen, Druck- und Strahlungsverhält- 
nisse und meteorische Einwirkungen. Die Erd- 
satelliten — es sind zunächst von den U.S.A. zehn 
solcher Erdtrabanten geplant — werden durch Mi- 
niatur-Radiosender fortlaufende Signale an hodi- 
empfmdliche Empfangsstationen senden, die um die 
ganze Welt errichtet werden. 

Der Bau von Erdtrabanten wurde erst ermöglicht 
durch die Entwicklung der Rakete, kleinster In- 
strumente (elektronische Geräte wie Miniaturmikro- 
phone und -funkgeräte, Sonnenenergie-Batterien, 
Transitoren usw.) sowie der sogenannten Elektro- 
nengehirne zur Auswertung der vom Erdsatelliten 
gesendeten Messungen. r. 



' n rechnet R. Schairer die Frage der Ausbil- 
iner genügenden Zahl von Ingenieuren. In 
u and läuft z. Zt. eine riesige „Produktions- 
cl cht". Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl 
il t Rußland viermal so viel Ingenieure aus als 
^inn der Bundesrepublik, nämlich 670000 gegen 
u ,1 000. 

1 Itusminister Arno Hennig (Hessen) knüpft an 
i« bedenkliche Tatsache die Forderung, alle Be- 
er n zu erschließen. „Die Aufgabe verlange nicht 
« Fleiß und Hellhörigkeit für die Erfordernisse 
e lahres 2000, sie stelle uns auch vor die Not- 
n iigkeit, unser ganzes Schulwesen von der Land- 
d e bis zur Hochschule neu zu durchdenken mit 
ei Ziele, unser geistiges Vermögen lebendig zu 
«> en und in die Waagschale unseres Schicksals 
u erfen." 



„Ach, lieber Herr Pfarrer, ich bin ja ganz enttäuscht, 
nur 25 Leute hab ich im Gottesdienst gezählt. Ich 
hatte gerade eine alt-katholische Nichte zu Besuch 
und wollte sie zu unserem Gemeindegottesdienst füh- 
ren. Wir haben doch — wieviel schrieben Sie — an 
AOO Mitglieder hier'?" — „Gnädige Frau, darf ich eine 
neugierige Frage stellen? Wann waren Sie zum letz- 
tenmal im alt-katholischen Gottesdienst?'^ — „Sie 
sind ja wirklich naseweis, Herr Pfarrer. Nun, es kann 
schon drei Jahre her sein.'' — „Ja, sehen Sie, die 
andern Alt-Katholiken haben eben weithin Ihr Ver- 
halten zum eignen Vorbild genommen und gedacht, 
wenn Frau Y wegbleiben kann, warum sollten wir 
es nicht auch können. Das Ergebnis haben Sie nun er- 
lebt." — (wahrheitsgetreu berichtet) 



71 



Arbeit in der Natur heilt 

vor allem jene, die sich irgendwelchen Süchten er- 
gaben. Das weiß die Trinkerheilstätte Burg- 
wald im Odenwaldzu nutzen. Hinter Eber- 
stadt liegt friedlich-sorglos dieses Heim, das 36 Män- 
nern die Möglichkeit eines neuen freiwilligen Be- 
ginnens geben will. Weder Medikamente noch Sprit- 
zen werden in Burgwald verabreicht, es kennt auch 
keine Riegel und Gitter. Die Insassen sollen in sechs- 
monatlichem Aufenthalt unter Leitung eines Haus- 
vaters durch vernünftige Arbeitstherapie zwischen 
Stall, Hühnern und Feld zur Einsicht gelangen und 
die Kraft wieder gewinnen, ganz dem Rauschgift zu 
entsagen. Nur völlige Abstinenz, die nach- 
her audi die Familie dem „Geretteten" zulieb frei- 
willig auf sich nehmen sollte, wenn Dauererfolg 
erhofft werden will, kann dem Trinker helfen. Die 
ersten 6 Wochen gibt es natürlich keinen Ausgang. 
Medizinische Aufklärung und Vorträge, Ausspra- 
chen, Andaditen, Lichtbildervorträge und Filme sor- 
gen neben einer Bibliothek für Anregung und gei- 
stige Erfrischung. Eine Landwirtschaft von 25 Mor- 
gen gibt jedem Gelegenheit zur körperlichen Arbeit, 
die ihn gesundet und in natürlicher Umgebung auch 
heilt. Alle Berufe sind vertreten auf dieser fried- 
lichen Insel. Viel Not wird in Burgwald, aber auch 
in all den anderen Trinkerheilanstalten überwun- 
den, wenn guter Wille beim Patienten und seiner 
späteren Umgebung vorhanden ist. Jedes Glas, zu 
dem wir einen ehemals trinksüchtigen auffordern 
oder einladen, kann der Anfang zum Rückfall wer- 
den. Wer möchte sich dessen schuldig machen? 

Plakataktion 

Evangelische und katholische Männerwerke haben 
bisher auf 2500 Bahnhöfen des Bundesgebietes sechs 
verschiedene Plakate ausgehängt. „Du darfst mich 
nicht teilen" mahnt an das notvolle Schicksal der Kin- 
der bei Ehescheidung. „Gott läßt sich nicht in die 
Karten schauen" richtet sich gegen abergläu- 
bische Schicksalsdeutung. „Du sollst nicht töten" an 
die Pflicht der Verkehrsdisziplin. Reklamefirmen 
haben sich zur kostenlosen Anbringung an 30000 
Litfaßsäulen bereit erklärt. 

Laienbesudic 

Laien von 60 Gemeinden haben in Oslo und Sta- 
vanger in Norwegen 50000 Familien in einer Woche 
besucht. Sie luden, meist herzlich empfangen, zu 
abendlichen Vorträgen und Aussprachen in der Ge- 
meindekirche ein. Die Beteiligung übertraf alle Er- 
wartungen. Viele Laien, die sich für die Besuche 
zur Verfügung gestellt, waren darüber selbst so be- 
glückt, daß sie sich wieder dazu bereitfinden. 

Der Lärm 

hat sich als Arbeitshindernis ersten Ranges erwie- 
sen (was der Kalendermann aus eigener Erfahrung 
bestätigen kann). Neun Prozent höhere Gesamt- 
leistungen, 29«/o weniger Tippfehler, 37»/o weniger 



Ausfall an Arbeitsstunden durch Krankheit, 
weniger Personalwechsel, 52«/o weniger Tippf( 
bei den Bedienern der Rechenmaschinen — da 
das Ergebnis einer Vergleichsuntersuchung, die 
Versidierung kürzlich in zwei Büroräumen di 
geführt hat. Die Bedingungen waren in beiden 
men die gleichen. Der siegreiche Raum war je r 
mit schallschluckenden Verkleidungen in Dt , 
und Wänden ausgestattet. 

Aber hält der Mensch die Stille aus? Menv 
die in eine geräuschlose Zelle eingeschlossen 
den, fingen bald an zu singen oder zu sprt 
Nach wenigen Stunden drehten sich ihre Gedn 
im Kreise und steigerten sich zu wilden Phant; 
Von ähnlichen Erfahrungen berichtet eine W 
im Schwarzwald, die ein „Mekka der Ruhe 
gerichtet und großen Zulauf hat. Aber späte? 
nach drei Tagen fährt jeder, der einen Wagen 
in die benachbarte Kurstadt und wer keinen 
fährt aus der Haut. Die Gäste werden nervös 
unzufrieden. 

Warum erträgt der Mensch nicht mehr die St 
Offenbar, weil er nicht mehr, wie der Mönch es 
die Begegnung mit Gott sucht. Alle großen W 
nahmen ihren Anfang im stillen Kämmerlein, 
tragen wir also deshalb nicht mehr die Stille, 
wir zu einem Dialog mit Gott nicht mehr fähig s 

^Zehn Gebote" und das moderne Leben 

Sie bedürfen einer neuen Vertiefung. Das Verkt 
Problem, die moderne Wirtschaft, die erhöhte 
antwortung der christlichen Kirchen füreinai 
die Zerrissenheit der Familie, die Massenuntei 
lungsmittel sollten die Predigen und Katedi 
veranlassen, ebenso auch die Ethiker und M« 
theologen, die Akzente zu verlagern, die neuen : 
lichkeiten der Sünde in Begehen oder Unter 
sen aufzuzeigen, das öffentliche Gewissen zu si 
fen. Kaum ein Autofahrer — so bezeugen Be 
Väter — klage sich an, das Leben anderer d 
rücksichtsloses Fahren gefährdet zu haben. Wer 
det sich vor seinem Gewissen noch als Wuch 
wenn er ein Kleid zum Einkaufspreis von 85 
für 170 DM verkauft? Welcher Kinobesitzer m 
sich ein Gewissen daraus, in der Vorschau be 
gendfreien Filmen die aufreizendsten Szenen 
jugendverbotenen Filmen zu zeigen. Und Wahr 
ebenso zarte Aufrichtigkeit scheinen dem Ge 
oder Andersgläubigen gegenüber oft kaum zu gc 

Der Kirchenvater Augustinus versprach einst ei 
Mönch ein Pferd, wenn es ihm gelänge, nur füi 
Dauer eines Vaterunsers einmal alle AblenkU' 
von außen und alle Stimmen von innen zum Seh 
gen zu bringen. Freudig ging der Mönch darauf 
Sclion nach ein paar Bitten merkte Auguslimis. 
der Mönch abgelenkt war. Der Kirchenvater fi 
ihn, wodurch die Ablenkung entstanden sei. ^ 
bei der dritten Bitte", antwortete der Mönch, „di 
ich darüber nach, woher ich nun den Sattel hei 
men sollte, wenn ich das Pferd gewonnen hätte 



Jugenderlnnerungen des Kalendermannes 



Behütet 

l'rimiztag am 8. Juli 1923 bekam ich einen 

lus Amerika, von einer Klosterschwester. Der 

war mir unbekannt, aber meine Mutter erin- 

sich sofort. „Als du noch im Wickelkissen lagst, 

ch die E. S. mit dem Kinderwagen oft ausge- 

1." — Wie aber staunte sie, als sie den Brief las. 

larin zu lesen war, hatte ihr E. S. stets ver- 

i,'en. Jetzt aber, als Schwester Seh. auf irgend- 

ri Umwegen gehört hatte, daß ich die Prie- 

ihe empfangen würde, hatte es sie gedrängt, 

is Geheimnis zu enthüllen. Ich nehme an, um 

imit in ihrem frommen Sinn zu sagen: „Schau, 

t dich Gott schon als kleines Kind behütet, 

du einmal ein Diener des Herrn würdest." 

ii4 sie wohl gedacht haben. 

> aber berichtete sie mir unter vielen Glück- 

hen und Versicherungen ihres fürbittenden 

. s? Sie habe mich an einem schönen Frühlings- 

it dem Kinderwagen ausgefahren — (das kann 

len, denn am 26. März bin ich geboren und 

li gabs gewiß schon recht schöne Tage). Mit 

. ui andern Mädchen sei sie an der Tauber ent- 

\i i gefahren; am hohen Wehr habe sie sich mit dem 

}k Ichen geneckt und nicht auf mich geachtet, der 

V gen habe dabei einen Stoß bekommen, sei die 

V ^se hinabgerollt, immer schneller und schneller, 
d 1 hohen Wehr der Tauber zu; starr vor Schreck 
h e sie es gesehen, im letzten Augenblick nach- 
r nend, habe sie gerade den Wagen noch erwischt 

Wie habe ihr das Herz geklopft ... — und 

n nachträglich auch ein bissei! — 

oft hat Gott seine Hand noch über mich ge- 
! im späteren Leben und bis heute! — 

Mein erster Verein und meine erste Zeitung 

ii iit'inem Schreibtisch bewahre ich eine Mappe auf. 

^ trägt die Aufschrift: „Dokumente aus meinem 
". Ein solches Dokument sei der Verborgen- 
ntrissen und wörtlich hier abgedruckt: 

Zeitung Nr. 1 

Berichtung von den Missionen 

vurze Wiederholung von der Gründung des Vereins 
und der Zeitung, 
iniges. warum P. Pflster den Verein gegründet hat. 

I Mennig hatte ich mir zusammengespart und mir 
iiommen, einen 

Heiden-Kinder- Verein 

imdon. Denn ich las oft, wie es in den Heiden- 

' n zuging. Dabei bekam ich Mitleid und wollte 

Helfer werden. Aber das ging schwer, denn 

i'*!) können so etwas nicht so schnell. Ich hatte 

Hoffnung, daß es schon gehen werde. 



Eines Tages ging ich mit meinem Freund auf 
einen Berg spazieren. Als wir ein Stück gegangen 
waren, erzählte ich, was ich tun wollte. Ich sagte: 
„Wir könnten auch einen Verein gründen, nämlich 
einen Heidenkinder- und einen Tierschutzverein." Gut, 
er war damit einverstanden. Anderen Tages war 
ich schon anders bedacht. Ich sagte. Tierschutzverein 
sei gar nidit nötig. Man könnte im Winter auch die 
Vögel füttern und sonst die Tiere in Ruhe lassen, 
ohne einen Verein zu gründeji. Damit war er 
auch einverstanden. Nach und nach brachten wir 
noch einige dazu, und in dem letzten Monat stieg 
die Zahl schnell. Jetzt sind es schon 14 Mitglieder. 
Wir gründeten eine Zeitung, mit Namen „Berichtung 
von den Missionen", Sie kostet in der Woche drei 
Pfennig. Dieser Preis ist jede Woche am Samstag 
zu bezahlen, wenn sie abgeliefert wird. 

Weitere Gesetze werden nicht in der Zeitung, son- 
dern in einem weiteren Zettel bekannt gegeben." 

Der nächste Beitrag der „Zeitung" hatte die Über- 
schrift: 

Die Ermordung der belgischen Franziskaner- 
Missionare in China 

Die Zeitung kam über Nr, 1 nicht hinaus — sie 
handschriftlich herzustellen war doch zu beschwer- 
lich. Auch reichte der Preis kaum für Feder und 
Papier. Aber der Verein blühte vier Jahre. Er zählte 
zu seinen Gönnern sogar eine Freifrau auf Schloß 
Weihersberg. Das Herz dieser unbekannten Dame, 
die dem Verein alljährlich 5 RM schickte, war ge- 
rührt worden von einer „Tante", einem Frl. Her- 
genröther (verwandt mit dem früh. Kardinal Her- 
genröther), die dort Hausdame der Gräfin war. Un- 
ser Pfarrer in Wertheim ahnte nichts von dem Ver- 
ein, der aus meinem ältesten Bruder, aus meinen 
Freunden Hugo Heiler (heute Stadtpfarrer in Ba- 
den-Baden), Adolf Albicker (mit 17 Jahren im We- 
sten als Kriegsfreiwilliger gefallen) und noch eini- 
gen Jungens und Mädchen der Nachbarschaft bestand. 
Vier Jahre sandten wir je 18 — 21 DM nach Nagpur 
in Indien, denn im „Tauber- und Frankenboten" 
wurden um Gaben hierhin gebeten; unter der Bitte 
war das Bild eines halbverhungerten Inders zu 
sehen. Ein Vierteljahr später erhielt ich stets eine 
Dankkarte aus Nagpur. — Wir sammelten auch Stan- 
niol und Zigarrenspitzen. 

Der erste Verein wurde abgelöst durch den zwei- 
ten, den Abstinentenzirkel in Wertheim, der, 1910 ins 
Leben gerufen, eine Keimzelle der Quickbornbewe- 
gung wurde. 

Als ich den ersten Verein gründete, war ich 9 
Jahre alt. Niemand hat mich dazu aufgefordert. Die 
Missionsblätter, die in unsere Familie kamen, hatten 
mir das Herz warm gemacht, ja eine Zeitlang in mir 
den Wunsch erweckt, Missionar zu werden. Ich 
kam davon ab, als ich las, daß es in den Heiden- 
ländern Schlangen gab. Vor denen hatte ich einen 
unüberwindlichen Ekel. So bin ich in Deutschland 
geblieben. 



73 



Auf der Fahrt nach Bonn erzählte mir Abr. B. im 
Auto folgende Begebenheit, die sich tatsächlich er- 
eignet haben soll. Ein anglikanischer Geistliclier, der 
bei einer eifrigen Romkatholikin Quartier bezogen, 
versuchte dieser biederen Frau klarzumachen, daß 
Christus dem Petrus und folglich auch dem Papst 
durdiaus nicht alle Gewalten übertragen habe, die 
heute vom Papst beansprucht würden. Die Frau 
hörte sidi alles ruhig an. Scliließlich aber sagte sie: 
Lieber Herr, das, was Sie sagen, das kann aber doch 
nidit stimmen. Erst in der letzten Woche habe idi in 
meinem Kirdienblatt gelesen, wie der Herr zu Pet- 
rus gesagt hat: Tu es Petrus — und dann hat er 
es eben auch getan. — 



Was einem alles passieren kann! Kommt nach 
dem Gottesdienst unangemeldet zu mir in die 
Sakristei der Küster und erklärt: „Es soll noch ein 
Kind getauft werden." Also schnell alles gerichtet. 
An der Kommunionbank stehen einige Leute; ein 
Mädchen trägt das Widcelkind, rechts steht die Oma, 
wie idi riditig vermute, links der Opa. Ich frage die 
Oma: „W^ie soll das Kind denn heißen?" Etwas ver- 
wirrt antwortet sie: -Aloisia". Ich taufe also, mit 
klarer Stimme rede ich das Kind wiederholt „Aloi- 
sia" an, ohne den geringsten Einspruch zu erfahren. 
Die Taufe ist beendet, da erklärt ganz verschüchtert 
der Opa neben mir: „Herr Pfarrer, es is e Fehler 
unterlaufe, des Kind is e Bue und soll heißen Franz." 
— (Die Oma hat gemeint, icli frage sie nach ihrem 
\amen.) 

•«' 

Ein Benediktiner und ein Jesuit kommen mitein- 
ander — was selten geschieht — ins Gespräch. Der 
Benediktiner raucht gern. Er klagt dem Jesuiten, er 
habe vom Vater Abt keine Erlaubnis bekommen, 
beim Breviergebet rauchen zu dürfen. Fragt der 
Jesuit: „Ja, was haben Sie ihn denn gefragt." — „Na 
ja, ob ich beim Beten rauchen dürfe. Vater Abt 
wiegte bedenklich mit dem Kopf, der Fall sei ihm 
nodi nie vorgetragen worden, das verstoße gewiß 
gegen alle liturgische und aszetische Regeln." — 
„Ich", entgegnet der Jesuit, „hab die Erlaubnis be- 
kommen." — „Wie, wieso, was Sie nicht sagen! 
Wie haben Sie das gemacht?" — „O, ganz einfach, 
ich habe gefragt, ob man beim Rauchen beten dürfe. 
Mein Oberer hat darauf geantwortet, beten dürfe 
man bei allem, was man tue." 



Wieder steht ein Jesuit mit einem Benediktiner zu- 
sammen. „Ach, Ihr Benediktiner, mit eurer Liturgie. 
Predigen könnt ihr niciit. Da versteht ihr vor lauter 
Liturgie niciit viel davon." — In seiner Ordensehre 
gekränkt, erbietet sich der Pater, am nächsten Tag 
aus dem Stegreif über jeden Text zu predigen, den 
ihm der Jesuitenpater beim Betreten der Kirclie zu- 
flüstere. Am nächsten Morgen, als der Benedikliner- 
pater zum Gottesdienst schreitet, steht der Jesuit im 



Gang, flüstert ihm als Text zu: „Was dachte dj 
Jesuskind, als es im Stall in der Krippe lag. 
Wahrhaftig, ein ungewöhnlicher Text. Doch de 
Pater besteigt die Kanzel, schildert die Krippe, da » 
Nahen der Hirten, die nächtlidie .\nbetung, di 
Heimkehr. Maria und Josef ermüden, schlafen eii 
— Das Jesuskind sieht sich allein gelassen mit dei 
Ochsen und Esel im Stall — und denkt, „da schai 
das ist die ganze Gesellschaft Jesu . . ." 



Auch Päpste haben schon manche gute Antwort g. 
geben. So einmal der bei uns nicht so sehr belieb 
Pius IX. Ihm machte ein Gesandter seinen übliche 
Abschiedsbesuch. Der Papst fragte ihn zum Schlu 
ob er noch einen besonderen W^unsch habe. D« 
Gesandte antwortete: „Oh, mein einziger, aber woP 
unerfüllbarer Wunsch wäre der, daß ich von Euc 
Heiliger Vater, heilig gesprochen würde!" — Pius I! 
läciielte, überlegte kurz und sagte dann: „Sie verge 
sen, daß Sie dann zuerst gestorben sein müssen. I 
würde also, da ich Ihnen noch ein langes Lebt 
wünsche, Sache meines Nachfolgers sein. Belieb« 
Sie aber, sich sdieintot zu stellen, dann bin ich <« 
fort bereit, Sie scheinheilig zu sprechen." 



Überall gibt es solche, die partout alles anders m | 
chen. — Geistliche waren beim Superintendanl« 
versammelt, weil der Generalsuperintendant sie kc 
nen lernen wollte. Alle im schwarzen Rock. Nur d 
ego autem contra (Bruder Widerspiel) hatte e 
graues Jackettlein an, was den Superintendant« 
veranlaßte, dem Generalsuperintendanten schon a 
Bahnhof dies beizubiegen. Der schmunzelte blo 
Die Vorstellung begann. Mit jedem redete der He 
ein freundliches Wort. Als er zu dem Herrn i 
grauen Jackett kam, sagte er mit gewinnen«! 
Freundlichkeit: „Wohl der Kantor des Ortes?" 
Seit jenem Erlebnis, das zum geflügelten Wi i 
wurde, soll sich der Herr Amtsbruder nichts Auß« ? 
gewöhnliches mehr erlaubt haben. 



Der große englische Erweckungsprediger Spurge- 
ließ nach seinen Predigten seinen Hut herumgeh« 
Ob die Spenden reichlidi oder kärglich waren, st« 
dankte er bewegten Herzens. Als eines Tages d 
Hut leer zurückkam, betete er: „Ich danke Dir He 
daß mir diese Gesellschaft wenigstens meinen H 
zurückgf'geben hat." 

•»• 

Ein anglikanischer Bischof war zu einer .\ben 
gesellschaft geladen, bei der die Damen reichli 
dekolletiert erschienen waren. Der Hausherr etv 
betreten, suchte sich zu entschuldigen. Der Bisd? • 
jedoch wehrte freundlich ab: „Madien Sie sich kei 
Sorgen darüber! An so etwas bin idi gewöhnt. 1 
war ac^t Jahre unter den Wil<I«'n in Afrikn." 



76 



ann wurde Rom erbaut? „Nachts." — „Ja war- 
1," — „Vati hat gesagt, Rom sei nicht an einem 
g erbaut worden." 

»'olfgang, willst Du nicht auf den ersten Platz 
inmen?" — „Nein, da sitzt schon einer." 

Tarum kann ein Kamel so schwer durch ein Nadel- 
r, d. h. durch ein kleines Stadttor gehen, Nor- 
rt?" — „Weil es einen Höcker hat." 

eter. gehst Du auch schon in die Schule? Was 
ichst Du denn dort?" — „Ich warte, bis sie wie- 
r aus ist." 

ulich sah ich einen 5jährigen Jungen raudien. 
/as, Du kleiner Fratz, rauchst schon?" — „Ja", 
b er zur Antwort, „wenn ich in die Schule komme, 
rf ich's nimmer." 

emder fragt einen Jungen: „Wie kommt man am 
»neusten zur Zeil?" Der Junge: „Wenn Sie tüchtig 
ifen. Mann." 



Ein Kunde verlangt eine Brille. „Kurzsichtig oder 
weitsichtig?" „Nein, durchsichtig", antwortet der 
Kunde. 

Pfarrer fragt: „Welche Sakramente muß man nicht 
unbedingt empfangen?" — Brigitte: „Die Firmung 
und die Ehe, doch soll man sie nicht ohne Not zu 
empfangen unterlassen, wenn sich dazu Gelegenheit 
bietet." 

Lehrer: „Wie groß war denn das Scherf lein der armen 
Witwe?" — Rudi: „Zwölf Mark und 43 Pfennig." — 
Lehrer erstaunt: „Wie kommst Du auf diese Sum- 
me?" — In der Bibel steht: „Das Scherflein der ar- 
men Witwe. Mark 12,43." 

„Fritzchen, wie nennt man eine Handlung, bei der 
wie auf der Hochzeit zu Kana Wasser in Wein ver- 
wandelt wird?" — „Weißt Du es nicht? Es fängt 
auch mit W an." — Nach langem Überlegen: „Eine 
Weinhandlung." 

„Monika, wann betest Du denn am andächtigsten?" 
— „Wenns donnert." 



Die Moritat von Uttenhofen 

der Schweizer Grenze, eingebettet in das Randen- 
:)irge, das sich zwischen der Baar und Schaffhau- 
1 wie ein Riegel zwischen den fruchtbaren Land- 
leben des Hegau und dem Waldshuter Gebiet bis 
900 Meter erhebt, liegt das kleine Dörflein Utten- 
fen, neben dem fast geschlossen alt-katholischen 
rdhalden. 

bleute wie ehedem gehört Uttenhofen zum römisch- 
tholischen Kirchspiel Kommingen und da es zu 
lem Drittel alt-katholisch ist, auch zur alt-katho- 
} dien Pfarrgemeinde Blumberg. 

In diesem friedlich gelegenen, windgesdiützten 

) rflein, das ein Schulhaus sein eigen nennt, hauste, 

• :^ ich Erzählungen aus meiner Blumberger Pfarr- 

' t entnehme, vor etwa 80 Jahren ein Schulmei- 

rlein. Sein Name ist mir entfallen; doch soll be- 

,'ter Lehrer es dick hinter den Ohren gehabt und 

: h nicht sonderlich mit seinem Pfarrer, der all- 

chentlich von Kommingen droben zum Religions- 

i» rricht herunterwanderte, verstanden haben. Ob 

'■ dem frommen Pfarrherrn zuwidere freiere 

inung die Ursache der Abneigung war, bleibt 

!iingestellt. Sicher ist nur, daß der Lehrer, in 

ilei Bastelkünsten erfahren, sich gern mit mo- 

iitn technischen Erfindungen befaßte. Dies nut- 

• 1. hatte er auch von seinem Schulzimmer sich 

' Art telefonischer Anlage fabriziert, die ihm 

iiibte, auch während der Schulzeit seine Schüler 

' schriftlichen Arbeiten zu beschäftigen, indes er 

nor lieben Hausfrau ein wenig beim Kochen zu- 

I oder einen kräftigenden Imbiß zu sich nehmen 

te, ohne die Aufsicht seiner Klasse gänzlich zu 

1 achlässigen. 

''■r Pfarrer seinerseits deutete diese Anlage in- 
sen zum eigenen Nachteil, sich dem frevelnden 
-iwohn hingebend, der Lehrer habe es darauf ab- 



gesehen, ihn während der Religionsstunde zu belau- 
schen, um nicht zu sagen, abzuhören. Wir begreifen, 
daß diese nach oben führenden Drähte dem Pfarr- 
herrn ordentlich das Gemüt verbitterten und er sich 
eines Tages ein Herz nahm, sie kühn durchzu- 
schneiden. Da die Schüler ihren Pfarrer nicht ver- 
petzten, der Täter aber sich nicht freiwillig meldete, 
war dem Verdacht Tür und Tor geöffnet. Wer er- 
kühnte sich, sich frevelhaft an den Drähten zu 
vergreifen? — Die Indizien für den Übeltäter 
verdichteten sich unwiderleglich, als unmittelbar 
nach der letzten Religionsstunde die ruchlose Tat 
wiederholt ward. Forderte solcher Eingriff — noch 
dazu von geistlicher Hand — nicht ihre entspre- 
chende Strafe heraus? Sie sollte nicht lange auf sich 
warten lassen. 

Es vergingen einige Wochen, indes der Lehrer 
emsig bastelte. Der Pfarrer schien dem Lehrer das 
Handwerk gelegt zu haben, wenigstens hingen die 
Drähte zerschnitten von der Decke. Doch was war 
das? Sollte der verflixte Schulmeister seine Abhör- 
tätigkeit wieder aufgenommen haben? Tatsächlich, 
die Leitung war wieder geflickt! „Dir will ich", 
dachte der Pfarrer und schnitt kurz entschlossen die 
Drähte durch — aber o weh, was er sehen mußte 
trieb ihm den Schweiß aus den Poren. Die Haare 
sträubten sich ihm, er stürzte ohne Hut, wie vom leib- 
haftigen Gottseibeiuns verfolgt, zur Schultüre hin- 
aus, an höllisches Blendwerk glaubend. Was war 
geschehen? Das pfiffige Lehrerlein hatte ein Trans- 
parent gebastelt. Als der Pfarrer den Draht anfaßte, 
kam ein Kontakt zustande, ein Pappdeckel fiel her- 
unter, mit flammender Schrift las der Pfarrer, zwar 
nicht wie weiland der König, der aus den Tempel- 
gefäßen getrunken: „gezählt, gewogen und zu leicht 
befunden", wohl aber den bekannten Spruch: „Ein 
Auge ist, das alles sielit". — Von Stund an hatte der 
Lehrer Ruhe vor dem Pfarerr. P. Pfister 



77 



^Öi^ttn^cv^iQ 



Von Otto Gittinger 



Der Pfarrer git en Onterricht; 
er stoht heut grad an dera Geschieht 
von's Samariters Barmherzichkeit. 
Er legt se aus, des isclit a Freud, 
liegt Sprüdile an, brengt Vers derher, 
grad wia's am paßt zu seinra Lehr, 
fragt als dermittelscht dean ond ean, 
ob's g'wiß dia Kender au verstean, 
ond endlich frogt er's Ules Chrischt; 
„Jetzt sag du, was barmherzich ischt.'' 
Der Chrischt sait nenz, weil er nenz woiß. 
Was wird de Pfarrer do so bais! 
Ond hat trutz der Barmherzigkeit 
an onbarmherzichs Wörtle g'sait. 
Des goht verbei, au d'Schual goht rom, 
der Chrischt macht, daß er weiter komm. 
Derheim leit d'Muater ond ischt krank, 
schnell schiabt er d'Büachle ontern Bank 



ond frogt: „Jetz, Muater, saget au, 

oh i Euch net kan ebbes tau." 

Er schüttlat d'Kisse, langt Arznei 

ond git ar's mit em Löffel ei, 

trait Wasser her, zendt's Feuer an 

ond kocht z Mittag, so guat er kan. 

En Teller Supp brengt er ans Bett, 

wenns no der Muater schmecke tat! 

Ond wieder frogt er: „Saget au, 

ob i Euch net kan ebbes tau?" 

„Neu" sait sei Muater, „jetz isch g'nua! 

Komm, setz de uf mei Bett her, Bua, 

ond sag, wia's en der Schual au goht? 

Hascht g'wißt, was mer de g' fraget hot? 

Nei? Was? Hoscht net recht acht gean, g'hett 

Ha? Chrischtle, schwätz! Was waißscht denn ne 

„O", sait er, ond hot d'Auge g' wischt, 

„i weiß net, wos ,barmherzich' ischt!" 



Ohne midi 

„Wissen Sie, Herr Pfarrer, ich kümmere mich um 
nidits. Idi gehe meine Wege und will meine Ruhe 
haben, Leben und leben lassen. Wozu soll ich mich 
für unsere Kirche, Gemeinde, für die gute Presse, 
für Mission und was da alles immer genannt wird, 
einsetzen. Das mögen andere tun. Die Welt ändern 
können wir dodi nicht." 

Einige reden so — und einer hat genau das gesagt. 
Die meisten handeln danadi. Sie überlassen den 
Kampf für Gottes Rechte, für eine diristliche At- 
mosphäre, in der unsere Kinder gedeihen können, 
für Freude und Wohlergehen den anderen. Wem? 
Denen, die es von Berufs wegen tun müssen. Nachher 
spredien dieselben aber von Bürokratisierung der 
Caritas. Und von den weltfremden Idealisten und 
Utopisten. Aber sterben die unter solchem Gerede 
nicht aus? — „Während sie aber schliefen, kam der 
böse Feind und säte Unkraut . . ." Und dann schrek- 
ken die „Ohne midi-Leute" jäh auf, wenn in ihrer 
Straße plötzlich ein Lustmord geschieht — wenn die 
„Halbstarken" sie belästigen, wenn Lärm, Gestank, 
Genußsucht immer toller werden, oder wenn die 
Hausbesitzer mit ihren Mietern machen können, was 
sie wollen; wenn Streiks, Revolutionen — Kriege 
ausbrechen . . . Dann sdiimpft alle Welt über die da 
oben, über die Kirche, die Christen, die versagen. 



— Unterlassungssünden, meine Damen und Her 
die ihr die Ruhe über alles geschätzt habt. Bequ 
lichkeit bringt Diktatoren hervor und falsche D 
samkeit Unfreiheit. Der Grundsatz „leben und 
ben lassen" führt gar leicht dazu, daß die Stärkt 
und Rücksichtslosen, jene, die stets auf ihren Voi 
bedacht sind, die Schwachen auffressen. Das n( 
man dann noch das „Recht des Stärkeren" und 1 
renmoral. Wie sagt doch der Herr? „Nicht ein 
eine Stunde konntet ihr mit mir waclien! Sdil 
nur, sehet, der Verräter naht . . ." 



Ihr seid das Salz der Erde. 

Wenn aber das Salz schal wird, 

womit soll man salzen? 

Es taugt zu nichts mehr; 

man wirft es hinaus, 

und es wird von den Mcnsclien zertreten. 



Uir seid das Licht der Welt. 

Eine Stadt, die auf einem Berge liegt 

kann niclit verborgen bleiben. 

Audi zündet man kein Licht an 

und stellt es unter den Tisch, 

sondern auf den Leucliter, 

dann leuchtet es allen im Hause. Malfb 



m 



5.: 



71 



Christen sind tröhlidhie Leute 



^ >r es nicht glaubt, nehme einmal die Bibel her. 
1 e oft lesen wir, fürchtet euch nicht, seid nicht 
t östlich besorgt, freuet euch, abermals freut 
t h\ Wenn die Christen nichts mehr zu lachen 
1 )en, wer soll dann noch lachen? Karl Barth 
I int den Humor „eine eminent christliche Sache" 
i 1 der Biscliof, der mich geweiht, ein ernster 
I nn übrigens (Karl Fritz) hat uns Theologen 
c mal gesagt: „Wer einen guten Witz weiß und 
i 1 für sich behält, begeht eine Todsünde". 

vlan lernt nie aus. Es wird auch gewißlich viele 
j Ncr überrasclien, was ich in einem Furchebüch- 
1 1 mit dem Titel: „Sermon, ob der Christ etwas 
3 lachen habe", las: das mit dem Ostergelächter. 
} r risus paschalis oder das Ostergelächter war 
< Teil, so steht da zu lesen, des gottesdienstlichen 
1 ^tverlaufes an den Ostertagen. Es habe seinen 
I sgang genommen vom Text: „Dies ist der Tag, 
c 1 der Herr macht; lasset uns freuen und fröh- 
1 i sein" oder aus der Lesung von den Emmaus- 
j igern, allwo es heißt „Et factum est, dum fabu- 
l entur'', — und es geschah, während sie einan- 
( erzählten. — Nach der Strenge der Fastenzeit 
- und wie streng wurde sie im Mittelalter ge- 
1 ten — löste die Kirche selbst den Bann. Die 
I ;diger überboten sich mit Einflechten ergötz- 
1 ler, ja lustiger Geschichtlein. Ja, man lachte den 
1 ifel richtig aus oder erzählte mancherlei Mär- 
l 1. Jeder trieb es auf seine Art. So richtete 1506 
d Fastenprediger der Marchtaler Klosterkirche 
a die in der Kirche anwesenden Männer die Auf - 
f dening, derjenige unter ihnen, der Herr in 
s lem Hause sei, dürfe vor versammelter Ge- 
r inde den Ostergesang „Christ ist erstanden" 
n timmen. — Verlegenes Schweigen war die Ant- 
Als er die gleiche Frage den Frauen zurief, 

v.ioll dagegen prompt und gleichzeitig der 

l tnnus aus den Kehlen aller anwesenden Frauen. 

"it- wenig die Kirche dem Humor abgeneigt 

ind wie rund und voll sie das Leben ansah, 



dafür zeugen ja auch die manchmal bis ans Derbe 
gehenden Einlagen der geistlichen Spiele in der 
Advents- und Weihnachtszeit, die Fratzen und 
Wasserspeier an den Domen, so manche Darstel- 
lungen des Jüngsten Gerichtes — und für viele 
Prediger braucht nur der Name des einen Mannes 
genannt werden, der auch in unsern Jahrbüchern 
schon sein Wesen getrieben: Abraham a Sancta 
Klara, alias Megerlein aus dem badischen Kreen- 
heinstetten in der Nähe von Schloß Bronnen, We- 
renwag und Wildenstein bei Beuron. 

Auch heute noch findet man den Humor mit 
Vorliebe unter den Theologen, obwohl sie nicht 
selten Zielscheibe des Humors sind. Der echte 
Humor ist jedoch nie verletzend wie die beißende 
Satire, er ist nicht zynisch. Er vergißt nicht die 
Grenzen des Auslandes und hinterläßt keine 
Bitterkeit. 

Wenn also auch unser so ernstes Jahrbuch der 
Fröhlichkeit, dem Schmunzeln und lustigen, drol- 
ligen Begebnissen oder Erlebnissen ein Plätzlein 
gönnt und immer eingeräumt hat, dann nicht des- 
halb, weil das zu einem Kalender seit je gehört 
oder weil manche auf diese Ecke es besonders 
abgesehen haben. — Da aus dem Kalender nun 
in der Hauptsache ja ein Jahrbuch geworden ist, 
könnte das schließlich fortbleiben, möchte man- 
cher einwenden. Dem ist nicht so: gerade auch in 
ernsten Büchern soll der Schalk ein bissei vor- 
lugen und dem Teufel eins auf die Nase geben, 
wie das unschuldige Kind dem bösen Wolf eins 
auf die Schnauze gab, wenn er ihm zu nahe kom- 
men wollte. Da aber die Herren Amtsbrüder und 
Leser des Jahrbuchs offenbar sehr arm an eigenen 
Erlebnissen bisher waren, obwohl sie alle um 
Mitarbeit wenigstens für diese Spalte gebeten wa- 
ren, hab ich im folgenden einiges aus dem feinen 
Büchlein: „Fröhliche Herzen im schwarzen Habit" 
aus dem Rufer Verlag entnommen — und anderes, 
so wie ich es erzählen hörte, hierhergeschrieben. 



t Pfarrer zum Küster gewandt: „Hier schläft ja 
d halbe Gemeinde." Der Küster antwortet: „Nein, 
1 T Pfarrer, das ist nur so, wenn ein neuer Pfarrer 
^ -^nt. Später schläft die andere Hälfte auch." 

i Besucher fragte Papst Benedikt XIV., weshalb 
d Kirche die Fastenzeit nicht in vier Perioden zu je 
z» iTagen auf die vier Jahreszeiten verteilt habe.Bene- 
d l antwortete ihm: „Wohl hätte die Kirche das tun 
k nen, aber sie erkannte, daß eine solche Ordnung 
k leswegs klug sei. Denn sicherlich würden die 
N ischen dann viermal im Jahr Karneval feiern, 
a r kein einziges Mal fasten". 



Der Vater Bodelschwingh, der soviel den Brüdern 
von der Landstraße geholfen, wurde einmal von 
einigen kirchenfeindlichen Männern in den Straßen- 
graben gedrängt. Ohne zu poltern sagte er freund- 
lich: „Liebe Brüder, ihr habt mich in den Graben 
geworfen, nun helft mir wieder heraus." Sie konn- 
ten seinem Wort nicht widerstehen und zogen ihn 
wieder aus dem Graben. 

Theologiestudent im Examen: „Herr Professor, ich 
glaube nur, was ich verstehe." — Professor: „Dann 
ist es allerdings begreiflich, daß Sie nichts glauben." 



75 



Bücher 



Eine Vorbemerkung. Unsere Budibesprechungen ent- 
halten sich jeder Beckmesserei. Sie verzichten audi 
auf wissenschaftliche Durchleuchtung. Für all das 
fehlt uns der Platz. Wenn wir also auch Bucherschei- 
nungen hier empfehlen, mit denen wir uns nidit in 
jedem Satz und Wort identifizieren, so setzen wir 
reife Menschen voraus. Jedenfalls kann und soll 
jedes hier empfohlene Buch uns anregen, einer Sache 
nachzudenken, unsere eigne Meinung zu überprüfen 
oder tiefer zu graben. Im übrigen bekennt sich der 
Herausgeber des Jahrbuchs zu dem Satz: „Alles, 
was wirklich gut ist, ist von Haus aus katholisch", 
gehört zum Ganzen, zur vollen runden Wahrheit, 
kann uns neue Seiten im Erfassen der vollen Wahr- 
heit erblicken lassen. 

Vorfragen der Theologie 

G. van der Leeuw, Phänomenologie der Religion, 

J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen, 1956, 808 S. 

brosch. DM 35,—; Lw. DM 39,—. 

Das Handbudi der Phänomenologie der Religion liegt in zweiler, 
erweiterter Auflage vor. Im Zeitraum von 30 Jahren ist es heran- 
gereift zu einem umfassendenWerk. In systematischem Aufbau und 
mit einer dem Gegenstand entsprechender Einfühlung bemüht 
sich der inzwischen verstorbene Professor der Religions- 
geschidite in Groningen, die Fülle religionsgeschichtlicher Be- 
funde zu beschreiben und ihre Wurzeln und Zusammenhänge, 
häufig unter Berufung auf andere Autoren, darzulegen. Der 
Gegenstand bringt es wohl mit sich, daß beständig auf die 
verschiedensten Tatsadien aller Religionen Bezug genommen 
wird. 

Die Religionsphänomenologie ist eine junge Disziplin. Sie 
unterscheidet sich von Religionsgeschichte, -Philosophie, Psy- 
chologie und Soziologie, obwohl sie viele Beziehungen zu die- 
sen hat. In den Epilegommena gibt van der Leeuw über die 
Eigenart der Religionsphänomenologie näherhin Auskunft. In 
jedem Kapitel ist die einschlägige Literatur angegeben. Beson- 
derer Bezug wurde genommen auf den inzwischen ebenfalls 
neubearbeiteten „von Chantepie" (Lehrbuch der Religions- 
gesdiidite) und die Lesebücher von Berthold und Lehmann- 
Haas. 

Der I. Teil behandelt das Objekt der Religion, der II. Teil das 
Subjekt, der III. Objekt und Subjekt in Wechselwirkung, ein 
IV. Teil: Die Welt, der V. Teil: Religionen und Stifter. — Im 
Kapitel: „Die christlichen Konfessionen" stehen Sätze, die unser 
besonderes Interesse beansprudien: „Erst eine neue Refor- 
mation des abendländischen Katholizismus, die weder römisch 
noch , protestantisch' wäre, können die Kirche des Abend- 
landes zu neuem Leben erwecken. Wirklidi lebendig ist die 
nidit-römische Katholizität nur in der anglikanischen Kirche. 
.Die diurdi of England' ist wesentlidi katholisch . . . ihr aufs 
Praktische gerichteter und synthetisdier Charakter gibt ihr 
die Möglidikeit, eine .Brücke Kirche' zwischen den verschie- 
denen religiösen Strömungen der Christenheit zu sein." 
(S. 747.) 

Yicedom, Georg, Die Weltreligionen im Angriff auf 

die Christenheit. Chr. Kaiser Verlag, München, 31 S. 

Ein wichtiges Heft aus der Reihe „Christliche Existenz heute". 
Werden die Weltreligionen synkretistisdi sich mit christlichem 
Glaubensgut anreichern, das Wesentliche aber verwerfen? Wie 
muß die Missionsarbeit heute geleistet werden, wenn es bald 
unmöglidi sein wird, im bisherigen Stil sie von hauptberuf- 
lidien Kräften vorantragen zu lassen? Auf solche und andere 
Fragen sucht das Heft Antwort zu geben. 



Die Aufgabe besteht nicht, wie die menscliliche 
Dummheit glaubt, das Christentum vor dem Men- 
schen zu rechtfertigen, sondern sich selbst vor dem 
Christentum zu rechtfertigen. S. Kierkegaard 



Mensdiing, Gustav, Toleranz und Wahrheit in d( 
Religion. Quelle und Meyer, Heidelberg, 1955, 196 ! 

Die Toleranzfrage steht im Vordergrund der Erörterunpt 
Im Jahrbuch 1957 wiesen wir auf den Versuch des Jesuit 
Ilartmann hin, dieses Problem zu bewältigen. Wir mußt, 
feststellen, daß nach gutem Anlauf Ilartmann nur sehr g 
wunden die Frage behandelt. Er fiel einfach wieder in d 
typisdi römische Denken zurück, das nicht fähig ist, d 
Wahrheit auch außerhalb Roms angesichtig zu werden. M 
lese unsere vielen Vorbehalte nach. 

Menschings Buch behandelt den Gegenstand auf Grund r. 
gionswissenschaftlicher Erkenntnisse, nach einem trelllid. 
Rückblick auf die Religionsgeschichte. M. untersdieidet ei 
numinose Wahrheit von der späteren Lehre. Aber ich sc 
nicht, wie der V. die besondere Stellung chrisUicher Off« 
barung gegenüber andern religiösen Erlebnissen sichern kai 
auch wenn man zugibt, daß allen Religionen gewisse a 
gemeine Erkenntnisse zugrundcliegen, vor allem jene, (i 
Menschen aus der Unheilsituation (entweder Ichhaftigkeit 0( 
Ichsüchtigkeit) zu erlösen. Trotz des Wissens um eine relal 
Wahrheit auch anderer Religionen, die als soldie .\dilij 
verdienen, gibt es echte Toleranz, die durch Bezeugung i 
endgültig in Christus ergangenen Offenbarung die andern ; 
diese Höhe hinaufzuheben sich um der Liebe willen gedräi 
sieht. Wahrheit ist gestuft, auch im Mythos. Zwischen Bart 
radikaler Ablehnung der Menschheitsreligionen und into 
ranter Praxis der römischen Kirche gibt es jenen feinen G 
echter Ehrfurcht, die das Gute als von Haus aus zur chri 
liehen Fülle hinzurechnet, aber ohne Nötigung, Aufdringli' 
keit und Überheblichkeit, in Gehorsam gegen Gott, in Li« 
zum Menschenbruder, in reifem Urteil über andere Wege 
die auch Gottes vorläufige Wege sein können — das Katbol 
bezeugt, in dem alle an deren Wege einbeschlossen und hina 
gehoben sind in jene Klarheit, die Gottes Selbslmitteilu 
schenkt. — Durch diese Ausstellungen soll der Wert des Bud 
nicht verkleinert, sondern die Gefahr deutlich gemacht w 
den, die eine vom Erlebnis ausgehende Betrachtung ohne d 
sen phänomenologische Beschreibung und axiomatische Dur 
dringung leicht erliegt. 

Rüscli, Ernst Gerhard, Toleranz. Evang. Verlag Z> 

likon-Zürich, 1955, 152 S. DM 11,35. 

Man spricht selten von der Tugend, die man hat. Es gibt 
großes Toleranzgewäsch, auch in unsern Reihen. Meist h: 
ich jene als die intolerantesten Menschen kennen gelernt, 
dauernd von Toleranz reden. Das Gebot: „Du sollst kc 
fremden Götter neben Dir haben", zeigt deutlich, daß es c 
religiöse Offenbarung mit einem Wahrheitsanspruch g 
Wahr ist niemals „gleich gültig" mit unwahr. Viele benul 
ihr Toleranzgerede nur als Feigenblatt dafür, daß ihre 
gänzlich unhaltbare Meinung unangefoditen bleibe und sie ur 
der Tarnung der Toleranz sich um Entscheidungen drflc' 
können. Es ist darum nötig, daß wir uns theologisch mit 
vielgesichtigen Frage auseinandersetzen. Wer klar untcrsd 
det, lehrt gut. Rüsdi hat einen Beitrag zu der Gcsamtfr 
geliefert, der durchdadit werden will. 



Die Religion in Geschichte und Gegenwart (RG 

herausgegeben von Kurt Galling. J. C. B. Mohr (P: 
Siebeck), Tübingen. 1. u. 4. Lieferung. Subskriptio 
preis DM 4,20. 3. Auflage. 

Ein Zeugnis des Selbstvertrauens und der hohen Wertsd 
zung theologischer Arbeit ist das Wagnis der Neuauflage 
gediegenen und auf 6 Textbände und einen Registerband 
rechneten Handwörterbuchs für Theologie und Rclig>< 
Wissenschaft, das einmal mehr als 12 000 Spalten umfa- 
und völlig neu bearbeitet wird. Es wird dem wisseusdi 
lidi Arbeitenden ebenso unerläßlich sein wie es dem in 
Praxis Stehenden umfassende Übersicht über den neue 
Stand theologischer Arbeit zu vermitteln vermag. In der er 
Lieferung fesselt besonders der Beitrag Abendmahl. Die vi 
uns vorliegende Lieferung enthält den ausgezeichneten 
trag von Prof. Dr. Küppers über „Alt-Katholiken". Schon 
Kennwort ist bezeichnend und in jedem Fall besser als 
Katholizismus und Alt-katholisdie Kirche. Der Beitrag »st 
zer gefaßt als jener in der 2. Auflage, den Ernst Moo« 
sorgte, dafür ganz positiv ausgeriditet. Im Literaturnadi 
vermißt man manches, was den Außenstehenden interessi« 
könnte, doch wurde dafür sdiärfcre Auswahl des bleu 
Guten getroffen. 



Die Kirche und ihre Lehre 

ückiger Felix, Der Ursprung des christlichen Dog- 

as. Evangelischer Verlag AG. Zollikon-Zürich, 1955, 

6 S. DM 15,20. 

de neue These in irgendwelchen Zweigen der "Wissenschaft 
d Praxis hat die Gefahr einer Überspitzung in sich, aber 
ch jene, als letzter Schrei zu voreilig Zustimmung zu er- 
;cken. Zwar verhindert gewöhnlich die Beharrungskraft so- 
-tige Erschütterungen im kirchlichen Raum. Dennoch können 
I ue Thesen große Anfeclitungen auslösen. Das gilt besonders 
n den Werken Albert Schweitzers und Werner Martins. Wir 
issen daher F. Flückiger dafür danken, daß er in eine ernste 
eologische Auseinandersetzung mit den beiden Genannten 
d ihrer einseitig eschatologischen Auffassung des messia- 
5chen Werkes Jesu eingetreten ist, die in dem Aufweis gip- 
t: „Nach dem neutestamentlichen Zeugnis war das Werk 
5U nicht das Gericht, sondern Heilsgeschehen. Darum darf 
dl die Glaubensaussage nicht von der spätjüdischen Apo- 
lyptik, sondern muß vom Karfreitags- und Ostergescliehen 
sgehen. 

'»aeologisdies Wörterbuch, begründet von G. Kittel, 

rausgegeben von Gerhard Friedrich. Bd. VI Lie- 

rung 6/7 u. 8. W. Kohlhammer Verlag Stuttgart. 

ibskriptionspreis 9,20 DM bzw. DM 4,60. 

ir dürfen auf die Besprechung im vorjährigen Jahrbuch ver- 
•isen. Auch diesen beiden neuen Lieferungen eignen die 
•rzüge der bisher erschienenen Bände. Dem wichtigen Be- 
iß pneuma sind fast 100 Seiten gewidmet. Die 8. Lieferung 
• handelt die Begriffe poiein, poimen und polemos. 

mmann, Ridiard, Fels der Welt. Katzmann Verlag 

ibingen, 1956, 452 S. Lein. DM 22,80. 

egen dieses Buches wie um seiner Haltung Rom gegenüber 
llen wurde der evang. württembergische Pfarrer in seiner 
rohe gemaßregelt. Damit ist natürlich nichts über den Wert 
s Buches ausgesagt. Baumann in wenigen Zeilen zu antworten, 
nun freilich hier ganz unmöglich. Die Fragen um den 
imat bedürfen einer neuen Untersuchung. Die Notwendigkeit 
les Zeichens der Einheit der Kirche wurde gerade von uns 
t-Kathoüken nie geleugnet. Die Oekumenische Zentrale in 
nf beweist, daß eine zentrale Stelle im Auftrag der Kirchen- 
le Segen in sich birgt. Aber immer dann, wenn die rechte 
dnung gestört wird, wenn das Maß nicht eingehalten und 
t Macht mißbraucht wird, und das ist in Rom geschehen, 
■rden die Bibelstellen sich eine Untersuchung daraufhin ge- 
len lassen müssen, ob sie im Zusammenhang mit anderen 
Isachen jenes eindeutige Beweismittel sind, wie es die 
mische Kirche und auch Baumann meinen. War Petrus in 
m — ist nicht völlig sicherzustellen. Beruht der Anspruch 
ms auf göttlichem Willen — wieder fehlen beweiskräftige 
.ischenglieder — während die Ansprüche Roms selbst durch 
urpation, Devalvation und Fälsdiungen übermäßig über- 
eben wurden. — Baumanns Wort ist nicht das letzte in 
.'ser Sache. Aber sein Buch fordert uns auf, unsere Argu- 
■nte immer wieder nachzuprüfen. 

eussi, Karl, Die römische Petrustradition in kri- 
icher Sicht. J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen, 
55, 77 S. DM 6,60. 
r .ar nehmen die meisten Forscher an, daß Petrus in Rom 
t »rb und dort sein Grab fand, aber die Schrift des bekannten 
nenser Theologen Heussi zeigt doch, daß ein absolut sicherer 
chweis kaum durchführbar sein dürfte und große Beden- 
n obwalten. 

essen, Johannes, Thomas von Aquin und wir. Ernst 

nnhardt Verlag München, 1955, 145. S. 

ne widitige Schrift. Gibt es eine Philosophia perennis? Es 
Jt einen Grundstock an Wahrheiten, die jeder Philosophie 
entbehrlich ist. Aber keine philosophische Schule kann sich 
; philosophia perennis betrachten, jedenfalls nicht die ari- 
Uelisch-scholastische des Thomas von Aquino, deren Abso- 
heitsanspruch Hessen den Todesstoß geben will, ohne ge- 
sse bleibende Bedeutung derselben zu leugnen. Er sieht sie 
der katholischen, d. h. universalen Weite des Geistes, die 
e Wahrheitskeime beachtet, im Willen zum System, in der 
arheit der Terminologie. Das Büchlein sei jedem Theologen 
■ '-hlen. 



i^rr, laß mich Dich loben, indem ich leuchte und 
rahle auf die Seelen, die um midi her sind. Newman 



Peil, Rudolf, Katechetik. Patmosverlag, Düsseldorf, 

1955, 256 S. DM 12,80. 

Die Vorzüge dieser praktischen Einführung in die katecheti- 
sche Glaubensverkündigung sind die stolllich gute Gliederung, 
die Berücksichtigung des neuen Katechismus sowie der beson- 
deren Schularten, die der Grundschule folgen. Die gegenwär- 
tige Rechtslage des Religionsunterrichtes in Deutschland wird 
gleichfalls behandelt. Einige, freilich wenige Unterrichtsbei- 
spiele erläutern die Theorie. 

Noth, Martin, Gesammelte Studien zum Alten Testa- 
ment. Chr. Kaiser Verlag München, 1957, 306 S. 

Das Buch faßt wissenschaftliche Arbeiten zusammen, die 
schwer greifbar sind. Dennoch kreisen sie alle mehr oder 
weniger um eine Frage, die heute wieder zentrale Bedeutung 
besitzt, um die des Gesetzes im A. und N. Testament. Gerade 
hierin spürt man die Bezogenheit der beiden Testamente auf- 
einander. Es handelt sich um wissenschaftlidi theologische 
Darlegungen eines anerkannten Gelehrten, die fachliches In- 
teresse voraussetzen. 

Haag, Herbert, Auf den Spuren Jesu. Verlag Haupt 

und Katzmann, Tübingen. DM 3,80. 

In der Sammlung „Offenes Fenster" erschien dieses im Un- 
terricht gut verwendbare Büchlein. In 32 Kupfertiefdruck- 
bildem wird uns das Heilige Land dargestellt. In 24 Text- 
seiten führt uns H. Haag durch das alte und neue Palästina, 
zu Brunnen und Quellen, ins Gebirge, an den Jordangraben, 
nach Jerusalem. 

Die Kirche und ihre Heilsmittel 

Ravensburger Bilderbibel. Neues Testament. Bear- 
beitet von J. Weiger. Otto Maier Verlag, Ravensburg, 
1957, 96 S. mit vielen mehrfarbigen Offsetabbildun- 
gen nach Illustrationen von A. u. M. Provensen. 
DM 16,50. 

Ein ganz großer Wurf. Man darf Verlag wie Mitarbeiter be- 
glückwünschen. 

In ihrer Bebilderung erinnert die Bilderbibel an alte Initialen- 
malerei und an byzantinische Mosaiken. Die farbenprächtigen 
Bilder entzücken und packen Erwachsene ebenso wie Kinder 
in ihrer gewaltigen Symbolkraft. Die Übersetzung, auf der 
Vulgata aufruhend, war in J. Weiger einem Manne anver- 
traut, der durch seine theologischen wie praktischen Fähig- 
keiten alle Voraussetzungen für die Textgestalt mitbrachte. 
Man möchte dieses kostbare Buch in jedes diristliche Haus 
wünschen. 

Gilg Otto, Wir rüsten uns zur Taufe. 

Unser Pfarrer Dr. Gilg hat uns ein feines Büchlein beschert, 
das man gern den Eltern bei der Taufe (oder vorher) in die 
Hand drüdcen möchte und das alles, was man über dieses 
Sakrament wissen sollte, in ansprechender Weise erklärt. So 
denke ich mir unsere Schriftenreihen ausgestattet, wie dies 
Büchlein, dessen Verlag und Preis leider nicht kenntlich ge- 
macht wurde. 

Böhme, Wolfgang, Beichtlehre für evangelische 

Christen. Evang. Verlagswerk Stuttgart, 110 S. 

DM 6,80. 

Der evang. Kirchentag in Frankfurt hat sich 1956 für die frei- 
willige Beichte ausgesprochen und dem Frankfurter Studenten- 
pfarrer Redit gegeben. Es wird Zeit, daß auch wir allüberall 
Gelegenheit zur freiwilligen Beichte wieder bieten. Nicht die 
Beichte an sich ist ungut, sondern nur die Entartung der 
Beichte in Kasuistik, Gesetzlichkeit, usw. Für viele Fehler in 
der römischen Kirche muß der Zölibat haftbar gemacht wer- 
den. Andererseits kann wirklich segensreich nur ein reifer, 
gütiger und wissender Mensch das Bußsakrament verwalten. 
Es hat einen guten Sinn, nicht jedem Neupriester ohne weite- 
res das Vertrauen zu schenken, denn für vieles muß man ein- 
fach das dritte Jahrzehnt überschritten haben. 

Heuer, Hans, Gemeinschaft der Heiligen. Rufer Ver- 
lag, Gütersloh, 1955, 160 S. Ganzleinen DM 3,90. 

Ein kleines ökumenisches Brevier, das uns mit Kurzbetrach- 
tungen geistlicher Väter der ganzen Christenheit bekannt 
macht. Es läßt sich in Haus, Gemeinde und Gruppen vielseitig 
gebrauchen. 



79 



Die Kirdie und ihre Ordnung 

Sdioeh, Max, Evangelisdies Kirchenrecht und Bib- 
lische Weisung. Scientia Verlag Zürich, 1954, 196 S, 
Eine lleißige, auch uns ansprechende Untersuchung, die es un- 
ternimmt, zwischen Scylla — Sohm, und der Charybdis — 
römisches Recht hindurchzusteuern, um, wie Calvin, ein Kir- 
chenrecht evangelischer Prägung wieder deutlich zu machen. 
Kirchenrecht erscheint nicht nur als die zwei Gruppen von 
Regeln nach 1. Kor. 14, 40, daO „alles wohlanständig (decus) 
und geordnet (ordo) zugehe", sondern als figura der geistigen 
Kirche, die Heilsgemeinde ist. Daraus ergibt sich der Satz: 
kirchliche Ordnung ist für die Christen notwendig, aber nicht 
zum Heile notwendig. Hier scheiden sich unsere Wege, die 
wir auf weite Strecken mit Schocli mitgehen können. Das Amt 
des Bisdiofs und das Priestertum ist für den normalen Heils- 
weg gottgewollt. Es gibt also ein jus divinum, wenngleich es 
enger begrenzt werden muD, als es häufig, etwa im römischen 
oder auch im orthodoxen Kirchenteil geschieht. Man wird das 
Buch mit Gewinn lesen. 

Barth, Karl, Die Ordnung der Gemeinde. Chr. Kaiser 
Verlag München, 1955, 85. S. 

In unserer Kirche wird erneut um unsere Satzungen und Ord- 
nungen gerungen. Das wichtigste bei der Verwirklichung ech- 
ter Rechtsordnung in der Kirche ist stets die richtige grund- 
sätzliche Einstellung. Zu den Abhandlungen, die man zu Rate 
ziehen sollte, gehört das Büchlein von Karl Barth, das eine 
dogmatische Grundlegung des Kirchenrechtes — natürlich vom 
evangelischen Standpunkt aus — scliaflen will. Alles kirchliche 
Recht hat vom christologisch-ekklesiologischen Verständnis 
auszugehen. Als solches ist es zunächst ein Dienstrecht, das als 
universales, eindeutiges und totales keine freien Bezirke aus- 
spart. Seine besondere Beziehung zum Gottesdienst wird her- 
ausgestellt. Sodann ist Kirchenrecht lebendiges und vorbild- 
liches Recht. Wir spüren, vk^ie durch Karl Barth, aber auch 
durch die Notzeit des dritten Reiches eine Neubesinnung des 
Grundverständnisses des Kirchenrechtes auch im evangelischen 
Raum aufbricht, das sich unserer Auffassung außerordentlich 
annähert. 

Die Kirche auf dem Weg zur Einigung 

Newbigin, Lesslie, Von der Spaltung zur Einheit. 

Evang. Missionsverlag, Stuttgart, 1956, 201 S. 
DM 8,80. 

Der schottische Presbyterianer Newbigin ist einer der 14 Bi- 
schöfe der Südindischen Union. Er war führend an dieser 
Union beteiligt. Darum muß auch sein Wort in der Frage der 
Einigung vernommen werden, auch wenn man nicht in allem 
zustimmen kann. Besonders seine Ausführungen über die Mis- 
sronsaufgabe verdienen auch unsererseits Beachtung. 

Hammersdimidt, Ernst, Grundriß der Konfessions- 
kunde. Tyrolia Verlag, München, 1955, 211 S. 
DM 9,80. 

Wer heute in der Frage der Einigung der Kirchenteile um 
ein Urteil bemüht ist, sollte erst einmal die wichtigsten Daten 
der Spaltungen kennen. In guter Gliederung und in prägnanter 
Kürze gibt Hammerschmidt eine ausgezeichnete Einführung ■ 
in Entstehung und gegenwärtigen Bestand der verscliiedenen 
Konfessionen, in der ausgesprochenen Absicht, die Werte und 
Wahrheiten für eine Wiedervereinigung fruchtbar zu machen, 
die sich auch auf nichtkatholischer Seite finden. Die Altkatho- 
lische Kirche wird sachlich richtig dargestellt. Man merkt in 
allem eine sorgfältig Wesentliches von Unwesentlichem glück- 
lich unterscheidende Hand. Besonders zu begrüßen ist der 
historische Aufbau der Konfessionskunde mit dogmengescliicht- 
licher Grundlegung. 

.Weber, Wolfgang, Um die Zukunft der Kirche. 

Amandus Verlag, Wien, 1954, S. 210. 
Das leichtverständliche Büchlein soll in Österreich in der 
jüngeren römischen Geistlichkeit Aufsehen erregt haben. Hin- 
ter dem Pseudonym soll sich ein erfahrener Priester verber- 
gen. — Der Verfasser hofft, daß viele äußere Schalen und 
Formen zerbrechen, die, in der römischen Kirche einstweilen 
noch zäh festgehalten, doch nur als zeitbedingt der Botschaft 
Christi nicht wesensnotwendig eignen. Freilich muß die amt- 
liche Kirche erst sich ihrer Selbstzufriedenheit und jeder 
falschen Rücksicht auf ihr Ansehen begeben. Die Kirche ist 
nicht verklärter, sondern menschlicher Leib auf Erden mit 
menschlichen Schwächen, aber Werkzeug göttlicher Liebe, die 
sich aller auf menschlich verstehende Art annimmt, die voll 
Vertrauen und guten Willens zu ihr kommen. 



Peyrefltte Roger, Die Schlüssel von Sankt Peter. 1 

man. Stahlberg Verlag Karlsruhe, 1956, 406 

DM 16,80. 

Versucht Weber in freundlichem Zureden (siehe oben) sc 
Kirdie zur nötigen Reform zu bewegen, so hat Peyretitte 
Einfall, eine Chronik der hohen römischen Kirche zu schrei! 
mit jener ätzenden Schärfe, wie sie einem Franzosen i 
einem Scliriftsteller vom Rang eines Peyreütte zur \ 
fügung steht. Der Figaro sagt sehr treUcnd: „Seine Lü 
rieclien nach Editheit." Manchmal ermüdet die absichtli 
Eindringlichkeit der gerügten Unbegreiflidikciten, die a 
heute noch im „römischen", d. h. päpstlichen Rom die At) 
Sphäre bestimmen (Ablaß, Reliquienkult, Werkheiligkeit). Ä 
erfährt aus den Indiskretionen des ehemaligen Diploma 
mancherlei, was nicht ohne realen Hintergrund sein wi 
Daß es in einer Kirche wie der Roms Mensdilidikciten i 
und gibt, verführt uns nicht zu Überheblidikcit. Aber das 
gar nicht Hauptsache in Peyrefittes Kritik. Weder der f» 
sinnige Kardinal Belloro noch der hcroisdie Entschluß 
Abbe Mas, der der irdischen Liebe entsagt und in seine Heii 
und zu seiner Berufung zurückkehrt, können übersehen las? 
daß das Buch die richtigen Pforten zu den Kammern : 
geschlossen hat, die der ganzen Christenheit, audi den wad 
römischen Christen, wirltliches Ärgernis sind, so schlimm 
einst die Inquisition. Darin, was Peyrefltte geißelt, versfinc 
sich Rom an Christus, wird der Papst unglaubwürdig 
Christ und als Katholik. Und darum hat das Buch Peyrefi 
eine Mission. Noch so geistreiche Sprüche können Rom n 
entlasten. Es wäre schade, wenn das Buch totgesdiwie 
würde. Wo es übertreibt, merkt es der reife Leser schon 

Hans Asmussen und Otto Karrer, Trennung u 
Einung im Glauben. Evang. Verlagswerk Stultg; 
1956, 71 S. DM 4,20. 

Zunächst eine negative Bemerkung: Warum immer die ^ 
beugung vor dem gegenwärtigen Pio XII.? Über ihn als ^ 
sehen und Christ zu urteilen, können wir Gott überlassen, 
Diplomat wird ihn die Geschichte beurteilen, als Theologe 
Papst hat er der ökumenischen und katholischen Kirche S' 
den zugefügt, den zu reparieren nicht leicht sein wird. D 
Ausstellung, die nur einen einzigen Satz Asmussens beti 
nur beiläufig, weil der Anlaß sich bot. — Sonst aber stehe 
nicht an, dieses Büchlein zu den wichtigsten hier angezeii 
Erscheinungen zu rechnen. Es offenbart in allen drei ' 
trägen eine Weite der Aspekte, daß man hoffen möchte, 
werde das ganze ökumenische Gespräch der Folgezeit 
fruchten. Insbesondere gilt dies auch für Karrers Ausfüh 
gen, mögen wir ihm auch — ebenfalls wie Asmussen - 
Einzelheiten widerspredien. Asmussen wäre zu wünsc 
daß er auch eine gewisse providenzielle Bedeutung dem 
schehen im Ostraum der Erde zuerkennen könnte. — ( 
wie Karrer habe ich — ohne Kenntnis Geiselmanns und 
andern angezogenen Gewährleute — auf der vorletzten 
katholischen Theologenkonferenz in Bonn die Überzeug 
vertreten, die Hl. Schrift sei zwar suffizient (d. h. sie entl 
die apost. Verkündigung), aber bedürfe, weil ihr die pc 
cuitas, die volle Klarheit da und dort fehle, der Interp; 
tion durch die Gesamtkirche. Andererseits sei sie nichts a 
res als erste schriftliche Fixierung des traditum (siehe 
meinen Vortrag über das Sakrament der Krankenölung), 
mit die Synthese der evangelischen und kalholisdien Pos 
vollzogen sein dürfte. — Bei Karrers Vorträgen muß 
zwischen den Zeilen zu lesen verstehen. Karrer sollte sidi 
den Vorschlägen befreunden, die idi schon vor 20 Ja 
äußerte, als ich der römischen Theologie Seile zuwarf, un 
Vatikanbeschlüsse von 1870 zu revidieren. Die Fapstfrac 
tatsächlich die entscheidende. Mit ihr stehen und fallen 
Anstöße, die man an der derzeitigen römisdien Kirche 
Recht nehmen kann und muß, angefangen vom Ablaß bis 
Zölibat, von der Begünstigung des Jesuitenordens bis zur 
dernen Mariologie, von cler Unfruchtbarkeit römisch-kat 
scher Theologie bis zum Schattendasein so vieler Wun-i 
BLschöfe. 



Eine Dame brachte stets Droschkenkutschern S' 
tagspredigten von dem berühmten Stöcker. E 
nahm sie wiederholt und las sie auch. Eines Sonm 
erklärte er, er nehme keine mehr. Als die Dann 
ihm reichen will, weicht er aus, läuft weg. Schlief l 
legt die I^ame die Predigt in den Wagen und fi 
warum er sich so fxeftig weigere, sie zu nehi 
„Nee", sagt der Berliner, „wenn ick sie noch lä 
lese, muß ick mir ändern -- und das will ick m 



aussen, Hans, Rom, Wittenberg, Moskau. Schwa- 
iverlag, 161 S. Brosch. DM 3,50. 

aktuelles Buch zur großen Kirchenpolitik. Wir nehmen zu 
zelheiten hier keine Stellung, möchten aber Asmussen bei- 
±ten, dafi gottlob die starren Fronten zwischen den Kir- 
1 immer mehr in Bewegung geraten. Die Zuziehung der 
lodoxen Kirche zur Ökumene, die in theologischer — nicht 
itischer Haltung weitgehend auch unsere Überzeugungen 
t, schallt neue Folgerungen auch für das Verhältnis zur 
nkirche, der auch wir ebenso, ja mehr verpflichtet sind 

die Evangelischen. Mag Asmussen da und dort vielleicht 
h seinerseits zu einseitig manches beurteilen, was er sagt, 

um seiner intimen Kenntnis, seiner klaren Linienführung 
l offenen Sprache willen Anspruch, beachtet zu werden. Viele 
ge Bemerkungen und auch berherzigenswerte Anregungen 
men alle beteiligten dem Buch entnehmen, so das, daß sie 
• aneinander gesündigt haben, daß es Zeit wird, mitein- 
ier ehrlich und offen, aber doch brüderlich alles zu be- 
edien, was sich an Unrecht zwischen ihnen aufgehäuft hat 
und sich zu vergeben, statt Staatsmacht gegeneinander ans- 
pielen. Die Fragen an Bom sind auch die unseren. 

Die Kirdie in ihrem Dienst 
an iliren Gliedern und der Welt 

ssauer, Friedrich, Weltmann — Christ? Verlag 
s. Kneclit, Carolusdruckerei, Frankfurt/M., 1955, 
S. DM 4,20. 

1 wirklicher Weltmann — Forscher, Professor — und zu- 
ich ein ernster Christ hat dies köstliche, reife Büchlein ge- 
rieben. Als Student schon habe ich Dessauer als klugen, 
rmherzigen Bedner und Abgeordneten bewundert. Nun 

alt ist, fühlt er sich verpflichtet, die vom Leben er- 
Iten Weisungen nicht stumm ins Grab mitzunehmen, son- 
-n den „Brüdern Unbekannt" weiterzureichen. Die Gedanken 
d edel geformt und tief. Sie können vielen Weltmenschen 
e wirkliche Hilfe werden. 

)m gleichen Verfasser hat der gleiche Verlag her- 
sgebracht: Religion im Licht der heutigen Natur- 
ssenschaft. 49 S., 1956, DM 3,20. 

e Entdeckung eines Naturgesetzes, meint D., wird zur Got- 
Äbcgegnung. Wer dies erfuhr, ist vom Nihilismus erlöst. 

'nst zur Nieden, Die Gemeinde nach dem Gottes- 

enst, 1956, 220 S. br. DM 7,60. 

inghans, Manfred, Kirche auf neuen Wegen. 1957, 

2 S. DM 7,20. 

ide im Ehrenfried Klotz Verlag (Stuttgart) erschienenen Bü- 
ir sind von Männern verfaßt, denen ihre praktische Arbeit 
> zeitgeforderten Aspekte gewinnen ließ. Die Probleme sind 
allen Kirchenteilen ungefähr die nämlidhen. Diese beiden 
eher variieren das Thema unseres diesjährigen Jahrbuchs 
d ergänzen es in mancher Hinsicht, obgleich sie die evan- 
lisdie Gemeinde im Auge haben. 



jrost zur Nieden, Sprechstunden mit deinem Ich. 

irenfried Klotz Verlag Stuttgart, 1957. DM 5,80. 

n gütiges Buch, das uns eine große Klarheit über uns selbst 
geben vermag und uns hilft, aus dem Labyrint unserer 
hier und Schwächen herauszukommen. 

'homerus, Hans, Der unbefangene Christ. Evan- 

lisches Verlagswerk, Stuttgart, 1956, 185 S. 

M 7,80. 

der bekannten Wochenzeitschrift „Christ und Welt" hat 
homerus in einer zeitnahen Spradie viele Gegenstände aus 
«(Jfogischer Sicht behandelt. Ich finde, alle Beiträge hängen 
it dem Thema unseres diesjährigen Jahrbuchs zusammen, 
»rum wünsche ich dieses Büchlein auf viele Gabentische. 

smussen, Hans, Einübung im Christentum. Ein 
aienbrevier. Evang. Verlagswerk, Stuttgart, 1955, 

t S. 

bot im Sonntagsblatt (von Lilije) eine Auslegung der Gebote. 
weckten Widerhall. Nun sind sie einem Bändchen zusam- 
engefaßt. Edel in der Sprache, klar in der Fassung. 



Guardini, R., Der Dienst am Nächsten in Gefahr. 

Werkbund Verlag, Würzburg, 1956, 30 S. DM 2,70. 

Der etwas anspruchsvollen Ausstattung entspricht das Gewicht 
dessen, was vorgetragen wird. Guardini behandelt die Ge- 
schichte der abendländischen Gesellschaft in ihrem Verhältnis 
zur Not. Der verweltlichte Mensch will die Not in verkleideter 
Selbstsucht ausstreichen — ohne es je zu können. Noch zehrt 
die vermeintliche Humanität von christlichen Motiven. Was 
wird, wenn sie einmal fehlen? Da doch die Not niemals auf- 
hören wird? 

Guardini, Romano, Der Heilige in unserer Welt 
(1956); Der unvollständige Mensch und die Macht 
(1956); Die Kultur als Werk und Gefährdung (1957). 

Je Heft DM 2,70. 

Derselbe, Universitätspredigten, Heft 7 — 10, je Heft 

DM 1,50. 

Alle Schriften im Werkbund Verlag, Würzburg. 

„Der unvollständige Mensch" sei empfohlen. „Kultur als Werk" 
usw. führt diese Gedanken weiter aus . . . „Der Heilige in un- 
serer Welt" deckt sich weithin mit unserer eigenen Über- 
zeugung. Vorbehalte gelten dem Mißverständnis des allgemei- 
nen Priestertums. (Hier bedarf Gu. wie Wittig einer Korrektur.) 
Die Predigten sind in ihrem Wert unterschiedlich. 
Statt eingehender Besprechung dieser Vorträge und Predigten 
einige allgemeine Bemerkungen. 

An und für sich bietet Gu. nichts wesenhaft Neues. Seine 
Grundgedanken finden sich im Lehrschatz der Kirche, in alten 
Betrachtungsbüchern und philosophischer Weisheitslehre, üb- 
rigens auch in kulturkritischen Büchern neuerer Zeit. Er hat 
ein feines Gespür für den rechten Augenblick und eilt vielen 
seiner Glaubensgenossen etwas voraus (obwohl nirgends so viele 
Menschen Zeit zur Verfügung haben wie in der röm.-kathol. 
Kirche). Wenn Gu. 's Gemeinde heute weite Kreise umfaßt, dann 
vornehmlich wegen der Art der Bewältigung seiner Themen 
und ihrer Wahl. Gu. geht nicht vom Begriff aus, obwohl er 
begrifflich klar unterscheidet. Er schaut die Fragen an, um- 
kreist, entfaltet sie, rückt ihnen so auf den Leib, daß er sie 
auf ihre einfachen Wurzeln zurückführt. Er packt sie also 
auf jene Art an, die dem heutigen komplizierten Menschen 
ungewohnt ist. Und er wählt solche Stoffe, die darum ak- 
tuell sind, weil der moderne Mensch sie vergißt und miß- 
achtet. Stets hat der Angesprochene das Gefühl: du selbst 
bist gemeint. 

Gu. hat viele kluge Worte gesagt, wenngleich er in Gefahr 
schwebt, allzusehr im Unverbindlich-Allgemeinen und Pla- 
tonischen stecken zu bleiben. Er sieht die Probleme, gibt auch 
Richtungen der Lösung an — und das ist immerhin viel. Und 
doch enttäuscht er! Er enttäuscht manchen, der im Burg- 
gärtlein von Rothenfels nicht nur kluge Worte, sondern auch 
das erlösende Wort zu Fragen erwarten durfte, die Gu. 
nicht so sehr als Kulturphilosoph, denn als römisch-katho- 
lischer Theologe hätte sprechen sollen. Aber wie er nur ganz 
kurze Zeit sich Roman nannte, so ist er ein „Romano" ge- 
blieben. Er hat zum Mariendogma geschwiegen — obwohl er 
als Theologe um dessen Indefinibilität wissen konnte •— er 
hat nicht gewagt, heiße Eisen im Hinblick auf große Ärger- 
nisse in der römischen Kirche anzufassen. Heute wird Gu. 
mit Ehren überhäuft, die er gewiß so gut, ja mehr als andere 
verdient hat (obwohl der Jugend und seinen Verehrern ein 
Mitverdienst gebührt). Wir schätzen Gu., wenngleich wir ihn 
leise an Matth. 23, 8 erinnern möchten. 

Gu. hat stets Wert auf beste buchtedinisdie Ausstattung gelegt. 
Sie gibt jedem Wort das volle Gewicht. Dennoch möchten wir 
den Verlag fragen, ob diese anspruchsvolle und teure Art 
im Blick auf den gedachten und erwünschten Leserkreis 
sozial verantwortbar ist. 

Weatherhead, Leslie D., In aller Offenheit. Gelenktes 

Sexualleben. Zwingli-Verlag, Stuttgart/Zürich, 1956, 

232 S. geb. DM 12,90. 

Der englische Theologe und Psychologe Weatherhead redet 
wirklich in aller Offenheit, aber doch mit Güte — die ihn man- 
ches vielleicht ein wenig zu harmlos sehen läßt — und Takt. 
Die sachlich-ruhige und doch froh-aufmunternde Art trägt da- 
zu bei, daß auch schon jüngere Menschen das Buch mit Gewinn 
lesen. Wir wünschen es vor allem in die Hand der Eltern 
und Verheirateten. Kleine Vorbehalte mögen hier unvermerkt 
bleiben. 

Randenborgh, Elisabeth von. Gebeugt zu deiner Spur. 

Furche Verlag, 1956, 273 S. DM 8,80. 
Die bekannte Schriftstellerin erzählt in diesem Roman die 
Wege und Begegnungen im Leben der Fürstin von Gallitzin, 
einer bedeutenden Frau des 18. Jahrhunderts. Besonders schil- 
dert die V., wie die Fürstin unter dem Einfluß Hamans in der 
Demut und im kindlichen Vertrauen auf Gott innerlich wuchs. 



81 



Aland, Kurt, Kirdiengesdiichte in Lebensbildern. 

I. Teil, Die Frühzeit. Verlag Die Kirche, Berlin, 304 S. 
DM 7,80. 

Wir wissen viel zu wenig von den großen Gestalten der Kirche 
aus der kirchlidien Frühzeit. Aland verbindet volkstümliche 
Erzählkunst mit eingehendem Wissen. Wer diese 48 Lebens- 
bilder liest, weiß mehr von den inneren Spannungen und 
Problemen der jungen Kirdie als ihm ein trockener Abriß der 
Kirdiengesdiichte bieten kann. Wir sollten daraus vorlesen 
oder sogar manchmal an besonderen Festtagen auch einmal 
über einen Ignatius von Antiochien, Polykarp, Cyprian, Chry- 
sostomus. .\ugustinus predigen. 

Barth, Karl, Wolfgang Amadeas Mozart 1756/1956. 

Evang. Verlag, Zollikon, 3. AuH. DM 4,80. 
Nur ein Satz, der mir aus dem Herzen gesprochen ist: „Wie 
es mit der Musik dort steht, wo Sie (Mozart) sich jetzt be- 
finden, ahne idi nur in Umrissen. Ich habe die Vermutung 
einmal auf die Formel gebracht: ich sei nicht schlechthin 
sidier, ob die Engel, wenn sie im Lobe Gottes begriffen sind, 
gerade Bach spielen — idi sei aber sicher, daß sie, wenn sie 
unter sich sind, Mozart spielen und daß ihnen dann doch auch 
der liebe Gott besonders gern zuhört." Eine feine Gabe eines 
großen Theologen. 

Wer froh ist, ist ein König 

Allerlei Sehmunzelei. Mit Bildern von Wolfgang Fei- 
ten. Rufer Verlag, Gütersloh, 144 S. Leinen DM 4,80. 
Hebel, Gillhof, Rosegger, Steguweit u. a. sind mit kleinen 
heiteren und ergötzlichen Geschichten vertreten. Der Groß- 
drude deutet darauf hin, daß das Buch wohl für augensdiwache 
Menschen bestimmt ist. 

Unfreiwilliger Humor. 168 S. DM 3.50. 

Alter Witz. 112 S. DM 2,80. 

Prof. Kalauers ausgewählte musikalisdie Schriften. 

96 S. DM 4,80. Sämtliche im Heimeran Verlag, Mün- 

dien erschienen. 

Da gerade in unserm Jahrbuch für fröhliche Leute mandierlei 
aufgezeidinet ist, sollen auch die drei Büchlein des Heimeran- 
verlags hier eine ehrenvolle Erwähnung bekommen. Alles, 
worüber wir uns freuen können, erleichtert uns unser Dasein. 
Ebenso verdient auch Ernst Heimerans Voriiamenbüchleiii 
(144 S., DM 5,80) genannt zu werden. Was bedeutet unser 
Vorname — die Antwort gibt das Büchlein, schön gelrennt 
nach Masculina et feminina. 

Aus der Welt des Wissens 

Baudin, Louis, So lebten die Inkas vor dem Unter- 
gang des Reiches. 1957, Deutsche Verlagsanstalt Stutt- 
gart, 1957, 298 S. DM 13,60. 

Kein Dichter hat dieses Volk besungen, die Dokumente sind 
widersprudisvoU und dürftig. Und doch ist es dem Autor ge- 
lungen, das Leben dieses Volkes und seines sozialistischen 
Staates auf dem Andenhochland uns nahezubringen. 

Dulles, Foster, Rhea, Amerikas Weg zur Weltmacht 
1898 bis 1966. Deutsche Verlagsanstalt, 318 S., 2 Kar- 
ten. Leinen DM 16,80. 

Das Jahr 1898 war die entscheidende Wende vom Isolationis- 
mus zur Weltpolitik. 

Von da an ging U.S.A. immer entschlossener in die Weltpolitik 
hinein, getrieben von einem Gemisch von Verdienst wie Dienst- 
willen. Der Historiker Dulles entrollt mit richtiger Akzent- 
verteilung das historische Geschehen, das uns Älteren bekannt 
ist. Wertvoll für uns, daß wir das Geschehen mit den Augen 
des amerikanischen Betrachters sehen lernen. 

Wirsing, GIselher, Die Rückkehr des mondo-mogo, 

Afrika von Morgen. Eugen Diederichs Verlag, 1954, 

286 S. DM 12,80. 

Afrika ein brodelnder, von Fiebern geschüttelter Erdteil. Wird 
er dem Zauberer wieder verfallen, kommunistisch werden, seine 
Probleme wirtschaftlicher, rassischer, sexueller, sozialer und 
religiöser Art meistern? Obwohl manches durch neue Ereig- 
nisse überholt scheint, kann das Bestreben des Verfassers, uns 
an die wirklichen Realitäten heranzuführen, uns heute noch 
den gleidicrv Dienst wie vor drei Jahren leisten. Wer wollte 
sich den Blick für die Spannungen und Probleme des schwar- 
zen Erdteils nicht von einem Manne schärfen lassen, der aus 
lebendiger Ansdiauung dazu imstande ist. 



Aus der Vandenhoeck-Reihe (je 2.40 DM) des V« 
denhoeck u. Ruprecht Verlags in Göttingen: Mens« 
werdung. Das Atomzeitalter und unsere biologist 
Zukunft, Weltbild und Glaube im 20. Jahrhundc 
Vom Deutsdien Volk zum Deutschen Staat (3,60 D 
Fangen wir mit dem letzten Büchlein an. Immer zog das 
demütigte Volk neue Kraft aus seiner Geschichte. P. Joadi 
scn (u. Leuschner) verfolgt die Bildung des deutsdien Na 
nalbewußtseins von den Zeiten der Germanen bis heute, 
sere Jugendgruppen sollten es gemeinsam durdiarbeiten. 
Heinz Horst Schrey setzt sich mit dem geistigen Brudi aus« 
ander, der durch das moderne Wellbild allüberall auftrat \ 
versucht fünf Antworten. Das Büchlein verlangt scharfes I 
denken. — Ähnliches gilt von dem Büdilein des Begründ 
der medizinischen Anthropologie Viktor von Weizsäcker, 
die Menschenführung unter ihren biologischen und metaph 
sehen Voraussetzungen betrachtet. — Eine ungeheure .\ktu 
tat besitzt das Büchlein von H. W. Brönstedt über die biob 
sehen Probleme, die das .\tomzeitalter uns aufgibt. Je be; 
wir das Bisiko kennen, umso mehr können wir uns vor 
möglichen Folgen bewahren. Inzwischen sind ja durdi 
Mahnrufe Schweitzers, der Kernphysiker und die öfTenlli 
Erörterung viele Menschen wach geworden. Was die Al 
bombe betrifft, wurde m. E. noch gar zu wenig darauf aufnn 
sam gemacht, daß die Atomwaffe außerhalb jedes Völkern 
tes und jeder Sittlichkeit steht. Ich möchte meinen, daß r 
Erzielung eines Abkommens unter den Mächten, auf die AI 
Waffen zu verzichten, alle Staaten die .\tomwaffen 1. dt 
ihre Gesetzgebung, 2. durch Erziehungsmaßnahmen an ih 
Einwohnern ächten müßten. Darüber hinaus sollten alle 
ganisationen der Welt, die Berufsverbände und Gewerksc 
ten, die Schulen und Universitäten, die Kirchen und Ven 
jeder Art von ihren Mitgliedern einen Eid fordern, ahn 
dem, den die Ärzte seit Hippokrates ablegen, des Inhal 
weder solche Waffen herzustellen (wozu auch Baketen mit 
maren Einsätzen gehören müßten), noch ihre Anwendung zu 
den, noch einen Befehl hierzu zu geben oder zu befolgen 
jeden, der sich der Ächtung widersetzte, als Verbredier 
betrachten und ihn unschädlich zu machen. Völkervemicht 
ist ehrlos. Weltvernichtung Wahnsinn. Ehrlose Verbret 
und Irrsinnige aber sperrt man ein. Wenn die Völker < 
Kriege nicht auszukommen vermeinen, muß alles getan \ 
den, sie nur mit solchen Waffen zu führen, die Nichtkom 
tanten aus dem Spiel lassen. 

Romane, Erzählungen, Jugendbücher 

Heinrich Willi, Das geduldige Fleisch. Deutsche A 
lagsanstalt Stuttgart, Volksausgabe 1957, 407 
DM 9,80. 

Wer als Soldat den ersten oder zweiten Weltkrieg erlebt 
wird sich in ständigen Abwandlungen in diesem Boman 
derfinden, der Boman nur in der Gestaltung, nicht in sc 
Realistik ist. Nur wer ihr und ihren Problemen standha 
kann, soll diesen Kriegsroman lesen. Vom allgemein men 
lidien wie christlichen Standpunkt aus sind überdies er 
Bedenken anzumelden. Die Häufung gewisser Sdiilderungen 
Frauen und andere an Sadismus grenzende Dinge lassen 
Frage zu, ob dieser Verfasser das Recht hat, Gott als Si 
bezeichnen zu lassen. 

HoUatz, Dorothea, Tau und Tränen der Frühe. 

schichten um Kinder. Illustriert. Rufer Verlag, 

tersloh, 1956, 80 S. DM 4,80. 

Ein feines Büchlein, in schöner Sprache, das mandien eine 
sonnene Stunde sdienkt. 

De Jong, Meindert, Das Rad auf der Schule. 23! 

DM 7,20. 

O Moran, M., Tapferer kleiner INYO. 168 S. 

Finden, Halvor, Jugend überspringt Grenzen. 14 

DM 5,20. 

Alle drei Bücher sind im Hermann Schaffstein Verlag er» 
nen und eignen sich von 10 Jahren an. Das „Rad auf der ^ 
le" wurde mit dem deutsdien Kindcrbudipreis 1957 ausgez' 
net. Auch die beiden anderen Jugendbücher fanden ehr 
Anerkennung. Sie lesen sich spannend und bringen durd^ 
inhaltreiche köstliche Geschichten. Wir können sie als V 
naditsgabe für unsere Kinder sehr empfehlen. 

Schmid, Alfred, Und der Fngel kam. Berchtold I 
ler Verlag, Bern, 1954, 178 S. DM 4,—. 
13 Erzählungen für groß und klein, edit volkstümlich, i 
geeignet für Belohnungsstunden im Religionsuntericht 
für unsere Frauen- Versammlungen. 



Verzeichnis der Autonomen Katholischen Kirchen und ihrer wichtigen 

Einrichtungen 

<ürzungen: Patr. = Patriarch - Pr. = Primas - Mp. = Metropolit - Erzb. = Erzbischof - B. = Bischof - D. = Diözese - Gl. = Glieder 
i. = Seine Heiligkeit - S.E. = SeineEminenz oder Excellenz - Pfr. = Pfarrer - Pfv. = Pfarrverweser - x = Geb. Tag - y = Weihe 
= Vorsitzender - Obm. = Obmann - KKasse = Kirchenkasse - K. = Küster - O. = Organist - PSKto = Postscheckkonto - ALT-KATH. 
KIRCHE = eigene oder zum alleinigen Gebrauch öberlassene Kirche - G. = Gottesdienst 

t SELBST. KIRCHENGEMEINDE mit Pfarramtssitz - SELBST. KIRCHENGEMEINDE - Teilgemeinde - Gottesdienststation 

Frv. = Frauenvereinvors. - Mwerk = Männerwerk - KChor = Kirchenchor - Jgd. = Jugendbund 

e Kirche ist „katholisch", wenn sie durch die apostolische Sukzession ihrer Bischöfe in historischer Kontinuität mit der Einen 
iligen Katholischen und Apostolischen Kirche Jesu Christi steht und die Wesenseigentümlichkeiten der Alten Ungeteilten Kirche 
; 1. Jahrtausends in ihrem Glaubenszeugnis darstellt. „Autonom" ist eine Katholische Kirche dann, wenn sie nicht dem Juris- 
:tionsprimat und dem unfehlbaren Lehramt des römischen Papstes untersteht, sondern in ihrem kirchlichen Verwaltungsleben und 
ihrer äußeren Gestaltung selbständig ist. Einige dieser Autonomen Katholischen Kirchen sind durch besondere geschichtliche 
iignisse zu Kirchengemeinschaften vereinigt. 

I. Die Ait-Katholischen Kirchen der Utrechter Union 

[■»Utrechter Union ist eine Gemeinschaft von selbständigen Katholischen Nationalkirchen, die mit dem erzbischöflichen Stuhl von 
echt und miteinander in voller kirchlicher Gemeinschaft stehen. Höchstes Organ ist die Bischofskonferenz, deren Präsident der 
bischof von Utrecht ist und die alle 2 Jahre sich versammelt. 



1. Katholisches Bistum 
der Alt-Katholiken in Deutschland 



Bischof: 

Bischof Johannes Jos. Demmel, Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25, 
F 22485. 
Weihbischof: 

Dr. Otto Steinwachs, 17a NeckargemOnd, Peter Schnellbach- 
str. 27, F 2218. 

Bischöfliches Ordinariat und Verwaltung: 
BONN Gregor-Mendel-Str. 25 - 22485 - Kassenverwaltung: 
Rendantin Schw. Hilde Görg, PSKto. KÖLN 7741. 
Synodalvertretung : 

1. V.: Der Bischof. 2. V.: Prof. Berth. Spuler, Hamburg 13, 
Mittelweg 90. Ordentl. Mitglieder: Pfr. Heinrich Hütwohl, 
Essen, Bernestr. 1 ; Pfr. Paul Pfister, Frankfurt o. M., Varren- 
troppstr. 71; Dr. jur. Alfons Amann, Völklingen/Saar, Krepp- 
str. 10; Forstmeister Petri, Koblenz, Rheinau 2, Prof. Berth. 
Spuler, Hamburg 13, Mittelweg 90 — Außerordentliche Mit- 
glieder: Dekan Dr. Franz Buchta, Berlin-Friedenau, Stierstr. 3; 
Prof. Dr. Werner Küppers, Bonn, Arndtstr. 23; Adolf Michel, 
München 25, Dietramszeller Str. 2/0; Dr. med. Max Sauter, 
Stuttgart S, Schickhardtstr. 51; — Ehrenhalber: Prof. Dr. 
Walter Petri, Koblenz-Oberwerth, Rheinau 2; — Von Amts- 
wegen: Weihbischof Dr. O. Steinwachs, Neckargemünd, Peter- 
Schnell bach-Str. 27; Synodalanwalt: Landgerichtsrat Hans 
Backes, Bad Godesberg, Klufterstr. 111. 
Synodalobergericht: 

Präsident: Amtsgerichtsrat Heinz Oeking-Düsseldorf-Lohau- 
sen, Niederrheinstr. 20. 2 Räte. 
Synodalgericht: 

Synodalrichter: Oberregierungsrat Dr. R. Rebsamen, Fulda. 
Schöffen: 6 Geistliche, 6 Laien. 
Alt.-Icath. Seminar der Universität Bonn. 
Universitäts-Hauptgebäude 1. Stock, F 32141. Direktor: Prof. 
Dr. theol. Werner Küppers, Bonn, Arndtstr. 23, F 21710. 
Lehrauftrag: Systematische Theologie. 

Bischofl. Seminar und Konvikt .Johanneum", Bonn, Baum- 
schulallee 9. Regens: Prof. Dr. Küppers. Mit der Abhaltung 
von Vorlesungen beauftragt: Dozent Pfr. P. Pfister: Praktische 
Theologie. Dozent Pfr. H. Hütwohl: Kirchenrecht. Pfr. Lic. 
Pursch: Liturgie u. Lit.-Geschichte. 
Alt-katholisches Meldeamt: 

Pfr. Hans Huber 17b Mundelfingen ü. Donaueschingen. 
Allgemeine Pfarrvereinigung: 

[• V.: Pfr. Fritz Hermann 14a Stuttgart-Gerlingen, Schiller- 
nöhe, Amselweg 44. 2. V.: Pfr. Paul Pfister, Ffm. Kassenver- 
waltung: Pfr. M. Rademacher, Bielefeld, Am Steinbrink 47b 
(PSKto Dortmund 37230). 

a) Südbadische Pfarrkonferenz: 

Leiter: Geistl. Rat W. Rosch, Freiburg, Habsburgerstr. 49 

b) Rhein-Main-Pfarrkonferenz: 

Leiter: Pfr. J. Brinkhues, Heidelberg, Kaiserstr. 5 



c) Bayerische Pfarrkonferenz: 

Leiter: Pfr. E. Volz, Augsburg-Hochfeld, Hennchstr. 21/2 

d) Nordrhein.-westf. Pfarrkonferenz: 

Leiter: Pfr. E. Vorfeld, Düsseldorf-Stockum, Uhienweg 6 

11. Landessynodalrat der Alt-katholischen Kirche in 
Badan-Württemberg : 

Präsident: Weihbischof Dr. Otto Steinwachs-Neckargemönd, 
Peter-Schnellbach-Str. 27, F 218. — 2. V.: Facharzt Dr. med. 
Max Sauter, Stuttgart-S, Schickhardtstr. 51. — Mitglieder: 
Pfr. Fritz Hermann, Stuttgart-Gerlingen; Gustav Weßbecher, 
Mannheim; Oskar Schäuble, Hohentengen. 

12. Badische Alt-katholische Kirchensteuervertretung: 

V.: E. Boos, Singen, Worblingerstr. 6. 

13. Badische Alt-katholische Landes-Kirchenkasse: 

Rechner: Frau Ruth Michelis, Freiburg i. Br., Marienstr. 1, 
PSKto Karlsruhe 39048. 

14. Landessynodalrat der Alt-katholischen Kirche in Bayern: 

Präsident: Dekan Jos. Schniertshauer, München 13, Franz- 
Joseph-Str. 20/111, F 338040. — Stellv. V.: C. Geyer, Augsburg, 
Georg-Haindlstr. 3; Mitglieder: Pfr. Volz, Augsburg; Leo 
Haas, Nürnberg; Dr. H. Krieger, Kaufbeuren; Jos. Miethaner, 
Rosenheim, Franz Spohn, Kempten; Prof. ThOrlings, München; 
Karl Wipplinger, München. 

RechnungsstelTe: Sofie Döbler, München 12, Kazmairstr. 18/111, 
F 557240, PSKto: München 45421. 

15. Landessynodalrat der Alt-katholischen Kirche in Hessen: 

1. V.: Ernst Müller, Offenbach a. M., Landgrafenring 55, 
F 85406. 2. V.: Pfr. Hans Eder, Wiesbaden, Dotzheimer- 
straße 52. Mitgl.: Pfr. Gerh. Lenz-Frankfurt; Pfr. Paul Pfister- 
Frankfurt; W. Forg-Offenbach; Dr. Eugen Frentzel-Frankfurt; 
Wilh. Schlitz-Offenbach; Dr. Schwarz-Frankfurt; Rud. Beier- 
Assenheim; — Landessynodalkasse: Offenbach a. M. Bank- 
konto Stadt. Sparkasse Offenbach, Hauptzweigstelle Kaiser- 
str. 27. Nr. 11/7245. 

16. Steuerverband der Alt-katholischen Kirche der Pfalz: 

V.: Weihbischof Dr. Otto Steinwachs Neckargemünd. PSKto : 
Ludwigshafen 26880. Mitglieder: Pfr. J. Kaufmann-Saar- 
brücken, Pfr. Dr. H. Roder-Mannheim, Pfr. B. Schöke-Karls- 
ruhe, Herr A. Ludwig-Lamprecht, Frau L. Wanger-Franken- 
thal. 

17. Westfälische Bezirkssynode: 

V.: Frdr. Weissohn, Essen, Münstersteinbruch 12. Rechner: 
Dr. H. Herbst-Bochum. Schriftf.: Pfr.H. Hütwohl-Essen. Mit- 
glieder: Wilh. Bellmann-Essen; Ed. Bartsch-Essen; Alfr. Wer- 
ner-Bottrop. 

18. Dekanate: 

I.Baden-Württemberg u. Pfalz: Weihbischof Dr. Steinwachs, 
Neckargemünd, Peter-Schnellbach-Str. 27, F 2218. 

2. Bayern: Dekan: J. Schniertshauer, Mönchen 13, Franz- 
Joseph-Str. 20, F München 338040. 

3. Berlin und DDR: Dekan Dr. Franz Buchta, Berlin-Friede- 
nau, Stierstr. 3, F 835223. 



83 



Gemeinden und Pfarreien 

LBADEN-WORHEMBERG 

Aalen; (zu Stuttgart) G.: Ev. Johanniskirdie Aalen So. 9.30 
V.: Otto Richter, Aalen, Priemelweg 6A — O.: Wilhelm Seidel. 
t BADEN-BADEN; G.: SPITALKIRCHE Gernsbadierstr. 37 So. u. 
Ftg. 10.00, id. Mi. 20.00 Messe, jd. Do. 20.00 Bibelstunde — Pfr. 
u. V.: Josef Lieser (x29.12.01 y8.8.26), Hochstr. 2, F 3391 — KKasse: 
Frl. Marg. Schweigert, Stadelh. Str. 6, PSKto Karlsruhe 6310. K.: 
Elisabeth Günther — O.: Musiklehrer Alf. Bürck — KChor: Al- 
fons Bürck — Frv.: Frau El. Lieser, Hochstr. 2. 

t BLUMBE RG; G.: CHRISTUSKIRCHE, So. u. Ftg. 14-tg. wechselnd 
8.30 u. 10~3Ö" Pfr. u. V.: Heinrich Schmitt (x27.12.11 yl.3.36], 
Hauptstr. 95, F 151 — 2. V.: Architekt Theod. Schmid, Schulstr. 2, 
F 281 — KKasse: Inspektor Oswald Liebert, Lerchenweg 2, 
Girokto. Bez. Spark. Donaueschingen — K.: Eugen Schmid — 
O.: Bauch — Frv.: Frau Hilda Schmid, Zollhaus, Schaffh. Str. 19 

— Gem. Schw. : Franziska Cosalter. 

Böblingen; (zu Stuttgart) G.: Ev. Gemeindehaus Samstag 17.00 — 
V.: Prof. Karl Bangert, Schillerstr. 53. 

+ DETTIGHOFEN; G.: ERLÖSERKIRCHE, 14-tg. 8.30, 14-tg. 10.00 
Pfr. u. V.: vacat, Dettighofen Ober Waldshut — 2. Y.: Viktor 
Frey, Eichberg — KKasse: Alfred Frey, Hinterer Eichberg, PSKto 
Karlsruhe 16126 — K.: Karl Schaub jun. — O.: Frau Minnie 
Häring — KChor: Dirigent Wilhelm Spitznagel — Frv.: Frau 
Minnie Häring — Jgd.: Egon Hartmann, ßernwangen — Gem. 
Schw.: Meto Schön. 

EPFENHOFEN; (zu Blumberg) G.: NOTKIRCHE, 14-tg. 10.30 — 
2. V.: Hugo Gleichauf — KKasse: Hugo Gleichauf, Bez. Spark. 
Donaueschingen 70377. 

EBlingen; (zu Stuttgart) G.: Hintere Kirche beim ev. Gemeinde- 
haus. So. 10.30 — V.: Prof. Dr. Posselt, Eßlingen-Hegensberg, 
Gartenstr. 23. 

t FREIBURG; G.: St. URSULAKIRCHE, Eisenbahnstr. 50 So. u. 
Ftg. 9.30 — f'fr. u. V.: Geistl. Rat W. Rosdi (x26.1.88 y2.8.14), 
Ludwigstr. 6, F 6094 — 2. V.: Korn. Rat Hugo Raimann, Reiterstr. 
14, F 6502 — KKasse: PSKto Karlsruhe 10958 — K.: M. Gengen- 
bacher, Ferd.-Weiß-Str. 16 — O.: Dr. Müller — Frv. Frl. Emilie 
Betz, Uhlandstr. 9 — Jgd.: Richard Motsch, Karlstr. 32 — Mwerk: 
BBOberrat F. Ganz, Reiterstr. 14. 

t FURTWANGEN ; G.: Ev. Kirche, So. u. Ftg. 7.45 (1 So. 10.00). 
Pfr. u. V.: Wilhelm Eggert (xl 4.7.03 ylO.3.29), Lindenstr. 8, F 370 

— 2. V.: Adolf Volk, Eisenbahnstr. 2 — KKasse: Fritz Hakenjos, 
Kirnerstr. 9, Kto. Bez. Spark. Furtwangen Nr. 915 — K.: Emil 
Fehrenbach — O.: Gew. Lhr. G. Lohrer — Frv.: Frau Luise 
Gutjahr, Schillerstr. 3. 

PUTZEN; (zu Blumberg) G.: ERLÖSERKIRCHE, 14-tg. 9.X — 2. V.: 
Martin Borna — KKasse: Wilhelm Wild, Sattlermeister, Bez. 
Kasse Stühlingen Kto. 8738 — K.: Elsa Wild — O. : Adolf Roth — 
Frv.: Frau Walburga Frey. 

GUTENBACH; (zu Furtwangen) G.: NOTKIRCHE, So. u. Ftg. 9.30 
(1 .So. 8.00) — 2. V.: Primus Scherzinger, Hübschental — KKasse: 
Erich Heim, Landstr. 98, Bez. Spark. Furtwangen 4695 — K.: 
Gustav Kraus — O.: Lina Hug — Frv.: Frau Lydia Heim, 
Landstr. 98. 

t HEIDELBERG: G.: ERLÖSERKIRCHE, Plöck 44, So. u. l.Ftg. 10.00 
u. sommers Mittw. 20.00 — Pfr. u. V.: Josef Brinkhues (x21.6.13 
yl2.2.37), Kaiserstr. 5, F 22307 — 2. V.: Josef Krell, Bergheimer 
Str. 26 — KKasse: Adolf Ender, Kaiserstr. 5, PSKto Karlsruhe 
13984 — Frv.: Frl. Frieda Saam, Moltkestr. 7. 

HOHENTENGEN; (zu Dettighofen) G.: NOTKIRCHE, 14-tg. 10.00 

— 2. V : Sägewerkesbes. Oskar Schäuble, Hohentengen Amt 
Waldshut — KKasse: Alfred Schäuble, Hohentengen 81 — K.: 
Alfred Schäuble — O. : Oskar Baumgartner — Frv.: Frau Anna 
Stadler. 

t KARLSRUHE; G .; AUFERSTEHUNGSKIRCHE Röntgenstr., So. u. 
Ftg. 9.3Ö — P^. u. V.: Benno Schöke (x24.4.12 y8.1.39), Röntgen- 
str. 1, F 23394 — 2. V.: RBDir. Hermann Ganz, Schillerstr. 56, 
F 21859 — KKasse: Albert Itta, LMarumstr. 41, PSKto Karlsruhe 
4627 — K.: Robert Neininger — O.: Gertrud Wesel — Frv.: Elly 
Johne, Hirschstr. 106 — Jgd.: Wolfgang Bella, RFranckstr. 32. 

KOMMINGEN; (zu Blumberg) G.: PFARRKIRCHE, 14-tg. wech- 
selnd 9.00 u. 10.00 — 2. V.: Verwalter Karl Schmid (Tengen 322) 

— KKasse: Severin Schmid, Landwirt — Frv.: Frau Elise Schmid 

— Gem. Schw.: Lina Sauter. 

t KONSTANZ; G.: CHRISTUSKIRCHE, Mönsterplatz, So. u. Ftg. 
^.3Ö— Pfr. u. V.: Dr. Jos. Heinsberg (xl.7.01 yl 4.8.24), Schweden- 
str. 11, F 3159 — 2. V.: Juwelier Kurt Müller, Kanzleistr. 6, F 4334 

— KKasse: Hugo Schätzle, Stephansplatz 47, Kto. Stadt. Spar- 
kasse 1884 — Lehrp.: Oberlehrer Hugo Schätzle — O.: Franz 
Schmidt, Mainaustr. 32 — Frv.: Frau Johanna Welsch, Lorettosteig 
38, F 5424 — Jgd.: Diethelm Heuschen, Mozartstr. 11. 



LADENBURG: (zu Heidelberg) G.: SEBASTIANSKIRCHE. So. 
Ftg. 8.30 — 2. V.: Eugen Borho, Kurzgewann 17 — Pfarrer 
Zehnstr. 21, F Bläß 307 — KKasse: Frau Gretel Borho, Ku 
gewann 17, PSKto Karlsruhe 50466 — O.: Käthe Max — Frv.: Fi 
Elisabeth Hilgers, Kurzgewann 17. 

Lörrach; (zu Zell/Wiesental) G.: Ev.-Iuth. Kapelle, Baumqartn 
Str. 27, 2. So. 9.20. 

LOnSTEHEN; (zu Singen) G.: HEILIGKREUZKAPELLE, 2. So. 
1 Ftg. sommers 9.00, winters 9.30 — 2. V.: El. Meister Johc 
Homlicher — KKasse: Zim. Meister Max Würthenberger, Vo 
bank Jestetten Kto. 234 — K.: Erich Binkert — O.: Max Würth 
berger — Frv.: Frau Marie Güntert, Nack über Lottstetten 
Lehrp.: Hauptlehrerin Edith Windler. 

Ludwigsburg: (zu Stuttgart) G.: Ev. Gemeindehaus, Sa. 16.00 
V.: Frau E. Strecker, Luisenstr. 4. 

t MANNHEIM: G.: SCHLOSSKIRCHE Westl. Schloßflügel, 
u. Ftg.: Mai-Sept. 9.30, Okt.-April 10.00 Mi. 9.00 — Pfr. u. 
Dr. Hugo Roder (x28.4.06 y2.4.34), M 7,2, F 21363 — 2. V.: Stc 
kassendir. Robert Weßbecher, HWolfstr. 12 — KKasse: Gu; 
Weßbecher, Mühldorfer Str. 5, PSKto KaHsruhe 17784 — Leh, 
Frau Hilde Zaruba, Horst Furtwängler — K.: Willi Helml 
Kirchenstr. 5 — O.: Frau Emmi Kallenheim — Frv.: Frau 1 
Reinbold, Elfenstr. 3 — KChor: Frau Emmi Kallenheim — Mw( 
0-lnsp. Erich Kallenheim — Jgd.: Lehrer Horst Furtwängler 

Monnheim-Waldhof: (zu Mannheim) G.: ERLÖSERKIRCHE Wc 
Str. 117, So. u. Ftg.: Mai-Sept. 9.30, Okt.-April 10.00 — Vit 
Paul Fojkar, (x9.7.14 yl9.3.41) Gartenstadt, Waldfrieden 



F 59156 — K, : Georg Eberlein, Gartenstadt, Ginsterweg 5 
O.: Heinz Schurr — Frv.: Frau Anna Riesinger, Waldstr. 

MESSKIRCH; (zu Sauldorf) G.: LIEBFRAUENKIRCHE Meßki 
So. u. Ftg. abw. 8.30 u. 10.45 — 2. V.: Inspektor Wilhelm 8 

— KKasse: Inspektor Wilhelm Blum, Kto. Sparkasse Meßkird 
K.: Schw. Lina Kiebler — O.: Klara Schmid — Frv.: Frl. Mt 
Gitschier, Mengenerstr. 42 — KrPflv. : Frau M. Votteler, Apoth 

— Schw.: Lina Kiebler u. Hilde Keller, Schnerkingerstr. 4. 

t MUNDELFINGEN; G.: MARGARETENKAPELLE jd. So. u. 
9.30 — Pfr. u. V.: Hans Huber (xl7.1.89 y25.7.12), Mundelfin 
über Donaueschingen — 2. V.: Ernst Grießhaber — KKo 
PSKto Karlsruhe 27312 — K.: Hermann Weite — O.: Herü 
Heinemann — Frv.: Frau Klara Weite, 22. 

OFFENBURG; (zu Baden-Baden) G.: KIRCHE, Offenburg, G 
nasiumstr. 7, 1. So. 10.00 — 2. V.: August Schmidt, Wilhelmsti 

— KKasse: Frau Josefa Wunderlich, Hauptstr. 52, PSKto Kc 
ruhe 75411 — K.: Frau Josefa Wunderlich — O.: Musiklei 
Alf. Burk — Frv.: Frau Maria Kreusch, Friedrichstr. 62. 

PFORZHEIM ; (zu Stuttgart) G.: Ev. Nordstadtkirche, samsl 
sommers 17.00, winters 16.00 — 2. V.: Theo Weh, Maximiliar 
130 — KKasse: Friedrich Weimar, Westliche 360, PSKto Karlsr 
17942 — O.: Erich Hagenbucher. 

Radoifzell; (zu Singen) Obm.: Gew. Schuldir. i. R. Robert C 

Obertorstr. 7. 

Ravensburg; (zu Konstanz) G.: Ev. Gemeindehaus, 4. So. 9.3 

Obm.: Frau Mark, Friedhofstr. 14. 

Rheinfelden: (zu Säckingen) G.: Alte Ev. Kirche, am Bahn 

14-tg, 9.30 oder 13.30 — K.: Frau H. Haab, Baslerstr. 9. 

t SÄCKINGEN; G.: ALT-KATH. KIRCHE, 14-tg. 9.30 - Pfr. u. 

Hans Bürke (xl4.8.08 y2.4.38), Schillerstr. 13, F 276 - 2. 

Stadtrat Willi Spitznagel, Uhlandstr. 9, F 582 — KKasse: E 

Huber, Ob. Flühstr. 24, F 555, PSKto Karlsruhe 37343 — K: I 

Frömmel, Flühstr. 7 — Frv.: Frau Berta Huber-Bärmann, Ol 

Flühstr. 24. 

t SAULDORF; (Amt Meßkirch) G.: NOTKIRCHE, So. u Ftg. c 

^.ÖÖ u. 10.15 — Pfr. u. V.: Herbert Wlokas (x4.3.09 y5.4.36), 

Meßkirch 367 (Karl Gabele) — 2. V.: Emil Schellinger, Land 

— KKasse: Johann Bauer — K.: Walter Matheis ~ O.: Hern" 
Schellinger — KChor: Lisa Wlokas — Frv.: Frau Karoline Gc 

— KrPflv.: Frau Lisa Wlokas — Jgd.: Otto Matheis. 

Schwöbisch-Gmün d; (zu Stuttgart) G.: Ev. Augustinuskit 
So. 16.00 — V.: Otto Wick, Marktplatz 13. 
SCHWAN IN GEN; (zu Stühlingen) G.: MARTINS-NOTKIR( 
14-tg. 8.30 — 2. V.: Landw. Josef Stadler, Schwaninaen, 
Bonndorf/Schwarzw. — KKasse: Schmiedem. Erich Stadler, 
Bez. Spark. Stühlingen 517 — K, u. O. : Forstwart Anton ßur 

t SINGEN: G.: PFARRKIRCHE, Freiheitsstraße 9, So. u. 
sommers 9.00, winters 9.30 — Pfr. u. V.: Karl Kuenz (xl 
yl9.10.24), Freiheitsstr. 9, F 2515 — 2. V.: Willy Fischer, Sch( 
Str. 4 — KKasse: Bilanzbuchh. F. A. Schmid, Finkenschlagwc 
F 3362, Kto. Bez. Spark. 3406 — K.: Karlheinr. Kuenz — O.: 
rektor Ernst Sanns — KChor: Hauptlehrer i. R. Adolf Kohle 
Frv.: Frau Hilde Kohler, Mühlenstr. 3 — Jgd.: Bernd Fe 
Alpenstr. 4 — Lehrp.: Konrektor Ernst Sanns, Alpenstr. 13. 




JTÜHLINGEN: G.: SEBASTIANS-STADTKIRCHE, 14-tg. sommers 
)" winters 9.30 — Pfr. u. V.: Geistl. Rat A. Reinelt (x3.7.87 
712) Sophie-Wörth-Stiftung — 2. V.: Julius Würth, Ober- 
f'— 'KKasse: Ratschreiber Herm, Buche, Stühlingen, Bez. 
irk Stöhlingen Kto. 517 — K. : Hermann Isele — O.: Walter 
rmann — Frv. : Frau Luise Nober, Stadtweg. 
STUTTGART: G. : AtT-KATH. PFARRKIRCHE, Olgastr.-Katha- 
enplatz, bo. u. Ftg. 9.30 — Pfr. u. V.: Fritz Herrmann (xl9.9.10 
534) Stuttgart-Gerlir.gen, Schillerhöhe, Amselweg 44, F Stadt 
352 ausw. 07156352 — 2. V.: Dr. med. Max Sauter, Stuttgart-S, 
ickhardtstr. 51 — KKasse: Josef Loch, Leonberg, Haldenstr. 12, 
:to Stuttgart 18394 — O.: Wilhelm Reck — Frv.: Frau Ros- 
ho Herrmann ü. Pfarramt — Jgd. Dieter Stefezius, Stgt.- 
nnstodt, Wiesbadener Str. 12. 

NGEN /Oberrhein: (zu Stühlingen) G.: HEILIGKREUZKAPELLE 
So u 2. hg. 13.30 — 2. V.: Wilh. Schreiber, Steuer-O-Sekr., 
oeilenstr. 12 — KKasse: Otto Eiselin, Kaufmann, Hauptstr., 
r. Bez. Spark. StOhlingen 517 — K.: Frau Rosa Schumpp — 
: Rektor Heinrich Noe. 

lingen: (zu Mundelfingen) G.: Ev. Stadtkirche St. Johann, 
rberstr., viertelj. — Obm.: Otto Wulst, Saarlandstr. 26. 
^Idshut; (zu Säckingen) G.: Ev. Gemeindesaal, Kaiserstr. 95, 
tg.: 8.30 — 2. V.: Walter Schirmer, O.-Zoll-Insp., Bergstr. 2 — 
.: Frau Anna Kaufmann, Ziegelfeld 1. 

alidürn; (zu Heidelberg) G.: Ev. Kirche, zweimonatl. — Obm.: 
lu Rosa Solich, Siedlungsstr. 3. 

ZEL L Wiesent al: G.: CHRISTUSKIRCHE, Schulstr., 1. 3., 4. u. 
So 9 30 — PfiTu. V.: Anton Degen (xl 4.2.05 yl 2.4.31), Gottfr.- 
;smann-Str. 7, F 286 — 2. V.: Otto Sütterle, Schopf hei merstraße 
KKasse: Hans Faller, Frv.: Frau Helene Degen, Gottfried- 
3mann-Str. — Jgd.: Karl Reichert, Schönauer Str. 
2. BAYERN 

(zu Regensburg) viertelj. Obm: Ing. Walter Quitt, 
20. 

(zu Nürnberg) G.: Evang. St, Johonniskirche nach Ein- 
"V.: Roman Gonska, Kannenstr. 6. 
CHAFFENBURG : (zu Würzburg) G.: Pfaffengasse 13, 10.00 
o. Jäger-Kaserne US-Chapel 14.30 nach Bekanntgabe i. „Main- 
10' — V.: Pfr. Christian Huber, v. Medicusstr. 15. 
AUGSBURG: G.: Heiliggeistspitalkirche, Rotes Tor So. u. Ftg. 
u. Die. 9.00 - Pfr. u. V.: Emil Volz (xl6.9.1912 yl9.4.1936), 
gsburg-Hochfeld, Hennchstr. Tk, F 7210 2. V.: Kaufmann Karl 
gier, Holzbachstr, 27a I — KKasse: Fritz Gaudnek, Goggin- 
n, P. Henleinstr. 1, F 33545, PSKto München 18226 — O.: Mu- 
direktor Christoph Schneider, Völkstr. 1, F 4052 — Frv.: Karo- 
a Kugler, Holzbachstr. 27a, F 8769. Adresse des Alt-Kath. 
jrramtes Augsburg, Thommstr. 17, F 7210. 
mberg: (zu Nürnberg) G.: Evang. Erlöserkirche, letzter So. 
00 — V.: Franz Kindermann, Nürnberger Str. 73. 
YREUTH: (zu Weidenberg/Ofr.) G.: Löhehaus, Bismarckstr. 3, 
So. 9.00 — V.: Dr. Ed. Scholze, Humboldstr. 7. 
rditesgoden: (zu Rosenheim) G.: Ev. Kirche 1. So. Jan., Apr., 
li, Okt. 14.00 — Obm.: Anton Sluka, Reichenbachstr. 14. 
chloe: (zu Kaufbeuren) G.: Ev. Kirche, viertelj. 
bwrg: (zu Weidenberg/Ofr.) G.: Salvatorkirche 2. So. 13.45 — 



; Jul. Heller, Neue Heimat 14. 
ichau: (zu München) ev. Kirche auf Einladung. 
>nauwörth: (zu Augsburg) G.: Ev. Kirche zweimtl. — Obm.: 
b. Ang, E. Unterseher, Bahnhof, 
ding: (zu München) ev. Kirche auf Einladung. 
iongen : (zu Nürnberg) G.: 1. So. sommers 9.30 Neustädter 
edhofskirche, winters 16.30 Henkestr. 34 geheizt — V.: Dipl. 
g. Karl Fischer, Richard-Strauß-Str. 19. 

Atelberg: (zu Weidenberg/Ofr.) G.: Christuskirche 4. So. 8.00 
V.: Rudolf Schier, Birkenstr. 6, Frv.: Elsa Geischberg, Neubau, 
'ünsteinweg 1. 

sising: (zu München) ev. Gemeindesaal auf Einladung. 
rstenfeldbruck: (zu München) ev. Kirche auf Einladung. 
rth: (zu Nürnberg) G.: Marienstr. 4, 3. So. 9.30 — V.: Wilhelm 
2uner, Johannisstr. 9 IV. 

ssen: (zu Kaufbeuren) G.: Ev. Kirche, sechswchtl. 
armiseh: (zu Augsburg) G.: viertelj. Ev. Kirche — Obm.: Barth. 
2slmeier, Oberau, Triftstr. 26. 

gretsried: (zu Mönchen) Kapelle-Omnibushaltestelle auf Ein- 
Jung. 

"loch: (zu Würzburg) V.: Günter Alfred, Hasloch 65. 
^ß^"rt: (zu Würzburg) G.: Evang. -luth. Gemeindesaal, 1. So. 
i5 — V.: Karl König, Obere Vorstadt 15. 

^^ Saale: (zu Weidenberg/Ofr.) G.: Evang. Hospitalkirche — 
: Hugo Hafran, Weberstr. 23. 



Immenstadt: (zu Kempten) G. : Ev.-luth. Kirche 1. So. u. 2. Ftg. 
14.00. 

Ingofstadt: (zu Regensburg) monatl. — Obm.: Frau Anna Spö- 
rer, Flandernkaserne Zim. 185. 

Karlstadt/Main: (zu Wörzburg) Ev. Kirche — V.: Frenz Ruppert, 
Rathausgasse 142. 

t KAUFBEUREN-NEUGABLONZ : G.: CHRISTI HIMMELFAHRTS- 
KIRCHE Neugablonz, Fichtenweg, So. u. Ftg. 9.00, Di. 7.15, 
Mi. 19.30 — DOMINIKUSKIRCHE Kaufbeuren, Augsburger Str., 

1. u. 3. So. 10.30 — Pfr. Bernhard Bödefeld (xl7.3.13 y29.6.36) 
Kaufbeuren-Neugablonz, Fichtenweg 6, F6094 — V.: Arnold 
Rösler, Glaswarenerzeuger, Untergermaringen über Kaufbeuren 

— 2. V.: Ernst Kießlich, Kaufmann, Neugablonz, Hubertusstr. 27. 

— KKasse: Franz Lammel, Neugablonz, Herbststr. 3, PSKto 
München 48405 — K. u. O.: Alfred Peter, Oberbeuren, Am Bad- 
anger — KChor: Alfred Peter — Frv.: Gisela Neumann, Neu- 
gablonz, Waldzeile 7 — Jgd.: Frau Ilse Bödefeld — Kch.: Al- 
fred Peter. 

t KEMPTEN: G.: FORSTENSAAL der Residenz, Westflügel 2.Stock 
%o. u. Ftg. 9.15 — Pfr.: Fritz Kraeling (x6.7.08 yl2.8.34). Lin- 
dauer Str. 3, F 3257 — V.: Kaufmann Franz Spohn, Kapellen- 
platz 3 — KKasse: Fritz StofFI, Lindauer Str. 3, PSKto München 
57513 — K.: Ludw. Oswald, Hirschstr. 11. 

Königshofen/Grabfeld ; (zu Wörzburg) V.: Bruno Blaschka, Kro- 
nenkeller-Allee 404. 

Krumbach/Schwaben: (zu Augsburg) G.: viertelj. Kath.-Apost.- 
Kirche — Obm.: K. Simm, Bahnhofstr. 

Landshut: (zu Regensburg) G.: Ev.-luth. Stadtkirche 1. So. u. 
Ftg. 14.00 — Obm. Gerh. Kindermann, Niedermayerstr. 44b. 

Lindau: (zu Kempten) G.: Ev. Stadtkirche vjhrl. 14.00 Uhr. 

Marktoberdorf: (zu Kaufbeuren) G.: Ev. Kirche sechswöchentlich. 

Markt Schwaben: (zu Mönchen) ev. Kirche auf Einladung 

Memmingen: (zu Kempten) G.: Ev. Kinderlehrkirche 3.So. 14.00 u. 

2. Ftg. 10.00 — O.: A. Lindenmayer. 
Miesbach: (zu München) ev. Kirche auf Einladung 

Mühldor f am Inn: (zu Rosenheim) G.: Ev. Gemeindesaal 3.So. 
oder 2, 'Ftg. 11.00 — Obm.: F. Schmidberger, Tögingerstr. 38. 

Münchberg: (zu Weidenberg) G.: Ev. Gottesackerkirche. Obm.: 
Josef Zanin, Talstraße 12 und FH. Helene Hofmann, Wüsten- 
selbitz 65. 

t MÜNCHEN : G.: WILLIBRORDKIRCHE, Blumenstr. 36 So. u. 
Ftg. 10.00; 5. So. im Sommer 18.00, im Winter 17.00; von Ostern 
bis Allerheiligen auch 8.30 — Pfr. u. V.: Dekan Josef Schnierts- 
hauer (xl5.9.06 y25.7.33), Franz-Josephstr.. 20/111, F 338040 — 
2, V.: Prof. A. Thürlings, Giselastr. 2 — Kasse: Anna Knörrich 
bei Döbler, Kazmairstr. 18/111, F 557240, PSKto München 18542 — 
O.: Adolf Michel, Dietramszellerstr. 2/0 — Chor: Prof. A. Thür- 
lings — Frv.: Frau Tilde Arnold, Platenstr, 4/1 — Männerw.: 
Johann Haberkorn, Türkenstr. 104/0, F 338635 — Jgd.: Pfr. Gigl 

— Mesner: Max Bernauer, Infanteriestr. 7b/l, F über 65247 
' (Bajnok). 

Döllingerhaus: (zu Mönchen) G.: KAPELLE im Döllingerhaus, 
Türkenstr. 104, 2. u. 4. So. 8.30 — 2. Geistl.: Pfr. Josef Gigl 
(X14.4.03 y21 .12.30), Türkenstr. 104/1, F 338433. 
Murnau/Staffelsee: (zu Augsburg) viertelj. Obm.: Kaufmann Vik- 
tor Klein, Olympiastr., Postfach 64. 

Neuburg/Donau: (zu Augsburg) zweimtl. Obm.: Frau Beatrice 
Petrak, Rosenstr. C 99, 

NEUöniNG: (zu Rosenheim) G.: Ev. Kirche 3.So. oder 2.Ftg. 
14.00 — 1. V.: Ludw. LippI, Eisenfelden 136, Post Neuötting- 
Land 2 — KKasse: Hans Euringer, Ludwigstr. 41. 
Neustadt/Aisch; (zu Nürnberg) V.: Edmund Kolberg, Winds- 
heim, an der Weed. 

Neustadt/Saale : (zu Würzburg) V.: Johann Wellschmidt, Rhön- 
str. 8. 

Nördlingen: (zu Augsburg) G.: zweimonatl. Ev. St. Georgs- 
Sakristei-Kapelle — Obm.: Frau Mimi Peschke, Reutheweg 48. 
t NÜRNBERG; G.: Peterskapelle, Kapellenstr. Str. B Linie 2/4, 
So. u. Ftg. 9.30 — Pfr. Franz Ewald Fuchs (x26.8.90 y30.6.15), 
Regensburger Str. 24/1, F 43111 — V.: Fritz Hillebrand, Erhard- 
str. 4 — EV.: Dipl. Ing. Leo Haas, Kapferstr. 4 — KKasse: Dipl. 
Ing. Rud. Caser, W. Späthstr. 63, PSKto Nürnberg 46969 — K.: 
Fritz Hillebrand, Erhardstr. 4 — O.: Erich Sabitzer, Sudetend. 
Str. 4 — KChor: Julie Bloch, Zirndorf, Hauptstr. 2 — Frv.: Anna 
Münnichshöfer, Melanchtonstr. 9, F 42969. 

Obergünzburg: (zu Kaufbeuren) Ev. Kirche viertelj. 

Ochsenfurt: (zu Würzburg) V.: Emil Göller, Zwinger 2. 

Pasing: (zu München) G.: ev. Kirche 4. So. 15.00 u. l.Ftg. 11.00. 



85 



t PASSAU: G.. AUFERSTEHUNGSKIRCHE, Innstraße, So. und 
Ftg. 9.00 — Pfr. u. V.: Franz Billich (x9.1.96 y25.6.22), Ad.-Stifter- 
Str. 1, F 6355 — 2. V.: Anton BramI, Schöllnach, Engelfingerstr. 
39 — KKasse: Hans Mayer, Rosenauweg 10, Kto 1261 der Bayer. 
Hyp.- u. Wachs. -Bank Passau, deren PSKto Mönchen 13611 — 
O.: Hans Wendel. 

Prien: (zu Rosenheim) G.: Ev. Kirche März, Juni, Sept., Dez. 
I.So. 15.00 — Obm.: Frau Frieda Elstner, Prien-Ernsdorf Nr. 1. 
Prutting ; (zu Rosenheim) G.: Schule 2. So. 9.X — Obm.: Gustav 
Langer, 20'/s. 

Bad Reichenhall: (zu Rosenheim) G.: Ev. Gemeindesaal, Gabels- 
bergerstr. 3, 1. So. (außer Aug.) 10.45 — Obm.: Frau Dir. Strei- 
tenfels, Luitpoldstr, 12. 

j-REGENSBURG: G.: Kirche im Stadtpark, Prüfeninger Str. 
So. u. Ftg. sommers 8.00, winters 14.00 — Pfr. u. V.: Philipp 
Elbert (x2.5.07 y6.5.34), Prüfeningerstr. 115/11, F 30702 — 2. V.: 
Hans Franke, Arberstr. 16 — KKasse: Franz Strehl, Pfluggasse 1, 
PSKto Nürnberg 9898 — Frv. : Irmgard Happach, Anzengruber- 
str. 7. 

t ROSENHEIM; G.: Ev. Kirche 2. u. 4. So. ü. 1. Ftg. 8.00 — 
Pfr. u. V.: Anton Eberle (x3.9.07 yl9.7.31), Pernauerstr. 52, F 1735. 
2. V.: Prof. Dr. Hch. Brünner, Prinzregentenstr. 7 — KKasse: 
Josef Miethaner, Ahornweg 7, PSKto München 104255 u. Stadt- 
spark. Rosenh. 740 — O.: Dr. Brünner u. Frau Eberle — KChor: 
Ewald Löhnert, Hubertusstr. 17 — Frv.: Frau Albine Rotter, 
Gamsweg 15 — Jgd.: Hans Rossipal, Riedering Nr. 7. 
Schweinfurt; (zu Würzburg) 3.So. 8.00 U. S. Chapel, Nieder- 
werrnstr. — V.: Maria Beckert, J.-S.-Bach-Str. 10. 
Schongau: (zu Kaufbeuren) G.: Ev. Kirche sechswöch. 
Senden/Neu-Ulm: (zu Augsburg) G.: viertelj. — Obm.: Josef 
Kaulich, Ay 111 bei Senden. 

Starnberg: (zu München) ev. Kirche auf Einladung. 
Vilshofen: (zu Passau) G.: Ev. Kirche sechsw. 14.30 — Obm.: 
Margarethe Kerschbaum, Schweikiberg 8. 

Vohenstrauß; (zu Regensburg) viertelj. O.: Ernst Guba, Dr. Rein- 
hardstr. 467. 

WALDKRAIBURG: (zu Rosenheim) G.: Ev. Kirche 3.So 8.00 oder 
2. Ftg. 9.00 — I.V.: Karl Pech, Rosegger Weg 7. 
Warmensteinach (zu Weidenberg): G.: Ev. Pfarrkirche — V.: 
Bertha Röhsler, Nr. 272. 

Weiden: (zu Regensburg) viertelj. O.: Walter Höhn, Erhardstr. 2. 
t WEIDENBERG : (zu Nürnberg) G.: Kilchertsaal, 3. So. 9.30 — 
Pfarrvikar Karl Koschitz (xl8.8.16 y31. 10.54). Flur 275, F über 302 
— V.: Karl Czerny — KKasse: Else Fleischmann, Bayer. Hypo. 
Bank Bayreuth Kto 4255 — Jgd.: Horst Posselt — K.: Fr. Klambt. 
Weißenhorn: (zu Augsburg) halbjährl. — Obm.: Gerhard Schul- 
des, Memminger Str. 34. 

Wiesentheid ; (zu Würzburg) V.: Josef Felkel, Prichsenstadt, Kr. 
Geroldzhofen. 

t WURZBURG : G.: Ev. Kapelle i. Luitpoldkrankenhaus 2.u.4.So. 
9.45— Pfr. u. V.: Josef Huemer (x22.1.94 y25.4.20), Seelbergstr. 8, 
F 51753 — 2. V.: Pfr. Alois Hofmann, Rothweg — KKasse: Rudolf 
Hübel u. Frau Grete Huemer, PSKto Nürnberg 36029 — O. : Frl. 
Anna Brönner — Frv.: Frau Grete Huemer. 

Zwiesel: (zu Passau) G.: Ev. Kirche sechswtl. 16.00 — Obm.: Karl 
Hermann Furche, 31672. 

3. HESSEN 

Allendorf/Marburg: (Nordhessen-Süd) halbjöhrl. — Obm.: Ri- 
chard Heinrich, Allendorf, Niederkleinerstr. 31. 
Bad-Hersfeld: (zu Nordhessen-Mitte) G. : etw. monatl. — Obm.: 
Frau Auguste Rauer, Hainstr. 14. 

Bensheim/Bergstraße: (zu Heidelberg] G.: Ev. Kirche, Bensheim 
2-mtl. u. Ftg. — Obm.: Bruno HantI, Bensheim-Auerbach, Blü- 
cherstr, 2. 

Birkenau/Odenwald: (zu Heidelberg) G.: Ev. Kinderhort, Birke- 
nau, Johannisstr. 2-mtl. u. Ftg. — Obm.: Frau Karoline Beitel, 
Dr. Joh. Stöhr-Str. 11. 

Butzbach: (zu Nordhessen-Süd) monatl. — Obm.: Rudolf Strohal, 
Nieder-Weisel, b. Butzbach, Wiesenstr. 6. 

DARMSTADT: (zu Offenbach) G.: Ev. Kirche, Darmstadt-Eber- 
stadt, 1. So. (außer August) 15.30 — V.: Heinrich Sax, Moos- 
bergstr. 34. 

Ehrsten: (zu Nordhessen-Nord) G.: vierteljährl. — Obm.: Johann 
Johne. 

t FRANKFURT: G.: St. WILLIBRORDKIRCHE, Sebastian-Rinz-Str. 
/Miquel-Allee, So. u. Ftg. 9.30 — Pfr. u. V.: Paul F. Pfister (x26. 
3.97 vi .7.23), Vorrentrappstr. 71p, F 773467 — 2. V.: Wilhelm 
Hochlenert, Pestalozzistr. 13 — KKasse: Leopold Quitt, Teplitz- 
Schönauer Str. 20/11, PSKto Frankfurt 57366 — O.: Frau Maria 
Rumpf — Frv.: Frau Theo Pfisfer, Vorrentrappstr. 71p. 



Frickhofen: (zu Wetzlar) G.: Kath. Volksschule, 2. u. 4.So. <■. 

— Obm.: Emil Wedlich, Hinterstr. 42 — Frv.: Frau Kä 
Dicken, Thalheim ü. Limburg. 

Friedbera: (zu Nordhessen-Süd) G.: achtwöchentl. — Obm.: F 

Herta Schön, Querstr. 4 

Fulda: (zu Nordhessen-Mitte) G.: monatl. — Obm.: Frau Aur< 

Prock, Bahnhofstr. 5. 

Groß-Umstadt: (zu Offenbach) viertel}, ev. Kirche, 15.00 — Ob 

Fritz Neumann, Schulstr. 10. 

Grünberg: (zu Nordhessen-Süd) G.: etwa Vierteljahr!. — Ob 

Dorothea Glaser, Grünberg, Eichendorffstr. 1. 

Hadamar: (zu Wetzlar) G. : Evang. Kirche, 2. So. — Obm.: F 

Ruth Warkert, Kimmelwiese. 

Hanau: (zu Offenbach) G.: Ev. Kirdie Hanau-Kesselstadt, 2 

außer August 15.(X) — Obm.: Frau Anna Emmerich, Kronp 

zenstr. 18. 

Hundshausen: (zu Nordhessen-Mitte) jöhrl. G. 

Bad Hombur g v. d. Höhe: (zu Frankfurt) G.: Orthodoxe Kit 

im Kurpark, 4".So. u. l.Ftg. 15.00. 

Immenhausen: (zu Nordhessen-Nord) G.: etwa monatl. — O 

Frau Anna Fechtner, Obere Bahnstr. 32. 

Kassel: (zu Nordhessen-Nord) G.: monatl., Auskunft: Ev. Kü 

Bernhard Preßler, Lutherplatz 6. 

Klein-Karben: (zu Nordhessen-Süd) G.: achtwöchentl. — Ob 

Frau Erika Häusler, Peter-Geibel-Str. 15. 

Meimbressen: (zu Nordhessen-Nord) G.: vierteljährl. — Ob 

Richard Hentschel. 

Mudersbach: (zu Wetzlar) G.: Evang. Betsaal, 3. So. 9.X 

Obm.: Johann Setlatschek, Altenkirchen/Wetzlar 91. 

Niedermeiser: (zu Nordhessen-Nord) G.: vierteljährl. — Ol: 

Frau Anna Hackenberg. 

Niedershausen: (zu Wetzlar) G.: Evang. Kirche, 1. So. lO.OC 

Obm.: Viktor Schiebel, Alter Hof. 

t NORDHESSEN ; Pfr. u. V.: Gerhard Lenz (x9.2.05 y26.3 

Frankfurt, Schumannstr. 52 — KKasse: AKDiasporapfa. Ni 

hessen PSKto Ffm. 36161 — Gemeinde Nord: 2. V.: Karl Emr 

Grebenstein, Bahnhofstr. 38 — Gemeinde Mitte: 2. V.: Karl K 

zel, Rotenburg/Fulda, Hochmahle PI. 6 — Gemeinde Süd: 2. 

Rudolf Strohal, Niederweisel, Wiesenstr. 6. 

Oberrosbach: (zu Nordhessen-Süd) G.: etwa vierteljährl. 

Obm.: Frau Emmi Briza. 

Oberursel: (zu Frankfurt) G.: Ev. Gemeindesaal (Kirche), 1 

u. 2. Ftg. 13.30 — Obm.: Max Hofmann, Oberhöchststadt i. 

Waidsiedlung 18 — EV.: Anton Kessler, Oberursel, Feldbergstr 

t OFFENBACH; G.: CHRISTUSKIRCHE, Bismarckstr. 105, So 

1. Ftg. 9.30— Pfr. u. V.: Josef Girke (x7.8.14 y7.1.40), Bismarcl 

105, F 82812 - 2. V.: Wilh. Priester, Waldstr. 95 - KKass. 

O. : Lehrer Ernst Müller, Landgrafenring 55 — K. : Adolf Werv 

— O.: Lehrer Ernst Müller. 
Ottrau: (zu Nordhessen-Mitte) jährl. 

Rotenburg/Fulda: (zu Nordhessen-Mitte) G.: etw. monatl. 
Obm.: Karl Menzel, Hochmahle PI. 6. 

•{•WETZLAR: G.: Untere Pfarrkirche, 3.So. 15.00 — Pfr. u. 
Josef Dicken (xl4.11.91 y26.4.13), Thalheim ü. Limburg, Lc 
Gasse 2 — 2. V.: Max Müller, Altenberger Str. 34 — KKo 
Johann Sedlatschek, Altenkirchen/Wetzlar — Frv.: Frau E 
Müller, Altenberger Str. 34. 

f WIESBADEN: G.: FRIEDENSKIRCHE, Schwalbacher Str. 60 
3. u. 5. So. u. 1. Ftg. 10.15 — 2. V.: Adamant Rohm, Tau 
Straße 22 — KKasse: Heinrich Beiz, Adlerstr. 93, Kto. N 
Spark. 157 — K.: E. Mondrion — O. : E. Kroener — Frv.: A. E 
Dotzheimer Str. 52. 

Zwergen: (zu Nordhessen-Nord) G.: vierteljährl. — Obm.: ! 
Maria Tanzer. 

4. RHEINLAND-PFALZ 

FRANKENTHAL; (zu Mannheim) G.: Ev. Apostel kirche, 4. 
14.30 — 2. V.: Frau Lisel Wanger, Wingerstr. 9a. 
HESSLOCH: (zu Wiesbaden) G.: CHRISTUSKIRCHE, 2. So 
27.12. u. Karfreitag u. 2. Pfmgsttag 9.45 — 2. V.: Fritz G( 
Bahnhofstr. 15 — KKasse: Fritz Hahn, Dalbergstr., F Westh 
105, Kto. Spar-Darl. Kasse Heßloch — K.: A. Gordt — O.: F 
rieh Spieß. 

KAISERSLAU TERN^ (zu Landau) G.: Lutherkirche am Ril 
berge 1. u. 3. So. 14.00 u. 2. Ftg. 10.30 — 2. V. : Heinrich Bä< 
Glockenstr. 31 — KKasse: Frau Liesel Marczeski, Bienenstr 1 
O.: Rudolf Maas, Kottweiler, Hauptstr. 26. 
KOBLENZ: (zu Bonn) G.: Evang. Martinistift, Kurfürstenstr 
mtl. So. 10.00 — 2. V.: Prof. Dr. Walter Petri, Koblenz-C 
werth, Rheinau 2 — KKasse: Prof. Petri, Kto. 1070 Südd. i 
Koblenz. 



LANDAU : G.: KATHARINENKAPELLE Stadthausgasse, jeden 
. u. Ftg. 9.30 — Pfr. u. V.: Benedikt Bader (xl 0.7.06 y29.6.31) 
olfsweg 16 — 2. V.: Alfred Ludwig, Lambrecht, Hauptstr. 35 
KKasse: Frau Klara Wingerter, Stirtspassage, PSKto Ludwigs- 
ifen 19216 — O.: Ol. Kern. 

dwigshafen-Rheingonheim (zu Mannheim) Obm.: Frau Käthe 
jfer, Rheingönheim, Wifhelmstr. 4 — KKasse: Frau Käthe 
hreier, Mundenheim, Nadlerweg 12, PSKto Ludwigshafen 3491. 
>ll/Mosel: (zu Koblenz) Obm.: Hans Burum, Hauptstr. Schloß. 
/VEIBRUCKEN: (zZ. zu Saarbrücken) G.: Karlskirche, Karlstraße 
' Vereinbarung, 2. V.: Xaver Mack, Zweibrücken, Schillerstr. 20. 

5. SAARLAND^ 

SAARBRÜCKEN: G.: Stadtmission Ebenezer, Schillerstr. 20, So. 
Ftg. 10.00 — Pfr. u. V.: Josef Kaufmann (x7.12.86 yl 3.7.1 3), 
roßherzog-Friedrich-Str. 131, F 62286 — 2. V.: Anton Kalmes, 
jdweiler. Im Allment 20 — KKasse: Rudolf Hoffmann, Heim- 
jrten 5, PSKto 4948 — O.: Alois Gehring. 

6. NORDRHEIN-WESTFALEN 

AACHEN: G.: Ev. Kapeile Luisenhospital, Boxgraben 99, 2. u. 

So. 11.30 — Pfv.: Andr. Müller-Misgeld (x26.3.12 y30.3.52), 
iedrichstr. 29-33/111 — V.: B. B. Sekr. Phil. Urlichs, Ecken- 
Brg 6B — EV.: Prof. Dr. W. Eilender, Arthur Kampfstr. — 
<asse: Heribert Bonnie, Im Gillesbachtal 87, PSKto Köln 44261 

K.: Matthias Gilles, Elsaßpl. 1 — O.: Fritz Kreitz. 
BIELEFELD : G.: Kath. Kirche, Schulstr. 12, So. u. Ftg. 15.00 — 
r. u. V.: Max Rademacher (x5.2.11 yl 2.1 1.50), Am Steinbrinck 
'b — 2. V.: Robert Walter, Patthorst 20 ü. Steinhagen — 
<asse: Bielefeld am Steinbrinck 47b, P. : Hannover 8577 — O.: 
laus Jakoby, Münster, Elsässerstr. 58. 

3CHUM: (zu Hagen) G.: Heim der Innern Mission, Mühlen- 
r. 27, monatl. So. 10.00 — 2. V.: Robert Keining, Akademie- 
r. 23 — KKasse. Dr. Ing. H. Herbst, Bochum, OverhofFstr. 3, 
\o 5192 Stadt. Spark. Bochum. 

BONN: G.: St. CYPRIANS-PFARRKIRCHE, Koblenzer Str. 61, 
D. u. Ftg. Mai-Sept. 9.30, Okt.-April 10.00 — SEMINARKAPELLE, 
numschulallee 9, Mittw. 19.15 Abendmesse, Samst. 15.30 Vesper, 

DEUTSCHHERREN-KAPELLE im Alten Friedhof 1. Mittw. 9.00 
jelenamt — Pfr. u. V.: Prof. Dr. Werner Küppers (xl .11.05 
>8.1.29), Arndtstr. 23, F 21710 — Vikar: Ernst W. Heese (xl2.12.31 
2.5.57), Bcumschulalle 9, F 35912 — 2. V.: Dr. Ing. Alexander 
uilleaume, Siebengebirgstr. 38 — KKasse: Herm. Neußer 
jKto Köln 26685 — K.: Hermann Roth — O.: Paul Kömpel — 
y.: Schw. Hilde Görg, Gregor-Mendel-Str. 25 — Jgd.: Horst 
Jckel — Gem. Schw.: Schw. Anna Kutz, Baumschulallee 11 — 
;hrp.: Edith Müller u. Johanna Becker. 

BOTTROPj G.: PFARRKIRCHE, Kreuzkamp, jd. So. u. Ftg. 9.00 
-Pfr. u. V.: Lic. theol. Kurt Pursch (xl 1.1.1 4 yl 9.6.43), BrOnerstr. 
5, F 2748 — 2. V.: Ernst Blecher, Scharnhölzstr. 41a F 2452 — 
Kasse: Alfred Werner, Horsterstr. 143, Dtsch. Bank, Bottrop 

PSKto Dortmund 13892 — K.: Stanislaus Majchrzak, Rhein- 
ahlstr. 20 — O.: Frau Hulda Macal — Kinderchor: Frau Hulda 
local — Singkr.: Fr. Johanna Plafky — Frv.: Frau Franziska 
Dllak, Krümmerstr. 29 — Jgd.: Alfred Werner. 
attrop-Eigen: (zu Bottrop) G.: Kapelle der ev. Gemeinschaft, 
<dowstraße 38, jd. So. 7.45 außer Ftg. — Obm.: Frau Franziska 
3llak, Krümmerstr. 29. 

DORTMUND: G.: Trinitatiskirche, Eintrachtstr. 53, 1. u. 3. So. 

1. Ftg. sommers 17, winters 16.00 — Pfr. u. V.: Theodor Dietz 

21.5.96 yl 5.8.25), W. Crüwellstr. 11, F 23950 Thöne — 2. V.: 

erb. Schubert, Dipl.-Ing., D.-Hörde, Hermann-Str. 127, F 42924 

- KKasse: Wilh. Breddemann, Alsenstr. 95, PSKto Dortmund 
'003 — K.: Elisabeth Ostermann, Inselstr. 25 — O.: Alfons 
\ayer, D.-Hörde, Goystr. 16 — Frv.: Frau Anita Dietz; W. CrO- 
■ellstr. 11 — Jgd.: Walburga May, D.-Berghofen, Kolbstr. 28 — 
»ememdehelferin: Frau M. Breddemann, Alsenstr. 95 — Lehr,: 
I. Klara Schubert, Ostermärschstr. 83. 

DUSSELDORF: G.; Christuskirche, Rotterdamer Str. 2. u. 4. So. 

M und Hauskapelle, Graf-Adolf-Str. 56, 1. u. 3. 9.30 — Pfr. u. 
: Ernst Vorfeld (xl 4.2.01 y9.8.31), D.-Stockum, Uhlenweg 6, 
431957 — 2. V.: Amtsgerichtsrat H. Oeking, D.-Lohausen, 

iiederrheinstr. 20, F 43938 — KKasse: Rolf Schrön, D.-Stockum, 

'onghoferstr. 34, PSKto Köln 43231 — O. : Zöllner, Planetenstr. 4. 

uisburg: (zu Düsseldorf) G.: Ev. Gemeindehaus der Paulus- 

■rdie, Duisburg-Hochfeld, 3. u. 5. So. 10.15 — Obm.: Frau Wess- 

'tzer, Keetmanstr. 16. 

JSSEN: G.: FRIEDENSKIRCHE am Steelertor, So. u. Ftg. 10.00 

- Pfr. u. V.: Geistl. Rat Heinrich Hütwohl (x21.3.93 yl7.8.17), 
ernestr 1, F 23763-2. V.: P. Stoffel, Isenbergstr. 12 - KKasse: 
Ise Bellmann, Windmühlenstr. 17, PSKto Essen 2852 — K.: Karl 
'Ottlicher — O.: Else Erb — Singkreis: A. Ebbecken, Steele, 
Aettenstr. 7 — Frv. : L. Hütwohl, Bernestr. 1; M. Schneider, Essen, 
.ernstr. 12 — Jgd.: K. Helm. Weissohn, Münstersteinbruch 12 

- Gem. Helf.: Else Erb, Hofringstr. 43. 



Gladbeck: (zu Bottrop) G.: Ev. Christuskirche, Humboldstr. 
(Konfirmandensaal) 2. So. 15.00 — Frv.: Klara Normann, Agnes- 
str. 31 . 

t HAGEN: G.: AUFERSTEHUNGSKIRCHE, Elfriedenhöhe, 14-tg. 
So. 9.00 — Pfr. u. V.: Gustav Hüdig (xl.3.08 y24.2.34), Mollstr. 3 

— 2. V.: Dr. H. Oberstadt, Friedensstr. 105b, F 2621 — KKasse: 
Marg. Quitter, Hochstr. 58, PSKto Dortmund 24777 — O.: FH. 
Matthias, Wildestr. — Frv.: Frau Hedwig Hüdig, Mollstr. 3. 
Höxter: (zu Bielefeld) Obm.: Franz Meise, Paul-Wiegand-Str. 6. 
Homberg: (zu Krefeld) G.: Ev. Gemeindehaus, Homberg-Hoch- 
heide, Kreuzstr. 20, I.So. 10.00 — Obm.: Paul Knoblich, Hoch- 
heide, Schlägelstr. 20. 

Kamen; (zu Dortmund) G.: Kleine Lutherkirche, sommers 10.00, 
winters 14.00, jeden 2. u. 4. So. u. 2. Ftg. — Obm.: Bergmann 
Karl Brauner, Sommerweg 30 — K.: Max Schmidt, Lindgherstr. 3 

— O. : Alfons Meyer, Dortmund. 

t KÖLN ; G.: AUFERSTEHUNGSKIRCHE, Jülicher Str. 28, So. u. 
Ftg. 10.00 — Pfr. u. V.: Wilhelm Korstick (x3.8.13 y3.3.38). Jülicher 
Str. 28, F 232120 — 2. V.: Oskar Häusler, K.-Lindenthal, Momm- 
senstr. 166 — KKasse: Josef Reinarz, PSKto Köln 24214 — K.: 
Ludw. Ebert — O.: Karl Kessel — KChor: H. May, Dir. Karl 
Kessel — Frv.: Frau Hella Korstick u. Frau Käthe Richards — 
Kassier: Frau Gudula Jung — Mwerk: Josef Reinarz — Jgd.: 
Dieter Arleff. 

Köln-Mühlheim: (zu Köln) G.: Ev. Kirche, Adamstr., I.So. 14.00. 
Köln-Riehl: (zu Köln) G.: Ev. Kapelle der Heimstätten, 2. So. 
14.00. 

t KREFELD; G. : CHRISTUSKIRCHE, Dreikönigenstr. 54, 1. So. 
17.30, 3. So. 9.00, sonst 10.00 — Pfr. u. V.: Werner Schmidt 
(xl 4.3.08 y28.2.36), Dreikönigenstr. 52, F 22152 — 2. V.: Dr. med. 
Kurt Huenges, Schönwasserstr. 34 — KKasse: Eduard Seiler, 
Hülserstr. 279, PSKto Köln 16338, Kreissparkasse Kto. 1113. 
MUNSTER/Westf .; (zu Bielefeld) G.: St. Johannes-Kapelle, Berg- 
str., 2. So. 10.30 u. letzter Freitag 18.15 — 2. V.: Joh. Pet. Zapp, 
Gremmendorf, Birkenheide 8 — KKasse: Lothar Hehn, Weseler- 
str. 48, PSKto Dortmund 21830 — Gem. Helf.: Anneliese Schulte, 
Lönsstr. 3 — O.: Klaus Jakoby, Elsässer Str. 58. 

OBERHAUSEN; (zu Essen) G.: EMMANUELKAPELLE, Grenzstr. 
226, 14-tg. 15.00 u. 2. Ftg. 9.00 — 2. V.: Leopold Neumann, 
H.-Albertz-Str. 67 — KKasse: W. Steffen, Grenzstr. 99. 
Oldenburg (zu Bielefeld): G.: Friedenskirche der Methodisten 
Ofenerstr. 

Rheinbach: (zu Bonn) G.: Evang. Kirche, mtl. So. Mai-Sept. 7.00, 
Okt.-April 15.00 — Obm.: Paul Eiselt, Fachschullehrer i. R., 
Tombergerstr. 15. 

Rheydt/Möndien-Gladbach ; (zu Krefeld) G.: Ev. Schwesternhaus, 
Rheydt, Wilhelm-Strauß-Str. 18, 3.So. 11.00 — Obm.: Andreas 
Holl, Rheydt, Bolksbuscherstr. 60. 

Wahn; (zu Köln) G.: Ev. Kapelle, Magazinstr., an ollen Ftg. 
14.00. 

Weeze; (zu Krefeld) G.: Saal des Kath. Gemeindehauses, Kirch- 
platz, letzter So. 15.00. 

WITTEN ; (zu Hagen) G.: Alt-luth. Kirche, Lutherstr. 8, mtl. So. 
8.15 — 2. V.: Jos. Schröder, Bochum-Langendreer, Hauptstr. 305 

— KKasse: Komm.: Pfr. Hüdig, Hagen, Mollstr. 3 u. J. Schröder. 
PSKto Dortmund 11034 — O.: W. Heikamp, Bahnhofijr. 17 — 
Frv.: Frau H. Hüdig, Hagen, Mollstr. 3. 

7. NIEDERSACHSEN, HAMBURG, SCHLESWIG-HOLSTEIN 
Braunschweig: (zu Hannover) G.: Kapelle, Ägidienstr. 11, 4. So. 
14.30 — Obm.: Wilhelm Strecker, Maibaumstr. 4. 
Flensburg (zu Nordstrand): Obm.: Dipl. Ing. Franz Adam, Schüt- 
zenkuhle 19b, F 2160/2140. 

Gifhorn (zu Hannover) Obm.: Gewerbeoberlehrer Herbert HofF- 
mann, Eysselheideweg 24a. 

Göttingen; (zu Hannover) G.: Ev. Kirche, Merkelstr. 50. 
HAMBU RG; (zu Hannover) G.: Ev. Christuskirche, (U-BahnHSt.) 
2 mtl. 3. So. — 2. V.: Architekt Eugen Spenner, Haynstr. 28, 
F 483688 — Schriftf.: Prof. B. Spuler, Mittelweg 90 — KKasse: 
PSKto Hamburg 147523. 

Hameln: (zu Hannover) G.: Ev. Evangelisten-Kapelle. 
t HANNOVER: G.: Anglikanische St. GEORGSKIRCHE, Böckler- 
ailee, 1. So. u. 1. Ftg. 15.00 — Pfr. u. V. Edgar Nickel (x5.6.29 
yl .11.52) Kestnerstr. 6, F 23826, PSKto Hannover 174008 — 2.: Dipl. 
Hdlslehr. Bernhard Richter, Linsingerstr. 58. 
Harburg: (zu Hamburg) G.: Ev. Dreifaltigkeitskirche, Höhler- 
wiete, 2 mtl. 3. So. 

Kiel: (zu Nordstrand) Obm.: Gertrud Günther, Hanssenstr. 12. 
+ NORDSTRAND: G.: THERESIENKIRCHE, So. u. Ftg. 9.30 — 
Pfr. u. V.: Karl Heinz Droese (x9.5.12 yl 3.8.33), Nordstrand ö. 
Husum F Nordstrand 409 — 2. V.: Fritz Clausen, Nordstrand- 
Langerdeich — KKasse: Kto. Spar- u. Darlehenskasse Nordsirand 

— K.: Bruno Clausen — O.: Gretel Droese. 



87 



TRAPPENKAMP: (zu Nordstrand) G.: Schule, mtl. So. 9.30 — 

2. V.: Fabrikant Erwin Friedrich, Trappenkamp Ob. Neumünster, 
F Bornhöved 191 — K.: Paul Wollmann — Frv.: Frau Emmy 
Holay. 

Wolfsburg: (zu Hannover) Obm.: Erich Schwarz, Meisenweg 5. 

8. BERLIN, BRANDENBURG und MECKLENBURG 

t BERLIN : G.: Dänische Kirche SW 11, Stresemonnstr. 57c, So. u. 
ftg. lO.OÖ"— Pfr. u. V.: Dekan Dr. Franz Buchta (xl5.9.87 y21.6.13), 
Bln-Friedenau, Stierstr. 3, F 835223 — 2. V.: Konstantin Kalla, 
Bin W 15, Xantener Str. 21 — KKIasse: Bln-Friedenäu, Stier- 
str. 3, PSKto 9189, Bln-West-Bkto: Delbrück Schickler u. C, 
Berlin W 30, Rankestr. 13, KNr. 220 — O.: Frau Lisa-Lotte 
FistI, Bln-Friedenau, Maßmannstr. 10 — Frv.: Frau Johanna 
Buchs, Bln-Friedenau, Handjerystr. 91/92 — Jgd,: Jürgen Buchs, 
Bln-Friedenau, Handjerystr. 91/92. 

Schwerin: (zu Berlin) G.: Ev. .Schelfkirche", viertelj. So. 14.00 

— Obm.: Hermann J. Richter, Crivitz, Trammerstr. 30 — O. : 
Frau Marg. Steinert, Rehna, Bülower Str. 55. 

WEISSWASSER: (zu Berlin) G.: Kapelle itn Hause Masseck, mtl. 
So. 9.30 — V. u. O.: Georg Massedc, Bautzener Str. 48 — Frv.: 
Frau Ella Masseck. 

9. SACHSEN-ANHALT-NORD 

t BLANKENBUR G: G.: Georgenhofkirche Blankenburg, 1. u. 

3. So. 8.15 — Ffr. u. V.: Alfred Fasser (xll.1.04 y26.2.56), Rübe- 
länderstr. 8, F 541 — 2. V.: Heinrich Kienel, Katharinenstr. 25 — 
KKasse: Bank f. Handel/Gewerbe 2520 — O.: Frau Uhlmann. 
Bollenstedt: (zu Blankenburg) G.: Ev. Schloßkapelle, 4. So. 17.30 

— V.: Albert Pfeifer, W.-Pieck-Allee 60. 

DitfurI: (zu Blankenburg) G.: Ev. Gemeindehaus, 4. So. 10.00 — 

V.: Wilhelm Czerny, Kirchhof 17. 

Hasselfelde: (zu Blankenburg) G. : Ev. Gemeindehaus, 1. So. 

15.00 — V.: Rudolf Bartel, Neue Straße 15. 

Ilsenburg: (zu Blankenburg) G. : Ev. Gemeindehaus 2. So. 10.00. 

Quedlinburg : (zu Blankenburg) G. : Ev. Aegidiikirche, 4, So. 15.00 

— V.: Ida Wundrak, M. Schwantestr. 21. 

Thole (Hon); (zu Blankenburg) G.: Ev. Pfarrkirche, zweimtl. 
3. So. 15.00 — V.: H. Rößler, Neinstedt, Thalestr. 15. 
Veckenstedl: (zu Blankenburg) G.: Ev. Pfarrkirche — V.: Roman 
Simm, Nr. 85. 
Wernigerode: (zu Blankenburg) G.: Georgiikapelle 2. So. 15.00 

— V.: Rudolf Habich, Burgstr. 43. 

10. SACHSEN-ANHALT-SDD. 

Delitzsch: (zu Leipzig) G.: H. Schröterhaus, 1. So. 13.30 — V.: 

Heinrich Scholz, Fr.-Naumann-Str. 24. 

Holle o. d. Saale: (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Gertraudenkapelle, 

Am Markt 8, achtwöchentl. So. 10.00. 

Kothen: (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Hospitalkapelle, Friedenstr. 11, 

ochtwöchentl. So. 15.45 — V.: Max Schnabel, Holzmarkt 7. 

Zeitz : (zu Leipzig) G. : Ev.-Iuth. Gemeindesaal, Rahnestr. 1, 

achtwöchentl. So. 10.00 — V.: Gerda Stölzel, Badstübenervor- 

stodt 6a. 

11. THÜRINGEN 

Erfurt: ( zu Leipzig) G.: Lutherkirche, Stalinallee, achtwöchtl. 

So. 15.00 — V.: Rudolf Lösel, Spielbergstr. 15/11. 

Gera: (zu Leipzig) G.: Ev. St. Michael-Kirche, Gera-Pforten, 

achtwöchtl. So. 15.00 — V.: Walter John, Gero-Süd, Thälmonn- 

$tr. 41. 

Gotha : (zu Leipzig) G. : Ev.luth. Gemeindesaal, Jüdenstr. 27, 

achtwöchtl. So. 10.30 — V.: Josef Landebeck, Schlichte Str. 7. 

Jene: (zu Leipzig) G. : Schillerkirche, achtwöchtl. samstags 

15.x — V.: Anton Grohmann, Jahnstr. 15. 

Meuselwitz: (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Stadtkirche, achtwöchtl. 

So. 14.30 — V.: Johanna Vater, Zipsendorf, Zeitzer Str. 3. 

Mühlhausen : G.: nach Verabr. im Gem. Saal Bebelstr. 66 — 

V. : Frau Prof. Siegmüller, Leninstr. 29, 

Neustadt a. d. Orla: (zu Leipzig) G, : Ev.-Iuth. Hospitalkirche, 

achtwöchtl. So. 14.00 — V.: Emil Slawitschek, Burgwitz 5. 

12. SACHSEN 

Dresden : (zu Leipzig) G.: D. -Loschwitz Friedh. -Kapelle (winters 
Gemeindesaal Grundstr. 36), achtwöchentl. So. 10.30 — V.: Hans 
W. Lehnert, A 27, Eisenstuckstr. 42. 



Ebersbach : (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Stadtkirche achtwöchtl. S 
1 5.00 — V. : Reinhold Kögler, Hempelstr. 56. 
Eibau-Walddorf : (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Kirche Eibau, cc 
wöchtl. So. 15.00 — V.: Oskar Richter, Walddorf, Südstr. : 
Görlitz: (zu Leipzig) G.: Peterskirche, achtwöchtl. So. 15.00 
V. : Anna Santrock, Gutenbergstr. 7. 

GroBsdiöna u: (zu Leipzig) G. : Ev.-Iuth. Stadtkirche, achtwöd" 
So. 15.00 — V.: Emmy Johne, Neuschönauer Str. 13. 
+ LEIPZIG : G.: Gemeindesaal, Goldschmidtstr. 14, 1. So. 9.00 
Pfarramt: Leipzig S 3, Hardenbergstr. 18, F 36000 — 2. V.: Hc 
Niklowitz, W31, Calvisiusstr. 20a, Alt-kath. Pfarramt, PSK 
Leipzig 53116 u. Stadt-Kreissparkasse Leipzig Kto. 5975. 
Mittweida: ( zu Leipzig) G.: Altfriedhofkapelle, achtwöchtl. * 
14.30 — V.: Adolf Nitsche, Am Markt 16. 
Seifhennersdorf: (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Kreuzkirche, ac 
wöchtl. So. 15.00 — V.: Fritz Richter, Rumburgerstr. 82. 
Werdau : (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Gemeindesaal, Uferstr. 
achtwöchtl. So. 9.00 — V.: Karl Grohmann, Brüderstr. 10. 
Zittau: (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Weberkirche, achtwöchtl. J 
15.00 — V.: Ing. Eduard Knispel, Neusalzerstr. 24. 

Alt-Katholische Vereine, Verbände 
und sonstige Einrichtungen 

1. Internationale Alt-Katholikenkongresse 
Internationale alt-katholische Arbeitsgemeinschaft, 

Deutsche Gruppe 

Leiter: Geistl. Rat Pfr. W. Rosch, Freiburg, Ludwigsstr. 6. ( 
Schäftsführer: Pfr. Karl Kuenz, Singen/Hw. Beisitzer: Pfr. / 
ton Degen, Zell/Wiesental. Der Jahresbeitrag für die fördernc 
Mitglieder beträgt mindestens DM 4. — (Gemeinden und V 
eine DM 10. — ). Konto-Nr. 1866 bei der Bez. Sparkasse Sine 
unter dem Titel «Internationale Altkatholikenkongresse', PS! 
der Bez. Sparkasse Singen a. Htw., Karlsruhe 2387. 

2. Willibrordbund 

Der Bund dient der Förderung freundschaftlicher Beziehunc 
zwischen den alt-katholischen und den anglikanischen Kirch 
Der Jahresbeitrag beträgt DM 5. — . Geschäftsführer für die dt 
sehe Abteilung ist Pfr. Benno Schöke, Karlsruhe, Röntgenstr. 
PSKto Karlsruhe 4627 (alt-kath. KKasse). 

3. Alt-Katholische Presse-Arbeit 

Mit der Wahrnehmung aller überörtlichen Pressearbeit in i 
außerhalb unserer Kirche wurden besonders beauftragt: 
Bayern: Dek. Schniertshauer. Für Baden: Geistl. Rat Rosch. 
Hessen: Pfr. Pfister. Für Nordrhein/Westf.: Pfr. Hütwohl. 
Hamburg und Schleswig und Oldenburg: Univ. -Prof. Dr. Spu 
Für Berlin: Dekan Dr. Buchta. Für DDR: Pfr. Fasser. 

4. Alt-Katholische Bildstelle 

Sie gliedert sich in Bild-, Lichtbild-, Film- und Druckstock-Ard 
Verwaltung: Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25. Die Bildstelle samn 
und ordnet Bilder, die für die Alt-katholische Kirche und i 
Gemeinden Bedeutung haben. Bildreihen, Lichtbildserien i 
Schmalfilme werden geg. Erstattung d. Selbstkosten ausgelieh 

5. Alt-Katholisches Museum 

Es sammelt solche Dokumente und Erinnerungsstücke, die 
den Aufbau eines späteren Museums Verwendung finden k 
nen. Auskunft: Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25. 

6. Alt-Katholisches Hilfswerk 

Leitung: B. J. J. Demmel; Gesch. -Fhr.: Schw. Hilde Görg, So 
Gregor-Mendel-Str. 25; Bankkonto: Rheinisch-Westfälisdie B( 
Filiale Bonn. Die Bank hat PSKto Köln 4155. 

7. Alt-Katholisches Schwesternhaus Bonn 

1. Haus für alt-kath. Krankenschwestern, Bonn, Baumschulol 
9—13. Vorsitzender des Kuratoriums Prof. Dr. W. Kupp« 
Bonn, Arndtstr. 23, F 21710. 

2. Krankenpflegestationen in: Bonn, Mannheim, Meßkirch-S( 
dorf, Dettighofen, Kommingen. 

8. Alt-Katholischer Hilfsverein 

Der Verein will überall helfen, wo die Hilfe der Gesamtkir 
notwendig wird. Die Gemeinden führen die Pfingstkollekte 
ihn ob. Einzelmitglieder zahlen jährlich einen Minde$tb«it 
von DM 1.—. Die Synode von Heidelberg 1951 hat den drinfi 
den Wunsch ausgesprochen, für jedes großjährige Mitglied $< 
von den Gemeinden DM 1.— jährlich an den Verein abgefi 
werden. 

Kommiss. Vorsitzender: Pfr. G. Hüdig, Hagen/Wf., Mollrtr. 
Geschäftsführer: Pfr. K. Kuenz, Singen; Beisitzer: Frau R. 
chelis, Frl. Alberti. 

Geschäftsstelle Singen/Htw., Freiheitsstr. 9. PSKto Karlsr' 
20333 und Kto. Bez. Sparkasse Singen/Htw. 46879. 



9. Witwen- und Waisenkasse alt-katholischer Geistlicher 
e Kasse hat den Zweck, in Zusammenarbeit mit den kirchl. 
hörden die Versorgung der Pfarrhinterbliebenen zu ergän- 
n. Sie besteht aus Mitgliedern (nur Geistliche, Jahresbeitrag 
;!' 40._), Förderern und Gönnern. Vorsitzender ist von Amts 
■qen der Bischof. Geschäftsstelle: Bonn, Gregor-Mendel-Str. 

Rechner: Schwester Hilde Görg, PSKto Karlsruhe 7386. 
10. Bund alt-katholischer Jugend Deutschlands 
• Alfred Werner, Bottrop/V\/estf., Horsterstr. 143. Kto. 24042 
•i der Dtsch. Bank V/est, Essen, deren PSKto Essen 2000. 
ndesiugendpfarrer: a) Baden: Stpfr. Benno Schöke, Karlsruhe, 
ntgenstr. 1 — b) Bayern: Stadtpfr. Boedefeld, Kaufbeuren- 
jugablonz, Fichtenweg 6. . ,„,- 

Hessen: Pfrv. Josef Gierke, Offenbach, Bismarckstr. 105 — 
Nordrhein-Westfalen: Pfr. Lic. Kurt Pursch, Bottrop, Bröner- 
. 13. 

n. Bund Freier alt-kath. Schwestern und Fürsorgerinnen 
)m. V.: Schwester Hilde Görg, Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25 

12. Verband alt-katholischer Frauenvereine Deutschlands 
?r Verband verfolgt den Zweck, zwischen den einzelnen 
auenvereinen eine Verbindung herzustellen und sie einander 
iherzubringen, sie in ihrer Tätigkeit anzuregen und durch 
3chselseitige Hilfe zu fördern, ihre gemeinsamen Belange nach 
ißen hin zu vertreten. Ordentliche Mitglieder sind Frauen- 
reine (Beih-ag vorl. —.30 DM je Frv.-Mitglied); Einzelpersonen 
innen außerordentliche Mitglieder werden (Beitrag DM 2.— )• 
\z: Freiburg i. Br., Marienstr. 1 (PSKto 6414 Karlsruhe, Giro. 
30 öffentliche Sparkasse Freiburg i. Br.). 
V.: Frau Ruth Michelis, Freiburg i. Br., Marienstr. 1, F3426. 
chnerin: Frau Frieda Klumpp, Freiburg i. Br., Ad.-Stifter-Str. 

übriger Vorstand: Fräulein Emilie Betz, Freiburg i. Br., Uh- 
ndstr. 9; Frau Tily Demmel, Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25; Frau 
ly Johne, Karlsruhe, Hirschstr. 106; Frau Therese Pfister, Frank- 
rt ü.M., Varrentrappstr. 71; Frau Karoline Kugler, Augsburg, 

olzbochstr. 27a. 

* * * 

13. Freizeitenhaus am Weißen Stein bei Heidelberg 

.lefon Heidelberg 22707. Eigentum des ait-kath. Bistums. Ge- 
häftsführung: Alt-Kathol. Pfarramt Heidelberg, Kaiserstr. 5. 

Geistliche im Ruhestand 

r. Clemens Feldman (x25.3.85 yl 5.8.1 4), Freiburg, Schwarzwald- 
-. 17 — Geistl. Rat Paul Heuschen (x22.1 .82 yl2.6.04) Konstanz, 
3cherstr. 16 — Pfr. Hans Hinz (xl5.8.88 yl5.8.16) Lauthental/ 
3rz, Bergapotheke — Pfr. Otto M. Saenger (x25.12.86 yl5.10.33), 
•stetten/Oberrhein Baden — Pfr. Josef Spieler (xl .10.84 y9.7.11), 
issau Ort 7 II — Pfr. Dr. Jos. M. Weeber (xlO.8.81 y29.6.08), 
ürnberg, Unschlittplatz 1 — Prof. Dr. Johannes Zeimet (xl9.8.90 
.8.14), Karlsruhe, Beethovenstr. 8. 



Alt-Katholische Buchhandlungen und Bezugsstellen 
der Schriften 

Butschland: WILLIBRORD-BUCHHANDLUNG, Aachen, Friedrich- 
r. 29/3311! r., PSKto Karlsruhe 34384 — Schweiz: CHRISTKATH. 
IHRIFTENLAGER, Schönenwerd, Riedbrunnenstr. 3 — Nieder- 
nde: CENTRAAL OUD-KATHOLIEK BOEKHUIS Amersfoort, Ko- 
ngin Wilhelminalaan 3 Giro: 5744. 



Alt-Katholische Zeitschriften 



ternationale Kirchliche Zeitschrift, Bern. Erscheint vierteljähr- 

±. Preis DM 16. — . Bezug durch die Willibrordbuchhandlung, 

achen Friedrichstr. 29/33, PSKto Karlsruhe 34384. 

mtliches alt-katholisches Kirchenblatt, Bonn, Bischöfl. Kanzlei. 

ihrlich DM 5.—. 

It-Kotholische Kirchenzeitung (früh. Alt-Kath. Volksblatt). Im 

Jth. Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland Gesch. Stelle: 

:^chen, Friedrichstr. 29/33, monatlich, Bezugspreis vjhrl. 1.65 

Porto, PSKto Köln 17908. 
Auferstehung", Kirchenblatt für die Alt-Katholiken in der Deut- 
hen Demokratischen Republik, monatl. durch Alt-Kath. Pfarr- 
■nt Leipzig S3, Hardenbergstr. 18. 

er Alt-Katholik, Bistumsblatt der Alt-Kath. Kirche Österreichs, 
scheint 2monatlich. Jahresgebühr S 12. Wien 1, Schottenring 
71/2/12. 
|iristkatholisches Kirchenblatt. Schweizerisches christkatholisches 

ochenblatt. Jährl. 9 Fr. Expedition Fritz Pochon-Jent AG, Bern, 

!>nbijoustraße 6. 

tirisHtatholische Jugend, monatl. Bezug jährlich 3 Fr. Man- 

ed Ziegler, Solothurn, Roßmarktplatz. 

e Oud-Katholiek, Weekblad voor de Oud-Katholieke von Ne- 

;rland. Administratie: Graaf Florisstraat 63, Rotterdam eil. 

■ Sillon, Organe Catholique — Chretien Mensuel de Longue 

ancaise Administration: Alf. Burkle 27. av. Pietet — de Roche- 

ont, Geneve. 



2. Alt-Kath.-Kirche der Niederlande 

1. Bischöfe: 

a) Erzbischof von Utrecht: Dr. Andreas Rinkel, Utrecht, 
Emmalaan 8. 

b) Bischof von Haarlem: Jacobus van der Oord, Haarlem, 
Charlotte de Bourbonlaan 2 

c) Bischof von Deventer: Engelbertus Lagerwey, Utrecht, 
Drift 5 bis. 

Sekretär: H. J. W. Verhey, Rotterdam, C, II, Graaf Florisstraat 63. 

2. Metropolitankapitel von Utrecht 
Präsident: Erzbischof Dr. A. Rinkel. 
Dekan: Prof. B. A. van Kleef. 

Sekretär: Erzpriester Pfr. Th. Moleman, VoorstraatllB, Dordrecht. 
Mitglieder: Pfr. Erzpriester G. A. Smit (arcarius); Erzpriester Pfr. 
Joh. A. Roeseling; Prof. Dr. P. J. Mdan; Prof. M. A. Zwart; 
Seminar-Präsident: Prof. P. J. Jans; Pfr. J. A. J. van Zanten. 
Ehrenmitglieder: Bischof E. Lagerwey; Alt-Pfr. Prof. C. Wijker. 

3. Bischöflicher Rat 

Präsident: Prof. P. J. Jans, Amersfoort. 

Sekretär: H. J. W. Verhey, Rotterdam, C. II, Graaf Floris- 
straat 63. 

Mitglieder: Pfr. Erzpr. G. A. Smit; Pfr. Mr. J. W. Key; Dr. A. J. 
van de Ven; Ir F. J. Heyligers; Th. M. Hovius; D. de Rooy; 
Ir J. H. Giskes; A. F. C. Nieuwenhuyzen. 

4. Generale Thesaurie 
Thesaurier-General: D. de Rooy. 
Sekretär: H. J. W. Verhey, Rotterdam. 

5. Erzbischöfliches Seminar Amersfoort 

Präsident: Prof. P. J. Jans, Koningin Wilhelminalaan 3, 

Amersfoort. 

Professoren: P. J. Jans, M. Kok, Dr. P. J. Maan, M. A. Zwart. 

Lektor: C. Toi. 

6. Gemeinden und Geistfiche 

Erzbistum Utrecht 
Amersfoort: Pfr. Prof. M. Kok, 't Zand 15; em. Pfr. Prof. C. 
Wijker; Prof. P. J. Jans; J. Visser. 

Arnheim: Pfr. M. J. Aarents, Adolf van Nieuwenaarlaan 3a. 
Culemborg: Pfr. J. A. J. van Zanten, Varkensmarkt 20. 
Delft: Pfr. J. C. M. Keman, Bagijnhof 25. 
Dordrecht: Pfr. Erzpr. Th. Moleman, Voorstraat 118. 
Gouda: Pfr. T. Horstman, Gouwe 113. 

Haag: Pfr. Erzpr. Joh. A. Roeseling, Juffrouw Idastraat 13A. 
Hilversum: Pfr. Erzpriester G. A. Smit, Melkpad 14. em. Pfr. Prof. 
B. A. van Kleef. 

Leiden: Pfr. A. J. Glazemaker, Zoeterwoudsesingel 50. 
Oudewater: Pfr. T. Horstman (Gouda). 

Rotterdam: Pfr. H. D. Raymaekers, Nobelstraat 24; Pfr. G. A. 
van Kleef, Nieuwe Binnenweg 23. 
Schiedam: Pfr. C. P. van den Berg, Dam 30. 
Schoonhoven: Pfr. T. Horstmann (Gouda). 

Utrecht: Pfr. Prof. Dr. P. J. Maan, Willemsplantsoen 3; Pfr. Th. 
Bakker, Bemuurde Weerd O. Z. 55; Pfr. Prof. M. A. Zwart, 
Achter Ciarenburg 6; em. Pfr. F. T. van der Steen. em. Pfr. G. 
P. Giskes. 

Bistum Haarlem 

Aalsmeer: Pfr. IJ. R. H. J. Roosjen, Oosteinderweg 392. 

Alkmaar: Pfr. A. R. Heyligers, Kastanjelaan 12. 

Amsterdam: Pfr. C. Toi, Ruysdaelstr. 37. 

Egmond aan Zee: Pfr. D. N. de Rijk, Voorstraat 110; Vikar G. 

J. Blom, Voorstraat 110. 

Enkhuizen: Pfr. A. R. Heyligers (Alkmaar). 

Haarlem: Pfr. mr. J. W. Key, Kinderhuissingel 78; em. Pfr. A. 

H. Guddee (Heemstede). 

Helder: Pfr. E. Wijker, Timorlaan 87. 

Krommenie: Pfr. H. J. Verhey, Noorder Hoofdstraat 131. 

IJmuiden: Pfr. Dekan C. F. Nieuwenhuyzen, Koningin Wilhel- 

minakade 38A. 

Zaandam: Pfr. A. Zwart, Papenpad 12. 

3. Christkath. Kirche der Schweiz 

Bischof: 

Dr. Urs Küry, Bern, Willadingweg 39, F (031) 43679, PSKto III 
25448. 

Büro der Synode: 
Präs. Pfr. L. Affolter, Solothurn. 
Vicepräs.: A. Hager, Zürich. 
Sekretär: Pfr. Paul Heinz, Schaffhausen. 
Synodalrat: 

Präs.: Univ.-Prof. Dr. Leo Weber, Feldmeilen (Zürich), Teien- 
straße 32. 
Vicepräs.: vakat. 

Sekretär: Pfr. Hugo Flury, Möhlin. 

Mitglieder: Bischof Dr. Urs Küry (von Amts wegen); Dr. Char- 
les Studer, Fürsprech, Solothurn; Werner Moll-Gerny, Luzern; 
Pfr. Paul Richterich, Biel; Pfr. Arnold Moll, Basel; Hans Hohler, 
Ölten; E. Bommer, St.-Gallen; Pfr. Leon Gauthier, Grand Lancy; 
Dr. Max Gisi, Zürich. 
Finanzverwalter: Pfr. Paul Richterich, Biel. 



89 



Theologische Fakultät an der Universität Bern: 

Ordentliche Professoren: Dr. Ernst Gougler, Dohlioweg 5; Dr. 
Albert Emil Rüthy, Muristr. 6e. Außerordentl. Professor: Bischof 
Dr. Urs Küry, Bern; Pfr. Dr. W. Frei, Basel. 
Gemeinden mit ihren Pfarrern und Kirchen: 
Aarau: Pfr. Josef Höflinger, Adelbändli 2. Stadtkirche, 10 Uhr. 
Allschwil: Pfr. Otto Moll, Schönenbuchstr. 8. Pfarrkirche St. Peter 
u. Paul, 8.30 Uhr. 

Basel: Pfr. Arnold Moll, St. Johannes-Vorstadt 27. — Pfarrer 
Walter Frei, Klingentalgraben 37. 

Bern: Pfr. Kurt Stalder, Rabbentalsh-oße 55. 2. Pfr. Alfred Jobin, 
Spitalackerstraße 59. Peter- u. Pauls-Kirche, 9 Uhr. 
Biel: Pfr. Paul Richterich, Dufourstr. 105. Pfarrkirche, 9.15 Uhr. 
Binningen: Pfr. Otto Moll, Allschwil. Kirche an d. Kernmatt- 
str. 2, 10.15 Uhr. 

Boden, Brugg usw.: Pfr. Werner Seiler, Mägden. 
Chaux-de-Fonds: Pfr. J. B. Couzi, rue de la Chapelle 5. Egiise, 
rue de la Chapelle 7, 8 Uhr und 9.45 Uhr. 
Chene: Pfr. Leon Gauthier, Grand Lancy, Kapelle von Chene- 
Bourg. 

Genf: Pfr. Leon Gauthier, Grand Lancy, Egiise St. Germain, 
rue des Oranges, 10.30 Uhr. 

Grenchen: Pfr. Otto Strub, Däderizstraße 61. Pfarrkirche St. Peter 
und Paul, 9 Uhr. 

St. Gahen: Pfr. J. Feldmeier, Dufourstr. 77. Christuskirche, 
9.15 Uhr. 

Hägendorf u. Umgebung: alt Pfr. Gabriel Herrle, Hägendorf. 
St. Immer: Pfr. Dr. M. Gorce. Pfarrk. St. Peter u. Paul, 9.45 Uhr. 
Kaiseraugst: Pfr. Gottfried Konrad, Pfarrhaus. Pfarrkirche St. 
Gallus, 8.30 und 20 Uhr. 

Lancy-Carouge: Pfr, Leon Gauthier, Grand Lancy, Egiise de 
Sainte Trinite, 9 Uhr. 

Laufen: Pfr. Otto Gschwind, Allmendweg. Pfarrkirche zu St. 
Katharinen, 9 Uhr. 

le Locie: Pfr. J.-B. Couzi, Chaux-de-Fonds. Chapelle St. Jean, 
9.30 Uhr. 

Lausanne: Pfr. Paul Richterich, Biel. 3.So. im Monat Englische 
Kirche 8.50 und 14.30 Uhr. 

Luzern: Pfr. Dr. Otto Gilg, Museggstr. 15. Christuskirche, 9 Uhr. 
Mägden: Pfr. Werner Seiler. Pfarrkirche, 9.X Uhr. 
Möhlin: Pfr. Hugo Flury, Pfarrhaus. Pfarrkirche St. Leodegor, 
9 und 20 Uhr. 

Neuchatel u. Umgebung: Pfr. J.-B. Couzi, Chaux-de-Fonds. 
2. u. 4.So. 19 Uhr, Chapelle des Valanzines. 
Niedergösgen: Pfr. C. Robert, Schönenwerd. Christkath. Kirche, 
I.So, im Monat 8.30 Uhr. 

Obermumpf-Wallbach: Pfr. Willi Schwarz, Wallbach, Pfarrhaus. 
Kirche in Wallbach und Obermumpf, abwechselnd 9 u. 20 Uhr. 
Olsberg: Pfr. Gottfried Konrad, Kaiseraugst. Pfarrkirche, jeden 
2.So., 10.15 Uhr. 

Ölten: Pfr. F. Ackermann, Kirchgasse 15. Stadtkirche St. Martin, 
9 Uhr. 

Rheinfelden: Pfr. Hans Frei, Pfarrhaus. Stadtkirche St. Martin, 
9 Uhr. 

Schaffhausen: Pfr. Paul Heinz, Beckengäßchen 29. Münsterka- 
pelle bei der Schillerg locke, 9 Uhr. 

Schönenwerd: Pfr. Georges Robert, Pfarrh. Stiftskirche, 8.30 Uhr. 
Solothurn: Pfr. Lothar Äff olter, Kapuzinerstr. 6. Christkath. Kirche 
am Rathaus, 9.15 Uhr. 

Starrkirch-Dulliken: Pfr. Martin Heinz, Pfarrhaus. Pfarrkirche, 
9 und 20 Uhr. 

Thun: Von Bern aus pastoriert. 

Jeden 2.So. im Monat 9.30 Uhr in der Kirche Göttibach. 
Trimbach: Pfr. Dr. J. Waldmeier, Pfarrhaus. Kirche, 9 Uhr. 
Wegenstetten-Hellikon-Zuzgen: Pfr. Bruno Stalder, Hellikon. 
Pfarrkirchen in Hellikon und Zuzgen abwechselnd 9 Uhr. 
WInterthur: Pfr. Paul Heinz, Schaffhausen. Kapelle a. d. Möhle- 
str., 1. u. 3. So. im Monat. 

Zürich: Pfr. Hans Gschwind, Augustinerhof 8; Pfr. Max Heinz, 
Rötelstr. 63; Ptr. Max Willimann, Elisabethenstr. 20. Kirchen: 
Augustinerkirche und Elisabethenkirche 9 Uhr. Christuskirche in 
Oriikon I.So, im Monat 10.30 Uhr sonst 9.15 Uhr. 

4. Alt-Kath.-Kirche in Osterreich 

Bischof: Dr. Stefan Török. 
Synodalrat: 

Präsident: Berufsschuldirektor Ing. E. Nasinski; Dipl. Ing. M. 

Amthor, Assistent der österreichischen Bundesbahnen i. R. H. 

Goily, Rechtsanwalt Dr. W. Gostgeb, Senatsratspräsident Hofrat 

Dr. H. Liedermonn, J. Mann, Pfarrer L. Poulitschke, Pfarrer K. 

Schaposser, Professor F. Stoffenberger, Pfarrer Hofrat Dr. J. 

Werner. 

Referenten : 

Geistl. Rat H. Bernauer, Dr. M. Kocska, Dr. E. Kreuzeder, Vikar 

E. Kreuzeder, Univ. Prof. a. D. Dr. E. Mudrok, Pfarrer L. W. 

Reichl. 

Bisehöfl. Kanzlei: Wien I, Schottenring 17/1/2/12. 

Pfarrämter: 

Wien-Innen: Pfarrer L. W. Reidil; Wien I., Wipplingerstr. 8. 
Wien-Landstraße: Pfarrer Geistlicher Rat H. Bernauer; Wien III., 
Eslorngasse 10. 



Wien-Favoriten: Pfarrer F. Bittner, mit der administrativ 

Leitung betraut: Seelsorgehelferin Dr. E. Kreuzeder; Wien 

Eckertgasse 18a. 

Wien-West: Mit der Seelsorge betraut: Hilfsvikar T. Marecc 

Wien XV., Benedikt Schellingerg. 1. 

Wien-Nordwest: Pfarrverweser: Personalpfarrer C. Czeip( 

Wien XVI., Lindauerg. 11. 

Wien-Brigittenau: Wird von der kirchlichen Oberbehörde I 

treut. Wien XX., Dammstraße 7. 

Graz: Mit der Seelsorge betraut: Personalpfarrer K. Spull< 

Graz, Kernstockg. 1. 

Klagenfurt: Mit der Seelsorge betraut: Lehrvikar N. Humm 

Klagenfurt, Kempfstr. 12/1/3. 

Krems/D.: Pfarrer K. Schaposser; Krems/D., St. Willibrc 

kapelle, Steinertor. 

St. Polten: Pfarrer K. Schaposser; St. Polten, Wienerstr. 41. 

Linz/D.: Mit der Seelsorge betraut: Personalpfarrer L, P< 

litschke; Linz, Prunerstift, Fabrikstr. 10. 

Ried/1.: Wird von der kirchlichen Oberbehörde betreut; Ried 

Bahnhofstr. 17. 

Salzburg: Mit der Seelsorge betraut: Lehrvikar K. H. M( 

Salzburg, Mirabellschloß. 

'~' 5. Die Alt-Katholische Kirche 

in der Tschechoslowakei 

(Nur noch Reste des ehemals deutschen Bistums WarnsdoH 
1 Bistumsverweser in Warnsdorf, 17 Gem. mit 10 Geistlich 

6. Die Katholische Nationalkirche in Polen 

Landes-B.: Julian Pekala, Sekr.: B. Professor E. Kriegelewi 
Sitz: Warschau/Polen, Ul. Wilcza 31, 
Kathedrale: Warschau, Schwolegerstraße 4. 

7. Die Polnische Katholische Nationalkirche 
in Amerika 

a) Zentrol-D.: Pr.-B. Leon Grochowski, Scranton, Pa. 
E. Locust St., USA. 

b) Ost.-D.: B. Joseph Soltysiak, Manchester, N.H., 635 Un 
St., USA. 

c) D. von Buffoio-Pittsburgh: B. Thaddeus Zielinski, Buffclo 
N. Y., Sobieski St. 182, USA. 

d) West-D.: B. Joseph Kardas, Chicago 47, IM., 2019 W. 
Charleston St. 

II. Die Anglikanische Kirchengemeinschaft 

Die anglikanischen Kirchen sind ,eine Gemeinschaft innerh 
der Einen Heiligen Katholischen und Apostolischen Kirche je 
rechtmäßig konstitutierten Diözesen, Provinzen, oder regionc 
Kirchen, die mit dem erzbischöflichen Stuhl von Canterbury 
kirchlicher Gemeinschaft stehen' (Lambeth-Konferenz 1930). ,1 
se Kirchen bewahren die apostolische Lehre und Ordnung > 
sind als integrale Teile der Universalen Kirche unabhängig 
ihrer Selbstverwaltung. Wir betonen abermals die Tatsache, < 
die Kirchen der Anglikanischen Kirdiengemeinschaft kathol 
sind im Sinne der englischen Reformation. Sie sind katholi 
aber reformiert, sie sind reformiert, aber katholisch. Die ^ 
körperung dieses Charakters ist das Book of Common Prc 
(Liturgiebuch)' (Lambeth-Konferenz-Bericht 1948). 
Die Anglikanische Kirchengemeinschaft (= die Anglikani« 
Kirche) umfaßt gegenwärtig 15 selbständige Landeskirchen 
insgesamt 332 Diözesen und Missionsbistümern in allen Erdtei 
Sie zählen weit über 40 Millionen Mitglieder in allen Ras: 
die von 464 katholischen Bischöfen und vielen tausend Pries' 
betreut werden. 

Alle 10 Jahre versammeln sich die anglikanischen Bischöfe 
London zur sogenannten Lambeth-Konferenz, deren Prösic 
der Erzbischof von Canterbury ist. 1958 findet die nächste $1 
Wir geben einen Oberblick über die Statistik und wich 
Adressen dieser Kirchen. Die Anglikanische Kirche steht ja 
der Alt-Katholischen Kirche in voller Interkommunion. Das 
deutet u. a., daß die vielen tausend anglikanischen Gemein 
in aller Welt den Alt-Katholiken, die in dem betreffenden 
keine eigene Gemeinde haben, ein volles kirchliches Heii 
recht bieten (und umgekehrt). 

1. Die Kirche von England (Mutterkirdie) 

21 Millionen Gl. in England - 2 Kirchenprov. mit 43 D. in ( 

land - 21 Missions-D. in Europa, Nord- u. Südamerika, Asien 

Afrika - Insgesamt 140 B. u. etwa 35000 Priester. 

Primas: The Most Rev. and Rt. Hon. Geoffrey Fisher, Erzbj 

Canterbury, Pr. v. Ganz England u. Mp., Lambeth Palace, I' 

don/England, S.E.l u. Old Palace, Canterbury/England. 

Nord- u. Mittel-Europa: Bischof von Fulham R. N. Coote, Chu 

House, Deons Yard, London SW 1. 

Süd-Europa: Bischof v. Gibraltar F. W. T. Craske, 35. G 

Peter Str., London SW 1. 



Jiliches Außenamt (an das alle Korrespondenz zu richten 
Church of England Council on Foreign Relations, General 

retory Canon H, M. Waddams, Palace Court, 222, Lambeth 

,d, London/England, S. E. 1. 

2. Die Kirche in Wales 

000 Gl. - 6 D. - 6 B. - Primas: The Most Rev. John Morgan, 

3., Bishop's House, The Green, LIandafF, Wales/Großbri- 

nien. 
I| 3. Die Bischöfliche Kirdie in Schottland 

IbiQQO Gl. - 7 D. - 7 B. - Primus: The Most Rev. Thomas Hannay, 
in St. Brides Rectory, Onich, Inverness-shire/Schottland. 
M 4. Die Kirche von Irland 

I 000 Gl. - 14 D. - 14 B. - Primas: The Most Rev. John A. F. 

jgg, Erzb, v. Armagh, Pr. v. Ganz Irland u. Mp., The Palace, 

nogh, Nordirland. 

II 5. Die Bisdiöfliche Kirche in den USA 

I 4d23 Gl. - 103 D. u. Missionsb. - 129 B. - 7700 Geistliche. 
■nas: The Most Rev. Henry Knox Sherrill, Presiding Bishop, 
Forth Ave., New York/USA 10, N. Y. Für die europäischen 
rreien: The Right Rev. Nash of Massachusetts. Kirchliches 
Benamt: (an das alte Korrespondenzen zu richten sind) The 
tional Council of the Episcopal Church, Church Missions 
use, 281 Fourth Avenue, New York 10, N. Y., USA. 

6. Die Anglikanische Kirche von Kanada 
»000 Gl. - 28 D. - 33 B. - Primas: The Most Rev. Walter 
fer Barfoot, Erzb, v. Rupertsland u. Pr. v. Ganz Kanada, 
od House, Trinity Hall, Winnipeg, Manitoba, Canada. 
7. Die Kirchenprovinz Westindien 
: »000 Gl. - 8 D. - 8 B. - Primas: The Most Rev. Alan John 
I ight, B. v. Guiana, Erzb. v. Westindien u. Mp., Austin House, 
i orgetown 1, Demerara, British Guiana. 
I' 8. Die Kirche von Indien, Pakistan, Burma und Ceylon 
lOOO Gl. - 16 D. - 20 B. - Primas: The Most Rev. Arabindo Nath 
kerjee, B. v. Kalkutta u. Mp. v. Indien, Pakistan, Burma u. 
/Ion, The Bishop's House, 51, Chowringhee Rd., Caicutta 16, 
iien. 

9. Die Heilige Katholische Kirche in Japan 
j (Nippon Seikokwai) 

knOOO Gl. - 10 D. - 11 B. - Primas: The Most Rev. Michael Hin- 
U:e Yashiro, Präsidierender B., 5, 3-chome, Nakayamate-dori, 
fhJta-ku, Kobe-shi, Japan. 

10. Die Heilige Katholische Kirche in China 

(Chung Hua Scheng Kung Hui) 
000 Gl. - 15 D. - 19 B. - Primas: The Rt. Rev. Chen Chien-tsun 
jsidierender B., Wankan (früher Anking), China. 

11. Die Kirchenprovinz Südafrika 

14000 Gl. - 14 D. - 15 B. - Primas: The Most Rev. Joost de 
jnk, Erzb. v. Kapstadt u. Mp., Bishopscourt, Claremont, Cape- 
vn, Südafrika. 

12. Die Kirchenprovinz Westafrika 
00000 Gl. - 9 D. - 12 B. - Primas: The Most Rev. James Law- 
ice Cecil Horstead, B. v. Sierra Leone u. Erzb. der Kirchen- 
ov. Westafrika u. Mp., Bishopscourt, Freetown, Sierra Leone, 
estofrika. 

13. Die Kirchenprovinz Zentralafrika 
00000 Gl. - 4 D. - 4 B. - Primas: The Most Rev. Edward Francis 
get, Erzb. der Prov. Zentralafrika, Bishop's Mount, P. O. 
X 7, Salisbury, Südrhodesien, Afrika. 

14. Die Kirche in Australien und Tasmanien 

■00000 Gl. - 25 D, - 33 B. - Primas: The Most Rev. Howard West 
Ivinton Mowll, Pr. in Australien u. Tasmanien, Erzb. v. Sydney 

Mp. der Prov. Neu-Südwales, Bishopscourt, EdgeclifF, Sydney, 

S. W., Australia. 

15. Die Kirchenprovinz Neuseeland. 
5000 Gl. - 9 D. - 12 B. - Primas: The Most Rev. Reginald 
;rbert Owen, B. v. Wellington, Pr. u. Erzb. v. Neuseeland, 
Shopscourt, Wellington, Neuseeland. 



III. 



Die Orthodoxe Kirchengemeinschaft 



e Orthodoxe Kirchengemeinschaft ist eine Vereinigung selb- 
3ndiger katholischer Nationalkirchen. Als Fortsetzung der 
ten, ungeteilten Kirche des 1. Jahrtausends sind die ortho- 
;xen Kirchen einig im alten katholischen Glauben, im liturgi- 
nen Leben, in der Grundverfassung und im Schicksal, sind aber 
äi in Ihrem kirchlichen Verwaltungsleben und in ihrer äußeren 
estoltung. 

e Orthodoxe Kirchengemeinschaft umfaßt gegenwärtig 15 selb- 
andige Nationalkirchen vor allem in Eurasien mit etwa 150 
iiiionen Gl. Daneben gibt es noch Hunderte Diaspora-Ge- 
einaen in den übrigen eurasischen Ländern, sowie in Amerika, 
^riko und Australien. 



Zur Orthodoxen Kirchengemeinschaft kann man quch die 5 alten 
Orientalischen Nationalkirchen zählen, die sich in den ersten 
Jahrhunderten von der Großkirche trennten, heute aber in 
Dogma und Ritus im wesentlichen mit den orthodoxen Kirchen 
übereinstimmen. Sie zählen zusammen etwa 13500000 Gl. 
Höchstes Organ ist die pan-orthodoxe Bischofsversammlung, die 
aber aus politischen Gründen schon lange nicht mehr zusammen- 
getreten ist. Ihr Präsident ist der Oekumenische Patriarch von 
Konstantinopel. 

Zwischen der Orthodoxen und Alt-Katholischen Kirche besteht 
volle Glaubenseinheit und ,es bleibt nur eine bloße Frage der 
Form und eines entsprechenden Zeitpunktes, um die volle Ver- 
einigung der beiden Kirchen zu vollziehen. Schon stehen die 
beiden Kirchen in herzlichsten Beziehungen und arbeiten zu- 
sammen in voller Harmonie Oberall auf dem oekumenischen 
Boden" (Professor Zankow, Sofia). 

1. Oekumenisches Patriarchat von Konstantinopel 
225000 Gl. - Darüber hinaus unterstehen dem Oekumenischen 
Patriarchen Jurisdiktionen noch zahlreiche Gemeinden in aller 
Welt, darunter ein Exarchat für West- und Mitteleuropa und ein 
Exarchat für den Stillen und Atlantischen Ozean (Amerika). 
Oberhaupt: S. H. Athenagoras I., Erzb. v. Konstantinopel u. 
Oekumenischer Patriarch, Phanar, Istambul, Türkei. 

2. Patriarchat Alexandrien 
150000 Gl. - In ganz Afrika 117 Kirchen mit 115 Geistlichen, 
9 Mp., 2 Hilfs-B., 4 Klöster. Oberhaupt: S. H. Christophoros II., 
Patr. V. Alexandrien u. Ganz Ägypten, Griech.-Orth. Patriarchat 
Alexandria, Ägypten. 

3. Patriarchat Antiochien 

250000 Gl. - Oberhaupt: S. H. Alexander IM., Patr. v. Antiochien, 
Damaskus, Syrien. 

4. Patriarchat Jerusalem 

100000 Gl. - Oberhaupt: S. H. Benedictos I., Patr. v. Jerusalem, 
Altstadt, Jerusalem, Jordanien. 

5. Patriarchat Moskau (Gebiet der UdSSR) 
120000000 Gl. - 80 D, und 25000 Gemeinden - 80 B. und 35000 
Geistliche - 100 Klöster - In diese Zahlen eingeschlossen sind 
neben der Russisch-Orthodoxen Kirche auch die nationalen 
orthodoxen Kirchen der Ukraine, von WeIß-Ruthenien (Weiß- 
Rußland) und von Estland, Lettland und Litauen. Der Juris- 
diktion des Moskauer Patriarchen unterstehen ferner Missions- 
kirchen in China, Japan, Korea, Israel und Holland, sowie ein 
Exarchat von orthodoxen Russen in Westeuropa und ein Ex- 
archat in Amerika - Oberhaupt: S. H. Alexej, Patr. v. Moskau 
u. Ganz Rußland, 5, Tschisty, Moskau 5, UdSSR. 

6. Patriarchat Serbien (Jugoslawien) 
7500000 Gl. - 24 D. mit 3700 Kirchen - 2 500 Geistl. - 180 Klöster. 
Oberhaupt: S. H. Vinzenz (Vikentije), Patr, der Serb. Orth. 
Kirche, Belgrad, Jugoslawien. 

7. Patriarchat Rumänien 

14000000 Gl. - 10 D. mit über 10000 Kirchen - 12000 Geistliche - 
über 200 Klöster u. Einsiedeleien - Oberhaupt: S. H. Justinian, 
Patr. V. Rumänien, Bukarest, Rumänien. 

8. Patriarchat Bulgarien 

6000000 Gl. - 11 B. mit 2940 Kirchen - 9 Mp., 7 B. u. 3000 andere 
Geistliche - 100 Klöster - Oberhaupt: S. H. Kyrill, Patr. v. Bul- 
garien, Sofia, Bulgarien. 

9. Die Kirche von Griechenland 

7500000 Gl. - 67 D., ferner 9 D. auf Kreta u. 4 D. im Zwölfinsel- 
gebiet mit 6774 Kirchen - 7150 Geistliche - 259 Klöster - Ober- 
haupt: vacat, Erzb. v. Athen u. Pr. v. Ganz Griechenland, 
Athen, Griechenland. 

10. Die Kirche von Polen 
350000 Gl. -40.- Oberhaupt: S. E. Makarius, Mp, v. Warschau 
u. Ganz Polen, Warschau, Polen. 

11. Die Kirche der Tschechoslowakei 
300000 Gl. -40.- Oberhaupt: S. E. Johann, Mp. v. Prag u. der 
Ganzen Tschechoslowakei, Prag, Tschechoslowakei. 

12. Die Kirche von Finnland 
80000 Gl. - Oberhaupt: S. E. Herman Aava, Erzb, v. Karelien u. 
Ganz Finnland, Kupio, Finnland. 

13. Die Kirche von Cypern 
400000 Gl. - Oberhaupt: S. E. Makarios III., Mp. v. Cypern, 
Nikosia, Cypern. 

14. Die Kirche von Albanien 
160000 Gl, - Oberhaupt: S, E. Paissi, Erzb. v. Albanien, Tirana, 
Albanien. 

15. Das Katholikat von Georgien 

2000000 Gl. - Oberhaupt: S. H. Melchisedek III., Kotholikos 
(Patr.) V. Ganz Georgien, Urbni, Georgien, UdSSR. 

16. Die Armenisch-Apostolisch-Orthodoxe Kirche 

(Armenisch-Gregorianische Kirche) 
3000000 Gl. In Armenien, Indien, Syrien, Libanon, Cypern, 
Großbritannien, Nord- und Südamerika u. auf dem Balkon. 
Oberhaupt: S. H. Vazgen I., Kotholikos u, Patr. Aller Armenier, 
Etschmiadzin, Armenien, UdSSR. 



Q1 



17. Das Syrisch-Jakobitische Patriarchat von Antiochien und die 
Syrische Orthodoxe Kirche der Thomaschristen in Indien 

500000 Gl. in Mesopotamien, Kurdistan und Südindien - Ober- 
haupt: vacat, Patr. v. Antiodiien, Homs, Syrien. 

18. Die Koptische Kirche 
2 500000 Gl. in Ägypten und Südafrika. Oberhaupt: S. H. Amba 
Jussab II., Patr. der Koptischen Kirche, Kairo, Ägypten. 

19. Die Aethiopische Kirche 
6800000 Gl. in Abessinien - Oberhaupt: S. E. Basileios, Pr. der 
Aethiopischen Kirche u. Abbuna, Addis Abeba, Aethiopien. 

20. Die Assyrische (Nestorianische) Kirche 
75000 Gl. im Irak, Syrien, Persien und Amerika - Oberhaupt: 
S. H. Eschai Mar Schimun XXIII., Patr. des Ostens u. der Assyrier 
CXIX, Mar Addai Cathedral Church of the East, Turlock, Cali- 
fornien, USA. 

IV. Die übrigen Autonomen Katholischen Kirchen 

Es sind eigengeprägte Nationalkirchen, die gültig in apostoli- 
scher Sukzession stehende Bischöfe und Priester haben, iedoch 
untereinander und mit den vorstehenden Kirchengemeinsaioften 
in nur loser oder gar keiner Verbindung stehen. 

1. Der Alt-Katholische Kirchenbund in Jugoslawien 
(Strebt Wiedervereinigung mit der Utrechter Union an) 
Drei nationale Bistümer: 
o) Die Alt-Katholische Kirche in NR Serbien 
Bischof: Milan Dobrovoljac, Beograd (Belgrad) 

b) Die Kroatische National-Katholische Kirche 

Bischof: Vladimir Kos, Bistumsverweser und Weihbischof, 
Zagreb (Agram) 

c) Die Slowenische Alt-Katholische Kirche 
Bischof: Dr. Radovan Jost, Ljubljana (Laibach) 

2. Die Alt-Katholische Kirche der Mariaviten in Polen 
und in Ungarn 
(Steht mit der Poln. Kath. Nationalkirche der Utrechter Union 
in brüderlichen Beziehungen). 

60000 Gl. - 6 B. - 40 Ordens- u. 12 Weltpriester, welche die 
Gemeinden leiten - 400 Ordensschwestern, die vor allem im 
Mutterhaus in Plock/Polen leben und karitativ tätig sind. 
Genera Ibischof: Pruchniewski, Plock/Polen, Mariaviten-Kloster, 
Dobschinerstraße 27. 

3. Die Philippinische Unabhängige Katholische Kirche 
Eine katholische Kirche, die sich 1902 von der Römischen Kirche 
trennte. Erst 1948 empfing sie durch Bischöfe der anglikanisch- 
bischöflichen Kirche der USA die apostolische Sukzession, nach- 
dem ihre Katholizität anerkannt worden war. 
2 500000 Gl. - 22 B. und 600 Priester - Oberster Bischof: S. E. 
Isabelo de los Reyes, Manila, Philippinen. 

4. Die Spanische Reformierte Bischöfliche Kirche und 
die Katholische, Apostolische, Evangelische Kirche von Portugal 
Beide Kirchen lösten sich im vorigen Jahrhundert von Rom und 
stellten sich bei Wahrung ihrer Unabhängigkeit unter die 
Obhut der Anglikanischen Kirche, durch die sie auch die aposto- 
lische Sukzession erhielten. Beide Kirchen sind an Zahl sehr klein. 
Bischof: Santos Martin Molina, Madrid, Spanien. 

5. Die Schwedische Kirche 
Die .Schwedische Kirche' ist jene .rechte, alte, katholische 
Kirche, die durch die^Reformation in jenem Land gereinigt und 
bewahrt worden ist (Bischof Bo Giertz, Göteborg). Bis auf den 
heutigen Tag hat sie die apostolische Sukzession bewahrt. 
Etwa 5000000 GL, umfaßt eine Erz-D., 12 D. und 2549 Pfarr- 
gemeinden, die von 13 B. und 2777 Priestern betreut werden. 
Primas: Y. T. Brilioth, Erzb. v. Uppsala u. Pr. v. Schweden, 
Uppsala, Schweden. 

Korrespondenzen, die katholische Erneuerungsbewegung in 
Schweden betreffend, können gerichtet werden an; Dr. Gunnar 
Rosendol, Pforrer an St. Peter, St. Petri Kyrkan, Osby, Schweden. 



V. Wichtige internationale Institutionen 

1. Die Gesellschaft des hl. Willibrord 

sucht die freundlichen Beziehungen zwischen der Anglikanisc 

Kirchengemeinschaft und den Alt-Katholischen Kirchen zu 

dem und zu vertiefen. 

Unter dem Patronate der Erzbischöfe von Canterbury 

Utrecht. 

Präsident: B. Montgomery-Campbell Fulham-Paloce London 

Gesch. Fhr.: der B. von Fulham. 

Sekretär: Rev. J. A. Burley The Vicarage Walthamstow, St. 

terintheforest London E 17. 

Jugendsekretär: C. J. Witten 66. Haywards Rd. Haywards He 

Engl. 

(NB. über die deutsche Abteilung, den Willibrordbund si 

unter 1/1.) 

2. Internationale Liga für Apostolischen Glauben unjl 
Kirchenverfassung (ILAFO) 

Die ILAFO wurde 1950 von Vertretern der Anglikanischen, Seh 
dischen und Alt-Katholischen Kirche gegründet. Ihr Zweck 
1. Die Verständigung zwischen katholisch gesinnten Christen 
schiedener Kirchen zu fördern zur gegenseitigen Unterstütz 
und Ermutigung, treu den Glauben und die Verfassung 
Apostolischen Kirche aufrecht zu erhalten, und 2. es den . 
gliedern dieser Kirchen zu ermöglichen, vereintes Zeugnis 
ökumenischen Tagungen abzulegen, um für die Wieder 
einigung aller Christen auf der Grundlage des Glaubens 
der Verfassung der Apostolischen Kirche zu wirken. 
Ehrenpräsident: The Most Rev. Thomas Hannay, Pr. der Ar 
konischen Kirche in Schottland, St. Bride's Rectory, On 
Inverness-shire, Schottland. Vertreter für Deutschland: I 
Pursch, alt-katholischer Pfarrer in Bottropp, Brünerstr. 13. Kor 
pondent für Deutschland: Drobnitzky, evangelischer Pfor 
Münster in Westfalen. 

3. Orthodox-Anglikanischer Freundschaftsbund 
Zweck: Gegenseitigen Kontakt und Verbindungen zu ermöglic 
für Orthodoxe und Anglikaner. 

Ehrenpräsidenten: Metropolit Leonty, Erzb. Michael, B. Nie 
und B. Scaife. Sekretär: Rev. E. R. Hardy, 46 Mansfield 
New Haven, Conn., USA. 

4. Bruderschaft des hl. Jakobus von Jerusalem 
Eine Organisation für Mitglieder der Anglikanischen, Or 
doxen, Alt-Katholischen und verwandter Kirchen, um das 
stehen zwischen einzelnen Mitgliedern dieser Kirchen zu förc 
durch gemeinsames Gebet, Korrespondenz und örtliche \ 
Sammlungen. Jedes Mitglied erhält vierteljährlich die Zeitsd 
„Ekklesia Nika'. 

Internationale Schirmherren: Der Patriarch von Jerusalem (or 
dox) und der anglikanische Bischof von Jerusalem. Deifts< 
Sekretär: Otto Maria Saenger, alt-kath. Pfarrer, Jestef 
Baden, Deutschland. 

5. Katholisch-Evangelische Liga 
Dieser Bund wurde ins Leben gerufen, um denjenigen < 
Gemeinschaft zu bieten, die an persönlicher Evangeliso 
jener Leute interessiert sind, die keiner Kirche angehören, 
treten können diesem Bund Mitglieder aus der Anglikanisd 
Alt-Katholischen oder Orthodoxen Kirche. Die Liga gibt < 
Vierteljahreszeitschrift heraus ,Catholic Evangelican'. 
Präsident: Richard A. Sullivant. Sekretär: Herbert J. M 
waring, 54 Weston Ave., Wollaston 70, Mass., USA. 
6. Anglikanisch-Katholische Aktion 
(The Church Union) 
Größter anglikanischer Bund mit dem Zweck; den Glauben 
das Leben der Katholischen Kirche aufrecht zu erhalten und 
katholischen Charakter der Anglikanischen Kirche zu bewol 
und lebendig darzustellen. Ihr Motto: .Der ganze Glaube 
die ganze Welt!' Mehrere Zeitschriften. 
Exekutiv-Direktor in Amerika: The Rev. Canon Albert J. duE 
Executive Director of The American Church Union, 347 Mod 
Ave., New York 17, N. Y., USA. 




Zum Geleit 

vielseitig auch die Titel der Beiträge, sie dienen diesmal all dem einen großen und entscheidenden Ziel der Er- 
ckung unseres Kirchenteiles und seiner Erneuerung aus der Tiefe echter Katholizität . Auf 
' die Gläubigen und Gemeinden zurückfinden zur ersten Liebe. 

ernste und große Ziele ins Auge gefaßt werden, geht es ohne tiefschürfende Denkarbeit nicht ab. Wir müssen 
h hierin wieder den Mut finden, im kirchlidoen Jahrbuch, der einzigen repräsentativen Buchgabe unseres Bistums, 

Elite unserer kirchlich interessierten Männer und Frauen, theologisch relevante und durchdachte Studien zu 
'en, zumal, wenn sie von solcher Bedeutung für die Zukunft unserer Gemeinschaft sind, wie jener Beitrag - 
•n dieser ist gemeint — über die Katholizität, die Frucht jahrelangen Nachdenkens des Schriftleiters. Dieser Bei- 
l möchte ein Echo wecken und aufgeschlossene Leser finden weit über unsere Bistümer hinaus. Die ganze Kirche 
damit angesprochen. 
allen übrigen Beiträgen jedoch findet der Leser allgemeinverständliche, anregende, ja sogar entspannende Kost. 

ge uns das neue Jahr dem Vollalter Christi näher bringen! 

Der Du die Zeit in Händen hast. Nun von Dir selbst in Jesu Christ, 

Herr, nimm auch dieses Jahres Last die Mitte fest gewiesen ist, 

und wandle sie in Segen! führ uns dem Ziel entgegen. (Jochen Klepper) 

Dies wünscht Franz Paul P fister, Pfarrer in Frankfurt/ Main. 

Wir haben zu danken 

•nehmlich dem holländischen Bistum für Bereit- Ausgabe behilflich waren; ferner dem Ruf er- Verlag 



llung von Bildern und Druckstöcken, sowie allen 
tarbeitern und Freunden, die uns bei der neuen 




Gütersloh und dem Bechtle- Verlag, Esslingen für 
Erlaubnis zur Entnahme heiterer Anekdoten. 


lOber 30 Jahre Kirdienbedarf ! 

Altargeräte aller Art! Stehkreuze. Leuchter, 
Ewiglichtlampen, Weihwasserkessel. Tragkreuze. 
Opferstöcke, Taufgarnituren, Edelholzleuchter, 
la handw. Arbeiten, preisgünstig besterQualitäten. 

Emil Ankam, Wiesbaden-Biebrich, Dotzheimer Str. 201 K 




Religiöse Andachfsgegensfände in größter 
Auswohl für jeden Geschniack 

Wef ers & Co., Köln, Steinweg 3 

Bilder, Kreuze, Leuchter, Fahnen etc. 


k Scho7i von außen 

■ kann man eine Wohnimg beurteilen: 

f Nach den Gardinen im Feilster! 

Modern, schön gemustert und dabei außergewöhnlich haltbar. Das sind die Kenn- 
zeichen unserer Erzeugnisse. 

Wir sind auch ^Ersthersteller des PAN-Häckelfeintülles. Bügeln und Spannen ist 
bei ihm überflüssig, er hält dabei noch das vielfache einer normalen Gardine, denn 
er ist unübertroffen lichtunempfindlich. 

Verlangen Sie beim Gardineneinkauf ausdrücklich unsere Erzeugnisse. Noch nach 
Jahren werden Sie bestätigen: Ihr Geld war gut angelegt. 

GARDINENFABRIK vROCt Ä LOTGH^ I N S I N G E N 

Gardiyientülle, FAN- und Diolen- Feintülle, Storesmeterware, Scheibengardinen 



93 




HEINR. MÖLLER 



BEDACHUNGEN • BAUKLEMPNEREI 



Blitzschutzanlagen • Isolierungen 



BONN • NQRDSTRA55E 51 • TELEFON 352 43 



Ernst 



Orgelbauanstalt 
Berg. Gladbach 

Neubauten 

Umbauten 

Reparaturen 



Kleiderffabrik 

iAVilly Sutor 

Viernheim/H 

Damenkleider, Damenröcke 
Damenblusen, Kinderkleider 

Viernhelm/Hessen 
Kleiner Stellweg 1, Tel. 652 



Karlsruhe 




tut Herz und 
Nerven gut 

Reines Naturmittel 

ouf biologischer Grundlage. 

Vorzüglich bei 

Herzbeschwerden 

Abspannung und 

Schlaflosigkeit 

Für DM 3.80 

PROSPEKT KOSTENLOS VOM 



KloftcrÜabDratoriumJIorA 



Seit 1844 

JUWELIER 



Karlsruhe 1/B • Telefon 22608 
Kaiserstraße 78 - Marktplatz 



# das Fachgeschäft in altbewährter 
Qualität empfiehlt sein reiches Lager 
in Juwelen - Goldwaren - Trauringen 
Silber und versilberte Waren 
Bestedie - Moderner Sc/imuck 

• Verkaufsstelle der Markenuhren: 
Alpina - Dugena - Universal Geneve 
Junghans - Kienzle 

Kataloge und Versand nach auswärts 




Kino Luxor 



Heinrich iVlay 

Bronze-, Kunst- und Metallgießerei 

Köln-Nippes 
Neußer Straße 452-456 

Ausführung sämtlicher Metallarbeiten 
nach Zeichnung oder Modell 



Ihr Glaslieferant 
in allen Fachfragen 

GLAS Weber 

Inhaber A. Weber 

Glaserei und Glasschleilerei 

Bonn, Ermekeilslraße 24, Tel. 23137 



BELEUCHTUNGS- UND 
ELEKTRO-FACHGESCHÄFT 




95. 




Uhren, Schmud?, Bestecke, 

Trauringe 

kaufen Sie preiswert hei 



Hans Buchwald • Uhrmachermeister 

Freiburg im Breisgau • Tennenbacher Straße ^ 

Ihre kleinen u. großen Uhren werden sorgfältig u. 
gewissenhaft in eigener Werkstatt instand gesetzt 



Seit 90 Jahren 

kauft man gut und billig Im Fachgeschäft 
Herren- und Knabenkleidung 



C^i 



jW 



Freiburg im Breisgau • Franziskanerstraße 




. . . ausgezeichnet , . . 

GANTER-PILSNER 
GANTER-EXPORT 

Unser Treffpunkt in Freiburg 
GANTERBRÄU 

Hauptgaststätte Schiffstraße 7 




i^*sJW 



GLÜCKSKLEE 



GLÜCKSKLEE M I LC H G E S E L LSC H A FT M. B. H 

HAMBURG 13 




- 








/ ^^fe^ /^^^^^^H 








^ 




^^^^^^^^^^HI^^^^^^IkS^^^ 


* 



DIE BIBEL für Studium und Unterridit: 



DM 



Die Bibel — Ganze Heilige Schrift — Tasdienausgabe 
1250 S. Halbleinen 2.— 

Das Neue Testament (Übersetzg. Watterich) 820 S. Halb- 
leinen Handl. Band 2. — 

Biblische Geschichte für den Unterricht mit Bildern, 

4 Karten. 310 S. Halbl 1.50 

Ab 10 Stück je 1.— 

Die Bibel im Leben der Glaubigen von Bischof Török. 
20 S. geb./kart —.30 

Herr lehre uns beten — Vaterunserauslegung — von 
Pfarrer Frei. 40 S. kartoniert 1.20 

Apostel Pauli Botschaft an die Christenheit von Pfar- 
rer Pfister. 32 S. geh —.30 

Der Brief an die Römer 1. Teil. 365 S. 2. T. 433 S. 
von Professor Gaugier ; . 15. — 

Das Gebet in Haus und Kirche: 

Gesang- und Gebetbuch für die Alt-Katholiken. 424 S. 

Dünndruckp. Ganzleinen/Rot 5.60 

SafTianleder/Gold 10.— 

Gott ist die Liebe! Andaditsbuch von Bischof Herzog. 

336 S. Halbl 4.— 

Lob Gottes. Andachtsbuch von Pfarrer Heinz. 375 S. 

Ganzleinen . 4.50 

GebetbQchlein für die christ-kath. Jugend von Dr. 0. Gilg 

mit Bildern 2.70 

Gebete für die Wodientage. 16 S. kartoniert .... — ,50 
Rituale der Christ-Kath. Kirche der Schweiz von Bischof 

A. Küry. 150 S. brosch 7.50 

TaufbUchlein von Pfr. O. Gilg 1.40 

Das Gebet im Leben der Gläubigen von Prof. Maan. 

16 S. kartoniert —.30 

Religiöse Reden (antiquarisch) von Bischof Reinkens. 

150 S. brosch 3.— 

Die Lelire der katholisdien Kirctie: 

Die heilige Eucharistie von Erzb. Rinkel. 100 S. brosch. 2.70 

Weg und Bedeutung der altkirchl. Christologie von Prof. 

A. Gilg. 106 S. brosch. 4.80 

Ist die leibl. Himmelfahrt Mariae ein Dogma? von Pfar- 
rer Pflster. 52 S. brosch 2. — 

Interkommunion — Grundlagen, Inhalt, Folgerungen von 

Erzb. Rinkel. 24 S. kart 1.20 

Schuld und SQhne — Sakrament der Buße — von Bischof 

Demniel. 12 S. geh —.25 

ab 10 Stück je —.20 

Die Lehre der Kirche im Leben der Gläubigen von Prof. 

Jans. 12 S. kartoniert — .30 

Chrisikatholischei- Katechismus. 84 S. Halbl./Karton . . 1.20 

Leitfaden für den Erstkommunionsunterricht von Weihb. 

Sleinwachs. 32 S. kart — .25 

Diakon und Priester im Dienste der Kirche von Pfr. 

Kräling/Schöke. 16 S. geh —.25 



m 

Die Willensfreiheit als rel.-phil. Grundproblem von Dr. 

Rud. Keussen. 224 S. brosch 3.. 

Schönheit der kath. Kirche in ihrem Kultus (antiquar.) 

von Pfarrer Schirmer. 68 S. brosch — ' 



Aus der Gescfaidite der Kirdie: 

Bilder aus der Alten Kirche von Dr. O. Gilg. 80 S. 8 Bil- 
der brosch 1.! 

Justinus Febronius (Weihb. Job. N. v. Hontheim) von 

Pfarrer Pfister. 40 S. geh - 

ab 10 Stück je — . 

Ignaz Hch. von Wesscnberg (antiquarisch) von Pfarrer 

Schirmer. 72 S. 2 Bilder brosch. — .i 

Hilarius von Poitiers (1864 antiquarisch) von Bischof 

Reinkens. 360 S. brosch 3 

Die Alt-Katliolisclie Kirdie: 

Was ist alt-katholisch? von Bischof Demmel. 40 S. kart. — 

ab 10 Stück je — 

Konfession und Ökumene von Bischof U. Küry. 16 S. geh. — . 
Alt-Katholizismus und Protestantismus von Pfr. Kopp. 

46 S. brosch — . 

Christkatholizismus und Protestantismus von Pfr. O. 

Gilg. 28 S. kart. — . 

Die alt-katholische Bewegung in 50 Fragen von Pfr. 

Kopp. 199 S. brosch. 1. 

Der Alt-Katholizismus in Deutsehland von Pfr. Kopp. 

. 148 S. brosch — . 

Joh. Friedrich als Führer der altkath. Bewegung von - 

Pfr. Hacker. 25 S. geh — . 

Episkopat des Corn. J. B. Wuytiers von Utrecht von 

Prof. Maan. Mit Bildern Halbl. 7. 

Bischof Eduard Herzog, Lebensbild von Pfr. Herzog 

300 S., Leinwand 4. 

Bischof Adolf Küry zum Gedächtnis 1. 

In englischer Sprache: 

The Old Catholic Movement its origin & history von 

C. B. Moss DD gebunden 12. 

Alt-Katholisdie Zeitsdiriften: 

Alt-Katholisches Jahrbuch 1958 2. 

1957 1. 

Alt-Kath. Kalender u. Jahrbuch 1955 — 

1954 — . 

1953 — . 

Kalenderpack (1957/6/5/4/3) nur gesarat 4 

Internationale Kirchliche Zeitschrift 
die theologische Vierteljahreszeitschrift 

Einzelheft 4 

Jahresabonnement 16 

Alt-Katholische Kirchenzeitung 
Monatsschrift der deutschen Alt-Katholiken 

Einzelblatt — 

Vierteljährlich 1 



Zu den eigenen Verlagswerken wird nur das Porto berechnet! 

AVI LLIBRORD- BUCH HANDLUNG 

— Ps. Kto: Karlsruhe 343 84 — 
Aachen, Friedrichstraße 29/33 all 

Liefert schnellstens jedes Buch und jede Zeitschrift portofrei zum Ladenpreis ins Haus 

(Bitte genauen Titel und Verlag angeben) 




GEGR. 1776 



ZEIDLER-WIMAAEL 

STEINBRUCH-u STEINMETZBETRIEBE 

Berlin • Düsseldorf • Frankfurt/M. • Hannover • Kirdiheim/Ufr. 
Londorf/O'hessen • München • Riedlingen/Wttbg. 



AUSFOHRUNG ALLER AUSSEN- UND I N N E N AR B E ITE N IN NATURSTEIN 




Alt^Katholisdies Jahrbudi 



1959 



^ S.Jahrgang 



Preis DM 2.— 



JOSEPH WITTIG 

LEBEN JESU IN PALÄSTINA, 
SCHLESIEN UND ANDERSWO 

Durchgesehen und eingeleitet von 
J. Chr. Hampe 

400 Seiten, Leinen, DM 9.80, erschienen in der 
Reihe DER SIEBENSTERN 

In einer preiswerten Volksausgabe ist dieses 
gewiditige Werk neu erschienen. Das Leben, 
wie es in Palästina geschah, begleitet gleich- 
nishaft das Leben des Dichters von seinen 
Knabenj ahren auf dem Dorf bis zur Priester- 
weihe. „Die beste christliche Selbstbio- 
graphie" (Adolf Schlatter). 

EUGEN SALZER-VERLAG 
HEILBRONN A.N. 



BENNO SCHÖKE 

Und sie fanden das Kind 

Weihnachtsgesdiichten 

80 Seiten, DM 2.80, mit farbigem Sdiutzum- 
sdilag, Band 58 der Reihe „Salzers Volksbücher". 

Der Erzähler hat das Wunder der Heiligen 
Nacht aus innerstem Herzen erlebt. Jede 
der adit Geschichten, die in der schlesischen 
Heimat spielen, ist ein Zeugnis dieses Er- 
lebens: warm, eindringlich und beglückend. 
Die Erzählungen eignen sich besonders zum 
Vorlesen. 

EUGEN SALZER VERLAG 
HEILBRONN A.N. 



> 



Schon von außen 

kann man eine Wohnung beurteilen, 

Nach den Gardinen im Fenster! 



Modern, sdiön gemustert und dabei außergewöhnlidi haltbar. Das sind die Kenn- 
zeichen unserer Erzeugnisse. 

Wir stellen DIOLEN- und PAN- Feintülle her, die nach dem kinderleiditen 
Waschen nicht mehr gebügelt und gespannt werden müssen. Dabei halten sie noch 
das Vielfache einer normalen Gardine. 

Verlangen Sie beim Gardineneinkauf ausdrüdilich unsere Erzeugnisse. Noch nach 
Jahren werden Sie bestätigen: Ihr Geld war gut angelegt. 

GARDINENFABRIK üiOiT & LOTBH'$ I N S I N G E N 

Gardinentülle y DIOLEN- und PAN- FeintülUy Storesmeterwarey Scheibengardinen 



'/^ 



Kirdilidies Jahrbudi 
für die dcutsdien Alt-'Katholikeii 

1959 

7nit Jahresweiser und Verzeichnis der Autonomen Katholischen Kirchen 
und ihrer wichtigen Einrichtungen 



Im Auftrag des katholischen Bistums Bonn 
der Alt-Katholiken Deutschlands 

Herausgegehen von Pfarrer Paul Franz Pfister 
Frankfurt a. M. 



Verlag des Bistums Bonn • Gregor-Mendel-Straße 2$ 



y 



\J)tÖ Itmt 6clnc SDccfe, öein WUmr 

öc!nBul60n ^ 

abtt ft^ I)abe ä'l6üc 6i(^/ 

6oß 6u öcinc ctftc Xlcbc 

nid)t mclit öoft 

23üfcFirc 6ftfi 

unö tue 6cinü ccpcn SBctfc a)ic6i>c! 

^onft ajct6ß !t^ öffnen Xcut^tßc 

oon fcincc «^tcflc turfün. n 

^Dotijc ouf un6 ftöcEc 

6cn ubtiflcn ildl/ 6üt am ^tctbcn Ift 

50ßt fieflt/ 

äjltö mit aj#m (Sca^önöccn 

bütldößt tBßt6cn. 

3tt) mi^t \t\wm 21omcn 

nimmct aueldfdien ouö 6tm 

29utf) 6c8 J!;cbcnö. 

<8on6ctn %n^t il)n benennen 

not meinem 23otet 

un6 DOC feinen Engeln. 



Offbg. Johanni 



Inhaltsübersicht 



lendarium, Fr. Kraeling 4 

r Bericht 

ronik des Bistums Bonn, Prof. Dr. W. Küppers 11 
s den Schwesterkirchen, nach Angaben von H. 
f. W. Verhey, Paul Heinz, Dr. Kreuzeder . . 17 
r XVII. Internationale Alt-Katholikenkongreß 

n Rheinfelden, P. F. Pfister 19 

iträge zu unsepem Selbslversländnis 

sere Aufgabe, Paul F. Pfister 24 

ihrhaftigkeit - Sachlichkeit, Paul F. Pfister . 26 
IS sagt die Kirchengeschichte zu dem Anspruch 

1er Päpste . . . Paul F. Pfister 27 

prian von Karthago, DDr. E. Hammerschmidt 33 

iiode so oder so? Gustav Hüdig 35 

1 Gespräch über die alte katholische Kirche, 

^aul F. Pfister 41 

nn . . . Prof. Dr. W. Küppers 44 

larbeiler Gottes 

s neue Bildfenster der Pfarrkirche in München 

3ekan J. Schniertshauer 58 

(arbeitende Gemeinde, P. Pfister 59 

innerungen eines Ministranten, F. O. Wulst . 61 
• Kirche stirbt, wenn sie nicht missioniert, 

^ Pfister 62 

te Bibelausgaben und Hilfsbücher, 

/om Herausgeber 63 



Die Ehefragen, P. Pfister 65 

Astrologie, Von P. Pfister 66 

Freizeit, Von P. Pfister 69 

Für Jeden etwas 

Die St. Gotthardbahn 68 

Der Alte Fritz erzieht zur Toleranz 70 

Kirdie und Staat in der Bundesrepublik ... 74 
Vom „Hundertjährigen Kalender und vom 

Wettermachen, P. Pfister 76 

Herbstlied, Benno Schöke 72 

Wenn eine Mutter ihr Kindlein tut wiegen, 

Gottfried Wolters 73 

Wer jetzig Zeiten leben will 85 

Jahr des Herrn, Siegfried Goes 87 

Ergötzliches 77 

Meisterrätsel 77 

Allzeit fröhlich 79 

Bücher, Paul F. Pfister 80 

Zwiesprache, Vom Kalendermann 86 

Verzeichnis der wichtigen Einrichtungen der alt- 

kath. Kirchen 88 

Sinnsprüche, Gedichte, Anekdoten, Kurzgeschich- 
ten, Rätsel und Humoristisches hat der Schrift- 
leiter bereitgestellt. 

Anzeigen 97 



Erläuterung zum Kalendarium 

Auf- und Untergangszeiten der Sonne sind in Mitteleuro- 
sdier Zeit angegeben; sie gelten genau für Köln, den zen- 

gelegenen Ort Westdeutschlands. Für weiter entfernt ge- 
rne Orte können diese Zeiten um größere Beträge ab- 
dien. 

Zeit- und Festrechnung 1959 

Jahr 1959 ist ein Gemeinjahr von 365 Tagen. 



Septuagesima 

Aschermittwoch 

Karfreitag 

Ostern 

Himmelfahrt 

Pfingsten 

Fronleichnam 

Erntedankfest 

Büß- und Bettag 

1. Advent 



25. Januar 
11. Februar 

27. März 
29. März 

7. Mai 

17. Mai 

28. Mai 

4. Oktober 

18. November 

29. November 



Jahreszeiten 1959 



hlings-Tagundnachtgleichf 
»mersonnenwende 
bst-Tagundnachtgleidie 
itersonnenwende 



21. März 

22. Juni 

23. September 
22. Dezember 



9.55 Uhr MEZ 

4.50 Uhr MEZ 

20.09 Uhr MEZ 

15.35 Uhr MEZ 



Gesetzliche Feiertage in den Bundesländern 

jahrslag: in allen Bundesländern. 

t der Erscheinung des Herrn (6. Januar): nur in Baden- 
'ürttemberg und in Bayern, 
freitag: in allen Bundesländern, 
^rmontag: in allen Bundesländern, 
fai: in allen Bundesländern. 
isti Himmelfahrt: in allen Bundesländern, 
gstmontag: in allen Bundesländern. 

luni („Tag der deutschen Einheit"): in allen Bundesländern. 

j nleidinam: nur in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein- 

1 estfalen und Bheinland-Pfalz; nicht in Berlin, Bremen, 

{ amburg und Niedersachsen; in Bayern nur in Gemeinden 

't überwiegend röm.-kath. Bevölkerung. 

'•'ligen: in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen u. 

iland-Pfalz; nicht in Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, 

lersachsen, Schleswig-Holstein. In Bayern: in Gemeinden 

u überwiegend röm.-kath. Bevölkerung. 

■ und Bettag: in allen Bundesländern; in Bayern aber nur 

Gemeinden mit überwiegend evangelischer Bevölkerung. 



Das Friedensfest (8. August) ist nur im Stadtkreis Augsburg 

gesetzlicher Feiertag. 
Der 1. und 2. Weihnachtstag sind gesetzliche Feiertage in allen 

Bundesländern. 



Die Sonne tritt in das Sternbild 



Steinbock 


am 19. Januar 


Wassermann 


„ 16. Februar 


Fische 


„ 12. März 


Widder 


„ 18. April 


Stier 


„ 14. Mai 


Zwillinge 


„ 21. Juni 


Krebs 


„ 20. Juli 


Löwe 


„ 10. August 


Jungfrau 


„ 16. September 


Waage 


„ 31. Oktober 


Skorpion 


„ 23. November 


Schütze 


„ 18. Dezember 



Die Tierkreis-Zeichen sind nicht gleichbedeutend mit 
den Tierkreis-Bildern. Es gibt am Himmel zwölf Tierkreis- 
zeichen; sie tragen zwar die gleichen Namen wie die Tierkreis- 
bilder, jedes Zeichen liegt aber am Sternhimmel ein Stück 
westlich von dem Bild gleichen Namens. Da die Sonne in ihrer 
scheinbaren Jahresbewegung um die Erde von Westen nach 
Osten fortschreitet, durchläuft sie ein bestimmtes Tierkreis- 
bild im Durchschnitt etwa einen Monat später als das Tier- 
kreiszeichen gleichen Namens. 



Zahl der Sonntage nach Erscheinung des Herrn: 
Zahl der Sonntage nach Pfingsten: 



Gedenktage 1959 ohne Tagesdatum 



309 

1009 

1009 

1209 
1409 
1859 



wurde geboren der hl. Pamphilius, Märtyrer, Vorsteher 

der Theologenschule von Cäsarea in Palästina, großer 

Verehrer des Origines. 

Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem durch die 

Sarazenen. 

Grundsteinlegung des Mainzer Domes durch Erzbischof 

Willigis. 

Die Urregel des hl. Franz von Assisi. 

Gründung der Universität Leipzig. 

Darwins Werk „Die Entstehung der Arten". 

Anselm Schott, Benediktiner in Beuron, veröffentlicht 

sein lateinisch-deutsches „Meßbuch der heiligen Kirche". 



Idi lasse Dich nicht, 

Du segnest mich denn. 

1. Mos. 32. 21 

Er ist unser Friede. 
Eph. 2, 14 



3anuat 




Ich und mein Haus 
wollen dem Herrn dienen. 
Jos. 24, 15 

Alle eure Dinge 

lasset in der Liebe gesdiehenl 

1. Kor. 16, 14 



\tkmt 



Ep: 2 Petr 1, 13—19; Ev: Mark 13, 31—37 (W) 

1 D Neujahr; Kirchlich: Beschneidung des Herrn 

2 F Name Jesu [SA 8.27 SU 16.23] C 

3 S Genoveva, Jungfr., f 512 

Ep: 1 Joh 3, 19—24; Ev: Lk 4, 16—21 (W) 

4 S Sonntag nach Neujahr 

5 M Vigiltag 

Ep: Is 60, 1—6; Ev: Mt 2, 1—12 (W) 



6 D Ersdieinung des Herrn 

7 M Widiikind, Herzog f 807 

8 D Severin, Abt f 482 

9 F Adrian, Abt f 710 
10 S Agatho, Bisch, f 682 



[SA 8.27 SU i6.30] 



Ep: 1 Kor 1, 20—31: Ev: Joh 1, 29—34 (G) 

11 S 1. nadi Ersdi. d. Herrn [SA 8.24 SU 16.36] 

12 M Ernst; Erna 

13 D Hilarius von Poitiers f 367 

14 M Gottfried, Graf f 1127 

15 D Paulus, Einsiedler f 341, Thebais, Ägypten 

16 F Marzellus, Bisch. Mart. f 309 ^ 

17 S Antonius, Abt f 356 „Vater der Mönche", Äg. 

Ep: Böm 1, 14—22; Ev: Joh 1, 35—51 (G) 



[SA 8.19 SU 16.47] 



18 S 2. nach Ersch. d. Herrn 

19 M Dagobert, Bisch, f 1013 

20 D Fabian u. Sebastian, Mart. 

21 M Agnes, Jungfr. Mart. f 304 

22 D Vinzenz, Mart. f 304^ 

23 F Raimund, Miss, f 1275 

24 S Timotheus, Bisch. M^.rt. f 97 



Ep: Rom 5, 1—11; Ev: Lk 6, 10—35 (V) 

25 S Septuagesima [SA 8.11 SU 16.58] 

26 M Polykarp, Bisch. Mart. f 155 

27 D Johannes Chrysostomus, Bisch, f 407 

28 M Karl; Manfred 

29 D Franz von Sales 

30 F Adelgunde, Äbtissin f 684 

31 S Vigilius ^ 



(jedrnktaite: 

4. 1. 1896 starb Bischof Rcinkcns. 

6. 1. 1884 starb Gregor Mendel, Augustiner, Begründer der 

Vererbungswissenschaft. 
10. 1. 1890 starb Ignaz von DöUinger. 
12. 1. 1906 starb Bischof Weber. 



Ep: Jak 3, 13—18; Ev: Lk 10, 38—42 (V) 

1 S Sexagesima [SA 8.10 SU 1 

2 M Darstellung Jesu (Maria Lichtmeß) 

3 D Blasius, B. von Sebaste in Armenien f 31 

4 M Rhabanus Maurus, Bisch, von Mainz f 85 

5 D Agatha, Mart. f 281 Catania (Sizilien) 

6 F Romuald, Abt, Italien f 1027 

7 S Joh. V. Matha 

Ep: 2 Thess 3, 1—5; Ev: Mk 8, 31—38 (V; 

8 S Quinquagesima (Esto mihi) [SA 8.00 SU 1 

9 M Cyrill v, Alexandrien, Bisch, f 444 

10 D Scholastika, Schvv. des hl. Benedikt 

11 M Aschermittwoch 

12 D Eulalia v. Merida (Spanien), Mart. f 304 

13 F Kastor, Priester f 350 b. Garden, Mosel 

14 S Valentin, Bisch. Mt. f 269; Bruno B. Mt. f 

Ep: Gal 5, 13—18; Ev: Mt 6, 16—18 (V) 

15 S 1. Fastensonntag (Invokavit) [SA7.44 SUl 

16 M Onesimus, Bisch. Mart. f 95 

17 D Bonosus, Bisch. Trier f 381 

18 M I. Quatember j 

19 D Leontius, Bisch, f 1109 j 

20 F Eucherius, Bisch, v. Lyon f 450 

21 S Felix, Bisch. V. Rom, Mart. f 274 

Ep: Jak 1, 2—8; Ev: Mt 6, 5—8 (V) 



[Si' 
SU 17.iJ 



22 S 2. Fastensonntag (Reminiscere) 

23 M Peter Damian, Bisch, f 1072 

24 D Matthias, Apostel f um 65 

25 M Walburga v. Heidenheim f 779 

26 D Mechthild, Äbtissin f 1154 

27 F Nestor, Mart. in Gaza f 362 

28 S Leander, Sevilla f 600 



(jfdeiiktagp: 

3. 2. 1809 wurde geboren Felix Mendelssohn-Bartholdy 

Komponist. 
9. 2. 1834 wurde geboren Franz Xaver Witt, Vorkämp 

liturgisdie Bindung der Kirclicnmusik. 
14. 2. 1009 starb in Braunsberg der hl. Bruno von Qi i 

Miss, der PreuIJen. 
14. 2. 1915 starb Adolf Thürlings, Gestalter der Alt- 
Liturgie. 



Ihr sollt heilig sein, 

denn ich bin heilig, 

der Herr, Euer Gott. 

3. Mos. 19, 2 

Nahet euch zu Gott, 

so naht Er sich zu euch. 

Jak. 4, 8 



mm 




Gott legt uns eine Last auf, 
aber Er hilft uns auch. 
Ps. 31, 16 

So besteht nun in der Freiheit, 
zu der uns Christus befreit hat. 
Gal. 5, 1 



^0\ 



Ep: Jak 2, 14—17; Ev: Mt 6, 1—4 (V) 

S 3. Faslensonntag (Oculi) [SA 7.19 SU 18.11] 

M Simplizius, Bisch, f 483 C 

D Kunigunde, Kaiserin f 1039 

M Casimir, poln. Prinz f 1484 

D Hinkmar v. Reims f 967; Friedrich 

F Fridolin v. Säckingen, Miss, f 540 

S Thomas v. Aquin f 1274 

Ep: 1 Joh 2, 15—17; Ev: Lk 7, 36—50 (V) 

S 4. Fastensonnlag (Lätare) [SA 7.04 SU 18.23] 

M Vierzig Märtyrer # 

D Christoph 

M Walter 

D Gregor d. Große f 604 

F Rüdiger 

S Longinus, Mari, f um 60 

Ep: 1 Petr 1, 17—26; Ev: Joh 11, 47—54 (V) 

*S 5. Fastensonntag (Passionssonntag - Judika) 
'M Cyriacus, Patriarch f 606 [SA 6.49 SU 18.35] 

D Patrik, Miss, f 464 Irland 1 

M Cyrill v. Jerusalem f 386 

D Josefstag 

F Joachim; Irmgard v. Zülphen f 1090 

S Benedikt von Nursia, Ordensstifter f 542 

Ep: Hebr 12, 1—4; Ev: Joh 12, 12—19 (R u. V) 

S Palmsonntag (Palmarum) [SA 6.33 SU 18.47] 

M Otto; Eberhard 

D Gabriel, Erzengel @ 

M Maria Verkündigung 

D Gründonnerstag (1 Kor 11, 20-32; Joh 13, 1-15) 

F Karfreitag (Oseas 6, 1-6; 2 Mos 12, 1-11; Joh 

S Karsamstag 18, 1-40, u. 19, 1-42) 

Osternachtfeier: Ep: Kol 3, 1-4; Ev: Mt 28, 1-7 

■'S Osterfest (1 Kor 15, 20—23; Mk 16, 1—7) (W) 
M 2. Osterfeiertag [SA 6.17 SU 18.58] 

D Balbina, Rom f 130 f 



Gedenktage: 

1. 1459 wurde geboren Hadrian VI., der letzte deutsche 
Papst. 

5. 659 starb die hl. Gertrud, Äbtissin von Nivelles, Toch- 
ter Pippins d. Ä. 

5. 1459 wurde geboren Maximilian I., deutscher Kaiser, 
Förderer von Kunst u. Wissenschaft. 

5. 809 starb der hl. Ludger, Missionar, der erste Bischof 
von Münster. 

5. 1924 starb Bischof Eduard Herzog (Schweiz). 



1 M Walarich, Abt v. Leukone, Frkr. f um 622 

2 D Theodosia, Mart. Caesarea f 308 

3 F Richard; Gandulf 

4 S Isidor; Kunigunde 

Ep: Kol 3, 1—4; Ev: Joh 21, 1—17 (W) 
Kirchenopfer für Schv^esternhaus 

5 S Weißer Sonntag (Quasi modo geniti) [SA 6.01 

6 M Notker der Stammler f 912 SU 19.10] 

7 D Hermann Josef 

8 M Albert, Patriarch v. Jerusalem f 1214 # 

9 D Waltraud, Gräfin in Flandern f 686 

10 F Paternus, Mönch, Paderborn f 1058 

11 S Leo d. Gr. f 461 Rom 

Ep: 1 Joh 3, 11—19; Ev: Joh 15, 9—17 (W) 

12 S 2. S. n. Ostern (Misericordias Domini) 

13 M Hermenegild, Gotenprinz, Mart. f 584 [SA 5.46 

14 D Justinus, Philos. Mart. f um 166 SU 19.21] 

15 M Anastasia, Mart. 3 

16 D Lambert, Bisch, v. Maastricht, Mart. f um 705 

17 F Anicetus, P. u. Mart. f 166 

18 S Ursmar, Ap. v. Flandern f 713 

Ep: Jak 5, 7—11; Ev: Joh 15, 18—25 (W) 
Kirchenopfer für die Jugendarbeit 



19 S 

20 M 



21 D 

22 M 

23 D 

24 F 

25 S 



3. S. n. Ostern (Jubilate) [SA 5.31 SU 19.33] 

Viktor; Adelher; Theotimus 

Anselm v. Canterbury, Erzbisch, f 1109 

Cajus, Bisch, u. Mart. f 296 ® 

Georg, Hauptmann im Heere Diokletians, f 303 

Fidelis von Sigmaringen f 1622 

Markus, Evangelist 



Ep: Phil 2, 1—4; Ev: Joh 17, 1—10 (W) 

26 S 4. S. n. Ostern (Cantate) [SA 5.17 SU 19.44] 

27 M Tertullian 

28 D Vitalis, B. v. Salzburg, Ap. in Tirol f um 730 

29 M Robert; Hugo von Cluny C 

30 D Katharina von Siena f 1380 Rom 



Gedenktage: 



18.4. 



21.4. 



27. 4. 



359 starb Gratian, weström. Kaiser, wichtiger Förde- 
rer des Christentums. 
1109 starb der hl. Anselm, Erzbisch, v. Canterbury, der 

„Vater der Scholastik". 
909? starb Tutilo, Mönch in St. Gallen, Künstler, Dich- 
ter, Musiker. Sein mit verteilten Rollen gesungener 
Weihnaclatstropus Hodie cantandus est nobis puer 
ist der Ausgangspunkt der Weihnachtsspiele. 
28. 4. 1109 starb der hl. Hugo, Abt von Cluny, der das Kloster 
nach innen und außen auf die Höhe seines mona- 
stischen Ideals hob. 



Es ist ein köstlich Ding, 

dem Herren danken. 

Ps. 92, 2 

Wir sind Gottes Mitarbeiter. 
1. Kor. 3. 9 




Wolil dem Volk, des Gott der Herr 
Ps. 144, 15 

Man muß Gott mehr gehorchen 

als den Menschen. 

Apg. 5, 29 t 



3unl 



1 F Maifeiertag 

2 S Athanasius, Palr, v, 



Alexandrien t 373 



Ep: Jak 5, 16—20; Ev: Mt 6, 9—13 (W) 

3 S 5. S. n. Ostern (Rogate) [SA 5.04 SU 19.55] 

4 M Monika, f 387 Ostia 

5 D Gotthard v. Hildesheim f 1038 

6 M Dietrich v. Minden, Mart. f 880 

7 D Cliristi Himmelf. (Hebr 9, 24-28; Lk 24, 44-53) 

8 F Altfried, Bisch, f 874 

9 S Gregor von Nazianz f um 390 

Ep: Eph 1, 15—23; Ev: Job 12, 2^—32 (W) 

10 S Stg. n. Chr. Himmelfahrt [SA 4.52 SU 20.06] 

11 M Gandulf; Waidebert 

12 D Pankratius; Domitilla 

13 M Servatius 

14 D Bonifatius, Mart. f 4. Jhdt. 

15 F Sophie 5 

16 S Ubald; Johannes Nepomuk 

Ep: Apg 2, 1—11; Ev: Job 14, 15—21 (R) 
Kirdienopfer Hilfsverein 

17 S Pfingsten [SA 4.41 SU 20.16] 

18 M 2. Pfingstfeiertag (R) 

Pudentiana, Villanova f 500 

II. Quatember 

Ehrenfried; Theophil 

Rita; Renate @ 

Desiderius, Erzbisdi. v. Rennes f 611 

Ep: 1 Job 1, 1—7; Ev: Job 3, 1—15 (W) 



19 


D ] 


20 


M 


21 


D ] 


22 


F ] 


23 S ] 



24 S 1. S. n. Pfingsten (Dreifaltigkeit) [SA 4.32 

25 M Urban, Bisch. Mart. f 230 SU 20.26] 

26 D Alwin; Regintrud 

27 M Beda f 735; Bruno v. Würzburg 

28 D Fronleldinam 

29 F Maximin, Bi. v. Trier, Erbauer des Domes ^ 

30 S Johanna d'Arc 

Ep: Hebr 12, 7—11; Ev: Mt 11, 25—30 (G) 



31 S 2. S. n. Pfingsten 



[SA 4.25 SU 20.35] 



Gedenktage: 

28. 5. 1874 Erste deutsdie alt-kathol. Synode in Bonn. 

28. 5. 1884 starb Wilhelm Achtcrmann, Bildhauer. 

31. 5. 1809 starb Josel Haydn, genialer Komponist; auf Haydn 
und die Wiener Klassiker gründet sidi die Musik- 
kultur des 19. u. 20. Jhdts. 



1 M Regina; Eneko; Alto 

2 D Eugen f 657 

3 M Chlothilde f 545 

4 D Quirin von Sissek, Kroatien f 309 

5 F Bonifatius-Winfried f 754 Friesland 

6 S Norbert von Xanten 

Ep: 1 Kor 1, 26—31; Ev: Mt 9, 9—13 (G) 

7 S 3. S. n. Pfingsten [SA 4.20 SU 20 

8 M Medardas 

9 D Primus u. Felician f um 303 

10 M Margarita, Königin f 1093 Schottland 

HD Barnabas, Apostel 

12 F Sigo; Basilides 

13 S Antonius von Padua; Otwin 

Ep: Jak 1, 9—12; Ev: Lk 16, 19—31 (G) 

14 S 4. S. n. Pfingsten [SA 4.17 SU 20.47 

15 M Vitus, Modestus u. Kreszentia, Mart. 

16 D Benno, Bisch, von Meissen f 1106 

17 M Rambold, f 1001 Regensburg 

18 D Ephrem der Syrer, Diakon f 373 Edessa 

19 F Gervasius u. Protasius, Mart. Mailand f 

20 S Adalbert von Magdeburg, Bisch, f 981 

Ep: Rom 5, 12—17; Ev: Lk 12, 13—21 (G 

21 S 5. S. n. Pfingsten [SA 4.17 SU 2< 

22 M Paulinus, Bisch, f 431 Italien 

23 1) Edeltraud, Königin f 679 

24 M Johannes der Täufer, Vorläufer Jesu 

25 1) Wilhelm, Abt f 1042 Italien 

26 F Johannes u. Paulus, Mart. f 362 Rom 

27 S „Siebenschläfertag" 

Ep: Rom 3, 23—26; Ev: Lk 15, 11—32 (G) 

28 S 6. S. n. Pfingsten [SA 4.19 SU 2 

29 M Fest der Apostel Petrus u. Paulus 

HO 1) Pauli (lediichtnis: Adolf: Theobald 



Gedenktage: 

2. 6. 959 starb der hl. Odo, ICrzbisch. von Canlerbury, 

eines dänisdien WikinRs. 
15. 6. 1937 Prof. Dr. Andreas Rinkel zum Erzbischof v< 
redil geweiht. 



Gerechtigkeit erhöht ein Volk, 

die Sünde ist der Leute Verderben. 

Spr. 14, 34 

Wer nicht mit mir ist, 

der ist wider mich. 

Luk. 11, 23 



3ali 




Ich habe dich bei deinem 
Namen gerufen, du bist mein. 
Jes. 43, 1 

Werde wach und stärke das andere, 
das sterben will. 
Offbg. 3, 2 



aiuguft 



I Alberich; Alma 
) Maria Heimsuchung 
' Otto; German; Heliodor 
Ulrich von Augsburg f 973 



i:p: 1 Job 2, 1—6; Ev: Lk 9, 52—62 (G) 

7. S. n. Pfingsten [SA 4.21 SU 20.50] 
1 Goar • 

•: ) Cyrillus (f 869 Rom) u. Metbodius f 885 Mähr. 
[ Kilian f 689; Totnan 
) Veronika; Gottfried 

Sieben Brüder f 162 Rom, Mart. 
Pius, Bisch. Mart. f 1^5 Rom 

Ep: Eph 5, 8—17; Ev: Mt 5, 13—19 (G) 

8. S. n. Pfingsten [SA 4.24 SU 20.48] 
[ Anaclet, P. u. M. f 155 Rom 3 
) Bonaventura, Bisch, f 1274 Frankreich 

i I Heinrich, Kaiser f 1024 Deutschland 
' ) Irmgard; Elvira 

Alexius t 417 Rom 
I Arnold; Arnulf; Friedrich 

Ep: 1 Job 3, 1—7; Ev: Job 15, 1—8 (G) 

9. S. n. Pfingsten [SA 4.30 SU 20.44] 
I Waldemar @ 
) Praxedes, 2. Jbdt. Rom 

I Maria Magdalena 

> Apollinaris, Bisch, u. Mart. f 75 Italien 
' Christine, Mart. f 300 
Jakobus, Apostel 

Ep: Phil 3, 7—14; Ev: Mt 13, 44—52 (G) 

10. S. n. Pfingsten [SA 4.38 SU 20.37] 
I Pantaleon, Mart. f 305 Kleinasien C 
) Nazarius u. Gefährten, Mart. f 68 Mailand 

I Martha, Schw. d. Lazarus in Bethanien f 60 
) Abdon und Sennen, Mart. f 250 Rom 
Godefried; Firmus 



Gedenktage: 

1509 wurde geboren Jean Calvin, Reformator. 

1924 Bisch. Paschek zum Bischof gewählt. 

1870 Dogmatisierung der Unfehlbarkeit u. bischöflichen 

Allgewalt des Papstes. 
459 starb der hl. Simon der Säulensteher, Asket. 



1 S Petri Kettenfeier 



Ep: Hebr 10, 35—39; Ev: Lk 12, 35—40 (G) 



[SA 4.56 SU 20.20] 



2 S 11. S. n. Pfingsten 

3 M Lydia; Gaufried 

4 D Dominikus f 1221 Italien 

5 M Oswald, König v. Northumbrien f 642 

6 D Verklärung Christi 

7 F Kajetan, Neapel f 1547 

8 S Cyriakus, Mart. f 309 Rom 

Ep: Eph 6, 1—8; Ev: Mt 25, 14—30 (G) 



9 


S 


10 


M 


11 


D 


12 


M 


13 


D 


14 


F 


15 


S 



12. S. n. Pfingsten [SA 5.08 SU 20.06] 
Laurentius, Diakon Mart. f 258 Rom 
Tiburtius u. Susanna f 304 Mart. |> 
Klara, Jgfr. f 1253 Assisi 

Hippolyt u. Cassian Mart. f 235/304 
Eusebius, Priester f 371 
Maria Heimgang 

Ep: 1 Tim 6, 6—12; Ev: Mt 19, 16—30 (G) 

13. S. n. Pfingsten [SA 5.19 SU 19.53] 
Hyazinthus f 1257 Polen 

Agapitus, Mart. f um 275 Italien @ 

Sebaldus, Bisch, v. Trier f um 600 
Bernhard von Clairveaux, Abt f 1153 
Hartwig, Abt v. Tegernsee f 982 
Timotheus und Gefährten 

Ep: 2 Kor 1, 3—7; Ev: Lk 14, 25—33 (G) 



23 S 14. S. n. Pfingsten [SA 5.30 SU 19.40] 

24 M Bartholomäus, Apostel 

25 D Ludwig, König v. Frankreich f 1270 Tunis 

26 M Zephyrin, P. u. Mart. f 217 Rom f 

27 D Gebhard, Bisch, v. Konstanz f 955 

28 F Augustinus, Bisch, v. Hippo f 430 

29 S Sabina; Meinker 

Ep: 1 Kor 6, 4—10; Ev: Mt 10, 28—33 (G) 



16 


S 


17 


M 


18 


D 


19 


M 


20 


D 


21 


F 


22 


S 



30 S 15. S. n. Pfingsten 

31 M Paulinus von Trier 



[SA 5.40 SU 19.25] 



Gedenktage: 

9. 8. 1860 starb Ignaz von Wessenberg. 
20. 8. 1953 starb Bischof Erwin Kreuzer. 



Du sollst den Herrn, deinen Gott, 

lieben von ganzem Herzen. 

5. Mos. 6, 5 

Denen, die Gott lieben, 

gereichen alle Dinge zum Besten. 

Rom. 8. 18 



^0ptßIt1Ö0t 




Der Allmächtige beugt das Redit nit 
Iliob34, 12 

Was der Mensch sät, wird er erntei 
Gal. 6. 7 



Mokt 



1 D Ägidius, Abt f um 725 Frankreich 

2 M Stephan, König f 1038 Ungarn 

3 D Mansuetus, Bisch, f um 375 Irland 

4 F Rosalia; Irmgard; Ida 

5 S Hermina u. Schwester Eutyche f um 117 

Ep: Eph 4, 29—32; Ev: Mt 18, 15—22 (G) 



[SA 5.51 SU 19.09] 



13 S 


14 


M 


15 


D 


16 


M 


17 


D 


18 


F 


19 


S 



6 S 16. S. n. Pfingsten 

7 M Bertin; Herkulanus 

8 D Maria Geburt 

9 M Gorgonius, Marl, f 303; Korb. v. Freising t730 

10 D Otger, Miss, bei den Friesen f 713 

11 F Protus u. Hyacinthus M. f 257 

12 S Guido, Küster in Andernach f 1012 

Ep: 1 Kor 6, 16—20; Ev: Job 2, 13—22 (G) 



17. S. n. Pfingsten [SA 6.02 SU 18.54] 

Kreuzerhöhung 

Sieben Schmerzen Mariens 

III. Quatember 

Hildegard; Badurad ® 

Richardis; Irene 

Januarius u. Gefährten Marl, um 305 

Ep: 1 Kor 15, 34—44; Ev: Joh 11, 1—45 (G) 



20 S 18. S. n. Pfingsten [SA 6.13 SU 18.3g] 

21 M Matthäus, Apostel und Evangelist 

22 D Emmeram, B. v. Poitiers, Miss. v. Regensburg 

23 M Linus, Marl, f um 79 

24 D Gerhard, Ap. Ungarns, Mart. f um 1046 

25 F Hildegard v. Bingen, Ärztin, Schriftst. f 1179 

26 S Rodwin, Trier f 680 ^ 

Ep: 1 Joh 5, 9—20; Ev: Joh 12, 44—50 (G) 

27 S 19. S. n. Pfingsten [SA 6.24 SU 18.22] 

28 M Wenzeslaus, König u. Mart. f 929 

29 D Michaelstag 

30 M Hieronymus, Übers, d. Bibel f 420 



Gedenktage: 

1. 9. 1159 starb Hadrian IV., der einzige englische Papst. 
5. 9. 1890 wurde Bischof Johannes Josef Demmel geboren. 
24. 9. 1889 Utrecfater Erklärung der alt-kathol. Bischöfe. 



1 D Remigius, Bisch, v. Reims f 535 

2 F Schutzengelfest [SA 6.32 SU 18.11] 

3 S Ewald, Miss, im Ruhrgebiet, Mart. f 695 

Ep: 1 Petr 5, 1—5; Ev: Mt 23, 1—12 (G) 

4 S 20. S. n. Pfingsten (Erntedank) 

5 M Placidus, Mart. f 543 

6 D Bruno, Grund, v. Chartreuse f 1101 

7 M Amalie; Gerwig 

8 D Birgitta v. Schweden f 1373 

9 F Ingrid; Günther; Meinolf 

10 S Gereon, Mart. f 304 

Ep: 1 Petr 4, 12—19; Ev: Mt 20, 20—28 (G 

11 S 21. S. n. Pfingsten [SA 6.47 SU 17 

12 M Maximilian, Bisch, f 300 

13 D Eduard, König, f 1066 England 

14 M Callixt, Bisch u. Mart. f 222 Rom 

15 D Theresia von Avila f 1582 Spanien 

16 F Hedwig, Herzogin von Schlesien f 1243 

17 S Florentin, Bisch. Mart. f um 350 Trier 

Ep: 2 Kor 9, 6—11; Ev: Mk 12, 41—44 (0 

18 S 22. S. n. Pfingsten [SA 6.59 SU 17 

19 M Theofried; Frieda 

20 D Wendelin, f 618 Irland 

21 M Hilarion, Eins, f 371 Ägypten 

22 D Ingebert, Schotte, Miss, an Mosel u. Nahe f 

23 F Severin, Ap. v. Wien u. Passau f 482 

24 S Erzengel Raphael 

Ep: Hebr 6, 4-^; Ev: Mt 21, 33-^4 (G) 

25 S 23. S. n. Pfingsten [SA 7.10 SU 17 

26 M Evarist, Mart. f 10«> 

27 D Florentius, Bisch, v. Straßburg f 693 

28 M Simon u. Judas Thaddäus, Apostel 

29 D Narzissus; Baldus; Dodo 

30 F Scrapion. Bisch, v. Tmuis, Ägypt. f 370 

31 S Wolfgang, B. v. Regensburg f 994 



Gedenktage: 

5. 10. 1947 Weihbisdiof Dr. Otto Steinwaclis in Ulredit 

Bischof geweiht. 
24. 10. 1948 Dr. Stephan Török zum Bischof der alt-ka 
Kirche Osterreidis geweiht. 



i 



ilFz 



Zeit stehet in Deinen Händen. 
Ps. 31, 16 

laben hier keine bleibende Stätte, 

)ndern die Zukünftige suchen wir. 

Hebr. 13, 14 



aoD0niö0t 




über die, die da wohnen 

im finstern Lande, scheinet es hell. 

Jes. 9, 2 

Jesus Christus, gestern, heute 
und in Ewigkeit. 
Hebr. 13, 8 



tm^tt 



Ep: Rom 2, 1—11; Ev: Joh 3, 22—30 (G) 
Lit. V. 4. S. n. Ersch. 

24. S. n. Pf.; Allerheiligen [SA 7.23 SU 17.09] 
ff Allerseelen 

» Hubert; Pirmin, Gründer der Reichenau f 753 
I Emmerich; Sohn d. Kö. Stephan I. v. Ungarn 
) Leonhard, Miss, in Aquitanien f 559 
' Eleonore; Erlafried J> 

Willibrord, Ap. d. Friesen, 1. Bi. v. Utrecht 

Ep: Rom 2, 12—16; Ev: Joh 4, 5—26 (G) 
Lit. V, 5. S. n. Ersch. 

25. S. n. Pfingsten [SA 7.35 SU 16.56] 
I Theodor 

) Adelhelm; Trudwin f 695 Franken 
I Martin, Bisch, f um 400 Frankreich 
^ ) Kunibert, Bisch f 663 Köln 
' Adalbert; Volkwin 
Josaphat, f 1623; Alberich 

Ep: Rom 3, 19—26; Ev: Joh 7, 33—39 (G) 
Liturgie vom 6. S. n. Ersch. 

26. S.n. Pf. (Volkstrauertag) [SA 7.46 SU 16.46] 
I Otmar von St. Gallen; Gertrud @ 

> Gregor d. Wundertäter f um 270 Kleinasien 
I Odo von Cluny; Bußtag 

) Elisabeth v. Thüringen f 1231 
' Brunhilde f 680 

Maria Opferung; Kolumban 

Ep: Kol 1, 9—14; Ev: Mt 25, 1—13 (G) 

27. S. n. Pfingsten; letzter S. n. Pfst. 

I Clemens L, P. u. Mart. f 101 C 

> Chrysogonus, Mart. in Aquileja f 304 

I Katharina v. Alexandrien, Mart. f um 300 

> Virgilius, Miss, in Kärnten f 784 

Gaston, Mönch i. d. Vendee, Frankr. f um 1009 
Saturnin, Mart. f 3. Jhdt. 

Ep: Jer 31, 31—34; Ev: Lk 1, 67—79 (V) 
Kirchenopfer für den Frauenverband 



1. Advent 

I Andreas, Apostel 



[SA 8.09 SU 16.31] 



Gedenktage: 

1951 wurde Johannes Josef Demmel in Essen zum 

Bischof geweiht. 
759 starb der hl. Otmar, erster Abt von St. Gallen. 



1 D Eligius, Bisch, f 659 Frankreich 

2 M Bibiana, Jgfr. Mart. f 363 Rom 

3 D Franz Xaver, Miss., Apostel Indiens f 1552 

4 F Barbara t306 Kleinas.; Chrysologus t450 Ital. 

5 S Sabbas, Abt f 532 Jerusalem 





Ep: 2 Petr 1, 2—11; Ev: Lk 13, 18—27 (V) 






Kirchenopfer Hilfsw^erk 




6 S 


2. Advent; Nikolaus f um 350 Kleinas. 




7 M 


Ambrosius, Bisch, f 397 Mailand 




8 D 


Maria Empfängnis [SA 8.17 SU 16.28] 


^ 


9 M 


Leokadia, Mart. in Toledo f 305 




10 D 


Meinhard, Ap. v. Livland f 1196 




11 F 


Damasus, P. u. Mart. f 384 Rom 




12 S 


Alexander; Epimachas; Vicelin 






Ep: Hebr 12, 18—25; Ev: Joh 3, 25—36 (V) 




13 S 


3. Advent [SA 8.26 SU 16. 


25] 


14 M 


Berthold v. Regensburg; Volkwin 




15 D 


Christiana, Königstochter f um 750 England 


16 M 


IV. Quatember 


(r) 


17 D 


Sturmius, Miss, der Sachsen f 779 




18 F 


Maria Erwartung 




19 S 


Nemesius, Mart. in Ägypten f 250 




Ep: 2 Kor 4, 3—6; Ev: Joh 5, 33—39 (V) 


20 S 


4. Advent [SA 8.32 SU 16. 


27] 


21 M 


Thomas, Apostel 




22 D 


Jutta; Zeno von Verona f 370 




23 M 


Dagobert f 679 


C 


24 D 


Heiliger Abend 




Ep: Hebr 1, 1—12; Ev: Joh 1, 1—14 (W) 


25 F 


1. Weihnaehtslag 




26 S 


2. Weihnaehtstag 




Ep: 2 Petr 1, 10—15; Ev: Mt 2, 13—23 (W) 



27 S Sonntag n. Weihnachten [SA 8.35 SU 16.31] 

28 M Johannes, Apostel und Evangelist 

29 D Thomas v. Canterbury, Mart. f 1170 © 

30 M Irmina, Äbt. f 708 Trier 

31 D Silvester, Bisch, f 335 Rom 



Gedenktage: 

1. 12. 1709 starb Abraham a Santa Clara, Augustiner, Kan- 
zelredner und Volksschriftsteller, großer Bußpre- 
diger mit rücksichtslosem Freimut u. unerschöpf- 
licher Phantasie, der unerreichte Meister des 
Wortspiels, „der Vater der neueren Humoristen" 
(Jean Paul). 
28. 12. 1934 starb Bischof Dr. Georg Moog. 



g.af^ g.,t 



Zum siebtenmal kommt das „Kirchliche Jahrbuch'' 
des katholischen Bistums Bonn zu Euch allen, zu 
den Bischöfen der Utrechter Union und der be- 
freundeten anglikanischen und orthodoxen Kir- 
chen, zu Behörden und kritischen Lesern, zu allen 
altkatholischen Seelsorgern Europas, zu Männern 
und Frauen unserer eigenen Gemeinden von Nord- 
strand und Hamburg bis zum schwäbischen Meer. 
Jedesmal haben sich Mitarbeiter und Schriftleiter 
redlich Mühe gegeben, ein besonderes Glöcklein 
zu ziehen, aber alle sieben Glocken klingen doch 
zusammen zu einem harmonischen Geläute. Blät- 
tert die sieben Jahrgänge durch: Ihr werdet ge- 
wahren, daß sie nichts anderes wollten als uns zu 
Christus zu rufen! Sie alle dienen der Erweckung 
der „ersten Liebe'', der Klärung unserer Aufga- 
ben, der Erneuerung unseres Glaubens, der Ver- 
tiefung unserer Katholizität. Die schwere Fracht 
einiger Beiträge dienten dem genauso wie die 
vielen Kurzgeschichtlein, Anekdoten, Erzählungen 
und die Goldkörner der Schriftworte und Weis- 
heit. 

Manch einer mag den oder jenen Beitrag etwas 
hochgegriffen gefunden haben — und der Schrift- 
leiter darf gestehen, daß auch einige nicht nur für 
erbauliche Stunden geschrieben waren, sondern 
Stellung nehmen wollten zu Fragen, die heute, 
wie die Frage der Katholizität, breite Kreise gerade 
unserer evangelischen Mitchristen beschäftigen. 
Indes wird auch der einfache Leser, so er sich in 
wiederholtem Lesen bemühte, gerade von schwe- 
rer Kost reich genährt worden sein. Wir essen ja 
auch nicht immer nur Schleim-Süpplein und Brei, 
sondern auch Linsenmus und Sauerkraut mit 
Spätzle — und wer es nötig hat, trinkt einSchnäp.^- 
lein oder Wermuth darauf. Leider geht es noch 
über unsere Kraft, sowohl einen gemütswarmen 



„Volkskalender" wie ein sich den auch uns 
drängenden kirchlichen Zeitproblemen und Auf 
ben stellendes „Kirchliches Jahrbuch" von gei 
gem Gehalt und Format zu schaffen. Darum n 
der Schriftleiter wohl immer an beides dem 
und mal gibt es eine Schlagseite mehr nach die 
oder nach jener Richtung. 

Nachdem nun die heilige Zahl der sieben Na 
kriegsjahrgänge voll ist, nimmt der Schriftle 
auf eigenen Wunsch Abschied von der Lesei 
meinde. Er hat gern als Jahrbuchschriftle 
gewirkt. Jetzt braucht die eigene wachsende 
meinde die ganze Kraft. Aber er kann getrost 
Arbeit in die Hand eines Jüngeren legen, d< 
der bewährte Schriftleiter unserer Kirchenzeitu 
Pfarrer Benno Schöke in Karlsruhe, wird 
Schifflein des Jahrbuchs künftig auf Bitten 
scheidenden Steuermannes steuern. Bleibt g 
„Siebenjährigen" , der ja auch in sein siebtes Jo 
zehnt bereits eingestiegen ist, nur noch die A 
gäbe, allen Mitarbeitern, allen, die Geduld 
dem Herausgeber hatten, allen, die sich für 
Verbreitung des Jahrbuchs einsetzten und a 
denen, die es lasen und immer wieder lesen, ht 
lieh zu danken. Nicht zuletzt auch dem Mandri 
ohne vielfältige Mithilfe des Herrn Herbert D 
hätte das Jahrbuch nie so billig und fein . 
präsentieren können. 

Mögen auch die künftigen Jahrgänge Zeu< 
vom Sein und Wollen der alten katholischen i 
che im Herzen Europas ablegen. Möge der h 
seine Kirche und alle Völker der Erde segnen i 
beschützen. 

Behüt Gott! 
Paul Franz Pfister, Frankfurt am M 



Wir haben zu danken 

unseren Schwesterbistümern sowie dem Archiv für deutsche Ilei iialpflcge, der Bonner Rundschau und dem Boiuur (uner 

Zeiger für frcundlidie Überlassung von Druckstöcken. Dank schulden wir auch den Lichlbildncrn. vorab Herrn Horst Reinl 

in Frankfurt/M für die schönen kostenlosen Aufnahmen der Frankfurier Kirche, Herrn Dienger für die Vorlage der Kird 

Stuttgart sowie all den Amtsbrüdern und deren Helfern, die uis Fotos ihrer Gotteshäuser überließen, nach denen Herr ^ 

München, die schönen neuen Strichzeichnungen im Kalendarium anfertigen konnte. 

Das Gedicht zum Jahresl)eginn wurde aus Siegfried Goes „Dem Tag entgegen" mit gütiger Erlaubnis des Quellverlags, di» 

Zählung vom Alten Fritz dem Buch des Rufer- Verlags in Gütersloh „Fröhl. Herzen unter dem Habit" entnommen. UrsprOn 

findet es sich in „Friedrich H, König von Preußen, 1712-1786, der Große, genannt der alte Fritz." 

Abr Kraeling besorgte wie stets die Angaben des Kalendariums. Um das Behördenverzeichnis haben sich gemüht Abr Müllei 

Hauptlehrer W. Krahl. Die Hätselieiste und die der berühmten Masken (s. Seite 77 und 7«.)) zeichnete Karin Midielis. Sowei 

kannt, wurden Verfasser und Lichtbildner jeweils angegel>en. Bsonderen Dank verdient auch Alu \V. Sdimidl iiiul Abr S( 

für Vermittlung von Anzeigen. 

„Saarbrücken" aus dem Deikeverlag. Konstanz, sei ein Gruß an die Glaul)ensgenossen an der Saar. 



10 



DER BERICHT 



Das deutsdie Bistum Bonn 

Juli i957 - Juli 1958 



einmal soll in diesem Jahresrückblick der 
loht über den Fortgang des Bauprogramms 
Anfang machen. Tatsächlich haben ja Bauten 
r Natur nach „grundlegende" Bedeutung und 
leich treten sie nach außen am deutlichsten 
Erscheinung. 

•en eindrucksvollen Anfang machte im Be- 
tszeitraum die Doppelweihe der Frankfurter 
atholisch-anglikanischen Gemeinschaftskirche 
^Villibrord/St. Christophorus am 24, und 25. 
ust 1957, Nach übergroßen Mühen um Bau- 
z und Finanzierung ist hier unter Leitung von 
rrer Paul Pfister ein Werk geschaffen worden, 
der opferbereiten Frankfurter Gemeinde eine 
ne feste Heimat gibt und zugleich die enge 
bindung mit der anglikanischen Kirche deut- 
macht, durch deren Spenden vor allem der 



Bau in dieser Form errichtet werden konnte: Er 
besitzt neben dem Kirchenraum für 200 bis 300 
Personen die in den Vereinigten Staaten allgemein 
üblichen Nebenräume im Souterrain: Pfarrbüro, 
Versammlungs- und Unterrichtsräume und die 
Teeküche. Weitere Pläne zielen auf den Bau von 
Pfarrhäusern in unmittelbarer Nähe der Kirche, 
Ebenfalls im August konnte der Pfarrer in Frei- 
burg in das neue „Pfarrhaus" einziehen, das in 
zwei Stockwerken eines Neubaus besteht, die nach 
dem neuen Recht des Stockwerkseigentums der 
Gemeinde gehören. In sehr glücklicher Weise ist 
es auch gelungen, in der schwierigen, das konfes- 
sionelle Verhältnis belastenden Komminger Kir- 
chenfrage eine Lösung zu finden: Der Freiburger 
römisch-katholische Stiftungsrat hat sich ver- 
pflichtet, als „Ehrengabe" an den Neubau einer 




Saal mit Bühne der St. Willbrordkirche in Frankfurt/Main Photo Horst Reinhardt 



11 



altkatholischen Kirche in Kommingen bei über 
DM 100 000 Gesamtkosten seinerseits DM 40 000 zu 
leisten, um so die alte Pfarrkirche wieder für den 
Gebrauch der römisch-katholischen Gemeinde zu- 
rückzugewinnen. Die Grundsteinlegung für die 
neue Kirche erfolgte am 27. April 1958. In der 
gleichen Zeit renovierte die mit Kommingen 
durch das gemeinsame Pfarramt verbundene Ge- 
meinde Blumberg unter vorbildliclien eigenen 
Opfern ihre Kirclie in Blumberg. In der Bonner 
St. Cyprianskirche konnte nach der Einweihung 
der Taufstein mit einer künstlerisch gestalteten 
Taufschale versehen, zwei wertvolle Buntglasfen- 
ster von Harry Mac Lean in der Taufkapelle und 
Vorhalle und das „Bischofsfenster" über der Em- 
pore eingesetzt sowie die für den Winter uner- 
läßliclie Heizung eingebaut werden. Die tagsüber 
stets geöffnete Kirche hat schon ungezählte Besu- 
cher und der Schriftenstand regen Absatz gefun- 
den. 

In Furtwangen wurden Planung und Finan- 
zierung für den Neubau von Kirche und Pfarr- 
haus wesentlich gefördert. In Koblenz nimmt der 
Plan eines Neubaus von Kapelle und Pfarrwoh- 
nung bestimmtere Formen an, nachdem die Stadt 





Taufkapclle der St. Willibronikirclic rmiikfui 
rhülo Horst Hcinliardl 



Altar und ^Vand-Tabernakel St. Willibrürd-Kirdic 

Frankfurt/Main 

Photo Horst Reinhardt 

Koblenz ein wertvolles Grundstück zum Umtau 
für das nicht wieder für uns bebaubare Tri 
mergrundstück angeboten hat. 
Kaufbeuren-Neugablonz beging am 8. Septem 
1957 unter großer Beteiligung der Gemeinde 
in die Öffentlichkeit hinein das Fest der Glock 
weihe, gewissermaßen als den sichtbaren 
Schluß von Gemeindegründung, Pfarrhaus- i 
Kirchenneubau. 

Die Gemeinde Mannheim will auf dem Gelä 
neben der Willibrordkirche in Mannheim-W: 
hof einen größeren Wohnbau erricliten, der 
Möglichkeit der Aufnahme altkatholischer Fa 
lien bietet. 

In Dortmund konnte das Kirchenproblem ä 
lieh wie schon früher in Berlin durch die verli 
liehe Mitbenutzung einer durch die altlutherij- 
Gemeinde nicht allsonntäglich benutzten Kii 
auf längere Sicht gelöst werden. 

In Köln stellt sich das stattlidie Pfarrh 
nunmehr in hellem, neuem Verputz sehr ans) 
chend dar. 

Das größte und im Blick auf den Gesamtj 
noch nicht abgeschlossene Bauvorhaben im 
tum war jedoch der^l'mbaii der Kref ekler Kii 
in Verbindung mit dem Neubau eines stattli( 
Altersheimes durch die dortige Gemeinde, d 
|)raktisch durch den WeitblicJc, die Tatk 
und den praktischen Sinn der Pfiirrers ^^>l 



12 



•nidt, worüber an anderer Stelle dieses Jahr- 
les ausführlicher berichtet wird. So vorteilhaft 
Umbau der Kirche sich darstellt, so stattlich 
anschließende Heimbau sich ausnimmt, so 
e Möglichkeiten beides für die kirchliche Tätig- 
bietet und so eindrucksvoll die weiteren Aus- 
pläne sind, das Entscheidende bei dem ganzen 
rk ist doch die alles tragende Idee eines alt- 
lolischen Sozialwerkes im Mittelpunkt der 
imten Gemeindearbeit. Hier gewinnt eine 
e, ganz bestimmte Sicht von den Aufgaben und 
jlichkeiten einer modernen Großstadtgemeinde 
talt. 

»as Freizeitenhaus „Am Weißen Stein" bei 
delberg konnte die Anlauf Schwierigkeiten dank 
unermüdlichen und umsichtigen Tätigkeit 
Pfarrer J. Brinkhues als Geschäftsführer und 
er Frau überwinden. Um voll das leisten zu 
-nen, was von einem derartigen, zentralen 
rk der Kirche erwartet werden darf, sind noch 
! Reihe von Investitionen vor allem für die 
zung notwendig, für welche vor allem in ver- 
irtem Maße auf innerkirchliche Spenden und 
^günstige Darlehen gerechnet werden muß. 
ndsätzlich hat das erste Jahr bewiesen, daß 
Wahl des Ortes sich bewährt hat und daß das 
ekt ausreichende wirtschaftliche Möglichkeiten 
et, um nicht auf die Dauer die Kirche belasten 
Tiüssen. 
rblickt man am Schluß dieses „Bauberichtes" 





■-.lüi'uren 
Kaulbeuren 



Alt-Katholische Willibrord-Kirche in München 
Photo Seiffert, München 

den Stand der Baufragen, so ist zu sagen, daß 
die Liste der Aufgaben nur noch wenige Positio- 
nen aufweist. Dabei muß man noch unterscheiden 
zwischen grundsätzlich gelösten aber noch nicht 
erledigten Aufgaben und dem problematischen 
Rest: Zur ersten Gruppe darf man wohl rechnen 
den Bau der Kirche in Kommingen, die weiteren 
Etappen des Heimbaues in Krefeld mit einem ab- 
schließenden Pfarrhausbau, Kirche und Pfarr- 
haus in Furtwangen, den Wiederaufbau der Kir- 
che in Saarbrücken durch die Stadt und die Fer- 
tigstellung der Bischofs- und Pfarrkirche in Bonn 
mit einer dazugehörenden kleinen Wohnung, Sa- 
kristeiausbau, Glocken, Orgel etc. Zum „Rest" 
scheinen uns zu gehören Kirchenbau in Aachen, 
Kapellen- und Pfarrhausbau in Koblenz, Kapel- 
lenbau in Oberhausen, die Lösung der Kirchen- 
frage in Düsseldorf und die Modernisierung des 
alten Gebäudes des Bonner Schwesternhauses. 
Vergleicht man diese Liste, zu der gewiß noch eine 
Reihe von „Bauwünschen" hinzugefügt werden 
könnten, mit dem was noch vor etwa fünf Jahren 
oder gar 1945 fast wie eine drohende Wand vor 
dem Auge der Verantwortlichen stand, so darf 
man wohl zuversichtlich auch die Lösung der ver- 
bliebenen Probleme erwarten! 



13 




Pfarrer Hans Eder, Wiesbaden f 
Photo Willi Heep, Wiesbaden 

Folgender Namen gedenken wir ehrend aus der 
Reihe der Verstorbenen, weil sie sich in besonderer 
Weise um das Ganze unserer Kirche verdient ge- 
macht haben: Am 8. August in Wiesbaden Pfarrer 
Hans Eder, kurz nachdem er noch im Amte ste- 
hend das 40jährige Ortsjubiläum hatte feiern 
können; am 19, September die Ruhestandsgeist- 
lichen Hans Hinz, früher langjähriger Pfarrer in 
Dortmund und noch heute bei vielen in den 
Randgemeinden aus seiner dortigen Tätigkeit un- 
vergessen, und der Geistliche Rat und langjährige 
Pfarrer von Konstanz Paul Keuschen (Bild im 
Jahrbuch 1956, S. 30) ; am 23. September der Stu- 
dienrat i. R. und ehemalige Seelsorger der Ge- 
meinde Hamburg Hans Katzenmeyer, der sich be- 
sonders durch seine wissenschaftlichen Arbeiten 
in der IKZ ausgezeichnet hat; am 26. Dezember 
1957 Kirchenmusikdirektor Hermann Knierer in 
Karlsruhe, der sich große Verdienste um das Kir- 
dienlied im altkatholisdien Gottesdienst durch die 
Mitwirkung am Gesangbuch von 1924 erworben 
hat; am 14. Februar 1958 Pfr. i. R. Christian Hu- 
ber, der aus Gesundheitsgründen in unserer Kirche 
kein Amt übernehmen konnte, aber in vorbild- 
licher Anteilnahme mit ihrem Leben verbunden 
war; am 11. März 1958 der langjährige 2. Vor- 
sitzende der Bonner Gemeinde und zeitweilige 
Angehörige der Synodalvertretung, Dr. Ing. Alex- 
ander Guilleaume, der mit 65 Jahren auf einer 
Ferienrei.se in Luxor/Ägypten an den Folgen 
eines Sturzes im Sandsturm gänzlich unerwartet 
verstarb. Ihm ist ganz wesentlich das Gelingen des 



Wiederaufbaus in der Gemeinde Bonn nach d 
Kriege und besonders der Kirchenbau von St. t 
prian zu verdanken! 

Im August verließ der frühere Bischof der } 
nischen Mariawitenkirche, Clemens Feidma 
der 12 Jahre als Pfarrer im Blumberg gedient i 
dann in Freiburg im Ruhestand gelebt ha 
Deutschland und damit unsere Kirche, die i 
Zuflucht gewährt hatte, um wieder in seine } 
mat nach Plozk zurückzukehren. 

In Bonn erhielt am Pfingstmontag, den 26.] 
1958, der Diakon Wolfgang Hollweg als er? 
Neupriester die Weihen in der Bischofskirche, 
am 1. Juni seine Tätigkeit als Vikar in Mund 
zu beginnen. 

Folgende Ereignisse erscheinen aus dem F 
des kirchlichen Lebens der besonderen Erw 
nung wert: Eine leider nur geringe Zahl Juge 
lieber aus den Gemeinden des Bistums nahm 
der alle vier Jahre stattfindenen Ligatagung 
katholischer und anglikanischer Jugend in Wo 
schouten/Holland teil. So gewiß in einer erV 
liehen Anzahl von Gemeinden Jugendarbeit 
trieben wird, so gewiß ist in ihrer Zusamm 
fassung und gegenseitigen Förderung im gan 
Bistum noch vieles zu tun. Der 17. Internatior 
Altkatholikenkongreß vom 19. bis 23. Septem 
in Rheinfelden/Schweiz fand nicht die Beteilig 
aus Deutschland, die dieser so überaus wichtig 
alle altkatholischen Bistümer mit ihren kirchlic 
Freunden vereinigenden Veranstaltung zukonn 
Das 25jährige Bestehen der altkatholischen-ans 
kanischen Interkommunion wurde am 1. Septi 
her sehr eindrucksvoll in Berlin und am 10. 
vember 1957 mit einem ungewöhnlich stark 
suchten Gottesdienst in der neuen Bischofs- i 
Pfarr-Kirche in Bonn unter großer Kommuni 
beteiligung gefeiert. Vom 21. bis 23. Okto 
kamen im Trintiy-Haus in Köln-Marienburg e 
25 altkatholische und anglikanische Geistli 
zu gemeinsamen Einkehr- und Studientagen 
sammen. Die oekumenische Gebetswoche für 
Einheit der Kirche vom 18. bis 25. Januar wii 
unter Beteiligung der altkatholischen Gemei 
wie in früheren Jahren wieder in München i 
zum erstenmal in Bonn auf Anregung der all 
tholischen Gemeinde in Bcmn mit zwei Got 
diensten begangen, von denen der erste in St. 
prian stattfand, während der altkatholische P 
rer im zweiten Gottesdienst in der Universil 
kirche die Predigt hielt. Pfarrer Rademacher 
hielt zu dieser Woche eine Einladung nach Löv 
In festlicher Weise beging die Gemeinde Ka 
ruhe das 80jährige Jubiläum ihres Bestehens. 
Weltgebetstag der Frauen wurde in vielen 
meinden auf Anregung des Frauenverbandes 



14 



en, am eindrücklichsten wohl in Frankfurt in 
r gemeinsamen Gebetsstunde der altkatholi- 
n und anglikanischen Frauen. Die Ansätze zu 
m eigenen Gebetstag altkatholischer Frauen 
Willibrordstag am 7. November konnten in 
eni Jahr noch nicht recht durchdringen, da 
Beschluß erst im September von der Liga alt- 
lolischer Frauenverbände in Rheinfelden ge- 
worden war. In Aachen bemüht sich die alt- 
lolische Gemeinde in eindrucksvoller Weise 
die große Zahl orthodoxer Studierender der 
mischen Hochschule. Die gottesdienstliche Zu- 
menfassung von zwei Gemeinden, die noch 
le offizielle Sakramentsgemeinschaft haben, 
zweifellos ein Pionierdienst, der hoffentlich 
l durch kirchliche Vereinbarungen auf eine 
erhafte Grundlage gestellt werden kann. Ähn- 
i Aufgaben gäbe es wohl noch an anderen 
len in den altkatholischen Gemeinden. In 
:rop feierte am 15. Juni die Gemeinde das Ju- 
um ihres 25jährigen Bestehens, geschart um 
zur Firmung anwesenden Bischof, nachdem 
mter der sorgfältigen Leitung ihres Pfarrers 
theol. Kurt Pursch in den letzten Jahren ihre 
•he wesentlich hatte verschönern können. Diese 
•r aufsehenerregenden Kämpfen entstandene 
leinde hat durch den Weg ihrer positiv kirch- 
m Entwicklung eindeutig die kirchenbildende 
üift der altkatholischen Bewegung entgegen 



manchem vorschnellen Aburteilen von außen be- 
wiesen. Aufs Ganze des Bistums gesehen wird 
man sagen müssen, daß noch immer die innere 
Belebung und vor allem deren wirksame Zusam- 
menfassung und das nur sehr geringe zahlen- 
mäßige Wachstum schmerzlich hinter den hocher- 
freulichen und offenkundigen Zeichen äußerer 
Festigung, w ie sie vor allem die verschiedenen Bau- 
ten zeigen, zurückbleibt. Erneut hat der bischöf- 
liche Hirtenbrief zum Jahresanfang 1958 auf die 
schwachen Stellen und auf die dringenden Auf- 
gaben des kirchlichen Lebens hingewiesen. Doch 
gerade weil kein selbstgefälliges Sichbegnügen mit 
dem Bestehenden, längst Gewohnten und schein- 
bar Gesicherten für das gegenwärtige Leben und 
Empfinden altkatholischer Christen in Deutsch- 
land kennzeichnend ist, darf man im Blick auf 
manche noch verborgenen Regungen und Bewe- 
gungen den Satz wiederholen, den schon 1924 
Friedrich Heiler in seinem Nachruf für Bischof 
Eduard Herzog in Bern, den Gegner glaubten als 
„sterbenden Bischof einer sterbenden Kirche" 
bezeichnen zu können, geprägt hat: „Manche An- 
zeichen weisen darauf hin, daß der Altkatholizis- 
mus in einer inneren Erneuerung begriffen ist." 
Es gilt, durch Wachsein und Beten, durch Treue, 
Eifer und Hingabe diese innere Erneuerung aus 
der Kraft des Heiligen Geistes zum Durchbruch 
kommen zu lassen! Werner Küppers, Bonn 



Das ^^Dreikönigenhaus^^ in Krefeld -^ 

ein beispielhafter Ansatz zum Wiederaufbau einer zerschlagenen Gemeinde. 



t erst seit gestern machen sich die besten Gei- 
in den verschiedenen Kirchen ernste Gedanken 
die praktischen Möglichkeiten der überlieferten 
rrgemeinde" in der modernen Großstadtwelt und 
en Diasporaverhältnissen, in denen die alten pa- 
chalischen Methoden den kirchlichen Aufgaben 
l mehr gerecht werden können. Man spricht von 
neuen Bedeutung der Diakonie und Mission, von 
igemeinde, Gemeindezentrum, Bruderschaften 
manchen beweglichen Formen der Verkündigung 
Seelsorge. Auch in den altkatholischen Gemein- 
wurden, zumal unter dem besonderen Druck 
Zerstörung nach dem Kriege, alle diese Fragen 
hen und besprochen. Fast immer aber mußte 
sich bei dem mit überraschendem Erfolg durch- 
hrten „Wiederaufbau" doch im ganzen gesehen 
eine Wiederherstellung des früher Gegebenen 
(iränken, wobei manches verbessert, vor allem 
Zahl der Gemeinderäume vermehrt und eine 
e Anzahl von Autos in den Dienst der Seelsorge 
?Ilt werden konnte. 

id nun stehen wir im Fall der Gemeinde Krefeld, 
Jnter der Last wohl aller Nöte, die altkatholi- 



sches Gemeindeleben treffen können, fast zu erlie- 
gen drohte, vor der Tatsache eines Wiederaufbaus, 
der von einer neuen Idee getragen ist! Hier wird 
nämlich der Versuch gemacht, nicht nur das Frühere 
moderner, praktischer und vielleicht auch schöner 
wiederherzustellen, sondern hier wurde ein über- 
konfessionelles, soziales Werk buchstäblich und 
sichtbar mitten in die Gemeinde hineingestellt und 
mit ihrem Leben organisch verbunden. Die kirchliche 
Gemeinschaft wird dadurch sozusagen zum barmher- 
zigen Samariter erklärt an Vereinsamten, Alten und 
Kranken aber auch zum Leuchtturm für die Ver- 
irrten, für die Suchenden und Jugendlichen in der 
Stadt. Bekenntnis, Anbetung und soziale Tat rücken 
damit schon äußerlich sichtbar zusammen und lassen 
dem von der Straße her Eintretenden ihr lebendig- 
organisches Zusammengehören deutlich werden. Die 
Gemeinde tritt damit grundsätzlich aus der lähmen- 
den Isolierung und Winkelexistenz heraus. Sie lebt 
nun nicht mehr einfach für sich, sondern sie ist durch 
ihre Dienstleistung mit der Öffentlichkeit verbun- 
den. Zugleich wird sie selbst dadurch gestärkt und 
indem das Herz gekräftigt wird, kann es auch den 



15 



entfernteren Gliedern die Impulse erteilen und jene 
Dienste besser leisten, die sie nötig haben. 

Dies also ist die Idee, die Werner Schmidt, den 
neuen Pfarrer der Gemeinde Krefeld, einer unserer 
ältesten und angesehendsten Gemeinden, beseelte, 
als er vor 8 Jahren dort die Arbeit unter Ruinen auf- 
nahm. Sehr bald wurde die kriegszerstörte Kirche 
wieder eingerichtet und an der Kirchenmauer ein 
Nolpfarrhaus fast mit den eigenen Händen des Pfar- 
rers für Pfarramt und Familie errichtet, doch wider- 
stand der Pfarrer dem naheliegenden Gedanken an 
den Wiederaufbau des völlig zerstörten Pfarrhauses 
zum normalen Wohnhaus wie einer Versuchung des 
Bösen, sehr zur Verwunderung, ja eigentlich zum 
Ärger vieler, die es gut mit ihm, seiner Familie und 
der Gemeinde meinten. Stattdessen wurden spekulativ 
anmutende Grundstücksverhandlungen und weitrei- 
chende Kreditverhandlungen eingeleitet, die zwar 
den Eingeweihten sehr schnell die Bedeutung der 
Planung zeigten, aber doch auch manches Kopf- 
schütteln besorgter Freunde und kritisches Achsel- 
zucken der Fernerstehenden hervorriefen. Jahrelang 
zog alles sich hin und damit auch die gedrückte 
Lage der Gemeinde und die bedrückende, räum- 
liche Enge in der Pfarr-Notwohnung. Und dann 
war es 1957 endlidi so weit, daß an der Dreikönig- 
straße vor den erstaunten Augen der Öffentlichkeit 
der lebhafte Betrieb einer modernen Großbaustelle 
sich zu entfalten begann und als im Frühjahr 1958 
Baugerüste, Maschinen und Zäune zu verschwinden 
begannen, erhob sich immer deutlicher und ein- 
drucksvoller die fertige, erste Etappe des noch um- 
fassenderen Gesamtwerkes: Das Dreikönigenhaus in 
Verbindung mit der umgestalteten Pfarrkirche als 
Kernstück des „Altkatholisdien Sozialwerkes Kre- 
feld", ein vierstöckiges Altersheim für mehr als 
90 Insassen mit schönen Aufenthalts- und Leseräu- 
men, mit Lift, Baikonen und Terrasse, einem urge- 
mütlichen Speisesaal und einer vorbildlichen Kran- 
kenpflegestation! In überaus geschickter Weise ist 
der Bau mit der alten Pfarrkirche verbunden, in 
deren unterem Teil durch das Einziehen einer Decke, 
die nun den Boden der wärmer und stimmungsvoller 
gewordenen Kirche bildet, ein großer Saal ausge- 



baut wird. Dieser dient nicht nur dem Heim 
Festsaal und der Pfarrgemeinde als Gemeindes 
sondern ist auch für verschiedene öfi"entliche, be 
ders jugendbildende Zwecke im Stadtzentrum 
stimmt und wäre schließlich bestens in der L 
übergemeindlichen Tagungen unserer Kirche 
Begegnungen mit der holländischen Schwesterki 
eine geeignete Stätte zu bieten, zumal in Verbind 
mit der Kirche und — nicht zu unterschätzen — 
sehr leistungsfähigen, modernen Großküche 
Dreikönigenhauses. 

Weitere Etappen des Gesamtwerkes sind im \ 
den. Der nächste Schritt ist das Personalhaus, in 
sen 1. Stock, wiederum als Dienst der kirclili« 
an einer weiteren Gemeinschaft, ein vorbildlich 
gerichtetes Zentrum für Vereinsamte, Alleinstehc 
und Alte aus der Stadt geschaffen werden soll, 
Einrichtung, die an anderen Orten, wenn auch bi 
wohl kaum in solcher Anlehnung an ein kirchli 
Werk, schon ihre Bewährungsprobe abgelegt ha 

Und so steht der Bau nun heute da: hochau 
richtet als ein Wahrzeichen nicht nur für den Ui 
nehmungsgeist und die planende Umsicht des F 
rers der Gemeinde und seiner Helfer und Mitai 
ter, nicht nur als Zeichen des Lebenswillen 
Kirchgemeinde, sondern als das wohigeformle W 
zeug einer weitausgreifenden Stärkung ihres t 
nen Lebens, vor allem jedoch als eine Stätte 
dienenden Liebe, in der die Nachfolge Christi 
praktisch entfalten kann! 

Eines aber ist klar: Der Bau allein und seine h 
vollkommene technische Einrichtung können im 
nur den Rahmen bieten und die Voraussetzui 
schaffen für den entscheidenden Einsatz von ? 
sehen, die dieses Werkzeug in die Hand nehi 
Schon hat sich eine kleine Schar williger und bi 
sterter Menschen im Hause zusammengefunden 
sollte wo immer möglich ganz aus Mitgliedern 
altkatholischen Kirche bestehen können, sie s 
aber vor allem wachsen und so Gott will das 
felder Dreikönigenhaus zum Vorbild und Ausga 
punkt neuer ähnlicher Werke werden lassen. 

Wer-ner Küppers^ 1 




Fß©HLICHGN 

CeBeR-HAT 

QOTT'ÜeB 



1A 



Aus den SdiwesterkirAen 



rem Bischofssitz am nächsten liegen die Nieder- 
e mit dem ältesten alt-katholischen Bistum, dem 
Utrecht, das einst der hl. Willibrord gegriin- 
hat. Dieses altehrwürdige Bistum führt den 
nvorsitz im Kranze der übrigen Schwesterkir- 
Schade, daß nicht in deutscher Sprache eine 
re Geschichte dieses Erzbistums mit den Bistü- 
1 Haarlem und Deventer etwa in der Art des 
les von Nippold vorliegt. Auch bei uns sollte 
mehr von den holländischen Glaubensgeschwi- 
i wissen. Wann wird uns Holland einen Kurz- 
i bescheren; wann wird es allgemeinere Sitte 
len, die Nachbarbistümer, da die Welt immer 
ler wird, in organisierten Fahrten zu besuchen? 
is zurückliegende Berichtsjahr brachte in der 
erländischen alt-katholischen Kirche keine sehr 
tigen Ereignisse. Der Seminar- Neubau hat 
1 Erwartungen entsprochen (siehe Bild). Mit ihm 
die Bautätigkeit einen Abschluß, wenngleich in 
terdam die Errichtung einer zweiten Kirche vor- 
itet werden muß. Die Gemeinde Hilversum 
le durch den Brand des Chorraumes seiner statt- 
n Kirche schwer betroffen, wobei mit dem Altar 
viel Kirchensilber und Gewandung verloren 
. Mit der Wiederherstellung wurde tatkräftig 
nnen. 

tn großer Bedeutung ist die Herausgabe einer 
)ändigen D o g m a t i k , ein Ergebnis jahrelanger 
it von Erzbischof Dr. A. Kinkel. Der Oud- 
lolik erschien seit 1885 in der 2000. Nummer, 
rer Moleman waltet 25 Jahre als Redaktor dieser 
henzeitung. 

sdiof Jakobus van der Oord in Haarlem 
te am 28. Mai sein goldenes Priesterjubiläum, 
ster und Gemeinden ehrten ihn durch ein vene- 
sches Glasmosaik für seine Kathedralkirche, 
ei verdiente Geistliche wurden in die ewige Hei- 
abberufen; Pfarrer A. H. Guddee im Alter von 
ahren, Pfarrer H. J. Verhey in Krommenie, 71 
e alt, und im hohen Alter von 85 Jahren Alt- 
inarpräsident Prof. C. Wijker. Pfarrer Roeseling 
in den Ruhestand, während Neupriester J. Visser 
A, J. Rinkel, sowie Vikar Blom die Lücken auf- 
«n. 

e christkatholische Kirche der Schweiz hat der 
chter Union den Dienst geleistet, vom 18. — 22. 
ember den 17. Internationalen Alt-Ka- 
likenkongreß vorzüglich zu organisieren. 
16 besonderer Bericht.) Ihm ging eine Theologen- 
ng voraus. Rheinfelden und sein rühriger Pfar- 
lans Frei bleiben bei allen Teilnehmern in bester 
nerung. — Solothurn kam durch Erwerb und 
gen Umbau einer alten Liegenschaft inmitten 
Stadt zu einem stilvollen Gemeinde- und Pfarr- 
. Kurz zuvor konnte eine neue Orgel eingeweiht 
im Juni 1958 die Synode in Solothurn beher- 
t werden. 

e Gemeinde Zürich faßte den großzügigen Be- 
iß des völligen Umbaues der Augustinerkirche. 




Jacobus van der Oord 
Bischof von Haarlem 



Das neu erstehende Gotteshaus dürfte zu einer der 
schönsten Gottesdienststätten in Zürich gehören, 
wenn es wieder der Benutzung offen steht. 

Auch in den französisch sprechenden Gemeinden 
herrscht reges Leben. Die Gemeinde im Jurahochtal, 
La Chaud-de-Fonds, 994 m ü. M., wo weltbe- 
kannte Uhren fabriziert werden, konnte ihr völlig 
neu restauriertes Gotteshaus und die neue Orgel 
wieder in Gebrauch nehmen. 

Die Revision der liturgischen Bücher sowie des 
Gebet- und Gesangbuches wurde in die Wege geleitet. 
Die französische Kirchenzeitung Sil Ion brachte eine 
festliche Nummer zum 50. Jahr ihres Erscheinens 
heraus. Das christkatholische Kinderfürsorgeamt än- 
derte seine Satzungen zeitgemäß. 

Die drei Landeskirchen schufen in der Schweizer 
Ausstellung für Frauenarbeit, Saffa 1958, gemeinsam 
einen gottesdienstlichen Raum, der inmitten des 
Ausstellungsrummels zu stiller Einkehr einlud. Der 
Besinnung dienten ebenfalls die Einkehrtage im 
„Sonnehof" ob Gelterkinden, die dem Bedürfnis des 
modernen Menschen entgegenkommen. — Die c h r i s t- 
kath. Akademiker aller Richtungen trafen sich 
in der Bäderstadt Baden bei Zürich zu ernster Arbeit 
und persönlichem Kontakt. 

Durch den Amtsrücktritt von Pfr. Georges Robert 




« » ü ![ V » 




Das neue Priesterseminar in Amersfoort (Gesanitansiclilj 



in Sdiönenwerd, der Schuhmetropole Bally, mußte 
eine neue Besetzung mit Pfr- M. Heinz aus Starrkirch 
-vorgenommen werden. Dadurch wurde der auch in 
der Schweiz herrschende Pfarrermangel fühlbar. 

Der hodiverdiente Organist und Chordirigent 
Bruno Straumann trat in der Gemeinde Basel 
zurück. An seine Stelle wurde Hans Bieli in Ölten 
gewählt. 

Das Bistum erlitt einige schwere Verluste. Ein 
großer Freundeskreis wurde durch das Ableben der 
Gründerin des Berghuesli und langjährigen Berg- 
huesli-Mutter Frl. Anny Peter in Trauer versetzt. 
Was die Heimgegangene für ihre Kirdie und für 
die Töchter- und Frauenvereine geleistet hat, läßt 
sich kaum beschreiben. Diese gütige Frau wird un- 
vergessen bleiben (siehe Bild im Jahrbuch 1953 S.31). 

Bern verlor durch den Tod des Stadtpräsidenten 
Otto Steiger ein wertvolles Glied. 38 Jahre ver- 
sah er das Fürsorgewesen der Bundesstadt, das als 
vorbildlich galt. Seit 1952 kam die oberste Leitung 
der Stadt Bern hinzu. Viele Jahre war er auch Prä- 
sident der theologischen Prüfungskommission an der 
christkatholischen Fakultät der Universität Bern. Der 
überlast der Arbeit erlag Otto Steiger im Februar 
1958. 

Die Gemeinde Ölten verlor in Direktor Walter 
K a m b e r ein eifriges Glied der Kirche. Seine irdische 
Arbeit galt der weltberühmten Schuhfabrik Bally, 
viel Kraft und Zeit opferte er der Gemeinde Ölten 
und der Kirche. 

Rheinfelden betrauert Frau K. Bröchin-Kletti. 
Sie hat die Wiederherstellung des vielbewunderten 
Kirchenschatzes zu St. Martin ermöglicht. 

Wie Generalvikar Dr. Werner berichtet, stand 
die alt-katholische Kirche Osterreidis im Jahr 1957 
unter dem Zeichen der 80. Wiederkehr der staatli- 
dien Anerkennung. Sie wurde unter Beteiligung des 
Bundespräsidenten Dr. Schärf und anderer Behör- 
den- und Kirchenvertreter in einem Festgottesdienst 
gebührend begangen. 

In Wien-Innen konnte ein schönes Jugendheim 
in Betrieb genommen werden, das auch zentralkirdi- 
lichen Aufgaben dient. Durch Weihe eines Priesters 



und Erteilung der niederen Weihen an weitere 
Kandidaten erhofft man eine Milderung des 1 
stermangels. Leider erlitt das Bistum einen schm 
liehen Verlust durch den Tod von Pfr. Bittner, 
am 2. März 1958 in die Ewigkeit heimberufen wu 

Ein erstmaliger Kurs für Laienhelfer verlie 
erfolgreich, daß hinfort solche Veranstaltungen 
ständige Einrichtung geplant sind. 

Die Beziehungen zu den Schwesterkirchen wui 
durch Entsendung einer starken Gruppe zur Ii 
nationalen Jugendligakonferenz, durch Besudle 
Bischofs Dr. U. Küry und des Primas Bischof L. « 
chowski, endlich durch zahlreiche Beteiligung ö; 
reichischer Altkatholiken am Kongreß in Rheh 
den vertieft. Der Weltgebetstag vereinigte Hund 
von Frauen aller Bekenntnisse in der altehrwi: 
gen alt-katholischen Salvatorkirche, 

Am letzten Internationalen Alt-Katholikenkonj 
nahmen auch drei Delegierte des Alt-Katholis« 
Kirchenbundes in Jugoslawien teil. Die zur glei« 
Zeit tagende Bischofskonferenz der Utrediter U) 
beschloß, daß jene Kirchen die Urkunden von 
Wahl und gültigen Weihe ihrer Bischöfe wie ; 
ihre kirchlichen Bücher vorlegen sollten. Dies is 
zwischen geschehen. Nach 25 Jahren der Trenr 
und nach der den neuen politischen Gegebenht 
angepaßten organisatorischen Neugestaltung der 
katholisdien Kirche in Jugoslawien bilden die 
kleinen Bistümer, nämlich die serbisdie, kroali 
und slovenisdie Altkalholisdie Kirche den Alt-Ka 
lischen Kirdienbund in Jugoslawien und geh« 
gliedhaft zur Utrediter Union. 

Wie die Erfahrung zeigt, sind wir mandin» 
eignen Bistum bedrückt, weil es bei uns nicht i 
vorwärts gehen will. Demgegenüber sollten wii 
denken, daß unsere Kirche sich innerlich abk 
aber audi, in weiteren Aspekten gesehen, doch 
Vorsehung Gottes dankbar sein darf. Die l^tre« 
Union der Alt-Katholisdien Kirdien wurde 1 
also vor 70 Jahren, durch die 5 Bisdiöfe der 
nationalen Kirchen der Niederlande, Deutschl; 
und der Schweiz gebildet. Nadi knapp 70 Jahren 
faßt sie 8 katholisdie Nationalkirdien (HoH 



ifi 



schland, Sdiweiz, Österreich, Tschechoslowakei, 
n, Amerika [polnische Kirche] und Jugoslawien) 
14 Bistümern und 20 Bischöfen, über 600 Ge- 
;den, 350 katholischen Priestern und ungefähr 
00 Gliedern. Ansätze finden sich u. a. auch in 
ikreich. Alle bekennen sich zu der Utrechter Er- 
mg als verpflichtender Glaubensgrundlage. Alle 



halten fest an der Lehre, den Sakramenten, der Ge- 
meinschaft und Verfassung des ersten Jahrtausends 
der ungeteilten Kirche und setzen sich ein für die 
Wiedervereinigung aller Christen in der Einen, Hei- 
ligen, Katholischen und Apostolischen Kirche des 
Herrn Jesus Christus. 



Der XYIL Internationale Alt^^Katholikenkongrefi 

in Rheinf elden 

19. bis 23. September 1957 
DIE AUFGABEN DER KONGRESSE 



die vergangene und zukünftige Kongreßarbeit 
Jischof Dr Urs Küry einen dankenswerten Über- 
gegeben, der uns die hohe Bedeutung der aus 
Arbeit unserer Kirche gar nicht mehr wegzu- 
enden Internationalen Altkatholischen Kongresse 
bringt. Wir lehnen uns an seine Ausführungen 

n allem Anbeginn eignete den Kongressen Inter- 
nalität, obgleich den ersten Kongressen in Mün- 
1871, Köln 1872 und Konstanz 1873 sieben 
che Tagungen folgten (Freiburg 1874, Breslau 
Mainz 1877, Baden-Baden 1880, Krefeld 1884, 
^Iberg 1888). 

iihrend den drei ersten Kongressen die Schaffung 
• eignen Organisation aufgegeben war, die deut- 
. Tagungen der Festigung der altkatholischen 
gung dienten, stellten sich die folgenden, seit 
Abschluß der Utrechter Union 1889 wieder be- 
international gestalteten Kongresse eine dop- 
Aufgabe: Sie suchten 

die gemeinsamen Prinzipien altkatholischer 
ichkeit zu verdeutlichen und noch weiter auszu- 
n und sie dienten 

ler Absicht, vom gewonnenen gemeinsamen Bo- 
us eine Annäherung, und, wenn möglich, Union 
!en anglikanischen und der orthodoxen Kirche 
)ahnen. Von Bedeutung für die Unionsbemühun- 
A^aren insbesondere die Kongresse nach dem 
1 Weltkrieg, deren indirekte Ergebnisse der Ab- 
i der Sakramentengemeinschaft mit der angli- 
dien Kirchengemeinschaft und eine vorläufige 
ung mit einer orthodoxen Unionskommission 
hre 1931 waren. 

i den Bonner Beratungen 1931 war diese letzte 
be der Kongresse insofern erfüllt, als die Unions- 
ndlungen nicht mehr Sache der Kongresse selbst, 
rn an die Bischöfe und deren theologische Be- 
übergegangen war. 

wischen erforderte die innerhalb der altkatho- 
n Kirche eingetretene Wandlung — sie hatte 
izwischen konsolidiert und (nach außen hin) den 
kter einer „Konfession" gewonnen — eine stär- 
Jeratung der sich aus dem innerkirchlichen Auf- 



bau und Leben ergebenden Fragen. Gerade diese er- 
forderten eine stärkere Zuziehung auch der Laien, 
die erstmals in München 1953 spürbar wurde. Zugleich 
traten in das Blickfeld der Altkatholiken die zu- 
nächst ungewohnten Probleme der hauptsächlich von 
Kirchen der Reformation getragenen Ökumene. Das 
nötigte die altkatholische Kirche und naturgemäß 
die Kongresse, die ja gleichsam wie ein Seismograph 
die inneren Schwingungen und äußeren Ereignisse 
in Kirche und Welt dokumentieren, sich ,in einem 
Maß mit protestantischer Theologie und Kirchlichkeit 
auseinanderzusetzen, wie das unsern Vätern noch un- 
bekannt gewesen war. Andererseits hat sich auch das 
Verhältnis zur römischkatholischen Kirche merklich 
geändert; hat diese sich doch bei all ihren neueren 
Fehlentwicklungen in der Theologie wie auf dem Ge- 
biete des liturgischen Lebens in erheblichem Maße den 
Positionen genähert, die die Besten unserer Väter ein- 
genommen haben. Dieser neueren Entwicklung ist auch 
in den Kongressen Rechnung getragen und die alte 
rein negative Haltung aufgegeben worden." 

Die zukünftigen Kongresse sollten sein, so wünschte 
Bischof Küry, 

1. nach wie vor Organ unserer intern-altkatho- 
lischen Einheit und Zusammenarbeit, 

2. Plattform für das gesamt-altkatholische Gespräch 
mit der Ökumene, insbesondere mit dem Protestan- 
tismus und dem römischen Katholizismus, aber auch 
mit den orthodoxen und den anglikanischen Kirchen, 
ein Gespräch, das auch, wenn bereits eine kirchenamt- 
liche Einigung besteht, auf der theologischen Ebene 
fortgesetzt werden muß. 

3. eine ausstrahlende Kundgebung der Lebenskraft 
unseres altkatholischen Glaubens. 

RH EIN FELDEN 1957 

Wenn nun auch hier in unserm Jahrbuch vom letzten, 
überaus gelungenen Rheinfeldener Kongreß gehandelt 
wird, obwohl die Kirchenzeitungen darüber schon be- 
richtet haben, so geschieht dies, weil das Jahrbuch 
an so wichtigen Ereignissen unseres gesamtkirch- 
lichen Lebens nie vorübergehen darf. Es würde sich 
nicht nur seiner Aufgabe, auch Spiegelbild des kirch- 




Alt-Kalholischc Kirche St. Martin, Rheinfelden/Schweiz 
Photo Eidenlenz, Basel 



liehen Lebens zu sein entziehen, sondern auch der 
Pflidit, die Anregungen des Kongresses weiterzugeben. 
Diesesmal aber darf das Jahrbuch besonders freudig 
von diesem Kongreß beriditen, denn er faßte das 
zusammen, was seit sieben Jahren das Hauptanliegen 
dieses Jahrbuches war: Die Erweckung unserer Laien 
zu kirchlicher Mitgestaltung und christlichem Le- 
benszeugnis. 

DER RUF AN DIE LAIEN 

Er ging diesmal von Laien selbst aus. Vornehmlich 
Laien behandelten in Referat, Diskussion und Schluß- 
anträgen den „Dienst und Auftrag der Laien" in der 
Familie, in der Gemeinde, in der Welt. Wir müssen 
uns begnügen, die vom Kongreß entgegengenommeneu 

A. Thesen und Anträ^^e 

hier wiederzugeben und alle Gemeinden zu bitten, auf 
jede Weise sich damit zu befassen. 

1. Gruppe: 

Auftrag und DienKt der Laien In der Familie 

Thesen von Franz liiette, Bern. 

1. Die Kirdie ist keine Institution zur Versdiönerung 
und Vertiefung unseres Lebens. Ihre Holschaft stellt 
die Gemeinde, Ehe und Familie immer vor neue 
und letzte Entscheidungen. 



2. Alle Glieder der Kirche stehen unter dem ar 
Apostel ergangenen Auftrag, in die Welt zu g( 
zu taufen, zu lehren und Gottes Willen zu 
In Welt, Kirche und Haus soll die Erlösun 
Christi verkündet werden, die uns aus der Fin 
nis in sein Licht geführt hat. 

3. Unsere Gebetsnot und viele Sorgen in Gemei 
und Haus lassen erkennen, wie schwach i 
Glaube und wie wir in dauerndem Ungeho 
leben. 

4. Nur eine Erwedcung durch Gott könnte dazu 
ren, daß das in Christus fleischgewordene ' 
in unsern Gemeinden mehr Gestalt, Leben 
Zeugniskraft erhalten könnte. Nur betende 
meinde führt zur betenden Familie. 

5. Die Familie ist ebenfalls Gemeinde, steht i 
dem gleichen Auftrag und in gleiclier Schul« 
die Gemeinde. Sie ist berufen, durch eine chrisi 
Lebensgestaltung und religiöse Kindererzio 
Verkünderin und siclitbares Zeichen des G< 
reiclies in dieser Welt und in dieser Zeit zu s« 

6. Die modernen Lebensverhältnisse, innere un< 
ßere Schwierigkeiten sind keine Entscluildigun 
den fehlenden christliclien Sinn in der Faniili« 
das vielerorts verscliüttete Gebetsleben. 

7. Besinnen wir uns in christliclier V^eranlwor 
ob wir nicht durch in liiblisclier Sicht geführt 
spräclie über alle Fragen des Lebens, der K 
und der Familie, die Pflege des geistlichen L 



nd des Tischgebets, kurze Gebetszeiten nach den 

(ahlzeiten und gelegentliche Hausandachten zur 

-ligiösen Erstarkung der Familie und damit der 

emeinde beitragen könnten. 

as Gebet ist ein Akt des Glaubens und des Gehor- 

ims. Religiöses Leben, eine betende Familie kön- 

en nicht einfach „gemacht" werden. 

ennoch sollten wir versuchen, das Familiengebet 

ieder einzuführen, auch wenn uns vielleicht nie 

ie ganze Gnade des Betenkönnens zuteil wird. 

„Bittet und ihr werdet empfangen. 

Klopfet an, so wird euch aufgetan." 

Anträge 

ie Fragen einer christlichen Lebensgestaltung und 
es häuslichen Gebetslebens sind in den nächsten 

Jahren in allen alt-katholischen Gemeinden in 
—2 Elternabenden zu besprechen, 
ür das Gebet und für eine Erziehung zum Gebet 
)11 durch die kirchliche Presse, durch Broschüren, 
urch die Predigt und den Unterricht mehr als bis 
ahin gewirkt werden. 

Is Gebetshilfe ist die Herausgabe eines Gebet- 
üchleins für die Familie, das alle Formen des 
rivaten und häuslichen Betens, einen kurzen Ab- 
ß unserer Glaubens- und Sakramentenlehre ent- 
alten sollte, zu prüfen. (Siehe Kongreßbericht 
iünchen.) 
1 allen Kirchen sollen Gebets- und Besinnungstage 

ngeführt werden. 

2. Gruppe: 
iiftrag und Dienst der Laien in der Gemeinde 

hesen von Pfarrer Arnold Moll, Basel (leicht ge- 
ürzt). 

er Laie ist nach dem Verständnis der Hl. Schrift 
eineswegs der „Nichtf achmann" oder das ein- 
iche Gemeindemitglied im Gegensatz zu den Amts- 
ägern der Kirche oder gar das zu leitende und zu 
ihrende Kirchenglied, er ist vielmehr das Voll- 
ied des „laos", des Gottesvolkes des Neuen Bun- 
is, und als solches gehört er zum „auserwählten 
esdilecht, zum königlichen Priestertum, zum hei- 
gen Volk {= laos!)" (vgl. 1. Petr. 2, 9) und hat 
s solches die Aufgabe, die „herrlichen Taten des- 
'n zu verkünden, der uns aus der Finsternis be- 
tifen hat zu seinem wundervollen Licht". Er steht 
'undsätzlich in der gleichen Verantwortung vor 
ixa Herrn der Kirche wie der berufene Amtsträ- 
^r und hat den gleichen Zeugendienst. Es ergeht 
irum der Ruf an unsere Laien, ihr priesterliches 
mt auch praktisch auszuüben und sich in den 
•ienst der Gemeinde zu stellen, 
ieser Ruf zur Mitarbeit am Aufbau der Gemeinde 
•geht heute um so dringlicher an die Laien, als 
ie Gemeinde heute in mannigfacher Weise ange- 
>diten ist und der Gegensatz zwischen Kirche und 
^elt immer größere Ausmaße annimmt. Man 
)richt heute allenthalben von der „Stunde der 
aien" und will damit andeuten, daß eine bloße 
Pfarrer-Kirche" ihren Dienst nicht mehr erfüllen 
mn und es der planmäßigen und aktiven Mitar- 
nt der Laien bedarf. 



3. Da von echter Verantwortung nur dort gesprochen 
werden kann, wo es wirkliches Antworten gibt, 
muß auch der Dienst der Laien auf das Wort der 
Hl. Schrift ausgerichtet bleiben. Nach i. Xoi-. 12 
(vgl. auch Rom. 12, 3 — 8) gibt der lebendige Herr 
jedem seiner Glieder Gaben, die es in seinem Na- 
men und Auftrag, in seinem Dienst zum Aufbau 
seiner Gemeinde zu gebrauchen und einzusetzen 
hat. Kein wirkliches Glied der Gemeinde Jesu Chri- 
sti kann also am aktiven Aufbau der Gemeinde 
unbeteiligt bleiben. 

4. Die Situation der heutigen Kirchgemeinden ist nun 
aber dadurch gekennzeichnet, daß sich nur ein ver- 
schwindend kleiner Teil der Gemeinde, die soge- 
nannte Kerngemeinde, dieser Aufgabe unterzieht 
und sich aktiv am inneren Aufbau der Gemeinde 
beteiligt. Diese Kerntruppe muß ausgerüstet und 
eingesetzt werden. Die entscheidende und erste 
Aufgabe aller Seelsorge- und Gemeindearbeit aber 
besteht nun darin, aus der Riesenschar der bloßen 
Partizipanten neue, wirkliche und überzeugte Glie- 
der der Gemeinde zu gewinnen. Im richtigen Geiste 
geführte Gemeindevereine können dabei wichtige 
Dienste leisten. Auf eine innere Evangelisation 
unserer Gemeinden kann nicht mehr länger ver- 
zichtet werden. 

5. Es versteht sich von selbst, daß jede Dienstlei- 
stung in der Gemeinde in der gliedlichen Demut 
geschehen muß (vgl. I. Kor. 12, Joh. 13, 34). Jedes 
eigenmächtige und unbrüderliche Vorgehen, das 
sich dem Ganzen der Gemeinde nicht einordnet, 
bedeutet ein Attentat gegen die Einheit und den 
Frieden dieser Gemeinde. Aus diesem Grunde soll 
der Einsatz der Laien nur in Zusammenarbeit mit 
den berufenen Hirten und Lehrern erfolgen. 

Anträge 

1. Es ist dringend notwendig, den Gemeinden die Be- 
deutung des allgemeinen Priestertums aller Gläu- 
bigen in der Verkündigung und in Aussprachen 
wieder nahezubringen und die Konsequenzen auf- 
zuzeigen, die ein solcher Stand für die Glieder der 
Gemeinde mit sich bringt. 

2. Im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung und 
Notwendigkeit einer inneren Missionierung auch 
unserer Gemeinden mögen sich die Pastoralkonfe- 
renzen oder — wie dies in Holland geschieht — 
besondere Arbeitskreise von Geistlichen und Laien 
in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen 
Bischof mit allen damit zusammenhängenden Fra- 
gen auseinandersetzen. Wünschbar ist die Schaf- 
fung einer Zentralstelle in jeder Landeskirche 
(oder die Angliederung einer solchen an eine be- 
reits bestehende Institution), die den Pfarrämtern, 
Kirchenbehörden und Gemeindepflegen in allen 
Fragen der inneren Mission auf Wunsch mit Rat 
und Tat behilflich sein könnte. 

3. Gruppe: 

Auftrag und Dienst der Laien in der Welt 

Thesen: Prof. Zwart, Utrecht. 




Alt-Katholische Bischofs-Konferenz in llhciiifoUlfn 
Von links nach rechts: Pfr. Lic. L6on Gauthier, bischöflicher Vikar (Schweiz), Bischof L. Grochowski, Primas 
der polnisch-katholischen Kirche der USA, Weihbisdiof Dr. G. Steinwachs, (Deutschland), Engelbertus 
Lagerwey, Bischof von Deventer (Holland), Dr. Andreas Rinkel, Erzbischof von Utrecht, Bischof Dr. Urs Küry 
(Schweiz), Bischof J. J. Demmel, Hofrat Dr. J. Werner. Generalvikar und Vertreter des österreichischen Bischofs. 

Photo Heinzer, Rheinfelden 



1. Hat inmitten der andern Kirchen unsere Kirche 
eigentlich Existenzberechtigung? 

2. Wenn ja, ist das Bestehen dieser Kirche an sich 
schon genug oder gehört auch die Mission (äußere, 
innere und Randmission) zu ihrem Aufgabenkreis? 

3. Soll diese Aufgabe nötigenfalls auch in ökumeni- 
sdiem Zusammenhang erfüllt werden? 

4. Welche näheren Erklärungen sind anläßlich dieses 
Referats noch erwünscht? 

5. Lassen sich noch andere Wege finden, diese Mission 
(äußere, innere und Randmission) tatkräftig zu 
fördern? 

Anträge 

1. Es wird den zuständigen Behörden der altkatholi- 
schen Kirchen empfohlen, zu prüfen, wie der Ge- 
danke der Heidenmission in unseren Gemeinden, 
insbesondere unter der heranwachsenden Jugend, 
stärker betont werden kann. 

2. Es wird den zuständigen Behörden der altkatholi- 
sdhen Kirchen empfohlen, zu prüfen, ob eine eigene 
altkatholische Heidenmission ins Leben gerufen 
werden kann oder ob eine aktive Beteiligung an 
der Mi.ssion in der Weise möglich ist, daß alljähr- 
lich für ein anglikanisches Missionswerk gesam- 
melt oder wenigstens ein Kirdienopfer bestimmt 
wird. 

3. Damit die altkatholisdie Kirdie unter Andersgläu- 
bigen besser bekannt wird, wird empfohlen, zu 



diesem Zweck in jedem Lande nach dem Vor 
der holländischen „Apostoleia" eine Zentrais 
zu schafTen (oder einer bereits bestehenden i 
liehen Institution anzuschließen). Die einze 
Zentralstellen sind gehalten, die Verbindung u 
sidi aufzunehmen zum Zwecke gegenseitigen 
fahrungsaustausches und allfälliger gemeinsa 
Aktionen. 

4. Der Kongreß ist von der Wichtigkeit der altka 
lischen Mission in Frankreich überzeugt und m 
es sich zur Aufgabe, der Bischofskonferenz bei 
sem Werk behilflich zu sein (Antrag Pfarre 
Gauthier). 

B. Die großen Vorträge 

wolle man im Kongreßbericlit selbst nachlesen, 
einige Sätze seien hier festgehalten, unsere kirdii 
Nähe zur orthodoxen Kirche rückte stets diese 
würdige alte Kirche in das Blickfeld der Altkatholi 
Emigration einer beträchtlichen Zahl orthod 
Christen und namhafter Theologen wie auch der 
Spruch des östliclien Bolscliewismus .Heilslehre 
sein, machen eine tieferschürfende Information 
die gegenwärtige Lage der ortliodoxen Kirchen 
aktuell. Prof. Dr. Spuler unterzog sicli dieser .\uf; 
unter dem besonderen Gesichtswinkel des Verhäl 
.ses der orthodoxen Kirche zur (Ökumene, zur a 
kanischen und allkatholisdien Kirche. Seine Aus 
rungen gipfelten in der Erkenntnis, daß die Or 



e trotz aller Verfolgungen ihre Einheit bewahrt 
i und nach wie vor die geistige Grundlage Ost- 
»pas geblieben sei. — In einer sehr wohltuend 
;eschlossenen Weise handelte Pfarrer Max Heinz, 
dl, über „die Una Sancta Bewegung und wir Alt- 
loliken". Wir Altkatholiken sollten, so forderte 
Redner, doch bei aller Nüchternheit verstehen, 
es hier um ein ernsthaftes Anliegen und Bemü- 
geht und daß die gesamte ökumenische Bewegung 
Ter Tage an der Kirche von Rom nicht ohne tief- 
enden Zwang zur Neubesinnung geblieben sei. — 
pflichten dem Vortrag insofern bei, als wir glau- 
daß auch wir zur eingehenden Beschäftigung so- 
1 mit den Unterscheidungslehren wie mit dem 
:en der Katholizität mehr denn je aufgerufen sind. 
•s nicht gerade unsere Aufgabe, der römischen wie 
evangelischen Kirchen zur rechten Katholizität 
erhelfen — nachdem wir sie selbst wieder gefun- 
und auch im kirchlichen Leben bewähren!? — 
i Holländern aber gebührt das Verdienst, uns für 
^rn eignen Weg wichtige Hinweise gegeben zu 
3n. Ich meine die Ausführungen des Erzbischofs 
A. Rinke! und des Prof. Zwart. Ersterer hatte den 
. Kritik an Evanston zu üben, aber auch zu vor- 
tigem Abwarten in der Frage der südindischen 
gungsversuche zu raten, denn „es könnte nicht 
;eschlossen sein, daß Gott diesen oder jenen Weg 
Kirchen zeigt". Und Prof. Zwart, der den Auf- 
und Dienst an der Welt auf die Missionsaufgabe 
Ter Kirche auf die Mission an Heiden und Neu- 
t n konzentriert hat. 

C. Rückblick und Ausblick 

XVII. Kongreß fand in einem kleinen Rhein- 
tdien von geschichtlicher und als Bäderstadt auch 
laher Bedeutung statt. Dank seiner geographi- 
n Lage, seiner Ausstattung mit großen Sälen und 
n Gasthäusern und seiner Kleinheit war es der 



ideale Treffpunkt für den Kongreß. Ohne kirchen- 
amtlichen Charakter erwies er sich durch seine Stu- 
dientagung mit Anglikanern, seine öffentlichen Kon- 
ferenzen und Kundgebungen, nicht zuletzt durch die 
festlichen Gottesdienste und gemeinschaftlichen Kom- 
munionen der miteinander verbundenen und befreun- 
deten Gläubigen wirklich als eine offene Tür für alle 
jene, die Sehnsucht nach der einen, heiligen, katho- 
lischen und apostolischen Kirche im Herzen tragen. 
Laien, Geistliche und Bischöfe waren froh und brü- 
derlich miteinander vereint, gleich, ob sie aus USA 
oder festländischen Ländern kamen, ob sie franzö- 
sisch, englisch oder deutsch sprachen. Die vorberei- 
tende organisatorische und geistige Arbeit war so gut 
vom Ortspfarrer Hans Frei mit seinem Komitee und 
von den verschiedenen Ausschüssen des Kongresses 
geleistet, daß man von dieser Arbeit gar nichts spürte 
— ein hohes Lob! Dank der reichen Abwechslung der 
Veranstaltungen, des guten Wetters, der geistigen 
Höhenlage, aber auch der erhebenden und einmal 
Massen von Glaubensgenossen am Schlußsonntag zu- 
sammenführenden öffentlichen Kundgebungen klingt 
der Kongreß harmonisch und freundlich noch lange 
nach in den Herzen aller, die dabei waren. Der Kon- 
greß selbst hat begonnen, seine eignen Anregungen 
in Männer- und Frauenversammlungen^) (Redner A. 
O. Konrad und Frau Thea Pfister) — und später in 
Predigten und in festlicher Großkundgebung ins Volk 
und in die Öffentlichkeit zu tragen. Unsere Aufgabe 
ist uns damit gewiesen — nämlich, daß wir uns eben- 
so seinen Anregungen und Anträgen öffnen — im 
Dienste der „Einen und ganzen Kirche Jesu Christi". 



') Die Anregung der Sprecherin, die wiederbelebte Liga der 
altkath. Frauenverbände möchte alljährlich die Frauen am St. 
Willibrordstag zu einer Gebets- und Opferstunde für die mis- 
sionarischen Anliegen unserer Kirche aufrufen, fand allgemeine 
Zustimmung. Die Bischöfe wurden um ihre Genehmigung ge- 
beten. Damit hat auch die Liga als solche ein Aufgabengebiet 
ergriffen, das christliche Frauen auch in anderen Kirchen 
längst angepackt haben. 



BRIEFMARKEN 

^m gewöhnlichen Sterblichen wird es immer un- 
llicher, alle Briefmarken der Welt zu sammeln, 
in gibt es mehr als 160 000 verschiedene Marken, 
^r Tag bringt neue Serien. Zünftige Sammler be- 
änken sich daher schon längst auf einen Konti- 
1 oder ein Land, oder gar nur einen Zeitabschnitt, 
iche bevorzugen den Zeitabschnitt von 1840-1870, 
die Briefmarken auf Papier übertragene, durch 

Staat quittierte Münzen, also Postwertzeichen 
en. 

iingst wurde aus ihnen die Visitenkarte des Staates 
einer Neigung zur Reklame und zum Plakatstil. 

große Zahl der Sonder- und Wohlfahrtsmarken 
,'t eher von Geldbedarf und Repräsentationsbe- 
"nis als von Reichtum. Den Vogel schießen dabei 
Zwergländer wie Liechtenstein, San Marino und 
laco ab, die ihren Staatshaushalt fast nur aus dem 
)s der Briefmarken bestreiten. Die Schweizer zei- 



gen sich auch darin als wohlerzogene Staatsbürger, 
daß sie je Kopf zehnmal soviel Wohlfahrtsmarken 
kaufen wie der Bundesrepublikaner. Obwohl von je- 
dem Deutschen nur eine Wohlfahrtsbriefmarke im 
Jahresdurchschnitt gekauft wird, fließt daraus den 
Wohlfahrtsaufgaben und Verbänden doch alljährlich 
rund eine Million DM zu. — Jeder Alt-Katholik sollte 
daraus lernen, daß viele Wenig doch etwas erbringen. 
Darum stelle jeder zu Hause nicht nur eine Bistums- 
groschenbüchse für die Pfennige und Groschen auf, 
er sammle, auch wenn er sonst kein Sammler ist, in 
einer Schachtel die mit fingerbreitem Rand ausge- 
schnittenen Marken und gebe sie seinem Pfarramt 
oder schicke sie in größerer Menge an den H. H. Bi- 
schof Demmel nach Bonn, Gregor-Mendel-Straße 25. 
Wer sich die Mühe macht, die Marken wenigstens 
grob nach Wohlfahrts- und Sondermarken, in- und 
ausländischen zu sortieren, erhöht die Freude des 
H. H. Bischofs. r. 




Ein Brief 



Lieber Freund! 



Ju^lAr.X^ff 



Sie stellen sich und uns die Frage, ob es wirk- 
lich noch einen Sinn habe, sich für die alt-katho- 
lische Kirclie und ihre Ziele einzusetzen. Würde 
nicht der allüberall zu beobachtende Zug zur 
Einheit, zum Zurückstellen kleiner Unter- 
scliiedlichkeiten des Stils und der Lehre es recht- 
fertigen, in einem größeren Ganzen aufzugehen? 
Sie erinnern an die Kleinheit, um nicht zu sagen 
häufig feststellbare Kümmerlichkeit unserer Ver- 
hältnisse und Einrichtungen, an die anwachsende 
Diaspora und Atomisierung unserer Kirche. Ich 
wüßte ja selbst aus eigener Erfahrung, wie un- 
möglich es sei, den Gläubigen, vorab der Jugend, 
so und mit solchen Veranstaltungen zu dienen, 
wie es die Großkirchen immerhin noch könnten. 
Die weiten Wege, das Entbehren der Geborgenheit 
und auch einmal des Untertauchenkönnens in 
einer großen Masse, das der Gläubige, besonders 
der Einsame, hin und wieder brauche, profilierte 
Bücher, überragende Persönlichkeiten, öffentliche 
Vorträge in Aulen und großen Sälen, von denen 
die Zeitungen berichteten und die Stadtgespräch 
würden, das alles müsse der alt-katholische Christ 
entbehren, obwohl auch er danach hungere. Sie 
verweisen schließlich auf das Ausbleiben eines 
wirklichen Erfolges seit 80 Jahren, an manche 
subjektivistischen Strömungen, die der altkatho- 
lisdien Bewegung zu Zeiten etwas Schillerndes 
aufpräge, an den zwar langsamen, aber stetigen 
Rückgang der alten Gemeinden, der nur müh- 
selig und durch opfervollen Höchsteinsatz be- 
wirkte kleine Erfolge oder Höhepunkte kirchli- 
dien Lebens verdeckt würde. So bitten Sie mich 
allen Ernstes — und sogar unter Berufung auf 
einen unserer früheren Bischöfe — zu erwägen, 
ob unsere großen Theologen der 70er und 80er 
Jahre des 19. Jahrhunderts nicht besser im Ver- 
band der römisch-katholischen Kirche wie die 
Jansenisten und einige Modernisten geblieben 
wären, um diese von innen her zu reformieren. 

Die römische Kirche, so geben Sie zu bedenken, 
werde durch die fortwährenden Abspaltungen dy- 
namischer Geister immer starrer und schließlich 




zu einer echten Reform immer unfähiger; 
Ausgegliederten würden, wie gerade unser Beis 
beweise, nur zu einer Auffangstation Unzufrit 
ner und allmählich zur isolierten oder ausgegl 
ten Institution, einem Satelliten, der die Gr 
kirche umkreise, von ihr zehre, aber in eige 
Unfruchtbarkeit und Kleingeisterei jede schö] 
rische Kraft allmählich verliere. Sie könnten 
soziologisch und auch an Anzeichen unseres 1 
chenkörpers beweisen, wollten das aber, um n 
wehe zu tun oder mißverstanden zu werden, 
ber mündlich belegen. 

Lieber Freund! Ich danke Ihnen für Ihre Ofll 
heit. Ich glaube, es gibt unter uns keinen wac 
Priester oder Gläubigen, der sich nicht in äh 
eben Gedankengängen oft schon ertappt hü 
Man kann Ihnen nicht einmal in allem wi( 
sprechen, wenngleich sich natürlich vieles entf 
nen ließe. Aber Sie kennen ja das Positive ebe 
genau wie ich und haben alles bereits in I 
Überlegungen einbezogen. W^ozu also offene 
ren einrennen! Die Zeit und die uns gestellte ^ 
gäbe ist überdies viel zu gewaltig, um die gro 
Gesichtspunkte in kleinlicher Gegenrede zu 
reden, /a, wir müssen wieder lernen, in gro 
geistigen Zusammenhängen zu denken. Wir k< 
men nur weiter, wenn wir 1. ganz nüchtern 
sere Lage sehen wie sie ist. Dann aber mü> 
wir 2. wieder unseren kirchengeschichtlic 
Standort in den Blick bekommen, nicht bloß 
der Beruhigung eines angefochtenen Gewis> 
willen, mehr noch, damit wir uns innerlich 
wärmen und zurüsten für die Aufgabe, die 
durch die aus der Geschichte weithin erkennl 
Vorsehung gestellt bleibt! 

Um was ging es den Männern, die damals A 
gegen Altar stellten, gedrungen von ihrem 
wissen? Nicht um eine neue Kirche, etwa • 
Kirche wohltemperierter Frömmigkeit, die ei 
leichteren Weg zum Himmelreich zu zeigen 
erkühnte! Schon gar niclit ging es ihnen 
Feuerbestattung, die wir ja niclit propagic 
sondern nur dulden! Niclit um Geringachtung 
ehelichen Bandes, nicht einmal um Zölibat < 
Ohrenbeichte, wenngleich hier Korrekturen 



dezu aufdrängten! Es ging, genau wie bei den 
m Mariendogmen, um. das Gewissen, gewiß, — 

• bitte, übersehen wir das doch nicht, um das 
er Wahrheit gefangene Gewissen! Aber es 

ihnen doch um etwas mehr! Mancher katho- 
\\e Gelehrte hat damals innerlich auf Seite 
ingers gestanden — und das „Opfer des Ver- 
des" auf sich genommen, sein Gewissen be- 
dchtigt, ohne für die neuen Lehren einzutre- 
— man hat sie unbehelligt gelassen, wenn sie 
schwiegen. Sie haben mit der Wahrheit und 
Gewissen aus Liebe zur Einheit der Kirche 
n Kompromiß geschlossen, den ihnen die rö- 
?he Kirche nie verdacht hat. Ging es also den 
inern, einem Reusch, DöUinger usw. wirklich 

• um ihr Gewissen, nur um die Bezeugung der 
hrheit? Dann hätten sie sich ehrenvoll emeri- 
'n lassen können. Nein, lieber Freund, es ging 
•n um die Kirche, um deren gefährdete Katho- 
ät und ApostoUzität. Und es ging ihnen um die 
derversöhnung mit den Reformationskirchen 
der Orthodoxen Kirche, die sie durch die dog- 
isch nun auch freigegebene weitere Unifor- 
"ung, Zentralisierung und durch den päpst- 
m Absolutismus innerhalb der katholischen 
•he entscheidend bedroht sahen. Also letzten 
es ging es diesen Männern eben um die E i n - 
t der Kirche, für die sie in der Weiterexistenz 
unverfälschten katholischen Kirche, und sei 

«1 einer Notgemeinschaft, einen Weg offen hal- 

i wollten, der allen die Kirche Liebenden einen 

' / zur Einheit zeigt. 

3hen Sie, lieber Freund: Die Wahrheit steht 

eh. Sie ist unabhängig von der Masse, von der 

ht,^ vom politischen' Einfluß, der hinter ihr 

t. Sie kann jederzeit mit Urgewalt wieder 

'hbrechen, wenn diese Wahrheit richtig ver- 

m und — was hundertmal nötiger ist — rich- 

n lebendigen Gemeinden und Bistümern, mö- 

sie auch klein sein — verkörpert wird. 

merhalb der gesamtkatholischen Kirche ha- 

unsere Vorfahren tausend Jahre ihren Kampf 

I n eine Fehlentwicklung gekämpft, bis sie vor 

I Mternative am 18. 7. 1870 sich gestellt sahen: 

I vatholischen Glauben weiterverharren, unter 

) ern und Unbill — oder ihm absagen und bei 

t Masse und den Fleischtöpfen verbleiben. Sie 

' „vor das Tor" mit Christus hinausgegangen. 

I wurde unsere Kirche „Kirche unter dem 

I Jz". Sie sollte dadurch von allen unlauteren 

l nenten oder Beimischungen, vom Liberalis- 



mus, dem Geist ungesunder Aufklärung, der Ver- 
suchung, politische Konjunkturen zu nutzen, be- 
freit und geläutert werden, um dann, wenn auch 
nur in kleinen Beispielen zu zeigen, wie Einheit 
in Mannigfaltigkeit, Gesetz mit Freiheit, Liebe mit 
Recht, Freihei t mit Gebundenheit in Christus sich 
vereinen. 

Dazu sind freilich nur Männer und Frauen 
und Jugend gerufen, die aus dem Glauben leben, 
denen diese Hochziele etwas bedeuten, die bei 
aller persönlichen Sündhaftigkeit, die unser aller 
Los bis zur Sterbestunde bleibt, doch bestrebt 
bleiben, dieser Kirche der wahren Katholizität zu 
dienen, sich für sie hinzuopfern, in ihren Gemein- 
den dies Bild aufleuchten zu lassen und sich dafür 
offen zu halten, ohne Rücksicht auf Beifall oder 
Bekämpfung. Das einzige, was not tut, ist, daß wir 
treu erfunden werden. Daß wir nicht um ein Lin- 
senmus unser Erbe verschleudern; daß wir ziel- 
bewußt, klug, aber auch einfältig durch unsere 
Existenz, durch unser Sein und durch unser Wir- 
ken Zeugnis ablegen mit der Kraft, die uns ver- 
blieben ist, mit den Mitteln, die die Zeit uns nahe- 
legt, stets bereit zum Dienen und ohne zu fordern! 

Dabei wissen wir uns im Ziel und im Glauben 
mit vielen verbunden, mit der einigen Kirche des 
ersten Jahrtausends, mit vielen Bischöfen und Gei- 
stesmännern des zweiten Jahrtausends, mit der 
orthodoxen' Kirche, mit den Anglokatholiken der 
anglikanischen Kirchengemeinschaft, mit vielen 
Katholiken in der römischen Kirche. 

Als im wahren katholischen Glauben beharrend 
bildet die alte katholische Kirche zugleich die 
Vorhut der wahren Una Sancta-Bewegung einer 
neu zu erringenden Einheit der Kirche auf dem 
Boden echter Katholizität. Als solche hat sie es 
nicht leicht. Sie muß wie >Vinkelried der Wahr- 
heit eine Gasse bahnen, wie. Paulus mehr arbei- 
ten als andere, wie Petrus den Herrn bekennen 
und die Brüder stärken, wie Johannes Liebe kün- 
den und üben. Tut sie das, wird ihr Wort nicht 
leer zurückkommen. Sehen Sie, lieber Freund, 
darum müssen wir an unserer Aufgabe bleiben, 
trotz unserer Schwachheit. Klammern wir uns in 
aller Demut an das Wort, daß Gott „auch in den 
Schwachen mächtig ist", sogar mit Vorliebe, damit 
sie sich nur ihrer Schwachheit rühmen können 
und Gott die Ehre geben müssen. 

So grüße ich Sie und alle, die die Fülle Christi 
bejahen und bereit sind, ihre Seele an sie zu ver- 
lieren. Ihr Paul F. Pfister. 



Das sind die Weisen 

Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen. 

Die im Irrtum verharren — 

Das sind die Narren. 



Wenn du recht schwer betrübt bist 

und du meinst, kein Mensch könne dich trösten, 

so tue jemand etwas Gutes, und gleich 

wird's besser sein. Rosegger 



^' 



Wahrhaftigkeit - Sadilidikeit 



Der frühlinghafte Aufbrndi der Jugend um die 
Jahrhundertwende im Wandervogel, der Frei- 
deutschen Jugend, dem Quickborn und so man- 
clien anderen Bünden wurde von Spießern als ju- 
gendliclie Romantik verspottet, ihr Wesen in der 
Zupfgeige, dem Scliillerkragen, ihr Verdienst in 
der Wiedererweckung des Volksliedes, Volkstan- 
zes und einer neuen Geselligkeit gesehen. Wer so 
urteilt, vergißt das Entsclieidende, das diese Ge- 
neration geprägt hat und von allen Erfolgsjägern, 
Neunmalklugen und „Realisten" unterscheidet: 
die innere Wahrhaftigkeit. Mit sicherem Gefühl 
hat die Jugend damals jenes Streben zur Grund- 
lage ihres Denkens und Handelns erwählt, das 
überhaupt nur Grundlage jeder Erneuerung, ja 
jedes menschenwürdigen Daseins sein kann. 

Jede Tugend, überhaupt jedes Werk baut auf 
Erkenntnis auf. Aber nur jene Erkenntnis, die 
der Saclie, der Wirklichkeit, der Wahrheit gerecht 
wird, die alles so einordnet, wie es die Sache eben 
verlangt, wird ein Werk gelingen lassen. Der 
Statiker, der die unabänderlidien Gesetze der 
Spannung, der Druckverhältnisse außer acht läßt 
oder die Tragfähigkeit des Materials nicht berück- 
sichtigt, verschuldet den Einsturz der Brücke oder 
des Gebäudes. Der Mathematiker, der falsch rech- 
net, wird ein unrichtiges Resultat vorlegen. Der 
Geschäftsmann, der den Marktverhältnissen nicht 
Rechnung trägt, verspekuliert sich. Aber auch 
jener, der sich selbst falsch beurteilt, sich belügt, 



wird nie mit sich ins Reine kommen, denn j 
Selbsterneuerung hat die unbestechliche Seil 
erkenntnis zur Voraussetzung. 

Wahrhaftigkeit ist dasselbe etwa wie Sachl 
keit und verwandt der Gerechtigkeit. Nur da 
wenn wir uns bezwingen, richtig hinzusehen, 1 
zuhören, ja den gegebenen Wirklichkeiten 
radezu zu gehorchen, indem wir Eigenwüns« 
Phantastereien und Begehren zurückstellen, v 
den wir dem Sachverhalt uns nähern, damit a 
der Wahrheit, wenn Wahrheit Übereinstimm 
mit dem Sadiverhalt ist. 

Zur Wahrhaftigkeit und Sachlichkeit gehe 
also ebenso wie zur Gerechtigkeit Mut, geis 
Disziplin, Selbstverleugnung und Ehrfurcht. N 
zuletzt eine gehörige Anstrengung. Was sehe 
aber die Menschen mehr als diese Tugem 
zumal Wahrhaftigkeit uns zwingt, so mam 
liebgewonnenen Meinung und Selbsttäuschung 
Laufpaß zu geben und ernstlich an unserer e 
nen Erneuerung zu arbeiten?! Andererseits: j 
es eine schönere Haltung als jene, die nur 
Wahrheit sich verpflichtet w^eiß? Sie allein v 
uns freimachen — von Sklavendienst, von Triel 
von der Lüge. Sie allein entfernt uns grundsätz 
vom Diabolus, dem „Vater der Lüge" — sie al 
macht uns freilich auch einsam — stellt uns fi 
dafür in die Nähe Gottes. Denn wer aus Gott 
boren ist, liebt die Wahrheit, liebt das Ganze. 

Paul F. Pfi 



Die Katholiken, die im Glauben der alten und unge- 
teilten Kirche verharren und darum „Alt-Katholiken'' 
genannt werden, haben nicht den Ehrgeiz, eine Son- 
derspielart christliclier Kirche oder ein okulierter 
Zweig am Baum der Kirche zu sein, so wenig sie sich 
einbilden, erst 1870 „entstanden'' zu sein. Würden sie 
letzteres zugeben, so zögen sie selbst den Boden un- 
ter ihren Füßen weg. Sie wären eine Denomination 
unter Hunderten und gäben ihr Erstgeburtsredü hin 
für ein Linsenmus. 

Die katholischen Bistumer der Alt-Katholiken, im 
bisdiö fliehen Amt, in Glauben und Gläubigen naht- 
und bruchlos mit der wahren Mutterkirche, nämlich 
der ungeteilten und apostolischen Kirche verbunden, 
rufen mit Paulus den „Petrus" zur Ordnung. Sic be- 
schwören den römischen Patriarchen und Bischof mit 
dessen Vorgänger aus dem 6". Jahrhundert. Gregor d. 
Gr., die Beanspruchung eines unfehlbaren Universal- 
bischofsamtes „als Unrecht gegen die Gesamtkirche, 
ja als Gotteslästerung" zu verwerfen und als Bruder 
mit allen wahrhaft katholischen Christen das Brot 
des Lebens und der Liebe zu brechen. 

Paul /'. Pflster 



Papsttum und Hierar cliie gaben — wider Wille) 
durch unerleuchtete Beschlüsse am 18. Juli 1870 
an der altkirchlichen Verfassung und am Glauben 
ungeteilten Kirclie festhaltenden Katholiken die 
mächtigung, in eigenen katholischen Bistümern 
terzubestehen und innerhalb der Westkirche die 
tholische Kirche zu repräsentieren, so lange, bis 
römische Hierarchie ihr Unrecht einsieht. Gott 
durch seine gütige Vorsehung im Utrechter Erzbis 
die Erhaltung seiner Kirche vorbereitet. Die kati 
sdien Bistümer dürfen nie ermüden, den schist) 
sehen Bischöfen der römischen Kirche den Weg 
Versöhnung zu zeigen und sich selbst für sie offe 
halten. 

Das katholische, gutgläubige und nur irregclc 
Volk hat aber ein Becht darauf, zu erfahren, daf 
biblische, gemeinchristliche und geschidxtliche W 
heit bei der kleingewordenen Herde ist. Dies Zev 
wird der kleinen Herde freilich nur dann abgei 
men, wenn sie sich auszeichnet durch warmhei 
Frömmigkeit, Fühlen mit der Kirche und klare, 
heitliche Verkündigung aus ursprunghaft katholis 
Glaubenstiefe. Paul F. Pf 



Was sagt die Kirchengeschichte 
zu dem Ansprach der Päpste, Universalbischöfe der ganzen Kirche 

Jesu Christi zu sein? 

Von Paul F. Pfister, Frankfurt/ M 



CP^ 



i 7 



•emerkung: Der Verfasser kann hier schon aus Raumgrün- 
nur einen Durchblick durch die Kirchengeschichte unter 
besonderen Aspekt dieses Themas geben. Er will die Leser 
gen, die einzelnen Entwicklungsphasen genauer zu stu- 
.>n. 

e neue Literatur sowie das ökumenische Gespräch zwingen 
-euer Beschäftigung mit diesen Fragen. So dankbar wir 
ren großen Theologen des 19. Jahrhunderts für ihre Werke 
müssen, die heute noch nicht überholt sind, so wenig 
en sie für uns ein Ruhekissen sein. Wenn jeder unserer 
ibrüder sich auch nur für je ein Jahrhundert Spezialkennt- 
• aneignete, könnte ein team von Fachleuten das Werk 
ffen, das unsere Kirche als Beitrag zum Gespräch der 
stenheit vorlegen müßte. 



Das erste Jahrtausend 

stlicher Kirchengeschichte^) weiß nichts da- 

— so wenig wie Petrus für seine eigene Per- 

— daß in und durch den Bischof von Rom, 
1 späteren Patriarchen des Abendlandes, Pe- 
i unfehlbar spreche, oder daß der römische 
:hof als Stellvertreter Christi im Sinn eines die 
ze Kirche absolutistisch leitenden Universal- 
hofs nach Christi Willen gesetzt sei. Dagegen 
ß es davon, daß der römische Bischof sehr 
1 schon eine geachtete Stellung einnahm und 

I auch vom Konzil von Nicaea 325 der Ehren- 
I rang neben Byzanz als Erster unter Gleichen 
\ (eräumt wurde, eine Stellung, die bekanntlich 

\i altkatholischerseits in diesem Umfang nie 

ritten worden ist. — 



in Durchblick durch das erste Jahrtausend gibt 
marisch etwa folgendes Bild: Die Führung, Jeru- 
msVar zunächst unbestritten. Doch verschon sich 
der Entfaltung der Missionstätigkeit und dem 
strömen der „Heidenchristen" in die Kirche schon 
tt bald der Schw^erpunkt nach Kleinasien und nadi 
1. Über die Uranfänge der Gemeinde Rom wissen 
wenig.Wahrscheinlich war diese durch ein christli- 
Ehepaar ins Leben getreten.^Paulus kam durch 
e Berufung an den Kaiser als Gefangener nach 
). Er lebte dort in freier Haft, vielleicht sogar 
.veise unbehindert. Unter Nero erlitt er in Rom 
Martyrium. Ob Petrus^selbst in Rom war, ist um- 
ten. Doch neigt man heute allgemeiner zur An- 
tne, daß er in Rom ebenfalls das Martyrium er- 
Die Todesart ist unbekannt — Kreuzigung mit 
Kopf nach unten ist eine Legende. Sehr früh 
den in Rom zwar Grab- oder Mahnmale der bei- 
Apostel verehrt. Die neuen Grabungen unter 

e biblischen Stellen, vornehmlich, Matth. 16, 18, bedürfen 
" besonderen Studie. Hier sei nur bemerkt, daß die Väter 
■rsten vier christlichen Jahrhunderle diese Stellen anders 
anden als die heutige römische Theologie. 



Pius XII. unter der Peterskirche sind aber den Nach- 
weis, daß diese Kirche über dem Grabmal Petri er- 
baut sei, schuldig geblieben.'' 

Daß die römische Gemeinde schon recht früh 
durch Zahl, Heldenmut und Eifer sich auszeichnete, 
wissen wir schon von^Paulus. Wir wissen auch, daß 
ihr auch schon bald Vornehme angehörten, Kreise 
des Hofes und der kaiserlichen Leibwache, und daß 
die Verfolgung gerade auch in Rom nicht wenige 
Opfer forderte. Die Vorortstellung jedoch verdankte 
Rom nach Zerstörung Jerusalems'^^der Tatsache, daß 
es Reichshauptstadt in geopolitisch günstiger Lage 
war. Daß dieser Umstand für seine Geltung auch der 
Kirche bewußt blieb, ergibt sich eindeutig aus dem 
späteren Anspruch., Neuroms, d. h, Konstantinopels. 
Es verlangte geradezu die gleiche Vorzugsstellung, 
weil es nun auch Reichshauptstadt geworden sei, denn 
Rom habe aus eben diesem Grund seinen Vorrang 
erhalten. 

Naturgemäß strömten in dieser Weltstadt auch 
Christen aus allen Provinzen und Patriarchaten zu- 
sammen. Sie besuchten die Gräber der Apostelfürsten 
und der Märtyrer. Durch den beständigen persönli- 
chen Gedankenaustausch dieser Besucher auch mit 
Gemeinde und Vorstehern blieb in Rom die aposto- 
lische Tradition besonders lebendig. Deshalb konnte 
Irenäus^) (2. Jahrhundert) bemerken, wenn man den 
Glauben der katholischen Kirche feststellen wolle, 
könne man sich nach der Tradition richten, „welche 
die sehr große, uralte und allen bekannte, von den 
beiden ruhmreichsten Aposteln Petrus und Paulus zu 
Rom gegründete^) und aufgebaute Kirche besitze". 
So erspare man sich das weitläufige Nachforschen bei 
allen apostolischen Kirchen. 

Die Lage und Bedeutung der Stadt prädestinierte 
natürlich auch die römische Gemeinde dazu, eine her- 
vorragende Rolle zu spielen. Die dortigen Christen 
müßten vom genius loci nicht ergriffen gewesen sein, 
hätten sie als praktische Römer mit politischer Be- 
gabung nicht auch die ihnen förmlich zuwachsende 
Rolle übernommen. Tatsächlich erwies sich Rom 
nicht nur als eine freigiebige Gemeinde — von 
Ignatius deshalb schon Ende des 1. Jahrhunderts als 
Vorort (oder Vorsitzende) des Liebesbundes ge- 
rühmt,*) sie versuchte auch Einfluß auf andere Kir- 
chenteile zu nehmen. Nicht immer gebeten, erteilte 
sie benachbarten Bischöfen Ratschläge, ja, Rom such- 
te, gewiß auch aus einer Verantwortlichkeit für das 

ä) adv. haer. III. 3. 

^) Hierin irrt Irenäus. 

*) Wohlgemerkt, die Gemeinde, nicht der Bischof wird so be- 
zeichnet. 



Ganze heraus, die jeder Christ für den anderen trägt. 
y Vorschriften zu machen. Dabei stießen die römischen 
^. Bischöfe freilich auf erheblichen Widerstand. Dieser 
Widerstand wäre unmöglich gewesen, hätte die da- 
malige Kirche etwas davon gewußt, daß der römische 
Bischof als Stellvertreter Christi oder auch nur in der 
Amtsvollmacht Petri sprechen durfte. So sclilossen 
sich beispielsweise die Kleinasiaten dem römischen 
Braucli des Osterfesttermins nicht an. Es kam dar- 
über zum Osterfeststreit. Auch die Nordafrikaner un- 
ter Cyprion traten gegen die Einmischung Victor I. 
in der Frage auf, ob die von Ketzern gespendete Taufe 
gültig oder ungültig sei. Das will um so mehr beachtet 
werden, als damals das benachbarte Rom durchaus 
als Appellationsinstanz für Nordafrika angesehen 
werden konnte. Cyprian erklärt 256 in gezielter Schär- 
fe: „Keiner von uns hat sich zum Bischof der Bischöfe 
eingesetzt, keiner zwingt mit dem Terrorismus eines 
Tyrannen seine Kollegen zum unweigerlidien Gehor- 
sam, da ja ein jeder Bischof vermöge seiner freien 
Wahl und Gewalt das Recht der eigenen Entsdiei- 
dung hat." Damit lehnte Cyprian einen Übergriff 
Victor I. über dessen Metropolitanbezirk hinaus ab. 
Die Nordafrikaner haben später zwar in der Sadie 
nachgegeben, aber sie haben sich nicht dem Papst, 
sondern dem Konzilspruch von Nicaea' gebeugt. Durch 
ihr Verhalten haben sie der ganzen katholischen Kir- 
che den großen Dienst erwiesen, als Baugesetz der 
Kirche Christi die Bruderliebe und Gemeinschaft auf- 
gezeigt zu haben — im Einklang übrigens mit dem 
Apostelkonzil in Jerusalem im Jahre 49. Wie dort 
nicht ein Einziger entschied, sondern die Brüder mit 
den Aposteln gemeinsam berieten und sich verstän- 
digten, so entschieden ganz allgemein in der alten 
Kirch^ Synoden, GeneralkonziUen, letztinstanzlich das 
^ ökumenisclie Konzil, wobei letzteres gewöhnlich von 
den Kaisern zur Wahrung der Glaubenseinheit im 
Reiche einberufen wurde. Aufgabe dieser, Konzilien 
war es, die apostolische Überlieferung der^Kirchen- 
bistümer'zu ermitteln. Dem diente der Nachweis, daß 
der bei ihnen vorfmdliche Glaube auf die Väter zu- 
rüdigehe, die es von deren Lehrern, zurück bis zu 
Aposlelschülern und Aposteln, jene es aber von Chri- 
stus so gehört hätten. 

Die im rechten Glauben stehenden »^Bischöfe und 
Patriarchen bezeugten sich ihre Gemeinschaft durch 
gegenseitigen Austausch der Beschlüsse ihrer, Syno- 
den oder Generalkonzilien, durch Entsendung von 
Legaten und durch das höchste Symbol der Einheit, 
durch die Kommuniongemeinscliaft. Verweigerung 
der Kommunion (Exkommunikation) sollte den ir- 
renden Bruder zur Besinnung veranlassen oder die 
eigene Herde vor Ansteckung durch Irrlehre (Haere- 
sie) bewahren. 

I Während ursprünglich mit papa viele Bischöfe, so- 
gar Kloslervorsleher'), angeredet wurden, legte man 
erst^Ende des 5. Jahrhunderts^^diese Bezeichnung dem 
römischen Bischof allein bei. um ilin als Rangersten 
herauszulicben. 



*) Die Anglikancr reden heule noch ihre Geistlichen mit 
„father" an. 



Wie unbefangen man dennoch damals den „1 
sten" gegenübertrat, beweist die ^A'erurteilung^ 
- Papstes Vigilius im Dreikapitelstreit und des Hc 
*i rius I. (625 — 638), der nur einen Willen in Chri. 
annahm (Monotheletismus). Vigilius wurde auf < 
Konzil zu Konstantinopel 553 und Honorius auf ( 
6. Allgemeinen Konzil 680 verurteilt. Bis ins 11. J: 
hundert mußten die nachfolgenden Päpste die^"* 
urteilung des Honorius scliriftlich bestätigen. 

überblicken wir die Gesamtlage im 1. Jahrtaus« 

so finden wir folgende Rechtslage vor: In den 

meinden amtieren schon Ende des L Jahrhund 

an der Spitze eines Presbyteriums (Priester- t 

, Ältestenkollegium)^ßisc/iö/e.^Die Bistümer einer i 

vinz haben ihre Berufungsinstanz in dem^Metn 

Uten (Erzbischof). Mehrere Provinzen bilden ein 

'^triarclmt.'\JnteT den^^ fünf Patriarchaten Jerusal 

• Antiochia, Alexandria, Rom und Konstantinopel 

hen sich Hom und Konstantinopel 'imRan^ fast gh 

^^ Rom genießt einen geschichtlich begründeten Eh 

, Vorzug, den es allerdings bei jeder sich bietenden 

, legenheit auszuweiten bemüht war. Aber gerade 

! ses Bestreben stößt auf Widerstand und führt 

' immer zu innerkirchlichen Kämpfen. Um seinen 

benbuhler, Konstantinopel in der Demut zu erhal 

konnte ein Gregor I. (t604) noch erklären, die 

anspruchung eines Universalbischofsamtes sei goi 

lästerlich.^) 

Im letzten Drittel des 1. Jahrtausends versteh 
„Rom,''durch kluge Politik seiner Bischöfe in den \ 
ren der Völkerwanderung und infolge der,^ Verl 
tung der nordafrikanischen Kirche durch die, Vai 
len^in seiner Position stark gefestigt, seinen Ein 
mächtig auszudehnen. Die Verflechtung eigener H; 
machtpolitik mit dem aufsteigenden Geschlecht 
Pippinen und dem Frankenkaiser Karl d. Gr. j^l 
stantinische Schenkungen, Kirchenstaat,', Kaiser 
nung) und, die bis nach England und Skandina 
sich ausdehnende Missionstätigkeif) steigerte die 
deutung Roms unermeßlich, während zur glei« 
Zeit das, oströmische Kaisertum sowie die vier 
liehen Patriarchate durch das Vordringen des^I> 
geschwächt wurden. Diese historiscli bedingte 
Wicklung mehrte einerseits das Selbstbewußtsein 
abendländischen Patriarclien, erhöhte aber audi 
Reizbarkeit des^ Rivalen in Byzanz? Schließlich 
die, Entfremdung so groß'^geworden, daß es, zi 
wegen Photius,vorübergehend,'^^ dann unter Mit 
Caerularius im Jahre^l054'4Midgüllig zum Bruch 
sehen dem^ römisch-abendländisclien und den, 
, liehen Patriarchaten'liam, ein Schisma, das nocJi h 
. fortdauert.") 



•) „Die Annahme eines Universalhischofs ist cirie .\usR' 
^ der Kiteikcit, ein verruchles Honinnon «cKcn die (icbole 
tes, «egen das ICvanKeliun», gfjji'M die Kirdicngesdiiditt 
die Kirdienverfassun«, gegen die Würde aller übrigen Bisi 
ein Unrecht gegen die Gesanitkirdie, ja eine Golleslästc 
.Mit dem Fall des Kinen würde sonst die ganze Kirdie ii 
nienstürzen." „Papst" Gregor der Grolle (t604) in Kp. VI 

') Nach dem Prinzip der Filiation bleiben die Tochtergröi 
gen von der Mutterkirche abhängig und ihr unterstellt. 

\ *) Siehe hierzu P. Pfister, Die orthodoxe Kirdie, JahrbuA 
S. Jl (T. 



28 






as zweite Jahrtausend 

STwir die Entwicklung der Papstmacht und 
stidee im IL Jahrtausend sehr vereinfachend 
rblicken, lassen sich 

len zwei Aiifgipfehingen päpstlicher Führungs- 
nacht, und zwar 
i einer tatsächlichen 
) einer grundsätzlich-dogmatisch verankerten 

gegenüberstellen 
;wei mächtige, beinahe erfolgreiche Versuche, 
liese Macht zu begrenzen und auf ihr Maß zu- 
ückzuführen. 

hrend aber dem Machtstreben der Päpste im 
gehenden Mittelalter ein Paroli durch die re- 
matorischen Bewegungen,' den erwachenden 
ionalismus der sich bildenden europäischen 
olutistischen Staaten und durch das Gewissen 
ligstens eines kleinen Teils der Kirche J Altka- 
liken) geboten wurde — scheiterten die Ver- 
lie, die altkirchliche Verfassung wieder herzu- 
len, paradoxer Weise durch die Reformation 
l durch die französische Revolution, bzw. deren 
gewirkungen, also durch zwei überbordende 
suche, die kirchliche Verfassung grundstür- 
d zu ändern, die dann einen um so stärkeren^ 
•kfall bzw. Gegenschlag auslösen. 

etrachten wir diese Entwicklung etwas genauer, 
ie an Führung gewöhnten jungen germanischen 
ker liebten den schwertgewaltigen Apostel Petrus, 
! Vorliebe, die. Rom förderte und aus der es Nut- 
zog. Die Bischöfe des Westens und Nordens, z.B. 
ti^Willibrord und Bonifatius, fanden zudem gegen 
Großen des Landes nur Schutz und Rückhalt bei 
1^ Patriarchen von Rom, das, vom vergangenen 
nz noch zehrend, inzwischen, wie wir sahen, selbst 
' gewaltige Macht erworben hatte. Der einst starke 
fluß der frühkeltischen Mission Irlands wie auch 
Einflüsse des Ostens in Gallien traten zurück. Da 
nand im Westen Rom den Rang streitig machte, 
te das Selbstbewußtsein der Päpste wie auch die 
idienz der Bischöfe und die Verehrung des Volkes 
lem heran, was wir im Hochmittelalter denn auch 
finden; die anerkannte und[ beanspruchte Supre- 
ie des römischen Bischofs über das Abendland, 
1. über die dem westlichen Menschen damals be- . 
nte Welt. Dem Papst stand als Gegenpol schließ- 
nur der Kaiser gegenüber. „Papst und Kaiser" 
lete das große Thema der Auseinandersetzung und 
tiger Kämpfe, bis beide sich in die Macht teilten. . 
■och Hinkmar von Reims (845 — 82) war Niko- 
> I. (858 — 67), einer starken Persönlichkeit auf der 
ledra Roms — entgegen — und für die altepis- 
(ile Selbständigkeit der Bischöfe eingetreten. Das 
ulum obscurum sah dann das päpstliche Rom in 
ster Erniedrigung. Der Frühling der cluniazensi- 
m Reformbewegung, der sich mit dem Ausbau des 
lischen Rechts auf dem L, IL und III. Lateranense 
^9, 1179, 1215) verband, erhob das Papsttum unter 



kraftvollen Päpsten wie Gregor VII. (1073—85), In- 
nozenz III. (1198—1216) und schließlich Bonifaz VIII. 
(l_29-l— 1303) zu jenem Gipfel tatsächlicher Macht, 
wie ihn seitdem das Papsttum nie wieder erreicht hat. 

/. Mittelalterliche Papstherrschaft 

Der ersten Aufgipfelung der Machtentfaltung des 
Papsttums im Hochmittelalter unter Gregor VII., In- 
nozenz III. und Bonifaz VIII. wurde bereits gedacht. 
Ebenso gewisser politischer und psychologischer Vor- 
aussetzungen. (Petrusvorliebe, Führerprinzip der 
Germanen, Verbindung des eigenen Aufstiegs mit dem 
der Frankenkönige und Kaiser.) Noch aber bedurfte 
das Papsttum in seinem Anspruch, daß jedermann 
dem Papst unterworfen sein müsse und dieser sowohl 
das geistliche wie das weltliche Schwert — letzteres 
im Dienst der Kirche — führe, einer ausreichenden 
Begründung. Diese lieferte der damals und auch heute 
einflußreichste Fürst der Gottesgelehrsamkeit: Tho- 
mas von Aquin (1225 — 74). Wohl im guten Glauben 
und in bester Absicht, beeindruckt durch die Lehre 
des neuentdeckten Aristoteles, der zur Bevorzugung ^ 
der Monarchie neigte, sowie durch die damals nicht 
als Fälschung erkannten pseudo-isidorisclien Dekre- » 
talien^) getäusclit, trat Thomas mit theologischen Ar- 
gumenten und seinem Ansehen für die immer unver- 
hüllter sich hervorwagenden imperialen Ansprüche 
des abendländischen Patriarchen oder Papstes ein. Da- 
durch waren die vom Osten abgeschnittenen Verfech- 
ter der konziliaren und episcopalen Verfassung für 
kurze Zeit überspielt. Zudem überschattete das nun 
in den Vordergrund rückende Thema , Kaiser und 
Papst alles andere. Zwar mischten sich in die daraus 
entbrennenden Kämpfe auch Abneigung gegen Wel- 
sche und das Papsttum, dennoch muß zugegeben wer- 
den, daß die über die Alpen ziehenden Kaiser sich als 
Schutzherren der Kirche fühlten, die als hervorra- 
gende Glieder der Kirche, trotz ihrer Abweisung welt- 
licher Oberherrschaftsansprüche der Päpste das reli- 
giöse Papsttum als gottgewollte Größe, anerkannt 
haben. 

//. Der erste Sieg alt-kirchlicher Verfassung 

Ob alle Bistümer des Westens sich dem „Papst" bzw. 
dem Patriarchen des Abendlandes unterstellten, in- 
wieweit es auch hier noch autonome bzw. gar auto- 
kephale^") Gebiete gab, sei hier unerörtert. Jedenfalls 
dauerte die faktische Herrschaf t der Päpste im Westen 
nicht länger als knapp 200 Jahre. Denn schon zog^;,^. 
eine neue Geistesrichtung herauf, der Nominaiis-' ^ 
mus.^^y'Man versteht darunter jene philosophische 

") Siehe Erklärung dieser Fälschungen im Jahrbuch 1958, S. 50, 
Anmerkung, sowie., Jahrbuch 1957,''''S. 80. ' 

"*) Autonome Bistümer sind selbständig, bedürfen aber der An- 
erkennung durch die Metropoliten; autokephal sind Kirchen- 
teile, die keine Vorordnung durch andere Kirchenteile, sondern 
nur das allgemeine Konzil über sich anerkennen. 
") Es sei erinnert an bedeutende Vertreter dieser Richtung, 
den Franziskaner Occam, A^arsilius von Padua, Ubertino da 
Casale, die.-Beformkonzilien 'von Pisa, Konstanz. Schon vorher 
haben Philipp IV., Kanzler Nogaret, der Jurist Peter Flok, 
Dubois, Johann von Paris auf Grund naturrechtlicher Ideen die 
Rechte der Laien gegen Bonifaz VIII. geltend gemacht. Zum 
Ganzen siehe Paul Honigseim „Die soziologische Bedeutung der 
nominalistischen Philosophie" im II. Bd. Erinnerungsgabe für 
Max Weber, München 1923. 



29 



Meinung, die die AllgemeinbegrifTe (Universalia) als 
bloße Konstruktionen des Denkens betrachtet, im Ge- 
gensatz zu den realia, den wirklichen konkreten Ein- 
zeldingen. Obwohl auch kleinere Einheiten wie Bis- 
tümer, Pfarreien, Länder, Stämme usw. Universalia 
im kleinen Format darstellen, gewannen diese doch 
gegenüber den großen Universalien, also auch gegen- 
über dem Universalbischof, als überschaubare, siclit- 
bare Größen eine wachsende Aufwertung. Zum No- 
minalismus gesellte sich der H umanismus.*DieseT ver- 
mittelte mit Kenntnis der alten Sprachen auch eine 
größere Vertrautheit mit der V'erfassung der alten 
Kirche und mit den Kirchenvätern. Zwar gelang es 
Rom, die Not der Griechen ausnutzend, wenige Jahre 
vor dem Fall Konstantinopels in Ferrara-Florenz 
(1438 — 49) in Unionskonferenzen die Griechen zur 
Anerkennung des Primats des römischen Patriarchen 
zu veranlassen — eine Zustimmung, die von den 
Griechen selbst nie ratifiziert worden ist; aber zu- 
gleich erinnerte man sich im Abendland wieder der 
Vorordnung des Konzils über den Papst, als man sich 
y^ der Not dreier gleichzeitig regierender und einander 
exkommunizierender Päpste gegenübersah. Die von 
' Rom als^Konzil anerkannte Konstanzer Synode (1414 
bis 1418) hat — vorübergehend ;; — die altkirchliclie 
Verfassung wieder zur Geltung gebracht — die drei 
Päpste haben sich, wenn auch widerwillig genug, der 
Absetzung durch das Konzil gebeugt. 

///. Die altkatholische Bewegung wird mattgesetzt 
durch Reformation — Gegenreformation 

Freilich, nur eine kurze Zeit fanden die Thesen des 
berühmten Kardinals Peter DWilly und des Kanzlers 
der Pariser Sorbonne Jehan Gerson allgemeine Zu- 
stnnmung. Zwar kam es nach Mißlingen der Reform 
der Kirche, „an Haupt und Gliedern" zum schärfsten 

' Angriff auf das Papsttum durch Luther — aber ge- 
rade die Reformation hat, wider Willen und para- 
doxerweise, das Papsttum wieder in den Sattel geho- 
ben. Denn die Alternativentscheidung: Für oder ge- 
gen den Papst, für oder gegen die Reformationsthe- 
sen enthielt zugleich die Entscheidung für Einheit 
oder Spaltung der Kirche. 

Die mittlere, recht eigentlich altkatholische Rich- 

' tung, von Erasmus und Kardinälen, sogar von Kaiser 
und Fürsten und vielen F'rommen vertreten bzw. be- 
günstigt, zählte nicht mit, weil sie zur Alternativ- 
Enlscheidung genötigt, für die Einheit eintrat, also 
als Eigenrichtung kaum mehr sich zur Geltung brin- 
gen geschweige durchsetzen konnte. Die mittlere 
Richtung wollte, wie heute wieder allgemein be- 
kannt, die deutschen gravamina berüdisichtigt wis- 
sen, sie war geneigt, die Muttersprache im Gottes- 
dienst, die Priesterehe und den Laienkelcli zuzu- 
gestehen, den Bischöfen mehr Rechte einzuräu- 
men und sie bekämpfte die Abgaben nach Rom. 
Vor allem aber schrie sie förmlich nach einem 
Konzil. Von diesem, nicht vom Papsttum erwartete 
sie Heilung der von keiner Seile geleugneten Gebre- 
chen der Kirche, aber auch Versöhnung von Katho 
liken und Evangelischen sowie (Ordnung der Zu- 
ständigkeiten. Das war altkatholisch, attkirchlich ge- 



dacht. Aber ihr Rufen war vergeblich — denn 
Auszug der nordischen Völker hatte diese wahrl 
altkirchliclie Richtung geschwächt. Im Kampf zäl 
nur die extremen, zu allem entschlossenen R 
tungen. So hat tragischerweise die Reformation 
Mißerfolg der damaligen Altkatholiken mitversc) 
det und der nun einsetzenden Gegenreformation ui 

' Führung der Jesuiten das Feld freigegeben. Die 
suitisclie Richtung aber erhoffte sicli die Bewahr 
der katholischen Restkirche vor weiterer Zerspli 
rung und ihren neuen Aufschwung von einer stra, 
Konzentration aller Kräfte unter Leitung eines al 

' lutistischen Papsttums. DasTridentinum (1545 — 1{ 
hat zwar sich den Wünschen des Jesuitengene 
Lainez versagt und dem Papst nicht die Unfehlbar 
zugesprochen, aber es hat die gewünschten Zi 
Ständnisse verweigert. 

IV, Neuer Auf Schwung des alt-kirchlichen Denk 

Die Geschichte erweist, daß jedes Prinzip bei ein 
tiger Anwendung eine Gegenbewegung hervorruft, 
ließ nicht allzulange auf sich warten. Die i)hilosoj 
sehen Geistesströmungen, die auf Erfahrungswis 
i (Empirismus) aufbauten, führten zur Aufklürungs 
und entfesselten die Geister. Auf allen Gebieten su« 
man sich zu emanzipieren. Noch während die kath 
sehe Restkirche ihren Triumph in der Gegenrefon 
tion, durch die ihr weite Gebiete zurückgewon 
waren, im Barock auskostete, erwuchsen in ihi 
eigenen Schoß Widerstände, die zwar nicht die e« 
Katholizität, wohl aber das absolutistisclie kuriale 
stem geradezu in Frage stellten. In Frankreich wa 

• • es der Gallikanismus und Jansenismus, in denübri 

• Ländern der sogenannte Febronianismus, allübe 
eine Abneigung gegen das ultramontane System, 
verkörpert wird durch den modernen Orden der 

' cietas Jesu. Schon recht früh (1682) gelang es 
„erstgeborenen Tochter der Kirche, Frankreich, 

' fünf gallikanischen Freiheiten zu erringen. Sie mj 
ten die französische Kirche weithin vom Papst 1 
allerdings vom Staat um so abhängiger. Vom galli 
nischen Kirclienrecht inspiriert, untersuchten, gesti 
auf alte Quellen des Kirchenreclits, vornehmlich 

' Espen (tl728) und von ihm beeinflußt, der Tri» 

' Weihbischof Nikolaus von Hontheim (Febronius) 
die wirklichen Rechte des Papstes. Besonders ^ 

' bronius" brachte 1762 in einem für uns redif trockei 
damals aber wie ein zündender Blitz einsehlagen 
Buch Licht in die Verwirrung, die in das Kirchenn 

/ durch Fälscluingen durch (iratian und durch 

' Rechtsschule von Bologna hineingetragen war. ' 
Trierer Weihbischof wies nadi. daß ein großer ' 
der von den Pä|)Sten beans|)ruehten (iewallen du 
Rechtsverzichte und Gewalten-Übertragung durch 
Bischöfe (Devalvation), ein anderer durch die Ps? 

' do-Isidorischen Dekretalien und ein weiterer du 
Anmaßung (Usurpation) aufgekommen sind und 
reclitmäßig vom Papst ausgeübt werden. Die öff« 
lichkt'it horchte auf. Katholisdie Staaten und ' 
narchen (z. B. Joseph H. von Österreich), aber a 

I '*) .Siehe P. Pflstcr. Nikolaus von Hontheim (Febronius), V 

• l>rord-Budihandlung. 



.^0 



rheinischen geistlichen Kurfürsten, unterstützt 
Primas von Deutschland, dem Salzburger Fürst- 
lof, zogen praktische Folgerungen. Von den 
rbonenhöfen und dem allgemeinen Unwillen ge- 
ngen, sah sich sogar der Papst (Clemens XIV.) 
nlaßt, den mächtigsten Verteidiger des Papst- 
s, den Jesuitenorden 1773 aufzuheben. Wieder 
en der Zeitpunkt nicht fern, da die altkirchliche 
'assung sich in der katholischen Kirche siegreich 
•hsetzte und dadurch die wichtigste Vorausset- 
^ eines versöhnenden Gesprächs mit den Kirchen 
Reformation'geschafTen wurde, 
tid wieder kam es anders! 

Dogmatischer Sieg des totalitären Papsttums 

einst die^Reformation die mittlere Richtung, die 
Einheit einer freilich zu erneuernden Kirche retten 
te, entscheidend geschwächt und das Vordringen 
kurial-zentralistischen Richtung begünstigt hatte 
hne es zu wollen — , so kam dieser wiederum die 
zösische Revolution — gegen ihren Willen — zu 
e. Sie zerstörte wie ein Reif in der Frühlingsnacht 
Knospen einer Kirchenverfassungsreform. Ge- 
.tet durch die Ausschreitungen der Revolution, 
^end für ihre Zukunft, verbündeten sich Thron 
Altar gegen alle aufgeschlossen und vorwärts 
igenden Kräfte in der katholischen Restkirche zu- 
iten eines , omnipotenten Papsttums als des an- 
idi sichersten Hortes auch der bürgerlichen Ord- 
' und Ruhe. Die .Metternich'sche Restauration, 
lantik und Unfehlbarkeitserklärung laufen zwar 
verschiedenen Ebenen ab, aber drängen in die 
he Richtung. In dem Augenblick, als des Papstes 
lieber Thron ins Wanken kam,^ wurde seine, wn- 
:chränkte geistliche Autorität dogmatisch ver- 
Tt — bevor die aufblühende kritisch-historische 
ile durch Abklärung des geschichtlichen Ablaufs 
erhindern und die alt-kirchliche Richtung er- 
sammeln' konnte. 



e Bischöfe haben zwar versucht, das Dogi 
stiicher Unfehlbarkeit und Allgewalt 1870 



ma 

Allgewalf !87Ö zu 

lindern oder abzuschwächen — aber Angst vor 

I ^m Schisma^ieß die Oppositionsbischöfe dem 

I nder gegebenen Versprechen, gemeinsam zu 

dein, untreu werden. Immer hat der eine, der 

' Macht und Regierungsapparat verfügt, es 

iter, sich gegenüber einer vielfältig zusammen- 

» tzten Opposition durchzusetzen. Rom versteht 

r>terhaft das divide et impera, teile und herr- 

. Ihm stehen diplomatische Erfahrung, die 

st der Menschenbehandlung sowie fanatisierte 

:te zur Verfügung. Dennoch hatte Rom wohl 

I n mit dem,zu allem entschlossenen Widerstand 

l scher Professoren gerechnet, die als professo- 

i idei, Bekenner des Glaubens, unter dem Druck 

s Wissens und Gewissens dem, konziliarepis- 

I ilen Prinzip treu blieben. Diese sich durch 

' n und einige Gemeinden''verstärkende Oppo- 

n trat nicht aus der katholischen Kirche aus, 

lern sammelte sich in Bistümern der Altkatho- 



liken. Dieser Rest der alt-kirchlich Gesinnten des 
letzten Jahrtausends war nun zwar dezimiert, 
aber erstmals institutionell gesammelt. Damit war 
eine in kontinuierlichem Zusammenhang und in- 
nerem Zusammenklang mit der ungeteilten Kirche 
stehende Basis für jene Kräfte gegeben, die für 
ein organisches Verständnis der Kirche, für eine 
ungebrochene Katholizität mit christo-zentrischer 
Haltung eintraten. 

Die Notgemeinschaft der Alt-Katholiken hat den 
Zusammenhang mit der ungeteilten Kirche ideell 
und personell gewahrt.^^) Denn wie dieser knappe 
Durchblick aufzeigen konnte, gab es auch im 
Abendland immer Männer, Bischöfe, Theologen, 
ganze Schulen und Geistesströmungen, bald als 
Stille im Lande lebend, bald wie ein Sturmes- 
t brausen sich offenbarend, zweimal sogar nach der 
, Siegespalme greifend, die der, Fehlentwicklung 
des Kirchenrechts, der zum Absolutismus tendie- 
renden Kirchenleitung*'' entgegentraten, sich stüt- 
zend auf jeweils sich in ihrer Zeit naheliegende 
Beweismittel, zurückgeschlagen und doch nicht be- 
siegt bis heute.,17231)zw.^^l870'\onnten diese Alt- 
katholiken durch eine fast ans Wunderbare gren- 
zende Fügung Gottes auch die ^postalische Amts- 
nachfolge sich sichern, die sie vorher in all jenen 
Bischöfen besaßen, die an den^^ altepiskopalen 
^echten'und der Vor-Ordnung des Konzils festhiel- 
ten. Auch solche Bischöfe gab es immer, auf den 
;^ef ormsynoden,'''auf dem^Tridentinum,\m Rhein.^ 
Es ist also ein folgenschwerer Irrtum, die erzwun- 
gene' Konstituierung für sich und unabhängig von 
römischer Zustimmung bestehender Bistümer als 
ein Neuentstehen der „Altkatholischen Kirche" zu 
betrachtend^), da es sie doch im 1. Jahrtausend 

") Es ist darum falsch, von Vorläufer-Bewegungen der Alt-Katho- 
lischen Kirche zu reden. Wer so redet, sägt den Ast ab, auf dem 
er sitzt und degradiert die Alt-Katholische Kirche ganz im Sinn 
der ultramontanen römischen Denkweise zur Sekte! Nein, die 
ganze Geschichte der Kirche ist unsere Geschichte. Niemals ist 
der Strom abgerissen. Nicht nur die apostolische Nachfolge ist 
entscheidend — sie v äre wertlos ohne die Kontinuität der 
Lehre, des Lebens! Jedes Zeitalter hatte natürlich seine be- 
sonderen Probleme, an denen es seinen Glauben be' ähren 
mußte, und seine besonderen Erkenntnismittel. Aber die Hal- 
tung ^'■ar die grundgleiche. Und wer will behaupten, daß die 
katholische Kirdie im Mittelalter oder im 17. und 18. Jahrhun- 
dert die,_^arianischen'''und^5äpstlichen Dogmen genereir^ver- 
trat? Es "aren hef'ig umrittene Lehrmeinun^n. Die Dome 
des Mittelalters sind von unseren Vorfahren geschaffen und die 
Mehrheit der römischen Laien und Leutpriester sind heute 
noch nur irrig Belehrte! Es wird Zeit, daß unsere Theologen 
• davon Kenntnis nehmen, auch Rev. Moss! 

") Siehe Anmerkung "). Wie sehr diese, sogar durch alt-ka- 
tholische Bischöfe manchmal geäußerte falsche Meinung sich 
< eingev ach<:en hat, erfuhr der Verfasser, als er in „Ein Leib — 
, Viele Glieder" den Beitrag über die alt-katholische Kirche 
schrieb. Der Herausgeber war um keinen Preis dazu zu be^e- 
gen, ein kurzes Vor" ort vorausgehen zu lassen, das den Zu- 
r sammenhang mit der alten Kirche dartat. Wir sind für viele 
i Protestanten eben erst 1870 „entstanden", und für die römisch- 
katholische Theologie ein Petrefakt aus einer kirchengeschicht- 
lich überwundenen Epoche. Das ist falsch, falsch, falsch. Wir 
« sind der Rest der episkopalkonziliaren Richtung, die früher in 
f possessione "ar und aucli im IL Jahrtausend beinahe zweimal 
Allgemeingeltung in der ganzen katholischen Kirche zurück- 
' gc'onnen hat, ^'•ie dieser Aufsatz bündig nach 'eist. Darum 
ist es eine Torheit, — und in diesen Jahrbüchern bewußt über- 



31 



als einige Kirche gab und da sie im Osten bis heute 
fortbesteht und nun auch im Abendland die Zeug- 
nisse für das altbischöfliclie und bruderkirchliche 
Kirchenverständnis unübersehbar zahlreich sind. 
Noch ist die Zahl der bewußten (Alt-) Katholiken 
klein — wenn man nur die in den katholischen 
Bistümern der Altkatholiken erfaßten Katholiken 
zählt — immerhin wurden aus drei inzwischen 
vierzehn Bistümer mit einer halben Million See- 
len. — In Wirklichkeit gehören, vielleicht ohne es 
klar zu wissen, der Absicht nach viele Christen in 
anderen Bekenntnissen zu ihnen. Das ökumeni- 
sche Gespräch erweist überdies immer stärker die 
Reformation und Gegenreformation als zwei Be- 
wegungen, die trotz ihrer Gegensätzlichkeit als 
These (Satz) und Antithese (Gegensatz), als Kri- 
tik und Selbstkritik auf dem Wege sind, die ver- 
lorene echte KathoUzität in neuer Synthese wieder- 
wunden, wenn wir nur meinen, erst die Bischöfe seit Reinkens 
oder meinetwegen Steenhoven seien „alt-katholische" Bischöfe. 
Schon die Bezeichnung „alt"-katholisch ist hier falsch, denn es 
handelt sich um entweder katholische Bischöfe oder Haeresi- 
arehen. Das Schisma ist 1870 hzw. 1723 entstanden, nicht die 
Kirche; die römische Kirche hat sich endgültig in ihrer Dog- 
matik auf eine Fehlentwicklung festgelegt, sich selbst gefesselt, 
gewiß in einer löblichen Absicht, aber im Gegensatz zur alten 
Kirdie, zum Willen Christi, zum wahren Heil der Kirche. 

Damm hätte unser Kirchenteil, selbst wenn er Millionen Men- 
schen gewänne, in dem .\ugenblick ausgespielt und wäre ver- 
worfen, hätte seine Daseinsbereditigung radikal verloren, in- 
dem er das wahrhaft katholische Erbe verluderte, wenn er 
sich irgendwelchen Zeitmeinungen in die Arme werfen würde. 
Gerade weil wir dieser Gefahr sehr ausgesetzt sind, müssen 
wir auf gründliche Ausbildung unserer Theologen, auf klare 
Konzeption unseres Denkens größten Wert legen. Nur dann 
wird auch die ökumenische Bewegung von uns etwas haben 
und eine Einigung mit der Orthodoxie doch einmal möglich 
— und später wieder mit den sich umkehrenden Katholiken, 
die heute ultramontan geführt sind. 



zugewinnen^^)^ ^jjg jj^ Herzen der altkircli 
denkenden und glaubenden Katholiken je un- 
ersehnt, erfleht und als kostbares Kleinod a 
bewahrt worden ist. Der gescliichtliche Auf 
der katholischen Bistümer der Alt-Katholi 
kann freilidi nur dann erfüllt werden, wenn 
diese kleine Schar nicht durch Zeitkonjunktu 
staatliche Einflüsse oder theologische Strömui 
von ihrem klaren katholischen Bekenntnis um 
mit von ihrem soliden Fundament abbringen 1 
das für sie der archimedische Punkt ist, auf . 
stehend, sie die nur scheinbar gesicherten Ans 
che des römischen Papsttums aus den Angeln 
ben kann — wenn die Zeit erfüllt ist und Go 
vorgesehen hat. Und sollten auch diese Bistü 
wider alles Erwarten dem Untergang geweiht 5 
wie es so viele falsch belehrte römisch-katholi 
Hierarchen vielleicht wünschen, es treten d 
V andere an ihre Stelle: die orthodoxe Kirche,' 
*theraner, die die KathoUzität wieder zurüc 
•winnen^oder gar ein „Papa angelicus" oder 
geistesgewaltiger Kirchenlehrer innerhalb dei 
mischen Kirche selbst — denn die Wahrheit 
in sich, sie ist unabhängig von den gebrechli« 
Vertretern — und die Zeit der^Gegenreforma 
ist abgelaufen, die Zeit der Synthese ist im K 
men. 



' ") Hoffnungen hierfür sind z. B. Bücher wie .Vsmussen, 

» tholizität" und Asmussen, „Sakramente'' (siehe Buchedt« 

» dem Buch „KathoUzität" sei besonders auf Stählins Be 

„Katholizität, Protestantismus, Katholizismus" hingewiese 

gerade dieser Beitrag oben Gesagtes verdeutlicht. 



•iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiil 



„Unsere Stärke liegt vorläufig einzig und allein in der 
Sache selbst, die wir vertreten. Ist sie gut, so darf der 
größere oder geringere Erfolg nicht in Betracht kom- 
men. Denn eine gute Sache muß mit der Zeit auch be- 
deutenden äußeren Erfolg haben, wenn sie nur von 
treuen Händen beschützt und getragen wird." 

Bischof Dr. Ed. Herzog, Hirtenbrief 1890 



Nach diesem leidensvollen Jahrtausend (des Kampfes 
gegen den Islam) leuchteten auf im Sclioß des west- 
lichen Christentums die Strahlen des alten Katholizis- 
mus! Das sind Geschehnisse von größter historischer 
Bedeutung. So wie die Orthodoxie sich auch an dem 
Alt-Katholizismus im Westen bewahrheitet, so be- 
wahrheitet sich auch der Alt-Katholizismus an der 
Orthodoxie im Osten . . . Ich glaube innig und fest 
an die Zukunft der Orthodoxie, weil ich auch an den 
Alt-Katholizismus im Westen glaube. Ich glaube end- 
lich aucli so fest und innig an die Vereinigung der 
beiden Kirchen . . ." 

(Prof. Dr. y.nnknin von Sofia 1925 in Bern.) 



„Es wird auch in aller Zukunft so bleiben, daß 
nicht das erwählt, was vor der Welt glänzt. In 
Martgrium des Alt-Katholizismus, durch welche 
wohl die persönliche Überzeugung gestählt, wi( 
religiöse Gemeinschaft befestigt wird, ist darum 
gleiche Segen inbegriffen für den katholischen 
für den evangelisdien Teil unseres Volkes. — V 
Ihre Bewegung nichts weiter anstrebte, als eine 
tionalkirche in der Art des Gallikanismus, so 
sie in der Tat, was die Weisen des Tages ihr vor> 
fang an nachzusagen versuchten, ein totgeboi 
Kind. Denn was wäre das anderes als eine neue 1 
jenes Staatskirchentums, das sich in all seinen 
men ausgelebt hat und unrettbar dem Niederg 
entgegengeht." Prof. Dr. Sippold 

„Der Alt-Katholizismus ist kein bloßer Protest (, 
die neuen D<)(pnen des Vatikans und speziell <j 
die päpstliche l'nfehlbarkcit, sondern er ist die I 
kehr zu dem wahren Katholizismus der alten, ( 
und ungeteilten Kirche . . . und ein Mahnruf ar 
christlichen Gemeinscliaften zur Einigung auf 
christlichem drunde." (.\lt-Katholikenkon</reß ■ 



32 



Cyprian toh Karihago 

(200/10 — 258) 



3 der markantesten Persönlichkeiten des kirch- 
m Altertums war der Bischof Cyprian von 
thago, der sidi besonders um die Festigung 
katholischen KirchenbegrifYs verdient gemacht 
Die nachfolgende Skizze soll das Wichtigste 
seinem Leben und den Hauptzug seines Wir- 
s darlegen. 

1. LEBEN 

scius Caecilius Cyprianus^) wurde zwischen 
und 210 (wahrscheinlich) zu Karthago (in 
dafrika) als Sohn reicher, aber nicht vorneh- 
heidnischer Eltern geboren. Zunächst wandte 
ich dem Beruf eines Rhetors zu, in dem er 
m und Anerkennung erntete. Um 246 wurde 
urch den Priester Caecilianus (oder Caecilius) 
das Christentum gewonnen. Bald darauf er- 
te seine Aufnahme in den Klerus, und schon 
e 248 oder Anfang 249 wurde er zum Bischof 
Karthago und zum Metropoliten des prokon- 
rischen Afrika gewählt. In dieser verantwor- 
(svollen Stellung hat er durch zehn Jahre hin- 
•h eine unermüdliche und erfolgreiche Tätig- 
entfaltet. Als unter dem römischen Kaiser 
lus (249 — 251) durch das Edikt von 250 die 
3 allgemeine, durch Staatsgesetz angeordnete 
isten Verfolgung eingeleitet wurde (die sog. 
sch-valerianische Verfolgung), entfloh Cypri- 
nd hielt sich in der Nähe der Stadt verborgen; 
seinem Versteck aus blieb er (vor allem durch 
e Briefe) in enger Verbindung mit seiner Ge- 
ide. 

i dieser Verfolgung waren viele Christen dem 
ck erlegen und hatten sich (zumindest äußer- 
unter Verleugnung ihres Glaubens zum heid- 
lien Opferdienst bekannt. Die Wiederauf nah- 
dieser sog. „lapsi" (d. h. Gefallenen) führte 
arthago zu einem Schisma (Kirchenspaltung) . 
' Gruppe, an deren Spitze der Diakon Felicis- 
is stand, warf Cyprian zu große Strenge vor. 
wurde in der Person des Fortunatus ein Ge- 
)ischof aufgestellt, doch blieb das Schisma 
3 weitere Bedeutung. 

lieh in der furchtbaren Pestzeit (252 — 254) 
I es sich Cyprian als ein wahrer Hirte; er organi- 
i e den Krankendienst seiner Gemeinde, wobei 



-iur allgemeinen Orientierung kann eingesehen werden: 
irdenhewer, Patrologie, Freiburg i. Br *1901, 167—175; B. 
t'r, Patrologie, Freiburg i. Br. '1951, 142—151; K. Heussi, 
>endiuni der Kirchengeschichte, Tübingen "1957, 86 f.; W. 
cwenich. Die Geschichte der Kirche, Witten *1954, 74—76; 
i'oakes Jackson, Ilislorv of the Christian Church from the 
•st Times to A. D. 461, Cambridge M902, 261—265. 



er auch seine heidnischen Mitbürger in seine Für- 
sorge miteinbezog. 

Mit der Zunahme der Irrlehren mußte auch die 
Frage beantwortet werden, ob die von den Ketzern 
gespendete Taufe (sog. Ketzertaufe) gültig sei 
oder nicht. Unter dem Vorsitz Cyprians entschie- 
den sich drei Synoden zu Karthago 255 und Früh- 
jahr und 1. Sept. 256 für die ältere Anschauung 
(die auch von Tertullian und Klemens von Ale- 
xandrien vertreten worden war) , daß die Ketzer- 
taufe ungültig sei und zur katholischen Kirche 
übertretende Ketzer noch einmal zu taufen seien. 
Obwohl sich der Bischof von Rom Stephanus L 
(254 — 257) für die Gültigkeit dieser Taufen aus- 
sprach, verharrte Cyprian bei seiner Auffassung. 
Der Nachfolger des Stephanus Xystus II. (257 
bis 258) lenkte ein: Nordafrika taufte auch wei- 
terhin die übertretenden Ketzer noch einmal. 

In der valerianischen Verfolgung wurde Cy- 
prian zunächst (257) verbannt und dann am 14. 
Sept. 258 nahe bei Karthago enthauptet.^) Das 
Abendland feiert sein Gedächtnis am 16. Sept. 

2. WERK UND BEDEUTUNG 

Cyprians Bedeutung liegt nicht so sehr auf dem 
Gebiet der spekulativen Theologie, als vielmehr 
darin, daß er den altkirchlichen Standpunkt klar 
herausgearbeitet und entschieden vertreten hat. 
Wir besitzen von ihm eine ganze Reihe von Schrif- 
ten^), die im Altertum und Mittelalter sehr viel 
gelesen wurden. In seinen Gedanken ist Cyprian 
vielfach von TertulHan (160? — nach 220) beein- 
flußt, den er als den „Meister" verehrte. Doch ist 
der Stil seiner Werke leichter verständlich als der 
Tertullians. 

Eines der Hauptanliegen Cyprians war die 
Sicherung und Verteidigung der katholischen 
Lehre von der Kirche.*) Die Einheit der Kirche 



2) In der späteren Zeit wurde seine Gestalt mit der des le- 
gendären Zauberers und Märtyrers Cyprian von Antiochien 
verwoben. 

3) Zu nennen sind hauptsächlich „Über die Einheit der Kirche", 

„t!ber die Gefallenen", „Über das Verhalten der Jungfrauen", 
„Über Neid und Eifersucht" (ein Seitenstück zu Tertullians 
„Über die Geduld"), „Über die Sterblichkeit" (eine Trostschrift 
in der Pestzeit), „Über Werk und Almosen" und besonders die 
Sammlung von Briefen (65 aus Cyprians Feder), die eine über- 
aus wertvolle Quelle für Kirchen- und Zeitgeschichte dar- 
stellen. 

1) Besonders in der Schrift „Über die Einheit der Kirche". 
Zur Diskussion über Cyprians Stellung vgl. besonders H. Koch, 
Cyprian und der römische Primat, Leipzig 1910; Cathedra Pe- 
tri. Gießen 1930; E. Altendorf, Einheit und Heiligkeit der Kirche 
(Untersuchungen zur Entwicklung des altchristlichen Kirchen- 
begriffs im Abendland von Tertullian bis zu den antidonatisti- 
schen Schriften Augustins), Berlin und Leipzig 1932 (weitere 
Literatur bei Altaner 1951). 



33 



sieht Cyprian dadurch erreicht, daß sich jeder an 
seinen Bischof anschließt. Die Bischöfe, die Hüter 
der kirchlichen Einheit, sind ihrerseits durch 
das „Gesetz unzertrennlicher Liebe und Eintracht" 
miteinander verbunden. Sie sind das Fundament, 
auf dem sich der Bau der Kirche erhebt. Christus 
hat zuerst einem, dem Petrus, die apostolische 
Gewalt übertragen; er wurde dadurch das Sym- 
bol und der Typus der Einheit. In Petrus wurde 
das „eine Bischofsamt" (unus episcopatus) er- 
richtet, an dem dann später (Jo 20, 21 f.) alle an- 
deren Apostel Anteil erhielten. Der Vorantritt des 
Petrus ist daher ein chronologischer, insofern er 
als erster die Vollmacliten übertragen erhielt, die 
später auch den anderen Aposteln übertragen 
wurden. Jeder Bischof ist deshalb im vollen Sinne 
Nadif olger des Apostels Petrus; der Bischof von 
Rom ist nur Nachfolger im römischen Bischofs- 
amt, ohne besondere Vorrechte. Petrus ist der 
geschichtliche Ausgangspunkt der einen, bischöf- 
lich verfaßten, katholischen Kirche, aber in der 
Autorität und Amtsgewalt stehen alle Bischöfe 
einander gleichberechtigt gegenüber. 

Wiederholt sagt Cyprian, daß die Gemeinschaft 
mit dem römischen Bischof gleichbedeutend sei 
mit der Gemeinschaft der Kirche. Das gilt aber 
nach seiner Auffassung (und nach katholischer 
Lehre) von der Gemeinsdiaft mit jedem anderen 
rechtmäßigen katholischen Bischof auch (solange 
er im katholischen Glauben verharrt) . Aus dieser 
Äußerung läßt sich daher keine besondere Be- 
tonung eines rechtlichen Vorranges des Bischofs 
von Rom ableiten. 

Man kann infolgedessen auch nicht ohne wei- 
teres behaupten, Cyprian sei „auf dem Wege zur 
Lehre vom Primat" gewesen.^) Wenn man seine 
Gedanken folgerichtig zu Ende denkt, gelangt man 
zu einer episkopalischen Verfassung, die der lei- 
tenden Idee der orthodoxen, orientalischen, angli- 

5) H. Straubinger, Lehrbuch der Fundamentaltheologie, Pa- 
derborn 1936, 217. 



kanischen und alt-katholischen Bistümer (mite 
und zeitbedingten Abweichungen von untergei 
neter Bedeutung) entspricht.^) 

Es kann hier nicht auf all das eingegangen > 
den, mit dem sich Cyprian schriftstellerisch 
schäftigte. Ich möchte aber doch nodi auf : 
bekannte Sätze Cyprians hinweisen: „Außer 
der Kirche gibt es kein Heil" und „Der kann 
nicht zum Vater haben, der die Kirche nicht 
Mutter hat". Diese Sätze sind zu unseren Ze 
(ebenso wie zu denen Cyprians) geeignet, die ^ 
sehen auf die universale Bedeutung der katl 
sehen Kirche für das Heil des Einzelnen und 
ganzen Menschheitsfamilie hinzuweisen. 

In Cyprians Schriften ist die Wahrheit von 
Kirche in besonderer Weise zum Ausdruck geV 
men, wobei er die rechte Ordnung in der Vei 
sung dieser Kirche durchaus zu wahren wi 
Deshalb ist er auch für die (alt-) katholische T 
logie von besonderer Bedeutung^), zugleich 
eine dauernde Mahnung für die (alt-)katholis 
Bistümer, sich nicht als Winkelkirchlein abzu 
dern und abzukapseln, sondern in der Erkeni 
der eigenen Katholizität die — gewiß nicht h 
ten — Pflichten anzuerkennen und zu erfü 
die das Bewußtsein, die legitime katholische 
che des europäischen Festlandes zu sein, aufei 

DDr. E. Hammerschmidt, B. Litt. (Ox 



6) Aufschlußreich für seine Anschauung ist z. B. fol 
Stelle in einem seiner Briefe: „ . . .. auch Petrus, den der 
als ersten auserkor und auf den er seine Kirche baut« 
keinen übermütigen Anspruch erhoben oder stolze Anm 
gezeigt, als nachmals Paulus mit ihm über die Frage dt 
schneidung rechtete. Er hat nicht gesagt, er habe den Vo 
(Primat), und die Neulinge und Späteren müßten ihm i. 
chen; ... So gab er uns ohne Zweifel ein Beispiel der Ein 
und Geduld, damit wir nicht hartnäckig an unserer Mt 
festhalten, sondern vielmehr alles uns zu eigen machen 
uns nur jemals unsere Brüder und Amtsgenossen zu Nui 
Frommen vorbringen, vorausgesetzt, daß es vernünftii 
richtig ist." (Quellenbuch zur Kirchengeschichte I/II, I 
fürt a. M. 1955, 24). 

^) Die (alt-)katholische Theologie hängt natürlich nidi 
Cyprian allein ab, sondern stützt sich auf die gesamt« 
Väterwelt. Aber in Cyprian haben gewisse Gedanken eii 
sonders klare Formulierung gefunden. 



WW WWWW WW WW WWWWWW WW WWWWVWX Va\V VVyVVNVVVA^O'VVVVVVVV VVVV VVVV VVVVVVVVVVVA'VVVVVVVV\^A^'VVVVVVVVV\VVV\VV vv^ 



„Das gestehe ich wohl, daß Petrus unter den anderen 
Aposteln der erste an der Zahl gewesen und er den 
Vorzug der Ehre, aber nicht der Vollmacht habe: sie 
sind auf gleiche Art gewählt und haben auch die 
gleiche Gewalt empfangen. Eben dieses halte icli vom 
römischen Papste, daß er die vornehmste Ehre haben 
solle, ohne der anderen gleiche Gewalt zu kränken." 

(Martin Luther) 



„Freiheit ist nicht Ungebundenheit, nicht jene fa 
Autoritätslosigkeit und Selbständigkeit des a 
klärten, leeren Menschen, sondern tiefste Gebui 
heit an Gott und damit an den Menschen Chri 
Jesus. Sie ist Vollzug des Gehorsams, sie ist Di> 
sie ist nidit das letzterdings doch geizige, selbst, 
tige Bei-sidi- selber Sein des stoischen Weisen, 
dern das Bei-dem-andern-Sein in der Liebe.'' 

(Prof. Dr. E. Gaui 



34 



„Der Geist ist es, der lebendig macht". 

Von Pfarrer Gustav Hüdig, Hagen. 

die Zahl der Jünger wuchs, beschwerten sich die griechisch 
chendon von ihnen bei den aramäisch Sprechenden dar- 
, daß ihre Witwen bei der täglichen Speisezuteilung über- 
n würden. Da beriefen die Zwölf die ganze Gemeinde und 
dien: „ . . .Liebe Brüder, wählt i h r aus eurer Mitte sieben 
aer, die von gutem Ruf, die voll des Heiligen Geistes und 
iheit sind, damit wir sie für diese Dienstleistung bestel- 
.." Dieser Vorschlag fand allgemeinen Beifall und die 
leinde v.ählte..." (Apostegesch. 6,1 ff.) 
er Heilige Geist und w i r haben es für gut befunden. Euch 
2 Last aufzuerlegen." (Apostelgesch. 15, 28.) 

in ein Alt-Katholik sagt: Wir haben einen Kir- 
ivorstand, eine Gemeindeversammlung, beim hl. 
: die Muttersprache, wir haben einen Bischof als 
;en unserer Seelen, v^ir lassen all unsere Gedan- 
um Christus kreisen, w^ir haben an unserem 
•ster den Freund und Berater und nicht den 
diwürdigen Herren", dann benennt er damit 
ge, die das Große und Ganze ausmachen so gut 
das Kleine und Einzelne. Noch nicht genannt ist 
it aber eine Gruppe anderer Tatsadien, welche 
bdingbar ebenfalls zur Alt-katholischen Kirche 
iren. Es mag sein, daß manche von uns sie nicht 
len Hauptbeweggründen ihrer Zugehörigkeit zu 
rechnen. Die Väter unserer alt-katholischen 
egung jedenfalls haben sie als Tatsachen erster 
nung genommen und gerade auch von ihnen sich 
ihrem Tun leiten lassen. Sie taten es, weil sie 
ußt den Willen Jesu dabei verwirklichen und 
sie die Tradition der Apostel, wie eingangs ge- 
dert, und die der ersten Jahrhunderte wieder 
lehmen wollten. 

ese Tatsachen sind: Das Recht der freien Mei- 
^säußerung von Bischof, Priestern und Laien. 
Recht der Laien, auch der Frauen, an der Ver- 
ung der Kirche teilzuhaben. Die gegenseitige 
lenschaf tsablage von Bischof und Synodalen. Die 
gkeit der Synode, i^irchliche Gesetze zu geben, 
väterliche, aber nicht alleinherrscherliche Ver- 
lis des Bischofs zu seinem Kirchenvolli. 
ese Tatsachen — Rechte und Pflichten enthal- 
— sind von Anfang an schriftlich sehr genau 
ergelegt worden. Man kann die Besorgtheit un- 
• Väter gerade um diese Angelegenheiten noch 
en, wenn man die „Kirchlichen Ordnungen und 
Jngen für die deutschen Alt-Katholiken" durch- 
Fachleute sprechen von Verfassungsangelegen- 
n; aber sie sind von so hohem Belange wie die 
diweigende oder ausdrückliche Ordnung in einer 
ilie, in einer Stadt und in einem Lande, 
den Satzungen für die Synoden des Bistums 
uns das Haus, in dem unsere geistliche Woh- 
ist, besonders faßbar; und wenn wir sie ver- 
dien mit dem „Recht" jener Kirche, von der wir 
le auch um dieser Ordnung willen Distanz neh- 
mußten, werden wir sehen, wes Geistes Kind 
ist und welche „Luft" in jeder weht. Mit Recht 
ht man vom Geist der Gesetze. Man kann näm- 



lich aus ihnen ablesen, wieviel vom Geiste Jesu 
darin enthalten ist, trotz aller menschlichen Unzu- 
länglichkeiten. 

In der Synode ereignet es sich, daß Bischof, Prie- 
sterschaft und Gemeindevertreter nach Anrufung des 
Heiligen Geistes sich zu verantwortlichen Beratun- 
gen versammeln, um mit ihren natürlichen und geist- 
lichen Gaben dem Wohl des gesamten Bistums zu 
dienen. 

Im folgenden werden wir jeweils zuerst die Gesetze der alt- 
katholischen und der römisch-katholischen Verfassung neben- 
einanderstellen und dann anschließend Geist und Absicht der 
betreffenden Verfassung kurz kennzeidinen. 

1. Wie oft findet eine Bistums-Synode statt? 

Wir Alt-Katholiken haben zwei Arten von Bistums- 
synoden: die „ordentliche", die alle zwei Jahre, und 
die „außerordentliche", die bei besonderen Anlässen 
einberufen wird, z. B. wenn die Wahl eines Bischofs 
notwendig geworden ist^). 

Für die römisch-katholische Kirche verlangt noch 
das Konzil von Trient (1545 — 1563) eine jährliche 
Bistumssynode. Nach dem seit 1918 in Kraft getrete- 
nen neuen Kirchengesetzbuch (Codex Juris Canonici) 
wird verlangt, daß sie wenigstens alle 10 Jahre ge- 
halten wird^). 

Das sind die Vorschriften. Wie sieht die Durch- 
führung aus? 

Nehmen wir unsere alt-katholische Kirche nur 
einmal die beiden letzten Jahrzehnte: mit Ausnahme 
der Jahre des zweiten Weltkriegs, der sie unmöglich 
machte, wurden Synoden gehalten in den Jahren 
1935, 1936, 1937, 1939, 1947, 1949, 1951, 1954 und 1956. 

Für die Römische Kirche sei als Beispiel das Bis- 
tum Osnabrück zitiert: 1628, 1920 (also 292 Jahre 
keine), die nächste 1950 (also erst nach 30 Jahren)! 

Ferner das Bistum Limburg: es wurde 1827 ge- 
gründet; erst nach 93 Jahren, im Jahre 1920 wurde 
die erste Bistumssynode gehalten; die nächste fand 
erst 1951, also 31 Jahre danach, statt. Ähnliches gilt 
von anderen Bistümern. 

Geist der Gesetze: Aus Gesetz und Praxis der röm.- 
kath. Kirche geht auf jeden Fall hervor, daß die Mit- 
wirkung der Synoden, und damit der Gemeinden, 
der Laien und der Priester, an der Gesamtleitung 
des Bistums bewußt immer mehr zurückgedrängt 
worden ist zugunsten des persönlichen Leitungsein- 
flusses des einzelnen Bischofs. 

Das nennt man absolute, autoritäre und — je nach 
Weise der Durchführung — diktatorische Tendenz. 

2. Wo findet die Bistumssynode statt? 

Nach alt-katholischer Ordnung abwechselnd einmal 
am Bischofssitz und einmal an einem anderen ge- 

Kirchliche Ordnungen und Satzungen für die Deutschen Alt- 
Katholiken I § 20 Abs. 1 und 4 und II § 1 und § 3 Abs. 4 (weiter- 
hin abgekürzt mit KOS). 

*) Codex Juris Canonici Can. 356 §1 (weiterhin abgekürzt mit 
CjJC). 



35 



eigneten Ort des Bistums'). Demgemäß wechselte der 
Ort in unserem Bistum während der beiden letzten 
Jahrzehnte zwischen Bonn und Frankfurt, Heidel- 
berg und Karlsruhe. 

Nur am Bischofssitz allein darf nach römischem 
Gesetz die Bistumssynode gehalten werden, es sei 
denn ein wichtiger Grund vorhanden für eine andere 
WahH). 

Geist der Gesetze: Während die alt-katholische Lö- 
sung das Zusammenwirken von Bischof und Einzel- 
gemeinden darstellt, betont die römische Art die un- 
umschränkte Leitungsgewalt ihres Bischofs. 

3. Wer beruft die Bistumssynode ein? 

Sowohl nach alt-katholischer wie nach römischer 
Ordnung der Bischof, solange er im Amte ist; nach 
Erledigung des Bischofssitzes beruft nach alt-katho- 
lischer Ordnung die Synodalvertretung die Synode 
ein^); nach römischer Ordnung ruht jedoch jedes 
Einberufungsrecht bis zur Einsetzung des neuen 
Bischofs*). 

Geist des Gesetzes: Bei beiden kommt in gleicher 
Weise zum Ausdruck, daß der im Auftrage Gottes 
gesetzte Hirte die Herde zusammenruft. 

4. Wer soll zur Bistumssynode i^ommen? 

Nach alt-katholischer Ordnung: Bischof und Weih- 
bischof, die Synodalvertretung (die aus vier weiteren 
Geistlichen und sieben Laien besteht), jeder zu Recht 
im Amt befindliche Geistliche des Bistums, die Laien- 
Abgeordneten der Gemeinden'). 

Aus je 300 Mitgliedern einer Gemeinde nämlich wird ein Ab- 
geordneter gewählt und gesandt, sei es Mann oder Frau*). 
Nach bisherigem Brauch ist, wer ohne eigentlichen Auftrag 
am Ort der Synode weilt, als Gast zugelassen; z. B. Referenten 
für Fachangelegenheiten, Mitglieder der örtlichen Gemeinde, 
Angehörige der Synodalen usw. 

Nach römisch-katholischer Ordnung: Bischof und 
Weihbisdiof, die höhere amtierende Geistlichkeit 
des Bistums, die Dechanten, die Äbte und Ordens- 
obern im Bistum, und aus jedem Dekanat (d.i. aus 
etwa 25 — 30 Geistlichen) ein Vertreter der Pfarrer. 
Vertreter der Hilfsgeistlichen zu laden, steht im Er- 
messen des Bischofs, er ist nicht verpflichtet sie zu 
laden"). Dem Ermessen allein des Bischofs ist es 
auch überlassen, ob er Berater für spezielle Fragen 
lädt oder nicht; und wenn, dann nur für den betref- 
fenden Teil der Synode^"). 

Grundsätzlich bleiben ausgeschlossen: alle Frauen, 
alle Laien, alle Gäste. Es gibt keine Laien-Vertreter 
der Gemeinden; auch muß nicht jede einzelne Ge- 
meinde vertreten sein. 

») KOS I S 20 Abs. 2 
*) CJC Can. 357 § 2 

*) KOS I S 20 Abs. 1 — Nadi bisheriger alt-katbolisdier Praxis 
wird die Einbenifungsurkunde vom Bisdiof und der Synodal- 
vertretung zusammen unterzeichnet. 
•) CJC Can. 357 g 1 

*) KOS I § 21 (und ergänzender Beschluß der Synode von Bonn- 
Plittersdorf vom 28. IV. 1954) 
•) KOS I § 21 Abs. 1 
•) CJC Can. 358 § 1 und 2 
") CJC Can. 36011 



Geist der Gesetze: Die alt-katholische Verfassi 
steht auf dem Standpunkt, daß, wie in alten Zeit 
im Gewissen klare und geistig gereifte Laien in 
Bistumsleitung mit hineingehören; die römisch- 
tholisclie Verfassung macht die Leitung des Bisti 
ausschließlich zu einer Angelegenheit der Geistl 
keit, obleich das Schicksal aller Bistumsangehöri 
von ihr betrofl"en wird. 

5. Welche Rechte und Pflichten hat der Synoden-T; 
nehmer (Synodale)? 

Man muß im Auge behalten, daß für den Alt-Kat 
liken eine Bistumssynode keine Kundgebung ist, 
der vor seiner Kirche noch vor der öfl"entlichl 
Eine Synode ist zunächst dazu da, die ihr zu 
lende Arbeit zu tun. Darum wird vorausges» 
daß jeder Synodale kurz und bündig, wohlüber 
und verantwortungsbewußt nur das Notwendige 
gen wird. Entsprechend sind die Vorschriften: J« 
Gemeindevertreter und jeder Geistliche hat das R( 
zu jedem allgemeinen und besonderen Beratu 
gegenständ sich persönlich und in aller Freiheit e 
mal zu äußern; er kann dazu bis zu zehn Mim 
Zeit in Anspruch nehmen; das Wort dazu wird 
vom Leiter der Synode gegeben. Ein willkürli 
Hin- und Wider-Reden bleibt ausgeschlossen, 
schof, Vorsitzender der Synode und Fachrefere 
können jedoch jederzeit zu Rate gezogen wei 
und sprechen"). Das ist die notwendige Ergän> 
bzw. Voraussetzung für eine gedeihliche Arbeit. ^ 
dem Tode eines Bischofs haben die Synodalen 
Pflicht einen neuen Bischof zu wählen. Von Syi 
zu Synode haben sie zu wählen die Synodalve 
tung, das Synodalgericht, die Kirchlichen Arbeil.s 
Schüsse und Kommissionen und die Prüfer der j 
tumsfinanzen^^). 

Die Allein-Führerschaft des römisch-katholisi 
Bischofs zeigt gerade bei diesem Punkte ihre be^ 
tenden Folgerungen: keiner der Synodenteilnel' 
hat einen Anspruch darauf, sich zu äußern. J* < 
Meinung darf jemand nur sagen, wenn der Bis 
ihn bzw. alle dazu aufgefordert hat. Wahlen zu 
bestehenden Gremien des Bistums gibt es kein'. 
gibt nur Ernennungen durch den Bischof). Da.» 
auch für die Bistumsfinanzen (auf die Wichlij 
dieses Punktes kommen wir nocli später). 

Geist der Gesetze: Es fällt sofort auf, daß in de 
misch-kalholisclien Kirclie sogar die eigene Geisl 
keit weitgehend ausgeschaltet ist. Sie ist dort 1 
licli „Gehilfe" des Bischofs. Dessen Stelhing ab» 
nur vergleichbar mit der eines absolut herrsche 
Monarclien; eines väterlichen im günstigen Fallt 
Alt-kalholischerseits besteht nicht der gerii 
Zweifel darüber, daß allein der Bischof der Hir 
Herde (Christi ist; jedoch wird die Herde nich 
stumme oder nur dirigierte angesehen; auße 
weilj man viel zu gut, daß wegen der menschl 
Schwächen Bischof, Geistliche und Laien sicli g« ^ 

«•) KOS II. §32— II 

«) KOS I ,^ 29 

") CJC Can. 360 §1 



Ikig helfen und ermahnen müssen, notfalls warnen 
«inen; man weiß auch, daß es nicht genügt, wenn, 
; in der römischen Kirche, ein Bischof nur alle 

(hf Jahre gegenüber dem Papst Rechenschaft ab- 

egen hat^*) und er im übrigen „nur Gott und sei- 

n Gewissen" verantwortlich ist. Wohin dies in 

römischen Verfassung führt, zeigt die Tatsache, 

f J Papst Pius IX. gelegentlich des Vatikanischen 
nzils vor Petenten sagte: „Die Tradition — das bin 
!"; und daß andererseits Papst Pius X. in jedem 
ide bzw. Bistum geheim gehaltene Personen aus 
stlichkeit und Orden bestimmte, welche die Bi- 
öfe, die Geistlichkeit und die Vorgänge des kirch- 
len Lebens zu beobachten und darüber geheimen 
icht an den Papst zu geben hatten. 

Welche Themen können auf der Synode bespro- 
chen werden? 

^ römisch-katholische Kirchengesetzbuch be- 
rankt den Bereich der Themen ausdrücklich auf 
e, „welche die besonderen Nöte und Nutzen des 
■rus und des Kirchenvolks nur des eigenen Bistums 
reffen"^^). Alle anderen Themen, also auch solche, 
(che das eigene Bistum als Glied innerhalb der 
izen Kirche angehen, bleiben dem Papst oder 
em allgemeinen Konzil vorbehalten, das aber 
•h wieder nur — nach römisch-katholischem Ge- 
ibuch — der Papst allein einberuft, leitet und be- 
tigt. 

)ie alt-katholische Ordnung läßt alle Themen zu, 
:die direkt oder indirekt das ganze Leben der 
che betreffen, natürlich auf der Grundlage des 
cenntnisses der ungeteilten, d. h. der einen heili- 

Kirche. Ausgenommen sind jene Angelegenhei- 
. für die das Synodalgericht zuständig ist. 
st der Gesetze: Der alt-katholischen Synode ist 
ium Auftrag gemacht, ob sie will oder nicht, ihre 
?nen Bistumsangelegenheiten nicht nur für sich 
•in zu ordnen, sondern stets im Hinblick auf die 
edschaft in der ganzen Kirche. 
)ie römisch-katholische Synode „darf" nur auf 
e regionalen Angelegenheiten die Augen richten, 
i damit wird sie automatisch in all den Angele- 
heiten ihrer „ganzen" Kirche zur Befehlsemp- 
gerin gemacht; sie darf also nur noch beraten, 

welchem Wege die empfangenen Weisungen 
abgeführt werden. 

-ide haben je eine verschiedene Gefahr in sich: alt-katholl- 
rseits, daß man zu Vielerlei ins Programm setzt und daß 
zu wenig Anregung und Korrektur von Nachbarbistümern 
immt; römisch-katholischerseits, daß man es bei Unter- 
iigkeit und Durchführung bewenden läßt und die Beseelung 
»leibt. 

>V!e geht die Vorbereitung der Themen vor sieh? 

katholische Vorbereitungsmethode: jede Gemein- 
jeder Geistliche, jede Bezirks- und Landessynode, 
Synodalvertretung und die Bischöfe, sie alle kön- 

ihre Gedanken vorbringen und sollen es; das 
chieht in Form von Anträgen, Anfragen, Vorschlä- 

Klagen. Der Ordnung halber müssen dafür be- 

-JC Can. 340—342 
:JC Can. 356 § 1 



stimmte Termine eingehalten werden. Vieles davon 
klärt sich schon bei der Vor-Bearbeitung. Was davon 
aber auf der Synode zur Behandlung kommt, muß 
alles einer gemeinsamen Beratung und Ab- 
stimmung aller Synodalen unterstellt werden. 
Zwecks Vorberatung sind möglichst vier Wochen 
vorher alle Vorlagen den Abgeordneten bzw. den Ge- 
meinden zuzustellen. Diese Vorschrift ist verbindlich. 
So kann jeder vorher darüber gründlich nachdenken, 
sprechen und beten. 

Wichtige Vorlagen werden durch besondere Aus- 
schüsse vorbereitet und je nach dem Stoff den Pfar- 
rerkonferenzen zugeleitet zur kritischen Sichtung. 

Römisch-katholische Vorbereitungsmethode: zwar 
können auch für eine römisch-katholische Synode 
alle Mitglieder des Bistums, der Geistlichkeit, der 
Laien und die Gemeinden ihre Anträge, Anfragen, 
Gesuche, Klagen usw. vorbringen, aber ausschließ- 
lich beim Bischof. Dieser selbst entscheidet, was da- 
von auf der Synode ganz oder teilweise vorgebracht 
werden darf. Die Mitglieder der vorbereitenden Kom- 
missionen werden nie von der Synode gewählt, son- 
dern allein vom Bischof ernannt. Der Synode vor- 
ausgehende Beratungen und Vorentscheidungen 
dürfen nur im Benehmen mit dem Bischof gesche- 
hen^^). Später legt zwar eine Kommission im Namen 
des Bischofs ihren Bericht der Synode vor, er darf 
aber durch die Beratungen der Synode, soweit der Bi- 
schof solche zuläßt, nur in Nebensächlichem noch 
abgeändert werden. Was als nebensächlich gilt, ent- 
scheidet wieder nur der Bischof. Die Teilnehmer 
einer römisch-katholischen Synode erfahren auch 
nicht vor ihrer ersten Zusammenkunft, was auf dem 
Programm steht"). Die vorherbestimmten Themen 
zu ändern, zu erweitern oder eines ganz abzusetzen 
ist keinesfalls mehr möglich. 

Geist der Gesetze: Die alt-katholische Weise — sie ist 
die alt-christliche — bedeutet Würde und Freiheit 
des Christen innerhalb seiner Kirche, seines Bistums. 
Die römisch-katholische Weise fällt auf durch die 
beständige Wiederkehr der Worte „nur", „lediglich", 
„ausschließlich", „allein" usw. und immer zuungun- 
sten aller außer dem Bischof. 

8. Wer gibt die Gesetze? 

Auf römisch-katholischer Seite geht es weiter mit 
„nur": nur der Bischof selbst kann dem Bistum auf 
der Synode Gesetze geben^^). Den Rat — aber auch 
nicht mehr! — seiner nächsten Mitarbeiter und höch- 
sten Untergebenen, der Domkapitulare, muß er sich 
allerdings einholen. Und für sehr viele und sehr ge- 
nau festgelegte Angelegenheiten muß er vorher die 
Genehmigung des Papstes erfragen. 
Für alt-katholische Bistümer ist die Synode die ge- 
setzgebende Instanz. Wichtig ist dabei, daß schon 
bestehende Gesetze nicht anders als durch eine Zwei- 
drittel-Mehrheit aller Synodalen geändert oder auf- 
gehoben werden können. Um bei schwerwiegenden 
Entscheidungen die Stimme der Minorität zu achten — 

") CJC Can. 361 
") CJC Can. 360 § 2 
*») CJC Can. 362 



37 



es könnte ja durchaus sein, daß auch sie Recht hat — 
ist es ihr möglich gemacht, die Zeit der abschließen- 
den Entscheidung um zwei Jahre, bis zur nächsten 
Synode, zu verlängern. Überhaupt ist die Synode nur 
beschlußfähig, wenn zwei Drittel aller anerkannten 
Mitglieder anwesend sind*'). 

Geist der Gesetze: Hier werden die unterschiedlichen 
Auffassungen über die Weisungen Christi nicht nur 
deutlich, sondern unleugbar gegensätzlich: beiden 
gemeinsam bleibt, daß der Bischof der Hirte der 
Herde Christi ist, daß er Nachfolger im Amt der Apo- 
stel ist und in dessen geistlicher Macht und Gewalt. 
Wir aber sehen im Bischof, im Priester und in den 
Laien zusammen das Priestertum des Neuen 
Bundes, die einen als Träger des sakramentalen 
Priesteramtes, die anderen als Träger des allgemei- 
nen Priestertums der Christenheit. Hingegen wird in 
der römisch-katholischen Kirche das Gleichnis Jesu 
vom Hirt und der Herde dahin ausgelegt, daß nur 
einer im Vollsinne Priester und Träger des Heiligen 
Geistes sei, nämlich der Bischof. Die anderen sind die 
Herde, denen nichts anderes zukommt, als sich leiten 
zu lassen. . 

9. Gibt es eine Rediensdiaft voreinander? 

Der Bischof als Hirt und Vater des alt-katholischen 
Bistums erhält von jeder Gemeinde jährlich durch 
die Pfarrgeistlichkeit eine Rechenschaft über die 
Seelsorgearbeit, über den inneren Zustand der Ge- 
meinden, über ihre Tugenden und Untugenden, über 
ihr Hab und Gut. Selbst formt sich der Bischof er- 
gänzend oder korrigierend zu diesen Beriditen ein 
Bild über die Gemeinden durch seine regelmäßigen 
Besuche in ihnen. Er faßt alles zu einem Gesamtbe- 
richt über den Zustand des Bistums zusammen und 
legt ihn der Synode vor. Auch seine eigene Arbeit, 
sein Lob und seinen Tadel, seine Erfolge und Mißer- 
folge fehlen dabei nicht. Es geht um einen unge- 
sdiminkten Zustandsbericht, wie vor den Augen 
Gottes. 

Auf der römisch-katholischen Synode ist nicht weni- 
ger als für uns auch derselbe allwissende Gott der- 
jenige, dem die Rechenschaft abgelegt wird. Aber sie 
gesdiieht in so vollends anderer Weise: nur die Geist- 
lichen geben Rechenschaft von ihrer Arbeit, nicht 
aber der Bischof. Er legt die von ihm zu leistende 
Rechenschaft dem Papst ab. Je nadi Umständen und 
Entfernungen zwischen Bischofsitz und Rom begibt 
er sich alle ein bis zehn Jahre zum Papst zu einem 
Gespräch unter vier Augen*"), oder auch für ein zu- 
sätzlidies Gesprädi zu einem der Ressort-Kardinäle. 
Als Bischof des Bistums Rom steht der Papst mit der 
Rechenschaftsablegung über sein Bistum Gott allein 
gegenüber, keinem Menschen; ebenso steht er vor 
Gott allein mit seiner Rechenschaft über alle Bistü- 
mer der römisdi-katholischen Kirche und über sein 
Papstamt — das Kardinalskollegium kann ihm nur 
Rat geben. Hier wird offenbar, wie alles daran hängt, 
daß er als Bischof von Rom und als Bischof seiner 
Bischöfe ein „guter" ist. Wenn die römischen Katho- 

») KOS I § 33 und II § 46 und 47 und II 89 
*•) CJC Can. 341 S 1 



38 



liken so viel und inständig um einen „guten" Pa 
beten, womit sie auch die Erhaltung des jeweili, 
Papstes im Guten meinen, dann geschieht das 
ganz und gar berechtigter Sorge; hier liegt ja 
große Lücke und Schwäche in der römisch-kath 
sehen Verfassung. Selbst nach römisch-katholisc 
Lehre betrifft für ihn der Beistand des Heiligen ( 
stes nur die lehramtliche Seite, nicht die sittliche 

Das Ganze ist ein so heißes Eisen, daß niem: 
innerhalb der römischen Kirche daran auch nur 
rühren wagt, es sei denn in besorgtem Gebete. 
Geist der Gesetze: Wir denken daran, wenn 
Rechenschaft voreinander ablegen, daß Jesus die .' 
nigen Freunde nennt^*) und daß wir Hausgenos 
Gottes sind. Die römischen Katholiken denken da 
an das Wort Jesu zu Petrus, und geben ihm da 
schon eine ganz bestimmte Auslegung: „Dir gebe 
die Schlüssel des Himmelreichs"*^). 

Und wieder stehen beide Anschauungen nicht 
beneinander, sondern gegeneinander! 

Was Jesus wohl dazu sagen würde, wenn er hc 
zu uns käme . . . . ? 

10. Wird über die Geldverwaltung Rechensdiaft 
geben? 

Geld beruhigt nicht nur, es bringt auch immer 
Sorgen und Arbeit. Den einen leitet es an zum Gu 
tun, den anderen zur Selbstsucht. Jesus sagt: „l 
kann nicht Gott zugleich und dem Mammon > 
nen*3). Und: „Wenn ihr untreu wäret mit dem i 
sehen Geld und Gut, wer würde euch dann ein 
die himmlischen Güter geben wollen?"; und 
Evangelist fügt wohlüberlegt hinzu: „Das hÖi 
auch die Pharisäer, die aber geldhungrig waren i 
verhöhnten ihn deshalb"**), denn sie glaubten 
des miteinander vereinbaren zu können. 

Im rechten christlichen Geiste muß also auch 
der Synode mit dem Gelde umgegangen werden. V 
Gut und Geld des Bistums werden die Lebensun^ 
halte der Bischöfe, Priester und Diakone bestrit 
das Priesterseminar unterhalten; soziale Verpfl 
tungen (Pensionen, Witwen- u. Waisenrenten U9 
getragen; Kirchen, Pfarrhäuser, Heime gebaut ' 
unterhalten; Gottesdienste ermöglicht, Religions 
terricht gehalten, Seelsorge und Missionierung 
tragen; Schrifttum gedruckt, Hilfswerkarbeit au; 
führt, und so vieles andere noch. Über all dies ( 
muß vorausgeplant und abgerechnet werden; und 
müssen es tun als getreue Verwalter Gottes. ( 
wird einmal darüber genaue Reclienschaft ford 
wie über all die anderen Dinge des Lebens. 

Deshalb gibt es im Bistum auch eine eigene l 
senverwaltung und ein Finanzreferat. Man wü 
vielleicht kaum erwarten, daß ein Unterscliied 
steht zwischen der Verwaltung des Geldes auf 
katholischer und auf römischkatholisdier SA 
Und doch: bis dahin geht der andersartige Geist 
Gesetze und Verfassungen! Jeder Kenner der 



") Johannes 15, 14 f. 
«) Matthäus 16, 19 
»») Matthäus 6, 24 
") Lukas 16, 11—14 



I 



ichte und der Verfassungen wird bestätigen, daß 
,'ar nicht anders sein kann. 

alt-katholische Verfassung: die Synodalvertre- 
g, welche die für allgemeine kirchliche Zwecke be- 
imten Vermögen verwaltet, legt darüber der Sy- 
le Rechnung ab^^). Ferner legt sie der Synode 
in Voranschlag der allgemeinen Kirchenbedürf- 
ie vor^^)- Die Synodalen wählen Bevollmächtigte 

Rechnungsprüfung der Bischöflichen Kassenver- 
tung^^). Diesen Bevollmächtigten ist spätestens 
zehn Tage vor dem Beginn der Synode die abge- 
ossene Rechnung über die genannten Vermögen 
samt Belegen vorzulegen. Der von den Bevoll- 
iitigten verfaßte und unterzeichnete Beridit ist 

Synode in ihrer ersten Sitzung von ihnen Vorzü- 
gen. Auf ihren Antrag hin erteilt dann die Synode 

Synodalvertretung die Entlastung. Die geprüfte 
hnung hat anschließend bis zum Sdiluß der Sy- 
e den Teilnehmern zur Einsichtnahme ofTenzu- 
en"). 

1 der römisch-katholischen Kirche ist der Papst 
alleinige und höchste Verwalter und Verteiler 
s kirchlidien Vermögens. (Eine Eigentümerschaft 
Papstes wird nicht behauptet; über die Frage, 
der Eigentümer alles Kirchenvermögens sei, be- 
ten ein gutes Dutzend verschiedener Theorien). 
Bischof ist im Bistum seine regionale Handys). 
Verwaltung des Bistumsvermögens unterliegt 
schließlich der bischöflichen Kontrolle, zu deren 
chführung er bestimmte Verwaltungs-Konsilien 
etzt. Eine Rechenschaft gegenüber der öffent- 
keit seines Kirchenvolkes und seiner Geistlich- 
ist er nicht verpflichtet abzulegen. Deshalb ge- 
eht sie auch nie; sie wird der betreffenden päpst- 
in Behörde (Camera Apostolica) gegeben. Wenn 
1 durch Verträge mit manchen Staaten Offenle- 
g der kirchlichen Vermögensverwaltung einiger 
ümer vereinbart ist, so geschieht dies jedoch nur 
: genau bestimmte Teile des Bistumsvermögens, 
{. soldie, die durdi Kirchensteuereingang ent- 
en. Die gelegentliche Veröffentlichung in kirch- 
m Amtsblättern über eingegangene Gelder und 
!n Verwendung sind niemals Teil einer öffent- 
gemachten Finanz- und Vermögensverwaltung, 
1 lern dienen lediglich zum Ansporn von Spendern 
I Sammlern. Das Kapitel von der Verwaltung des 
1 les und Besitzes eines Bistums steht darum nie- 
» 5 auf dem Programm einer römisch-katholischen 
3 umssynode. 

ie Bedenklichkeiten in einer absolutistischen Ver- 
t ung werden stets an der Spitze am deutlichsten: 
- Bischof von Rom, das ist: der Papst, legt natür- 
I seine Finanzrechenschaft ebenfalls der päpstli- 
8 i Finanzbehörde ab, was in diesem Falle besagen 
» : sich selbst! Von den Geldern, welche dem 
> etlichen Stuhl zur Verfügung stehen, hat der 
' >t aber „nur Gott allein" Rechenschaft zu geben. 
^ natürlich nicht ausschließt, daß eine geordnete 



0SI§19 

)S I § 28 

^S I § 27e und II § 48 und 49 

'C Can 1518—1528 



Buchführung vorhanden ist; was aber einschließt, 
daß die letztliche Zweckbestimmung der Gelder dem 
Papst alleine zusteht und er allein davon weiß^"). 
Geist der Gesetze: In Kreisen von Politikern und 
Verfassungsrechtlern sagt man vom Staat: Die Dik- 
tatur beginnt stets dann, wenn eine Regierung an- 
fängt, ihre Geldverwaltung den Augen der Öffent- 
lichkeit zu entziehen. Die Geschichte der Staaten und 
Völker bestätigt unbeschränkbar diese Wahrheit. 
Von der Kirche gilt Entsprechendes. Sorgenvoll ist es 
aber dann für jeden, sehen zu müssen und hinneh- 
men zu sollen, daß die bei der Geldverwaltung all- 
zeit mögliche und begonnene Diktatur durch kirch- 
liche Gesetze und Verordnungen in der römisch-ka- 
tholischen Kirche zum Dauerzustand gemacht ist. 

Ergebnis unserer Vergleiche 

Viele unter den römisch-katholischen Christen sind 
der Meinung: Was nicht römisch ist läuft sich von 
selbst tot, man braucht nur gewähren zu lassen. „Sie 
nehmen manches Krumme an dem Weg, den 
Rom gegangen ist, leicht in Kauf angesichts der 
ungeheuren Wichtigkeit, die dem päpstlichen Zen- 
tralismus heute für den Fortbestand unserer Kultur- 
welt zukommt, sofern keine Unberufenen das Spiri- 
tuelle dem bloß Politischen zu opfern sich unterfan- 
gen" schreibt Georg Beck im „Hochland" (Oktober 
1948) ; ausdrücklich zählt er sich selbst zu diesen. 

Der Gegenpol dazu ist die bischöfliche-synodale 
Verfassung, wie die alt-katholischen Bistümer sie 
besitzen. Was sie über die Bistumssynode bestimmt, 
zeigt ihren hohen Wert und Vorrang. Wir wissen, 
daß sie nicht ein Produkt der Kirchengeschichte ist, 
und sie darum auch nicht „mandies Krumme" in 
Kauf zu nehmen genötigt ist, sondern der Tradition 
der Apostelzeiten entspricht. Die Apostel mußten 
doch besser als alle anderen und späteren wissen, 
was dem Willen und den Absichten Jesu gemäß war! 
Diese synodale Verfassung müssen wir nun nicht 
bloß besitzen, sondern sie in ihrem Wert und Vor- 
rang auch erkennen, wertschätzen und recht ge- 
brauchen. 

Recht gebrauchen — das setzt voraus, daß wir neben 
den Priestern auch Laien haben, welche wissend, 
weise, von kerniger Frömmigkeit und gerechten 
Sinnes sind; welche die Glaubenslehre und Geschichte 
der Kirdie Gottes kennen; nicht zuletzt auch unsere 
Verfassung. Wir müssen solche Laien fördern und — 
heranbilden! 

Recht gebrauchen — das verlangt auch, daß unter 

^') In jüngerer Zeit hat der Vatikan sich zum Teilhaber an ver- 
schiedenen Unternehmungen der privaten und öffentlichen 
Hand Italiens gemacht, auf direkte oder indirekte Weise (Ban- 
ken, Versicherungsgesellschaften, Gas-, "Wasser-, Elektrizitäts- 
und Telefongesellschaften). Es ist bemerkenswert, daß gewisse 
Personennamen, die im Generalstab der vatikanischen Finanz 
verzeichnet sind, ebenfalls als Verwaltungsräte der wichtigsten 
italienischen Wirtschaftsgesellschaften vorkommen. Das Ziel 
solchen Finanzverhaltens ist es, der Unabhängigkeit des Papst- 
tums eine gesicherte materielle Grundlage zu geben. Stimmen 
der Kritik, auch von eigener Seite, sind in letzter Zeit gegen 
starke Verflechtung mit dem beweglichen Kapital lebhafter ge- 
worden. — Eine völlige Offenlegung der Besitzverhältnisse 
und Beteiligungen usw. usw. erfolgt natürlich nicht. — Nähe- 
res brachte die Frankfurter Allgemeine Zeitung in Nr. 42 vom 
19. 2. 1958 S. 2. 



39 



allen Synodalen jener Ton herrscht, den St. Paulus 
im 1, Brief an Timotheus folgendermaßen beschreibt 
(5,1 ff): „Auf einen bejahrteren Mann fahr nicht mit 
harten Worten los, sondern sprich zu ihm als wäre 
er dein Vater; jüngere Männer behandle wie Brüder; 
ältere Frauen wie Mütter; jüngere Frauen, mit aller 
Zurückhaltung, wie Schwestern. 

Recht gebrauchen — das setzt auch voraus, daß 
man untereinander brüderlichen und taktvollen Gei- 
stes ist. Darüber hat vor zwei Jahren einer der Uns- 
rigen im Jahrbuch geschrieben (wobei sinngemäß 
statt des Wortes Gemeinde hier das Wort Synode ge- 
setzt wird): „Ob eine Synode in Ordnung ist, ob die 
Synodalen als treue Verwalter, also segensreich, 
walten, hängt entscheidend davon ab, ob Ehrsucht, 
Rechthaberei, Empfindsamkeit, taktloses Hervorkeh- 
ren eitler Besserwisserei durch den Geist Christi 
überwunden werden und ob alle wie Brüder fein 



miteinander umgehen. Christus hat den Jüngern 
Füße, nicht „den Kopf" gewaschen. Er hat sie s 
Freunde genannt." 

Recht gebrauchen — damit ist endlich auch 
meint, daß alle Synodalen danach jagen 
Herz und eine Seele" zu werden! Woher allein d 
Einheit und Einigkeit kommen wird, die mai 
nicht machen kann, sagt uns der Kirchenv 
Cyrill von Jerusalem (17. Katechese an die T 
linge) : „So mächtig ließen die Glaubt 
die Gnade des Heiligen Geistes, die 
durch die zwölf Apostel erhalten hatten, in s 
wirken, daß sie ein Herz und eine Seele war 

Die alt-katholische synodale Verfassung ist u 
wertvoller Besitz; möchten wir sie nutzen wie 
kluge und eifrige Verwalter im Gleichnisse Jesu, 
sie nicht brach liegen lassen, zum Unmute un* 
Herrn und Meisters! 



CCCC<WOCCCC(W(^CCCCOCCCC<W0COCO0CCO0OCCCO(WC0CCC0<WC0000W D 0CCCW00CCCC<>(^OCCCC<)<KCCCC0CWCCCCCCC0CCO<^>CC<^CCC0^ 



„Im Bewußtsein unserer religiösen Pflichten halten 
wir fest an dem alten katholischen Glauben, wie er 
in Schrift und Tradition bezeugt ist, sowie am alten 
katholischen Kultus. 

Wir betrachten uns deshalb als vollberechtigte 
Glieder der katholischen Kirche und lassen uns weder 
aus der Kirchengemeinschaft noch aus der durch diese 
Gemeinschaft uns erwachsenen kirchlichen und bür- 
gerlichen Rechten verdrängen. — Von dem Stand- 
punkt des Glaubensbekenntnisses aus, wie es noch in 
dem sogen. Tridentinischen Symbolum erhalten ist, 
verwerfen wir die unter dem Pontifikate Pias' IX. im 
Widerspruch mit der Lehre der Kirche und dem vom 
Apostelkonzil an befolgten Grundsätzen zustande ge- 
brachten Dogmen, insbesondere das Dogma von dem 
,unfehlbaren Lehramte' und von der ,höchsten or- 
dentlichen und unmittelbaren Jurisdiktion' des Pap- 
stes. — Wir halten fest an der alten Verfassung der 
Kirche. Wir verwerfen jeden Versuch, die Bischöfe 
aus der unmittelbaren und selbständigen Leitung der 
Einzelkirchen zu verdrängen . . . Wir erklären, daß 
. . . nur im Einklang mit der Heiligen Schrift und der 
alten kirchliclien Tradition, wie sie niedergelegt ist 
in den anerkannten Vätern und Konzilien, Glaubens- 
sätze definiert werden können. Wir erstreben unter 
Mitwirkung der theologischen und canonistisclien 
Wissenschaft eine Reform in der Kirclie, welclie im 
Geiste der alten Kirche die heutigen Gebrechen und 
Mißbrauche heben und insbesondere die berechtigten 
Wünsche des katholischen Volkes auf verfassungs- 
mäßig geregelte Teilnahme an den kirchlichen Ange- 
legenheiten erfüllen werde, wobei, unbeschadet der 
kirchliclien Einheit in der Lehre die nationalen An- 
schauungen und Bedürfnisse Berücksichtigung finden 
können." (1. Alt-Kath. Kongreß München, Sept. 1S7]) 



„Viele schlössen sich der Bewegung an, die g 
jedes Kirdientum protestieren wollten. Sie sind 
ausgeschieden, und heute sind wir wenige nbei 
läutert, denn wir sind eine Kirche ohne politis 
und materiellen Hintergrund, eine Kirche, die 
dem Ideal der Reinheit und Wahrheit strebt, 
darum werden wir im Zeitalter des Nützlichkei 
dankens auch noch wenige vorerst bleiben." 

(Dr. E. Zirngibl. Mnm 

„Das Losungswort der alt-katholischen Kirche ist 
kann nur sein: das Evangelium Christi. Dieses 
sie in seiner vollen Reinheit und seinem ganzen 
fange nach, wenn möglich allen Menschen unaui 
bar in Geist und Herz einsenken, damit alle gelai 
zur ,Erkenntnis des einzig wahren Gottes und da 
den er gesandt hat', und damit sie in dieser ErkA 
nis das ewige Leben haben." 

(Bischof Dr. Th. Weber, Synode - 

„Sein (des Alt-Katholizismus) recht eigentliches 
risma besteht (viel mehr) darin, daß er durch 
durch katholisch ist: katholisch in dem alten, k 
liehen Sinne des Wortes, wie Irenäus und Cy, 
ihn geprägt haben. Alle seine Führer gehörten 
nnhmslos zu den strenggläubigen Katholiken, 
aus ungemisdü katholischer Bevölkerung herv ^ 
gangen. An eine Nachahmung der protestanti: i 
Kirchenreform haben sie niemals gedacht. Sonst 
ten die von Döllinger geleiteten ünionskonfen f 
gewiß nicht ein Bindeglied werden können zwv 
den Orientalen und der angloamerikanischen 
copdlkirche." Prof. Dr. Mppnld 



CC<^<WC^C<<(^0<^<WCCCCCCCCCCW>C<<<CCOO«^^OCC<WC<W<^ D C<W(WO<WC<^OCC<K)CCCO<<<OCCCCCCC0CCCWC0CCCOOC( 



1 



Ein Gespräch über die alte katholisdie Kirdie 



Die alt-katholische Kirche, Herr Pfarrer, ist doch 
1870 bzw. 1723 entstanden? 
Meinen Sie wirklich? 

Nun ja, nach dem Vatikanum, das die Unfehlbar- 
keit des Papstes verkündete, unterwarfen sich et- 
liche Professoren, besonders in den deutschspra- 
chigen Ländern, diesem Entscheid der katholi- 
schen Kirche nicht. Sie und einige tausend Laien 
bildeten eigene Bistümer und trennten sich damit 
von der katholischen Kirche. 

Wollen Sie damit sagen, daß die Verneinung der 
Vatikanlehren im Widerspruch zur Hl. Schrift, 
zur kirchlichen Überlieferung und zur Vernunft 
stehe — oder daß die dem Papst gehorsamen Ka- 
tholiken, also die „römischen" Katholiken die 
wahre katholische Kirche allein und ausschließlich 
bilden bzw. fortsetzen? Daß der Glaube an die 
Unfehlbarkeit und den Jurisdiktionsprimat des 
römischen Bischofs unaufgebbar zur Katholizität, 
zum katholisdien Wesen der Kirche gehöre? 

Möglicherweise ist die alt-katholische Position in 
dieser Frage die richtigere — als evangelischer 
Christ muß ich ihnen darin sogar beipflichten. 
Aber schließlich bejaht der Katholik doch das 
Autoritätsprinzip, muß sich also der Mehrheit und 
hinfort dem Willen des Einen fügen? 

Der rechtmäßigen Autorität, ja. Aber war das Va- 
tikanum überhaupt in der Lage, ein verbindliches 
und rechtmäßiges Urteil zu fällen? 

Soviel ich weiß, hat sich damals die übergroße 
Mehrheit für die Unfehlbarkeit entschieden. 

Bei der Schlußabstimmung, gewiß! Aber in der 
Vorabstimmung war die Opposition doch so groß, 
daß von den Oppositionsbischöfen die Hälfte aller 
Katholiken vertreten wurde. Abgesehen von den 
übrigen Mängeln der Synode, also der Beschrän- 
kung der Freiheit, der Eilfertigkeit der Verhand- 
lungen, ungenügender wissenschaftlicher Abklä- 
rung und anderer Gebrechen konnte nach früheren 
Gepflogenheiten eine so weittragende Entschei- 
dung angesichts einer so bedeutenden Opposition 
; von dieser Synode gar nicht getroffen werden. 

I Sie sprechen von der Synode? War es für die Ka- 
\ tholiken kein Konzil? 

i Nein, sehen Sie, da liegt der Hase im Pfeffer. Der 
Versammlung fehlte von vornherein die ökumeni- 
zität. Anglikaner und Orthodoxe fehlten, ganz ab- 
gesehen von den Reformationskirchen. Seit der 
Trennung der Ost- und Westkirche 1054 kann man 
höchstens von Generalkonzilien jeder Kirchen- 
Hälfte oder nach dem Auszug der nordischen Völ- 
ker aus der Westkirche nur noch von Synoden 
sprechen, die nicht mehr imstande sind, glaubens- 
verbindliche Entscheidungen zu treffen. Nach dem 
Einladungstext sollte sich das Vatikanum ja auch 
nur mit Fragen der Praxis beschäftigen. 



K. Dann müßte man also wohl von einem Schisma 
sprechen, das innerhalb der katholischen West- 
kirche entstand? Altkatholiken, der Zahl nach klein 
— aber Zahlen entscheiden ja nichts über die 
Wahrheit — standen den Rom-Katholiken gegen- 
über, die die Infallibilität bejahten oder wenig- 
stens schwiegen? 

Pf. Ja, lieber Herr K., dies dürfte der Wirklichkeit 
entsprechen. Die Trennung war schmerzlich. Es 
ist ein furchtbares Unglück, „Altar gegen Altar" 
stellen zu müssen, zumal für solche, die ihre Kir- 
che lieben und jede Spaltung als ein Zerreißen 
des ungenähten Rockes Christi, als Zerstückelung 
des einen Leibes Christi betrachten. 

K. Verehrter Herr Pfarrer, Sie werden vielleicht mei- 
ne jetzige Frage aus dem Munde eines Protestan- 
ten, dessen Väter ebenfalls sich gedrungen sahen, 
sich von der Kirche zu trennen, kaum verstehen. 
Und doch stelle idi sie, weil ich als Protestant 
unter der Zerrissenheit der Kirche leide — vor 
allem im Blick auf die Aufgabe der Kirche in einer 
neuheidnisch werdenden Völkerwelt. Verliert nicht 
jede gespaltene Kirche ihre Glaubwürdigkeit bei 
ihren Kindern und den Draußenstehenden? — 
Konnte nicht die Entscheidung des Vatikanums 
um der Einheit willen ertragen werden? Wäre es 
nicht klüger gewesen, innerhalb der Kirche einen 
Mißbrauch der Unfehlbarkeit zu verhindern, durch 
theologische Darlegungen und Werke usw? 

Pf. Ihre Frage ist verständlich und wie Sie, dachte 
mancher, der sich „löblich" unterwarf. Die Erfah- 
rung aber spricht dagegen. Die Erfahrung mit 
totalitär regierten Staaten, auch jene mit der 
nun seit 1870 totalitär regierten römisch-katho- 
lischen Kirche. Der L November 195C beweist 
es. Die Bitten, die Vorstellungen einzelner Bischöfe 
und namhafter Gelehrten werden von der intran- 
sigenten Richtung übersehen. Hat nicht der greise, 
hochangesehene Univ. Professor Altaner warnend 
und noch rechtzeitig seine Stimme erhoben und 
nachgewiesen — vor dem 1. Nov. 1950 — . daß die 
leibliche Himmelfahrt Mariae indefinibel ist? Ha- 
ben nicht sogar Ihre Glaubensgenossen gutachtlich 
sich geäußert — bitte vorher? Entweder besitzt 
Rom gar nicht die ihm von Ahnungslosen zuge- 
schriebene Behutsamkeit — es wird sehr vieles 
unüberlegt und eilfertig in Rom gemacht — oder 
man sündigt vermessentlich im Vertrauen auf den 
angenommenen Beistand des Hl. Geistes, der aber 
in jedem Fall voraussetzt, daß man selber alles zur 
Aufhellung Nötige tut, was man kann. Die Hier- 
archie weiß, daß das gläubige Volk sich um Lehr- 
und um Verfassungsfragen wenig kümmert. Das 
war früher anders. Die christologischen Kämpfe 
im 3. und 4, Jahrhundert waren in den klein- 
asiatischen Hafenstädten sogar das Gespräch von 
Marktfrauen. Die heutige Indifferenz der Massen 
wie die Fügsamkeit der Bischöfe gehörten zum Be- 



41 



trüblichsten der Gegenwart. Um so mehr obliegt 
die Pflicht der Wachsamkeit jenen Männern, die 
als Kirchenrechtler oder als Gottesgelehrte (Pro- 
fessores fidei) sich der Wahrheit und der Kirche 
gleichermaßen verbunden fühlen. Der gläubige 
Katholik kann es ertragen, wenn die Frömmig- 
keit pietistisch vulgarisiert wird, wenn Mißgrifl'e 
in der Verwaltung geschehen, wenn Päpste und 
Bischöfe öfl'entliches Ärgernis durch einen sündi- 
gen Lebenswandel geben — aber sie müssen wie 
Paulus der Hierarchie ins Angesicht widerstehen, 
wenn die ausgewogene kirchliche Verfassung in 
ein totalitäres Regiment eines Einzigen verkehrt 
wird und damit eine einseitige Richtung Blanko- 
vollmacht für alle Zukunft bekommt, Sie sollten 
das eigentlich aus der jüngsten deutschen Vergan- 
genheit wohl begreifen! 

K. Sie meinen also, die Unfehlbarkeitserklärung und 
die universalbischöflidie Gewalt seien mit der 
Diktatur und deren üblen Folgen in einem Staat 
vergleichbar? Könnte aber nicht auch ein erleuch- 
teter Gottesmann seine Vollmacht zum Segen der 
Kirche gebraudien, ihr eine innere Geschlossen- 
heit geben und die Kirche zu einer festgefügten 
Kampfgemeinschaft gegen die Mächte der Finster- 
nis formen? Gerade wir Protestanten spüren ja, 
wohin Willkür und Subjektivismus unserer Pro- 
fessoren, Theologen, ja jeder einzelnen Kirchen- 
leitung und jedes Pfarrers geführt haben, nämlich 
zur Auflösung der Glaubenssubstanz und zu heil- 
losem Wirrwarr. Nach Ablehnung des einen 
Papstes haben wir doch tausend Päpstlein be- 
kommen. 

Pf . Die Möglichkeit einer solchen Entwicklung ist nicht 
von der Hand zu weisen, obgleich ja Gott in den 
Bischöfen die Männer gesetzt hat, die allein und 
in ihrer Gesamtheit über die Lauterkeit der Lehre 
wachen. Die alte Kirche des 1. Jahrtausends ist 
jedenfalls, wenn auch oft erst nach schweren gei- 
stigen Kämpfen, mit dem konziliaren und bischöf- 
lichen Prinzip gut gefahren. Die Einheit wurde — 
im großen und ganzen — bewahrt oder wieder 
gewonnen. Die anglikanische Kirdie ist zudem ein 
Beispiel dafür, daß die Verantwortung wächst mit 
einer maßvollen Freiheit. Schließlich braucht eine 
Kirdie nur ein klares festes Fundament, eine gute 
Ordnung und den Geist der Liebe, um jene Ein- 
heit zu wahren, die für der Seelen Heil und Selig- 
keit erforderlich ist — sie braucht aber auch jene 
Freiheit, die ihre Glieder und ihre Leitung immer 
wieder veranlassen, sich als stets zu reformierende 
Kirche unter das Evangelium und unter den Ruf 
des Heiligen Geistes zu stellen, der in und durch 
Veränderungen der Verhältnisse die Kirche zu be- 
stimmten Zeit-Aufgaben ruft. Freilich, entschei- 
dend bleibt, ob die autokratische Verfassung von 
Christus gewollt war. 

K. Die römische Kirche behauptet es. Sie verweist 
auf die Matthäus-Stelle von dem Felsenmann Pe- 
trus, dem die Schlüssel des Himmelreiches über- 
geben seien und der die Lämmer und Sdiafe wei- 
den und die Brüder stärken solle. Freilich, ich 



m 

1 zu cm 
der t 



erinnere mich, daß diese Worte ja auch 
Aposteln gesprochen worden sind und der 
eine Anspielung auf den von Petrus bekan 
Glauben an Christus, den lebendigen Sohn Co 
war. 

Pf. Sie haben recht. Übrigens müssen sogar i 
röm.-katholischer Auslegung bei mißverstäi 
eben Schriftstellen die Väteraussagen gehört - 
den. Sie bekunden in ihrer Mehrheit, was j 
Augustus ganz klar betont, daß die Kirche r 
auf den Menschen Petrus, sondern auf den 
ihm bekannten Glauben an Christus gegrü 
sei. Ich verweise Sie auf das Buch unseres l 
■^ Langen: „Das Vatikanische Dogma in seinem 
hältnis zum NT und der exegetischen Übe 
ferung", Bonn 1871 — 76, das bis heute wis 
schaftlich unwiderlegt ist. 

K. Dann befänden sich also die Altkatholiken : 
biblisch in einer guten Lage. Die Bibelstellen I 
nen, wie ich sehe, kaum für ein unfehlbares Pr 
tum geltend gemacht werden: Die Geschichte 
Erfahrung sprechen deutlidi gegen die Be 
mächtigung eines einzigen Menschen mit eine 
ungeheueren Geistesgabe; wahrscheinlich wei 
Sie mir auch nachweisen können, daß die Ki 
der ersten fünf Jahrhunderte ein Papsttum 
heutigen Sinn nicht gehabt hat. Nur sehe ich i 
recht, wie die Lehr- und Glaubenseinheit 
Kirche ohne ein Lehramt auf die Dauer gew 
werden kann. Bei aller nötigen Kritik gegen 
der päpstlichen Lehrautorität bin ich doch gen 
den Befürwortern der lehramtlichen Autorität 
Papstes wenigstens das eine zuzugestehen, dal 
glaubten, der Kirche damit eine erhöhte Sichei 
zu geben, ihre Kraft in einem Punkt gleichsai 
sammeln und das Schifi'lein der Kirche, in höd 
Verantwortlichkeit von einem geleitet, sidi 
durch die Zeitenstürme zu steuern. 

Pf. Ich freue mich, daß Sie den Vertretern der Uni 
barkeit und des Jurisdiktionsprimats eine 
Absicht unterstellen. Nur so kommt das Gesp 
unter Christen weiter. Ich habe stets daruntei 
litten, — und es war für mich ein kleiner Be 
gegen die Unfehlbarkeit des Papstes — daß 
Päpste früher mit so ungeheuerlichen Flui 
mit Feuer und Schwert gegen die bösen Ketzer 
gingen, deren Gefährlichkeit ich damit nicht 
leugnet haben mödite. Ja, im Grunde wollten 
gar die Patres der Societas Jesu wirklich das / 
für die Kirdie und die Welt. Aber auch wir 
katholiken! Die Trennung, das Schisma zwis- 
Rom und Altkatholiken hat zwei Wurzeln: 
Liebe zur Kirdie und den Ausspruch des Gewiss 
wenigstens was die Grundhaltung der Hauj 
teiligten anbelangt. Nun gilt es, in aller Riilu 
Tragkraft der Argumente hüben und drüben 
zuwägen. Dabei muß idi Sie allerdings auf 
Tatsache aufmerksam madien: es wird sehr sd 
sein, mit römisch-katlioli.sdien Vertretern zu ei 
wirklichen echten Gespräch zu kommen — e; 
denn unter vier Augen und unter dem Siegel! 
Verschwiegenheit. Denn solange der röniisdii 



42 



holische Opponent, an Gehorsam, Modernisteneid 
ind das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes 
ebunden, dem Papst gehorcht, kann er die amt- 
iche Lehre — bei aller menschlichen Zuvorkom- 
iienheit und Gewandtheit — nie aufgeben, er muß 
lie Augen vor Tatsachen und bündigen Argumen- 
en verschließen, ja eher bereit sein, das Opfer 
eines Verstandes, seiner besseren Einsicht zu 
»ringen, — während Sie und ich bereit sind, die 
iründe objektiv zu wägen. 

)as, nichts anderes macht die Aussicht auf eine 
v'irkliche Einigung so schwer. 
{eugt sich der Altkatholik nicht auch der OfTen- 
•arung? Ist er nicht auch bereit, zu glauben, d. h. 
ler Dinge, die Gott verheißen hat, gewiß zu sein, 
uch wenn man sie nicht sieht? 
)och, auch wir sind bereit, Gott zu glauben, auch 
venu wir nicht sehen und nicht restlos begreifen, 
iber einmal findet der Glaube dort seine Grenze, 
,0 offenkundige Tatsachen den Glauben unmöglich 
i.iachen. Glaube ist wohl übervernünftig, nie aber 
vidervernünftig. — Sodann, und damit stoßen wir 
uf das Entscheidende, wodurch wir uns von dem 
lUslegungs- oder Lehrermittlungsprinzip sowohl 
er. römischen wie der. protestantischen Auffassung 
nterscheiden, aber mit der ungeteilten Kirche über- 
instimmen: Wir halten weder jeden einzelnen 
Christen noch einen einzigen Bischof für befugt, 
ür alle verbindliche Entscheidungen zu treffen. 
)enn der Heilige Geist ist der Kirche als solcher 
erheißen. Was allgemein festgehalten oder auf 



Pf 



einem ökumenischen Konzil einmütig als apostoli- 
sche Glaubenshinterlage verkündet wurde, das und 
nur das hat mit Gewißheit den verheißenen Bei- 
stand des Heiligen Geistes für sich. 
So wußte es die Kirche im ganzen ersten Jahr- 
tausend. Sie hat danach gehandelt auf den sieben^ 
ökumenischen Konzilien. Weil wir (Alt-) Katholiken 
das festhalten, was die Kirche, die ganze Kirche 
einmütig lehrte, besdiloß und festhält, darum kön- 
nen wir bloße synodale Entscheidungen zwar prü- 
fen und nach ihren Gründen wägen — ebenso wie 
Lehrmeinungen Einzelner, aber sie erlangen erst 
Verbindlichkeit durch Zustimmung der ganzen 
Kirche als solcher. Die Gleichsetzung von Papst 
und Kirche betrachten wir als eine Vermessenheit, 
ebenso wie bloßes Herrschenwollen und eigen- 
mächtiges Lastenauflegen. Daraus spricht nicht der 
Geist Christi. Verstehen Sie jetzt, lieber Freund, 
worum es uns Altkatholiken geht, wenn wir an 
der altkirchlichen, bruderkirchlichen Verfassung 
festhalten, wenn wir dem römischen Bischof wohl 
einen Primat "der Ehre und des Dienens, aber nicht 
mehr zuerkennen. Und warum wir das Konzil als 
Appellationsinstanz und dem Papst vor- und über- 
geordnet zurückverlangen? 
Denken Sie einmal darüber nach. 
Haben Sie Dank! Nun ist mir doch manches klarer 
geworden. 

Beten wir füreinander und für die Kirche Christi! 
Daß wir alle eins werden in Ihm! 
Auf Wiedersehen! Paul F. Pfister 



■ 




43 




Altes Bonner Stadtsiegel 

Fast wie Wallensteins Charakterbild nach dem 
Schillerwort „von der Parteien Haß und Gunst 
verzerrt" schwanken Schätzung und Einschätzung 
von Bonn im Bewußtsein der Deutschen in der 
Gegenwart und etwas davon spielt sogar hinein 
in die Gedanken und Empfindungen der Kirchen- 
mitglieder im „Katholischen Bistum der Alt-Ka- 
tholiken in Deutschland", dessen verfassungsmä- 
ßiger Sitz seit fast 90 Jahren in dieser Stadt sich 
befindet. Fehlt doch dieser Stadt jener gewisse, 
gesicherte Ruf, wie ihn die großen Weltzentren 
ganz unerschütterlich besitzen oder wie er auch 
kleineren Orten etwa als ausgesprochene „Uni- 
versitätsstadt", als berühmter Kurort, als Indu- 
striezentrum, als Hafen- und Handelsstadt, als 
typische „Residenzstadt" oder als neuzeitliche 
„Landeshauptstadt" eigen sein kann. 

Was aber war und was ist nun eigentlich Bonn, 
das mit seinen 140000 Einwohnern ganz offiziell 
eine „Großstadt" ist und mit seiner zweitausend- 
jährigen Geschichte zu den ältesten deutschen 
Städten gehört? Hängt das Besondere dieser 
Stadt vielleicht damit zusammen, daß sie in kein 
Sdiema paßt und gerade darum in einer über- 
rasdienden Weise geeignet war, so seltsame Funk- 
tionen zu übernehmen wie diese, nach 1870 den 
Sitz des alt-katholischen Bischofs für ganz Deutsch- 
land und nach 1945 provisorische deutsche Haupt- 
stadt im Zustand des gespaltenen Reiches zu 
werden? Wird vielleicht darin etwas deutlich vom 
großen Bruchstück- und Zeichencharakter des 
menschlichen Lebens, indem hier einer Stadt eine 
Rolle zufällt, die ihren sichtbar besser vorberei- 
teten Schwestern entgeht? Nun i^^f «**« mImt nicht 



Die alt-katholische Bischofsstadt 
und ihre Gemeinde 1870-1958 



so, als ob Bonn keine Geschichte hätte und 
früher Bedeutsames in ihren Mauern sich j 
spielt hätte. Wahrscheinlich schon vor der Rö 
zeit ein Stammeszentrum mit wichtiger Kults 
auf dem „Heiligen Berg", dem heutigen Ki 
berg, am Schnittpunkt einer wichtigen Ost-V 
Straße mit dem am linken Ufer entlanglaufe 
nord-südlichen Rheinuferweg, wird der Ort 
Standquartier römischer Legionen, die für 
vierhundert Jahre die Wacht am Rhein bezic 
Früh schon dringt in dieser Zeit das Christel 
bis nach Bonn vor und seine Hauptkirche, 
hochromanische Münster, ist zwei Märtyrer! 
dritten Jahrhunderts, Cassius und Florei 
geweiht. Das über ihren Gebeinen erric 
Stift wird geradezu der Kristallisationsp 
der neuen, nach dem Verfall der römis 
Herrschaft entstehenden fränkischen Gauh; 
Stadt, an die sich nach und nach zum Rhein 
zum verlassenen Römerlager hin die Händler . 
anschließt. Entscheidend für die Geschichten 
Stadt wird jedoch die Tatsache, daß schoj 
13. Jahrhundert der mächtige Erzbischof 
Köln sich mit der aufstrebenden Bürgerschaf i 
ner Bischofsstadt verfeindet, so daß er fünf .' 
hunderte hindurch jeweils nur einmal zur In 
nisation und dann wieder im Sarge zur Beiset ( 
zu seiner Domkirche kommen konnte. Der 
ernde Sitz jedoch dieses für das gesamte ni 
rheinisclie Gebiet bis nacli den Niederlanden 
so bedeutsamen Kirchenfürsten und Landesh« 
wurde bis zur Zeit Napoleons unser Bonn! 1 
Aufgabe hat Bonn manchen Glanz, aber 
manchen tiefen Fall durch die kriegerischen 
Wicklungen gebraclit, in die Kurköln hine i 
zogen wurde. Vor allem wurde für Bonn der 
bau zur starken Festung am Rhein mehrmal* 
Verhängnis. Daher kommt es auch, daß va'A 
seinen Mauern, mit Ausnahme weniger mit 
terlicher Kirchen und des schönen Rathausc 
dem IS. Jahrhundert, sogul wie keine histori- 
Bürgerbauten von Bedeutung erhalten findet i 



44. 




Das Kurfiuslenschlolj — jol/l Lnueisitat 



3e Glanzzeit für die Stadt jedoch war das 18. 
rhundert, in dem Kurfürst Clemens August 
dem Hause Witteisbach seine Residenz durch 
Schloßbauten und die üppige Hofhaltung zum 
bewunderten rheinischen Versailles erhob, 
ugleich wurde die Stadt in jener Zeit im Ge- 
satz zum hochkonservativen Köln ein Zen- 
11 fortschrittlichen Zeitgeistes, als deren Pflege- 
te der letzte Kurfürst Max Franz, der Sohn 
ia Theresias, 1783 die erste Bonner Universi- 
begründete. Gerade um dieser freieren Ge- 
haltung willen wählte dann auch die preußi- 
3 Regierung nach 1815 Bonn vor Köln zum Sitz 
seine neue rheinische Universität, die nach 
Plänen Wilhelms von Humbold als Schwester- 
versität von Breslau und Berlin am 18. Okto- 
1818 begründet wurde und aus der Hand Kö- 
Friedrich Wilhelms HI. die beiden kurfürst- 
hen Schlösser in Bonn und Poppeisdorf mit 
n Gärten als Morgengabe erhielt. So wurde 
in für 100 Jahre eine bevorzugte königliche 
versitäts- und Garnisonstadt und im Laufe 
späteren 19. Jahrhunderts eine beliebte Rent- 
stadt und bevorzugter Wohnsitz der Millionäre 
dem sich immer kräftiger entwickelnden In- 
triegebiet der Ruhr, dem damals so unfreund- 
en „Kohlenpott". Gerade in dieser Eigenschaft 
' r wurde Bonn besonders empfindlich durch die 
' i Weltkriege und ihre Nachwirkungen betrof- 
Es schien ihr fast nur noch der Reiz ihrer 
i ;e geblieben zu sein, deren besondere Eigen- 
ilichkeit Ernst Moritz Arndt wohl mit Recht 
i in sah, daß hier die weiten norddeutschen 



Ebenen und die romantische Welt der Mittelge- 
birge in einmaliger Harmonie, verbunden durch 
den mächtigen Strom, sich durchdringen. Wäh- 
rend die finanzielle Kraft des großen Industrie- 
landes Nordrhein-Westfalen in der Nachfolge des 
aufgelösten und versunkenen Preußen die Univer- 
sität großzügig wieder aufbaute, fiel der armge- 
wordenen und zur Hälfte kriegszerstörten Stadt 
Würde und Bürde der westdeutschen Bundes- 
hauptstadt in den Schoß, und sie mußte sich bisher 
ohne wesentliche Mithilfe des Bundes bemühen, 
ihren neuen Aufgaben leidlich gerecht zu werden- 
Was nun das „alt-katholische Bonn" anbelangt, 
so hängt seine Geschichte und Bedeutung ganz 
wesentlich mit der Geschichte der Bonner Univer- 
sität zusammen. Weil man in Berlin die innere 
Ablehnung der preußischen, auf Toleranz und 
Ausgleich gerichteten Kulturpolitik durch die ka- 
tholischen Rheinlande fürchtete, begründete man 
die neue Universität nicht in Köln, sondern in dem 
für aufgeschlossener geltenden Bonn. Und gerade 
die beiden theologischen Fakultäten sollten dabei 
mithelfen, den Geist der Toleranz und des Aus- 
gleiches in den neuen Provinzen heimisch zu ma- 
chen. Gewissermaßen als Krönung dieses Versu- 
ches ist die ernsthafte Bemühung der preußischen 
Regierung um die Besetzung des Kölner Erzbis- 
tums durch den milden und weitblickenden Jo- 
hann Michael Sailer anzusehen, die dann aller- 
dings doch nicht zustande kam. Dafür wurde 
unter Erzbischof Spiegel der Professor der Dog- 
matik Georg Hermes das Haupt der neuen Bon- 
ner katholisch-theologischen Fakultät. Sein ener- 



45 



gisdier, klarer Geist rang um einen Ausgleich 
der überlieferten Offenbarungswahrheit mit dem 
Geist der neuen Zeit und gewann bis in die länd- 
liche Seelsorgsgeistlichkeit hinein eine große Zahl 
begeisterter und kirchlich eifriger Anhänger. Man 
kann diese Bewegung, soweit sie sich im Kirchen- 
volk auswirkte, durdiaus mit der Belebung ver- 
gleichen, die in Süddeutschland und der Schweiz 
von Sailer und Wessenberg in die praktisdie 
Pfarrseelsorge ausströmte. Doch schon um 1840 
werden Hermes und seine Anhänger von Rom 
verurteilt. Die Zukunft gehört einer von den Theo- 
logen des Jesuitenordens geführten Kirche. Lang- 
sam und in wiederholten, z. T. scharfen Krisen 
muß auch der preußische Staat mit seiner Kultur- 
politik sich damit abfinden. Zunächst allerdings 
herrsclit in Bonn noch ein Mittelzustand. Die Bon- 
ner Theologen Dieringer, Hilgers, Keusch und 
später der junge, hochbegabte Langen und mit 
ihnen Peter Knoodt an der philosophischen Fa- 
kultät folgen den Bahnen DöUingers in München 
und denken teilweise auch in der Weise des 
Wiener Religionsphilosophen Anton Günther. Sie 
fassen ihre Gedanken zu den Fragen der Kirche 
in ihrer Zeit zusammen in dem von Reusch her- 
ausgegebenen „Bonner Literaturblatt". Im fort- 
schrittlich gesinnten katholischen Bürgertum der 
rheinischen Städte aber blickt man auf diese Fa- 
kultät als einen Hort gegen das, was in der Spra- 
che der Zeit „Obskurantismus" und „Ultramon- 
tanismus" heißt, ohne deshalb sich von der über- 



ti Pr4 



lieferten Kirche und ihrer im römischen 
gesiclierten Einheit lösen zu wollen. Hier liegt 
Grund, warum das neue Dogma der päpstli« 
Unfehlbarkeit vom 18. Juli 1870 in und um B 
eine lebhafte Ablehnung fand, warum aber 
gleich auch wieder nur ein kleiner Bruchteil j 
Opponenten sidi zur Bonner alt-katholisdien 
meinde zusammenfand. Noch heute liegen 
Bonner Pfarrarchiv die Originaluntersdirifter 
262 selbständigen altkatholischen Männer, d 
Zusammenstehn die preußische Regierung 
anlaßte, am 18./20. XI. 1874 die alt-kathoH 
Parodiie als für die Kreise Bonn-Stadt, B( 
Land, Rheinbach, Siegkreis und Ahrweiler en 
tet, anzuerkennen. Infolge der erwähnten Be 
tung der Universität w^ar es in hohem Grade 
„Honoratiorengemeinde" und diese Tatsache 
ihre breitere Entfaltung zweifellos mehr behin 
als erleichtert. Ihr erster Pfarrer war der 
testamentliche Professor Franz Heinrich Rei 
der nach dem Rücktritt Dieringers und dem 1 
von Hilgers der Führer der antivatikanis( 
Majorität in der kath. theol. Fakultät war un 
mancher Hinsicht für die erste Generation 
Alt-Katholiken eine ähnlidie Aufgabe erfüllt 
wie sein Oxforder alttestamentlicher Kollege Pi 
in den Anfängen der katholischen Wiedt 
weckung der Kirche von England nach der 1 
Version Newmans und dem Tode Froude's: i 
rechts und links wahrte er die Verbindung 
neuen kirchlichen Organisation mit dem Geist 




Marktplatz und Alles Rathaus 



4ft 





Bundeshaus 



Ordnung der alten und ungeteilten Kirche! 

1 nur dadurch konnte es geschehen, daß die 

e Bewegung nicht den Weg aller Abspaltungen 

;, d. h. daß sie sich nicht in der Opposition 

krampfte oder in Einseitigkeiten verlor. 

Is Stätte des Gottesdienstes diente in den Jah- 

1873 — 77 die Universitätskirche, die frühere 

loßkirche der kurfürstlichen Residenz, die 

lig Friedrich Wilhelm III. bei der Gründung 

Universität der evangelischen Gemeinde und 

evangelischen Fakultät zugleich zum dauern- 

Gebrauch zugesprochen hatte. 

»och nicht nur die Pfarrgemeinde hängt in 

r Entstehung deutlich mit der Bonner Uni- 

I >ität zusammen. Auch die Wahl des Bischofs 

I . seines dauernden Amtssitzes hängt sozusagen 

! gleichen Faden: Schon 1872 ließ der Prager 

[ :henrechtslehrer Prof. Dr. Friedrich von 

i iilte sich nach Bonn versetzen. Er wurde der 

! Opfer nicht nur der so wichtigen Notrechts- 

1 tiung der Kirche in ihrer „Synodal- und Ge- 

) ndeordnung", sondern er war auch als jahr- 

t ntelanger stellvertretender Vorsitzender der 

5 odalvertretung von seinem stattlichen Haus in 

I Lennestraße aus der eigentliche Organisator 

i kirchlichen Aufbaus. Er führte die entschei- 

i den Verhandlungen mit den Regierungen, die 

i Anerkennung des ersten Bischofs führten und 

S ISO geht auf ihn die Entscheidung zurück, in 

I n den Sitz des Bischofs zu begründen, damit 

i er hier in Verbindung mit der Universität die 

I ologenausbildung leiten könne. Und so ent 

»' d jene eigenartige und bis heute für jeden 

B hof nicht leichte Lage, daß er seinen Sitz in 

^ r der kleineren Gemeinden hat und in keiner 



unmittelbaren Verbindung mit den Gebieten steht, 
die eine größere Dichte alt-katholischen Gemein- 
delebens aufweisen. So war und ist er wesentlich 
„Missionsbischof" in strategisch bedeutsamer Po- 
sition, und dies um so mehr, als sich um seinen 
Sitz nie in bürokratischer Hinsicht die Verwal- 
tung des Bistums verdichtet hat, sondern bis 
heute im Zeichen der sogenannten Landessyno- 
den eine gewisse Dezentralisierung der kirchli- 
chen Verwaltung sich ergeben und erhalten hat. 

Diese ganze Lage hat auch das Bonner Kirchen- 
problem erheblich belastet und seine Lösung er- 
schwert. Hätte der Bischof von Anfang an in einer 
der großen Gemeinden seinen Sitz genommen, 
so wäre ihm Besitz oder Nutzung einer größeren, 
repräsentativen Kirche wohl nie streitig gemacht 
worden. Nun aber ergab sich eine Geschichte, die 
in ihrem Verlauf so recht die notvolle und doch 
immer wieder gnädig geführte Wanderung dieser 
kirchlichen Gemeinschaft durch drei bis vier Ge- 
nerationen widerspiegelt: 

1877 stellte der preußische Staat die zum Uni- 
versitätsvermögen gehörende Gymnasial- oder Je- 
suitenkirche an der Bonngasse, eine stattliche, 
nicht übergroße Barockkirche zur Verfügung. Da- 
bei behielt er sich ein zweijähriges Kündigungs- 
recht vor, das jedoch nur wirksam werden konnte, 
„sofern den Alt-Katholiken ein anderes würdiges 
und genügend großes Gotteshaus zur Verfügung 
stehen würde". Da sich die römisch-katholische 
Münstergemeinde nie mit dem Verlust der Jesu- 
itenkirche für ihre Schulmessen abfinden wollte, 
ließen von 1922 an die Versuche nicht mehr nach, 
die Alt-Katholiken aus ihrem Gotteshaus zu ver- 
drängen, obgleich inzwischen die Zahl der höheren 



47 




Auswärtiges Amt 



Schüler in Bonn so zunahm, daß diese Kirche für 
die römisch-katholischen Schulmessen praktisch 
nicht mehr in Frage kommen konnte. Sie ist dann 
auch in neuester Zeit zur katholischen Universi- 
tätskirche als Gegenstück zur evangelischen 
Schloßkirche erhoben worden. Nach schwierigen 
Verhandlungen wurde endlich 1932 eine annehm- 
bare Lösung der Bonner Kirchenfrage gefunden: 
Der Staat gab der Gemeinde eine Summe als Ab- 
findung, mit der diese bis 1934 die „Friedens- 
kirche" an der Koblenzer Straße auf eigenem 
Grund und Boden errichten konnte. In der Ge- 
meinde kam es zu lebhaften Auseinandersetzun- 
gen zwischen denen, die zugleich mit dem Kir- 
chenbau ein Gemeindezentrum mit Pfarrwohnung 
und Gemeinderäumen schaffen wollten, und je- 
nen, die in der Errichtung der Kirche an einer 
der Hauptstraßen der Stadt das erste Erfordernis 
sahen. Leider fehlte damals das Geld, um beide 
Anliegen mitcinMndcr zu verbinden. Die Entscliei- 



4 



düng fiel für die repräsentative Lösung, wa: 
Blick auf die Bedeutung der Kirche als Biscl 
kirche auch heute noch bejaht werden kann. 
Doch neben dem Bischofssitz, dem Ort 
Theologenausbildung und der Pfarrgeme 
steht noch ein viertes kirchliches Institut mit 
ner besonderen, an Bonn gebundenen Geschi< 
Das „Haus für altkath. Krankenschweslt 
Schon die ersten Anfänge des alt-katholis 
Lebens in Bonn sahen hier in Amalie von 
saulx, der damaligen Oberschwester des gr< 
städtischen Johannesh()si)itals, ein ergreife 
Vorbild besten katholischen Schwesterngei 
Wegen ihrer geistigen Verbindung mit den le 
den Persönlichkeiten der sich bildenden Bo 
altkatholischen (iemeinde wurde „Schwester A 
sline", wie sie im Orden der BorroinäeriM 
hieß, wie eine (iefangene von den MitschwCM 
isoliert, von Bonn entfernt und nach ihrem 
versucht, die Bestattung ohne kirchliche 1" 



48 





Das romantische Bonn — Blick vom alten Zoll 



steckt durchzuführen. Bischof Reinkens hat 
edlen Frau in der Schrift „Amalie von Las- 
ix, eine Bekennerin", ein bleibendes Denkmal 
?tzt. Nicht allzulange darnach erwachte in der 
we des Professors Gerhard vom Rath, Frau 
efine vom Rath, geb. Bouvier, der lebhafte 
n für die Mithilfe der Frau im kirchlichen 
en. Sie ließ sich selbst in Kaiserswerth eine 
bildung im Diakonissendienst geben und stellte 
(ler größere Teile ihres großen Wohnhauses 
der Baumschulallee 9 — 13 und ihres sehr be- 
htlichen Vermögens für diese Arbeit zur Ver- 
ung. Aus dem Armen- und Krankenpflege- 
rin und dem Verein zur Pflege alt-katholischer 
isenkinder wurde 1896 das Haus für Alt-kath. 
nkenschwestern, dessen Statuten die königliche 
rkennung des Hauses als einer juristischen 
son unter einem besonderen Kuratorium er- 
ten. Das Bonner Haus wurde zum Mutterhaus 
die Schwestern auf den verschiedenen im Bis- 
i entstehenden Gemeindekrankenpflegestatio- 
, während zugleich im Hause in Bonn neben 
\ T größeren Zahl von Waisenkindern ein alt- 
I lolischer Kindergarten unterhalten wurde. Es 
! mg der starken Persönlichkeit von Frau Jose- 
i vom Rath, die schon 1913 am 17. Oktober 
I starb, ihren Schwestern eine geistige Prägung 
t ermitteln, die noch heute nicht völlig verblaßt 
^ wenn auch diese Schwesternschaft seither 
k »en leichten Weg gehabt hat. Das Psalmwort 
t enet dem Herrn mit Freuden", das sie auf die 
t ernen Kreuze der Schwestern schreiben ließ, 



zeigt die Haltung an, aus der heraus hier alle 
Arbeit am Nächsten verstanden wurde. Und ge- 
rade darin lebt etwas weiter vom Geist jener er- 
sten „Bonner Schwester", der ehrwürdigen Amalie 
von Lassaulx, deren Lebensweg im Widerstand 
gegen die typische Ordenserziehung ihrer Zeit die 
Bedeutung der Heiligung der natürlichen Art und 
ihrer Anlagen in vorbildlicher Weise zeigt und 
die zeitlebens ein natürlicher, fröhlicher Mensch 
geblieben war. Zugleich aber hatte Frau vom Rath 
und ihre großzügige Gebefreudigkeit eine weitere 
sehr erhebliche Bedeutung für das alt-katholische 
Bonn: Einerseits übergab Frau vom Rath schon 
1892 Prof. von Schulte eine sehr beträchtliche 
Summe zum Erwerb des Hauses Lennestr. 30, 
das als das „Johanneum" zugleich Gemeindehaus 
der Pfarrei und Sitz des Bischöflichen Seminar- 
Konviktes wurde, und das schließlich nach wech- 
selvoller Geschichte mithelfen sollte, in neuerstan- 
dener Form über den Ausbau . zum modernen 
Bürohaus die zerstörte Bischofs- und Pfarrkirche 
wieder aufzubauen. Andererseits wurde das testa- 
mentarische Vermächtnis von Frau vom Rath, das 
alte Schwesternhaus an der Baumschulallee, nach 
der Zerstörung der Pfarrkirche und des Johanne- 
ums sozusagen zur Fliehburg für die Bonner 
kirchlichen Belange: Hier war das Bischöfliche 
Seminar mit den Resten der Bibliothek des Jo- 
hanneums untergebracht, hier wohnte die Ge- 
meindeschwester, hier konnten Gemeindegottes- 
dienst und Religionsunterricht abgehalten und die 
Tätigkeit der Gemeindevereine wieder aufgenom- 



49 




Gymnasialkirdie an der Bonngasse, 1878—1034 

men werden, hier fand das Bischöfliche Archiv 
eine Zeitlang Unterkunft und schließlich wohnte 
hier auch Bischof Erwin Kreuzer während seiner 
Coadjutierung von 1950 his zu seinem Tode. 

Doch mit all diesem sind wir der eigentlichen 
Geschichte in manchen Punkten weit vorausgeeilt. 
Dennoch mögen diese Durchblidce geholfen ha- 



50 



ben, den Raum abzustecken, den das „alt-katl 
sehe Bonn" einnimmt, und den zu wahren uni 
gestalten auch heute noch die Aufgabe ist. 

Wenn wir nun nochmals dem Gang der 
schichte seit den siebziger Jahren des vergangi 
Jahrhunderts folgen, so wollen wir dies an H 
der Ereignisse tun, die das Leben der Pfai 
meinde besonders bestimmt haben und w( 
dabei die Ereignisse in den übrigen drei B« 
chen des „alt-katholischen Bonn" jeweils an i 
Stelle erwähnen. Der erste Abschnitt dieser 
schichte ist die Zeit, da das Pfarramt durch l 
Keusch verwaltet wurde. Es ist klar, daß bei 
hochgelehrten Art und der großen sonstigen 
anspruchung von Professor Keusch in di 
Jahren eine die Gemeinde erweiternde und in 
lieh gestaltende Seelsorge kaum geübt wei 
konnte. Es kann uns deshalb nicht verwum 
zu hören, daß die alt-katholischen Gottesdic 
besuchcr wegen ihrer oft recht bescheidenen ; 
beim Verlassen der evangelischen Schloßki 
vor den wie zwei Wände sich am Eingang d 
genden evangelischen Gottesdienstbesuchern, 
ren einzige Kirche in Bonn damals die Sdi 
kirche war, sich wie Spießrutenläufer vorkai 
So wurde es in jeder Hinsicht als ein großer 1- 
schritt empfunden, als 1877 die alleinige Be 
zung der Gymnasialkirche an der Bonngasse 
Staate eingeräumt wurde. Zugleich stand d; 
auch dem Bischof eine überaus würdige S 
für sein besonderes Wirken zur Verfügung, v 
auch der hochbarocke sog. „Jesuitenstil" 
Schmuck der Altäre diese Stätte nicht gerade 
besonders sinnvollen Ort alt-katholischen liti- 
schen Lebens erscheinen lassen konnte, dai 
gerade zur ursprünglichen Schlichtheit der L 
gie zurückgewandt ist. 

Noch eine Episode fällt in die Zeit dieser« 
fange, die eine bleibende Nachwirkung bis h^ 
gewonnen hat: Am 7. Febr. 1874 verstarb der 
ganzem Herzen der alt-katholischen Bewei 
zugetane Professor der i)raktischen Theo 
und Seelsorger am Johanneshospital, Bern 
Josef Hilgers. Die römisch-katholisclie Geist 
keit erklärte sich entschieden gegen die ort 
liehe Aussegnung der Leiche des Verstorbem 
der im Eigentum der Stadt Bonn stehenden 
pelle auf dem Alten Bonner Friedhof an der B ' 
heimer Straße. Im Falle der Vornahme der 
Segnung durch einen alt-katholischen Geistiii 
könne kein römisch-katholischer Geistliche 
Zukunft diese Kapelle zur Vornahme von k 
liehen Handlungen betreten. Trotzdem voi 
mit dem Einverständnis des Rates der Stad 
schof Reinkens die kirchliche Handlung. Bis 
Beschädigung der Kapelle im letzten Kriot? 



die römisch-katholische Geistlichkeit an ihre 

lärung. Seither finden auf diesem Friedhof 

noch selten Beisetzungen statt, und man ist 

er wiederhergestellten Kapelle, die eine Kost- 

keit rheinischer Frühgotik aus der alten 

.tschordenskommende Ramersdorf bei Bonn 

großzügiger geworden. Die alt-katholische 

leinde jedoch hält noch jetzt regelmäßig an 

m ersten Mittwoch der Monate Mai bis Ok- 

r und am Allerseelentag in dieser Kapelle ein 

enamt. Seit einigen Jahren schließt sich an 

Allerseelengottesdienst ein Gräberbesuch der 

leinde an, wobei folgende der Gemeinde teure 

her mit jeweiliger „Statio" besucht werden: 

•hof Dr. Josef Hubert Reinkens, Josefme vom 

h und Prof. Dr. Friedrich Mülhaupt, Bischof 

Weber und Generalvikar Professor Dr. Peter 

•odt. Das Grab von Prof. Reusch befindet sich 

dem Bonner Nordfriedhof und dasjenige von 

f. von Schulte in Meran, während Bischof 

f Demmel auf dem Poppelsdorfer Friedhof, 

•hof Dr. Georg Moog auf dem Kessenicher und 

hof Erwin Kreuzer in Kempten im Allgäu 

esetzt sind. 

ie erste Periode des Bonner Gemeindelebens 
oß 1878 mit der Amtsniederlegung von Prof. 
■seh als Pfarrer der Gemeinde infolge des 
•hlusses der V. Synode, den Zölibatzwang in 
alt-katholischen Kirche aufzuheben. Mit einer 
:en Reihe angesehener Persönlichkeiten der 
n Jahre erblickte Prof. Reusch in diesem Be- 
i.iß einen Durchbruch revolutionären Geistes, 
Jieser Gemeinschaft nach ihrem Notrecht nicht 
ände. Es war nicht so sehr die prinzipielle 
hung des Zölibates als die verschiedene Anf- 
ang von den Aufgaben und Möglichkeiten 
s „Katholischen Bistums der Alt-Katholiken", 
Reusch und andere mit ihm zu dem Protest 
I mmten. Reusch ist bis zu seinem Tode Mit- 
[ I der Gemeinde geblieben und hat auch seine 
esungen für die alt-katholischen Studierenden 
Tändert gehalten. Sehr schmerzlich w^ar dar- 
hinaus für die Gemeinde Bonn der Verlust 
r Reihe angesehener Mitglieder, die sich meist 
er zur römisch-katholischen Kirche zurück- 
tlten, darunter auch der anfänglich bei der 
eindebegründung führend beteiligte erste 
nvorsitzende der Gemeinde Dr. Bettendorf. 
T Nachfolger von Prof. Reusch wurde Josef 
mel, der schon als junger Theologe sich der 
iie angeschlossen hatte und von Bischof Rein- 
zum Priester geweiht worden war. Seine 
vsamkeit als Bonner Pfarrer ist in der älteren 
ration noch heute unvergessen. Unverheiratet 
mit keinem weiteren Amte belastet, konnte 
ine ganze Kraft der Gemeinde und ihrer 





Schloßkirche, 1872—78 

Konsolidierung widmen. In seiner geistig hochge- 
bildeten, gediegenen und vornehmen Art wurde 
er zum ausgeprägten Vertreter der konservativ 
bürgerlichen Bonner Gemeinde des „wilhelmini- 
schen Zeitalters". In seiner Zeit begann die Ge- 
meinde ein ansehnliches Pfarrfondvermögen aus 
Zuwendungen anzusammeln, das später den Infla- 
tionen zum Opfer fiel. Bischof Reinkens begrün- 
dete zusammen mit der vom Rath'schen Stiftung 
des „Johanneums" die Bischöfliche Seminar-Kon- 
viktstiftung und mietete in dem der Gemeinde ge- 
hörenden Gebäude die nötigen Räume für sein 
Seminar mit der Wohnung des Regens. Ebenfalls 
in der Zeit von Pfarrer Josef Demmel entstand 
das Schwesternwerk der Frau Josefine vom Rath, 
während der Besitz der Kirche an der Bonngasse 



51 




Franz Heinrich Reusch, Pfarrer 1872—1878 
Photo Sachsse, Bonn 



noch unangefochten blieb. In der Kapelle des 
Johanneums, das durch verschiedene Zuwendun- 
gen über eine sehr ansehnliche Bibliothek ver- 
fügte, fanden regelmäßig die Bonner Bistumssy- 
noden statt. Bischof Theodor Weber erwarb für 
das Bistum das für damalige Verhältnisse an- 
sehnliche Haus an der Schumannstr. 49, während 
der erste Bischof in einem eigenen Hause an der 
Koblenzer Straße gewohnt hatte, das aber schon 
lange nicht mehr besteht. So konnte Pfarrer 
Demmel, als er 1906 zum dritten alt-katholischen 
Bischof erwählt wurde, mit Dankbarkeit und 
Befriedigung auf sein eigentliches Lebenswerk, 
die Konsolidierung der Gemeinde Bonn, zurück- 
blicken. Leider war seine Gesundheit damals 
schon untergraben, so daß er im neuen Amt nicht 
mehr Wesentliches wirken konnte. 

Der dritte Pfarrer von Bonn wurde 1906 Fried- 
rich Mülhaupt, der schon früh aus der südbadi- 
schen Gemeinde Bühl mit seiner Schwester Po- 
tentia, die später alt-katholische Schwester wurde, 
durch Frau vom Rath nach Bonn gekommen war, 
hier seine Ausbildung bis zur Priesterweihe er- 
hielt und in einer Nichte von Frau vom Rath, 
Else Bouvier, seine Lebensgefährtin fand. So war 
es natürlich, daß dem jungen Pfarrer, der zugleich 
einen Lehrauftrag als Professor am Bischöflichen 
Seminar für Systematische Theologie und Dog- 
mengescliichte erhalten hatte, die Herzen der Bon- 
ner Gemeinde sich rasch zuwandten. Dabei ent- 
wickelte sich in der äußerlich unbeschwerten „gu- 
ten, alten Zeit" bis zum Ausbruch des ersten Welt- 
krieges ein Gemeindeleben, das seinen lebendig- 



sten Ausdruck in einer gewissen Blüte des 
einslebens fand. Hier waren es besonders 
Kirchenchor und der Frauenverein, deren G 
ligkeit im Gemeindeleben bestimmend war. I 
hat der Frauenverein sich auch besondere 
dicnste um die Paramentenanfertigung für 
Gemeinden des Bistums aus „alt-katholisc 
Krefelder Paramentenseide verdient gemacht. 
Pfarrer wurde durch die langen Jahre seines 
kens zum hochgeschätzten Hausfreund in der 
milien und zur angesehenen Persönlichkeit ii 
Öffentlichkeit der Stadt. Nach dem frühen ' 
von Bischof Josef Demmel im Jahre 1911 w 
Dr. Georg Moog der vierte Bischof der Kirche 
der erste, der verheiratet war. Hatte Bonn s 
vorher mehr oder weniger die Bischöfe ge.« 
so war nun vollends Bischof Moog ein Kim 
Bonner Gemeinde. Einer Bonner Familie entj; 
mend, hatte er seine Schulzeit und sein Stu« 
in Bonn absolviert, um aus dem Krefelder P 
amt nach Bonn zurückzukehren. Die bald dar 
über Deutschland hereinbrechende Kriej. 
schien zunächst am Leben der Kirche nicht 
zu ändern. Und doch, wie anders sah alles 
als nach den schweren Kriegsjahren fast 
schwerere „Friedensjahre" folgten! Vermö 
Verluste und Besatzung lasteten nicht nui 
der Gemeinde, sondern sie veränderten aucl ' 
Bild des Lebens in den Familien. Das vor 
Kriege so wohlklingende Wort von Boni 
der Studenten- und Rentnerstadt wurde nun 
Zeichen der Unruhe und der Not. Und fÜL 
„alt-katholische Bonn" machte der jähe Vc 




.loscf Dcnimcl, Pfarrer 1878— liMMi 
Pholo Sachssc, Honn 




Fncduuskirdic, lU31~lüll 

sverlust nach der Periode einer gewissen ruhi- 
Saturiertheit in der zahlenmäßigen Schwäche 
Tatsache erschreckend deutlich, daß Stillstand 
edem Falle Rückgang bedeutet! Die Schwestern 
ßten den Kindergarten und die Waisenarbeit 
geben und lebten nun fast wie in einem Mu- 
ni bis auf die weitergehende Gemeindeschwe- 
nstation dahin. Das Johanneum wurde 1923 
blossen und auf dreißig Jahre an die Stadt 
■ in als Städtische- und Universitätskinderklinik 
mietet, was tiefe Bestürzung und leidenschaft- 
e Proteste im ganzen Bistum hervorrief. Dazu 
uen die schon erwähnten Versuche, der Ge- 
inde die Kirche zu nehmen, wobei zuerst sogar 
Vorschlag gewagt wurde, die Gottesdienste 
inten ja in der Kapelle auf dem Alten Friedhof 
tfinden, die nicht heizbar ist, keine Möglichkeit 
eine Orgel bietet, nur ein bescheidenes Glöck- 
! i besitzt, keine Sakristei hat und kaum dreißig 
i sonen Gelegenheit zum Sitzen bietet! So ist es 
i ständlich, welche Genugtuung für Pfarrer und 
neinde das wohlgelungene Werk des Kirchen- 
is an der Koblenzer Straße in den dreißiger 
iren gewährte. Die Friedenskirche wurde zum 
hrzeichen für den Bestand der Gemeinde. Und 
dann in den ersten Jahren eine ganze Reihe 
I Beitritten erfolgte, zog wieder neues Leben 
lie Gemeinde ein. I^eider war es dem alternden 
1 durch ein schweres Leiden behinderten Pfar- 
nicht mehr möglich, die verschiedenen Geister 
er einen Hut zu bringen, und so wurden seine 
ten Jahre erheblich belastet durch Unstimmig- 
^en zwischen „alten" und „jungen" Gemeinde- 
gliedern, wobei nicht so sehr die Lebensjahre 
rechnen sind. Inzwischen war nach dem Tode 
I Bischof Dr. Moog 1935 Erwin Kreuzer, schon 
ge der tatkräftige zweite Mann im Bistum, als 
chof von Freiburg nach Bonn gekommen und 
er sich aus sachlichen Gründen für manche 



Anliegen der „Jungen" ebenfalls einsetzte, wurde 
die Lage nicht besser. Bischof Kreuzer setzte sich 
auch energisch für eine Belebung der Schwestern- 
schaft als Vorsitzender ihres Kuratoriums und 
für eine neue Gestaltung des Bischöflichen Semi- 
nars ein. Er zog Professor Dr. Rudolf Keussen 
von Karlsruhe wieder nach Bonn an das Bischöf- 
liche Seminar und neben Professor und Pfarrer 
Mülhaupt an die Universität, wo er in der philo- 
sophischen Fakultät religionsphilosophische Vor- 
lesungen hielt. Zugleich eröffnete er in einem Teil 
des Schwesternhauses wieder das 1923 geschlos- 
sene Konvikt als „Alt-katholisches Theologen- 
heim", das von Frl. Gertrud Moog, der Tochter 
des Bischofs, geleitet wurde. 

Nach einem einjährigen Krankheitsurlaub, wäh- 
rend dessen Pfarrer Ludwig Paulitschke die Ver- 
tretung im Pfarramt übernahm, wurde am 24. 
Juli 1938 Professor Dr. Werner Küppers, dessen 
Großvater schon zu den Unterzeichnern der Kö- 
nigswinterer Protestadresse gegen das Vatikanum 
gehört hatte und dessen Vater in Bonn sein theo- 
logisches Studium absolviert und als letzter Prie- 
steramtskandidat die Weihen von Bischof Rein- 
kens Hand in Bonn empfangen hatte, von Biel 
und Bern in der Schweiz her kommend der vierte 
Pfarrer von Bonn. Mochten die äußeren Verhält- 
nisse wieder geordnet erscheinen, unheilvoll la- 
steten die großen Spannungen jener Jahre über 
allem und als kaum der neue Pfarrer sich zu- 
rechtzufinden und zum erstenmal im ganzen 
nördlichen Teil des Bistums sich eines Autos als 
Seelsorgehelfer zu bedienen begann, brach die 
Katastrophe des neuen Krieges herein. Vom Som- 
mer 1941 bis zum August 1945 war der Pfarrer 
als Dolmetscher für französische Sprache einge- 
zogen. Die Vertretung unter den immer trostloser 
werdenden Verhältnissen hatte zunächst der über 
70jährige Pfarrer i. R. Carl Bermer und zuletzt 
nach dessen Ausscheiden Prof. Rudolf Keussen, 
der selbst mit seiner Frau am 27. Dezember 1944 
durch Bomben im Luftschutzkeller seines Hauses 
den Tod fand. Die „Friedenskirche" war schon 
am 18. Oktober 1944 ein Opfer des schwersten 
AngrifTes des Krieges auf die Bonner Innenstadt 
geworden. Der Gottesdienst wurde notdürftig in 
der höchst bescheidenen Kapelle des Schwestern- 
hauses aufrecht erhalten. Das Johanneum wurde 
im Laufe des Winters ebenfalls zur Ruine. Im 
Januar verließen auf Anweisung des Bischofs die 
Schwestern Bonn, Studenten gab es nicht mehr, 
der Bischof selbst ging nach Kempten im Allgäu, 
von wo er erst im Spätherbst 1945 zurückkehren 
konnte. Monate hindurch vermochte der nächst- 
wohnende altkatholische Pfarrer, Helmut Miche- 
lis in Köln, Bonn nicht zu erreichen, bis er nach 



53 




slfenl 
Je wi^ 



Friedrich Mülhaupt, Pfarrer 190G— 1938 
Pholo Bleibtreu, Bonn 

dem Zusammenbruch im Juli 1945 den ersten 
Gottesdienst wieder im Schwesternhaus halten 
konnte. So bot alles bei der Rückkehr des Pfarrers 
nach Bonn Mitte August 1945 ein trostloses Bild, 
das sich allerdings mit der Rückkehr der fast voll- 
ständig evakuierten Gemeindemitglieder in die 
Stadt und die Umgebung schnell zu ändern be- 
gann. Jeder der die Gottesdienste der ersten Zeil 
nach dem Kriege unter den dürftigsten Verhält- 
nissen mitgemacht hat, erinnert sich noch gerne 
an die Freude und Wärme, die sie ausstrahlten. 
Am Palmsonntag 1946 erfolgte die Einweihung 
der neuen Seminarkapelle im Schwesternhaus 
nach Umgestaltung der Räume des früheren Kin- 
dergartens im Souterrain zum großen Garten hin. 
Zur Unterstützung des Bischofs zog Prof. Dr. Jo- 
hannes Zeimet nach Bonn. Zur neuen Sammlung 
der Gemeinde wurde der Plan entworfen, die 
Ruine des Johanneums als Gemeindezentrum mit 
Pfarrwohnung und Seminar-Konvikt auszubauen. 
Im Blick auf diesen Plan beseitigte eine Arbeits- 
gruppe der Gemeinde, der sich auch der Pfarrer 
und der in der Leitung der Gemeinde in diesen 
Jahren in großer Umsicht und Treue sich bewäh- 
rende stellvertretende Vorsitzende des Kirchen - 
Vorstandes, Dr. Ing. Alexander Guilleaume, an- 
schlössen, 200 cbm Trümmermasse aus dem Ge- 
bäude. Doch wies dann das Angebot des Bundes 
Verkehrsministeriums, an dieser Stelle ein Büro- 
gebäude für seine Zwecke zu errichten, einen an 
deren Weg. Der für die Bundesregierung durch- 



54 



geführte Aufbau konnte indirekt mithelfenj 
zerstörte Kirche an der Koblenzer Straße 
aufzubauen, was nach langen Mühen zur f( 
chen Einweihung von St. Cyprian am 21. Juli 
führte. Der neue Name für diese Kirche w 
bewußt gewählt, um damit die Verbundenheil 
der alten und ungeteilten Kirche zum Ausd 
zu bringen. Gilt doch noch heute der Märtj 
l)ischof von Carthago, dessen Todestag am 
September 1958 genau 1 700 Jahre zurücklief, 
der ganzen Kirche in Ost und West als großer l 
ger und Kirchenlehrer. Er hat durch seine Sc 
ten und seine Persönlichkeit dem katholis 
Bewußtsein bleibend die Bedeutung des Biscl 
amtes eingeprägt. Die Einheit der Kirche erk 
er in dem brüderlichen Bund der unterei 
der rechtlich gleichgestellten Bischöfe begrüi 
Unter der künstlerischen Leitung des Dussel 
fer Architekten Professor Otto Firle, eines gc 
tigen Bonners, hat die neue Kirche gegenübei 
ersten an dieser Stelle sehr an Kraft und sak 
Würde gewonnen und verspricht, besonders d 
die Glasfensterkunst des Heidelberger Mei 
dieses Faches, Harr}' Mc Lean, ein hervorru 
des Beispiel neuzeitlichen Kirchenbaus zu 
den. Und so stehen denn wieder in Bonn 




her drei Gottesdienststätten zur regelmäßigen 
lutzung zur Verfügung: die Pfarrkirche, die 
ninarkapelle und die Kapelle auf dem Alten 
edhof, während darüberhinaus im freundlich 
Hang des Venusberges gelegenen neuen Bi- 
öflichen Hause an der Gregor-Mendel-Straße 25 

I die Bischöfliche Hauskapelle befindet, nach- 
nder neue Bischof Johannes Josef Demmel 1955 

großer Umsicht und Energie nach dem Ver- 
if des veralteten und reparaturbedürftigen 
uses an der Schumannstraße den würdigen 
i praktischen Neubau errichten konnte. Hier 
d nun neben der Bischöflichen Wohnung und 
falls zwei weiteren kleineren Dienstwohnun- 
i die Kanzleiräume, das Archiv und ein schöner 
?ungsraum sehr gut untergebracht, 
.eider konnte der Pfarrer sich nach dem Kriege 
?en der Belastung mit dem Lehramt und an- 
en kirchlichen Aufgaben der Gemeinde immer 
• mit geteilter Kraft widmen. Dazu wurde er 
t in der letzten Zeit durch wechselnde Vikare, 
ihm nur mit großen Unterbrechungen gegeben 
rden konnten, geringfügig entlastet, bis seit Juni 
.7 durch Vikar Ernst Wilhelm Heese eine fühl- 
e Entlastung eingetretenist. Viel Arbeit w^ar seit 

II Kriege mit der Leitung des Schwesternhauses 
bunden, nicht nur in Bonn selbst und in derBe- 

1 mng der weitabgelegenen Schwesternstationen, 

I ch Besuchsreisen, Korrespondenz und eine 

|,ize Reihe von Schwesterntagungen, sondern 

I -h durch das weitgehend erfolglose aber doch 

I agliche Bemühen um den Nachwuchs der 

I westernschaft, besonders aber durch die Auf- 

•e der Wiederinstandsetzung, des Umbaus und 

Verwaltung des Hauses in Bonn selbst. War 

s Haus doch nicht nur in seiner Einrichtung und 

>stattung völlig veraltert, dazu aufs Schwerste 

geraubt und vielfach beschädigt, ohne Ver- 

gen und zunächst auch ohne Einkünfte und 

einer Anzahl von fremden Zwangsmietern 

etzt. Erst nach und nach gelang eine gewisse 

Inung, die aber trotz allem noch heute nicht 

l befriedigen kann und jedenfalls keine sinn- 

le Verwertung dieses großen Komplexes in 

»stiger Lage mit dem schönen und großen 

len darstellt. Nachdem verschiedene Planun- 

für ein Altersheim, für eine Klinik und der- 

chen sich nicht durchsetzen ließen, steht nun 

Kuratorium vor der Möglichkeit, das ganze 

)äude vielleicht zu einem Studentenheim für 

a 30 — 40 Studenten auszubauen, in dem so- 

^1 die Pfarrgemeinde Anteil an der Kapelle 

1 die Nutzung der Gemeinderäume im Souter- 

1 behielte, wie auch das Bischöfliche Konvikt 

der Kapelle und seinen Bibliotheksräumen 

3 passende, räumlich ausreichende Unterbrin- 




St. Cyprian seit 1957 
Photo Sachsse, Bonn 

gung behalten würde. Noch ist es jedoch nicht 
sicher, ob die Finanzierung des großen Umbaus 
und Ausbaus gelingen wird. Die neuen Räume 
würden überdies zugleich auch der Gemeinde 
einen zweiten größeren Gemeindesaal bringen 
und der Kirche die Möglichkeit verschaffen. Stu- 
dierenden aus ausländischen, befreundeten Kir- 
chen, besonders also anglikanischen und ost- 
kirchlichen Theologen, eine Heimstätte an der 
Universität Bonn in Verbindung mit dem Alt- 
katholischen Seminar der Universität zu bieten. 
Das Universitätsseminar selbst hat ebenfalls seit 
seiner Begründung durch Beschluß des preußi- 
schen Abgeordnetenhauses im Jahre 1902 eine 
bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht: Zu- 
nächst wurde es eingerichtet mit einem abseits 
gelegenen Seminarraum und dem seltsamen Titel 
„Philosophisch-propädeutisches Seminar zur Her- 
anbildung altkatholischer Theologen" mit einem 
planmäßigen außerordentlichen Professor und 
einem planmäßigen Assistenten und befand sich 
im Verband der philosophischen Fakultät. Der 
erste Professor war Dr. Leopold Karl Goetz und 
der erste und einzige Assistent Dr. Rudolf Keus- 
sen. Die Assistentenstelle wurde schon bald ein- 
gezogen, die Professur als planmäßiges Extra- 
ordinariat seit dem Tode von Prof. Goetz im 
Jahre 1931 aus „Ersparnisgründen" nicht mehr 
besetzt, so daß sie praktisch nicht mehr zur Ver- 
fügung steht. Alle Bemühungen besonders von 
Bischof Kreuzer zu ihrer Wiederbesetzung blieben 
unter wechselnden Regierungen erfolglos. Die ver- 



55 




WcM-ncr Küppers, Pfarrer seit 1938 
Photo Bleibtreu, Bonn 



schiedenen seither an die Professoren Rudolf 
Keussen, Friedrich Mülhaupt und Werner Küp- 
pers erteilten Lehraufträge erfolgten alle „außer- 
planmäßig" und erst in allerletzter Zeit hat sich 
die Stellung des letztgenannten als außerplan- 
mäßiger Professor und Direktor des Seminars 
durch die Verleihung einer sogenannten „Diäten- 
dozentur" einigermaßen gefestigt. Der Name des 
Seminars wurde schon 1935 zum „Altkatholischen 
Seminar" verbessert. Beim Wiederaufbau der 
Universität konnte die glücklicherweise fast voll- 
ständig erhaltene Bibliothek in einem besonders 
günstig gelegenen Raum im ersten Stock des 
Hauptgebäudes neu aufgestellt werden und 
schließlich wurde in der neuen Verfassung der 
Universität das Seminar aus dem Verband der 
philosophischen Fakultät, in dem es zweifellos 
einen Fremdkörper bildete, herausgenommen und 
dem Senat und Rektor unmittelbar unterstellt. 

Ein weiterer erheblicher Teil der Aufgaben, die 
auf „Bonn" nach 1945 ungewollt zukamen, hängt 
mit der weltweiten Welle der oekumenischen Be- 
ziehungen zusammen, die .schon sehr bald nach 
dem Ende des Krieges das offizielle Zentrum der 
Kirche in der verschiedensten Weise berührten. 
Angefangen von Besuchen von Funktionären der 
Besatzungsmacht über Besuche des Bischofs von 
Fulham oder anglikanischer Reisegrupi)en bis zur 
Beteiligung an der neu entstehenden Arbeitsge- 
meinschaft christlicher Kirchen in Deutschland und 
zur offiziellen Teilnahme an den großen Weltkon- 



ferenzen des Oekumenischen Rates der Kirche 
Amsterdam und Evanston ergab sich aus der 
im Sinne der altkatholischen Kirche liegender 
sitiven Teilnahme an der Oekumenischen Bi 
gung eine Fülle von Fragen und Stellungnahi 
von Besuchen, Besprechungen, von Literatii 
wältigung und Reisen. 

Hatten doch schon in den Jahren 1874 
1875 in Bonn jene bedeutsamen ersten Uni 
konferenzen unter Döllingers und Reu.schs 
tung stattgefunden, die noch heute ein 
wärt.sgerichtetes Zeichen für alle kirchlichen 
heitsbemühungen darstellen und jedenfalls 
das altkatholische Verständnis einer kirchliJ 
Wiedervereinigung maßgebend bleiben. Und ! 
derum war es in Bonn, wo im Juli und Okt 
des Jahres 1931 die beiden Konferenzen zur 1 
Stellung der Möglichkeit der „Interkommuni 
bzw. der „Kirchlichen Gemeinschaft" zwis 
alt-katholischer Kirche und anglikanischer Ki 
einerseits und zwischen der alt-katholischen Ki 
und der orthodoxen Kirche andererseits j 
fanden. Sehr schnell führte bekanntlich im ei 
Punkt diese Feststellung von Bonn zum off 
len Abschluß der alt-katholisch-anglikanis 
Interkommunion, während im zweiten Punk 
heute die formalen und sachlichen Hemmu 
immer noch nicht soweit überwunden we 
konnten, daß Wirklichkeit werden kann, 
schon 1874/75 in erreichbare Nähe gerückt sc 
und seither immer wieder als in höchstem > 
wünschbar und mit gutem Grunde als mö 
erklärt worden ist: Die volle kirchliche Ge 
Schaft zwischen den verschiedenen Bistümerr 
Utrechter Union und der großen Gemeinst 
der Orthodoxen Kirchen in aller Welt! 

Wir sahen am Anfang dieses Berichtes im 1^ 
auf die eigenartige Geschichte der Stadt B 
wie diese in ihrem Torsocharakter auf eine 
ausstehende, weit über die Interessen und 

■J^. 'S' 



sm| 




Blick iuif (l:.s Biscliuflichc Il;nis, li. 



ikeiten der Stadt selbst hinausgreifende Voll- 
lung hinzuweisen scheint. Und wir meinen, 
) das „Alt-Katholische Bonn" in eigentümlicher 
ise über sich selbst hinausweist. Wechselnd 
i von schweren Rückschlägen belastet ist bei- 
Geschichte, gering sind die greifbaren Ver- 
klichungen und noch geringer sind „Macht" 
1 „Einfluß" unter den großen Mächten der 
t. Und doch sind hier Zeichen und Ansätze 
endig, die auf Möglichkeiten und Notwendig- 
ten hinweisen, von denen die Zukunft auch 
■ großen Mächte abhängig ist. So wenig die 
itsche und damit die europäische Frage durch 
mn" gelöst ist, so wenig ist durch das „alt- 
holische Bonn" die große Kirchenfrage der ge- 
iinten Christenheit in Deutschland und in aller 
^It gelöst. Und doch wird gerade hier in be- 
iderer Weise deutlich, was zur Lösung der 
Ige und zur Überwindung der Not fehlt. Und 
nn wir den Vergleich auch durchaus nicht ins 
litische ausziehen w^ollen, das können wir doch 
die kirchliche Frage sagen: Es muß wohl ein 
t-katholisches Bonn" geben, solange weder die 
Westtrennung des großen Schismas von 1054 
h die große Spaltung im Gefolge der Refor- 




Seminarkapelle, seit 1946 

mation des 16. Jahrhunderts überwunden ist. Es 
muß diesen Ort mit seinen altkatholischen kirch- 
lichen Einrichtungen und Positionen geben, um 
auf den einzigen wirklich heilenden Weg zur Wie- 
dervereinigung hinzuweisen, der in der Heimkehr 
zur Alten Kirche der Vorzeit liegt. 

Werner Küppers 




Noahtaube- Taufschale in St. Cyprian, von Viktor Eichler 



57 




MEit a.]:*b eit ex* 




DAS NEUE BILDFENSTER 
der Pfarrkirche in Mündien 

Das neue Bildfenster in unserer Pfarrkirche St. Willi- 
brord in München stellt in leuchtenden Farben die 
Hauptereignisse aus der Heils- und Erlösungsge- 
sdiichte des Gottessohnes dar. 

In der Mitte des Bildes unter der Kreuzigungsgruppe 
tritt der Erzengel Gabriel von Gott gesandt in das 
Haus der Jungfrau Maria von Nazareth und spricht 
zu ihr: „Sei gegrüßt. Gnadenvolle. Der Herr ist mit 
dir. Du bist gesegnet unter den Frauen. Fürchte dich 
nicht. Du hast Gnade gefunden bei Gott. Du wirst 
einen Sohn bekommen. Den wird man den Sohn des 
Hödisten nennen. Der Heilige Geist wird über dich 
kommen und die Kraft des Allerhöchsten wird dich 
überschatten. Darum wird auch dein Kind ,Sohn Got- 
tes' heißen." Maria spridit: „Siehe, ich bin eine Magd 
des Herrn! Mir geschehe nadi deinem Wort." 
(Lc 1,26-38) 

„Und das Wort ist Mensdi geworden und hat unter 
uns gewohnt." (Job 1,14) Das Weihnachtsgeheimnis 
sehen Sie links unten dargestellt. Maria hält den Got- 
tessohn im Arm. Josef, der Gemahl Marias und Pfle- 
gevater Jesu (mit dem Stab) steht dabei. Christus, das 
Heil der sündigen Welt ist da, der allen Menschen 
guten Willens Frieden und Erlösung bringt. (Lc 2) 
Wäre Christus nicht geboren, wir wären ewiglich ver- 
loren. Über Maria und Jesus sehen Sie als Vertreter 
der Magier aus dem Morgenland einen der drei Kö- 
nige, der ein Gefäß mit kostbarer Myrrhe als Ge- 
schenk darbringt. (Mt 2) 

Das leitet über zur Erlösungstat Jesu am Kreuz in 
der Mitte des Bildes. Durch seinen Tod am Kreuz sind 
wir geheilt. „Wir beten dich an, Christus, und preisen 
didi, denn durch dein heilig Kreuz hast du die Welt 
erlöst." (Karfreitagsliturgie Seile 133.) Bei dem Kreuze 
standen Maria, seine Mutter, und der Jünger Johan- 
nes. „Frau, hier ist dein Sohn. Sohn, hier ist deine 
Mutter!" (Job 19,16-37) 

Wohl ist Christus am Kreuz gestorben. Wäre er aber 
nur gestorben und begraben worden, dann wäre er 
nicht mehr gewesen, als ein sterblicher Mensch. Am 
dritten Tag ist er jedodi als Sieger über Tod und Grab 
glorreich zu neuem, ewigem Leben erstanden. Die 
Wächter sind bestürzt. Sie sehen es redits unten. 
Frauen kommen zum Grab und sehen (in der Mitte un- 



ten) einen Engel dasitzen. Der sagt: „Ihr sucht J 
von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist nicht mehrl 
Er ist auferstanden, wie er vorausgesagt hat. Er 
euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn 
dersehen." (Mt 18.1-10; Mc 16,1-8) Durch das \A 
der der Auferstehung hat Christus seine Gottheit 
zeugt und die Erlösung der Menschheit besiegelt. ' 
begründet sagt darum der hl. Paulus: „Ist Chri 
nicht auferstanden, dann ist umsonst unsere Prc 
und umsonst euer Glaube." (1 Kor 15, 14 u. 17) 

Zur Rechten und Linken der Kreuzigungsgruppe 
hen zwei Engel und halten Symbole in den Hän 
Der linke Engel hält die Lanze. „Einer der Sold 
öffnet Jesu Seite und sogleich floß Blut und Wa 
heraus." (Joh 19,34) Jesus war also nicht scheii 
sondern wirklich tot. Der rechte Engel hält das Kr 
das Zeichen der Erlösung. Ein Ruf an uns: „In die 
Zeichen wirst du Sieger sein!" (Eusebius: Vita C( 
1, 28 L) 

In den Vierungen darüber blasen zwei Engel in 
Posaunen. Sie künden aller Welt: Der Gottessohi 
Mensch geworden, als Erlöser gestorben und siegr 
von den Toten auferstanden! Sie rufen die Mens« 
von allen Himmelsrichtungen zusammen, Chri» 
dem Herrn der Kirche, freudig zu dienen. „Die H 
Schaft dieser Welt ist unserm Herrn und seinem 
salbten zuteil geworden. Er wird regieren von E 
keit zu Ewigkeit." (Ofi'b 11,15) 

Drum „kommt herbei, laßt uns dem Herrn f 
locken, laßt uns jubeln dem Horte unseres He 
Laßt uns mit freudigem Danke vor sein Antlitz Ir 
und mit Psalmen seinem Namen ein Loblied sin 
Denn der Herr ist ein großer Gott und ein gr< 
König über alle Welten. Kommt herbei, wir betei 
und fallen nieder vor dem Herren, der das All 
schaffen hat. Denn er ist der Herr unser Vater 
wir alle sind sein V^olk und die Herde seiner Wei 
(Psalm 95; Ges. B. Sr 145) 

über dem ganzen W^erk schwebt in Gestalt 
Taube der Heilige Geist. Er ist „der Geist Gottes" 
Kraft, die das Leben in der Schöpfung bewirkt 
das übernatürliche Leben in der Seele begründet.' 
tes Heiliger Geist wirkt in den Sakramenten se 
Kirche. 

Nun befindet sicli das neue Hildfenster über 
Altar, dem Opfertisch, der Pfarrkirche, auf dem 
Meßopfer als das bleibende (iedächtiiis und rlie r; 



58 



rslellung und Vergegenwärtigung des geschichtlich 

• einmal vollzogenen Kreuzesopfers in sakranienta- 
Weise gegenwärtig gestellt wird. (Siehe Utrechter 
därung vom 24. 9. 1889 u. Bartmann: Grundriß 

Dogm., Herder 1931. S. 200.) 
Vuf dem Altar vollzieht sich die Feier des hl. 
endmahles. Wir haben weithin vergessen, daß die 
m Väter und Liturgien — die östlichen und west- 
^en — den Heiligen Geist als den eigentlichen Kon- 
rator beim heiligen Amt ansehen. Nun verstehen 
•.\lt-Katholiken, warum der Priester bei der Wand- 
ig laut, klar, deutlich und feierlich die Worte der 
iklese spricht: „Sende uns also, wir bitten dich 
nütig. deinen Heiligen Geist, den Spender alles 
^>ens und aller Heiligung, und laß diese Gaben der 
le geweihet werden zu himmlischen, verklärten, 
stigen Opfergaben, auf daß das Brot, das wir bre- 
•n, sei die Gemeinschaft des Leibes des Herrn und 

• Kelch, den wir segnen, die Gemeinschaft des BIu- 
unseres Herrn Jesus Christus." (Ordnung der hl. 

sse, S. 16) 

vlöge das von Künstlerhand für die alt-katholische 
irrkirche in München geschaffene Werk uns immer 
hr ermuntern, uns am Altar zum Mahl der Liebe 
vereinen, „um zu verkünden den Tod des Herrn, 
er wiederkommt!" (1 Kor 11,26; Ordn. der hl. 
sse S. 15) 

Dekan Josef Schniertshauer 





Mitarbeitende Gemeinde 



L 
>. einem Mauerblümchendasein werden wir Alt- 
[ tholiken vielerorts nur dann heraustreten, wenn 
I ?, die noch einen Funken Liebe zu ihrer Gemeinde 
1 Kirche haben, ganz anders als bisher sich für 
e Kirche und Gemeinde in praktischer Mitarbeit 
setzen. Voran gehen müssen die Kirchenräte. 
1 Kirchenrat, der nicht in der Gemeinde mit 
i nd anlegt, verfehlt seine Aufgabe. Schon die 
; irdilichen Ordnungen" schreiben solche Dienste 
•: nämlich in der Armenfürsorge und in der 
dnung des Gottesdienstes. — Unser jet- 
er H. H. Bischof hat seinen Synodalrat umgeformt, 
i s Beratern wurden Mitarbeiter. Dies gilt wenig- 
: ns für die geistlichen Synodalräte. Der eine hat 
y Finanzreferat, ein zweiter die Seminar- 
i rwaltung und das „Auswärtige Amt", der dritte 
\ > Pressereferat usw. So sollte auch jeder Kir- 
\: nrat ein besonderes Referat in der Gemeinde 
f Tnehmen. Solche Referate können beispielsweise 
'■ gende Sachgebiete umfassen: 

|! . Hilfswerk und Armenpflege (wozu noch zu rech- 
nen wären die Erledigung fürsorgerischer Arbei- 
ten wie Jugendfürsorge, Jugendvormundschaft, 



Gefangenenfürsorge usw.) 

2. Pressereferat: Dieser Referent hätte sich beson- 
ders zu kümmern um Unterrichtung der lokalen 
und kirchlichen Presse, um Organisation und 
Verteilung der Jahrbücher und der Kirchenzei- 
tung, um Bücherstand und Aushängekästen. 

3. Frauenarbeit: Am besten eignete sich hierzu ein 
aktives Vorstandsmitglied des Frauenvereins, 

4. Jugendwerk: Hier müßte ein Vertreter der Ju- 
gend alle Anliegen der Jugendgemeindearbeit 
wahrnehmen. 

5. Finanzreferat (Obsorge für die kirchlichen Ge- 
bäude und des Kirchenvermögens.) 

6. Vortragswesen und Gemeindeveranstaltungen 

7. Missionswesen (Werbung in W^ort und Schrift.) 
Für die Gemeindereferate werden erfahrene, 

vorgebildete oder in besonderen Kursen zu schulende 
Männer und Frauen benötigt. Sollte sich der Kirchen- 
vostand aus Personen zusammensetzen, die zu diesen 
Aufgaben zu alt, ungeeignet oder zu ihrer Übernah- 
me nicht gewillt wären, müßte man Männer und 
Frauen direkt aus der Gemeinde hierfür ge- 
winnen. Jeder Referent wird gut tun, sich selbst 
einen Stab von Mitarbeitern heranzuholen, 



59 



und mit diesen gemeinsam die vielfälligen Aufgaben 
initiativ zu lösen, — immer natürlich in Fühlung- 
nahme mit dem Pfarrer als dem letztverantwort- 
lidien Ma^in der Gemeinde. 

II. 

Überall, audi in der Gemeinde und Kirdie, arbeitet 
man sich von unten nach oben, d. h. man steigt von 
einer Bewährung in eine neue auf. Mit ganz un- 
scheinbaren Diensten fängt es an, etwa mit Lieder- 
tafelbedienen, mit Altardienst, mit Theaterspielen. 
Wichtigster Vorbereitungsdienst für verantwortungs- 
volle Gemeindeaufgaben aber bleibt die Obmann- 
schaft in einem Gemeindebezirk. Wer es versteht, 
die Glaubensgenossen eines Bezirkes treu zu besu- 
chen, richtig zu behandeln, den Pfarrer zuverlässig 
über alles Nötige zu informieren, die kirchlich perio- 
dische Presse (Jahrbuch, Kirdienzeitung) zu ver- 
breiten und das Briefkastenapostolat seines 
Bezirks zu verwalten, trägt das Zeug in sich, auch im 
Kirchenvorstand oder in anderen kirchlichen Gre- 
mien und Diensten neue und höhere Verantwortung 
hinzu zu übernehmen. Entscheidend für eine 
segensreiche Wirksamkeit ist dabei die religiöse 
Grundeinstellung. Wer nur sich sucht, nicht die Ehre 
Christi und das wahre Wohl der Gemeinde, wird ver- 
sagen. Er wird den riditigen Ton im Umgang mit 
den Glaubensgenossen und mit dem Pfarrer nicht 
finden. Nur selbstloser Einsatz in fröhlicher, nicht mie- 
sepetriger, auch nicht frömmelnder Weise vollbracht, 
lockert die Menschen auf und macht sie empfänglich. 

III. 

Warum kehren manche Geistliche — übrigens in 
allen Kirchen — oft resigniert zum Einmannsystem 
zurück? Weil sie mit ihren Helfern ungute Erfah- 
rungen madien. In kleinen oder räumlich zerstreuten 
Gemeinden ist es oft schwer, geeignete Kräfte zu 
finden. Manche der Helfer überheben sich, entwickeln 
sich zu Kritikastern, fördern Parteiwesen, arbeiten 
gar gegen den Pfarrer oder verlangen beständige 
Beachtung oder Aufmerksamkeiten, so daß schließ- 
lidi der Dienst am Helferkreis mehr Ar- 



beit erfordert als die Arbeit selbst, die von 
Helfern durchgeführt wird. Diese Erfahrungen 
jeder schon gemacht hat, beweisen jedoch n 
gegen die Richtigkeit und gegen die wachsende 
wendigkeit einer mitarbeitenden Gemeir 
Sie bestätigen nur, daß 1. der Kreis derer, die hc 
noch sich für kirchliche Dienste finden und b 
lassen, sehr klein ist und man nicht mehr ' 
lerisch sein kann, und 2. daß jede, auch die kle 
kirchliche Arbeit genau wie die des Priesters 
gewisse natürliche Bildung, Feinfühlij 
und Herzenstakt sowie echte religiöse kirch 
Haltung in so hohem Maß voraussetzt, wie sie 
fach weithin fehlen. — Es rächt sich eben, dal 
Altkatholiken und die Kirchenleitung — übri 
ganz im Gegensatz zu ihren eigenen Prinzipien 
den letzten 80 Jahren so gut wie alles versäum 
ben, um geeignete Laien planmäßig herai 
bilden, geistlich zu fördern, zu sc hu 
und zusammenzuführen. Es rächt sich, daß wir 1 
uns gemäßen religiösen Einkehrwoehen halten, 
die kirchliche Tradition vielfach abgerissen w 
und eine zu negative und „aufgeklärte" Einstel 
begünstigt vom Zeitgeist an der Substanz d 
lieber Frömmigkeit und häuslicher Erziehung gez 
ja sie in vielen Familien geradezu auf gez« 
haben. Das V'ersäumte in wenigen Jahren na« 
holen wird nicht leicht sein. Nie aber isl e 
spät! Am Nullpunkt geht es wieder : 
wärts! Wir mußten so ohnmächtig werden 
in Demut wieder von neuem zu beginnen. Hi 
briefe und Aufsätze allein tun es freilich nicht, 
müssen mit Freizeiten, Schulung und Laienei; 
ernsthaft und allenthalben beginnen. Sofort, 
erst nächstes Jahr! Wenn die Alten versagen, 
uns mit den Jungen anfangen. Wenn und wo abt^ 
eigenen Gemeindeglieder taub bleiben, müssen 
den Versuch machen, ein neues Volk uns wie 
lus zu „zeugen" — oder unterzugehen. Eine ai 
Alternative gibt es nicht. Das Reich G 
kommt nicht zu Halben; es leidet Gewalt und nu 
die alles tun, was in ihrer Macht steht, werde] 
segnet. 



Jesus Christus, Du guter Hirte, 
erwecke in Deinen Botschaftern, in den Bischöfen 
und Priestern, in Vorstehern, Kirchenältesten 
und in allen, die Verantwortung tragen — 
Liebe zu Deiner heiligen Kirche! 
Laß sie nicht denken: 
an sorgloses Guthaben, 
an ihre Hechte, 

an die Ehre vor den Menschen, 
sondern an Deine Ehre und an das Heil der Seelen, 
die ihnen anbefohlen sind, 
überwinde durch Deine allmächtige Gnade 
Ohnmacht, Selbstsucht und Pharisäismus — 
uer scheuche l 'nglauben und Trägheit der Herzen — 
und gib uns allen die Kraft der Treue und Hingabe. 

Amen! 



60 



Erinnerungen eines Ministranten 

F. Otlo Wulst, Villingen/Schw., Saarlandstraße 26 



In der alten Furtwanger Notkirche 

m ich in einer Kirche bin und der Messe folge 
die Hantierungen der Ministranten sehe, denke 
mit Wehmut an die Zeit, in der ich mit meinem 
alkameraden Karl auch am Altar wirken durfte, 
war eigentlich eine schwere Zeit; denn als wir 
le jung waren, war Kriegszeit. Und deshalb habe 
immer noch den Klang in den Ohren, der mir 
It, wenn ich das Gehen der heutigen Meßbuben 
e. Der Klang kam von den Holzschuhen, die wir 
,'en mußten, weil Leder ein zu seltener Artikel 
•orden war. Und auf dem Steinboden der alten 
twanger Notkirche gab es immer ein Klipp und 
Klapp, selbst wenn wir, weil uns die Mütter dazu 
lahnt hatten, so leise wie möglich auftraten. Bu- 
füße sind nun einmal keine Schleicherfüße. Mei- 
is, wenn Winterzeit war, die auf dem Hochschwarz- 
d immer eine kalte Zeit ist, waren wir auch dick 
mummt; die Ministrantenröckchen standen dann 
t vom Körper weg. Wie oft war damals der Meß- 
n und noch öfter das Wasser gefroren; die Kirche 
inte nicht geheizt werden, nicht etwa weil kein 
n da war, sondern weil die Kohlen nicht geliefert 
den konnten. 

dilimm war es, wenn zur Winterszeit eine Be- 
.igung war. Auf dem hochgelegenen Furtwanger 
edhof pfiff der eisige Wind. Und der Weg zum 
tesacker war meistens glatt, so daß die Ministran- 
stets Angst hatten, der Schlitten mit dem Sarg des 
en müßte rückwärts rutschen. Und da Pfarrer und 
)en als erste hinter dem Totenschlitten gehen muß- 
. malten sich die Meßdiener immer mit Grauen 
, was wohl wäre, wenn der Sarg abrutschen würde. 
>otzdem — die Erinnerung an das Schwere wird 
1 der an das Heitere überschattet. Was können 
•h so ein paar Buben alles anstellen! Einmal war 
der Schule Religionsprüfung. Das war damals eine 
r feierliche Angelegenheit, weil der ganze Kirchen- 
iieinderat eingeladen war. Und da wurde nun die 
schichte vom Linsengericht durchgenommen. Der 
irrherr wollte den jungen Menschen klar machen, 
s der Begriff „Erstgeborener" bedeute. Die Schwarz- 
Ider kennen solch ein Wort in ihrer Mundart nicht; 
ist den Kleinen sicher auch heute noch eine etwas 
verständliche und vielleicht ein wenig „geschwol- 
e" Sache. Also, fragte der Geistliche, wieviel Kin- 
• seid Ihr denn daheim. Als Antwort kam, daß ich 
nn bin. Wer also bist Du, wollte der Geistliche 
isen und hoffte, daß „der Erstgeborene" gesagt 
rde. Fehlgedacht! „Ich bin der Otto!" Das war 
ine Meinung. 

Us einmal eine Pfarrkonferenz war und die Geist- 
ikeit in der Wirtschaft meines Großvaters versam- 
It war, sah ich neugierig und ein wenig wunder- 
ig zu. In die Stille, die der Ansprache des Herrn 
chofs gefolgt war, klang die Frage des damaligen 
irrers Kreuzer, ob ich denn auch einmal Pfarrer 



werden wolle. In die Ruhe hinein tönte dann nach 
kurzer Überlegung die Antwort: „Nein — Bischof!" 
Bischof Moog soll sich über diese „Kühnheit" am 
meisten gefreut haben. Mir selbst war allerdings das 
laute Lachen der Tafelrunde unverständlich. 

Als ich vor einiger Zeit einmal nach Gütenbach ge- 
kommen war und mich in der dortigen Kirche um- 
gesehen hatte, fand ich letzte Reste aus der Furtwan- 
ger Kirche. Mir war es, als müßten mir die Tränen 
kommen. Das große Bild von der Himmelfahrt Chri- 
sti bildet den alten Furtwangern etwas von der Hei- 
mat. Es gehörte zu den schönen und traurigen Tagen. 
Und wenn wir heute an dem Platz vorbeigehen, auf 
dem die Kirche gestanden hat, denken wir mit Weh- 
mut an verschwundene Zeiten. Mußte denn die Kirche 
fallen? Gewiß, man kann denen keinen Vorwurf 
machen, die es zugelassen haben, daß der Abbruch 
durchgeführt wurde, ohne daß vorher ein neuer 
Bau erstellt worden war. Die Kräfte, die die Furt- 
wanger Gemeinde heimatlos machen wollten, waren 
stärker als die, welche diesen Bestrebungen entgegen- 
wirkten. Dabei war doch der Vertrag einwandfrei so 
aufgestellt worden, daß die Kirche hätte bestehen 
bleiben müssen. Im Jahr 1911 hatte das damalige 
Großherzogliche Ministerium der Justiz, des Kultus 
und Unterrichts bestimmt, daß der östliche Teil der 
Notkirche den Altkatholiken zum alleinigen Gebrauch 
zugewiesen wurde; dafür mußten sie auf die Mitbe- 
nutzung der Stadtkirche verzichten. Als Eigentümer 
der Notkirche war das erzbischöfliche Domkapitel in 
Freiburg benannt worden. Der dritte und hier wich- 
tigste Punkt des Vertrags bestimmte, daß die Bau- 
pflicht zur Notkirche der römisch-katholischen Kir- 
chengemeinde auferlegt war, wofür den Altkatholiken 
der Mitgenuß am örtlichen katholischen Kirchenver- 
mögen entzogen blieb. Und trotzdem mußte die Kirche 
wegen Baufälligkeit abgerissen werden! Seither nimmt 
die Furtwanger Gemeinde die Gastfreundschaft der 
Evangelischen in Anspruch, wie sie es schon einmal 
tun mußte. Das war in der Zeit, als die Altkatholiken 
die Stadtkirche ay3gegeben haben. Am 8. Juni 1911 
übernahmen sie die Römisch-Katholischen, für den 
1. November des gleichen Jahres war der Einzug der 
Altkatholiken in die Notkirche festgelegt worden. In 
der Zwischenzeit stand ihnen die Friedhofkapelle zur 
Verfügung, die aber, hochgelegen und windig und 
kalt, manchen Gottesdienstbesuchern zu beschwerlich 
zu erreichen gewesen wäre. In der evangelischen 
Kirche war damals gastfreundliche Unterkunft. Die 
war um so nötiger, als es doch noch bis zum April 
1912 dauerte, bis die Notkirche bezogen werden 
konnte. 

Damals amtierte in Furtwangen Pfarrer Franz, der 
später nach Säckingen umsiedelte. Er war ein großer 
Musiker vor dem Herrn und galt viel im gesellschaft- 
lichen Leben der Industriestadt des Hochschwarz- 
walds, die von Nachbargemeinden gern mit dem 
Spottnamen „Klein-Paris" bedacht wurde. 



61 



Während der Kriegsjahre wirkte Pfarrer Arnold, 
der dann nach der Pfalz umsiedelte. Unter ihm lernte 
ich das Gehen am Altar. Der Geistliche war nicht 
immer ein bequemer Herr, und der Kirchenrat soll 
manchmal mit ihm zu tun gehabt haben. Das hat uns 
Meßbuben allerdings kaum berührt. Wir taten, was 
zu tun war. Leider fehlte uns das Verständnis für 
Kunst, weswegen wir. allerdings ohne Erfolg, maulten, 
daß so viele Abendgottesdienste durcligeführt wurden; 
es waren feine Kirclienkonzerte, die immer einen vol- 
len Kirchenraum brachten. Die altkatholische Lehrerin 
von Furtwangen, die auch Arnold hieß aber mit dem 
Pfarrherrn nicht verwandt war. leitete den Kirchen- 
chor und sang selbst mit einer großartigen Altstimme. 
Ihr halfen andere Lehrerinnen; an ihre Namen wer- 
den sich vielleicht noch Schulkameraden erinnern: das 
Fräulein Heibig und das Fräulein Furken. Die Kol- 
lekte aus den Kirchenkonzerten wurde regelmäßig 
dem Roten Kreuz für die Verwundeten zugedacht. Für 
das Rote Kreuz arbeitete auch der damals sehr rege 
Frauenverein. Die Frauen nähten und strickten und 
schickten Pakete. 

Lange Zeit war dann die Pfarrei verweist. Die 
Gottesdienste wurden aushilfsweise gehalten. Das 
bedeutete für die Ministranten immer eine gewisse 
Umstellung. Aber die Geistlichen, die damals in Furt- 
wangen eingesprungen waren, sind feine Menschen 
gewesen. So erinnere ich mich des Professors Keußen. 
Dann kam für eine kurze Zeit Pfarrer Eder in die 
rauhe Gegend des Schwarzwalds. Ihm folgte unser 
jetziger Bischof, unter dem die Gemeinde einen spür- 
baren .Aufschwung bekam. Wir Ministranten haben 
ihm bloß einen Kummer bereitet; keiner wollte Pfar- 
rer werden. Und ich glaube, daß wnr ihn darum heute 
noch um Verzeihung bitten müssen. Von der Ge- 
schichte der Furtwanger Gemeide ist zu berichten, daß 



m 

3 im ,1 
etrete ^ 



sie im Jahrl873 gegründet wurde. Sie ist also 
1958 in ihr fünfundsiebzigstes Lebensjahr getrete 

Zum Gottesdienst gehörte stets auch der Kire 
diener, der Mesner. Es ist ein gutes Zeichen, 
seit meinem Gedanken dort die Dynastie der Feh 
bach von „Raben", einer Höhe drei Kilometer o 
halb der Stadt, herrscht; auch heute noch läutet e 
die Glocken und hilft dem Pfarrer. Zwischendi 
während der Kriegszeit wirkten andere Männer, 
denke voller Trauer an meinen Freund „Robbis". 
ein unglückliches Ende nehmen mußte, der aber 
Winterkälte und Sommerhitze stets zur Stelle 
Der Robert Burger, wie sein richtiger Name war 
eine Art von Furtwanger Original gewesen. Er 
zwar gern ins Glas geschaut, nie aber sich am > 
wein vergrifTen oder den Beginn des Gottesdiei 
versäumt. Ein Original besonderer Prägung ist i 
seiner Vorgänger gewesen; er nannte sich „Cav( 
und w^urde seiner körperlichen Kleinheit wegen 
vourli" gerufen. Von ihm gehen heute noch, d; 
doch schon bald fünfzig Jahre lang unter dem R; 
ruht, nette Geschichten um. Pfarrer Franz, unter 
er amtierte, hat sie einmal gesammelt; in einem v 
Jahrgang des Kalenders sind die Geschichten um 
Cavourli zu lesen. 

Der Platz, an dem die Altkalholische Kirche 
Furtwangen gestanden hat, ist heute noch unbel 
In seiner Nähe ist die neue Uhrenmacherschule en 
tet worden, der das Uhrenmuseum angeschlossen 
das zu den Sehenswürdigkeiten des Schwarzw 
zählt. Vielleicht kommt doch noch einmal der Tag. 
den Furtwangern das Kirchlein beschert, das sie 
sehnen. Ich glaube, sie würden sich am meisten dari 
freuen, wenn ihr einstiger Pfarrer, Bischof Dem 
sie einweihen könnte. 




Die Kirche stirbt, wenn sie nidit missioniert. 

Die Kirdie hat ihren Marsdibefehl von Christus, 
ihrem Herrn: „Gehet hinaus in alle Welt und pre- 
diget das Evangelium allen V'ölkern und taufet sie!" 
Dieser universale Auftrag muß erfüllt werden 
L an den neu lieranwadisenden (je.sehlechtern in un- 
seren eigenen Gemeinden, 

2. an den absterbenden Gliedern der Gemeinde, den 
Randkatholiken, den Nur-Registrierten, den Tauf- 
schein-Christen, 

3. an den Neuheiden in unserem Vaterland. 

Arbeit in Fülle! Doch das genügt nidit! Gehet zu 
allen Völkern! Wir haben auch 

4. Boten zu senden zu den Heidenvölkern, die Chri- 
stus nicht oder ungenügend kennen. Wir müssen 
es tun, 

a)weil Christus will, daß seine Kirche in alU>n Län- 
dern Zeugen habe! 



b) weil das Prinzip der Katholizitüt es fordert, 
eine Kirche, die die volle Wahrheil hat, sie ji 
anderen bringt, aus Liebe zur Wahrheit, aus L 
zum N'ichsten, 

c) weil eine Kirche, die niclit missioniert, erst: 
erkaltet, sich verengt, vom Hütenden Leben 
schnürt und endlich stirbt — eine missioniert 
Kirche aber aufblüht. 

Geschenkte Wahrheit und Gnade verlangen Bf 
gung und Weitergabe! 

Das ausgestreute Wort kehrt nielit leer zurück! 
Wellkirche, (l:is heißt Kirche für alle Welt ha 
wir zu werden, deshalb Weltmisslon! 
Fehlt uns der Wille zur Mission, zur Eroben 
dann sind wir eine Kirdie von Leuten, die 
„erste Liebe" verloren haben. Fangen wir aber 
Missionsgeist in unseren Gemeinden zu erwecl 
dann kann uns Gott, der sein Werk nidit ohne 
Mensdieii tun will, noch zu etwas gebraiuhon. 



r»o 



Gute Bibelausgaben und Hilf sbiidier 



r ist es ein Märchen, erst^JLuther „"habe die Bibel 
r der Bank vorgezogen". Auch vor.Luther gab es 
zwei Dutzend deutsche Bibelübersetzungen. Aber 
ler hat „dem Volk aufs Maul geschaut". Er war 
»ewaltiger Gottesmann, ein Bibelgelehrter und ein 
ster des Wortes. Dank seiner schöpferischen 
ichgewalt schenkte er dem deutschen Volk eine 
rsetzung, die die deutsche Schriftsprache begrün- 

und die dem Leser nicht bloß ins Ohr, sondern 
Herz drang. Die Betonung der Schrift als einziger 
bensquelle im Protestantismus begünstigte sodann 
1 die besonders eindringliche Beschäftigung mit 
Hl. Schrift. Viele schlichte evangelische Christen 
1 täglich im .Losungsbüchlein, bzw. nach einem 
iftleseplan in der Hl. Schrift oder besuchen eigene 
■Istunden. Kein evangelischer .Kirchentag, aber 
i keine evangelische Sitzung ist denkbar, ohne daß 
)r ernste Bibelarbeit oft eine halbe oder ganze 
ide lang geleistet wird. Man beruft hierzu die 
tigsten Männer — oder auch Frauen, die das 
l Gottes ausdeuten und zum eignen Leben und 

in die rechte Beziehung zu setzen bemüht sind. 

1 Gegensatz hierzu verboten die Päpste lange 
das private Bibellesen oder erschwerten es un- 
g. Das einfache Volk kennt in der Regel nur 
s Biblische Geschichte und die Auswahlstücke, die 
iottesdienst verlesen werden. Obwohl die Geist- 
ceit im Brevier allwöchentlich die Psalmen ab- 
t, desgleichen viele Schriftstellen, sind heute noch 
römisch-katholischen Geistlichen infolge des la- 
schen Breviers ihren evangelischen Amtsbrüdern 
er Kenntnis der Schrift unterlegen. Auch die Pre- 
geht viel zu wenig von der Hl. Schrift aus. Es 
Tt sich das in neuester Zeit durch die amtlich nun 
rderte Bibelbewegung langsam, aber die Bibelbe- 
jng findet in der Masse des gläubigen Volkes 
t das Echo, das die Hierarchie nun selbst ihr 
e wünscht. 

im Unterschied von den Anglikanern, die wenig- 
s bei regelmäßigem Gottesdienstbesuch innerhalb 
s Jahres alle wesentlichen Teile des Alten und 
•n Testamentes hören, hat die planmäßige Bibel- 
it in der alt-katholischen Kirche nur an wenigen 
n eingesetzt. Und auch da sammelt sie nur kleinste 
se um sich. Wir haben in dieser Hinsicht bei wei- 
noch nicht das ungute Erbe der Verhältnisse in 
,'esamtkatholischen Kirche überwunden. Der Alt- 
lolik Watterich hat zwar eine Übersetzung des 
geschahen. Der große Druck ermöglicht beson- 
alten Leuten das Lesen. Aber sie bedarf der 
•arbeitung und dürfte wohl auch vergriffen sein, 
(^■uerer Zeit bemüht sich der liturgische Ausschuß 
SchafTung einer dritten und vierten Perikopen- 
'. so daß innerhalb vier Jahre doch ein sehr we- 
icher Teil der Hl. Schrift der Gemeinde, soweit 
um Gottesdienste kommt, vertraut werden kann. 
Ilen die Gläubigen ein inneres Verhältnis zur 
1 gewinnen, dann müssen wir ihnen gute und bil- 
Bibelausgaben empfehlen. Schon den Erstkom- 



munikanten könnte eine Bibel geschenkt werden. Die 
Frankfurter Gemeinde hat häufig den Brautleuten 
eine Traubibel als Gabe der Gemeinde ausgehändigt. 

An guten und sehr preiswerten Bibeln ist neuer- 
dings kein Mangel mehr. Seit 1812, also bald 150 
Jahre, hat sich die Privilegierte Württ. Bibelanstalt 
in Stuttgart auf evangelischer Seite besonders um die 
Verbreitung guter Lutherbibelausgaben in jeder Grö- 
ße, Ausstattung und Preislage hochverdient gemacht. 
Der derzeitige Bibelkatalog umfaßt schon 140 Seiten. 
Neuerdings gibt sie auch andere Übersetzungen her- 
aus, so die textgetreue Menge-Bibel, die Schlachter- 
Thimme- und Albrecht-Bibel. Wir möchten die^^tutt- 
garter Jugend- und Familienbibel^) als Hausbibel und 
Einführung ins Bibellesen besonders empfehlen, zu- 
mal die Jugend für manches, besonders im A.T., noch 
nicht reif genug ist. Diese Bibel bietet eine gediegene 
Auslese. Kernsprüche sind fettgedruckt. Anmerkun- 
gen und Überleitungen erleichtern das Lesen. 

Wer eine vollständige Gesamtausgabe bevorzugt, 
sei auf die eben neu erschienene Stuttgarter Antiqua 
Taschenbibel-) hingewiesen. Sie bringt den von der 
EKD revidierten Text von 1912 fürs A.T. und von 
1956 fürs N.T. Die Drucktypen sind vornehm und 
gut lesbar. 

Das Westentaschentestament^) ermöglicht bei einem 
Umfang von 6,5/10 cm und nur 80 Gramm Gewicht 
ein beständiges Mitführen. Die Preise variieren je 
nach Einband und Ausstattung. 

Die römisch-katholischen Ver/ag'e überbieten sich 
geradezu in neuester Zeit in der Herausgabe äußerst 
preiswerter und praktischer Neuer Testamente. Es 
erscheint geradezu unglaubhaft, daß z. B. der Patt- 
loch-Verlag eine Volksausgabe^) zum Preis von nur 
1.50 DM und der Herderverlag eine Taschenbuchaus- 
gabe^) mit 334 Dünndruckseiten mit klarem Schrift- 
bild und flexiblem Einband für 1.90 DM herausbrin- 
gen konnte. 

Drucktechnisch eines der schönsten N.T., deswegen 
auch als Geschenk vorzüglich geeignet, ist die von 
0. Karrer im Ars Sacra Verlag, München besorgte 
N.T.^). In verbesserter Auflage 1953 erschienen darf 
diese Ausgabe als wahres Juwel bezeichnet werden. 
Die Riessler-Storr-BiheV) darf wohl als die beste 
katholische Gesamtbibelausgabe angesprochen wer- 
den. Die Ausstattung ist vorzüglich, der Druck könnte 
etwas farbkräftiger sein. Textproben ergaben eine 
dem biblischen Wort wie dem heutigen Leser gerecht- 
werdende Übersetzung. Bildtafeln und Karten be- 
reichern das auch äußerlich handliche und gefällige 
Bibelwerk. 

Fast wichtiger als Bibelausgaben wären^gute Kom- 
mentare und Einführung sbücher, die für den einfa- 
chen Leser geschrieben sind. Ich kenne aus neuester 
Zeit kaum welche, die wirklich allgemein empfohlen 
werden könnten, während natürlich an wissenschaft- 
lichen Büchern kein Mangel herrscht. Wer einmal mit 
einem Gelehrten in die Schächte des Gotteswortes ein- 
fahren und sich mit dem ganzen wissenschaftlichen 
Apparat vertraut machen möchte — und zwar an 



63 



einem leichteren Stoff, der sei auf die Erklärung der 
Gleichnisse des Göttinger Professors Joachim Jere- 
mias verwiesen®). Den gleichen Gegenstand behandelt 
der gottbegnadete Prediger Prof. Helmut Thielicke. 
Schon die Bezeichnung der Gleichnisse aXs^Bilderbuch 
Gottes^) läßt ahnen, wie Thielicke seine Aufgabe löst. 
Daß es ihm aber nicht nur um eine erbauliche Rede 
zu tun ist, daß er das ganze Wissen für seine Zeitge- 
nossen fruchtbar zu machen versteht, das beweist 
schon die Tatsache, daß seine^Predigten aus Ham- 
burgs Jakobi Kirche in den größeren „Michel" ver- 
legt werden mußten und Tausende den Predigten 
lauschen. 

Die Heilige Schrift zu illustrieren, d. h. zu erleuch- 
ten, war schon immer das Bestreben kunstverständi- 
ger Christen, angefangen von den Kritzeleien in den 
Katakomben bis zur^biblia pauperum, d. h. den Ge- 
mälden und Symbolen an den Wänden der Gottes- 
häuser. Nodi heute sind wir stark beeindruckt von 
den alten Fresken des Mittelalters. Herder hat es ge- 
wagt, in einer ganz neuen Art eine Bilderbihel vorzu- 
legen, die manchen ungewohnt erscheint, aber gerade 
in jüngster Zeit der kirchlichen Kunst mächtige Im- 
pulse gegeben hat. Gemeint ist die Bilderbibel Richard 
Seewalds^^) .' Der Künstler versucht in größter Spar- 
samkeit der Ausdrucksmittel das Wesentliche der bib- 
lischen Begebenheiten aufleuchten zu lassen. Nicht 
jedes Bild befriedigt, aber sie alle beeindrucken durch 
ihre Eindringlichkeit und herbe Aussage. 

Während Kindern der Mittel- und Oberstufe der 
biblische Text möglichst in der ursprünglichen Schlicht- 
heit vermittelt werden sollte, wird den Jüngsten das 
Lehen Jesu in spannender und ausschmückender 
Weise nahezubringen sein. Schon immer wird ein 
geschiditer Katechet die biblischen Erzählungen durch 
Sdiilderung der Umwelt ausgestaltet haben. Während 



Scharrelmann das biblische Geschehen unzulässi 
Gegenwartsgeschehen schilderte, erzählt A. Oui 
Armstrong^^) in der Vergangenheit. Diese Er 
weise hat ihr Gutes, aber auch ihre Gefahren, 
sollte man die neue Methode versuchen und erpn 
Man hat schon mit Recht gesagt, die Bibel 
man auf den Knien lesen. Jedenfalls nie ohnt 
mut und Einfalt — und nie ohne Bitte um Erl« 
tung durch den Heiligen Geist, dem sie ihr D 
verdankt. — Und nun: Nimm und lies! 

Paul F. P 



1. Stuttgarter Jugend- und Familienbibel, zur Einführu 
Bibellesen. Nach der deutschen Übersetzung D. Martin Lu 
Priv. Württ. Bibelanstalt, Stuttgart; Kleinoktav-Form 
nach Einband usw. 4.60 — 5.90 DSI (es gibt davon aud 
Ausgabe in Großoktav mit größerer Schrift, in der Pn 
von 8.20 — 21.50 DM). 

2. Stuttgarter Antiqua Taschenbibel, ebenda. A. T. 1 
NT 338 S. Preise zwischen 3.90 — 18.50 DM. 

3. Westentaschentestament mit Psalmen, ebenda. Preis 
sehen 2.60 — 10.— DM. 

4. Das NT, übersetzt von Prof. Dr. Joh. Kürzii 
Paul Pattloch Verlag, Aschaffenburg; 365 S. Kleinformat 
ausgäbe, 1.50 DM. 

5. Herders NT. Dünndruckausgabe, 1.90 DM. Herder-\ 
Freiburg i. Br. 

6. NT. übersetzt und erklärt von Otto Karrer, ^ 
Ars Sacra^AIünchen (Jos. Müller); 820 S. Dünndrudcj 
Leinen, 9.S0 DM. 

7. Storr-Rießler Bibel, Matthias Grünewald Verlag : 
1958, 1532 S., IX. Aufl. 74-84.Tausend. 24.50 DM. 

8. Jeremias Joachim, Die Gleichnisse Jesu, 4. ncubearl 
Aufl. 1956, Vandenhoeck und Rupprecht, Göttingen; 2 
brosch., 7.80 DM. 

9. Thielicke Helmut, Das Bilderbuch Gottes, Reden ab 
Gleichnisse Jesu, Quell Verlag, Stuttgart; 1957, 320 S 

10. Seewalds Bilderbibel. 100 Bilder mit Texten aus d 
und NT^ Herder- Verlag, Quartformat, 212 S., geb. in 1 
22.— DM, Engl. Broschur 18.50 DM. 

11. Oursler-Armstrong, Die Gesdiichte vom Leben Jes 
Farbbildern und vielen Illustrationen.^.^erder- Verlag 



äb^ 

14.M 



bürg i. Br. 1957. 235 S.. 9.80 DM. 




64 



Die Ehefragen 



häftigen Volk und Verantwortliche in unseren 
3n außerordentlich. Die Ehescheidungen sind seit 
Krieg zwar zurückgegangen, ihre Zahl ist den- 
1 überaus groß. Die Leidtragenden sind die Kin- 
Audi uns Altkatholiken macht die Frage der 
sdieidung nicht geringe Kopfschmerzen. Wir hal- 
an der Sakramentalität der kirchlich geschlosse- 
Ehe und an ihrer Unauflöslichkeit grundsätzlich 
Das neue Personenrecht für unsere Geistlichen 
it notfalls wohl eine Trennung von Tisch und 
, verbietet aber jedem Mitglied der Geistlichkeit 
Scheidung oder die Heirat einer Geschiedenen. 
1 erfolglosem Versöhnungsversuch, so sieht ein 
?r Entwurf eines „Ehe-Schiedsgerichtes" vor, 
1 unter ganz bestimmten Voraussetzungen der 
tliche selbst im Amt belassen werden, wenn er 
'.icht auf die Eingehung einer neuen Ehe leistet, 
^r Kirchliches Recht will damit wenigstens im 
slerstand das Hochbild der christlichen Ehe rein- 
llen und den Gläubigen vor Augen führen, selbst 
n eine noch ausstehende sachliche Abklärung der 
ung des Neuen Testamentes zur Erkenntnis käme, 
eine Scheidung trotz grundsätzlicher Unauflös- 
.eit der Ehe nicht in jedem Falle ausgeschlossen 
I leint. 

•genüber der Leichtfertigkeit und dem Eiltempo, 
I ?m manche Ehen geschlossen, aber oft auch eben- 
I hnell wieder geschieden werden, sollten wir über- 
I 1, ob eine kirchliche Eheunterweisung nicht doch 
! er zur Aufgabe der Geistlichen gehöre. Die Groß- 
! len kennen schon seit längerem Bräuteschulen, 
[ <gespräche, Eheberatungsstellen. In der römisch- 
; olischen Kirche wird wenigstens einmal im Jahr 
! Volk durch einen Ehehirtenbrief eingehend über 
t Wesen christlicher Ehe belehrt, wenngleich in 

i' Weise, die wir nicht unbesehen übernehmen 
iten. Eine Eheanbahnungsstelle unseres Bistums 
'ider nach einem kurzen Versuch wieder einge- 
\ en. Man hat nie erfahren, ob sie wirklich bzw. 
i greich in Anspruch genommen wurde. 
! fehlen uns Belehrungsblätter, die man den Braut- 
\ n in die Hand geben könnte und die von einer 
^ itsgemeinschaft unserer Seelsorger zu schaffen 
rn. 

I uerdings wurde evangelischerseits der Vorschlag 
ji dreijährigen Ehescheidungssperre für die ersten 

II Ehejahre gemacht. Jedenfalls sollte der Schei- 
I slustige bedenken, daß er doch kaum gänzlich 
f seinem Ehepartner loskommt, wenigstens nicht 
fe ziell. Und alternde Männer, die nach einer jun- 
e Frau verlangen, mögen sich an das gute Wort 
■ lern wertvollen Film „Die Frau im Morgenrock" 
|f ern, daß man 20 Jahre gemeinsamen Lebens 
h t einfach in den Koffer packen kann". 

> ' beiden großen Kirchen haben Kundgebungen 

16 1 die 

I Mischehe 

' utbart. Die evangelische Warnung weist auf die 
■ ulere Lage hin, die für den Evangelischen durch 



das römische Kirchenrecht bei röm.-katholischer 
Trauung (Kindererziehung) sich ergibt. Die römisch- 
katholische, sehr eindringlich gehaltene Mahnung 
übersieht, daß viele Ehen gleichen Bekenntnisses 
heutzutage ja oft schlimmer als Mischehen sind, 
dann nämlich, wenn der eine Teil gleichgültig oder 
praktisch ungläubig ist. Sie übersieht ferner, daß 
bei wirklich gläubigen Partnern verschiedenen Be- 
kenntnisses doch das gemeinsame Glaubensfunda- 
ment so breit und stark sein kann, daß beide hier- 
durch für die Verschiedenartigkeit religiöser Aus- 
drucksformen Duldsamkeit, ja Aufgeschlossenheit 
besitzen werden. 

Wir erblicken die Hauptgefahr der Mischehe in der 
religiös-kirchlichen Gleichgültigkeit, die oft beide Ehe- 
partner sowohl vor wie auch in der Ehe beweisen 
und die dazu führt, daß die Einschulung in den Reli- 
gionsunterricht eines bestimmten Bekenntnisses meist 
nach rein äußerlichen Gesichtspunkten getroffen wird. 
Gerade unsere Gläubigen sollten es leicht haben, die 
Treue zur alten katholischen Kirche zu wahren, weil 
die alt-katholische Kirche ja die Vereinigung der ge- 
trennten Kirchen schon in sich selbst dadurch voll- 
zogen hat, daß sie an das allen Gemeinsame anknüpft 
und daß sie alle jene echten Reformen für sich be- 
reits durchgeführt hat, die viele römisch-katholische 
Christen bisher vergeblich ersehnen, die Reforma- 
tionskirchen bereits aber mit uns gemeinsam haben. 
Man darf von heutiger Sicht aus wirklich sagen: Die 
Reformation hätte nicht stattgefunden, hätte sich die 
damals durchaus katholische aber vermittelnde Rich- 
tung durchgesetzt, deren Rest ja die im alten katholi- 
schen Glauben verharrenden und darum seit 1870 aus 
der dogmatisch-„römisch" gewordenen Kirche ver- 
triebenen Katholiken darstellen. 

Die katholischen Bistümer der Alt-katholiken ver- 
körpern so tatsächlich die echte und wahre Una Sanc- 
ta, die gar nicht erst mühsam gesucht werden muß. 
In Abwandlung eines bekannten Wortes möchte man 
daher allen jungen ehelustigen und ehe-reifen Alt- 
katholiken, Mädchen wie Männern, zurufen: Macht 
durch alt-katholische Trauung und durch alt-katho- 
lische Erziehung eurer Kinder die Una Sancta-Bewe- 
gung der katholischen Kirche stark, damit die Chri- 
stenheit mehr und mehr erkenne, auf welchem Glau- 
bensboden sie sich alle finden könnten und sollten, 
um das zerrissene Netz wieder zu flicken, die gespal- 
tene Christenheit wieder zu einen unter ihrem wah- 
ren Hirten und Oberhaupt Jesus Christus. 

P. Pfister 

WW WW WWWW WW VWVVWVWXA WW VWA V\A'V vAW VVWWVA'V^A'VWW 

Gott gebe uns die Kraft, die Dinge zu tragen, 

die nicht zu ändern sind. 

Er gebe uns den Mut, die Dinge zu ändern, 

die geändert werden müssen. 

Und er gebe uns die Weisheit, die einen 

von den anderen zu unterscheiden. 



65 



Astrologie 



Randbemerkungen zu einem Zeitwahn 



Die alten Griechen wiesen den Nomen und Parzen 
die Aufgabe zu, an der Zukunft der Menschen zu we- 
ben, den einen zum Glück, andern zum Verderben. 
Unsere Zeit ist über diesen Glauben nicht hinausge- 
wachsen. Man will sich nicht nach christlichem Vor- 
sehungsglauben in Gottes Plan und weise Vorsehung 
ergeben, überzeugt, daß denen die Gott lieben, alle 
Dinge zum Besten gereichen müssen. Man möchte sich 
in seiner Unzulänglichkeit selbst beschwichtigen und 
das Mißlingen und Versagen (weniger das Gelingen 
und den Erfolg, den man sich gern selbst zuschreibt) 
auf höhere Gewalten abschieben. So sucht man eine 
Erklärung, einen Prügelknaben jenseits Gottes oder 
jenseits der eignen Verantwortung und findet ihn in 
der V orbestimmung des Lebenslaufes durch die Ge- 
stirnskonstellation der Geburtsstunde. Ist sie nämlich 
für den Ablauf des Lebens, für die eigentümliche Re- 
aktion des Menschen bestimmend, dann läßt sich die 
Zukunft prophezeien, ja mehr oder weniger errech- 
nen; und dann kann man durch Beachtung günstiger 
bzw. weniger günstiger Umstände das Leben wieder 
griffsicher in die Hand bekommen. Man kann dem 
unabänderlichen Schidcsal ein Schnippchen schlagen 
oder sich mit dem billigen Trost selbst Genugtuung 
geben, man könne nicht dafür, daß man eben im 
Zeichen des Widders oder der Zwillinge geboren sei. 

Unzweifelhaft hat dieser Wahn die Zeitmeinung 
heutzutage so beeinflußt, daß, halb im Spaß, meist 
aber mit einem ernsten Hintergrund sich kaum je- 
mand astrologischen Behauptungen ganz zu entziehen 
vermag. Viele treibt es zu den Magiern, sich das Ho- 
roskop stellen zu lassen. Eigene Zeitschriften verbrei- 
ten das Wissen um die Geburtsgebieter, Spannungs- 
beherrscher und Gestirnsbeherrscher, Häuser usw. 
Verblüfl'ende Aussagen gewinnen auch Zögernde und 
kritische Menschen — und die Charakteristiken der 
Jungfrau, des Stiers usw. sind nicht nur allgemein 
bekannt, viele scheuen sich auch nicht, als Ehepart- 
ner den Menschen ihres Typs nach den Sternbildern 
zu suchen. 

Gerade das Letztere sollte schon zu denken geben, 
nämlich, daß vom Bild, bzw. der Eigensdiaft des betr. 
Tieres die Charaktereigenschaften des in diesem Tier- 
kreiszeidien Geborenen abgeleitet werden. Auch sind 
die Eröfl'nungen der Astrologen meist doppelsinnig 
oder mindestens reichlich allgemein. Die Astrologen 
spekulieren auf die Selbstgefälligkeit des Horoskop- 
gläubigen, der das zu ihm Passende vorbetont und 
das andere überliest. Endlich wird jedes wahrhaft 
gelebte Menschenleben den ganzen Spannungsreicli- 
tum des Menschlichen in sich in einer so ungeheuren 
Fülle verspüren, daß kaum etwas gänzlich Unzutref- 
fendes sich in einer Charakteristik finden dürfte. 

Wenn die Heilige Schrift Zahlenkünste, Astrologie 
und Zauberei auf eine Stufe, nämlich die des Aber- 



glaubens stellt, dann tat sie das nicht aus dem 
tigen Wissen der ernstzunehmenden Astronc 
sondern aus der Überzeugung heraus, daß S( 
Wahn und Aberglaube Gott die Ehre raubt un 
schafl^enen Dingen eine Gewalt zuschreibt, die 
bestimmt nicht in dem ihnen zugeschriebenen 
fang haben. Und wenn wir Christen davor wa 
die Astrologie in ihrer Bedeutung zu übersdi; 
so aucli deswegen, weil astrologischer Aberglaube 
eine ernste sittlich-ethische Seite besitzt. Es ist 
viel bequemer, eignes Versagen zu bemäntelr 
dem Einfluß der Sterne zuzuschreiben. — 

Als Naturwesen sind wir selbstredend in der 
mischen Naturzusammenhang ebenso mithini 
bunden wie wir weithin das Produkt unserer 
fahren (Erbmasse) und unserer Umwelt, im wei 
Sinn verstanden, sind. Zu den kosmischen Einfl 
mögen auch die Gestirne, weit mehr aber Monc 
Sonne, Jahreszeiten und Witterung zählen. Das 
spürt jedermann tagtäglich am eignen Leib. ^ 
rung und Jahreszeiten werden ihrerseits haup 
lieh von der Sonne (Sonnenflecken) bestimmt, 
hat dies nun auch wissenschaftlich einwandfre 
gestellt. Bäume lassen einen elfjährigen Wachs 
rhythmus erkennen. Statistisch ist der Einflu 
Sonnenaktivität auf die Häufigkeit der Sterb- 
ja der Selbstmorde, erwiesen. 

Aber sind wir nicht stündlich allen möglicher 
flüssen unterworfen? Den Einflüssen von Speis 
Trank, von Sorge und Kummer! Wissen wir 
alle, daß Ärger zu Krankheiten führt! Wird aber 
kosmische oder sonstige Umweltseinflüsse — 
auch durch unser Erbgefüge — die Eigenveran 
liclikeit aufgehoben? Doch höchstens nur gemi 
Wir sollen die Schwierigkeiten meistern. Nicht 
boß sondern Hammer" bleiben. Zwar könne 
nicht über unsern Schatten springen, aber wir ' 
nen unserm Leben das rechte Vorzeichen, di« i 
Ridüung geben. Und wir können das übrig( I 
außer unserer Selbstentscheidung steht, getros j 
überlassen, der uns nicht über unsere Kraft ve ^ 
werden läßt und der von uns nur das abverlangt 
wir, von seiner Gnade, d. h. von seiner Liebe gel i 
vollbringen können. Drum sollte es uns weniger 
mern, ob wir Erfolg haben, oder wann unsci 
bensuhr abgelaufen sein wird, welche Gefahre 
umdräuen. Wer dies beständig selbstquäleriS' j 
wägt, nimmt sich selbst zu wichtig und steht 
fahr, ein Hypochonder oder „Fabius Cunctator' 
ewiger Zauderer) zu werden. Der echte Christ 1 
sich niclil, „was kommt danach", sondern 
recht" — „und also unterscheidet sich der Fre 1 
dem Knecht." Wir halten es daher lieber mit V 
„Wo immer ein tapferes und braves Herz d 
Schäfte der Welt anfaßt, springt aus Elend«, 



J 



1 



und Schmutz der Geist, der Gott heraus." Und auch vor dem Herrn JEDERMANN! Bleiben wir nicht 

Albert Schweitzer: „Was ein Mensch an Gütigkeit im tiefsten Herzensgrund frei, solang wir die Ver- 

je Welt hinausgibt, arbeitet an den Herzen und antwortung in Freiheit behalten wollen? Solange wir 

iem Denken der Menschen." die Wahrheit mehr lieben als die Lüge, das Gute mehr 

ochmal: wozu also Horoskop, Handliniendeutung, als das Schlechte, das Schöne mehr als das Häßliche, 

u ständiges Abhorchen unserer Lebensfunktionen können wir, gestützt auf Gottes Liebeswillen und zu- 

kosmisdien Abhängigkeiten? Warum sollen wir gesagte Hilfe das Dunkle überwinden — in uns und 

itulieren vor dem vermeintlichen Schicksal oder um uns! P. Pfister 



DER 23. PSALM 
— wie ihn die Indianer beten und lesen 

Der große Vater über uns ist ein Hirte — bei ihm ge- 
bricht es uns an nichts. / Er wirft mir ein Seil zu, das 
Liebe heißt; / er zieht mich dahin, wo grüne Weide 
ist, / zu Wasserstellen, wo keine Gefahr droht. / Dort 
habe ich Speise und friedliche Rast. / 

Wohl ist mein Herz zuzeiten sehr schwach und läßt 
den Mut sinken; / aber er richtet mich wieder auf / 
und führt mich auf einen guten Weg. / Sein Name ist 
wunderbar. / 

Eines Tages — er mag nah sein oder ferne oder 
noch ganz fern in der Zukunft — / wird er mich an 
einen Ort führen, / der von Bergen umschlossen ist. / 
Dunkel ist es da; aber ich werde nicht widerstreben. / 
Ich werde mich auch nicht fürchten; / denn dort zwi- 
schen den Bergen wird der große Hirte mir begeg- 
nen / und der Hunger meines ganzen Lebens gestillt 
werden. / 

Manchmal macht er eine Geißel aus dem Seil seiner 
Liebe; / danach gibt er mir einen Stab, / auf den ich 
mich stützen kann. / 

Er deckt mir den Tisch mit Speise aller Art. / Er 
legt mir die Hand aufs Haupt, / und all meine Müdig- 
keit ist verschwunden. / Meinen Bedier füllt er mir 
zum Überfließen. / 

Was ich euch sage, ist wahr, ich lüge nicht. / Diese 
Wege, die weit vor mir liegen, / werden doch lebens- 
lang mein sicherer Pfad sein. / Und danach erwartet 
mich das Leben im großen Zelt, / dort wird mein 
Platz bei dem Hirten sein / — für immer. 




67 



Die St. Gotthardbahn, 
ein Werk des Gemeingeistes 

Im Juni 1957 feierte die Schweiz das 75jährige Be- 
stehen der Gotthardbahn. Die Frankf. AUg. Zeitung 
brachte aus diesem Anlaß Hinweise, die uns allen, 
besonders jenen, die diese Bahn mit größter Selbst- 
verständlichkeit benutzen — es sind jährlich mehr 
als 5 Millionen Reisende — mit Hochachtung vor die- 
ser Gemeinschaftsleistung erfüllen müssen. 

Der geniale Erbauer, Ing. Louis Favre, büßte 
noch vor Vollendung des gewaltigen Werkes Ver- 
mögen und Leben ein. Ein Herzschlag raffte ihn 
bei einem Kontrollgang weg. 177 Männer verloren 
das Leben, 403 wurden schwer verletzt. Siebenmal 
flogen Lager des erst kurz zuvor erfundenen und in 
seiner Gefährlichkeit nicht immer erkannten Dynamits 
in Göschenen oder Airolo in die Luft. Hitze und im- 
mer wieder im Berginnern hervorbrechende Wasser- 
massen bedrohten das Vorhaben ebenso wie herab- 



stürzende Gesteinsmassen. 1877 geriet die Gott 
bahngesellschaft in eine schwere Finanzkrise 
Nachbarländer halfen nochmals großzügig. En 
am 29. Februar 1880 stießen unter brausenden E\ 
rufen die beiden Arbeitsgruppen aufeinander. S 
nau waren die Berechnungen, daß die Stollei 
Zentimeter voneinander abwichen. Es bedurfte 
weiterer 2 Jahre, bis der erste Zug fahren konn 
Der Tunnel hat eine Länge von 15002,24 m. T; 
passieren ihn 145 Züge, davon 85 Güterzüge un 
tozüge. Seit der Elektrifizierung hat sich dit 
schwindigkeit der Fahrt zwischen Basel und Gl 
verdoppelt. Wenn wir heut in fünf Stunden diest 
fernung bewältigen können, die früher wochen 
beschwerlichste und gefährliche Tagereisen da 
so verdanken wir dies all denen, die diesen vt 
und länder verbindenden Schienenweg ermögli 
und ihn geschaffen haben, den weilsichtigen I 
maten, den mutigen Ingenieuren, den Tausendei 
ßigen Arbeitern. 



(yC^x-ei h 



V4rxc 



Qe^MiMtl 



Civi 



Die Klinke 

Ein Kunstmaler hat ein Gemälde gefertigt. Es 
schildert jene Szene aus der Offenbarung des 
Johannes, in der der Herr sagt: „Siehe ich stehe 
vor der Tür und klopfe an!'' Der kleine Sohn des 
Malers betrachtet das Bild und sagt plötzlich zu 
seinem Vater: „Aber eines hast du falsch gemacht. 
Es fehlt an der Tür draußen die Klinke. Der Herr 
Jesus kann ja gar nicht herein.'' 
„Er kann es nur", erklärt der Vater, „wenn man 
ihm von innen öffnet und wenn man ihn einlas- 
sen will. Darum habe ich die Außenklinke weg- 
gelassen, mein Junge. Heißt es doch in der Heili- 
gen Schrift: ,Siehe, ich .stehe vor der Tür und 
klopfe an, so einer mir auftut, zu dem werde ich 
eingehen und Gastmahl mit ihm halten und er 
mit mir'." — 

Drei Freunde 

Ein Mann hatte drei Freunde; zwei derselben 
liebte er sehr; der dritte war ihm gleichgültig, 
oh dieser es gleich am redlichsten mit ihm meinte. 
Einst ward er vor Gericht gefordert, wo er un- 
schuldig, aber hart verklagt war. „Wer unter 
euch", sprach er, „will mit mir gehen und für 
mich zeugen? Denn ich bin hart verklagt worden, 
und der König zürnet." 

Der erste seiner Freunde entschuldigte sich so- 
gleich, daß er nicht mit ihm gehen könne wegen 
anderer Geschäfte. Der zweite begleitete ihn bis 
zur Tür des Richthauses; da wandte er sich und 
ging zurück aus Furcht vor dem zornigen Richter. 
Der dritte, auf den er am wenigsten gebaut hatte. 



ging hinein, redete für ihn und zeugte von s 
Unschuld so freudig, daß der Richter ihn h 
und beschenkte. 

Drei Freunde hat der Mensch in dieser 
Wie betragen sie .sich aber in der Stundt 
Todes, wenn ihn Gott vor Gericht fordert: 
Geld, sein bester Freund, verläßt ihn zuersi 
geht nicht mit ihm. Seine Verwandten und Fri 
begleiten ihn bis zur Tür des Grabes und k( 
wieder in ihre Häuser. Der dritte, den er ir 
ben oft am meisten vergaß, sind seine wohlta 
Werke. Sie allein begleiten ihn bis zum Tl 
des Richters; sie gehen voran, spreclien fü 
und finden Barmherzigkeit und Gnade. 

Johann Gottfried // 

Der Traum 

Wenn die Glocken zum Sonntags-Gottesdien.' 
fen, sagte ein Mann seiner Frau: „Geh di 
Kirche und bete für uns beide." 

Die Frau war darüber betrübt. Indes änd 
weder Mahnen noch Bitten den Sinn des Mo 
So ging .sie alle Sonntage allein zur Kirrhi 
betete für zwei. 

So ging es mehrere Jahre. Eines Nachts tru 
dem Mann, seine Frau sei gestorben und sie 
stünden vor der Himmelstür. Petrus schlo, 
Pforte auf und ließ die Frau herein, indei 
sagte: „Du kann.st für euch beide kommen. 
Tür ward verschlossen und derM<n\n mußte 
ßen bleiben. 

Von da an gab es keinen Sonntag, an den 
Mann fehlte. 



68 



Freizeit 



Die 10 Gebote und der Kraftfalirer 



Zeit, die einer hat, gehört zu den köstlichsten 
TR dieses Erden-Daseins. In ihr verwirklicht sich 
Mensch. Sie ermöglicht und begrenzt zugleich 
e Gestalt und Menschwerdung. Wer von dieser 
andern etwas abtritt, gibt ein Kleinod seines 
ms preis, es sei denn, er könne in dieser herge- 
'nen Zeit sich selbst verwirklichen, ein ihm ge- 
,es Werk hinstellen, seine Fertigkeiten oder Fä- 
eiten dabei vollenden. Leider wird dieses schöp- 
iche Sichauswirken und Sichvollenden in der heu- 
1 arbeitsteiligen Gesellschaft fast unmöglich. Die 
ni zahlt selbst in geistigen Berufen die Lustprämie 
t mehr aus, die viele Tätigkeiten des Handwerks, 
Bauern, vor allem der schöpferischen Berufe 
e erfahren durften. Selbst der Priester und Geist- 
', der einzige Beruf neben dem Künstler und 
tsmann. der auf eine höhere gottgewollte Beru- 
I unverkennbar hinweist, ist im Begriff, zum 
(liehen Funktionär und Manager herabzusinken, 
n es der Kirche nicht bald gelingt, die nun einmal 
gen Vorhallendienste auf die Schultern einer brei- 
mittragenden Laienschicht zu legen, — Weil der 
itsteilige Wirtschaftsprozeß unaufhaltsam alle 
ife ereilt und jeden Werktätigen und Schaffenden 
r und mehr zu einem Rädlein oder auch zu einem 
:)erten" (Fachmann) eines eng umgrenzten Teil- 
esses der Forschung, der Produktion oder des 
eilapparates macht, braucht der Mensch als Ge- 
;ewicht zur Erhaltung und Erneuerung seiner 
' tischen und geistigen Kräfte eine längere und 
igere Freizeit, — also ausreichenden Schlaf , Rück- 
• zur Brunnen- und Quellstube der Natur und der 
e. Diese Reproduktion seiner Kräfte kann z. B. 
h ein Hobby auf vielfältige Weise geschehen, 
auch in ernster Bildungsarbeit, in Wandern und 
en oder in stiller Beschaulichkeit. Die Fünftage- 
le, die hierzu befreit und befreien soll, ist dar- 
grundsätzlich zu begrüßen. Schließlich lebt der 
j seh nicht, um zu arbeiten, sondern arbeitet, um 
i ben. Arbeit ist nie nur Selbstzweck. Nachdem die 
I inik die Voraussetzungen geschaffen hat, mehr 
\ V in kürzerer Zeit bei dem gleichen menschlichen 
\ itsaufwand zu erzeugen, sollen, ja müssen die 
erungen daraus auch für ein menschenwürdiges 
'in in dem Augenblick gezogen werden, in wel- 
t 1 dies die Gesamtlage eines Volkes erlaubt. 

[ lerdings ist durch Erkämpfen der nötigen Frei- 

I nur die eine Seite des Problems gelöst. Durch die 

P tundenwoche wird der arbeitende Mensch frei 

I' Arbeitsfron — aber wofrr? Wird die gewonnene 

' zeit auch wirklich zur Erneuerung der Volks- 

i l und zur Menschwerdung jedes Einzelnen ver- 

let werden? Oder wird sich die Kulturindustrie 

■r Freizeit bemächtigen? Fast muß man befürch- 

- hoffentlich nur für eine kurze Übergangszeit 

laß hektischer Vergnügungsrummel, Sozialtouris- 

und Unterwelt die freie Zeit so beschlagnahmen, 

der Sonntag noch mehr als bisher, statt Gottes- 

Ruhetag zu sein, einfach nur „freier Tag" ist — 

daü der Montag noch mehr Bläue bekommt — als 



1. Gott ist auch der Herr der Straße und der 
Öffentlichkeit! Du bist ihm stets verantwortlich. 

2. Dulde keinen Aberglauben, rufe vielmehr Gott 
an vor jeder Fahrt! Weder Maskottchen, noch 
Fluchen und Schelten helfen Dir wirklich. 

3. Keine Sonntagsfahrt ohne Sonntagsgottes- 
dienst! „Sonntag ist's in allen Landen!" Das 
Kraftfahrzeug bringt uns aus der Vereinsa- 
mung, aus der Diaspora schnell zu unseren 
Glaubensgeschwistern. 

4. Entfliehe nicht Deiner Familie mit dem Motor! 
Nimm sie mit oder verabrede mit Deinen Kin- 
dern ein Treffen (Sternfahrt). 

5. Schütze und liebe das Leben der Mitmenschen 
und Tiere! 

6. Sei Ritter der Landstraße! 

7. Achte das Vorfahrtsrecht der anderen und die 
Schutzgebote des Verkehrs! 

8. Stehe immer zur Wahrheit! Verabscheue Fah- 
rerflucht und falsche Aussage. 

9. Habe Ehrfurcht vor dem Ruf und der Ehre 
derer, die Du mitnimmst! 

10. Bringe die Mitfahrenden sicher an ihr Ziel! 



GEBET EINES KRAFTFAHRERS 
VOR DER FAHRT 

Gott mein Vater 

halte Deine schützende Hand über alle, die sich mir 

anvertrauen und denen ich begegne. 

Gib mir ein wachsames Auge, eine sichere Hand 

und ruhige Nerven. 

Erfülle mich mit Verantwortlichkeit 

und Pflichtbewußtsein — 

und bewahre meine Sinne und Kräfte 

auf daß niemand Schaden nehme durch mich. Amen. 



Ausruhtag von Sport, Reisen und Ruhelosigkeit. Na- 
türlich auch das: daß der Geldbeutel noch leerer wird 
und die Ansprüche an das Leben — damit natürlich 
auch die Lohnkämpfe, noch mehr anwachsen. — In 
Wahrheit wird Freizeit aber nur dort zum Segen, wo 
man sich selbst aus der Zerstreuung und Erschöpfung 
zurückzunehmen lernt in die eigentlichen Wertbe- 
reiche des vollen Menschentums. 

Wir geben die Losung aus: Das Wochenend gehöre 
den privaten, häuslichen und staatsbürgerlichen Auf- 
gaben, dem Garten, dem Schreibtisch, dem Sport, dem 
Basteln, dem Ausflug — der Sonntag aber dem Kirch- 
gang, dem Gebet, dem Besuch der Kranken und Nach- 
barn, dem Gang zum Gottesacker, der Hausmusik, 
dem guten Buch, der Familie und der inneren Samm- 
lung, also den Verabredungen mit unserem Ich und 
der Gemeinschaft mit Gott! 



69 



IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII2 

I ^^püt ^ebeti ttvoci9 I 



iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii 



Der Alte Fritz erzieht zur Toleranz! 



Der Alte Fritz war gewiß kein besonders fleißiger 
Kirchgänger, und doch hat er einmal die grauen 
Wetterwolken mit viel Humor verscheucht, die sich 
über dem Haupt eines jungen Theologen aus Ungarn 
zusammenziehen wollten. 

Eines Tages begegnete der König in seinem Park 
zu Sanssouci einem jungen Manne von fremdartigem 
Aussehen, dessen Äußeres ihm auffiel. Er ging auf 
den Fremden zu und fragte, wer er sei. Der Fremde 
erkannte den König sofort und erwiderte ehrerbietig: 
„Majestät, ich stamme aus Ungarn und bin in Frank- 
furt a. O. gewesen, wo ich Theologie studiert habe. 
Jetzt wollte ich noch, vor meiner Heimkehr ins Va- 
terhaus, Berlin, Potsdam und Sanssouci kennenler- 
nen und bin außerordentlidi glücklich, daß ich den 
hohen Sdiutzherrn unserer Religion einmal von An- 
gesicht sdiauen darf." — „Er ist also Protestant!" — 
„Ja, Majestät." — „Hat Er denn auch alles ordentlich 
betrachtet?" Der junge Mann bejahte, und es knüpfte 
sich daran ein längeres eingehendes Gespräch, in 
dessen Verlauf der König in dem jungen reformierten 
Theologen, dessen Name Hedhessi war, einen sehr 
tüchtigen, unterrichteten und gewandten Mann fand, 
welcher ihm in seiner Art so gut gefiel, daß er ihm 
sagte: „Weiß Er was? Bleibe Er in meinem Lande, 
idi will für Ihn sorgen, hört Er?" Der ungarische 
Kandidat sagte darauf: „Die Huld Ew. Majestät ist 
mir ebenso überraschend wie unverdient, allein ich 
darf dieselbe doch nicht annehmen. Bei unseren ge- 
ringen evangelischen Gemeinden in Ungarn gibt es 
viel Mangel an geistlichen Kräften; auch bin ich nur 
deshalb ins Ausland zum Studium gegangen, um 
nachher meinem Vaterlande desto besser in unseren 
armen Gemeinden dienen zu können. Sodann erwar- 
tet auch schon mein bejahrter Vater, welcher eben- 
falls Pfarrer ist, meine Hilfe zu Hause. Majestät wer- 
den verstehen, daß ich unter solchen Umständen die 
Ehre von Ew. Majestät huldvollem Anerbieten ab- 
lehnen muß." Der König sah das ein. „Das ist fatal", 
sagte er. „Hör Er, bitte Er sich eine Gnade von mir 
aus." Der Ungar versicherte, daß er alles habe, was 
er brauche, und in dem einzigen, was ihm notwen- 
dig wäre, könne Se. Majestät ihm doch kaum helfen. 
Diese Bemerkung interessierte den Alten Fritz. „Was 
ist denn das?" — „Theologische, evangelische Bü- 
cher", war die Antwort. „Da will ich Ihm wohl hel- 
fen", sagte der König. „Schreibe Er mir nur eine 
Liste auf von solchen Büchern, die Er für sein Amt 
braudit." — „Majestät", sagte der Kandidat, „das 
würde mir nichts helfen. Ich habe mir bereits in 






Frankfurt und Berlin verschiedene philosoph 
und theologische Bücher gekauft; aber die sir 
cherlich in Wien verboten und werden mir bei 
ner Ankunft daselbst weggenommen werden, 
dort geschieht die Durchsicht aller Bücher durc 
Jesuiten, und die Zensur ist außerordentlich str 

Der Alte Fritz dachte einen Augenblick nach, 
fuhr er rasch auf: „Nehme Er Seine Bücher in G 
Namen mit, kauf Er auch noch für zehn Dul 
dazu, was Er braucht, und was Er denkt, daß 
Wien am allerverbotensten sein könnte, und wj 
durchaus wegnehmen wollen. Versteht Er mich? \ 
sie Ihm dann in Wien die Bücher wegnehmen W( 
so sage Er nur, der König von Preußen habe sie 
geschenkt. Darum werden die Herren Patres 
Väter der Gesellsdiaft Jesu) sich wohl nicht 
kümmern, sondern die Bücher dort behalten, 
schadet aber nichts. Laß Er sich die Bücher nur 
nehmen; gehe Er aber gleich zu meinem Gesai 
und lasse sich bei ihm melden. Dem muß E 
ganze Geschichte erzählen und alles, was ich Ihi 
sagt habe. Hernach gehe Er in den vornehmsten 
hof und lebe Er redit kostbar. Merke Er wob 
darf nicht unter einem Dukaten täglich verzeil 
In dem Gasthof bleibe Er so lange, bis man 
Seine Bücher selbst wiederbringt. Für das alles 
Er mich nur sorgen." Eilig ging der König, nad 
er so ausführlich mit dem ungarischen Kandii 
der Theologie gesprochen hatte, in sein Schlo 
rück, kam aber schon nach wenig Minuten ^ 
heraus und brachte einen langen Zettel mit 
welchen er mit seiner Handschrift geschrieben 1 
„Bon pour rester ä Vienne aux d^pens de moi. 
derik." Merkwürdigerweise unterzeichnete der } 
König seinen Namen stets so. Zum Absdiied sag! 
König wieder: „So, nun hat Er meinen Namen 
Papier braucht Er in Wien nur meinem Gesai 
zu zeigen. Und verlaß Er sich darauf, Er kriegt 
Bücher wieder. Aber vergesse Er nicht, in Wier 
zu leben. Alle Tage einen Dukaten, hört Er's 
ich sag's Ihm." Der Kandidat wollte noch be? 
dene Einwendungen machen, allein der König st 
die Unterredung ab mit den Worten: „Nun kl 
wohl. Verlaß Er sich nur auf mich, ich will Ihm 
nur zu den Büchern, sondern auch zu einer P 
verhelfen. Nun reise Er in Gottes Namen und sd* 
Er mir einmal. Hört Er's? Adieu!" 

Damit war diese merkwürdige Unterredun 
Ende, und Hedhessi, der ungarische KandidU 
Gnaden entlassen. Er war natürlidi durch diese { 



-rredung mit dem großen König aufs tiefste be- 
i, voller Dank, aber auch voller Zweifel, wie es 
aufen würde. Er kaufte sich noch die Bücher, 
ihm für das fernere Studium in seiner Heimat 
sendig schienen, und reiste ab. Wie er es vor- 
gesagt hatte, so geschah es. Bereits an der Grenze 
den alle seine Bücher versiegelt, und wie er sie 
Vien an der Zensur abholen wollte, wurde ihm 
ärt, sie seien samt und sonders als ketzerische 
iften konfisziert. Er stellte den Bücherzensoren 

daß sie ein persönliches Geschenk Seiner Maje- 
des Königs von Preußen seien und daß derselbe 

aufgetragen habe, das zu betonen. Aber die 
ren Jesuiten erwiderten: „Hier in Österreich 
seht bekanntlich die Kaiserin Maria Theresia; 

geht uns in Wien der König von Preußen an? 
hat genug in seinem eigenen Lande zu tun und 
icht seine Nase nicht in fremde zu stecken." 
lem Auftrag gemäß ging nun Hedhessi zum preu- 
hen Gesandten, erzählte getreulich seine Unter- 
mg mit dem Könige und gab das von demselben 
tfangene Schreiben ab. Der Gesandte war aber 
'its über alles auf das genaueste informiert durch 
ruktionen aus Berlin, rief einen seiner Diener, 
ite ihn mit dem ungarischen Kandidaten in den 
en Gasthof Wiens und ließ zugleich den Wirt 
. tändigen, daß dieser Gast auf Kosten der preu- 
hen Gesandtschaft verpflegt werden sollte. Nun, 
war ja nicht das schlimmste, was dem jungen 
me passieren konnte. Er ließ sich's wohl sein 

benützte seine Zeit, um die Kunstschätze und 
liotheken seiner Hauptstadt gründlich zu stu- 
en. Der Gesandte aber schickte einen ausführ- 
en Bericht über diesen Vorfall nach Berlin, 
a traf eines schönen Tages in Breslau der Imme- 
befehl Sr. Majestät des Königs sowohl bei dem 
iverneur wie bei dem Minister von Münchon ein, 
Inhalts, daß sofort eine Kommission, gebildet 

einem Stabsoffizier, einem Kriegsrat, einigen 
erbeamten und Soldaten, sich nach dem dortigen 
iitenkollegium begeben sollte, um die Bibliothek 
versiegeln. Vor jede Tür ward eine Schildwache 
teilt. An jedem Morgen mußte ein Ofl'izier und ein 
nmerkalkulator sorgfältige Revision halten, ob 
Siegel auch unversehrt geblieben seien. Für diese 
tiewaltung erhielt jeder der Herren Visitatoren 
m Taler am Tag, die sechs Soldaten für drei Ablö- 
gen ebenfalls zusammen zwei Taler pro Tag und 
Kommission dreißig Taler für die Versiegelung. 
' diese Ausgaben mußte das Jesuitenkollegium 
ahlen. Man kann sich das Entsetzen der frommen 
res vorstellen, als auf einmal wie ein Blitz aus 
term Himmel diese große Kommission mit dem 
nediatbefehl des Königs bei ihnen erschien und 
i reichhaltige Bibliothek versiegelte. Sie hatten 
r noch besonderen Anlaß zum Erschrecken. Denn 
bestimmten Büchern der Bibliothek war ja die 
respondenz mit den Jesuitenpatres in Wien ver- 
gen. Ließ erst der König die Bibliothek unter- 
hen, so würden diese Schriften ihm in die Hände 
en, und dann wäre es mit ihrer Existenz in dem 
ußischen Staate, wo gerade der Alte Fritz sie bis- 



her geschützt hatte, zu Ende gewesen. Und keiner 
wußte, woher dieser Streich kam und welche Ur- 
sache er hatte. Vergebens rieten sie hin und her und 
zerbrachen sich den Kopf, womit sie wohl die Gnade 
des Königs verscherzt hätten und was gerade die 
Versiegelung der Bibliothek bedeute. Hatte er viel- 
leicht schon Wind von ihren heimlichen Umtrieben 
bekommen? Die Bestürzung war allgemein, und die 
Sdiildwachen mit ihrer bärbeißigen Erscheinung 
verstanden keinen Spaß, wenn jemand sich der ver- 
schlossenen Pforte zu nähern versuchte. Alles Nach- 
fragen und alle Schritte bei dem Minister und dem 
Gouverneur waren auch vergeblich, weil diese in der 
Tat nichts zu berichten vermochten. Sie konnten nur 
erklären, es sei also der Wille des Königs Friedrich, 
welcher ihnen aber über die Ursache dieses sie selbst 
überraschenden Befehls nichts mitgeteilt habe. 

So blieb denn den Jesuiten nichts andres übrig, 
als eine Deputation aus ihrer Mitte nach Potsdam 
zum König zu senden. Sie wählten dazu zwei ehr- 
würdige Patres aus, die der Alte Fritz von früher her 
kannte und immer gern leiden mochte. Die Deputation 
reiste nach der Residenz, erbat Audienz, aber vergeb- 
lich. Sie setzten alle Hebel in Bewegung, aber sie 
wurden nicht vorgelassen, sondern von einem Ter- 
min zum andern vertröstet. Es blieb ihnen nichts 
übrig, als vier volle Wochen in Geduld auszuharren, 
bis sie endlich vorgelassen wurden. Als sie zur Au- 
dienz kamen, empfing sie der Alte Fritz gar gnädig, 
fragte nach ihrem Befinden, redete mit ihnen von 
vielen gleichgültigen Dingen und schnupfte eifrig 
dazu, so daß sie eine ganze Weile ihre Angelegenheit 
durchaus nicht vorbringen konnten und wie auf 
glühenden Kohlen standen. Endlich konnten sie den 
Augenblick einer kleinen Pause benutzen, um mit 
Herzklopfen und ganz untertänigst anzufragen, wo- 
durch sie eigentlich das Unglück gehabt hätten, die 
Gnade Seiner Majestät zu verlieren. „Ach so", sagte 
der König, als ob er sich erst daran erinnern müßte, 
„Sie fragen wegen der Versiegelung Ihrer Bibliothek. 
Ganz recht, der Befehl dazu ist von mir ausgegangen. 
Allein die Antwort darauf müssen Sie sich von mei- 
nem Gesandten in Wien geben lassen. Wider Euch 
habe ich nichts. Adieu, Messieurs! Ich lasse mich 
Ihren Herren Konfratres, den Herren Kommissaren 
der Bücherrevisionskommission in Wien, empfehlen. 
Adieu!" 

Damit war die Audienz zu Ende, und die schlauen 
Jesuiten waren um nidits klüger als vor fünf oder 
sechs Wochen, es waren ihnen im Gegenteil noch 
neue Rätsel aufgegeben worden, die mit den Ange- 
legenheiten ihres Ordens in Wien in Zusammenhang 
stehen mußten. So eilten sie mit ihren Neuigkeiten 
mit schnellen Postpferden nach Breslau, wo man 
sie all die Wochen hindurch mit großer Ungeduld er- 
wartet hatte. Denn die Bibliothek blieb noch immer 
wie früher verschlossen und verwahrt; die Schild- 
wachen behüteten treulich die Eingänge, die beiden 
Beamten visitierten täglich gewissenhaft. Als sich 
nun das Kollegium versammelt und den genauen 
Bericht der Deputierten entgegengenommen hatte, 
hieß es auch von den gelehrten Professoren und 



71 



dem klugen Rektor: „Da steh ich nun, ich armer Tor, 
und bin so dumm wie je zuvor!" Nur das eine war 
klar, man müsse eine neue Deputation zur Ergrün- 
dung des Rätsels nach Wien senden. Natürlich nahm 
man dieselben beiden Abgesandten dazu, welche nun, 
als sie nach Wien und zum preußischen Gesandten 
kamen, wo sie keine vier Wochen auf eine Audienz 
zu warten hatten, demselben alles mitteilten, was 
ihnen in Breslau geschehen sei und was ihnen der 
König selbst in der Potsdamer Audienz mitgeteilt habe. 
Da Majestät sie direkt an den Herrn Gesandten verwie- 
sen habe, so bäten sie nun dringend um Erklärung 
und Aufschluß. „Ja, den genauen Zusammenhang 
dieser Angelegenheit, meine Herren", sagte der Ge- 
sandte, „verstehe ich auch nicht ganz. Hier befindet 
sich auf Kosten der Gesandtschaft ein junger Mann 
in einem Gasthof in Wien, ein Kandidat der evan- 
gelischen Theologie aus Ungarn. Derselbe hat sich 
bei mir beschwert, daß Ihre Herren Konfratres, die 
Jesuiten, welche hier die Zensur ausüben und zur 
Bücherrevisonskommission gehören, einen Kasten 
mit Büchern weggenommen haben, obwohl dieselben 
ein Privatgeschenk Sr. Majestät des Königs von Preu- 
ßen waren. Mir scheint, daß Seine Majestät über 
diese Rücksichtslosigkeit sehr ungehalten ist, und 
mich deucht, mit vollem Recht." 

Den Patres, denen, während der Gesandte gespro- 
dien, schon allmählich die Wahrheit zu dämmern be- 
gonnen hatte, fiel es nun wie Sdiuppen von den Au- 
gen. Sofort eilte die Deputation zu ihren Ordensge- 
nossen, den Bücherrevisionskommissarien, und teilte 
ihnen den ganzen Fall mit. Als diese nun erfuhren, 
was sie für eine Dummheit begangen hatten und wie- 
viel dabei für ihren ganzen Orden auf dem Spiel 
stand, gaben sie natürlich die Bücher schleunigst her- 
aus. Es dauerte keine Stunde, da hatte mein ungari- 
scher Kandidat sein sämtliches Eigentum wieder im 
Besitz. Sie ersdiienen mit dem jungen Mann beim 
Gesandten, damit derselbe dort bestätige, daß ihm 
sein Eigentum unverkürzt ausgeliefert sei. „Ganz 
wohl, meine Herren", sagte der Gesandte, ich werde 
es nach Berlin berichten. Allein hier ist die Sache 
noch keineswegs beendigt. Sie müssen auch noch, auf 



Befehl meines Monarchen, die Gasthofrechnung J 
jungen Mannes berichtigen." Was blieb ihnen 
deres übrig? Die Zehrungskosten im Gasthof 
Hedhessi beliefen sich auf 96 Dukaten, und 
Wiener Jesuiten mußten sich wohl oder übel 
Zahlung dieser Summe mit saurer Miene bequei i 
Darauf stellte ihnen der Gesandte nicht nur die ( 
tung der Gasthofredinung, sondern auch noch 
Bescheinigung zu, des Inhalts, daß der junge U 
alle seine Bücher zurückerhalten habe, und mit 
sen Attesten versehen, eilte die Deputation nach I ^ 
lau zurück und von dort nach Potsdam zum Köi 
Dieses Mal brauchten sie nicht lange auf eine 
dienz zu warten. Sie wurden sofort vorgelassen 
überreichten dem Könige die mitgebrachten Seh 
stücke. Kaum hatte derselbe die durchgesehen 
ließ er sofort einen Befehl an seinen Minister 
den Gouverneur von Breslau abgehen, daß die 
bliothek der Jesuitenuniversität wieder entsiegelt 
den sollte. Darauf entließ er sie mit der Versichei 
seiner besonderen Gnade. Aber ganz charakteris 
ist das eigenhändige Schreiben, welches der 
Fritz zugleich an den Rektor des Jesuitenkollegi ' 
sandte, in welchem er nochmals persönlich den ] 
vent seiner Gnade versicherte und folgende Wari | 
beifügte: „Ihr werdet Eure Herren Konfratre i 
Wien und das Personal des dortigen Konsistorii \ 
warnen, daß sie an dem Kandidaten Hedhessi k 
Rache üben, ich werde mich fleißig nach dem W 
sein dieses Menschen erkundigen. Bekommt er i 
die beste Pfarre in Ungarn, oder er oder die Se 
werden koujoniert oder chikaniert, so müßt Ihr 
Euer Kloster dafür stehen, da halte ich micli 
Euch." Diese Ermahnung hat auch ihre gute F 
gehabt. Hedhessi erhielt eine gute Pfarrstelle, 
hat ihn in keiner Weise deshalb später gequält, 
wir wissen, daß er wenigstens noch im Jahre 
am Leben war. Die Kosten der Visitation, obwoh 
ermäßigt waren, beliefen sich noch auf 134 T; 
Die Einzelheiten dieses köstlichen Humorstückd 
des Alten Fritz verdanken wir dem Prior des Jt 
tenklosters in Breslau, mit Namen Zephichal, 
chen der König persönlich kannte und schätzte. 



Herbstlied 

Der Tag bleibt weiß in Schleiern 
und will nicht auferstehen. 
Bäume und Sträucher feiern 
tTH Glühen ihr Untergehen. 

Nun ruhen im Dämmern die Felder 
nach ihrer hohen Zeit. 
Umwoben sind Wiesen und Wälder 
vom Hauche der Ewigkeit. 



Es ist nicht Sterben und Ende^ 
was sich im Geheimnis erfüllt. 
Schon öffnen zur Saat sich die Hände, 
die Sehnsucht ist wieder gestillt. 



Benno Schöke 



72 



Wenn eine Mutter ihr Kindlein tut wiegen 



Weise und Satz : Gottfried Wolters 






Sifc 



^ 



m 



^^ 



^ 



^ 



w 



Nebenst.j.3 £. 



ei 



a, ei 






^ 



i 



^ 



Haupt St. ^^rg^^ ei - ne xMut - ter ihr Kind- lein tut wie - gen, 

U 



^m^ 



^ 



? 



I.Wenn ei - ne Mut- ter ihr Kind- lein tut wie - gen, 



p 



f 



iSfp*f 



1 



i 



I 



y 



ei 



ei - a, ei - a. ei 



a, 



Ö 



P » P 



£ 



I 



M 



lä- chelt der Mond in das Fen-ster hin- ein. 



tut sich der Himmel der 



& 



? ^ " r 



^ 



'W — .-0- * 
lä- chelt der Mond in das Fen-ster hin- ein, tut sich der Himmel der 



# 



ft 



;5 



i 



r r^r 



^ 



1 



-6^ 



I 



y 



ei 



a, ei 



a, ei 



m 



a. 



W 



^ 



d ' P - 



Er- de an- schmie- gen, wiegt ei- ne Mut-ter ihr Kin - de-lein. 



;.» i i'« J j j 



p^^f^ 



Er- de an- schmie - gen, wiegt ei - ne Mut-ter ihr Kin- de-lein. 



2. Wenn eine Mutter ihr Kindlein tut kosen, 
fallen Blüten ins Fenster hinein, 
Nelken, Magriten, Gelbveiglein und Rosen, 
kost eine Mutter ihr Kindelein, 

3, Wenn eine Mutter ihr Kindlein tut nähren, 
dringet das Land in die Kammer hinein, 
Trauben und Äpfel und Blumen und Ähren, 
nährt eine Mutter ihr Kindelein. 

Gottfried Wolters 



Zu diesem Satz kann nach Belieben eine Dudelsack-Quinte vom Cello )' „ ■ 
auch von andern Instrumenten gespielt werden, ^^ 

Mit Erlaubnis des Verlages P. J. Tonger, Rodenkirchen/Rhein. 



oder von der Viola 



oder 



73 



Kirdie und Staat in der Bundesrepublik 

Das Grundgesetz sdiützt die Freiheit des Glaubens, des 
Gewissens und des Bekenntnisses. Es sichert die un- 
gestörte Ausübung der Religion. Niemand muß seine 
religiöse Überzeugung offenbaren. 

Die Beziehungen zwischen Kirche und Staat wer- 
den durch Gesetz, Vertrag (Konkordat) oder Her- 
kommen bestimmt. 

Die Kirchen sind öffentlich-rechtliche Körperschaf- 
ten. Sie erheben mit Hilfe des Staates Steuern und 
haben Anspruch auf staatliche Leistungen als Aus- 
gleich für Kirchengut, das durch die „Säkularisation" 
am Anfang des 19. Jahrhunderts enteignet wurde. 

Die Kirchen ihrerseits bejahen grundsätzlich den 
Staat. Die Bischöfe leisten auf die Verfassung einen 
Eid. Bei schweren Übergriffen des Staates muß jedoch 
der Christ „Gott mehr gehorchen als den Menschen". 
Religionsunterricht ist anerkanntes Lehrfach. 12 Uni- 
versitäten der Bundesrepublik unterhalten theologi- 



sche Fakultäten; daneben bestehen zahlreiche Tl 
logische Hochschulen, Akademien und Seminare. 
Kirchen sind unbehindert im Vereinsleben, in soi 
caritativer Arbeit und im Geltendmachen der chi 
liehen Sittenlehre in den öffentlichen Institutio 
der Presse, des Filmes und Funks. Die Kirchen b( 
ligen sich seit 1945 in steigendem Maß an der Vo 
bildungsarbeit, am Wohnungsbau und an der sozi; 
Befriedung. Ihre sozialen und caritativen Einridi 
gen beschäftigen etwa 200 000 Menschen haupta 
lieh neben 700 000 ehrenamtlichen Helfern. Sie ; 
nach dem Staat der größte Arbeitgeber. 

Auch die alt-katholische Kirche ist als Kirche in 
meisten Bundesländern anerkannt. Für sie gelten 
gleichen Grundsätze wie für die beiden großen 
chen und ihr sind nach dem Maß ihrer Kraft 
Möglichkeiten die gleichen Aufgaben gestellt. Sie k 
ihnen freilich nur gerecht werden, wenn sich alle 
Glieder dieser Verpflichtung bewußt sind und sie f 
dig übernehmen. 



Weisheiten des Herrn Georg Christoph Liditenberg Wie verkündigen wir der jungen Kirche die HeilsbotscJ 

Der neue kerj'gmatische Katechismus der römisch-katholis 
Kirche in Deutschland hat es nötig gemacht, den Kated 
hierfür geeignete Hilfsmittel an die Hand zu geben. Wir n 
ten auf die zwei wichtigsten aufmerksam machen. 

Zunächst interessieren die Referate') eines Katechetenku 
auf dem maßgeblich beteiligte Männer über die Entstehun 
schichte, den Aufbau, die theologischen Schwerpunkte um 
methodische Behandlung des neuen Katechismus berid 
Wir sollten uns mit diesen Darlegungen vertraut machen 
vor wir uns an die fällige Neugestaltung unseres Katechi. , 
begeben. ^ 

Eine wertvolle Arbeitshilfe für die Hand des Kated 1 
stellen die beiden Bände dar: Handbuch zum katbolif " 
Katechismus^). Es wurde von dem .\rbeitskreis gestaltet. 
in allen Phasen des Werdens des neuen Katecliisnius 
gebend beteiligt war. Dieser stellt den Katecheten tatsäc 
vor eine ganz andere Aufgabe als die Erteilung bloß 
mäßig aufgebauter Unterrichtsstunden. Demgegenüber 
gesehen werden, daß der Katechet an der Sendung der K' 
teilhat — daher missio canonica — und daß er es daruri 
seine Aufgabe betrachten muß, den lebendigen Gott in si| 
Heilstaten zu verkünden. Inhalt der Katechese muß es de? 
sein, das Heilsgeschehen, in dessen Mittelpunkt Christus sj 
so der jungen Kirche nahezubringen, daß diese Wirklir 
die jungen Christen mit heiligem Leben erfüllt. 

W^ir möcliten die Gemeinden bitten, diese beiden bil 
Bücher auf Gemeindekosten anzuschaffen, damit unseren ( 
liehen und Lehrern ein Rüstzeug in die Hand gegeben w« 
kann, das wir selber in diesem Umfang nicht schaffen köij 
solange die deutschsprach. Bistümer sich nicht zu geineinsil 
Arbeit aufraffen. Diese sollen freilich die Impulse der 
dietischen Besinnung erst in sich aufnehmen und vcrarh 
Solange unsere hierzu befähigten Geistlichen aber über' 
sind, hat es noch gute Weile. Überflüssig zu betonen, 
manche Lehrstücke mit Vorsicht und nur nach den n( 
Änderungen gebraucht werden können. 



Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten. 

Die Neigung der Menschen, kleine Dinge für wichtig 
zu halten, hat sehr viel Großes hervorgebracht. 

Wer in sich selbst verliebt ist, hat wenigstens bei sei- 
ner Liebe den Vorteil, daß er nicht viele Nebenbuhler 
erhalten wird. 

Es ist sonderbar, daß nur außerordentliche Menschen 
die Entdeckungen machen, die nachher so leicht und 
simpel erscheinen. 

Einer zeugt den Gedanken, der andere hebt ihn aus 
der Taufe, der dritte zeugt Kinder mit ihm, der vierte 
besucht ihn am Sterbebette, und der fünf te begräbt ihn. 

Man sagt, jemand bekleidet ein Amt, wenn er von 
dem Amte bekleidet wird. 

Die meisten Menschen leben mehr nach der Mode 
als nach der Vernunft. 

Wir leben in einer Welt, worin ein Narr viele Nar- 
ren, aber ein weiser Mann nur wenige Weise macht. 

Es ist gewiß ein sicheres Zeichen, daß man besser 
geworden ist, wenn man Schulden so gern bezahlt, als 
man Geld einnimmt. 

Es ist unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein 
Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu 
versengen. 

Es gibt wirklich sehr viele Menschen, die bloß lesen, 
damit sie nicht denken dürfen. 

Das Buch hatte die Wirkung, die gemeiniglidi gute 
Büclier haben: es machte die Einfältigen einfältiger, 
die Klugen klüger, und die übrigen Tausende blieben 
ungeändert. 



Dil 

wlj 

"J 

rb| 



»Einführung in den neuen Katechismus". Referate des 
chetischen Kurses zu München vom 16. — 18. Juni 1955. Hr 
gegeben von Dr. Hubert Fischer. 108 Seiten, kart. DM 

') Handbuch zum Katholischen Katechismus, hernu :?<- 
von Franz Schreibmayr und Klemens Tilmann, unli ; ^' 
kung von Hubert Fischer und Jan Wiggcrs. .Mit Bciti'-' 
Albert Burkart zu den Bildern. .3 Bämle in fi Halbb.ii 
Band I/l. Halbband, 228 Seiten, kart. DM 9.20. 2. Halbl 
(Lehrstück 22— 2J) 280 Seiten, D.M 10.—. Herder Verlag. 



Wer dieSdiafe um der Wolle willen liebt, ist keim 

.Spricht 

Ein kleines Geschenk ist besser als ein großes 
sprechen. 



7J. 




^cktUHff! 



Alt-katholische Kraftfahrer und Radfahrer! 

verabredet Sternfahrten zu den alt-katholi- 
schen Gemeinden und in die Diaspora! Besucht 
deren Gottesdienste (siehe Gemeindeverzeichnis 
mit Zeitangaben in diesem Buch!) 
Ihr heiligt dadurch den Sonntag, stärkt die Brü- 
der und Schwestern, ermuntert die vereinsamten 
Pfarrer, die sich über den Besuch freuen. Zugleich 
lernt ihr unsere Gotteshäuser, Geistlichen und Ge- 
meinden kennen. 

Gemeinden 
macht Busfahrten zu anderen Gemeinden. Bringt 
eure Chöre mit, verabredet Treffen. 
KircheinBewegung! Das ist schon ein Anfang! 
In Frankfurt seid ihr im Gottesdienst immer 
willkommen! 



I Kampf gegen Verkehrsunfälle und für Erhöhung der 

' kehrssicherheit erfordert die Kenntnis der Verkehrszeichen. 

■ tz aller Auf klärungsmaßnahmen ist sie oft noch erschreckend 

I ng. Unser Schaubild zeigt einige der international gelten- 

I Verkehrszeichen. Davon bedeuten ^ : Doppelkurve nach 

I s beginnend. : Gefährhches Gefälle 1:10 0: Beweg- 

i i Brücke. Q : Kinder-Schule oder Spielplatz in der Nähe. 

I : Pannenhilfe zur Bezeichnung einer in der Nähe liegenden 

kstätte. Q : Abbiegen nach links verboten. Q : Einfahrt 

)0ten für Fahrzeuge mit über 2,4 Tonnen Achsdruck. 

: „Ende des Vorrangs" — zeigt das Ende einer Vorrang- 

ße an. Q : Ende der Geschwindigkeitsbeschränkung, (bp) 



! russisches Märchen erzählt: Als der alte König 
1 Ende nahen fühlte, forderte er die Menschen 

1 les Landes auf, ihm drei Fragen zu beantworten. 
Idier ist 1. der wichtigste Ort auf der Welt? 2. Die 

I htigste Tat in der Welt? 3. Der wichtigste Mensch 

• der Welt? 

ielehrte und Ungelehrte brachten ihm Antwort. 
' ne befriedigte den König. Nun blieb ihm nur noch 

* Eremit im Walde. Von ihm erhielt er schließlich 
' Antwort: „Der wichtigste Ort ist immer der, an 
'l n Du Dich gerade befindest, die wichtigste Tat, 
} Du im Augenblick zu tun vorhast, und der wich- 
}■ ite Mensch der, der Dir gerade gegenübersteht und 
} h braucht." Diese Antwort fand der König weise 
I / richtete seine letzten Lebenstage darnach ein. 



Wo bleibt unser Geld? 

Das Volkseinkommen 1956 
betrug 138,8 Milliarden DM 



m 




Privater 
Verbrauch 



Investitionen 



Liill/0[DÖÖM 

|1W% 




Vater 
Staat 



Exportüberschuss 

Der Anteil der Selbständigen 
und der Arbeitnehmer 



A k 



ii.k 



66,6% 



138.8 
MriOM 



65.3% 



126.2 

Mrd.DM 



75 



Yom hundertjährigen Kalender 
und Yom Wettermadien 



Eine kleine Plauderei 



Unser Kalendarium verzichtet bewußt auf den in 
bäuerlichen Kreisen beliebten „Hundertjährigen Ka- 
lender". Warum? Nun einmal ist der Hundertjährige 
gar kein hundertjähriger. Wir werden den Irrtum 
aufhellen. Sodann gibt es keine turnusmäßige Wie- 
derkehr des gleichen Wetters. Und schließlich hat uns 
die moderne Wetterforschung belehrt, daß eine auch 
nur einigermaßen sichere Voraussage auf große Zeit- 
räume gänzlich unmöglich ist. — Der „Hundertjäh- 
rige" Kalender geht zurück auf Wetterbeobachtungen, 
die Abt Mauritius Knauer (1612-64) vom Turm seines 
Klosters Langheim gemacht und aufgezeichnet hat, 
nicht ohne dabei auch Angaben beizumischen über 
die Zeitrechnung, die monatliche Folge der Arbeiten 
in Feld, Garten, Weinberg und im Haus. Diese Auf- 
zeichnungen wurden auch als praktischer Ratgeber, 
sozusagen als Handbudi benutzt und wiederholt ab- 
geschrieben. Etwa 45 Jahre später, im Jahr 1701, ge- 
langte der thüringische Arzt Christoph von Hellwig 
in den Besitz einer solchen Handschrift. Aus der irr- 
tümlichen Annahme, die Aufzeichnungen seien hun- 
dert Jahre alt, gestaltete er daraus ein Volksbuch, 
das als „Hundertjähriger Kalender" sich bald großer 
Beliebtheit erfreute und bis in die jüngste Zeit immer 
wieder neu aufgelegt wurde. 

Wahrscheinlich haben die nützlichen und prakti- 
schen Anweisungen dem „Hundertjährigen" am mei- 
sten zu seinem Ansehen verholfen. Nicht wenig frei- 
lich trug dazu auch die damals wie heute weit ver- 
breitete falsche Meinung von den wetterbestimmen- 
den Planeten bei. Nahm man doch wenigstens zur 
Zeit Knauers allgemein an, die Gestirne Sonne, 
Mond, aber auch die damals bekannten fünf Pla- 
neten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn seien 
die Wetterregenten, d. h., sie bestimmten in regel- 
mäßigen Ablösungen den Witterungscharakter. 
Schließlich kam hinzu das Bedürfnis aller wetter- 
abhängigen Berufe, also besonders der Landleute, 
das Wetter möglichst lange vorausberedinen zu 
können. Wir wissen heute, daß dies nicht einmal 
dem sehr verfeinerten Beobachtungsdienst der vie- 
len Wetterstationen und ihrer organisierten Zusam- 
menarbeit möglich ist. 

Für kürzere Zeiträume mag jedoch den alten, auf 
vieler Erfahrung und Beobachtung beruhenden „Bau- 
ernregeln" eine gewisse Bedeutung zukommen. .Sie 
knüpfen meist an sogenannte „/.os/M(/e" an oder beru- 
fen sich auf das Verhalten der Vögel, des Fuchses, der 
Bienen usw. Lostage kannte man 84 im Jahr. Einige 
der heute noch bekannten Los-, Lur- oder Bauern- 
tage, an denen das gerade herrschende Wetter Sclilüs- 
se für die weitere Wetterentwicklung zulassen, sind 
z. B. der Lichtmeßtag am 2. Februar („Lst's an Licht- 
meß hell und klar, gibt's ein gutes Erntejahr |. die 
„Eisheiligen" im Mai. der St. Urbanstag (25. Mail, 



der Johannistag (24. Juni), besonders der Siel 
schläfertag (27. Juni) und andere. Der Kalenderm 
kennt freilich nur eine unfehlbare Regel: „Kräht 
Hahn auf dem Mist, so ändert sich das Wetter — ( 
es bleibt wie's ist". Inzwischen hat, wie bemerkt, 
Wettervoraussage doch wesentliche Fortschritte 
macht. Man kann, wie der Untergang der „Pai 
wieder uns allen in Erinnerung brachte, Hurril 
und Unwetter voraussagen, sogar ihren wahrsche 
eben Verlauf oder Weg, und Schiffe und Flugzt 
frühzeitig warnen. Manchmal irrt freilich auch 
amiliche Wetterdienst. Deshalb wenden sich S( 
Vereine, etwa vor Sportwettkämpfen, bei unkl; 
Auskünften der amtlichen Wettermacher auch sc 
einmal an Wetterpropheten. Tatsächlich gibt es > 
sehen von besonderer Sensibilität, die oft erstaunl 
W^etterprognosen geben. Im Schwabenland soll 
solcher Wetterprophet solches Aufsehen erregt hal 
daß Wettermacher vom Fach ihn aufgesucht hat 
Als sie vergeblich in dessen Wohnung nach Ins 
menten ausspähten, soll besagter Prophet sein 
heimnis lüftend erklärt haben, er prophezeie im 
das genaue Gegenteil der amtlichen Wettervorl 
sage. — Der Kalendermann verbürgt sich für 
Wahrheit dieser bissigen Saga nicht, verläßt sich j 
nicht selten wie viele andere Zeitgenossen auf sei 
wetterempfindlichen „Bruder Esel". — Daß das V 
ter oft schon Tage vorher sich auf Leib und S 
vieler Menschen auswirkt, wird durch die medizini 
meteorologische Versuchs- und Beratungsstelle in 
nigstein i. Ts. erhärtet. Der jetzige Leiter Reg. 
Dr. Fr. Becker hat seit etwa 30 Jahren zusammen 
Prof. de Rudder die Wechselbeziehungen zwisc 
Wetter und Gesundheit beobachtet. Diese biokli 
tische Forschung zog bisher ganz unbekannte elek 
magnetische Impulsstrahlen, erdniagnetische Stör 
gen und die Radioaktivität der Luft in ihre Erk 
düng ein, deren Ergebnisse sie in besonderen Red 
Schaftsberichten der Ärzteschaft zur Verfügung st 
Biotropes Wetter gehört bereits zu den geläiili 
Bezeichnungen für lebensfeindlich sich auswirke 
Wetterstörungen. Die Wetteranalyse erweist sich 
mit jetzt .schon als wertvolle Krankenhilfe; sie erk 
manche Störungen der seelischen und körptTlic 
Sphäre und veranlaßt beispielsweise Operationen 
wetterungünstiger Zeit möglichst zu verschieben. \ 
leicht wird sie einst auch warnen müssen vor Wet 
beeinflussungen, die die Mensdien selbst durch 
plosionen, durch Versdimutzung der Luft und v 
kürliche EingrifTe in den Kreislauf naturhafter \ 
gänge vornehmen und unter denen künftige 
.schlechter wohl nodi stärker als unsere jetzt lelje 
Generation leiden werden, wenn die MenscJien n 
audi hier wieder zur Vernunft und zur Natur zuri 
kehren. 



7A 




Ersten Beten und Singen erklingt; 
s Zweite betet, das Ganze singt. 



G. Th. Fechner 



Rat, o Lieber 
An der Tiber 

Schlummert mein Gebein. 
Hell erwacht ich, 
Freuden bracht ich, 
Später dir am Rhein. 
Hohe Würden, 
Schwere Bürden, 
Gab ich an dem Main. 



J. P. Hebel 



lim mir ein Nu, — so bleib ich ein Nu. 

^ Schleiermacher 

besten Freunde, die wir haben, 
kommen nur mit Schmerzen an, 
1 was sie uns für Weh getan, 
fast so groß als ihre Gaben, 
d wenn sie wieder Abschied nehmen, 
ß man zu Schmerzen sich bequemen. Goethe 

Getrennt mir heilig — vereint abscheulich. 

Schleiermacher 



Wie heißt das Ding, das Wenige schätzen? 

Doch zierts des größten Kaisers Hand; 

Es ist gemacht, um zu verletzen; 

Am Nächsten ist's dem Schwert verwandt. 

Kein Blut vergißt's und macht doch tausend Wunden, 

Niemand beraubt's und macht doch reich; 

Es hat den Erdkreis überwunden. 

Es macht das Leben sanft und gleich. 

Die ältesten Städte hat's erbaut; 

Doch niemals hat es Krieg entzündet, 

Und Heil dem Volk, das ihm vertraut. 

Schiller 



Ein Bruder ist's von vielen Brüdern, 
In allem ihnen völlig gleich. 
Ein nötig Glied von vielen Gliedern, 
In eines großen Vaters Reich; 
Jedoch erblickt man ihn nur selten. 
Fast, wie ein eingeschobnes Kind; 
Die andern lassen ihn nur gelten 
Da, wo sie unvermögend sind. 



Verfertigt ist's vor langer Zeit, 
Doch mehrenteils gemacht erst heut. 
Höchst schätzbar ist es seinem Herrn, 
Und dennoch hütet's niemand gern. 



Goethe 



G. A. Bürger 



yira:c>tz.licU 



CS 



- Chinesen sagen: 

! freundliches Wort hält drei Winter warm. 
nn du Wasser trinkst, denk an die Quelle. 

• Araber sagen: 

! Kamel bleibt ein Kamel, auch wenn es mit Edel- 

'nen beladen ist. 

lere dich nicht, daß der Rosenstrauch Dornen trägt, 

'dem freue dich, daß der Dornenstrauch Rosen 

lt. 

Deutschen sagen: 

kleiner Hase bringt den größten Hund außer Atem. 
ging alles viel besser, wenn man mehr ginge. 



TRIFTIGER GRUND 

A Pfarra haut a Priedi g'halten, 
döi war su prächtig und su schöi, 
daß allna, döi daß s' g'häiert hob'n 
des Wasser tout in Augna stöih. 

Ner grod a Bauer is drin g'wösn, 
der häiert s' ah, es röihrt'n niet, 
und ob öiz alli Leut glei greina, 
grod er allah, er greint nit miet. 

Dös sieht a Herr. Er tout'n froug'n: 
„Worum, mei Freind, habt ihr allah 
nit grina?" — „Dös will i ihn sog'n: 
i bin halt as 'ra andern Gmah!" 

Job. W 



Marx 



77 




Blick auf SaarbrUdien 

Holzschnitt von Raginiund Rcimesch, Deike- Verlag, Konstanz 



78 




CiS^=^ 



große Erweckungsprediger John Wesley mußte 
; 1 manchen Zeitgenossen viel Spott hinnehmen, 
len er ein unbequemer Mahner war. Als er eines 
. ges auf einem schmalen Weg in Gedanken ver- 
iken dahin wanderte, kam ihm ein Lord entgegen, 
• ihm nicht grün war, blieb vor ihm stehen und 
(te barsch: „Ich gehe keinem Narren aus dem 

'ge!" 

'sley trat gelassen zur Seite, zog seinen Hut undent- 
jnele liebenswürdig: „Aber ich tue das gern" und 
zte seinen Weg fort. 

rl Gerok, seit 1868 Prälat und Oberhofprediger in 
ittgart ging spazieren, als ein heftiger Regenschauer 
1 entlud. Er spannte seinen Schirm auf und setzte 
nen Weg fort. Da erblickte er eine ihm unbekannte 
me, die dem Regen schutzlos ausgesetzt war. Hilfs- 
eit bot er ihr an, unter seinen Schirm zu treten und 
der Regen anhielt, geleitete er sie anregend plau- 
nd vor ihr Haus und fragte dann: 
rf ichs wagen 

:h dem Namen Sie zu fragen? 
.' Dame besann sich kurz und antwortete: 
s der Frage kann ich sehn, 
l Sie nicht zur Oper gehn; 
die erste Sängerin, 
ermann bekannt ich bin. 
n ist's wohl an mir zu fragen, 
i ich bitte mir zu sagen, 
r mir unterm Schirm soeben 
ig das Geleit gegeben. 
)rauf Gerok freundlich zurückgab: 
s der Frage kann ich sehn, 
i Sie nie zur Kirche gehn; 
der Kirche kennt man mich, 
«an der Herr Prälat bin ich. 

1 mecklenburgischer Landgeistlicher wurde zum 
Iglied der theologischen Prüfungskommission in 
stock ernannt. Wlihrend seines Aufenthaltes in 
stock mietete er als sparsamer Mann statt eines 
telzimmers eine Studentenbude, was auch keine 
iwierigkeit machte, da die Prüfung in die Univer- 
itsferien fiel. Mit dem Zimmer zufrieden, mietete 
im folgenden Jahr dasselbe wieder. Da er sehr 
rtkarg war, erfuhr die Wirtin von ihm nicht viel- 
hr, als daß er examenshalber sich in Rostock auf- 
Ite. Als er nach einigen Tagen sich verabschiedete 
d sagte: „Also, auf Wiedersehen dann im nächsten 
ir!", faßte sich die Frau ein Herz und sagte teil- 
limsvoU:" Ach, lieber Herr, ich meine, wo sie schon 
er sind und es zweimal versucht haben, wollen Sie 
nicht lieber aufgeben, das Examen noch ein drittes- 
I zu versuchen?" 



Der Oberhofprediger Emil Frommel wollte bei einer 
Schulinspektion den Kindern auf den bekannten 
Bibelspruch helfen: „Gott widerstehet den Hoff arti- 
gen, den Demütigen aber gibt er Gnade." Vergeblich. 
Da sagte er ihnen den Anfang: „Gott widersteht den 
Hof" . . . Sofort meldet sich ein Kind: „Gott widersteht 
den Hof Predigern, aber den Demütigen gibt er Gnade." 

Ein Pastor war sehr alt geworden. Der Oberhirt 
suchte ihm in aller Liebe klar zu machen, daß es Zeit 
sei, das Amt niederzulegen. Unentwegt aber meinte 
der Pastor: „Nein, ich kann und darf es nicht." — 
„Warum denn in aller Welt?" fragte der General- 
superintendant. — „Ja, der Herr bedarf noch meiner." 
„Lieber Bruder", schloß der Oberhirt die Unterredung, 
„in der Bibel steht nur einmal, daß der Herr eines 
bedurfte, und das war — eines Esels" (Matth. 21, 3). 

DRUCKFEHLER 

finden sich nidit nur im Jahrbuch, auch sonstwo. 
Waren da in alten Blättern folgende Berichtigungen 
zu lesen: 

Nicht an den Lastern, sondern an den Lasten des 
Staates sollen wir teilnehmen. 

Die Forschungsreisenden bevorzugten nicht die sünd- 
liche, sondern die südliche Erdkugel. 

Der Besitzer will seine Güter im nächsten Jahr nicht 
versaufen, sondern verkaufen. 

G'SPASSIGES 

Schutzmann: „Ihre Lampe brennt nicht. Da müssen 
Sie absteigen und ihr Rad schieben." 
Poldi: „Das hab ich auch schon probiert, aber sie 
brennt auch dann nicht." 

* 

„Sagen's amal, Graf, wann fährt der letzte Zug nach 
Budapest?" 

„No Durchlaucht", sagt Bobby beruhigend, „das wer- 
den wir wohl beide nicht mehr erleben." 



Straßenbahnführer in München, einen Gemüsehändler, 
der ihm mit seinem Karren im Weg ist, beschimpfend: 
„Kohnst d'net aussa foarn aus'm Gleis mit deiner 
Krautscheesn?" 

Gemüsehändler: „i scho, oba du net!" 
* 

„Hast Du zum Chef gesagt, ich sei ein Idiot?" 
„Nein. Er wußte es bereits." 



79 



Bücher 



^ 



Wir machen hier auf wertvolle Bücher aufmerk 
sam, ohne uns mit jedem Wort oder Satz durch 
Empfehlung oder Hinweis einverstanden zu er- 
klären. Wir setzen daher reife Leser voraus. Die 
Bücher sollen und wollen uns zum Nachdenken 
anregen. 

Die Kirche auf dem Weg zur Einigung 

Lampartner, Helmut, Und ihr Netz zerriß; Das Budi 
der Großkirdien, Quell Verlag Stuttgart, 1957 455 S. DM 19.50. 
Im Jahrbudi 1956 durften wir sdion auf die ersten beiden 
Bände dieser wohlgelungenen Kirchenkunde für die Gemeinde 
aufmerksam machen, auf das Sektenbucfa von Hütten (schon 
4. Auflage), auf das Freikirchenbuch .Viele Glieder — Ein 
Leib*, in dem auch die Alt-katholische Kirche — leider zu 
kurz — vertreten ist. Nun reiht sich der^ritte Band an, der 
die an. Zahl großen, mit dem Staat irgendwie verbundenen 
Kircheh von geschichtlicher Tiefe, nämlich die^ömisch-katholi- 
sche, orthodoxe, anglikanische, lutherische, reformierte, sowie 
den Typ der unierten Kirchen in Selbstdarstellungen eingehend 
behandelt. Der neue Band weitet uns den Blick für den Reich- 
tum Christi und läßt uns die Eigenart der uns umgebenden 
Kirchen, so verstehen, wie diese selbst verstanden zu werden 
wünschen. Er gibt uns auch die nötigen Unterlagen, um uns 
an den ökumenischen 'Gespräch innerlich zu beteiligen. Von 
dem großen Ernst, mit dem jede Kirche dem Auftrag des 
gleichen Herrn gerecht zu werden sucht und von der wesen- 
haften Einheit trotz tiefgreifender Unterschiede wird der Leser 
doch angerührt, ja beglückt sein. Ganz besonders verweisen 
wir auf den^sehr feinen Beitrag von Prof. L. Zander über die 
orthodoxe Kirche und den von Bischof St. Neill über die Angli- 
kanischen Kirchen, in dem der Verfasser auch auf die Inter- 
kommunion mit der Alt-katholischen Kirche hingewiesen hat. 

Konrad Algermissen, Konfessionskunde. 7. vollständig neu be- 
arbeitete Auflage. Verlag Bonifacius Druckerei, Paderborn. 
1957. 948 S. Lw. DM 38.—. 

Algermissen nennt seit der 4. Auflage sein allmählich zu einem 
voluminösen Band herangewachsenes und in 20 00 Exemplaren 
schon verbreitetes Werk nicht mehr Sekten-, sondern Konles- 
sionskunde. Man könnte daran mancherlei kritische Vorbe- 
merkungen anknüpfen. Jedenfalls unterscheidet sich A." Werk 
in seiner Anlage sowohl von evangelischen konfessionskund- 
lichen Werken wie auch von neueren römisch-katholischen. A. 
befolgt nicht die historische Methode wie Hammerschmidt, 
auch nicht die deskriptive und phänomenologische wie Stake- 
maier, obwohl diese Betrachtungsweisen nicht völlig fehlen. 
Er vermeidet in seiner vornehmen Zurückhaltung aber auch 
profilierte Kontroverstheologie, die im heutigen Stadium der 
ökumenischen Bewegung nach der fast abgeschlossenen Be- 
standsaufnahme der möglichen und historischen Standpunkte in 
Lehre und Leben christlicher Gebilde und Kirchen doch am 
nötigsten ist. Gegenüber all diesen Arbeitsweisen konfessions- 
kundlicher und kontroverstheologischer Bemühungen bevorzugt 
A. die komparative Methode, indem er an der römisch-katholi- 
schen Ekklesiologie und Lehre alle anderen Kirchenteile und 
christlichen Denominationen mißt. Da A. vornehmlich für den 
römisch-katholischen Interessentenkreis schreibt, beabsichtigt er 
gewiß, diesen Lesern die ihn im Glauben an die r.-k. Kirche 
festigenden Kriterien zur Beurteilung anderer Aufassungen an 
die Hand zu geben, nebenbei natürlich auch den Suchenden die 
eigene Kirche als die alleingottgewollte zu manifestieren. Dar- 
um vornehmlich widmet A. zwei Hauptteile von fast der 
Hälfte des Umfangs des ganzen Buches seiner eigenen Kirche 
— und beurteilt alles eben im Lichte seiner eigenen Glaubens- 
überzeugung. 

Dennoch können wir diesem Werk unsere Anerkennung nicht 
versagen. Es zeugt von jahrzehntelanger eingehender Beschäf- 
tigung mit dem fast unübersehbaren Gegenstand. A. schöpft 
dabei nicht nur aus der Literatur, sondern auch aus eigener 
Anschauung, etwa durch Besuch der Gottesdienste anderer 
Konfessionen. Mit Recht fordert er auch die Beachtung nicht 
nur der Lehre, sondern auch der Lebensäußerungen anderer 
Bekenntnisse. Seine Erlebnisse veranlassen den Verfasser, von 
der gerade in römisch-katholischen Kreisen oftmals anzutref- 
fenden lieblosen Art des Herabblickens und pharisäischer 
Selbstgerechtigkeit abzurücken und sich vornehmer Sachlichkeit 
zu befleißigen. Allgemeine Verständlichkeit, die man bei wis- 
senschaftlidien evangelischen Werken oftmals schmerzlich ver- 
mißt, gute Gliederung und treffliche Auswahl der Literaturan- 
gaben sind weitere Vorzüge des Buches. Allerdings merkt man 



auch diesem Werk die marianische Ausrichtung der römi 
Kirche stark an. Bedauerlich, daß E. Hammerscfamidts a 
zeichneter Grundriß der Konfessionskunde nicht erwähnt 
Die altkatholiscfae Kirche findet in A. einen Beurteiler, de 
mit Gerechtigkeit sachlich begegnet, wenngleich im Einz 
manches ein wenig zurechtzurücken wäre. Die Einordnung 
altkatholischen Kirche unter die Freikirchen ist unzutre 
Die Kritik bezüglich zu leichtfertiger Erteilung der Bis« 
weihen an Unwürdige ist gegenüber der Vergangenheit 
bracht, heute rennt sie offene Türen ein, da die Bischof 
ferenz beschlossen hat, niemand ohne Herde und nur be 
mutiger Zustimmung der alt-kath. Bischöfe neue Bische 
weihen. Bezüglich des Alters der alt-katholischen Kirch 
A. besonders auf die grundlegenden Beiträge in diesem 
buch verwiesen. Die Zahl der Anglikaner S. 763 dürft 
niedrig, die der Romkatholiken zu hoch gegriffen sein, 
was besagen im Grunde Zahlen? A. hält selbst nicht vie 
von. Wir stellen mit Genugtuung fest, daß A. die nei 
Veröffentlichungen seit 1948, besonders auch unser Jahr 
öfter herangezogen hat. 

Zusammenfassend kann gesagt werden, A.s Buch gehö 
den Standardwerken einer ökumenischen Bücherei. 

Kantzenbach, Friedrich Wilhelm, Das Ringen um die Einhei 
Kirche im Jahrhundert der Reformation. Evangelisches Vei 
werk, Stuttgart, 1957, 260 S. DM 11.50. 
Die Einigungsbewegung war mit der Spaltung geboren. S 
stets mit wahrer Reform verbunden. Das gilt für die P 
mationszeit so gut wie für die Zeit der Bildung selbstän 
Bistümer der Alt-Katholiken nach dem Vatikanum. K. k 
uns Männer friedliebender Gesinnung nahe, von Erasmus 
Rotterdam bis Georg Calixt, aus dem Lager der Reform 
wie der alten Kirche. Sie muten uns in ihrer Gedankenfül 
nicht fremd an. Die Beurteilung, die K. jedoch vornimmt, 
sieht, daß gerade von der ältesten Tradition aus, also 
Schrift, sich die konfessionalistisch zugespitzte Rechtfertigt 
lehre eine Überprüfung gefallen lassen muß, daß fernei 
Symbole der wahrhaft ökumenischen Konzilien, soweit sif 
beschlossen und von der ganzen Kirche angenommen wc 
sind, auch das Zeugnis des göttlichen Pneumas haben; fe 
daß ein Consensus der ungeteilten Kirche ja nur jene '. 
Übereinstimmung meint, wie sie in der alten Kirche ver 
wurde, in der offenbar das Notwendige die Kirche einte, i; 
aber legitim Platz hatte, was ungeklärt oder Geheimnis 
Wer daran wieder anknüpfen will, wie die Alt-Katholiken 
des 16. Jahrhunderts so gut wie heut, vertritt die übe 
gung, daß die Kirche keine freischwebende Ideenlehre 
sondern auf Kontinuität aufruht. Er will ihr diese ebenso 
dererlangen wie den freien Spielraum für echtes Wach^ 
Vieles kann überdies, wie freiwilliges Mönchstum, als Lob 
Gottes und seiner schenkenden Gnade im Leben der K 
recht verstanden werden, was lehrhaft und gesetzlich ai 
prägt bedenklich wird. — K. schärft den Blidc, auch die 
Kirche kritisch zu betrachten. Manche Kirchenväter haben 
nur Gold, sondern auch Stoppeln und Stroh auf das Fi 
ment gelegt. 



Die Kirdie und ilire Lehre 



Werner, Martin, Die Entstehung des christlichen Dogmas, I 
mann Verlag, Tübingen, 753 S. 1953 35.— DM. 

Man wird dieses wissenschaftliche Werk erst ganz verst« 
wenn die angekündigte Dogmatik des Verfassers vorliegt 
sammenfassend kann man sagen: Werner stellt die 1 
auf, die ganze Dogmatik sei ein Produkt der nötig geword 
Enteschatologisierung. Die nahe Wiederkunft Christi blieb 
Die Kirche mußte sich daher in der Welt heimisch machen 
verstand sich nun als sakramentale Heilanstalt. Das Buch 
Probleme auf, die die Fachtheologie wird aufgreifen raüss« 

Tillich, Paul, Systematische Theologie, Band I. Evanqeli^ 
Verlagswerk, Stuttgart, 2. Aufl. 1956. 352 S. 19.80 DM. 
Im Gegensatz zu Küng geht es Tillich nicht um die Frager 
Rechtfertigung, sondern um Antworten des modernen * 
sehen, der eine neue Mitte sucht. Obwohl in Deutschlam^ 
heimatet und in der protestantischen Theologie neben 
großen Systematikern Barth, Brunner und Althaus eine geac^ 
Stellung einnehmend, wurde er doch befruchtet auch vom 
ken und Fragen im amerikanischen Raum. Er ist dem altk 
liehen und lutherschen Erbe verpflichtet, aber auch der h 
risch-kritischen Theologie, die in ihren echten Fragen 
nicht ihre letzte gültige Antwort gefunden hat. W.e In 
wir zu ihm stehen werden, wir können diesen bedeute! 
Denker nicht übergehen und werden nicht ohne Gewinn 
mit ihm beschäftigen. Um Tillich aber besser verstehei 



SO 



inen, darf auf eine Einführung in Tillichs Denken verwiesen 
-den! die im gleichen Verlag aus der Feder von Christoph 
;in 1957 erschienen ist. Sie gilt dem Philosophen und Theo- 
en Paul Tillidi. 

igstorf, K. H., Die Auferstehung Jesu. Luther Verlag, Wit- 
1952 103 S. DM 4.80. 

le straudieln über der leiblichen Auferstehung Jesu. Rengs- 
! bemüht sich, in eingehender Befragung der Verkündigung 
1 des zugrundeliegenden Glaubens der Apostel und der Ur- 
iieinde den Nachweis zu erbringen, daß das christliche Ge- 
indebewußtsein an die Selbstoffenbarung Gottes in Chri- 
s geknüpft ist, und zwar an den geschichtlichen Jesus und 
seine Auferweckung von den Toten. Nur so wird auch das 
:rament der Taufe und des Herrenmahles verständlich und 
Glaube an den Schöpfer der Welt. 

auer, Dr. Fr., Was ist uns die Hölle. Evangelisdies Ver- 
swerk Stuttgart 1956 135 S. DM 6.20. 
■ deutsche Leser wird durch die Ausgabe der Dokumente, 

sidi um den „Höllenstreit" 1953 in Norwegen nach einem 

liovortrag des Theologie-Professors Dr. Hallesby ergaben, 

dem Verlauf des Streites, im Zusammenhang damit 

der ganzen Problemstellung, schon je ein crux der Theo- 
ie, vertraut gemadit. 

ns Asmussen, Das Sakrament. Evangelisdies Verlagswerk, 
ttgart, 1957 114 S. DM 6.40. 

nussens Büchlein sollte man lesen. Er sagt alles so anders 
1 uns ungewohnt. Dadurch horcht man zum mindesten auf 
i erfaßt manches in neuer und richtigerer Weise als in den 
kömmlich sachlidi-trockenen Worten der Lehrbücher. Ge- 
e, weil er die Evangelischen, also seine Glaubensfreunde 
pridit, wird er unsere Augen öffnen für die Schätze, die 
noch haben, aber nicht immer als das, was sie sind, näm- 
als Mysterien, die uns dem Urmysterium Christus verbin- 
den, schätzen und behandeln! 

ag, Hans, Rechtfertigung. Die Lehre Karl Barths und eine 
holische Besinnung. Mit einem Geleitwort von Karl Barth, 
lannes Verlag, Einsiedeln 1957 304 S. 18.50 DM. 

geschehen Dinge und Zeichen in solcher Fülle und so ur- 
ftig, daß man meinen könnte, die Einigung sogar mit der 
lischen Kirche komme auf Siebenmeilenstiefeln. Bitte, das 
h ist kein beliebiges. Es wurde mitherausgegeben vom 
i.-kath. Johann Möhler-Institut in Paderborn, dem Gegen- 
ck des konfessionskundlichen Unternehmen auf evangeli- 
er Seite in Bensheim. Und es hat namhafte röm.-kath. Theo- 
en als Verteidiger gefunden. Und Karl Barth hat in einem 
gedruckten Schreiben erklärt, er sei von Küng, einem jun- 
i schweizerischen röm.-kath. Theologen, richtig interpretiert 
rden, wenngleich er hinzufügte: „Ob freilich das von Ihnen 
getragene die Lehre Ihrer Kirche tatsächlich ist, darüber 
rden Sie sich mit den biblisch, historisch und dogmatisch 
hverständigen auf Ihrer Seite unterhalten müssen." Die 
lauptung Küngs ist nämlich keine andere als die: Zwischen 
'1 Barths und der röm.-kath. amtlichen Lehre besteht in 
icto Rechtfertigung kein sachlicher Unterschied. — Nachdem 
on die sola scriptura Lehre sich eingestandenermaßen als 
laltbar erwiesen hat, wäre also auch der weitere Anstoß 
eitigt, wenngleich, wie wieder Karl Barth betont, ja noch 
e ganze Reihe anderer Probleme zu bereinigen wären: die 
re bezüglich Altarsakrament und Meßopfer, Papst und Maria, 
r ist nicht der Ort, wissenschaftlich Stellung zu nehmen, 
r erfüllen aber die Pflicht, das wichtige Buch wie andere 
ienhafte Bücher anzuzeigen und besonders Amtsbrüder und 
ologisch Interessierte zu bitten, sich mit dem Buch und 
len Fragen zu befassen. Wenn wir nämlich das nicht tun, 
l zwar in der Breite unserer doch akademisch gebildeten 
rrer in ganz Europa, dann besiegeln wir selbst unser Schick- 
in einer kleinen Kirche muß jeder, der ein Amt bekleidet, 
ir wissen und mehr leisten als der gute Durchschnitt Amts- 
der in anderen Kirchen. 



le christliche Gemeinschaft lebt von der Fürbitte 
'' Glieder füreinander, oder sie geht zu Grunde. 
len Bruder, für den ich bete, kann ich bei aller 
t, die er mir macht, nicht mehr verurteilen oder 
s»cn. Sein Angesicht, das mir vielleicht fremd und 
erträglich war, verwandelt sich in der Fürbitte in 
f Antlitz eines Bruders, um dessentwillen Christus 
rb, in das Antlitz des begnadigten Sünders. 

Dietrich Bonhöffer 



Um die Katholizität der Kirche 

Die Katholizität der Kirche 

Beiträge zum Gespräch zwischen der evangelischen Kirche und 
der römisch-katholischen Kirche. Herausgegeben von Hans 
Asmussen und Wilhelm Stählin mit Beiträgen von Ernst Kin- 
der, Karl B. Ritter, Peter Meinhold, Hans Dombois, Wilhelm 
Stählin, Heinz D. Wendland, Hans Asmussen, Oskar Planck. 
392 Seiten. Engl, brosch. 18.— DM, Ganzleinen 19.80 DM. 
Evangelisches Verlagswerk Stuttgart-S. 

Wir möchten das Buch als den seit Jahren wichtigsten und 
förderlichsten Beitrag zum ökumenisdien Gespräch bewerten. 
Offen, der Wahrheit verpflichtet, befragen die Verfasser die 
Kirchen der Reformation wie vor allem die römische nach der 
Katholizität. Leider bekam ich das Buch erst in die Hand, als 
mein kleines Schriftchen „Katholisch" die Druckerei verließ. 
Stählin's Begriffserläuterung von „Katholizität, Protestantismus 
und Katholizismus" bilden eine wichtige Ergänzung zu meinen 
Darlegungen. Das Buch verläßt die Bahn konfessionskundlicher 
Darstellung, kontroverstheologischer Selbstrechtfertigung — es 
stellt mutig die Fragen von der Bibel, von der Wirklichkeit 
her sowie aus einer Zusammenschau der Kirchengeschichte. Es 
stellt diese Fragen so, daß man nicht ausweichen kann. Man 
spürt, diesen Männern ist es blutigernst, die ausgefahrenen 
Geleise des Kampfes zu verlassen und die verhärteten Fronten 
aufzulockern. Ich wünsche das Buch, das unser, vielleicht darf 
ich sagen, auch mein persönlichstes Anliegen behandelt, in die 
Hand aller Amtsbrüder und aller, die in unserer Kirche Ver- 
antwortung tragen. Die Alt-Liberalen und die Randbewohner 
unserer Kirche aber bitte ich, das Buch lesen und wieder 
lesen zu wollen — es ersetzt einige Synoden, wenn sein ganz 
aufs Positive gerichteter Geist verstanden wird und in uns 
zündet. Auf die Haltung dieser Beiträge, nicht auf Einzelhei- 
ten, in denen man manchmal abweichen mag, kommt es an. 
Sie hat die Verheißung. 

Noch ein Nachwort an die lieben Brüder in Christo, die dieses 
wertvolle Buch geschrieben haben: warum kein einziges Wort 
von den Altkatholiken? Wo es sich doch geradezu aufdrängen 
mußte! Das frage ich Sie, das frage ich auch unsere 
Brüder selbst. Denn vielleicht verdienen wir es nicht, noch 
nicht, genannt und in das Gespräch stärker einbezogen zu 
werden, weil so manche in unseren Reihen vielleicht weder 
für solche Gespräche und Gedanken reif noch darüber erfreut 
sind? Nun, das weiß Gott allein. — Ich will für die Verfasser 
des Buches annehmen, daß sie klug gehandelt haben, wenn- 
gleich die Einfalt manchmal auch ihr Recht besitzt. Ich will 
diese Klugheit darin nachahmen, daß ich die möglichen Gründe 
für das „kluge Handeln" nicht expliziere. Aber vergessen Sie 
nicht: die Altkatholiken sind — auch dort, wo sie es sehr ehr- 
lich mit ihrem Zeugendienst nehmen, einsam gelassen. Ange- 
nommen; es stießen alle jene zu uns, die doch im Grunde weit- 
gehend auf unserem Boden stehen, könnte dadurch nicht etwas 
Großes im kirchlichen Raum geschehen? Aber, wahrscheinlich 
ist die Stunde noch nicht gekommen. Und wir müssen es ja 
begrüßen, da wir selbst derzeit so arm an geistiggeistlicher 
Kraft sind, daß Sie, liebe Herren und Brüder, an unserer 
Stelle das Gespräch führen „wie und solang es Gott gefällt". 

Katholisdie Reformation. Von Hans Asmussen, Ernst Fincke, 
Max Lackmann, Wolfgang Lehmann, Richard Baumann, Schwa- 
benverlag Stuttgart. 1958 239 S. Engl. Brosch. 5.50 DM. 
Das Buch enthält die sieben Rundbriefe der „Sammlung" und 
erläutert die 12 Thesen, die in 20 000 Stück an evangelische 
Pfarrer und Laien verbreitet worden sind. Mit einer geradezu 
„katholischen Leidenschaft" werden die Fragen angegangen, die 
bisher als Unterscheidungslehren zwischen den Kirchen der 
Reformation und den katholischen Kirchen galten. Die Verfas- 
ser beabsichtigen nichts weniger als die Wiedergewinnung der 
verlorengegangenen Katholizität im evangelischen 
Raum. Gewiß dürfen wir uns davon auch eine Rückwirkung 
auf die römisch-katholische Kirche erhoffen, die ja einer Er- 
neuerung ebenfalls aus einer tiefer verstandenen Katholizität 
bedürftig ist — wie auch wir eine solche durchaus nötig 
haben. 

Wer diese nun sich mehrenden Veröffentlichungen dieser fünf 
oder sechs Männer in sich wertet, den Mut bewundernd, die 
wachsende Klarheit begrüßend, stellt unwillkürlich sich selbst 
und uns die Frage: Wie kommt es, daß wir, die wir doch an 
Zahl viel mehr Leute sind, das rechte Wort in die Zeit in 
solchen Büchern und Schriften nicht, oder zu zaghaft, sprechen? 
Wir vergraben unser Pfund! Wir denken zu sehr an unsere 
eigenen Gemeinden. Wir werden zu wenig von unsern Laien 
unterstützt, daß wir die Zeit zu solch geistiger Arbeit fänden 
— und so gehen wir auf in der Sorge um die Gemeinde und 
die Erhaltung unserer Substanz. Vielleicht müssen wir alle 
aber auch noch hinzulernen, wie man solche Gespräche führt 
und welches die eigentlichen Fragestellungen sind. 
Aber wir dürfen uns ehrlich solcher Bücher freuen! Mögen sie 
vorläufig auch erst im evangelischen Raum ein schwaches Echo 
wecken, und mögen die Herausgeber auch bälder, als sie 
meinen, bezüglich „Rom" auf eine Grenze des Verständnisses 
stoßen, diese Bücher können das Erdreich auflockern — und so 
hoffen wir, im evangelischen Raum den Boden bereiten, der 



81 



einst auch zur Sakramentengemeinsdiaft mit den Altkatholiken 
führen kann, überall gibt es heute einsichtige Männer — nur 
schade, daß die Einsicht oft erst dann kommt, wenn bereits 
das Alter die Schwingen lähmt. Oder will Gottes Vorsehung 
überstürztes Handeln dadurch verhindern? Bis das Gebet so 
inbrünstig wird: Komm, Herr Jesus und führe selbst Deine 
Sache zu dem Ende? — 

Zwei Ergänzungen aus neuester Zeit über die orthodoxe Kirciie 

sollen hier noch gleich genannt werden. 

Es ist 1. eine Sammlung von Dokumenten der orthodoxen 
Kirche, betr. Die Moskauer Orthodoxe Konlerenz vom Juli 
1948 (DM 2.40). Wertvoll ist die Beifügung russ. Verfassungs- 
gesetze betr. Trennung von Kirche und Staat. Deutlich wird 
auch die Stellung der Orthodoxie gegenüber den Anglikani- 
schen Kirchen, denen z. B. vorgeworfen wird, daß man nicht 
gleichzeitig mit der Orthodoxie und protestantischen Kirchen 
sich verbinden könne! 

Noch wichtiger erscheint uns die Kritik des Protestantismus 
in der russischen religiösen Philosophie und Dichtung im 19. 
und 20. Jahrhundert, die Ludolf Müller in der Schrift: .Russi- 
sdier Geist und Evang. Christentum" (ebenfalls Luther Verlag 
Witten, 1957, 178 S. DM 8.— untersucht. Er kommt zum Ergeb- 
nis, daß die Gegensätze zwar groß sind, aber daß genügend 
Ansätze für eine fruchtbare Auseinandersetzung gegeben seien, 
wenn sich die Orthodoxie fragen lasse. Der Gegensatz kulmi- 
niert, wie heut in allen theologischen Fragen immer klarer 
erkannt wird, in der Frage nach der Kirche. 
Gerade hierüber aber hat auch der frühere evangelische, dann 
vor einiger Zeit zur römischen Kirche konvertierte bedeutende 
Exeget Heinrich Schlier vieles zu sagen. Der Herder Verlag 
hat 21 Aufsätze, alle bis auf einen in der vorrömischen Zeit 
in verschiedensten Zeitschriften veröffentlicht, in dem Band 
gesammelt: 

Die Zeit der Kirche. 1956. 322 S. DM 22.— (Herder Verlag). 
Die exegetischen Aufsätze und Vorträge kreisen um die The- 
men .Welt" und .Kirche". Einiges wird zeitbedingt beurteilt 
und überspitzt formuliert. Wir möchten besonders auf die 
Exegese des Epheserbriefes hinweisen. Schlier kommt zum 
Ergebnis, daß dann, wenn man den Kanon des N. T. anerkennt, 
die einseitig protestantische, nur an Paulus orientierte lutheri- 
sche Auffassung unhaltbar ist und das N. T, die wesenhaft 
katholischen Positionen enthält. Das Buch ist schon deswegen 
dankenswert, freilich auch aufschlußreich für die innere Krise 
im Protestantismus, die durch Exegese von der Einheit einst 
wegführte und durch eine gläubige und vertiefte Schriftfor- 
schung wieder die Katholizität entdeckt — freilich dann zu 
vorschnell sie mit der römischen Kirche verwechselt. 
Wiederum ein Vorwurf für uns, die wir zeitweise die klare 
Linie vermissen ließen und ohne geistige Potenzen und wahr- 
haft geistliche Führung und Orientierung verkümmern müssen. 

Der „Laie^ in seiner Kirdie 

Congar, Yves, Der Laie. Schwabenverlag Stuttgart 1957. 795 S. 
Lw DM 28.—. 

Congar bietet einen Entwurf einer Theologie des Laientums. 
Seit einigen Jahren mehren sich die Arbeiten über diese die 
Kirche. seit der Reformation, ja seit der Waldenser Bewegung 
innerlich aufwühlende Frage, die ihre rechte Lösung in der 
Gesamtkirche nicht finden konnte, einmal, weil die römische 
Kirche im gegenreformatorischen Gegenschlag das Amts- 
priestertum übersteigerte und weil gleichzeitig die Säkulari- 
sation eine zentrifugale Bewegung von der Kirche weg im 
.Volk Gottes' auslöste. Das Werk von Congar bietet in geist- 
vollen, oft aber sich wiederholenden und breiten Darlegungen 
ein Kompendium über die Laienfragen vorab in der römischen 
Kirche. Congar nimmt dabei das Anliegen der Reformation 
ernst, ohne jedoch die Ansätze einer rechten Würdigung der 
Lebensform des Laien bei Thomas von Aquin zu übersehen. 
Das Werk ist eines von vielen Anzeichen einer ernstlichen 
Besinnung auf echte Katholizität auch in dem Miteinander und 
Füreinander der .Stände" in der Kirche — . Man wird aber 
erst dann wohl dem ganzen Problem gerecht, wenn man 
begreift, daß alle Christen ein Priestertum in verschiedener 
Gliederung bilden, also mit verschiedenen Funktionen und 
Aufgaben. Erst diese Schau dürfte die rechte und im Grunde 
so einfache Lösung bieten. Nicht auf die Zuteilung von mehr 
oder weniger Rechten und Pflichten kommt es letztlich an, 
sondern darauf, daß alle als Glieder des einen Leibes in 
verschiedenen Funktionen und Diensten priesterlich handeln 
und gliedhaft den einen Leib Christi erbauen — in dienender 
Liebe I 
Der Verlag hat das Buch gut ausgestattet. 

Peter Wust, Briefe und Aufsätze. Mit einer biographischen Ein- 
leitung herausgegeben von Wilhelm Vernekohl. Verlag Re- 
gensberg Münster, 1958 366 S. Lw. DM 13.80. 
Briefe erschließen den Zugang zum Persönlichen eines Men- 
schen. Peter Wust sollte als Philosoph, als Christ, als Wan- 
derer und Suchender, der in stürmisch bewegter Zeit zum 



Glauben seiner Jugend zurückgefunden und vielen Wegw< 
und geistvoller Lehrer wurde, auch von uns gekannt wer 
Durch seine Briefe erfahren wir auch von anderen geist 
Menschen. Wust kann uns helfen, das Zutrauen zur überliefe 
abendländischer Geistigkeit und zum Wagnis des Glaubens 
derzugewinnen und über Kants Kritizismus hinauszuwad^ 
Zwei Worte von ihm seien hier erwähnt, die letzte Wei; 
uns vermitteln. In dem Abschiedswort des Philosophen, di 
lausenden Exemplaren in die Schützengräben des Zw( 
Weltkrieges ging (bis die Gestapo es beschlagnahmte), 
er zu seinen Schülern: .Und wenn Sie mich nun fragen sol 
ob ich einen Zauberschlüssel kenne, der einem das Tor 
letzten Weisheit erschließen könne, dann würde ich antwoi 
Jawohl — und zwar ist dieser Zauberschlüssel nicht die 
flexion, wie sie es von einem Philosophen erwarten möchte 
sondern das Gebet. Das Gebet als letzte Hingabe gefaßt, n 
still, kindlich, macht objektiv." — Und: .Ein Mensch karu 
Mensch niemals nach dem gemessen werden, was er und 
viel er weiß, sondern nur nach dem, was er liebt und in 
chem Maße er zu letzter Liebe fähig und bereit ist." 

Carrouges, Michel, Charles De Foueauld. Verlag 
der, Freiburg i. Br. Übersetzt von Yvonne, Gräfin von Ka 
Mit 16 Bildtafeln, Oktav, 372 S. Lw DM 14.80. 

Frankreich ist das Land der Ganzen. Entweder man ist l 
Atheist oder Christ mit Ernst. So wurde Frankreich das I t 
frivoler Spötter und Kirchenfeinde, aber auch das Land 
hender Heiliger. Foueauld verkörpert auch darin Frankr 
Erst Offizier und Weltmann, dann ein lebendiger Zeuge Cb , 
unter den schlimmsten Eingeborenenstämmen der Tuareg 
Herzen der Sahara, von denen er zwar keinen bekehrte, 
denen er ein von allen geliebter Bruder wurde. Wer sidi 
der Persönlichkeit dieses wahrhaft modernen Heiligen vert 
macht — modern in der heute und in der besonderen Situ: 
geforderten Weise — wird sich in Hochachtung vor dit 
französischen Edelmann, Mystiker und Forscher verneigei 

Pliilosophie, Geistes- und Kulturgesdiiehte 

Grönbech, Wilhelm, Der Hellenismus. Vandenhoedc u. K- 
recfat. Göttingen, 1953 326 S. DM 12.80. 

Die Mischkultur des Hellenismus umspannt den Zeitraum 
Aristoteles ab bis Julius Apostatata. Der Verfasser, einer 
bedeutendsten Forscherpersönlichkeiten Skandinaviens, hc 
seinem Werk „Religion und Kultur der Germanen" Verz 
nungen während des dritten Reiches zurechtgerückt. In ( 
schönen Sprache und alles Wesentliche berücksichtige 
Durchschau bringt er die der unseren so verwandte 
epoche uns nahe, mag er nun vom Kosmopolitismus diese 
eigentlichen Sinne nicht mehr schöpferischen Weltkultur 
von den uns allen bekannten Gestalten eines Caesar, Augu 
Vergil, Horaz, Epikur oder von der Erlösung und dem Gla 
der Gesellschaft und den Mysterien in tiefer Einfühlung 
gleichzeitig kritisch, manchmal mit einem Unterton von Ir^ 
sprechen. Jeder, der gern in späteren Jahren einen Ges 
eindruck vom Hellenismus gewinnen möchte, sei auf d 
meisterliche Werk aufmerksam gemacht. 

Saitschick, Robert, Kultur und Menschenkenntnis 1955, 2: 
DM 13.80. Derselbe, Von der inneren Not unseres Zeital 

1957 119 S. DM 7.80 beide Katzmann Verlag, Tübingen. 
Saitschick wird besonders jenen etwas zu sagen haben, dit 
nächst einfach einem gütigen, weisen Menschen sich ai 
trauen wollen, ohne gleich von Religion, Dogma und Kird; 
hören. Mit dem ganzen Wissen unserer Zeit getränkt, b< 
sam uns bei der Hand nehmend, führt er uns doch zu t 
Selbsterkenntnis und erweckt den Willen, echte Geistesk 
wieder zurückzugewinnen. Der Verlag hat die Bücher gut 
gestattet, so daß sie auch als Gabe für solche, die ihren 
noch suchen, sich eignen. 

Steinle, Walter, Die Juden. Jugenddienstverlag Oldenl 
1953 54 S. DM 1.—. 

Die Schrift beantwortet darüber das Rätsel der Existenz 
Juden. Vielleicht sind wir erst jetzt fähig, ernst nachzuden 

Die Hl. Sdirift und die Väter 

WUrthwein, Ernst, Der Text des Alten Testamentes. 

Württ. Bibelanstalt, Stuttgart, 1952. 88 S. DM 5.30. 
Die Qumramfunde am Toten Meer haben das Interesse an 
alten Urtexten wieder geweckt. Der Wert dieses klar gesc 
benen Buches liegt vor allem darin, daß es mit dem Ap) 
der Biblia Hebraica von Kittel vertraut macht. 40 Abbildu 
veranschaulichen die reiche Geschichte der Texte. 

Bruce F. F., Die Handschriftenfunde am Toten Meer. 
Kaiser Verlag München 1957 175 S. DM 9.50. 

Seit einigen Jahren hören wir von diesen Handschriftenfun 
die von einem Hirtenjungen zufällig gemacht worden sind 
die zu den größten Handschriften-Funden der Neuzeit gere< 
werden. Allerlei umstürzende Folgerungen wollte man voi 
daraus ziehen. Die bisherigen Forschungen berechtigen 
dazu. Aber sie bereichern doch unsere Kenntnisse über 
Essener und mögliche Zusammenhänge mit Johanne« 



82 



ifer. Und sie bestätigen, daß der bisher älteste masoretisdie 
et aus dem 8. und 9. Jahrhundert n. Chr. treu überliefert 
rde. Die Times sagt bündig und zutreffend von dem Buch: 
idit lesbar, objektiv und zuverlässig, ohne Rüdchalt zu 
pfehlen." 

feld, Otto, Die Genesis der Genesis. J. C. M. Mohr (Paul 
beck) Tübingen. 1958. 86 S. Brosch. 7.40 DM, geb. 9.40 DM. 
Genesis ist für das Verständnis der ganzen Bibel gründ- 
end. In diesem allgemeinverständlichen, übersichtlichen, aber 
r gedrängten Bericht faßt Eißfeldt die wissenschaftlidien 
ebnisse des Werdens des ersten Buches der Bibel zusam- 
Q. Vielleicht wirkt auf den Laien diese nüchterne Darstel- 
g ein wenig schockierend. Jedenfalls möchte man wünschen, 
l in einem ergänzenden und hilfreichen Büchlein der Zeug- 
charakter der Genesis glaubhaft gemacht und mehr prakti- 
e Handreichungen für den Katecheten gegeben werden 
(hten, als die knappen Hinweise, in denen der Verfasser 
1 religiös ethischen Gehalt der Genesis betont, es vermögen. 

la, Emil, Die Botsdiaft der Propheten. J. C. B. Mohr (Paul 
beck) Tübingen 1958 VII 484 S. brosch. DM 15.50. Lw. 
[ 19.80. 

n glaubt es dem Vorwort des Herausgebers Georg Fohrer, 
5 dies Buch als das eigentliche Lebenswerk seines Verfas- 
s gelten kann. Wer die Propheten so reden hören will, 
' sie vom heutigen Menschen verstanden werden, der greife 

diesem Buch. Wie wird der Text uns nun auf einmal so 
.sig lesbar und eindrucksvoll. Wo wir noch Hilfe brauchen, 
ten sie die verbindenden und einführenden Erläuterungen. 
•Iche große Liebe hat den Verfasser zu dieser meisterhaften 
:t-übertragung befähigt, daß man der Botschaft der Prophe- 

geradezu hingegeben lauscht. 

\n, Günther, Urdiristlithes Gemeindeleben. Luther Verlag, 
llen. 1954, 76 S. DM 3.50. 

Erklärung der sieben Sendschreiben gibt einen Einblick 
las urchristliche Gemeindeleben, das wir oft zu stark ideali- 
en. Es gab auch schon damals Glaube und Unglaube, Treue 
l Untreue. Im übrigen eine praktische Handreichung für 
henpredigten. 

e ähnliche Aufgabe erfüllt die Schrift von W. Stählin, aus 
1 gleichen Verlag, über das Johanneische Denken (DM 2.85), 
das „rechte zarte Hauptevangelium" nach seinen Grund- 
anken befragt. 

aner. Berthold, Patrologie, Leben, Sdiriften und Lehre 
Kirchenväter. Verlag Herder, 5. völlig neu bearbeitete 
läge 1958, 508 S. DM 25.—. 

äner's Patrologie erfreut sich eines internationalen Rufes, 
deutsche Neuauflage bringt über 3000 Neuerscheinungen im 
•raturverzeichnis, berücksichtigt die neuesten Forschungser- 
nisse und hat rund 20 patristische Autoren neu aufgenom- 
1. Das Buch ist auch Althistorikern, Altphilologen und 
häologen unentbehrlich. Erst recht alt-kathoIischen Theolo- 
, denen die Väter eine Fundgrube ersten Ranges in der 
alogischen Arbeit sein sollten. Auch Werke außerkirchlicher 
riftsteller sind wegen der reichen Wechselbeziehungen zwi- 
rn ihnen und den kirchlichen Autoren herangezogen. 

Verlag hat den übersichtlich gegliederten Text durch 
(itechnische Sorgfalt dem Benutzer gut überschaubar ge- 
ht, eine wirkliche Hilfe zugleich für die Auswertung. 

rte der Bibel, zusammengestellt von Heinridi Bornkamm. 

\ Württ. Bibelanstalt. 70 S. DM 1.50. 

it als Taschenbibel für Soldaten im Feld entstanden, will 
Büchlein Türen zur Schatzkammer der Bibel auftun. 
rt für Wort bedenkt, wird inne werden, daß diese Worte 
i Leuchte sind für den Fuß, da er gehen kann. 



Geistlichen, der sich selbst darin verstanden fühlt, manches 
Gemeindeglied, das lebendig mit den Nöten und Sorgen vieler 
Geistlicher heute mitfühlt. Die Probleme und Verhältnisse sind 
in aller Welt einander oft recht ähnlich. 

Hambraeus, Axel, Der Pfarrer in Uddarbo. Roman. Zwingli 
Verlag Zürich 1956. 16.— 20 000 335 S. DM 6.80. 
Ein echt menschliches und geistliches Buch zugleich. Nur Platzmangel 
hat verhindert, in diesem Jahrbudi die vorgesehene Kostprobe zu brin- 
gen. Sie hätte alle überzeugt, daß wir es hier mit einem der schönsten 
Pfarrerromane zu tvm haben. Das Buch wiegt Dutzende Priesterromane 
auf. 

Im gleichen Verlag erschien von Hambraeus auch das Büchlein 
„Die große Freude" (84 S. 3.80 DM) mit sechs Weihnachts- 
geschichten. 

Mand, Ewald, Die Ehe des Propheten. Roman. Zwingli Verlag 
Zürich 1957 376 S. DM 14.80. 

Der Verfasser, in Estland geboren, in USA aufgewachsen, nach 
Rückkehr in seine Heimat aus dem Amt vertrieben, der Gestapo 
in gefahrvoller Flucht entronnen, heut als Pfarrer, Professor 
und angesehener Schriftsteller in USA wirkend, hat hier ein 
heikles Thema so gemeistert, daß wir den Zugang zum Ver- 
stehen nicht nur des Propheten Hoseas, sondern auch zu einem 
Stück alttestamentlichen Geschehens gewinnen. Das Buch ist 
mit überzeugender dichterischer Kraft gestaltet. 

Hoffmann, Poul, Der brennende Dornbusdi. Roman. Zwingli 
Verlag, Zürich 1957 334 S. DM 13.80. 

Dieser I. Teil einer Mosestriologie handelt von der Ausbildung 
des Gottesmannes Moses als Priester, von seiner Flucht in die 
Wüste Midian und seiner Berufung am Berg Horeb. Dem 
dänischen Autor ist es überraschend gut gelungen, den be- 
kannten biblischen Stoff so anschaulich und lebendig zu gestal- 
ten, daß die Umwelt und die Persönlichkeit des Moses glaub- 
würdig und vertraut wird. Man darf die nächsten Bände mit 
Spannung erwarten. — Alle diese Roman-Bände, die uns der 
Zwingli Verlag in guter deutscher Übersetzung vorlegt, sollten 
Aufnahme in die Gemeindebüchereien finden. Sie haben eine 
Mission zu erfüllen. 

Kunkel, Hans, Das Labyrinth der Welt. Der Roman des Co- 
menius. Vandenhoeck u. Rupprecht, Göttingen. 3. Aufl. 1957 
360 S. DM 7.80. 

Comenius, Johann Amos (1592 — 1670) war ein Schulrektor und 
großer Pädagoge; er war, und dadurch rückt er auch uns 
nahe, auch ein Geistlicher und dann Bischof der Brüderunität, 
die mit uns offenbar in echter apostolischer Nachfolge das 
Bischofsamt bewahrt und überdies eine „Kirche unter dem 
Kreuz" bis jetzt ist, aber trotz ihrer Kleinheit die christliche 
Welt mit kostbaren geistlichen Gaben beschenkt. Schon deshalb 
gewinnt eine Darstellung, die Historisches verarbeitet, aber mit 
dem Auge des Dichters schaut, also tiefer sieht als bloße 
historisch-pädagogische Betrachtung, einen besonderen Reiz. 
Wir erleben Zeit und Persönlichkeit in einer neuen Dimension. 
Der niedrige Preis dieser Siebenstern-Buchausgabe einer Jah- 
resreihe erleichtert die Anschaffung. 

Stenius, Göran, Die Glocken von Rom. Übersetzt von R. öqist. 
Verlag Jos. Knecht, Carolusdruckerei Frankfurt/M. 1958. 488 S. 
DM 14.80. 

Ein finnischer Diplomat ist der Verfasser dieses Rombuches, 
das als Roman die Konversion eines jungen Finnlandschwetlen 
schildert, aber dabei auch in fesselnder Lebendigkeit die Um- 
welt zeichnet. Wenn wir es hier anzeigen, so vor allem um 
der Abendmahlsschilderung willen in der „Herberge zum Guten 
Hirten" in den Abruzzen, in der wir den Urlaut des Abend- 
mahles noch hindurchzuspüren vermögen. 



Romane, Erzählungen, Novellen 



•shall, Bruce, Alle Herrlichkeit ist innerlidi. Verlag Jakob 
mer. Köln, 3. Aufl. 1956, DM 14.80. 
liebenswerter Priesterroman, sicher einer der besten der 
hkriegszeit. Wer ihn mit dem Herzen liest, spürt etwas vom 
eimnis des Priestertums und ernsten Fragen unserer Zeit. 
ia Gardner White, Der Sturm ist vorüber. Roman Zwingli 
lag Zürich 1957 448 S. DM 15.80. 

'der ein Pfarrer-Roman. Ein junger Pfarrer wird vom Bischof 
die vornehmste Kirche seines Sprengeis versetzt, trotz 
ubens des Kirchenvorstandes. Bald sieht er sich in ein 
z von Intrigen verstrickt, läßt sich aber nur von seinem an 
t gebundenem Gewissen leiten. Eine die Zustände enthül- 
le Weihnachtspredigt beschwört einen Sturm herauf. Es 
■int, der Pfarrer müsse sein Amt aufgeben. Aber gerade da- 
h kommt es zur Wende und Reinigung. Diese Inhaltsan- 
e wird manche zu diesem Buch greifen lassen, manchen 



Verschiedenes 



Englisch ohne Ballast, Basic English. Ein Langenscheidt Lehr- 
buch. 223 S. DM 4.80. 

Je mehr Englisch die Verhandlungssprache der Kirchen wird, 
umso mehr sollte jeder Geistliche sich in jungen Jahren nach- 
träglich um Erlernung wenigstens eines Grundstocks englischer 
Sprachkenntnisse bemühen. Hier ist ein Lehrbuch des Basic 
Englisch mit 850 Wörtern, das sich mit dem unbedingt Erfor- 
derlichen auf Grund der Sprachforschung von G. K. Ogden 
begnügt. 

Lasset uns preisen den Herrn. Gebete aller Jahrhunderte zum 
Gott aller Zeiten für Christen unserer Tage. Gesammelt von 
Alfons Kohl. Matthias Gründewald Verlag, Mainz. 3. Aufl. 
90 S. kart. DM 2.20, Leinen DM 4.—. 

Das Büchlein will dem Privatgebet dienen. Große Beter aller 
Zeiten schenken unserem eignen Beten Weite, Innigkeit, den 
großen Atem. 



83 



Neue alt-katholische Schriften 

Zuvörderst nennen wir Demmel, Was ist alt-kathoHsch. 

Diese Schrift konnte in vierter verbesserter Auflage erscliei- 
nen. Seine Vorzüge sind allbekannt: alle Untersclieidungsleh- 
ren sind in vielen Kleinartikeln behandelt und in volksverständ- 
licher Weise dargestellt. Einzelpreis 75 Pfg., ab 10 Stück je 
60 Pfg. 

Aus dem letzten Jahrbuch hat der Kalendermann auf eigne 
Gefahr zwei wertvolle Arbeiten in bescheidener Auflage nach- 
drucken lassen. Es handelt sich um die Schrift des inzwischen 
verstorbenen Pfarrer Christian Huber über den Kirchenrechts- 
lehrer Van Espen aus dem 18. Jahrhundert, dessen Leben ma- 
kellos, dessen Zeugnisablage vorbildlich, dessen Lehre altkirch- 
lich verankert war {ii S. (50 Pfg.) sowie um den um das erste 
Kapitel verkürzten, aber von Druckfehlern und einigen stillst. 
Härten bereinigten Beitrag im letzten Jahrbuch von Pfarrer 
Paul F. Pflster, „Katholisch, was ist das eigentlich?" Diese 
zweite Schrift, mit Umschlag versehen und als Briefeinlage 
sich eignend, ist für das Selbstverständnis des alt-katho- 
lischen, altkirchlich orientierten Denkens insofern unent- 
behrüdi, als es den altkathohschen Beitrag zur theologi- 
schen Erkenntnislehre (Prinzipienlehre) darstellt, 
aus der sich der Zugang zu allen Einzelpositionen er- 
schließen läßt. Pfister wahrt dabei den Zusammenhang mit 
genuin alt-katholisdien Denkern wie Keussen und Michaud. 
Das Schriftchen, der ganzen denkenden Christenheit 
gewidmet, möchte als Beitrag zur Selbstbesinnung und 
zum oekumenischen Gespräch gewertet werden. 
Der mit den aktuellen Fragen Vertraute findet darin überdies 
Antworten auf Fragen, ob wir ein Sonderkonfession sind oder 
unserer Herkunft nach werden wollen bzw. können, — der 
Verfasser bekennt sich dazu, daß unsere Kirche einfach ka- 
tholische Kirche ist, nicht im ausschließlichen, aber im 
Vollsinn des Wortes, — inwieweit konfessionelle Fragen 
relativiert werden können, ob die Heiligkeit oder K a t h o - 
1 i z i t ä t das die andern Weseneigenschaften umschließende 
Attribut ist. Es wäre zu wünschen, daß diese sehr klaren Aus- 
führungen — alle theol. Fachausdrücke sind stets verdeutscht — 
eine weite Verbreitung und ernste Leser fände. 
Der Preis von 1. — DM war nur durch das Entgegenkommen 
eines Mäzens möglich. 

Zur Seelsorge und Verkündigung unserer Tage 

Jungniann hat bahnbrechend auf dem Gebiet der Meßliturgie 
gewirkt, in dem er geschichtliches Gewordensein darlegte. Das- 
selbe versudit durch eine Rückbesinnung auf das Chalcedo- 
nense der Tübinger Ordinarius Arnold für den Bereich der 
Glaubensverkündigung in Katechese, Predigt und Seelsorge. 
Sie bedarf nicht so sehr methodolischer Gestaltung, entschei- 
dend kann sie nur vom zentral Theologischen her, d. h. hier 
durch Wiederbesinnung auf das gottmenschliche Prinzip Christi 
erneuert werden. 

Arnold stellt in seinen geschichtlich orientierenden Darle- 
gungen besonders das Verdienst der Tübinger Sdiule heraus. 
W'ir erhoffen von dieser Schule auch in den kommenden Jah- 
ren kräftige Schritte nach vorn, die der Überwindung der re- 
formatorisch-gegenreformatorischen Einseitigkeiten dienen und 
damit sich auch der echten alt-katholischen Position nähern, 
die wir freilich sehr streng gegen bloße Ausläufer aufkläreri- 
sdier Oberflächlichkeit abgrenzen möchten. 

Grundsätzliche Besinnung kann dem praktischen Theologen 
allein nicht genügen. Er bedarf auch jener Werke, in denen 
die gegenwärtig vorliegende Praxis der Kirche bis in alle Ein- 
zelheiten hinein eingefangen ist. Ein solches Buch, wenigstens 
hinsichtlidi der Sakramentenverwaltung, ist das Buch meines 
einstigen Lehrers Schöllig, in 5. Auflage neu besorgt von R. 
Weber. Aus dem ursprünglich von Mutz herausgegebenen Lehr- 
budi ist ein recht stattliches Werk entstanden. Es ist für uns 
jedoch nur zu einem kleineren Teil brauchbar. Viele Kapitel 
über die Beichtpraxis lohnen zwar das Lesen, damit auch die 
nicht über die römische Kirdie zu uns gekommenen Priester 
die Praxis der römischen Schwesterkirche verstehen — ohne 
diese Kenntnis von innen her kann niemand mitreden — ; aber 
sie haben kein Gewicht für unsere Praxis. Übrigens ist das 
Werk von Schöllig das einzige derartige in doiit'^rhor Sprache. 
Unter den angegebenen Vorbehalten sei es empfohlen. 

1. Arnold, Franz Xaver, Seelsorge aus der Mitte der Ilellsge- 
schichte. Pastoraltheologische Durcliblicke, 236 S. Herder Ver- 
lag, kart. 12,50 DM. 

2. Schollig, Otto, Die Verwaltung der hl. Sakramente unter 
Pastoralen Gesichtspunkten. 5. Auflage 1958, Herder Verlag, 
440 S. 18.50 DM. 

Vorlesebuch zum kathollsdien Katedilsmus, in Verbindung 
mit dem Deutschen Katechetenverein herausgegeben von Eis- 
mann und W i g g e r s . L— HL Band Verlag J. Pfeiller, 
Mündien. 



In meiner Jugend legte man Florilegien an. Ein Katechet < 
auch ein Prediger oder Kaleiulermann, der „Alles und N 
aus seinem Schatze" hervorbringen will, kommt ohne würz« 
Geschichtlcin nicht aus. Und die Gesdiichtlein sollen mehr 
als Zuckerbrot und Belohnung für gutes Verhalten. Sie 
len den spröden oder abstrakten Stoff lebendig machen. , 
Leben stellen. Als Kalendermann war ich immer auf der , | 
nach guten, kleinen Geschichtlein. Sie sind rar wie das W: 
in der Wüste, wenigstens solche, die den Nagel auf den ] 
treffen und zugleich das Siegel der Editheit an sich trager 
greift man immer wieder gern nach neuen Sammlungen, 
hier Vorgelegte lehnt sich an die Einteilung des neuen röm 
katholischen Katedaismus an. Man begegnet natürlidi m 
Bekanntem. Nicht alles ist gleichwertig. Wir werden sorgfä 
Auswahl treffen müssen. Dennodi sind die Büdier zu < 
fehlen und bieten wertvolle Hilfe im Kampf mit dem trc 
nem Stoff. Der Verlag hat die Bücher gut ausgestattet. 



Für den Schriftenstand 



Die leider allzuwenigen Amtsbrüder, die entweder e 
Sdiriftenstand aufstellen können oder sich darum bemü 
kommen oft in Verlegenheit, weldie Schriften sie ausstt 
können. Mit unseren wenigen ist es allein nicht getan. Je 
falls bedrängen auch unsere Glaubensgeschwister Fragen, 
die sie gern eine Antwort hätten. J)a wir also nicht genüi 
Schriften herausbringen können tfnd es^geradezu bestürzt, 
wenig Hefte über^Febronius usw. — ^ von der. Demmels 
Schrift abgesehen,'' — herauskamen, bleibt gar keine an 
Wahl, als auch nach anderen brauciibaren Sciiriften zu sehe 
kommen sie, von woher sie wollen. Man muß, um des 
haltens christlicher Substanz willen, großzügig denken 
den oder jenen Satz in Kauf nehmen, über den wir stol 
können. 

Aus zwei Verlagen seien einige Schriften empfohlen, aus 
römisch-katholisdien von Butzon und Bereiter, Kevelaer 
aus dem evangelisdien Jugenddienst-Verlag in Wuppc 
Barmen. 

Aus dem Jugenddienstverlag seien empfohlen die Reihe 

Das Gespräch 

Ich führe an: Ungewisse Zukunft (Claus Westermann) • 
Gottes Erwählung und unsere Entscheidung 
(W. Kreck) - 

Ego te absolvo (G. Backhaus) 
Die Geschlechter (G. Groeger) 
Der Held der Dichtung und der wirkliche Mc 
(S. Hajek) 

Unsere Geschichte (H. Schrey) 
Unbewältigte Vergangenheit (H. R. Müller- 
Schwefe) 

Das Rätsel der Religionen und die biblische Antwort (W. I 
tag) Zwischen Atheismus und Religion (eine Deutung D 
jewskis (J. Härder) Der Mensch und seine Welt (Schöpft 
glaube und Menschenbildnisx(H. J. Kraus) Die Angst voi 
Welt (Begegnung mit Nihilismus (H. Thielicke). 

Aus dem Verlag Butzon und Berater 

Welt im Umbruch (Neil Breuning) 

Wille, Wunder, Welt (Dr. W. Büchel) 

Wem gehört das Kind (A. Hartmann) 

Christentum ohne Zukunft (A. Brunner) 

Unbelehrbares Gewissen (Hirschmann) 

Ordnung ohne Freiheit (Der dialekt. Materialismus) 

(G. Wetter) 

Was heißt glauben (O. Semmelroth) 

Beide Reihen, vorbildlicii gestaltet, sind von bedeutenden ! 
leuten geschrieben, verständlich, aber doch Mitdenken 
dernd. (Warum sollen wir auch Denken verlernen?) Beide 
preiswert. Die röm.-kath. Reihe kostet je Heft (Kleinfoi 
50 Pfg, die evang. Reihe (Großformat) je 1 DM. Umfar 
24 bis 30 S. etwa, farbige Umschläge. 



Die Andachtsbildchen 



Mit Recht bewahren wir Altkatholiken eine ge\vi.ss<' Ho* 
gegenüber dem Andachtsbildchen, obgleich die Totenzelle 
screr Geistlichen fast in allen Gesangbüchern uiiseror Gl 
gen sich finden. Manche empfingen auch ein schönes Virvai 
dien als Andenken an die Firmung. Das Bildchen von I 
leciiner: „Der Friede sei mit dir" aus dem Ars Sacra V« 
hält die Erinnerung an die Firmung jedenfalls besser fes( 
ein Bild des flrmcnden Bischofs. Wenn schon letzteres, 
wenigstens beides! 



84 



?$»ie Scheu vor den üblichen „Andachlsbiklchen" ist sehr bc- 
iflich, denn was die „Devotionalienkunst"" früher bot und 
weise auch jetzt noch hervorbringt, verrät häufig wenig 
;chmack oder religiöse Ergriffenheit. Dennoch sollte man 
ht grundsätzlich ablehnend sich verhalten. Gerade Kinder 
rden vom Optischen stärkstens beeindruckt. Ein gut gewähl- 
, dogmatisch und künstlerisch vertretbares religiöses Bild- 
n als Fleißbildehen oder zum Geburtstag oder bei sonst 
isender Gelegenheit geschenkt, kann eine religiöse Mission 
iübcn, mehr als ein Erwachsener sich träumen läßt. 
Vir möditen auf einen Verlag aufmerksam machen, der sich 
gute Andachtsbildchen seit je bemüht, obwohl auch ihm 
; nicht immer gelingt. Es liegen mir mehrere Serien vor, die 
rdiaus nidit alle befriedigen. Am ehesten sprechen die alten 
ister wie Dürer, Luk. Cranach, Holbein an. Die modernen 
1er erreidien nicht die gewaltige Ausdruckskraft der alten 
ister. Sie malen durchweg zu lieblich, zu niedlich, zu an- 
pfunden. Am meisten befriedigen noch die Fugelbilder aus 
lerer Zeit. Mit gutem Gewissen empfehle ich die Serien 3198, 
0, 3146, 2957, 2920, 2945, von farbigen 10213, 10876, 9377 und 
7. Für Kinder, die alles Farbige besonders erfreut, kom- 
n wohl auch noch andere Serien in Frage, etwa 10803, 9723, 
63 und 3634, wenn man das eine oder andere Bildchen in 
sen Reihen wegläßt. Sicher wird der Ars Sacra Verlag eine 
swahlsendung zugehen lassen, wenn man darum bittet und 
Auslese rasch durchführt. 
vUe diese genannten Serien sind nicht im eigentlichen Sinn 
eiligenbildehen"; sie enthalten Szenen aus dem Leben Jesu 



oder der Apostelgesdiichte oder den dornengekrönten Heiland 
oder den guten Hirten und ähnliche Motive. 

wir kennen nicht nur das Problem des guten Andachtsbildchen. 
Uns bedrängt auch die Frage nach guten Wandbildern für das 
christliche Haus. 

Was hängt oft an schaurigem Kitsch an den Wänden: Die büßen- 
de Magdalene oder kitschige Öldrucke von anno dazumal. So- 
gar evangelisdierseits beschäftigt man sich neuerdings sehr 
ernstlich mit diesem Fragenkomplex. Statt langen grundsätz- 
lichen Darlegungen sei auf diese Bemühungen aufmerksam ge- 
macht. 

In Hessen-Nassau haben die ev. Dekanatsobmänner einen 
Bild-Ausschuß gegründet. Dieser legt nun einen ersten Kata- 
1 g Bilder bibliscJien Inhalts für das evangelische Haus vor. 
Ein zweiter Katalog wird bald nachfolgen. Bilder für Stadt 
und Land, für Neu- und Altbauwohnungen, für Arm und Reich 
und für die verschiedenen Festanlässe im Leben kann man hier 
finden. Der Katalog ist erhältlich durch das Evang. Pfarramt 
Wiesbaden-Erbenheim. Wir begrüßen diesen praktischen Dienst, 
der damit auch unseren Pfarrern geleistet wird. (Das „evan- 
gelisch" braucht uns nicht stören, denn der rechte Katholik 
liebt das Herz der Hl. Schrift, das Evangelium, er ist also auch 
„evangelisch". Insofern er auch gegen Sünden, Unrecht und 
Irrglaube Zeugnis ablegt, das heißt nämlich „Protestant" (von 
pro testari, für etwas Zeugnis geben, für die Wahrheit gegen 
Verfälschung), ist der Katholik sogar auch „Protestant".) y 



Wer jetzig Zeiten leben will 

Wer jetzig Zeiten leben will, muß hah'n ein tapferes Herze, 
es sein der argen Feind so viel, bereiten ihm groß Schmerze. 
Da heißt es stehn ganz unverzagt in seiner blanken Wehre, 
daß sich der Feind nicht an uns wagt, es geht um Gut und Ehre. 

Geld nur regiert die ganze Welt, dazu verhilft betrügen; 
wer sich sonst noch so redlich hält, muß doch bald unterliegen. 
Rechtschaffen hin, rechtschaffen her, das sind nur alte Geigen: 
Betrug, Gewalt und List vielmehr, klag du, man wird dir^s zeigen. 

Doch wie's auch kommt, das arge Spiel, behalt ein tapferes Herze, 
und sind der Feind auch noch so viel, verzage nicht im Schmerze, 
Steh gott getreulich, unverzagt, in deiner blanken Wehre: 
Wenn sich der Feind auch an uns wagt, es geht um Gut und Ehre! 

17. Jahrhundert 



1^ 



Meisterrätsel 

chen schon einiges Kopfzerbrechen. Hier die Auflösung der Reihe nach: Dompfaff, Römer, Monument, Zähne, Meineid, Pflug, 
lalttag, das Bett. 

bt Ihr auch die altkath. Kirchen erkannt? Es wurden nur solche gezeichnet, die uns zu eigen gehören. Und es sind längst 
%^."<^- Karlsruhe, Smgen, Nordstrand, Köln, Dettighofen und die im Bau befindlichen in Oberursel und Kommingen kommen 
vill m den künftigen Jahrbüchern. 

s Jahr findet Ihr unsere Gotteshäuser in Bonn, Essen, Stuttgart, Fützen, Passau, Kaufbeuren-Neugablonz, Offenbach/M., 
esbaden München, Stühlingen, Blumberg/B. und Frankfurt/M. Wer sie nicht erkennt, soll die Gemeinden und die Gottes- 
Jser recht bald aufsuchen. 

Berücksichtigt die Firmen^ die Anzeigen aufgaben! 



85 



Zwiespradie 



In den letzten Jahren hatte ich mannigfache Gelegenheiten, 
brieflich auf Fragen von Lesern und Glaubensfreunden ein- 
zugehen. Einige solcher Fragen, die allgmein interessieren, 
seien hier beantwortet. Natürlidi sind die Namensanfänge 
verändert, aber es handelt sich nicht um fingierte Fragen 
bzw. Antworten! 

W. K. Glauben Sie an eine Zukunft unserer Kirdie? 
Antwort: Die Frage ist falsch gestellt. Sie meint, bei der Kirche 
Jesu Christi handle es sich um etwas, was in unserer oder an- 
derer Leute Verfügung stehe, was man so ändern könne oder 
müsse, daß es dem Geschmack der Leute entgegenkommt. Der 
Versucher wollte Christus bekanntlich auch das Kreuz ausreden 
und ihm stattdessen eine glänzende Zukunft eröffnen — als 
Biedermann, als Zauberkünstler, als Weltbeherrscher. Christus 
wählte gehorsam das Kreuz, das Opfer, menschlich gesprochen 
den Zusammenbruch. Aber gerade dann, wenn das Wei- 
zenkorn stirbt, bringt es Frucht. Drum hat Christus im Tod 
gesiegt und seine Feinde überwunden. Und drum hat Ihn Gott 
erhöht und Ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, 
daß im Namen Christi jedes Knie sich beuge. — 

Und darum hat die Kirche, die IHM gehorsam nachfolgt in 
seinen Tod, in seine Wahrheit, in seinen gehorsamen Dienst 
die Zukunft, die Gott seiner Kirche vorbehalten hat. 
Nach einer anderen haben wir nicht zu fragen. — 

S. B. Was können wir aber tun, damit wir wachsen? 
Antwort: Jedes äußere Wachstum hat das Innere zur Voraus- 
setzung. Wenn ich andere bekehren will, muß ich mich selbst 
erst bekehren. Mit einem Eiszapfen zündet man bekanntlich 
kein Feuer an. Je weniger wir selbst „in Christus" sind, um so 
weniger werden wir Christus bezeugen können. Es gibt zwei 
Versuchungen: 1. die Versuchung des römischen Weges: äußerer 
Zwang, Anpassung an die Masse und ihre magisch-primitiven 
Vorstellungsreihen und Geborgenheitsbedürfnisse oder 2. Ver- 
dünnung der Lehre, ihre Relativierung, um alle in ihren Wün- 
schen zufriedenzustellen. 

Beides sind Irrwege! 

Christus hat seiner Kirche weder Macht, nodi Reichtum, 
nodi Größe nach menschlichen Vorstellungen verheißen, wohl 
aber sprach er von der „kleinen Herde", die sich nicht fürchten 
soll, denn der Vater habe ihr den Sieg verheißen. Und die 
Hl. Schrift fordert, daß wir treu erfunden werden, um die 
Krone des ewigen Lebens zu erlangen. 

Locken sollte uns nur der Ruf Jesu: „Willst Du mein Jünger 
sein, so folge mir nach". Und „suchet zuerst das Reich Gottes 
und seine Gerechtigkeit, alles andere wird euch nachgeworfen 
w^erden". 

Die echte und wahre Kirche Christi wird nie untergehen, 
weil sie die Verheißung ihres Herrn hat, daß die Mächte der 
Hölle und der Finsternis die wahre Gemeinde Christi nicht 
vernichten könne. Aber wir wachsen immer mehr in die 
Zeit hinein, in der Zugehörigkeit zu Christus ausschließlich 
Sache persönlicher Entscheidung — und Werk 
der göttlichen Gnade wird, die freilich auch durch 
Begegnungen und gottgesetzte Einrichtungen uns treffen kann, 
nicht nur in rein spirituellen inneren Einwirkungen. Das eine 
ist mir jedenfalls gewiß: Gott gebraucht keine Halben und wir 
werden nur dann von den echten Jüngern Jesu, denen, die nach 
der Wahrheit in ihrer Fülle und nach Gottes Erbarmen suÄen, 
übersehen, wenn wir vor Gott „zu leicht erfunden" werden. 
Und dann geschieht es uns recht. 

H. G. Die alte katholische Kirche kannte keinen Klerikalismus. 
Aber versagen wir, die wir den Laien die Rechte der verant- 
wortlichen Mitwirkung gegeben, zurückgegeben haben, nicht 
mehr als andere Kirchenteile? 

Antwort: Es scheint fast so. Zwar gab es in allen Gemeinden 
ein paar Frauen, einige Männer und sogar einige Gebildete — 
und es gibt dies noch bis heute fast überall, die vorbild- 
lich als Laien mitwirkten, und zwar in gutem Einvernehmen 
mit dem Geistlichen. Ich könnte Ihnen Beispiele aus alter und 
neuer Zeit nennen — und wenn wir alle zusammenzählen, sind 
es bestimmt mehr im Verhältniss zu unserer Gesamtzahl, als in 
anderen Kirdienteilen. Aber — wir müssen uns gerade deshalb 
nadi anderem Maß messen, weil wir uns dieser Laienmitverant- 
wortung doch ein wenig rühmten, aber auch deshalb, weil wir 
sonst weder dem Geist der Kirche Christi gerecht werden noch 
die Last der uns aufgegebenen Aufträge tragen können. 

Der Geist der allen, bzw. der jungen Kirche fordert einmü- 
tiges und gemeinsames Handeln. „Einer trage des andern Last." 
„Alle waren ein Herz und eine Seele." Denken sie an die Urge- 
meinde! 

Und angesiclits unseres Ansi)ruchs, die alte ungeteilte Kirche 
im Herzen Europas doch — zusammen mit den anglikanischen 
und orthodoxen Bistümern — zu repräsentieren wie auch im 
Blick auf die Zerstreuung unserer Gläubigen können wir nur 
das uns abverlangte Zeugnis geben, wenn wir alle. Kinder 
und Männer und Frauen das Priestcrtum betätigen, 



an dem wir alle, wenn auch in Stufungen teilhal 
Wir sind ein heiliges Volk, ein königliches Priestertum — 
haben als Christen, die Gesalbte des Herrn sind (daher Chri 
an allen Sorgen und Aufgaben unserer Gemeinden und 
serer Kirche, ja der Gesamtkirche Christi mitzutragen. Ein 
der, wie er es nacJi Veranlagung, Talenten, die er cniiifan 
hat, kann. 

H. G. Wie denken Sie sieh denn konkret, also in Wirklidi 
dieses Zusammenwirken von Laien und Geistlichen? 
Antwort: Prieslermangel und Geldmangel — und dies r 
mehr dann, wenn einmal die Staalszuschüsse ganz wegfallei 
zwingen dazu, daß wir die wenigen, die mit dem Vollpries 
tum ausgestattet werden können, so vorzüglich a 
bilden, daß jeder Amts-Priester allen jenen Obliegenhe 
gewachsen ist, die heute einem Bischof, Dekan oder Profe^ 
abgefordert werden. D. h. praktisch sollten diesen nur so 
Aufgaben zukommen, die ihrer quaUfizierten Ausbildung > 
spreclien: leitende Tätigkeit als Dozenten in Abendkursen 
Ausbildung von Seelsorgshelfern einschließlich der Akolutl 
Ostiarier, Lektoren, Diakone und Ililfspriesler; ferner ölT 
liehe Vortragstätigkeit, Behördenverkehr auf höchster Ebi 
feierliche Gottesdienste, Leitung regionaler Tagungen, Publ 
tionstätigkeit in verantwortlicher Weise. 

Demgegenüber müßten die Helfer in ihren verschiede 
ehrenamtlichen oder nebenamtlichen Graden alle jene Ar 
der Vorbereitung leisten, die heule leider der Ortsgc 
liehe meist selbst übernehmen muß, z. B. vor einem Bisdi 
besuch, vor einer größeren Veranstaltung usw., ferner Un 
richtsdienst, Caritasarbeil, technische Dienste usw. 

H. G. Wie könnte man denn heute schon die Leistung uns« 
Priester potenzieren, d. h. vervielfachen? 
Antwort: Wenn jeder Kirchenrat ein besonderes Refe 
leitete und sich selber Helfer dazu suchte. Natürlich setzt das 
higkeiten und Kenntnisse voraus, die erst in Abendkursen, A 
demien, Rüstzeiten zu vermitteln wären. Einst \ eilen hu 
wir freilich viel zu wenig Männer und Frauen, die dazu ge 
net sind. Es fehlt sogar den Wohlmeinenden oft die Fähig 
und der Wille, ganz selbstlos dem Herrn Christus in der S 
sorge zu dienen. Mit fanatischen Romhassern ist uns gar n 
geholfen. Sie schaden mehr, als sie nützen. Sie sind ehe 
wie manche Alt-Liberale oft ein Hemmschuh in der red" 
Entwicklung unseres Kirchenteiles, weil sie weder die Zcitl 
noch das Wesen der Kirche erfassen. Überdies, so wenig 
gründliche Kenntnisse verzichtet werden kann, entscheid 
bleibt dodi, daß alle Helfer vom rechten Geist beseelt s 
Man wünschte ihnen alle Tugenden und Eigenschaften, die : 
bei einem rechten Priester und Geistlichen voraussetzt ( 
wünsclit, also Weitblick, Geduld, Menschenkenntnis, die Ki 
der Menschenbehandlung, inneres Gebetsleben, Eifer für 
Reich Gottes, Güte und Liebe zu Gott und den Milmensd 
Darum sind alle jene gänzlich ungeeignet, die nur sich und i 
Ehre suchen. Oder die Vorteile irdisdier Art anstreben, siel 
priesterlichen Gewändern gefallen. Ein besonderes Kapitel 
die rechte Umgangsart mit dem Geistlidien. Unsere Pric 
dürfen gewiß nicht den „geistlichen Herrn" spielen, wie i 
ihn nicht selten in der römischen Kirche antrifft. Wir niü^ 
das Alter, das Wissen der Laien respektieren, über jede Mi 
beit,uns freuen, die aus guter Gesinnung angeboten wird. A 
auch die Laien dürfen in dem Geistlichen nicht den „Ai 
stellten" sehen, nicht ins Kommandieren und Beaufsichti 
verfallen. Sie dürfen auch nicht dauernd argwöhnen, ob 
nun gebührend geehrt, bedankt werden. Und umgekehrt s< 
man audi seitens der Laien nie vergessen, daß ein red 
Geistlicher zwar nicht für Ehre arbeilet, daß er aber, be- 
ders wenn er sich ganz und über seine bloße Pllidit für 
Gemeinde einsetzt, auch einmal einer Anerkennung bedürftip 
Weil der wirklidi Berufenen und Dienenden so wenige s 
darum kehren so häufig Geistliche nach vergeblidien Anläi 
zum Einmannsystem zurück und machen liebor 
allein — so gut sie es können. — 

E. M. Was halten Sie von Rom? 

Antwort: Rom ist eine ehrwürdige Stadt, in der sehr früh < 
eifrige, von vielen Verfolgungen heimgesuchte Gemeinde 
befand, in der aber audi Herrschsucht. Vcrantworluni^sbcw! 
sein für die Kirche und redillidies Donken zeitweise unl 
voll sicli gemischt hal)cn, zum Nadilcil der Kirche. 

E. M. Irh möchte Sie genauer fragen: Halten Sie die römis« 
Katholiken wirklich fUr Christen und Katholiken? 
Antwort: I-^in großer Teil frommer Roni-Kallioliken ist bonaTj 
guten Glaubens. Vielleicht gibt es meiir rk. Priester, Bisd 
und Gläubige, die wirklidi fromm, von bestem Willen bes 
sind, als wir meinen. Sie gehören zum Leib Christi. Und ^ 
Icidit gibt es maiidie unter uns, von denen ähnliches n 
gesagt werden kann. Jedenfalls sind alle römisdi-katholisi 
Christen unsere Brüder, mit denen uns sehr vieles vcr 
det. Mein größler Vorwurf gilt denen, die den Herrn Chri^ 
aufs neue kreuzigen durch Lieblosigkeit, Pharisäismus, 1 
zenshärle und Kälte. Soldie gibt es übeiMlI. in der römisci 



86 



d in der alt-katholischen Kirche. Ich hüte mich daher vor Je- 
tt generellen Urteil. Vom römischen System allerdings 
line ich, es sei als solches Produkt einer Fehlentwick- 
ig, es sei in Gefahr, katholizistisch statt katholisch 
sein. 

S. Ist die Festlegung einer Lebensordnung der Geistlichkeit 
srsonenrecht im weitesten Sinn) nur eine Angelegenheit 
r Geistlichen selbst, wie auf der letzten Synode geäußert 
irde? 

twort: Soweit es sicli um Voraussetzungen und Pflichten 
ndelt, die im Interesse des Dienstes, der Seelsorge und der 
lubwürdigkeit der Kirche gefordert werden müssen, haben 
ran die Laien, also das Objekt der priesterlichen Tätigkeit, 
s allergrößte Interesse. Es kann ihnen ganz und gar nicht 
•ichgültig sein, wie die Ausbildung, Versorgung, Amts- und 
bensführung der Geistlichen, ihrer Priester, grundsätzlich 
d im einzelnen gesehen wird und beschaffen ist. Die Meinung, 
s Personenrecht sei zuvörderst Sache der Geistlichkeit selbst, 

nicht nur m.E.ein folgenscliwerer Irrtum, er muß als RücIl- 
1 in klerikales römisches Denken oder als ein Versuch ange- 
len werden, den geistlichen Stand zu verweltlichen, das 
islhdie Amt als eine Art Berufsbeamtentum anzusehen, d. h. 
; Geistlichen lediglich als „kirchliche Beamten" zu beurtei- 
1. Von da bis zur „Fachgewerkschaft der Geistlichen" wäre es 
r ein kleiner Schritt. 

was anderes natürlich ist es mit Ordnungen, die sich frei- 
llige Bünde, Bruderschaften oder auch die Allgemeine Pfar- 
rvereinigung geben. Sie erstreben entweder im Geist des 
angeliums brüderliche Hilfeleistungen zusätzlicher Art 
ranken-, Sterbekasse, Kraftfahrzeugversicherung, Bücher-, 
rien-Austausch usw.) oder Schlichtung von Ehrenhändeln 
d Differenzen im Geist brüderlicher Zurechtweisung und zur 
rmeidung von Ärgernissen, oder Gebetsgemeinschaft; oder 

dienen der Erweckung und Erhaltung echt priesterlichen 
ristlichen Geistes, missionarischen Eifers, der Förderung ge- 
iiseitiger Bruderliebe und der theologisch wissenschaftlichen 
rtbildung und Information. Solche Standesverbände auf frei- 
lliger Grundlage fehlen uns noch viel zu sehr! Ihre Ordnun- 
1 unterliegen naturgemäß den Beteiligten selbst, wenngleich es 
nz selbstverständlich sein wird, daß der Bischof über diese 
dnungen unterrichtet wird und auch über die Tätigkeit 
richte empfängt; wie es auch ganz selbstverständlich sein 
Ite, daß ein rechter Bischof sich bei einwandfreier Zielsetzung 
er solche Bruderschaften nur freuen und sie fördern sollte, 
t ist aus solchen Bruderschaften großer Segen für Kirche 
d Seelsorger erwachsen. 

N. Sie bemängeln, daß nicht überall die Gotteshäuser und 

ttesdienstzeiten im Jahrbuch angegeben sind. 

itwort: Ich auch. Ich kenne nur einen stichhaltigen Grund! 



Es gibt manche sehr spärlich bediente Gottesdienststellen, bei 
denen die Gottesdienstzeiten nicht festgelegt werden können, 
weil Rücksicht auf evangelische Gemeinden zu nehmen ist. In 
allen anderen Fällen kann man Gründe nur vermuten. Aber 
Vermutungen berechtigen nicht dazu, sie auch auszusprechen. 
— Doch vielleicht hilft's, wenn Laien, also auch Sie, naciifragen. 
Das eine ist sicher: die andern Bekenntnisse tun alles um 
den Wochenendlern, den Ausflüglern, den Sportfreunden die 
Gottesdienste durch Ansdiläge an Kirchentüren, Bahnhöfen 
usw. bekanntzugeben. Das ev. Berlin gab ein feines Heftlein 
heraus: „Deine Kirche geht mit in die Berliner Umgebung." 
Die Pastoralkonferenzen sollten darüber nachdenken! Und die 
Kirchenleitung! 

S. B. Warum bringt unser Jahrbuch nicht mehr Unterhaltendes? 

Antwort: Es wurde mir noch nie aus unseren Reihen solches 
angeboten, was der Erzählkunst etwa eines Hansjakob, Ros- 
egger oder eines Bergengruen usw. entspricht. Mit großer Mühe 
habe idx nach Kurzgeschichten und guten abdruckfreien Er- 
zählungen gesucht. Sie finden in den sieben Jahrgängen mehr 
solcher bester Erzählungen als in allen alt-kath. früheren 
Kalendern unseres Bistums zusammen! (Allerdings kaum 
von eigenen Schriftstellern, die man ja nicht künstlich machen 
kann.) — Andererseits hat das Jahrbuch auch die wich- 
tige Aufgabe, unser Selbstverständnis immer klarer 
herauszuarbeiten, allen Schichten des Volkes, auch den Ge- 
bildeten, zu dienen, und obendrein noch als einziges Buch 
unseres Bistums vor der Öffentlichkeit unser Sein und "Wollen 
zu bezeugen. Hätte unser Bistum die doppelte Seelenzahl, so 
könnten wir wahrsdieinlich einen ganz schlichten Volkska- 
lender nach dem Vorbild etwa des Neuwerkkalenders und 
ein kirdiliches repräsentatives Jahrbuch herausbringen. So 
aber müssen wir beides in einem versuchen. 

K. G. Warum sandten Sie mir das Jahrbuch unverlangt zu? 

Antwort: Weil ich, bis das Gegenteil erwiesen ist, von Ihnen 
nicht annehmen kann, daß Sie sich nur als registrierten Alt-Ka- 
tholiken betrachtet wissen wollen. Ein rechter Alt-Katholik 
brennt darauf, das einzige kirchliche Jahrbuch seines Bistums 
zu erhalten mit allem nötigen Adressenmaterial, Kalendarium, 
Chronik des europäischen Alt-Katholizismus und einer Fülle 
von Beiträgen, die jedes seiner Kirche verbundene Glied inter- 
essieren muß. Idi dachte, Sie würden mir für die Aufmerk- 
samkeit der Zusendung Dank wissen und vielleicht sogar noch 
eine kleine Überzahlung leisten, damit ich auch jenen 
das Buch senden kann, die es kaum bezahlen können (armen 
Rentnern usw.). 

Der Kalendermann 



=^ 



J^ 



"^ "^ ,,^»«af!Ä^''-^^' 




Ein gutes neus Jahr hebt an, 
dran unsre Hand noch nichts vertan. 
Was sich in seinem Lauf erfüllt, 
ist noch in tiefe Nacht gehüllt. 
Im Acker schläft noch unser Brot, 
im Herzen schweigt noch unser Tod. 
Vor allen Pfaden, die wir gehn, 
noch beide Wege offen stehn. 

O haltet ein! Noch ist es Zeit: 
Der Weg des Heils ist uns bereit! 
Auch dieses Jahr ist nur geschenkt, 
damit es uns zum Jjcben lenkt. 
Auch dieses Jahr bringt näher her 
des Herrn verheißne Wiederkehr. 
Auch dieses — wie das letzte war — 
ist Gottes gnadenvolles Jahr! 

SIEGFRIED GOES 




87 



Verzeichnis der Autonomen Katholischen Kirchen 



Wesen des autonomen Katholizismus. Eine Kirche ist „katholisch", 

wenn sie durch die apostolische Sukzession ihrer Bischöfe in 
historischer Kontinuität mit der Einen Heiligen Katholischen und 
Apostolischen Kirche Jesu Christi steht und die Wesenseigen- 
tümlichkeiten der Alten Ungeteilten Kirche des 1. Jahrtausends 
in ihrem Glaubenszeugnis darstellt. „Autonom" ist eine Katho- 
lische Kirche dann, wenn sie nicht denvJurisdiktionsprimat und 
dem/onfehl baren Lehramt des römischen Papstes untersteht, son- 
dern in ihrem kirchlichen Verwaltungsleben und in ihrer äuße- 
ren Gestaltung selbständig ist. 

Verbreitung des autonomen Katholizismus, über 200 AAillionen 
autonome Katholiken gibt es unter ollen Rassen und in allen 
Erdteilen, das sind über 25% der Weltchristenheit. 

Organisation des autonomen Katholizismus. Da die autonomen 
Katholischen Kirchen dem altkirchlichen Prinzip der regionalen 
Autonomie folgen, sind sie nicht^entral organisiert. Erstrebt 
wird eine^irchliche Konföderation im Sinne der vollen Inter- 
kommunibn, wie sie gegenwärtig zwischen den anglikanischen 
und^alt-kotholischen Kirchen besteht. Die meisten der insgesamt 
50 katholischen Nationalkirchen der Welt gehören gemäß der 
historischen Entwicklung einer der drei folgenden Kirchenge- 
meinschaften an. Außernalb dieser Kirchengemeinschaften ste- 
hen die Alt-Katholische Kirche der Mariawiten in Polen (40 000 
Gl.), die Philippinische Unabhängige Katholische Kirche (272 Mil- 
lionen Gl.), die Bischöflichen Kirchen von Spanien und Portugal 
(2000 Gl.) und die Schwedische Kirche (ö^/z Millionen Gl.). 



Die Orthodoxe Kirchengemeinschaft zählt zusammen mit < 

alten Orientalischen Nationalkirchen etwa 160 Millionen 
mit 17 orthodoxen und 5 orientalischen selbständigen Natior 
kirchen. Ehrenprimas der Orth. Kirche ist der Ökumenische 
triarch von Konstantinopel, S. H. Athenogoras I., Phanar, Is; 
bul, Türkei. 

Die Anglikanische Kirchengemeinschaft zählt über 40 Miiiioi 

Gl. in 15 autonomen Kirchen mit insgesamt 333 Diözesen i 
487 katholischen Bischöfen. Ehrenprimas ist der Erzbischof > 
Canterbury, Most Rev. G. F. Fisher, Lambeth Paloce, Lonc 
S.E.l, England. 

Die Alt-Katholische Kirchengemeinschaft zählt 600000 Gl. ii 

katholischen Nationalkirchen mit insgesamt 14 Bistümern, ü 
600 Gemeinden, 20 katholischen Bischöfen und 350 katholisd 
Priestern. Ehrenprimas ist der Erzbischof von Utrecht, Dr. , 
dreas Rinkel. 

Das^Alt Katholische Jahrbuch bringt dieses Jahr c 
Platzmangel ein genaues Verzeichnis nur von d 
Alt-Katholischen Kirchen der Utrechter Union. Füre 
übrigen Kirchen sei auf die ausführlicheren Angab 
im Alt-Katholischen Jahrbuch 1958, S. 90 fF verwies« 



Die Alt-Katholischen Kirchen der Utrechter Union 

Die Utrechter Union ist eine Gemeinschaft von selbständigen Katholischen Nationalkirchen, die mit dem erzbischöflichen Stuhl 
Utrecht und miteinander in voller kirchlicher Gemeinschaft stehen. Höchstes Organ ist die Bischofskonferenz, deren Präsident 
Erzbischof von Utrecht ist und die olle 2 Jahre sich versammelt. 



Abkürzungen: Gl. = Glieder - Pfr. = Pfarrer - Pfv. = Pfarrverweser - x = Geb. Tag - y = Weihe - V, =Vorsitzender - Obm. 
Obmann - KKasse = Kirchenkasse - K. = Küster - O. = Organist - PSKto = Postscheckkonto - ALT-KATH. KIRCHE = eigene oderz 
alleinigen Gebrauch überlossene Kirche - G. = Gottesdienst 

t SELBST. KIRCHENGEMEINDE mit Pfarramtssiti - SELBST. KIRCHENGEMEINDE - Teilgemeinde - Gottesdienststation 

Frv. = Frauenvereinvors. - Mwerk = Männerwerk - KChor = Kirchenchor - Jgd. = Jugendbund 



1. Katholisches Bistum 



ß,:j. 



der Alt-Katholiken in Deutschland 

Demmel, Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25, 



17a NeckorgemOnd, Peter Schnellbadi- 



Bischof: 

Bischof Johannes Jos 
F 22485. 
Weihbischof: 
Dr. Otto Stein v/achs, 
Str. 27, F 2218. 
Bischöfliches Ordinariat und Verwaltung: 
BONN Gregor-Mendel-Str. 25 - 22485 - Kassenverwaltung: 
Rendantin Schw. Hilde Görg, PSKto. KÖLN 7741. 
Synodal Vertretung: 

1. V.: Der Bischof. 2. V.: Prof. Barth. Spuler, Hamburg 13, 
Mittelweg 90. Ordentl. Mitglieder: G. R. Heinr. Hütwohl, Es- 
sen, Bernestr. 1; Prof. Dr. Werner Küppers, Bonn, Arndtstr. 
23; Dr. jur. Alfons Amann, Völklingen/Saar, Kreppstr. 10; 
Forstmeister Dr. Petri, Koblenz, Rheinou 2, — Außerordentliche 
Mitglieder: Dekan Dr. Franz Buchte, Berlin-Friedenou, Stierstr. 
3; Pfr. Josef Brinkhues, Heidelberg, Koiserstr. 5; Ing. A. Michel, 
München 25, Dietromszeller Str. 2/0; Dr. med. Max Souter, 
Stuttgart S, Schickhardtstr. 51; — Ehrenhalber: Prof. Dr. 
Walter Petri, Koblenz-Oberwerth, Rheinau 2; — Von Amts- 
wegen: Weihbischof Dr. O. Steinwachs, Neckargemünd, Peter- 
Sdinellbodi-Str. 27; Synodalanwalt: Landgerichtsrat Hans 
Backes, Bad Godesberg, Klufterstr. 111. 
Synodalobergericht: 

Präsident: Amtsgerichtsrat Heinz Oeking-D0sseldorf>Lohau- 
sen, Niederrheinstr. 20. 2 Räte. 

, Synodaigericht: 

Synodalrichfer: Oberregierungsrat Dr. R. Rebsamen, Fulda. 
Schöffen: 6 Geistliche, 6 Laien. 

, Alt.-kath. Seminar der Universität Bonn. 
Universitäts-Hauptgebäude 1. Stock, F 32141. Direktor: Prof. 
Dr. theol. Werner Küppers, Bonn, Arndtstr. 23, F 21710. 
Lehrauftrag: Systematische Theologie. 



8. Bischöfl. Seminar und Konvikt .Johanneum', Bonn, Bai 
schulallee 9. Regens: Prof. Dr. Küppers. Dozenten: Gei 
Rat H. Hütwohl: Kirchenrecht. Pfr. P. Pfister: Praktische Th 
logie. Pfr. Lic. Pursch: Liturgie und Lit.-Geschichte. 

9. Alt-katholisches Meldeamt: 

Pfr. Hans Huber 17b Mundelfmgen ü. Donaueschingen. 
10. Allgemeine Pfarrvereinigung: 
1. V.: Pfr. Fritz Hermann 14a 



Stuttgart-Gerlingen, Schil; 
Paul Pfister, Ffm. Kossenv 
Bielefeld, Am Steinbrink • 



Freiburg, Ludwigstr. 6 



höhe, Amselweg 44. 2. V.: Pfr. 
woltung: Pfr. M. Rademacher, 
(PSKto Dortmund 37230). 
o) Südbadische Pfarrkonferenz: 
Leiter: Geistl. Rot W. Rosch 

b) Rhein-Main-Pfarrkonferenz: 

Leiter: Pfr. J. Brinkhues, Heidelberg, Koiserstr. 5 

c) Bayerische Pfarrkonferenz: 

Leiter: Pfr. E. Volz, Augsburg, Thommstr. 17/0 

d) Nordrhein.-westf. Pfarrkonferenz: 

Leiter: Pfr. E. Vorfeld, Düsseldorf-Stockum, Uhlenwef 

11. Landessynodalrat der Alt-katholischen Kirche in 
Baden-Württemberg : 

Präsident: Weihbischof Dr. Otto Steinwochs-Neckargemüi 
Peter-Schnellboch-Str. 27, F 2218 — 2. V.: Facharzt Dr. m 
Max Souter, Stuttgort-S, Schickhardtstr. 51. — Mitglied 
Pfr. Fritz Hermann, Stuttgart-Gerlingen; Gustav Weßbech 
Mannheim; Oskar Schäuble, Hohentengen. 

12. Badische Alt-katholische Kirchensteuervertretung: 

V.: E. Boos, Singen, Worblingerstr. 6. 

13. Badische Alt-katholische Landes-Kirchenkosse: 

Rechner: Frau Ruth Michelis, Freiburg i. Br., MorienifT, 
PSKto Karlsruhe 39048. 

14. Landessynodalrat der Alt-Katholischen Kirche in Bayern: 

Präsident: Dekon Josef Schniertshouer, München 13, Ho < 
burgerplotz 1/1, F. 338040. — Stellvertr. V.: Dr. Educi 
Scholze, Bayreuth, Moritzhöfen 2b. Mitglieder: Pfr. Bernhc, 



88 



Bödefeld, Kaufbeuren-Neugablonz, Fichtenweg 6; Pfr. Philipp 
Elbert, Regensburg, Prüfeningerstr. 115/11; Mathilde Arnold, 
München 15, Platenstr. 4/1; Johann Haberkorn, München 13, 
rürkenstr. 104/0; Karl Kugler, Augsburg, Holzbochstr. 27a; 
!ng. Adolf Michel, München 25, Dietramszellerstr. 2/11; Ober- 
msp. Karl Wipplinger, München 9, Reintalerstr. 9/III; Rech- 
nungsstelle: Sofie Döbler, München 12, Kazmairstr. 18/111, 
F. 557240, PSKto: München 45421. 

Landessynodalrat der Alt-katholischen Kirche in Hessen: 

1 V.: Ernst Müller, Offenbach a. M., Landgrafenring 55, 
F 85406. Mitgl.: Pfr. Gerh. Lenz-Wiesbaden; Pfr. Paul Pfister- 
Frankfurt; Pfr. J. Girke-OfFenbach; W. Forg-OfFenbach; Dr. 
Eugen Frentzel-Frankfurt; Wilh. Schlitz-Offenbach; Ludw. Dör- 
mer-Frankfurt; Rud. Beier-Assenheim; — Landessynodalkasse: 
Offenbach a. M. Bankkonto Stadt. Sparkasse Offenbach, 
Hauptzweigstelle Kaiserstr. 27. Nr. 11/7245. 

Steuerverband der Alt-katholischen Kirche der Pfalz: 

V. Pfr. Dr. Roder, Mannheim M 7.2, PSKto: Ludwigshafen 
26880. Mitglieder: Pfr. Ben. Bader, Landau, Wolfsweg 16, 
Herr A. Ludwig-Lamprecht, Frau L. Wanger-Frankenthal, Frau 
K. Hofer, Rheingönheim. 

Westfälische Bezirkssynode: 

V.: Frdr. Weissohn, Essen, Münstersteinbruch 12. Rechner: 
Dr. H. Herbst-Bochum. Schriftf.: G. R. H. Hütwohl-Essen. Mit- 
glieder: Wilh. Bellmann-Essen; Ed. Bartsch-Essen; Alfr. Wer- 
ner-Bottrop. 

Dekanate: 

1. Baden-Württemberg u. Pfalz: Weihbischof Dr. Steinwachs, 
Neckargemünd, Peter-Schnellbach-Str. 27, F 2218. 

2. Bayern: Dekan: J. Schniertshauer, München 13, Habs- 
burgerplatz l./l, F München 338040. 

3. Berlin und DDR: Dekan Dr. Franz Buchte, Berlin-Friede- 
nau, Stierstr. 3, F 835223. 



Gemeinden und Pfarreien 



LBADEN-WÜRHEMBERG 

en: (zu Stuttgart) G.: Ev. Johanniskirche Aalen So. 9.30 
"ÜTto Richter, Aalen, Priemelweg 6A — O.: Wilhelm Seidel. 

ADEN-BADEN: G.: SPITALKIRCHE Gernsbacherstr. 37 So. u. 

10.00, id. Mi7 20.00 Messe, jd. Do. 20.00 Bibelstunde — Pfr. 
/.: Josef Lieser (x29.12.01 y8.8.26), Hochstr. 2, F 3391 — KKasse: 

Marg. Schweigert, Stadelh. Str. 6, PSKto Karlsruhe 6310. K.: 
obeth Günther — O.: Musiklehrer Alf. Bürck — KChor: Al- 
s Bürck. 

LUMB ERG: G.: CHRISTUSKIRCHE, So. u. Ftg. 14-tg. wechselnd 
I u. 10.307 Pfr. u. V.: Heinrich Schmitt (x27.12.11 yl.3.36J, 
jptstr. 95, F 151 — 2. V.: Architekt Theod. Schmid, Schulstr. 2, 
?81 — KKasse: Inspektor Oswald Liebert, Lerchenweg 2, 
okto. Bez. Spark. Donaueschingen — K.: Eugen Schmid — 
Frl. Helga Schmid — Frv. : Frau Hilda Schmid, Zollhaus, 
ofFh. Str. 19 — Gem. Schw. : Franziska Cosalter. 

>lingen: (zu Stuttgart) G.: Ev. Gemeindehaus Samstag 17.00 — 
TrofKarl Bangert, Schillerstr. 53. 

)EniGHOFEN; G.: ERLÖSERKIRCHE, 14-tg. 8.30, 14-tg. 10.00 
u. V.: Hans Bürke (x 14. 8. 08 y 2. 4. 38) Dettighofen über 
Idshut — 2. V.: Adolf Bernhard, Baltersweil — KKasse: Al- 
i Frey, Hinterer Eichberg, PSKto Karlsruhe 161126 — K.: Karl 
aub iun. — O. : Frau Minnie Häring — KChor: Dirigent 
ihelm Spitznagel — Frv.: Frau Minnie Häring — Jgd.: Egon 
-tmann, Bernwangen — Gem. Schw.: Meto Schön. 

ENHOFEN: (zu Blumberg) G.: NOTKIRCHE, 14-tg. 10.30 — 
/.: Hugo~Gleichauf — KKasse: Hugo Gleichauf, Bez. Spark. 
laueschingen 70377. 

ingen: (zu Stuttgart) G.: Hintere Kirche beim ev. Gemeinde- 
is. So. 10.30 — V.: Prof, Dr. Posselt, Eßlingen-Hegensberg, 
^tenstr. 23. 

REIB URG: G.: St. URSULAKIRCHE, Eisenbahnstr. 50 So. u. 
~0) — Pfr. u. V.: Geistl. Rat W. Rosch (x26.1.88 y2.8.14), 
wigstr. 6, F 6094 — 2. V.: Kom. Rat Hugo Raimann, Reiterstr. 
F 6502 — KKasse: Reg. Rat Fritz Eiche, Bernhardstr. 1 PSKto 
Isruhe 10958 — K.: M. Gengenbacher, Ferd.-Weiß-Str. 16 — 
Dr. Müller — Frv. Frl. Emilie Betz, Uhlandstr. 9 — Jgd.: 
lord Motsch, Karlstr. 32 — Mwerk: BBOberrat F. Ganz, 
•erstr. 14. 

URTWANGEN ; G.: Ev. Kirche, So. u. Ftg. 7.45 (1 So. 10.00). 
u. V.: Wilhelm Eggert (xl4.7.03 ylO.3.29), Lindenstr. 8, F 370 
2. V.: Adolf Volk, Eisenbahnstr. 2 — KKasse: Fritz Hakenjos, 
lerstr. 9, Kto. Bez. Spark. Furtwangen Nr. 915 — K.: Emil 
renbach — O.: Gew. Lhr. G. Lohrer — Frv.: Frau Luise 
jähr, Schillerstr. 3. 



PUTZEN: (zu Blumberg) G.: ERLÖSERKIRCHE, 14-tg. 9.30 — 2. V.: 
Martin Boma — KKasse: Wilhelm Wild, Sattlermeister, Bez. 
Kasse Stühlingen Kto. 8738 — K.: Elsa Wild — O.: Adolf Roth — 
Frv.: Frau Walburga Frey. 

GUTEN BACH: (zu Furtwangen) G.: NOTKIRCHE, So. u. Ftg. 9.30 
(I.So. 8.0Ö) — 2. V.: Primus Scherzinger, Höbschental — KKasse: 
Erich Heim, Landstr. 98, Bez. Spark. Furtwangen 4695 — K.: 
Gustav Kraus — O.: Lina Hug — Frv.: Frau Lydia Heim, 
Landstr. 98. 

t HEIDELBER G; G.: ERLÖSERKIRCHE, Plöck 44, So. u. l.Ftg. 10.00 
u. sommers Mittw. 20.00 — Pfr. u. V.: Josef Brinkhues (x21.6.13 
yl 2.2.37), Kaiserstr. 5, F 22307 — 2. V.: Josef Krell, Bergheimer 
Str. 26 — KKasse: Adolf Ender, Kaiserstr. 5, PSKto Karlsruhe 
13984 — Frv.: Frl. Frieda Saam, Moltkestr. 7. 
FREIZEITENHAU S „AM WEISSEN STEIN" Post Wilhelmsfeld/Hei- 
delberg F.: Heidelberg 40707 — Verw. : Alt-Kath. Pfa. Heidelberg, 
Kaiserstr. 5. 

HOHENTENGEN: (zu Dettighofen) G.: NOTKIRCHE, 14-tg. 10.00 

— 2. V.: Sägewerkesbes. Oskar Schäuble, Hohentengen Amt 
Waldshut — KKasse: Alfred Schäuble, Hohentengen 81 — K.: 
Alfred Schäuble — O. : Oskar Baumgartner — Frv.: Frau Anna 
Stadler. 

t KARLSRUHE; G .: AUFERSTEHUNGSKIRCHE Rönfgenstr., So. u. 
Ftg. 9.30 — Pfr. u. V.: Benno Schöke (x24.4.12 y8.1.39), Rönfgen- 
str. 1, F 23394 — 2. V.: RBDir. Hermann Ganz, Schillerstr. 56, 
F 21859 — KKasse: Albert Itta, LMarumstr. 41, PSKto Karlsruhe 
4627 — K.: Robert Neininger — O.: Gertrud Wesel — Frv.: Elly 
Johne, Hirschstr. 106 — Jgd.: Bernd Schwiers, Entenfang 2. 

KOMMINGE N; (zu Blumberg) G.: PFARRKIRCHE, 14-tg. wech- 
selnd 9.00 u. 10.00 — 2. V.: Verwalter Karl Schmid (Tengen 322) 

— KKasse: Severin Schmid, Landwirt — Frv.: Frau Olga Schmid 

— Gem. Schw.: Lina Sauter — Lehrp.: Hauptlehrer Woifg. Krahl, 
Nordhalden. 

t KONSTANZ; G. : CHRISTUSKIRCHE, Münsterplatz, So. (ausge- 
nommen letzter) u. Ftg. 9.30 — Pfr. u. V.: Dr. Jos. Heinsberg 
(xl.7.01 yl4.8.24), Schwedenstr. 11, F 3159 — 2. V.: Juwelier Kurt 
Müller, Kanzleistr. 6, F 4334 — KKasse: Hugo Schdtzle, Stephans- 
platz 47, Kto. Stadt. Sparkasse 1884 — Lehrp.: Oberlehrer Hugo 
Schätzle — O.: Franz Schmidt, Mainaustr. 32 — Frv.: Frau Jo- 
hanna Welsch, Lorettosteig 38, F 5424 — Jgd.: Jürgen Peduzzi, 
Grießeckstr. 20. 

LADENBURG; (zu Heidelberg) G.: SEBASTIANSKIRCHE, So. u. 
Ftg. 8.30 — 2. V.: Eugen Borho, Kurzgewann 17 — Pfarramt: 
Zehnstr. 21, F Bläß 307 — KKasse: Frau Gretel Borho, Kurz- 
gewann 17, PSKto Karlsruhe 50466 — O.: Käthe Max — Frv.: Frau 
Elisabeth Hilgers, Kurzgewann 17. 

Lörrach; (zu Zell/Wiesental) G. : Ev.-luth. Kapelle, Baumgartner- 
str. 27, 2. So. 9.30. 

LOnSTEHEN; (zu Singen) G.: HEILIGKREUZKAPELLE, 2. So. u. 
1 Ftg. sommers 9.00, winters 9.30 — 2. V.: El. Meister Johann 
Homlicher — KKasse: Ernst Merkt, Nack, Volksbank Jestetten 
Kto. 234 — K.: Erich Binkert — O. : Max Würthenberger — Frv.: 
Frau Marie Güntert, Nack über Lottstetten — Lehrp.: Haupt- 
lehrerin Edith Windler. 

Ludwigsburg; (zu Stuttgart) G. : Ev. Gemeindehaus, Sa. 16.00 — 
V. : Frau E. Strecker, Luisenstr. 4. 

t MANNH EIM: G.: SCHLOSSKIRCHE Westl. Schloßflügel, So 
u. Ftg.: MarSept. 9.30, Okt.-April 10.00 Mi. 9.00 — Pfr. u. V.: 
Dr. Hugo Roder (x28.4.06 y2.4.34), M 7,2, F 21363 — 2. V.: Stadt- 
kassendir. Robert Weßbecher, HWolfstr. 12 — KKasse: Gustav 
Weßbecher, Mühldorfer Str. 5, PSKto Karlsruhe 17784 — Vikariat: 
Max Josef-Str. 18 — Lehrp.: Frau Hilde Zaruba, Horst Furt- 
wängler — K.: Willi Helmling, Kirchenstr. 5 — O.: Frau Emmi 
Kallenheim — Frv.: Frau Else Reinbold, Elfenstr. 3 — KChor: Frau 
Emmi Kallenheim — Mwerk: Ing. Fritz Bechtelsheimer — Jgd.: 
Hauptlehrer Horst Furtwängler. 

Mannheim-Waldhof: (zu Mannheim) G.: ERLÖSERKIRCHE Wald- 
str. 117, So. u. Ftg.: Mai-Sept. 9.30, Okt.-April 10.00 — K.: Karl 
Fellhauer, Käfertal, Starke Hoffnung 33 — Ö.: Hauptlehrer Horst 
Furtwängler, Malvenweg 8 — Frv.: Frau Anna Riesinger, Wald- 
str. 32f. 

MESSKIRCH: (zu Sauldorf) G.: LIEBFRAUENKIRCHE Meßkirch, 
So. u. Ftg. abw. 8.30 u. 10.45 — 2. V.: Inspektor Wilhelm Blum 

— KKasse: Inspektor Wilhelm Blum, Kto. Sparkasse Meßkirch — 
K.: Schw. Lina Kiebler — O.: K'ara Schmid — Frv.: Frl. Maria 
Gitschier, Mengenerstr. 42 — KrPflv. : Frau M. Votteler, Apotheke 

— Schw.: Lina Kiebler u. Hilde Keller, Schnerkingerstr. 4. 

t MUND ELFING EN: G.: MARGARETENKAPELLE jd. So. u. Ftg. 
9.30 — Pfr. u. V.: Hans Huber (xl7.1.89 y25.7.12), Mundelfingen 
über Donaueschingen — 2. V.: Ernst Grießhaber — KKasse: 
PSKto Karlsruhe 273i2 — K.: Hermann Weite — O.: Heribert 
Heinemann — Frv.: Frau Klara Weite, 22. 



89 



OFFENBURG ; (zu Baden-Baden) G.: KIRCHE, OfTenburg, Gym- 
nasiumstr. 7 , 1 . So. 10.00 — 2. V.: August Schmidt, Wilhelmstr. 15 

— O. : Musiklehrer Alf. Burk — Frv. : Frau Moria Kreusch, 
Friedrichstr. 62. 

PFORZHEIM ; (zu Stuttgart) G.: Ev. Nordstadtkirche, samstags 
sommers 17.00, winters 16.00 — 2. V.: Theo Weh, Maximilianstr. 
130 — KKasse: Friedrich Weimar, Westliche 360, PSKto Karlsruhe 
17942 — O.: Erich Hagenbucher. 

Rodolfzell: (zu Singen) Obm.: 

Ravensburg: (zu Konstanz) G.: Ev. Gemeindehaus, Weinbergstr. 
Letzter So 9.30 — Obm.: Frau Mark, Friedhofstr. 14. 
Rheinfelden; (zu Säckingen) G. : Alte Ev. Kirche, am Bahnhof, 
14-tg. 9.30 oder 13.30 — K.: Frau H. Haab, Baslerstr. 9. 

t SÄCKINGE N: G.: ALT-KATH. KIRCHE, 14-tg. 9.30 — Ffr. u. V.: 
Bernh. Schmicl, Schillerstr. 13, F 276 — 2. V.: Adolf Mayer, Schul- 
hausstr. 37 — KKasse: Ernst Huber, Ob. Flühstr. 24, F 555, PSKto 
Karlsruhe 37343 — K. : Frau Frömmel, Flühstr. 7 — Frv. Frau 
Berta Huber-Bärmann, Obere Flühstr. 24. 

t SAULDORF : G.: NOTKIRCHE, So. u. Ftg. obw. 9.00 u. 10.15 — 
Pfr. u. V.: Herbert Wlokas (x4.3.09 y5.4.36). Ruf Meßkirch 367 
(Karl Gabele) — 2. V.: Emil Schellinger, Landwirt — KKasse: 
Johann Bauer — K.: Walter Matheis — O. u. KChor: Lisa Wlo- 
kas — Frv.: Frau Karoline Gabele — KrPflv. : Frau Lisa Wlokas 

— Jgd.: Otto Matheis. 

Schwab i sch-Ginün d : (zu Stuttgart) G.: Ev. Augustinuskirche, 
So. 16.00 — V.: Otto Wick, Marktplatz 13. 

SCHWANINGEN ; (zu Stühlingen) G.: MARTINS-NOTKIRCHE, 
14-tg. 8.30 — 2. V.: Landw. Josef Stadler, Schwaningen über 
Waldshut — KKasse: Schmiedem. Erich Stadler, Kto. Bez. Spark. 
Stühlingen 517 — K. u. O. : Forstwart Anton Burger. 

t SINGEN a mHtw.: G.: PFARRKIRCHE, Freiheitsstr. 9, So. u. Ftg. 
sommers 9.00, winters 9.30 — Pfr. u. V.: Karl Kuenz (xl .5.01 
yl9.10.24), Freiheitsstr. 9, F 2515 — 2. V.: Willy Fischer, Scheffel- 
str. 4 — KKasse: Bilanzbuchh. F. A. Schmid, Finkenschlagweg 2, 
F 3362, Kto. Bez. Spark. 3406 — K. : Karlheinr. Kuenz — O. u. 
KChor: Hauptlehrer i. R. Adolf Kohler — Frv.: Frau Hilde Kohler, 
Mühlenstr. 3 — Jgd.: Ehrhardt Kuenz — Lehrp.: Konrektor Ernst 
Sanns, Alpenstr. 13. 

t STUHLINGE N; G.: SEBASTIANS-STADTKIRCHE, 14-tg. sommers 
9.00, winters 9T30 — Pfr. u. V.: Geistl. Rat A. Reinelt (x3.7.87 
yl4.7.12), Sophie-WOrth-Stiftung — 2. V.: Julius Würth, Ober- 
dorf — KKasse: Ratschreiber Herm. Buche, Stühlingen, Bez. 
Spark. Stühlingen Kto. 517 — K.: Hermann Isele — O.: Walter 
Eiermann — Frv.: Frau Luise Nober, Stadtweg. 

t STUHGAR T; G.: ALT-KATH. PFARRKIRCHE, Olgastr.-Katha- 
rinenplatz, So. u. Ftg. 9.30— Pfr. u. V.: Fritz Herrmann (xl9.9.10 
yl2.5.34), Stuttgart-Gerlir.qen, Schillerhöhe, Amselweg 44, F Stadt 
890352 ausw. 07156352 — 2. V.: Dr. med, Max Sauter, Stuttgart-S, 
Schickhardtstr. 51 — KKasse: Josef Loch, Leonberg, Haldenstr. 12, 
PSKto Stuttgart 18394 — Frv.: Frau Roswitha Herrmann ü. Pfarr- 
amt — Jgd. Dieter Stefezius, Stgt.-Cannstadt, Wiesbadener 
Str. 12. 

TIENGEN/Oberrhein ; (zu Stühlingen) G.: HEILIGKREUZKAPELLE 
1. So. u. 2. Ftg. 13.30 — 2. V.: Wilh. Schreiber, Steuer-O-Sekr., 
Kapellenstr. 12 — KKasse: Otto Eiselin, Kaufmann, Hauptstr., 
Kto. Bez. Spark. Stühlingen 517 — K.: Frau Rosa Schumpp — 
O.: Rektor Heinrich Noe. 

Villingen; (zu Mundelfingen) G.: Ev. Stadtkirche St. Johann, 
Gerberstr., viertel j. — Obm.: Hans Griß, St. Georgen/Schwarzw., 
Sommerauerstr. 41. 

Waldshut; (zu Säckingen) G. : Ev. Gemeindesaal, Kaiserstr. 95, 
14-tg.: 8.30 — 2. V.: Walter Schirmer, O.-Zoll-Insp., Bergstr. 2 — 
KK.: Willib. Wallaschek, Albr.-Rudolf-Str. 8 — Frv.: Frau Anna 
Kaufmann, Ziegelfeld 1. 

Walldürn; (zu Heidelberg) G.: Ev. Kirche, zweimonatl. — Obm.: 
Frau Rosa Solich, Siedlungsstr. 3. 

t ZELL/Wiesen tal; G.: CHRISTUSKIRCHE, Schulstr., 1. 3., 4. u. 
5. So. 9.30 — Pfr~u. V.: Anton Degen (xl 4.2.05 yl 2.4.31), Gotffr.- 
Fessmann-Str. 7, F 286 — 2. V.: Otto Sütterle, Schopfheimerstraße 

— KKasse: Hans Faller, Frv.: Frau Helene Degen, Gottfried- 
Feßmann-Str. — Jgd.: Karl Reichert, Schönauer Str. 

2. BAYERN 

Amberg: (zu Regensburg) viertelj. Obm: Ing. Walter Quitt, 
Balanstr. 20. 

Ansbach; ( zu Nürnberg) G.: Evang. St. Johanniskirche nach Ein- 
ladung — V.: Roman Gonska, Kannenstr. 6. 

ASCH AFFENBURG : (zu Würzburg) G.: Ev. Chrisfuskirche PfafTen- 
gosselS, 3. So. oder Jäger-Kaserne US-Chapel 15,15 nach Bekannt- 
gabe i. .Main-Echo' — V.: Frau Rosa Huber, v. Medicusstr. 15. 



t AUGSBURG : G.: Heiliggeistspitalkirche, Rotes Tor SoTTT 

9.30 u. Die. 9.00 — Pfr. u. V.: Emil Volz (xl6.9.19l2 yl9.4.1 

Augsburg Thommstr. 17/0, F 7210 2. V.: Kaufmann Karl Ku 

Holzbachstr. 27a I — KKasse: Fritz Gaudnek, Göggingen, P. 

leinstr. 1, F 33545, PSKto München 18226 — O.: Musikdir 

Christoph Schneider, Völkstr. 1, F 4052 — Frv.: Karolina Ku 

Holzbachstr.27a, F 8769. 

Bamberg: (zu Weidenberg) G.: Evang. Erlöserkirche, auf 

ladg. — V. : Frau Emma Eichler, Lichtenhaidestr. 26. 

BAYREUTH: (zu Weidenberg/Ofr.) G.: Löhehaus, Bismarcks 

1. So. 9.00 — V.: Dr. Ed. Scholze, Moritzhöfen 2b. 

Berchtesgaden: (zu Rosenheim) G.: Ev. Kirche 1. So. Jon , 

Juli, Okt. 14.00 — Obm.: Anton Sluka, Reichenbachstr. 14. 

Buchloe; (zu Kaufbeuren) G.: Ev. Kirche, viertelj. 

Coburg ; (zu Weidenberg/Ofr.) G.: Salvatorkirdie 2. So. 13.- 

V.: Jul. Heller, Neue Heimat 14. 

Dachau: (zu München) ev. Kirche auf Einladung. 

Donauwörth; (zu Augsburg) G.: Ev. Kirche zweimtl. — C 

B. b. Ang. E. Unterseher, Bahnhof. 

Erding: (zu München) ev. Kirche auf Einladung. 

Erlangen : (zu Nürnberg) G.: 1. So. sommers 9.30 Neusti 

Friedhofskirche, winters 16.30 Henkestr. 34 geheizt — V.: 

Ing. Karl Fischer, Richard-Strauß-Str. 19. 

F ichtelberg; ( zu Weidenberg/Ofr.) G.: Christuskirche 4. So. 

— V.: Rudolf Schier, Birkenstr. 6, Frv.: Marie Bieramperl, 
lung 15. 

Freising; (zu Münch)en ev. Sakristei auf Einladung. 

Fürstenfeldbruck; (zu München) ev. Kirche auf Einladung. 

Fürth; (zu Nürnberg) G. : Marienstr. 4, auf Einladung — 

Emil Peterle, Kirchenstr. 60. 

Füssen; (zu Kaufbeuren) G.: Ev. Kirche, sechswchtl. 

Garmisch; (zu Augsburg) G.: viertelj. Ev. Kirche — Obm.: B 

Höslmeier, Oberau, Triftstr. 26. 

Geretsried; (zu München) Kapelle, auf Einladung. 

Hasloch; (zu Würzburg) V.: Günter Alfred, Hasloch 65. 

Haßfurt: (zu Würzburg) G.: Evang. -luth. Gemeindesaal, 1 

10.15 — V.: Karl König, Froschgasse, Postfach 124 F 261. 

Hof/Saale; (zu Weidenberg/Ofr.) G. : Evang. Hospitalkircf 

V.: Hugo Hafran, Weberstr. 23. 

Immenstadt; (zu Kempten) G. : Ev.-Iuth. Kirche 1. So. u. 2. 

14.00. 

Ingofstadt: (zu Regensburg) monatl. — Obm.: Frau Anno 
rer, Flandernkaserne Zim. 185. 

Karlstadt/Main : (zu Würzburg) Ev. Kirche — V.: Karl H. 
Querfurterstr. 544. 

t KAUFBEUREN-NEUGABLONZ : G.: CHRISTI HIMMELFAt 
KIRCHE Neugablonz, Fichtenweg, So. u. Ftg. 9.00, Di. 
Mi. 19.30 — DOMINIKUSKIRCHE Kaufbeuren, Augsburger 

1. u. 3. So. 10.30 — Pfr. Bernhard Bödefeld (xl7.3.13 y29 
Kaufbeuren-Neugablonz, Fichtenweg 6, F6094 — V.: At 
Rösler, Glaswarenerzeuger, Untergermaringen über Kaufbe 

— 2. V.: Ernst Kießlich, Kaufmann, Neugablonz, Hubertusst 

— KKasse: Franz Lammel, Neugablonz, Herbststr. 3, F 
München 48405 — K. u. O.: Alfred Peter, Oberbeuren, Am 
anger — KChor: Alfred Peter — Frv.: Gisela Neumann, 
gablonz, Waldzeile 7 — Jgd.: Frau Ilse Bödefeld — Kch. 
fred Peter. 

t KEMPTEN: G.: FORSTENSAAL der Residenz, Westflügel 2. 

io. u. hq. 9.15 — Pfr.: Fritz Kraeling (x6.7.08 yl2.8.34), 

dauer Str. 3, F 3257 - V.: Kaufmann Franz Spohn, Kapf 

platz 3 — KKasse: Fritz StoffI, Lindauer Str. 3, PSKto Mür 

57513 — K.: Ludw. Oswald, Hirschstr. 11 — Frv.: Frl. El. Oe 

häuser, Lindauer Str. 3. 

Königshofen/Gra bfeld ; (zu Würzburg) V.: Bruno Blaschko, 

nenkeller-Allee 404. 

Krumbach/Schwaben; (zu Augsburg) G. : viertelj. Kath.-A( 

Kirche — Obm.: K. Simm, Bahnhotstr. 

Landshut: (zu Regensburg) G.: Ev.-Iuth, Stadtkirche 1. S( 
Ftg. 14.00 — Obm. Gerh. Kindermann, Niedermayerstr. 44b. 

Lindau: (zu Kempten) G. : Ev. Stadtkirche viertel jhrl. 14.00 

Marktoberdorf: (zu Kaufbeuren) G.: Ev. Kirche sechswöchen 

Markt Schwaben; (zu München) ev, Kirche auf Einladung 

Memmingen: (zu Kempten) G.: Ev. Kinderlehrkirche 3.So. 14 

2. Ftg. 10.00 — O.: A. Lindenmayer. 
Miesbach: (zu München) ev. Kirche auf Einladung 
Mühldor f am Inn: (zu Rosenheim) G.: Ev. Gemeindesaal 2. 
So. oder^. Ftg. 11.00 — Obm.: F. Schmidberger, Töginger Sl 



90 



ichberg: (zu Weidenberg) G.: Ev. Gottesackerkirche. Obm.: 
;f Zanin, Talstraße 12. 

/lUNCHEN: G.: WILLIBRORDKIRCHE, Blumenstr. 36 So. u. 
"TÖOO^'So. im Sommer 18.00, im Winter 17.00; von Ostern 
Allerheiligen auch 8.30 — Pfr. u. V.: Dekan Josef Schnierts- 
er (X15 9 06 y25.7.33), Habsburgerplatz 1/1, F 338040 - Vi- 
. Wolfgang Hans Hollweg (xl6.7.30 y26.5.58) Türkenstraße 104 
J8433 _ 2 V. : Prof. A. Thürlings, Giselastr. 2 — Kasse-. Anna 
,rrich bei Döbler, Kazmairstr. 18/111, F 557240, PSKto München 
i2 — O.: Adolf Michel, Dietramszeller Str. 2/11 — Chor: Prof. 
Thürlings — Frv.: Frau Tilde Arnold, Platenstr. 4/1 — Män- 
w • Johann Haberkorn, Türkenstr. 104/0, F 338635 — Mesner: 
or Kolodziej, Tegernseer Landstr. 75/1, F über 492077 (Wal- 
nsee-Apotheke). 

lingerhaus: MÜNCHEN G.: KAPELLE, Türkenstraße 104, 2. u. 
;o. 8.30. 

rnau, Staffelsee: (zu Augsburg) viertelj. Obm.: Kaufmann Vik- 
Klein, Eiblwiesweg 10. 

jburg/Donau: (zu Augsburg) zweimtl. Obm.: Frau Beatrice 
•ok, Rosenstr. C 99. 

EUDTTIN G: (zu Rosenheim) G.: Ev. Kirche 1. u. 3. So. oder 
-tg. Junl-Okt. 10.00, Nov.-Mai 11.00 — 2. Geistl.: Pfr. Jos. 
il (xl4.4.03 y31. 12.30) Möhrenbachstr. 47 — 1. V.: Ludw. LippI, 
;nfelden 136, Post Neuötting-Land 2 — KKasse: Hans Eurin- 
, Ludwigstr. 41. 

jstadt/Aisch : (zu Nürnberg) V.: Rosa Zauzeg, Wiespeck 125. 
jstadi Saole : (zu Würzburg) V.: Johann Wellschmidt, Rhön- 
8. 

rdlingen: (zu Augsburg) G.: zv/eimonatl. Ev. St. Georgs- 
ristei-Kapelle — Obm.: Frau Mimi Peschke, Reuthev/eg 48. 
URNBERG: G.: Peterskapelle, Kapellenstr. Str. B Linie 2/4, 
u. Ftg. 9:30 — Pfr. Franz Ewald Fuchs (x26.8.90 y30.6.15), 
lensburger Str. 24/1, F 43111 — V.: Friedrich Lunz, Rohrmann- 
8/0, F 63859 — 'EV.: Dipl. Ing. Leo Haas, Kapferstr. 4 — 
jsse: Dipl. Ing. Rud. Caser, W. Späthstr. 63, PSKto Nürnberg 
59— K.: Eduard Ahlers, Baaderstr. la — O.: Erich Sabitzer, 
ietend. Str. 4 — KChor: Julie Bloch, Zirndorf, Hauptstr. 2 — 
: Anna Münnichshöfer, Melanchtonstr. 9, F 42969. 
srgünzburg: (zu Kaufbeuren) Ev. Kirche viertelj. 
isenfurt: (zu WOrzburg) V.: Emil Göller, Zwinger 2. 
ing: (zu München) G.: ev. Kirche 4. So. 15.00 u. l.Ftg. 11.00. 
•ASSAU: G.: AUFERSTEHUNGSKIRCHE, Innstraße, So. und 
TOÖ^TTpfr. u. V.: Franz Billich (x9.1.96 y25.6.22), Ad.-Stifter- 
1, F 6355 — 2. V.: Anton BramI, Schöllnach, Engelfingerstr. 
— KKasse: Hans Mayer, Rosenauweg 10, Kto 1261 der Bayer. 
).- u. Wechs.-Bank Passau, deren PSKto München 13611 — 
Hans Wendel. 
•!n: (zu Rosenheim) G.: Ev. Kirche März, Juni, Sept., Dez. 
). 15.00 — Obm.: Frau Frieda Elstner, Prien-Ernsdorf Nr. 1. 
tfing : (zu Rosenheim) G.: Schule 2. So. 9.30 — Obm.: Gustav 
ger, 20Vä. 

I Reichenhall: (zu Rosenheim) G.: Ev. Gemeindesaal, Gabels- 
gerstr. 3, 1. So. (außer Aug.) 10.45 — Obm.: Frau Dir. Strei- 
■els, Luitpoldstr. 12. 

■GENSBURG: G.: Kirche im Stadtpark, Prüfeninger Str. 
u. Ftg. sommers 8.00, winters 14.00 — Pfr. u. V.: Philipp 
ert (x2.5.07 y6.5.34), Prüfeningerstr. 115/11, F 30702 — 2. V.: 
IS Franke, Arberstr. 16 — KKasse: Franz Strehl, Pfluggasse 1, 
to Nürnberg 9898 — Frv.: Irmgard Happach, Anzengruber- 

OSENHEIM: G.: Ev. Kirche 2. u. 4. So. u. 1. Ftg. 8.00 — 
u. V.: Anton Eberle (x3.9.07 yl9.7.31), Pernauerstr. 52, F 1735. 
/.: Prof. Dr. Hch. Brünner, Prinzregentenstr. 7 — KKasse: 
ef Miethaner, Ahornweg 7, PSKto München 104255 u. Stadt- 
rk. Rosenh. 740 — O.: Dr. Brünner u. Frau Eberle — KChor: 
•Id Löhnert, Hubertusstr. 17 — Frv.: Frau Albine Rotter, 
msweg 15 — Jgd.: Hans Rossipal, Riedering Nr. 7. 

weinfurt: (zu Würzburg) 3. So. 8.50 Kapelle, Niederwerrnstr. 
-'.: Maria Beckert, J.-S.-Bach-Str. 10. 
ongou: (zu Kaufbeuren) G. : Ev. Kirche sechswöch. 
den/Neu-Ulm: (zu Augsburg) G.: viertelj. — Obm.: Josef 
'lieh, Ay 111 bei Senden. 

•■nberg: (zu München) ev. Kirche auf Einladung. 
hofen: (zu Passau) G.: Ev. Kirche sechsw. 14.30 — Obm.: 
rgorethe Kerschbaum, Schweikiberg 8. 

enstrouß: (zu Regensburg) viertelj. O.: Ernst Guba, Dr. Rein- 
467. 



dst 
ODKRAIBURG; 

r 2. Ftg. 9.0Ö - 
g 7. 

rmensteinach (zu Weidenberg): 
•ho Röhsler, Nr. 272. 



(zu Rosenheim) G.: Ev. Kirche 2. u. 4. So. 8.00 
- Pfr. Gigl, Vikar — I.V.: Karl Pech, Rosegger 

Ev. Pfarrkirche — V.: 



Weiden: (zu Regensburg) viertelj. O.: Walter Höhn, Erhardstr. 2. 
t WEIDENB ERG: G. : Kilchertsaal, 3. So. 9.30 — Pfarrer Karl 
Koschitz (xf8:8:r6 y30.10.54) Flur 275, F 337 — V.: Karl Czerny — 
KKasse: Else Fleischmann, Bayer. Hypo. Bank Bayreuth Kto 4255 
— Jgd.: Horst Posselt — K.: Fr. Klambt. 

Weißenhorn: (zu Augsburg) halbjährl. — Obm.: Gerhard Schul- 
des, Memminger Str. 34. 

Wiesentheid: (zu Würzburg) V.: Josef Felkel, Neumannstr. 36. 
t WURZBURG : G.: Ev. Kapelle i. Luitpoldkrankenhaus 2. u.4.So. 
10.15 — Pfr. u.V.: Josef Huemer (x22.1.94 y25.4.20), Seelbergstr. 8 
F 51753 — 2. V.: Pfr. Alois Hofmann, Rothweg 27b — KKasse: Ru- 
dolf Hübel u. Frau Grefe Huemer, PSKto Nürnberg 36029 — O.: 
Frl. Anna Brönner. 

Zwiesel: (zu Passau) G. : Ev. Kirche sechswtl. 15.45 — Obm.: Elise 
Herzig, Schlachthofstr. 256c. 

3. HESSEN 

Allendorf/Marburg: (Nordhessen-Süd) halbjährl. — Obm.: Ri- 
chard Heinrich, Allendorf, Niederkleinerstr. 31. 
Bad-Hersfeld: (zu Nordhessen-Mitte) G.: etw. monatl. — Obm.: 
Frau Auguste Rauer, Hainstr. 14. 

Bensheim/Bergstraße: (zu Heidelberg) G.: Ev. Kirche, Bensheim 
2-mtl. u. Ftg. — Obm.: Bruno HantI, Bensheim-Auerbach, Blö- 
cherstr. 2. 

Birkenau/Odenwald: (zu Heidelberg) G.: Ev. Kinderhort, Birke- 
nau, Johannisstr. 2-mtl. u. Ftg. — Obm.: Frau Karoline Beitel, 
Dr. Joh. Stöhr-Str. 11. 

Butzbach: (zu Nordhessen-Süd) monatl. — Obm.: Rudolf Strohal, 
Nieder-Weisel, b. Butzbach, Wiesenstr. 6. 

DARMSTADT : (zu Offenbach) G.: Ev. Kirche, Darmstadt-Eber- 
stadt, 1. So. (außer August) 15.00 — V.: Heinrich Sax, Moos- 
bergstr. 34. 

Ehrsten: (zu Nordhessen-Nord) G.: vierteljährl. — Obm.: Johann 
Johne. 

t FRANKFU RT: G.: St. WILLIBRORDKIRCHE, Sebastian-Rinz-Str. 
1^ (Mtquel-ÄITee, Haltestelle Karl Scheele-Str.) So. u. Ftg. 9.45 

— Pfr. u. V.: Paul F. Pfister (x26.3.97 yl.7.23), Varrentrappstr. 
71p, F 773467 — 2. V.: Wilhelm Hochlenert, Pestalozzistr. 13 — 
KKasse: Leopold Quitt, Teplitz-Schönauer Str. 20/11, PSKto Frank- 
furt 57266 — Frv.: Frau Theo Pfister, Varrentrappstr. 71p, PSKto : 
Ffm 149901. 

Frickhofe n: (zu Wetzlar) G.: Kath. Volksschule, 2. u. 4.So. 9.00 

— Obm.: Emil Wedlich, Hinterstr. 42 — Frv.: Frau Käthe 
Dicken, Thalheim ü. Limburg. 

Friedberg: (zu Nordhessen-Süd) G.: achtwöchentl. — Obm.: Frau 
Herta Schön, Fauerbacherstr. 3. 

Fulda: (zu Nordhessen-Mitte) G.: monatl. — Obm.: Frau Aurelia 
Prock, Petergasse 26. 

Groß-Umstadt: (zu Offenbach) viertel}, ev. Kirche, 15.00 — Obm.: 
Fritz Neumann, Schulstr. 10. 

Grünberg: (zu Nordhessen-Süd) G.: halbjährl. — Obm.: Doro- 
thea Glaser, Grünberg, Eichendorffstr. 1. 

Hadamar: (zu Wetzlar) G.: Evang. Kirche, 2. So. — Obm.: Frau 
Ruth Warkert, Kimmelwiese. 

Hanau; (zu Oflfenbach) G.: Ev. Kirche Hanau-Kesselstadt, 2.So, 
außer August 15.00 — Obm.: Frau Anna Emmerich, Kronprin- 
zenstr. 18. 

Bad Hombur g v. d. Höhe: (zu Frankfurt) G.: Orthodoxe Kirche 
im Kurpark, T.So. u. l.Ftg. 15.00. 

Immenhausen: (zu Nordhessen-Nord) G.: etwa monatl. — Obm. 
Frau Anna Fechtner, Echterstr. 16. 

Kassel: (zu Nordhessen-Nord) G. : monatl., Lutherkirche. 
Klein-Karben: (zu Nordhessen-Süd) G.: achtwöchentl. — Obm.: 
Frau Erika Häusler, Peter-Geibel-Str. 15. 
Kronberg: (zu Frankfurt) G. : Ev. Stadtkirche, vierteljährl. 
Meimbressen: (zu Nordhessen-Nord) G.: vierteljährl. — Obm.: 
Richard Hentschel. 

Mudersbach: (zu Wetzlar) G.: Evang. Betsaal, 3. So. 9.30 — 
Obm.: Johann Setlatschek, Altenkirchen/Wetzlar 91. 
Niedermeiser: (zu Nordhessen-Nord) G.: vierteljährl. — Obm.: 
Frau Anna Hackenberg. 

Niedershausen: (zu Wetzlar) G.: Evang. Kirche, 1. So. 10.00 — 
Obm.: Viktor Schiebel, Alter Hof. 

t NORDHESSEN : Pfr. u. V.: Gerhard Lenz (x9.2.05 y26.3.39), 
Wiesbaden, Bismarckring 3 — KKasse: AKDiasporapfa. Nord- 
hessen PSKto Ffm. 36161 — Gemeinde Nord: 2. V.: Karl Emmer, 
Grebenstein, Bahnhofstr. 38 — Gemeinde Mitte: 2. V.: Karl Men- 
zel, Rotenburg/Fulda, Hochmahle PI. 6 — Gemeinde Süd: 2. V.: 
Rudolf Strohal, Niederweisel, Wiesenstr. 6. 



91 



Oberrosbach: (zu Nordhessen-Süd) G.: etwa vierteljährl. — 
Obm.: Frau Emmi Brizo. 

Oberursel; (zu Frankfurt) G.: Ev. Gemeindesaal (Kirche), I.So, 
u. 2.Ftg. 13.30 — Obm.: Max Hofmann, Oberhödiststadt i. T., 
Waldsiedlung 18 — EV.: Anton Kessler, Oberursel, Feldbergstr. 24. 
t OFFEN B ACH : G.: CHRISTUSKIRCHE, Bismarckstr. 105, So. u. 

1 . Ftg. 9.30 — Pfr. u. V.: Josef Girke (x7.8.14 y7.1.40), Bismarckstr. 
105, F 82812 — 2. V.: Wilh. Priester, Waldstr. 95 — KKasse u. 
O.: Lehrer Ernst Müller, Landgrafenring 55 — K. : Adolf Werwatz 
— O.: Lehrer Ernst Möller. 

Rotenburg Fulda: (zu Nordhessen-Mitte) G.: vierteljährlich — 
Obm.: Karl Menzel, Hochmahle PI. 6. 

t WETZLAR: G.: Untere Pfarrkirche, 3.So. 15.00 — Pfr. u. V.: 
Josef Dicken (xl4.11.91 y26.4.13), Thalheim ü. Limburg, Neuen- 
eiche 35 — 2. V.: Max Müller, Altenberger Str. 34 — KKasse: 
Johann Sedlatschek, Altenkirchen/Wetzlar — Frv.: Frau Ernst 
Müller, Altenberger Str. 34. 

t Wiesbaden: G : Friedenskirche, Schwalbacher Str. 60, 1., 3. u. 
5. 5o. u. 1. Ftg. 10.15 — Pfr. u. V.: Gerhard Lenz (x9.2.05 y26. 
3.39), Bismarckring 3, F 000000 — 2. V.: Ernst Schulte, Blücher- 
Str. 58 — KKasse: Karl Eder, Dotzheimer Str. 52, Kto. Nass. Spar- 
kasse 157 — K.: E. Mondrion — O. : E. Kroener — Frv.: A. Eder, 
Dotzheimer Str. 52. 

Zwergen: (zu Nordhessen-Nord) G.: vierteljährl. — Obm.: Frau 
Maria Tanzer. 

4. RHEINLAND-PFALZ 

Annweiler: G. : Ev. Gemeindehaus 4. So. 10.00. 
FRANKENTHAL; (zu Mannheim) G.: Ev. Apostelkirche, 4. So. 
14.30 — 2. V.: Frau Lisel Wanger, Wingerstr. 9a. 
HESSLOCH: (zu Mannheim) G.: CHRISTUSKIRCHE, 2. So. u. 
27.12. u. Karfreitag u. 2. Pfingsttag 9.45 — 2. V.: Fritz Gardt, 
Bahnhofstr. 15 — KKasse: Fritz Hahn, Dalbergstr., F Westhofen 
105, Kto. Spar-Darl. Kasse Heßloch — K.: A. Gardt — O.: Hein- 
ridi Spieß. 
KAISERSLAUTERN: (zu Landau) G. : Lutherkirche am Rittersberge 

2. So. 9.30 u. 2. Ftg. 10.00 — 2.V.: Friedrich Müller, Glocken- 
str. 31 — KKasse: Frau Liesel Marczeski, Bienenstr. 10 — O.: 
Rudolf Maas, Kottweiler, Hauptstr. 26. 

KOBLENZ: (zu Bonn) G.: Evang. Martinistift, Kurförstenstr. 72, 
mtl. So. 10.00 — 2. V.: Joh. Carlis, Thielesstr. 1 — KKasse: 
s. Carlis, Kto. 1070 Deutsche Bank Koblenz. 
t LANDAU : G.: KATHARINENKAPELLE Stadthausgasse, 1. u. 3. 
So. u. Ftg. 9.30 — Pfr. u. V.: Benedikt Bader (xlO.7.06 y29.6.31) 
Wolfsv/eg 16 — 2. V.: Otto Henrich, HorstsiedIg. 16 — PSKlo 
Ludwigshafen 19216 — O. : Ol. Kern. 

Ludwigshafen-Rheingönh eim (zu Mannheim) Obm.: Frau Käthe 
Hofer, Rheingönheim, Wilhelmstr. 4 — KKasse: Frau Margot 
Hofer, Ludwigshafen, Pfalzgrafenstr. 46, PSKto Ludwigshafen 
3491. 

Neustadt a. d. W.: G.: Haus DRK, Bergstr. 1, 2. So. 15.00 
Zeil/Mosel: (zu Koblenz) Obm.: Hans Burum, Hauptstr. Schloß. 
ZWEIBRUCKEN: (zu Landau) G.: Alexanderkirche, Karlstraße 
4. So. 14.00 — 2. V.: Xaver Mack, Zweibrücken, Schülerstr. 20. 

5. SAARLAND 

t SAARBR Ü CKEN; G.: Stadtmission Ebenezer, Schillerstr. 20, So. 
u. Ftg. lOTOO — Pfr. u. V.: Josef Kaufmann (x7.12.86 yl 3.7.1 3), 
Großherzog-Friedrich-Str. 131, F 62286 — 2. V.: Anton Kalmes, 
Dudweiler, Im Allment 20 — KKasse: Rudolf HofFmann, Heim- 
garten 5, PSKto 4948 — O.: Alois Gehring. 

6. NORDRHEIN-WESTFALEN 

t AACHEN; G.: Ev. Kapelle Luisenhospital, Boxgraben 99, 2. u. 
4. §o. 11. 3Ö — Pfv.: Andr. Müller-Misgeld (x26.3.12 y30.3.52), 
Friedrichstr. 29-33/111 — V.: B. B. Sekr. Phil. Urlichs, Ecken- 
berg 6B — EV.: Prof. Dr. W. Eilender, Arthur Kampf-Str. 12 — 
KKasse: PSKto Köln 44261 — K.: Matthias Gilles, Elsaßpl. 1 — 
O.: Fritz Kreitz. 

t BIELEFELD ST. FRANZISKUS G.: Kath. Kirche, Schulstr. 12 jed. 
Sonnabd. 18.00 u. 3. So. u. Ftg. 15.00 — Pfr. u. V.: Max Rade- 
macher (x5.2.11 yl2.11.50), Welle 6, F 3101 — 2. V. : Robert Wal- 
ter, Patfhorst 20 ü. Steinhagen — KKasse: Bielefeld, Welle 6, 
P.: Hannover 8577 — O.: Otto Marquardt, Bethel. 

BOCHUM : (zu Hagen) G.: Heim der Innern Mission, Mühlen- 
str. 27, monatl. So. 10.00 — 2. V.: Robert Keining, Akademie- 
str. 23 — KKasse. Dr. Ing. H. Herbst, Bochum, Overhoffstr. 3, 
Kto 5192 Stadt. Spark. Bodium. 

t BONN; G.: St. CYPRIANS-PFARRKIRCHE, Koblenzer Str. 61, 
So. u. Ftg. Mai-Sept. 9.30, Okt.-April 10.00, Dienstags 7.00, Beicht- 
gelegenheit Samstag 18.00-19.00 Seminarkapelle, Baumschul- 
allee 9, Mi. 19.15, Sa. 16.00 Vesper — DEUTSCHHERREN-KAPELLE 



im Alten Friedhof 1 . Mittw. u. Allerseelen 9.00 Seelenamt — Pf 
V.: Prof. Dr. Werner Küppers (xl.ll.OS y28.1.29), Arndtstr 
F 21710 — Vikar: Ernst W. Hesse (xl2.12.31 yl2.5.57), Baums 
alle 9, F 35912 — 2. V. u. KKasse: Hermann Neußer, KobU 
Str. 71 — KKasse: Herm. Neußer PSKto Köln 26685 — K.: H 
Roth — O.: Frv.: Schw. Hilde Görg, Gregor-Mendel-Str. ^ 
Jgd.: Horst Rückel — Lehrp.: Edith Müller u. Johanna Be 

t BOHROP: G.: PFARRKIRCHE, Kreuzkamp, jd. So. u. Ftg. 

— Pfr. u. V.: Lic. theol. Kurt Pursch (xll.1.14 yl9.6.43), Brön. 
13, F 2748 — 2. V.: Ernst Blecher, Scharnhölzstr. 41a F 65 
KKasse: Alfred Werner, Horsterstr. 143, Dtsch. Bank, Bc 
u. PSKto Dortmund 13892 — K.: Stanislaus Majchrzak, R 
stahlstr. 20 — O.: Frau Hulda Macal — Kinderchor: Frau H 
Macal — Singkr.: Fr. Johanna Plafky — Frv.: Frau Fron. 
Pollak, Krümmerstr. 29 — Jgd.: Alfred Werner. 

Bottrop-Eigen; (zu Bottrop) G.: Kapelle der ev. Gemeinsc 
Sydowstraße 38, jd. So. 7.45 außer Ftg. — Obm.: Frau Fron. 
Pollak, Krümmerstr. 29. 

Bremen; (zu Bielefeld) G.: Kath. Kirche, Kirchbachstr. 221, 
nach Mittig. — Obm.: Walter Mall, Bremen, Manteuffelstr 

t DORTMUND; G.: Trinitatiskirche, Eintrachtstr. 53, 1. u. 3 
u. 1. Ftg. sommers 17, winters 16.00 — Pfr. u. V.: Theodor I 
(x21.5.96 yl 5.8.25), W. Crüwellstr. 11, F 23950 Thöne — 2 
Herb, Schubert, Dipl.-Ing., D.-Hörde, Hermann-Str. 127, F - 

— KKasse: Wilh. Breddemann, Alsenstr. 95, PSKto Dortr 
27003 — K.: Elisabeth Ostermann, Inselstr. 25 — O.: A 
Mayer, D.-Hörde, Goystr. 16 — Frv.: Frau Anita Dietz; W. 
wellstr. 11 — Jgd.: Walburga May, D.-Berghofen, Kolbstr. : 
Gemeindehelferin: Frau M. Breddemann, Alsenstr. 95 — L 
Fl. Klara Schubert, Ostermärschstr. 83. 

t DUSSELDORF ; G.: Christuskirche, Rotterdamer Str. 2. u. 4 
9.30 und Hauskapelle, Luise Dumontstr. 13, 1. u. 3. 9.30 — Pi 
V.: Ernst Vorfeld (xl4.2.01 y9.8.31), D.-Stockum, Uhlenwe 
F 431957 — 2. V.: Amtsgerichtsrat H. Oeking, D.-Lohai 
Niederrheinstr. 20, F 43938 — KKasse: Rolf Schrön, D.-Stoc 
Ganghoferstr. 34, PSKto Köln 43231 — O. : Zöllner, Planetens 
Duisburg: (zu Düsseldorf) G.: Ev. Gemeindehaus der Po 
kirche, Duisburg-Hochfeld, 3. u. 5.So. 10.15 — Obm.: Frau V 
nitzer, Prinzenstr. 5. 

t ESSEN; G.; FRIEDENSKIRCHE am Steelertor, So. u. Ftg. 

— Pfr. u. V.: Geistl. Rat Heinrich Hütwohl (x21.3.93 y17.! 
Bernestr. 1, F 23763 — 2. V.: P. Stoffel, Isenbergstr. 12 — KKc 
Else Bellmann, Windmühlenstr. 17, PSKto Essen 2852 — K.: 
Göttlicher — O.: Else Erb — Singkreis: A. Ebbecken, St 
Mettenstr. 7 — Frv.: L. Hütwohl, Bernestr. 1 ; M. Schneider, E 
Sternstr. 12 — Jgd.: K. Helm. Weissohn, Münstersteinbruc 

— Gem. Helf.: Else Erb, Hofringstr. 43. 

Gladbeck; (zu Bottrop) G. : Ev. Christuskirche, Humbol 
(Konfirmandensaal) 2. So, 15.00 — Frv,: Klara Normann, Ac 
Str. 31 . 

t HAGEN; G.: AUFERSTEHUNGSKIRCHE, Elfriedenhöhe, 1 
So. 9.00 — Pfr. u. V.: Gustav Hüdig (xl .3.08 y24.2.34), Moll; 

— 2. V.: Dr. H, Oberstadt, Friedensstr. 105b, F 2621 - KK. 
Marg. Quitter, Hochstr. 58, PSKto Dortmund 24777 — O.: 
Matthias, Wildestr. — Frv.: Frau Hedwig Hüdig, Mollstr, 
Höxter; (zu Bielefeld) G.: P.-Wiegand-Str. 6 jed. 1. So. — O 
Franz Meise, Paul-Wiegand-Str. 6. 

Homberg : (zu Krefeld) G.: Ev. Gemeindehaus, Homberg-f 
heide, Kreuzstr, 20, I.So, 10.00 — Obm.: Paul Knoblich, Y 
beide, Schlägelstr. 20. 

Kamen: (zu Dortmund) G.: Kleine Lutherkirche, sommers 1 
winters 14.00, jeden 2. u. 4. So, u. 2. Ftg. — Obm.: Bergr 
Karl Brauner, Sommerweg 30 — K.: Max Schmidt, Lindgher; 



O. : Alfons Meyer, Dortmund. 
t KÖLN ; G.: AUFERSTEHUNGSKIRCHE, Jülicher Str. 28, S 
Ftg. 10.00 — Pfr. u. V. : Wilhelm Korstick (x3.8.13 y3.3.38), Jül 
Str. 28, F 232120 — 2. V.: Ing. Erich Schmidting, Köln-Linder 
Geibelstr. 33 — KKasse: PSKto Köln 24214, Girokonto S 
Sparkasse H/24457. — K.: Ludwig Ebert, Köln-Riehl, Stc 
heimerst. 140 — O.: Karl Kessel — KChor: H. May, Dir. 
Kessel — Frv.: Frau Hella Korstick, Köln, Jülichersfr. 28 u. 
Käthe Richartz, Köln-Nippes, Nelkenstr. 19 — Kassier: 
Gudula Jung, Köln-Mauenheim, Merheimerstr. 376 — Mv 
Josef Reinarz — Jgd.: Dieter Arleff. 

Köln-Mühlheim: (zu Köln) G.: Ev, Kirche, Adamstr., I.So, 1 
Köln-Riehl: (zu Köln) G.: Ev, Kapelle der Heimstätten, 2. 
14.00. 

t KREFELD: G.: CHRISTUSKIRCHE, Dreikönigenstr. 54, 1, 
So. 9.ÖÖ, 2. u. 4. So. 10.00 — pfr. u. V.: Werner Schmidt (x( 
08y28.2.36), Dreikönigenstr. 40-42, F 221 52 — 2.V.: Dr. med, 
Huenges, Schönwasserstr. 34 — KKasse:, PSKto Köln 16338, K 
Sparkasse Kto. 1113. 
DREIKÖNIGENHAUS KREFELD, Dreikönigenstr. 48-54, übe 
liches Altersheim für die Alf-Kath. im Lande Nordrhein-V 
falen. F 22152. 



92 



NSTER/Westf.: (zu Bielefeld] G.: St. Johannes-Kapelle, Berg- 
V So 10T30'u. letzter Freitag 18.15 — 2. V.: Joh. Pet. Zapp, 

-ner Str 22 — KKasse: Wilh. Marquordt, Schleswiger Str. 20, 

'to Dortmund 21830 — Gem. Helf.: Anneliese Schulte, Lons- 
3— O.: Klaus Jakoby, Elsässer Str. 58 u. Heinr. Pottmeyer, 

;vener Str. 175. 

E RHAUSEN: (zu Essen) G. : EMMANUELKAPELLE, Grenzstr. 
14-tg 15 ÜU u. 2. Ftg. 9.00 — 2. V.: Leopold Neumann, 

Klbertz-Str. 6J — KKasse: W. Steffen, Grenzstr. 99. 

■inbach: (zu Bonn) G.: Evang. Kirche, mtl. So. Mai-Sept. 7.00, 

r.-April 15.00 — Obm.: Paul Eiselt, Fachschullehrer i. R., 

ribergerstr. 15. 

■ydt/Mönchen-Gladbach: (zu Krefeld) G.: Ev. Schwesternhaus, 

j'ydt, Wilhelm-St?5T?ß-Str. 18, 3.So. 11.00 — Obm.: Andreas 

II, Rheydt, Bolksbuscherstr. 60. 

■h'n- (zu Köln) G.: Ev. Kapelle, Magazinstr., an allen Ftg. 

X). 

TTEN: (zu Hagen) G.: Alt-luth. Kirche, Lutherstr. 8, mtl. So. 

rir5 V • Jos. Schröder, Bochum-Langendreer, Hauptstr. 305 

KKasse: Komm.: Pfr. Hüdig, Hagen, Mollstr. 3 u. J. Schröder. 

;to Dortmund 11034 — O.: W. Heikamp, Bahnhofstr. 17 — 

.: Frau H. Hüdig, Hagen, Mollstr. 3. 

7. NIEDERSACHSEN, HAMBURG, SCHLESWIG-HOLSTEIN 

lu nschweig: (zu Hannover) G.: Kapelle, Ägidienstr. 11, 4. So. 
30— Obm.: Wilhelm Strecker, Maibaumstr. 4. 
nsburg (zu Nordstrand): Obm.: Dipl. Ing. Franz Adam, Schöt- 
ikuhle 19b, F 2160/2140. 

hörn (zu Hannover) Obm.: Gewerbeoberlehrer Herbert Hoff- 
nn, Eysselheideweg 24a. 

ttingen: (zu Hannover) G.: Ev. Kirche, Merkelstr. 50, mtl. 
9.50 — Obm.: Paul Wagner, Kant-Str. 5, F 57167. 
MBURG: (zu Hannover) G.: Ev. Christuskirche, (U-BahnHSt.) 
ntl. 3." So. — 2. V.: Architekt Eugen Spenner, Haynstr. 28, 
i83688 — Schriftf.: Prof. B. Spuler, Mittelweg 90 — KKasse: 
ao Hamburg 147523 — Lehrp.: Marg. Schulte, Weidenstieg 16. 
mein: (zu Hannover) G.: Ev. Evangelisten-Kapelle. 
^ANNOVER: G.: Anglikanische St. GEORGSKIRCHE, Böckler- 
.e, 1. So. u. 1. Ftg. 15.00 — Pfr. u. V. Edgar Nickel (x5.6.29 
11.52) Kestnerstr. 6, F 23826, PSKto Hannover 174008 — 2.: Dipl. 
Islehr. Bernhard Richter, Linsingerstr. 58. 
rburg: (zu Hamburg) G.: Ev. Dreifaltigkeitskirche, Höhler- 
?te, 2 mtl. 3. So. 

1: (zu Nordstrand) Obm.: Gertrud Günther, Hanssenstr. 12. 
NIORDSTR AND: G.: THERESIENKIRCHE, So. u. Ftg. 9.30 — 
. u. V.: Karl Heinz Droese (x9.5.12 yl3.8.33), Nordstrand ü. 
sum F Nordstrand 409 — 2. V.: Fritz Clausen, Nordstrand- 
igerdeich — KKasse: Kto. Spar- u. Darlehenskasse Nordstrand 
K.: Bruno Clausen — O. : Gretel Droese. 
APPENKAMP: (zu Nordstrand) G.: Schule, mtl. So. 9.30 — 
V.: Fabrikant Erwin Friedrich, Trappenkamp üb. Neumünster, 
Sornhöved 191 — K.: Paul Wollmann — Frv.: Frau Emmy 
lay. 



8. BERLIN 



[ERUN: G.: Dänische Kirche SW 11, Stresemannstr. 57c, So. u. 
. 10.00— Pfr. u. V.: Dekan Dr. Franz Buchte (xl5.9.87 y21.6.13), 
i-Friedenau, Stierstr. 3, F 835223 — 2. V.: Konstantin Kalla, 
I W 15, Xantener Str. 21 — KKasse: Bln-Friedenau, Stier- 
. 3, PSKto 9189, Bln-West-Bkto: Delbrück Schickler u. C, 
-lin W 30, Rankestr. 13, KNr. 220 — O.: Frau Lisa-Lotte 
tl, Bln-Friedenau, Maßmannstr. 10 — Frv.: Frau Johanna 
dis, Bln-Friedenau, Handjerystr. 91/92 — Jgd.: Jürgen Buchs, 
:-Friedenau, Handjerystr. 91/92. 

9. SCHWERIN, ROSTOCK 

iwerin: (zu Blankenburg) G.: Ev. „Schelfkirche", viertelj. So. 14.00 
Obm.: Hermann J. Richter, Crivitz, Trammerstr. 30 — O. : 
lu Marg. Steinert, Rehna, Bülower Str. 55. 

10. MAGDEBURG 

BLANKENBUR G; G.: Georgenhofkirche Blankenburg, 1. u. 

bo. 8.15 — Pfarramt: Rübeländerstr. 8, F 541 — 2. V. : Heinrich 

^nel, Katharinenstr. 25 — KKasse: Bank f. Handel/Gewerbe 

-0 — O.: Frau Uhlmann. 

Ilenste dt: (zu Blankenburg) G.: Ev. Schloßkapelle, 4. So. 17.30 

VTT^Ibert Pfeifer, W.-Pieck-Allee 60. 

^furt: (zu Blankenburg) G.: Ev. Gemeindehaus, 4. So. 10.00 — 

~WiTIielm Qerny, Kirchhof 17. 

sscifelde: (zu Blankenburg) G.: Ev. Gemeindehaus, 1. So. 

OO - V.: Rudolf Bartel, Neue Straße 15. 



Ilsenburg: (zu Blankenburg) G.: Ev. Gemeindehaus 2. So. 10.00. 
Quedlinburg : (zu Blankenburg) G. : Ev. Aegidiikirche, 4. So. 15.00 

— V.: Ida Wundrak, M. Schwantestr. 21. 

Thale (Harz); (zu Blankenburg) G.: Ev. Pfarrkirche, zweimtl. 
3. So. 15.00 — V.: H. Rößler, Neinstedt, Thalestr. 15. 
Veckenstedt; (zu Blankenburg) G.: Ev. Pfarrkirche — V.: Roman 
Simm, Nr. 85. 
Wernigerod e; (zu Blankenburg) G.: Georgiikapelle 2. So. 15.00 

— V.: Rudolf Habich, Burgstr. 43. 

11. HALLE 

Delitzsch ; (zu Leipzig) G.: H. Schröterhaus, 1. So. 13.30 — V.: 

Heinrich Scholz, Fr.-Naumann-Str. 24. 

Holle g. d. Saal e; (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Gertraudenkapelle, 

Am Markt 8, achtwöchentl. So. 10.00. 

Köthen; (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Hospitalkapelle, Friedenstr. 11, 

achtwöchentl. So. 15.45 — V.: Max Schnabel, Holzmarkt 7. 

Zeitz; (zu Leipzig) G. : Ev.-luth. Gemeindesaal, Rahnestr. 1, 

achtwöchentl. So. 10.00 — V.: Gerda Stölzel, Badstübenervor- 

stadt 6a. 

12. GERA, JENA, SUHL 

Erfurt; (zu Leipzig) G.: Lutherkirche, Stalinallee, achtwöchtl. 

So. 15.00 — V.: Rudolf Lösel, Spielbergstr. 15/11. 

Gera: (zu Leipzig) G.: Ev. St. Michael-Kirche, Gera-Pforten, 

achtwöchtl. So. 15.00 — V.: Walter Jahn, Gera-Süd, Thälmann- 

str. 41 . 

Gotha : (zu Leipzig) G.: Ev.luth. Gemeindesaal, Jüdenstr. 27, 

achtwöchtl. So. 10.30 — V.: Josef Landebeck, Schlichte Str. 7. 

Jena; (zu Leipzig) G.: Schillerkirche, achtwöchtl. samstags 

15.30 — V.: Anton Grohmann, Jahnstr. 15. 

Meuselwitz: (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Stadtkirche, achtwöchtl. 

So. 14.30 — V.: Johanna Vater, Zipsendorf, Zeitzer Str. 3. 

Mühlhausen : G.: nach Verabr. im Gem. Saal Bebelstr. dd — 

V.: Frau Prof. Siegmüller, Leninstr. 29. 

Neustadt o. d. Or la; (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Hospitalkirche, 

achtwöditl. So. 14.00 — V.: Emil Slawitschek, Burgwitz 5. 

13. COTTBUS, CHEMNITZ, DRESDEN, LEIPZIG 

Dresden ; (zu Leipzig) G.: D.-Loschwitz Friedh.-Kapelle (winters 
öemeindesaal Grundstr. 36), achtwöchentl. So. 10.30 — V.: Hans 
W. Lehnert, A 27, Eisenstuckstr. 42. 

Ebersbach : (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Stadtkirche achtwöchtl. So. 
15.00 — V.: Reinhold Kögler, Hempelstr. 56. 
Eibau-Walddorf ; (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Kirche Eibau, acht- 
wöchtl. So. 15.00 — V.: Oskar Richter, Walddorf, Südstr. 33. 
Görlitz; (zu Leipzig) G.: Peterskirche, achtwöchtl. So. 15.00 — 
V.: Anna Santrock, Gutenbergstr. 7. 

Großschönau; (zu Leipzig) G. : Ev.-luth. Stadtkirche, achtwöchtl. 
So. 15.00 — T.: Emmy Johne, Neuschönauer Str. 13. 
t LEIPZIG ; G.: Gemeindesaal, Goldschmidtstr. 14, 1. So. 9.00 — 
pfr. u. 0.: Alfred Farser (xll.1.04 y26.2.56), Leipzig S 3 Har- 
denbergerstr. 18, F 36000 — 2. V.: Hans Niklowitz W31, Ca - 
visiusstr. 20a, Alt-kath. Pfarramt, PSKto Leipzig 53116 u. Stadt- 
Kreissparkasse Leipzig Kto. 5975. 

Mittweida: ( zu Leipzig) G.: Altfriedhofkapelle, achtwöchtl. So. 
14.30 — V.: Adolf Nitsche, Am Markt 16. 

Seifhennersdorf; (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Kreuzkirche, acht- 
wöchtl. So. 15.00 — V.: Fritz Richter, Rumburgerstr. 82. 
WEISSWASSER; (zu Leipzig) G.: Kapelle im Hause Masseck, mtl. 
So. 9.30 — V. u. O.: Georg Masseck, Bautzener Str. 48 — Frv.: 
Frau Ella Masseck. 

Werdau : (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Gemeindesaal, Uferstr. 6, 
achtwöchtl. So. 9.00 — V.: Karl Grohmann, Brüderstr. 10. 
Zittau; (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Weberkirche, achtwöchtl. So. 
15.00 — V.: Ing. Eduard Knispel, Neusalzerstr. 24. 



Geistliche im Ruhestand 

Pfr. Otto M. Saenger (x25.12.86 yl5.10.33), Jestetten/Oberrhein 
Baden — Pfr. Josef Spieler (xl. 10.84 y9.7.11), Passau Ort 7 II — 
Pfr. Dr. M. Weeber (xlO.8.81 y29.6.08J, Nürnberg, Unschlittpl. 1 
— Prof. Dr. Johannes Zeimet (xl9.8.90 yl.8.14), Karlsruhe, Bee- 
thovenstraße 8. 



93 



Alt-Kath. Vereine und Einrichtungen 
I. Alt-Katholische Internationale Vereine 

1. Internationale Alt-Katholikenkongresse 
Intern, alt-kath. Arbeitsgemeinschaft, Deutsche Gruppe 

Leiter: Geistl. Rat Pfr. W. Rosch, Freiburg, Ludwigsstr. 6. Ge- 
schäftsführer: Pfr. Karl Kuenz, Singen/Hw. Beisitzer: Pfr. An- 
ton Degen, Zell/Wiesental. Der Jahresbeitrag für die fördernden 
Mitgheder beträgt mindestens DM 4. — (Gemeinden und Ver- 
eine DM 10. — ). Konto-Nr. 1866 bei der Bez. Sparkasse Singen 
unter dem Titel .Internationale Altkatholikenkongresse', PSKto 
der Bez. Sparkasse Singen a. Htw., Karlsruhe 2387. 

2. Willibrordbund 

Der Bund dient der Förderung freundschaftlicher Beziehungen 
zwischen den alt-katholischen und den anglikanischen Kirchen. 
Der Jahresbeitrag beträgt DM 5.—. Geschäftsführer für die deut- 
sche Abteilung ist Pfr. Benno Schöke, Karlsruhe, Röntgenstr. 1. 
PSKto Karlsruhe 4627 (alt-kath. KKasse). 

11. Alt-katholische Bünde und Verbände des Bistums 

1. Bund alt-katholischer Jugend Deutschlands 

V.: Alfred Werner, Bottrop/Westf., Horsterstr. 143. Kto. 24042 
bei der Dtsch. Bank West, Essen, deren PSKto Essen 2000. 
Landesjugendpfarrer: a) Baden: Stpfr. Benno Schöke, Karlsruhe, 
Röntgenstr. 1 — b) Bayern: Stadtpfr. Boedefeld, Kaufbeuren- 
Neugablonz, Fichtenweg 6. 

c) Hessen: Pfrv. Josef Girke, OfFenbach, Bismarckstr. 105 — 

d) Nordrhein-Westfalen: Pfr. Lic. Kurt Pursch, Bottrop, Brüner- 
str. 13. 

2. Verband alt-katholischer Frauenvereine Deutschlands 

Der Verband verfolgt den Zweck, zwischen den einzelnen 
Frauenvereinen eine Verbindung herzustellen und sie einander 
näherzubringen, sie in ihrer Tätigkeit anzuregen und durch 
wechselseitige Hilfe zu fördern, ihre gemeinsamen Belange nach 
außen hin zu vertreten. Ordentliche Mitglieder sind Frauen- 
vereine (Beitrag vorl. — .30 DM je Frv.-Mitglied); Einzelpersonen 
können außerordentliche Mitglieder werden (Beitrag DM 2. — ). 
Sitz: Freiburg i. Br., Marienstr. 1 (PSKto 6414 Karlsruhe, Giro. 
4030 öffentlidie Sparkasse Freiburg i. Br.). 
1. V.: Frou Ruth Michelis, Freiburg i. Br., Marienstr. 1, F3426. 
Rechnerin: Frau Frieda Klumpp, Freiburg i. Br., Ad.-Stifter-Str. 
22. Obriger Vorstand: Fräulein Emilie Betz, Freiburg i. Br., Uh- 
landstr. 9; Frau Tily Demmel, Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25; Frau 
Elly Johne, Karlsruhe, Hirsdistr. 106; Frau Theo Pfister, Frank- 
furt a.M., Varrentrappstr. 71; Frau Karoline Kugler, Augsburg, 

Holzbachstr. 27a. 

* * * 

3. Bund Freier alt-kath. Schwestern und Fürsorgerinnen 

Korn. V.: Schwester Hilde Görg, Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25 

III. Alt-Katholische Presse-Arbeit 

a) Presse- und Rundfunk-Referat 

Mit der Wahrnehmung aller überörtlichen Pressearbeit in Zu- 
sammenarbeit mit dem Synodal-Presse-Referenten Prf. Schöke, 
Karlsruhe, in und außerhalb unserer Kirche wurden besonders 
beauftragt: Für Bayern: Dek. Schniertshauer u. Herbert Dietz. 
Für Baden: Geistl. Rat. Rosch. Für Hessen: Pfr. Pfister. Für Nord- 
rhein/Westf. : Pfr. Hütwohl. Für Hamburg, Schleswig und Olden- 
burg: Univ.-Prof. Dr. Spuler. Für Berlin: Dekan Dr. Buchta. Für 
DDR: Pfr. Fasser. 

b) Alt-Katholische Bildstelle 

Sie gliedert sich in Bild-, Lichtbild-, Film- und Druckstock-Archiv. 
Verwaltung: Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25. Die Bildstelle sammelt 
und ordnet Bilder, die für die Alt-katholische Kirche und ihre 
Gemeinden Bedeutung haben. Bildreihen, Lichtbildserien und 
Schmalfilme werden geg. Erstatlung d. Selbstkosten ausgeliehen. 

c) Alt-Katholisches Museum 

Es sammelt solche Dokumente und Erinnerungsstücke, die für 
den Aufbau eines späteren Museums Verwendung finden kön- 
nen. Auskunft: Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25. 

IV. Alt-Katholische Hilfs- und Sozialwerke 

1. Alt-Katholischer Hilfsverein 

Der Verein will Oberall helfen, wo die Hilfe der Gesamtkirche 
notwendig wird. Die Gemeinden führen die Pfingstkollekte an 
ihn ab. Einzelmitglieder zahlen jöhrlich einen Mindestbeitrag 
von DM 1. — . Die Synode von Heidelberg 1951 hat den dringen- 
den Wunsch ausgesprochen, für jedes großjährige Mitglied solle 
von den Gemeinden DM 1. — jährlich an den Verein abgeführt 
werden. 



Kommiss. Vorsitzender: Pfr. G. Hüdig, HagenAA/f., Mollst 
Geschäftsführer: Pfr. K. Kuenz, Singen; Beisitzer: Frau R 
chelis, Frl. Alberti. 

Geschäftsstelle Singen/Htw., Freiheitsstr, 9. PSKto Karl- 
20333 und Kto. Bez. Sparkasse Singen/Htw. 46879. 

2. Alt-Katholisches Hilfswerk 

Leitung: B. J. J. Demmel; Gesch. -Fhr.: Schw. Hilde Görg, E 
Gregor-Mendel-Str. 25; Bankkonto: Rheinisch-Westfälische 
Filiale Bonn. Die Bank hat PSKto Köln 4155. 

3. Witwen- und Waisenkasse alt-katholischer Geistliche 

Die Kasse hat den Zweck, in Zusammenarbeit mit den k 
Behörden die Versorgung der Pfarrhinterbliebenen zu ei 
zen. Sie besteht aus Mitgliedern (nur Geistliche, Jahresbe 
DM 40.—), Förderern und Gönnern. Vorsitzender ist von 
wegen der Bischof. Geschäftsstelle: Bonn, Gregor-Mende 
25. Rechner: Schwester Hilde Görg, PSKto Karlsruhe 7386. 

4. Alt-Katholisches Schwesternhaus Bonn 

1. Haus für alt-kath. Krankenschwestern, Bonn, Baumschul 
9—13. Vorsitzender des Kuratoriums Prof. Dr. W. Küp 
Bonn, Arndtstr. 23, F 21710. 

2. Krankenpflegestationen in: Bonn, Mannheim, Meßkirch- 
dorf, Dettighofen, Kommingen, Krefeld. 

5. Freizeitenheim „Am Weißen Stein" EV. 

I.V.: Der Bischof. 2. V.: Willy Sutor, Mannheim. Jahresbe 
6. — DM. Geschäftsfhr.: Pfarrer Jos. Brinkhues, Heidelberg, 
serstraße 5. Postscheck-Kto. : .Freizeitenhaus Heidelberg' l' 
ruhe 91996. 

6. Döllingerhaus München 

siehe München, Pfarramt 
7. Alt-katholisches Sozialwerk Krefeld e. V. 

Der Verein ist Träger des Dreikönigenhauses Krefeld. I.V.: 
rer W. Schmidt, Krefeld, Dreikönigenstr. 48-54. Der Jahresbe 
für die fördernden Mitglieder beträgt mindestens DM 3.— 
Gemeinden u. Vereine DM 50. — ) Konto Nr. 9194 bei Kreis 
kasse Kempen-Krefeld. Das Alt-katholische Sozialwerk Kr 
e.V. ist angeschlossen dem Deutschen Paritätischen Wohlfc 
verband. 

Dreikönigenhaus Krefeld, Dreikönigenstraße 48/54 
überörtliches Altersheim für die Alt-Kath. des Landes Nordr 
Westfalen. Verw. beim Pfarramt Krefeld. 

2. Alt-Kath.-Kirche der Niederlande 

1. Bischöfe: 

a) Erzbischof von Utrecht: Dr. Andreas Rinkel, Utrecht, 
Emmalaan 8. 

b) Bischof von Haarlem: Jacobus van der Oord, Haarlemi( 
Charlotte de Bourbonlaan 2 

c) Bischof von Deventer: Engelbertus Lagerwey, Utrecht, 
Drift 5 bis. 

Sekretär: H. J. W. Verhey, Rotterdam, C, 11, Graaf Florisstro 

2. Metropolitankapitel von Utrecht 
Präsident: Erzbischof Dr. A. Rinkel. 
Dekan: Prof. B. A. van Kleef. 

Sekretär: Erzpriester Pfr. Th. Moleman, Voorstraat 118, Dordr 
Mitglieder: Erzpriester Pfr. G. A. Smit (arcarius); Prof. Dr. 
Maan; Prof. M. A. Zwart; Seminar-Präsident f'rof. P. J. ■ 
Pfr. J. A. J. van Zanten. 
Ehrenmitglied: Bischof E. Lagerwey. 

3. Bischöflicher Rat 

Präsident: Prof. P. J. Jans, Amersfoort. 

Sekretär: H. J. W. Verhey, Rotterdam, C. 11, Graaf F 

straat 63. 

Mitglieder: Pfr. Erzpr. G. A. Smit; Pfr. Mr. J. W. Key; Dr. 

van de Ven; Ir. F. J. Heyligers; Th. M. Hovius; Ir. J. H. Gi 

D. de Rooy; A. F. C. Nieuwenhuyzen. 

4. Generale Thesaurie 

Thesaurler-General: D. de Rooy. 
Sekretär: H. J. W. Verhey, Rotterdam. 

5. Bischöfliches Seminar Amersfoort 

Präsident: Prof. P. J. Jans, Koningin Wilhelminalaan 3, 

Amersfoort. 

Professoren: P. J. Jans, M. Kok, Dr. P. J. Maan, M. A. Zv 

Lektor: C. Toi. 

6. Gemeinden und Geisth'che 

Erzbistum Utrecht 
Amersfoort: Pfr. M. J. Aarents, t Zand 15; Prof. P. J. 
Kon. Wilhelminalaan 3. 
Arnheim: Pfr. J. Visser, Adolf van Nieuwenaarlaan 3A. 



<)4 



•mborg: Pfr. J. A. J. van Zanten, Varkensmarkt 20. 
t: Pfr. J. C. M. Keman, Bagijnhof 25. 
dredit: Pfr. Erzpr. Th. Moleman, Voorstraat 118. 
da: Pfr. T. Horstman, Gouwe 113. 

g: Pfr. Prof. M. Kok, Molenstraat 48; em. Pfr. Joh. A. Roe- 
ig, Juffrouw Idostraat 13A. 

ersum: Pfr. Erzpriester G. A. Smit, Melkpad 14; em. Pfr. Prof. 
V. van Kleef, Mauritslaan 23. 

en: Pfr. A. J. Glazemaker, Zoeterwoudsesingel 50. 
lewater: Pfr. t. Horstman (Gouda). 

erdam: Pfr. H. D. Raymaekers, Nobelstraat 24; Pfr. G. A. 
Kleef, Nieuv/e Binnenv/eg 23. 
edam: Pfr. C. P. van den Berg, Dam 30. 
jonhoven: Pfr. T. Horstman (Gouda). 

■cht: Pfr. Prof. Dr. P. J. Maan, Willemsplantsoen 3; Pfr. Th. 
<er, Bemuurde Weerd O. Z. 55; Pfr. Prof. M. A. Zwart, 
\er Ciarenburg 6; em. Pfr. G. P. Giskes, Pelmolenplantsoen 
m. Pfr. F . T. van der Steen, Douwes Dekkerstraat 4. 

Bistum Haarrem 

;meer: Pfr. IJ. R. H. J. Roosjen, Oosteinderweg 392. 

naar: Pfr. A. R. Heyligers, Kastanjelaan 12. 

jterdam: Pfr. C. Toi, Ruysdaelstraat 37 (Zuid I). 

lond aan Zee: Pfr. D. N. de Rijk, Voorstraat 110. 

hüizen: Pfr. A. R. Heyligers (Alkmaar). 

irlem: Pfr. Mr. J. W. Key, Kinderhuissingel 78. 

der: Pfr. E. Wijker, Timorlaan 87. 

mmenie: Pfr. G. J. Blom, Noorderhoofdstraat 131. 

uiden: Dekan Pfr. C. F. Nieuwenhuyzen, Koningin Wilhel- 

akade 38A; Vikar A. J. Rinkel, Koningin Wilhelminakade38A. 

mdam: Pfr. A. Zwart, Papenpad 12. 

3. Christkath. Kirche der Schweiz 

hof: 

v.-Prof. Dr. Urs Küry, Bern, V^illadingweg 39, F (031) 43679, 

to III 25448. 
I 3 der Synode: 
i ;. Pfr. L. Affolter, Solothurn. 
! jpräs.: A. Hager, Zürich. 

-etäre: Pfr. Paul Heinz, SchafThausen; Pierre Allais, Geneve. 

odalrat: 

;.: Univ.-Prof. Dr. Leo Weber, Feldmeilen (Zürich), Teien- 
ße 32. 

-etär: Pfr. Hugo Flury, Möhlin. 

jlieder: Bischof Dr. Urs Küry (von Amts v/egen); Dr. Char- 
Studer, Fürsprech, Solothurn; Werner Moll-Gerny, Luzern; 
Paul Richterich, Biel; Pfr. Arnold Moll, Basel; Hans Hohler, 
;n; E. Bommer, St.-Gallen; Pfr. Leon Gauthier, Grand Lancy; 
Max Gisi, Zürich, 
inzverwalter: Pfr. Paul Richterich, Biel. 

ologische Fakultät an der Universität Bern: 

lentliche Professoren: Dr. Ernst Gaugier, Dahliaweg 5; Dr. 
ert Emil Rüthy, Muristr. 6e. Bischof Dr. Urs Küry, Bern, 
»erordentl. Professor: Pfr. Dr. W. Frei, Basel. 

neinden mit ihren Pfarrern und Kirchen: 

au: Pfr. Josef Höflinger, Adelbändli 2. Stadtkirche, 10 Uhr. 
. diwil: Pfr. Otto Moll, Schönenbuchstr. 8. Pfarrkirche St. Peter 
. oul, 8.30 Uhr. 

[ al: Pfr. Arnold Moll, St Johannes-Vorstadt 27. — Pfarrer 
: Iter Frei, Klingentalgraben 37. 
: '■. Dr. Walter Frei, Klingentalgraben 37. 
f i: Pfr. Kurt Stalder, Rabbentalstraße 55. Pfr. Alfred Jobin, 
^ olackerstraße 59. Peter- u. Pauls-Kirche, 9 Uhr. 
i : Pfr. Paul Richterich, Dufourstr. 105. Pfarrkirche, 9.15 Uhr. 
ä lingen: Pfr. Otto Moll, Allschwil. Kirche an d. Kernmatt- 
;i 2, 10.15 Uhr. 
'< en, Brugg usw.: Pfr. Werner Seiler, Mägden. 

• ux-de-Fonds: Pfr. J. B. Couzi, rue de la Chapelle 5. Eglise, 
' de la Chapelle 7, 8 Uhr und 9.45 Uhr. 

' ne: Pfr. Leon Gauthier, Grand Lancy, Kapelle von Chene- 

if: Pfr. Leon Gauthier, Grand Lancy, Eglise St. Germain, 
I des Oranges, 10.30 Uhr. 

' ndien: Pfr. Otto Strub, Däderizstraße 61. Pfarrkirche St. Peter 
' Paul, 9 Uhr. 

• Gallen: Pfr. J. Feldmeier, Dufourstr. 77. Christuskirche, 
Uhr. 

j lendorf u. Umgebung: alt Pfr. Gabriel Herrle, Hägendorf. 

• mmer: Pfr. Dr. M. Gorce. Pfarrk. St. Peter u. Paul, 9.45 Uhr. 
" eräugst: Pfr. Gottfried Konrad, Pfarrhaus. Pfarrkirche St. 
' US, 8.30 und 20 Uhr. 

cy-Ca.ouge: Pfr. Leon Gauthier, Grand Lancy, Eglise de 

• te Trinite, 9 Uhr. 

'en: Pfr. Otto Gschv/ind, Allmendv/eg. Pfarrkirche zu St. 
' orinen, 9 Uhr. 



Le Locie: Pfr. J.-B. Couzi, Chaux-de-Fonds. Chapelle St. Jean, 

9.30 Uhr. 

Lausanne: Pfr. Paul Richterich, Biel. 3.So. im Monat Englische 

Kirche 8.50 und 14.30 Uhr. 

Luzern: Pfr. Dr. Otto Gilg, Museggstr. 15. Christuskirche, 9 Uhr. 

Mägden: Pfr. Werner Seiler. Pfarrkirche, 9.30 Uhr. 

Möhlin: Pfr. Hugo Flury, Pfarrhaus. Pfarrkirche St. Leodegar, 

9 und 20 Uhr. 

Neuchatel u. Umgebung: Pfr. J.-B. Couzi, Chaux-de-Fonds. 

2. u. 4. So. 19 Uhr, Chapelle des Valanzines. 

Niedergösgen: Pfr. Martin Heinz, Schönenwerd, Christkath. 

Kirche, 1. So. im Monat 8.30 Uhr. 

Obermumpf-Wallbach: Pfr. Willi Schwarz, Wallbach, Pfarrhaus. 

Kirche in Wallbach und Obermumpf, abwechselnd 9 u. 20 Uhr. 

Olsberg: Pfr. Gottfried Konrad, Kaiseraugst. Pfarrkirche, jeden 

2.So., 10.15 Uhr. 

Ölten: Pfr. F. Ackermann, Kirchgasse 15. Stadtkirche St. Martin, 

9 Uhr. 

Rheinfelden: Pfr. Hans Frei, Pfarrhaus. Stadtkirche St. Martin, 

9 Uhr. 

Schaffhausen: Pfr. Paul Heinz, Beckengäßchen 29. MOnsterka- 

pelle bei der Schillerglocke, 9 Uhr. 

Schönenwerd: Pfr. Martin Heinz, Pforrh. Stiftskirche, 8.30 Uhr. 

Solothurn: Pfr. Lothar Affolter, Rathausgasse 17. Christkath. 

Kirche am Rathaus, 9.15 Uhr. 

Starrkirch-Dulliken: Starrkirch ist vorläufig unbesetzt. Pfarrkirche, 

9 und 20 Uhr. 

Thun: Von Bern aus pastoriert. 

Jeden 2. So. im Monat 9.30 Uhr in der Kirche Göttibach. 

Trimbach: Pfr. Dr. J. Waldmeier, Pfarrhaus. Kirche, 9 Uhr. 

Wegenstetten-Hellikon-Zuzgen: Pfr. Bruno Stalder, Hellikon. 

Pfarrkirchen in Hellikon und Zuzgen abwechselnd 9 Uhr. 

WInterthur: Pfr. Paul Heinz, Schaffhausen. Kapelle a. d. Mühle- 

str., 1. u. 3. So. im Monat. 

Zürich: Pfr. Hans Gschwind, Augustinerhof 8; Pfr. Max Heinz, 

Rötelstr. 63; Pfr. Max Willimann, Elisabethenstr. 20. Kirchen: 

Augustinerkirche und Elisabethenkirche 9 Uhr. Christuskirche in 

örlikon I.So, im Monat 10.30 Uhr sonst 9.15 Uhr. 

4. Alt-Kath.-Kirche in Österreich 

Bischof: Dr. Stefan Török; 

Bischofskoadjutor: Geistlicher Rat Heinrich Bernauer; 

Generalvikar: Hofrat Dr. J. Werner; 

Synodalrat: 

Präsident: Berufsschuldirektor Ing. E. Nasinski; Vizepräsident: 
Professor F. Staffenberger; Synodalräte: Oberbaurat i. R. Dipl. 
Ing. M. Amthor, Assistent der österr. Bundesbahnen i. R. H. 
Gally, Rechtsanwalt Dr. W. Gastgeb, Hauptschuldirektor i. R. 
J. Hornoch, Pfarrer L. Paulitschke, Pfarrer K. Schapasser, Gene- 
ralvikar Hofrat Dr. J. Werner; 

Synodalanwalt: Senatspräsident Hofrat Dr. H. Liedermann, 
Synodalanwaltstellvertreter: Dr. A. Zankl. 

Referenten und Sekretäre: Dr. M. Kocska, Dr. E. Kreuzeder, Per- 
sonalpfarrer Dr. E. Kreuzeder. Univ. Prof. a. D. Dr. E. Mudrak, 
Pfarrer L. W. Reichl, Vikar a. D. A. Tryschkaluk, Dr. W. Zankl. 
Kanzlei der kirchlichen Oberbehörde: Wien I., Schottenring 
17/1/2/12 

Pfarrämter: 

Wien Innen: Seelsorger: Pfarrer L. W. Reichl; Wien I., Wipp- 
lingerstr. 6 

Wien-Landstraße: Seelsorger: Bischofskoadjutor, Geistl. Rat H. 
Bernauer; Wien III., Eslarng. 10. 

Wien-Favoriten: Seelsorger: Personalpfarrer Dr. E. Kreuzeder, 
zugeteilt: Seelsorgehelferin Dr. E. Kreuzeder; Wien X., Eckert- 
gasse 18 a. 

Wien-West: Seelsorger: Personalpfarrer Dr. E. Kreuzeder; zu- 
geteilt: Seelsorgehelferin Dr. E. Kreuzeder; Wien XV., Benedikt- 
Schellingerg. 1 — 3. 

Wien-Nordwest: Seelsorger: Personalpfarrer G. Czeipek; Wien 
XVI., Lindauerg. 11. 

Wien-Brigittenau: Seelsorger: Generalvikar Hofrat Dr. J.Werner, 
zugeteilt: Religionslehrerin M. Tüchler; Wien XX., Dammstr. 7. 
Graz: Seelsorger: Personalpfarrer K. Spuller; Graz, Kernstockg. 1. 
Klagenfurt: Seelsorger: Vikar N. Hummel; Klagenfurt, Kempf- 
straße 12/1/3. 

Krems/Donau: Seelsorger: Pfarrer K. Schapasser; Krems/D., St. 
Willibrod-Kapelle, Steinertor. 

St. Polten: Seelsorger: Pfarrer K. Schapasser; St. Polten, Wiener 
Straße 41. 

Linz/Donau: Seelsorger: Pfarrer L. Paulitschke; Linz/D., Pruner- 
stift, Fabrikstr. 10. 

Ried/Innkreis: Wird vom Pfarramt der Kirchengemeinde Salzburg 
aus betreut; Ried, Bahnhofstr. 17. 
Salzburg: Seelsorger: VikarT. Marecek; Salzburg, Mirabellschloß. 

_5. Die Alt-Katholische Kirche in der Tschechoslowakei 

(Nur noch Reste des ehemals fast ausschließlich, deutschen Bis- 
tums Warnsdorf). 



95 



6. Die Polnische Katholische Nationalkirche in Amerika 

368 000 Gl., 155 Gemeinden, davon 3 litauische, 3 slowakische, 

1 tschechoslowakische und 7 in Kanada. 

Zentraldiözese: Primas-Bischof Leon Grochowski, 529 E. Locust 

St., Scranton 5, Pa, USA, Weihbisch. Jos. Jaworski. 

Ostdiözese: Bischof Joseph Soltysiak, 635 Union St., Manchester, 

N.H., USA. 

Norddiözese: Bischof Thaddeus Zielinski, 182 Sobieski St., 

Buffalo 12, N.Y., USA. 

Westdiözese: Bischof Francis Rowinski, 2019 W. Charleston St., 

Chicago 47, III., USA. 

Die Polnische Kirche in Amerika hat drei weitere Bischöfe in 

Ruhe: Joseph Lesniak, Francis Bonczak und John Misiaszek. 

7. Die Polnisch-Katholische Kirche in der Volksrepublik Polen 

100000 Gl., 85 Gemeinden, in 7 Dekanaten (Warschau, Lublin, 
Chelm, Danzig (Gdansk), Breslau (Wrociaw), Stettin (Szcecin) 
und Krakau (Krakow)). 

Bischof: Julian Pekala, Biskup, Warszawa (Warschau), ulico 
Wilcza 31, Polen (Polska). 

Die Polnisch-Katholische Kirche in Polen hat zwei weitere Hilfs- 
bischöfe für besondere Aufgaben: Adam Jurgielewicz und Eu- 
geniusz Kriegelewicz. 

8. Der Alt-Katholische Kirchenbund in Jugoslawien 

10000 Gl., 10 Pfarreien und 6 Teilgemeinden, 3 nationale Bis- 
tümer. 

Präsident des Kirchenbundes: Bischof-Elekt Dobrovoljac, Beo- 
grad (Belgrad), Cviljiceva ul. 79, Jugoslawien. 
Sekretär des Kirdienbundes: Pfarrer V. Huzjak, Zagreb, Trn- 
janska cesta 7, a, Jugoslawien. 

a) Die Serbische Alt-Katholische Kirche 
Bischof-Elekt: Milan Dobrovoljac, Beograd (Belgrad), 
Cvijiceva ul. 79, Jugoslawien. 

b) Die Kroatische Katholische Nationalkirche 

Bischof: Vladimir Kos, Zagreb (Agram), Nico 47/3, Jugoslawien. 

c) Die Slowenische Alt-Katholische Kirche 

Bischof: Dr. Radovan Jost, Ljubijana (Laibach), Trg Francoske 
revolutie 1, Jugoslawien. 



<-yi'. (\ 



Alt-Katholische Buchhandlungen 

Deutschland; WILLIBRORD-BUCHHANDLUNG, Aachen, Friedrich- 
str. 29/33 Mir., PSKto Karlsruhe 34384 — Schweiz: CHRISTKATH. 
SCHRIFTENLAGER, Schönenwerd, Riedbrunnenstr. 3 — Nieder- 
lande: CENTRAAL OUD-KATHOLIEK BOEKHUIS Amersfoort, Ko- 
ningin Wilhelminoloan 3 Giro: 5744. 

Alt-Katholische Zeitschriften 

Internationale Kirchliche Zeitschrift, Bern (das wissenschaftliche 
Organ der autonomen katholischen Kirchen und Bewegungen). 
Erscheint vierteljährlich. Jahresabonn. DM 16. — . Bezug durch 
die Willibrordbuchhandlung, Aachen, Friedrichstr. 29/33, PSKto 
Karlsruhe 34384. 



1. Deutschland: 

Amtliches alt-katholisches Kirchenblatt, Bonn, Bischof). Ko 

Jährlich DM 5.—. 

Alt-Katholische Kirchenzeitung (früh. Alt-Kath. Volksblatf 

Kath. Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland Gesch. S 

Aachen, Friedrichstr. 29/33, monatlich, Bezugspreis vjhrl. 

u. Porto, PSKto Köln 17908. 

„Auferstehung", Kirchenblatt für die Alt-Katholiken in der 

sehen Demokratischen Republik, monatl. durch Alt-Kath, ! 

amt Leipzig S3, Hardenbergstr, 18.^ 

Alt-Kath. Jahrbuchiwieder seitJ953) Kath. Bistum der Alt-K 

liken BonnGregor^endel-Str.'^5. 

2. Schweiz: 

Christkatholisches Kirchenblatt. Schweizerisches christkatholi 

Wochenblatt. Jährl. 9 Fr. Expedition Fritz Pochon-Jent AG, 

Monbijoustraße 6. 

Christkatholische Jugend, monatl. Bezug jährlich 3 Fr. 

fred Ziegler, Solothurn, Roßmarktplatz. 

Le Sillon, Organe Catholique — Chr6tien Mensuei de Lc 

Francaise Administration: Alf. Burkle 27. av. Pietet — de R 

mont, Geneve. 

Christ-Kath. Hauskalender Schriftenlager Schönenwerd, 

brunnenstr. 3 

3. Niederlande: 

De Oud-Katholiek, Weekblad voor de Oud-Katholieke vor 
derland. Administratie: Graaf Fiorisstraat 63, Rotterdam i 

4. östereich : 

Der Alt-Katholik, Bistumsblatt der Alt-Kath. Kirche Ostern 
Erscheint 2monatlich. Jahresgebühr S 12. Wien 1, Schottei 

17/1/2/12. 

5. Amerika: / ( 

Rosa Boza, (God's Field), polnische religiös-kulturelle Wo 

Zeitung. 

Straz (The Guard), herausgegeben vom polnischen Volksvt 

Przebudzenie (Awakening), wöchentliche Kirchenzeitung. 

Polka (A Polish Woman), polnische Frauenzeitung. 

Alle durch die zentrale Kirchenkanzlei 529 E. Locust St., S 

ton, Pa. USA. 

6. Polen: 

Nasze Poslannictwo, monatliche Kirchenzeitung der Poir 
Katholischen Kirche, Redaktion und Geschäftsstelle: Warsz 
ul. Wilcza 31, Polen. 

(W Imie Boze, Kirchenzeitung der Alt-Katholischen Kirche 
Mariawiten, Redaktion und Geschäftsstelle: Plock, ul. J. \ 
zorka 27, Polen.) 

7. Jugoslawien : 

Bulletin des alt-katholischen Kirchenbundes, viertel jährlic 
serbo-kroatischer Sprache, Beograd, Cvijiceva ul. 79. 
Slovcnski starokatolik, monatliche Kirchenzeitung in slo^ 
scher Sprache, Ljubijana, trg Francuske revolutie 1. 



Wir spielen Tischtennis 



Eine leidite Bastelarbeit für unsere 
Buben. Die Tennisschläger werden 
nadi der Sdinittübersicht aufge- 
zeichnet und aus 3 mm starkem 
Sperrholz viermal ausgesägt. Die 
Schlagfläche wird mit Filetnetz- 
grund oder einem ähnlidien Gardi- 
nenstoffrest bespannt, der zweite 
Schlägerteil daraufgeleimt, der 
Sperrholzrand um die Schlagfläche 
herum durchlocht und mit dünnem 
Bindfaden durchnäht. Für die Pfo- 
sten des Tennisnetzes werden zwei 



96 




17 cm lange, 2 cm dicke i\.inti 
stücke gesägt. Über ein Ende i 
Pfostens nagelt man einen 2X' 
großei\ Blechstreifen, und zwa 
daß unter dem Pfosten, zwis 
diesem und dem Blechstrcifen 
viel Raum ist, um eine Tisdikl 
mcr hindurdizusdiicben, mit d 
Hilfe die Pfosten am Tisch l 
stigt werden. Der 15 cm ' 
Netzstreifen wird in der der T 
breite entsprechenden Länge ai 
Pfosten genagelt. Das Spiel \ 
beginnen. 



J 



AM AUFBAU UND AN DER EINRICHTUNG DES 

DREI KÖNIGEN HAUSES 

IN KREFELD WAREN BETEILIGT: 


Planung und Bauleitung: 

Dipl. Ing. Heinrich SchÜrmg, Architekt B. b. t. A. Krefeld, Friedrichsplatz 4-6 - Fernruf 25043 


Festigkeitsberechnungen 

durch Wilhelm Kirschbaum^ 

eratender Ingenieur Krefeld, Gripswaldstraße 33 


Betreuung 

durch Bauberatungs-und Finanzierungsges. 

Broosen k. g. 

Krefeld, Inratherstraße 501 - Fernruf 61005 


Ausführung der Maurer-, Beton- 
u. Stahlbetonarbeiten: 

Bauunternehmen Fritz SchlfferS & Sohn, 

Hoch- und Stahlbeton 
Tefeld, Uerdinger Str. 272 - Fernr. 25422 u. 25558 


Friedr. Liermann 

Bau-Ing. und Zimmermann 

Zimmerei und Bauschreinerei 
Lizenz für Vollmar-Bohlen- Dachkonstruktion 

Krefeld, Horstdyk 15 


Ausführung der Dachdeckerarbelten: 
Heinrich Beniers & Sohn 

Dachdeckermeister gegr. 1894 
Lank-Latum, Mühlenstraße 22 


Franz SchUrcks-Söhne 

Moderne 

Sanitäre Installation. Klempnerei 

Krefeld, Hülserstraße 16 - Fernruf 22885 


Innenausbau: 

Bau- und Möbelschreinerei 

lakob Lemmen 

Krefeld, Glockenspitz 109 - Fernruf 20528 


Ausführung der Schlossorarboiten: 

Schmiede und Schlosserei 

Heinrich Jürgens 

Lank-Latum, Düsseldorfer Straße 88 Fernruf 4722 


Ausführung des 

Innen- und Außenputzes: 
Aurel Rothe, 

Stukkateurmeister 
Krefeld, Lerchenfeldstraße 9 - Fernruf 3 10 52 


Robusta Edelputz 

Der Wettermantel des Hauses 

Otto Bollmann 

M.-Gladbach, Sophienstraße 51 




97 



Verglaser-, Maler- 
und Anstreicherarbeiten: 

Heinz BrOOSen, Malermeister 
Krefeld, Inrather Straße 499 - Fernruf 26940 



May-Teneisen 
Ausführung moderner Fußböden: 

Steinholzböden-, Estriche-, Linoleum-, 
Gummi-, PVC- sowie Hartfliesenbeläge 

Krefeld, Grünerdyk 34 - Fernruf 2 98 66 



Wir lieferten und verlegten die Treppen- 
anlage und den Fußbodenbelag der Kirche 
in Betonwerksteinmaterial; 
das Turmfenster, die Säulen der Vorhalle 
sowie die Außentreppenanlage in Sicht- 
betonfertigteilen und in Halbbetonmaterial 

Schlesswerke K.G. Xanten Fernruf 4io 



Lieferung der Fensterbänke 

aus Asbestzement 

Albert Brill 

Düsseldorf, Friedrich-Ebert-Stroße 12-14 



Peter Kiöckner K.G. Asphaitbou 

Krefeld, Ackerstraße 2 - Fernruf 22590 



Gardinen und Dekorationen lieferte 

das Krefelder Teppichhaus 

H. & H. Cordes Krefeld, Ostwall 172 



Kaldenkirchener Matratzenfabrik 
Hans Terstappen K.-G. 

Herstellung von Matratzen und Polstermöbeln 
oller Art 

KALDENKIRCHEN/RHLD. Telefon 460 



ROEDER-Großkochanlagen 

Generalvertretung : 

Hans Göthe, Düsseldorf 

Friedrich-Ebert-Straße 7 Fernruf 18049 





Ausfuhrung der 

Licht und Kraftanlagen 
Hans Roß 

Krefeld, Philadelphia Straße 123 
Fernruf 21716 



August Frank 

Elektro-Großhandlung 

Werkstätten 

für Metallarbeiten. 
Galvanische Anstalt 

Anfertigung 
von Beleuchtungskörpern 

nach gegebenen und eigenen Entwürfen 



Krefeld, Drießendorfer Straße 27-31 
Fernruf 23772 



1 






STUHLINDUSTRIE STOELCKER K. G. 
FRANKENBERG/EDER 

HOLZINDUSTRIE STOELCKER K. G. 
ETTENHEIM/BADEN 




Gebn Homberg 

OEDT (RHLD.) 

Hochstr. 51, Ruf 265 Amt Gref rath 



Zentralheizungen 

Ölfeuerungsanlagen 

Rohrleitungen 

Sanitäre Anlagen 

Bau von Abwässerkläranlagen 

und Pumpwerken 

Konstruktionen 

Technische Berechnungen 

im eigenen Büro 

Apparate- und Behälterbau 

in Stahl und Nirostastahl 



99 



Miele 



mit und ohne Schleudergang 



Die VtdUuUtnnafücfie. 

Waschmaschine 
mit der besonders 
großen Leistung ^ 

Unverbi ndliche Vorführungjgg 




Miele^rerke Aktiengesellschaft 

Gütersloh/Weslfalen 



Zu haben in den guten Fachgeschäften 




Der „Rainchon" Kessel — eine Spitzenleistung im Kesselbau aus hochwertigem Perlitguß. 
Thermostatische Steuerung. Halbautomatische Beschickung. Staubfreie Entschlackung. 
Type GG mit einer Leistung von 312000-560000 WE in der Stunde kann je nach Heizungs- 
periode halbseitig oder viertelseitig gefahren werden. 
Hersteller: W. Doesborgh & Zonen, Tegelen (Holland) 

General-Vertretung: Gebr. GoumanS, StroelenNiederrhein Fernruf 429 



100 




Ein Begriff 

in Qualität und Scliönlieit 

sind unsere fix und fertig montierten ,,Rhein- 
land-Sperrtüren", die wir in allen Holz- 
arten natur oder gebeizt zu sehr günstigen 
Preisen einbauen. 




Fordern Sie bitte unser Angebot 

Gebr. Winkels, Lank Ndrh. 

Fronhofstraße 37 - Fernruf 294 



AUFZÜGE IN DIESEM HAUS LIEFERTE 

FLOHR-OTIS G.M.B.H. 

ZWEIGBÜRO DÜSSELDORF, LIN DEMAN NSTRASSE 90 
FERNRUF 681613 



i 72 Alten schelte nicht, sondern ermahne ihn als 
I n Vater, i. Tim. 5, i. 

' fein steht's wenn die grauen Häupter weise und 
Alten klug sind. Sir. 25, 5. 

\ ichts sollte man vorsichtiger sein als in der Aus- 
l seiner Vorurteile. 



\Jftr WfaMiHjpeHcfar 




bei Überarbeitung. Müdigkeit, Kräflevertust. 

Reformhaus Bornheim 

Ffm. Bergerstraße 194 und 98 



101 




®^§ Naturmittel 

erhalten gesund 




SAN O- Erzeugnisse sind reine Naturmittel bester Qualität aus dem Kloster Laboratorium Lorch. 



SANO-Gesundheits-Senfkörner 

Das unvergleidilidie, vieltausendfach 
bewährte natürliche Heilmittel bei 
Stoffwediselerkrankungen, Sodbren- 
nen, Verstopfung, Leber- u. Gallenlei- 
den, Magenbeschwerden, Kreislaufstö- 
rungen, Gicht, Rheuma, Hautleiden u. 
anderen Gesundheitsstörungen. 

Original-Säckchen DM 2.80 
Auf Wunsch kostenlose Broschüre 



SANO-Bluterneuerungs- und Blutreinigungskur 




1 Originalsäckdien 
SANO-Gesund- 
heits-Senfkörner, 
1 Paket SANO- 
Blutreinigungstee, 
IGlasSANO- . 
Wacholder- 
Extrakt. 



Originalpackung DM 6.80 





SANO-Wacholder-Extrakt 

Das altbewährte, blutreinigende 
Naturmittel wirkt günstig auf 
Stoffwechsel und Ausscheidungs- 
organe. 
Originalglas DM 2.50 



SANO-Calcndula-Balsam 

Bewährte Heilsalbe bei Wunden, 
Hautausschlägen, Schürfungen und 
Verletzungen. 

Original-Dose DM 2.00 

SANO-Hochgebirgs- 
Latschenkiefernöl 

Belebt die Atmungsorgane. Wirkt 
schleimlösend. Sehr gut zum Inha- 
lieren und als Badezusatz geeignet. 
Original-Flacon DM 1.60 




1^1 




SANO-Herzwein 

stärkt Herz und Nerven 
ohne schädliche Nebenwir- 
kung. Bei Herzmuskelschwä- 
che, nervösem Herzklopfen, 
Atemnot besonders zu emp- 
fehlen. 

Originalflasdie DM 3.80 





SANO-Kräuter- 
Magenbitter 

Ein vorzügliches diätetisches 
Kräftigungsmittel bei Ma- 
genstörungen. Fördert Ver- 
dauung. Wirkt appetitanre- 
gend. 

Originalflasche DM 3.80 

SANO-Fluid 



schützt vor Grippe, Schnupfen, 
Husten, Katarrhen, macht Nase 
frei und belebt die Nerven. 

Originalflasche DM 2.65 



SANO-Johannis-Öl 

Ein vorzügliches Heil- und Massage- 
öl bei Verbrennungen, Gelenkschmer- 
zen, Nervenschmerzen usw. 

Originalflasche DM 2.— 
SANO-Spezial-Tee 

Unsere hochwertigen SANO-Tees werden aus 
sorgfältig ausgelesenen, besten Heilpflanzen her- 
gestellt. Teils sind 
sie durch muster- 
gültigen Eigenan- 
bau auf biolo- 
gisch-dynamischer 
Grundlage ge- 
züchtet, teils sind 
es wildwachsende 
Heilpflanzen aus 
nächster Umgebung. 




Sämtliche SAN O- Naturmittel erhältlich im Reformhaus; wo nicht, schreiben Sie an 

KLOSTER LABORATORIUM LORCH • A. PETERSEN, LORCH/WÜRTT. 



102 



Aktuelle Schriften 



von Pfr. PAUL F. PFISTER Frankfurt/M. 



Ist die leibliche 
Himmelfahrt Mariae ein 
katholisches Dogma 

Justinus Febronius 

(Nik. von Hontheim) 

ein Kämpfer für die alt-kirdilidie 

Verfassung 

Neuerscheinung : 

Katholisch, was ist das ? 

Untersuchung der 
Lehrermittlung der Katholizität 
und des Verhähnisses der 
Wesenseigenschaften der Kirdie 
zur Katholizität 



DM2,- 



DM 0,75 



DM 1,— 



Kleiderfabrik 

\N\\\y Sufor 

Vierniieim/H 

Damenkleider, Damenröcke 
Damenblusen, Kinderkleider 

Viernheim/Hessen 
Kleiner Stellweg 1, Tel. 713 



Seit über 90 Jahren 

kauft man gut und billig im Fachgeschäft 
Herren-, Knaben- und Berutskleidung 




Freiburg im Breisgau • KaiserOosefstraße 190 




mm 

.FREiBURGiB»^ 



GANTER-PILSNER 
GANTER-EXPORT 

Unser Treffpunkt in Freiburg 
GANTERBRAU 

Hauptgaststätte Schiff Straße / 



103 




FELSBIER 

LH J^ai^htiika 



f 




c — h 



hauptwadie Stein} 



OBERBETTEN 

KOPFKISSEN 

füllfertige 

BETTFEDERN 

in allen Preislagen nur von der 

Fachfirma 
BLÄH UT, Fürth i. Wald 

oder 

BLAHUT,Krumbach/Schwb. 

Verlangen Sie unbedingt Angebot, bevor 
Sie Ihren Bedarf anderweitig decken. 





GLÜCKSKLEE 



GLÜCKSKLEE IVl I LCHGESE LLSCH AFT M.B.H. 
HAMBURG IS 




MANDRUCK MÜNCHXN 



DROGERIE KURT STERK 

Konstanz-Petershausen 

Zähringerplatz 8 gegenüber der Schule 

Filiale: Stockackerweg 45 



Das Kaffee-Spezialgeschäft 

»Costarica« 

Kaffee-Handel • Großrösterei 
Täglich frische Röstung 

Frankfurt am Main • Goethestr. 25 • Tel. 21761 u. 2( 



DIE BIBEL für Studium und Unterricht: 

DM 

Die Bibel — Ganze Heilige Schrift — Taschenausgabe 
1250 S. Halbleinen 2.— 

Das Neue Testament (Übersetzg. Watterich) 820 S. Halb- 
leinen Handl. Band 2. — 

Biblisdie Gesc^idite für den Unterricht mit Bildern, 

4 Karten. 310 S. Halbl 1.50 

Ab 10 Stück je 1.— 

Bibl. Geschichte für Unterstufe mit Bildern und Kate- 
chismus. Halbleinen 2.50 

Die Bibel im Leben der Gläubigen von Bischof Török. 
20 S. geh./kart. —.30 

Herr lehre uns beten — Vaterunserauslegung — von 
Pfarrer Frei. 40 S. kartoniert 1.20 

Apostel Pauli Botschaft an die Christenheit von Pfar- 
rer Pfister. 32 S. geh —.30 

Das Gebet in Haus und Kirche : 

Gesang- und Gebetbuch für die Alt-Katholiken. 424 S. 

Dünndruckpapier, Ganzleinen/Rot 6. — 

Saffianleder/Gold 11.— 

Gott ist die Liebe! Andachtsbuch von Bischof Herzog. 
336 S. Halbl 4.— 

Lob Gottes. Andachtsbudi von Pfarrer Heinz. 375 S. 
Ganzleinen 4.50 

Gebetbüchlein für die christ-kath, Jugend von Dr. O. Gilg 
mit Bildern 2.70 

Gebete für die Wochentage. 16 S. kartoniert .... —.50 

Rituale der Christ-Kath. Kirche der Schweiz von Bischof 
A. Küry. 150 S. brosch 7.50 

Taufbüchlein von Pfr. O. Gilg 1.40 

Das Gebet im Leben der Gläubigen von Prof. Maan. 

16 S. kartoniert —.30 

Common Prayerbook der Kirche von England (vollstän- 
dig in deutscher Sprache). Calico 4.50 

Die Lehre der katholisdien Kirche: 

Die heilige Eucharistie von Erzb. Rinkel. 100 S. brosch. 2.70 

Ist die leibl. Himmelfahrt Mariae ein Dogma? von Pfar- 
rer Pfister. 52 S. brosch 2.— 

Interkommunion — Grundlagen, Inhalt, Folgerungen von 
Erzb. Rinkel. 24 S. kart 1.20 

Schuld und Sühne — Sakrament der Buße — von Bischof 

Demmel. 12 S. geh —.25 

ab 10 Stück je — 20 

Die Lehre der Kirche im Leben der Gläubigen von Prof. 
Jans. 12 S. kartoniert — .30 

Christkatholiseher Katechismus. 84 S. Halbl. /Karton . . 1.20 



Leitfaden für den Erstkommunionsunterricht von Weib! 

Dr. Steinwachs. 32 S. kart 

Diakon und Priester im Dienste der Kirche von Pfr. 

Kräling/Schöke. 16 S. geh 

Aus der Geschichte der Kirche: 

Bilder aus der Alten Kirche von Dr. O. Gilg. 80 S. 8 Bi 

der, brosch. 

Justinus Febronius (Weihb. Joh. N. v. Hontheim) vo 

Pfarrer Pfister. 40 S. geh 

ab 10 Stück je 

Zeger van Espen von Pfr. Chr. Huber. 40 S. ^K-h 

ab 10 Stück je 

Die Alt-Katholische Kirche: 

Was ist alt-katholisch? von Bischof Deniniel. 40 S. kari 

ab 10 Stück je 

Katholisch? Was ist das? von Pfr. Pfister. kart./geh. . 
Konfession und Ökumene von Biscliof Ü.Küry. 16 S. gel 
Alt-Katholizismus und Protestantismus von Pfr. Kopi 

46 S. brosch 

Christkatholizismus und Protestantismus von Pfr. 

O. Gilg. 28 S. kart. - 

Orthodox und Alt-Katholisch von Erzb. Dr. Rinkel geh 

ab 10 Stück je 

Episkopat des Corn. J. B. Wuytiers von Utrecht vo 

Prof. Maan. Mit Bildern. Halbl. 

Ignaz von Döllinger, alt-kath. Vorkämpfer der ökuraen 

von Dekan Dr. Buchta. kart./geh 

ab 10 Stück je 

Bischof Eduard Herzog, Lebensbild von Pfr. Hcrzoa 

.300 S., Leinwand 

Bisehof Adolf Küry zum Gedächtnis 

In englischer Sprache: 

The Old Catholic Movement its origin & history v<. 

C. B. Moss DD gebunden 

Alt-Katholische Zeitschriften: 

Alt-Katholisclies Jahrbuch 1958 u. 1957 je .... 

Ait-Kath. Kalender u. Jahrbuch 1955 - 54 - 53 je . . 

Internationale Kirchliche Zeitschrift 
die theologische Vierteljahreszeitschrift 

Einzelhcft 

Jahresabonnement 

Alt-Katholische Kirchenzeitung 
Monatsschrift der deutschen Alt-Katholiken 

Einzelblatt 

Vierteljährlich 



Zu den eigenen Verlagswerken wird nur das Porto berechnet! 

^A/ILLIBRORD- BUCHHANDLUNG 

— Ps. Kto: Karlsruhe 34384 — 

Aachen, FriedrichstraBe 29/33 III 

Liefert schnellstens jedes Buch und jede Zeitschrift portofrei zum Ladenpreis ins Haus 

(Bitte genauen Titel und Verlag angeben) 




ALT- 

KATHOLISCHES 

JÄHRBUCH 

1960 



Uhren, Schmuck, Bestecke, 

Trauringe 

kaufen Sie preiswert bei 

Hans Buchwald • Uhrmachermeister 

Freiburg im Breisgau • Tennenbacher Straße 5 

Ihre kleinen u. großen Uhren werden sorgfältig u. 
gewissenhaft in eigener Werkstatt instand gesetzt 



Seit über 90 Jahren 

kauft man gut und billig 
Herrön-, Knaben- und Berufskleidung bei 

gegr. 1865 
Freiburg Brg. Neben der städt. Sparkasse 



BENNO SCHÖKE 

Und sie fanden das Kind 

Weihnachtserzählungen 
80 Seiten, Ppbd. DM 2.80, 2. Auflage 

„Mit großer Freude und innerem Gewinn habe 
ich diese Geschidnten gelesen . . . Sie sind die 
reife Frucht eines Erzählertalentes. Schöke ver- 
steht es, Heiligstes und Ernstestes mit köstlichem 
Humor zu verbinden, jenem Humor, der nur 
aus Glauben kommt ..." schreibt das Christ- 
katholische Kirdhenblatt Bern über dieses Bänd- 
chen, in dem der Verfasser Erinnerungen und 
Erlebnisse aus seiner sdilesischen Heimat erzählt. 

EUGEN SALZER-VERLAG 
HEILBRONN 

In Vorbereitung: Das Osterbrot 

Passion und Ostern am Rande des Krieges 



► 



Scho72 von außen 

kann maji eine WoMung beurteilen, 

Nach den Gardinen im Fenster! 



Modern, schön gemustert und dabei außergewöhnlich haltbar. Das sind die Kenn- 
zeichen unserer Erzeugnisse. 

Wir stellen D I O LE N - und PAN - Feintülle her, die nach dem kinderleichten 
W^aschen nicht mehr gebügelt und gespannt werden müssen. Dabei halten sie noch 
das Vielfache einer normalen Gardine. 

Verlangen Sie beim Gardineneinkauf ausdrücklidi unsere Erzeugnisse. Noch nach 
Jahren werden Sie bestätigen: Ihr Geld war gut angelegt. 

GARDINEN FABRIK U6UV & LOTQH^ I N S I N G E N 

Gardinentülle^ DIOLEIN- und PAN -Feintülle, Storesmeterware, Scheibengardinen 



Kirdiliches Jahrbudi 
für die deutsdien Alt^i^Katholikeii 

1960 

mit Jahresweiser, kirchlichem Behördenverzeichnis und Verzeichnis 
der Autonomen Katholischen Kirchen 

Im Auftrag des katholischen Bistums Bonn 
der Alt-Katholiken in Deutschland 

Herausgegeben von Pfarrer Benno Schöke 
Karlsruhe 



5P. Jahrgang 



Verlag des Bistums Bonn • Gregor-Mendel-Straße 2$ 



w 



ir leben dort, wo die eigentliche Geschichte^ 
die des Gottesreiches ^ ins 'Dunkle tritt. 
Wir können keinen Anspruch mehr erheben, 
zu verstehn. Wir sollen glauben. 

Reinhold Schneider 



M 



ein Vater, 
ich überlasse mich Dir ganz und gar. 
Tue mit mir, was Dir gefällt. 
Was immer Du mit mir tust, ich danke Dir. 
Ich bin zu allem bej'eit, ich nehme alles hin, 
wenn nur Dein Wille sich in mir eifülle 
und in allen Deinen Geschöpfen . . . 
Ich wünsche nichts anderes, mein Gott. 
Ich lege meine Seele in Deine Hände j 
ich schenke sie Dir, mein Gott, 
mit der ganzen liebe meines Herzens, 
weil ich Dich liebe 

und es mich aus Liebe danach verlangt, 
mich zu geben, mich in Deine Hände zu geben. 
Ohne Maßen, 

mit unendlichem Vertrauen, 
denn Du bist mein Vater, 

Charles de Foucauld 



Inhaltsiibersidit 



lendarium Fr. Kraeling 4 

ncht der Bistümer 12 

denktage 1960 ohne Tagesdatum 

"r, Kraeling 17 

i Einheit der Kirche E. Volz 18 

-katholisches Kirchenverständnis vor dem Fo- 
•uni des Neuen Testamentes Prof. Dr. W. 

vüppers 19 

2 Gespräche der alt-katholischen Bistümer mit 
ier orthodoxen Kirche des Ostens 

3Dr. E. Hammerschmidt 23 

hannes von Damaskus DDr. E. Hammer- 

ichmidt 28 

? Bischöfliche Kirche Amerikas Th. Dietz . 30. 
lerikanische Erinnerungen Th. Dietz . . 33^ 
i den Brüdern von Taize. A. Moll .... 37 

r Tag des Herrn W. Korstik 40 

1 Weihnaclitserlebnis Ti 42 

und die Sonne verlor ihren Schein. Eine Le- 
bende W. May 44 



Die Geschichte urteilt J. J. Demmel .... 48 
^Konzil im römischen Kirchenrecht B. Schöke 50 
^Das kommende „Konzil" im Blickfeld des „Vati- 
kanischen Konzils" Paul F. Pfister ... 52 

„Siebenundsechzig, Herr Obersturmführer" 

H. Böll 63 

Das Osterbrot B. Schöke 72 

Das Herz ist nicht nur ein Muskel Hans W. 
Schmidt 77 

Neugablonz Stud.-Prof. R. Tamm .... 80 

Alt-katholische Gemeinde Furtwangen 

W. Eggert 82 

Für die Kinder: Der Ferdinand und das Kuh- 
horn F. O. Wulst 84 

Warum die Flunder ein schiefes Maul hat 

A. Meyer 84 

Kirchliches Behördenverzeichnis; herausgegeben 

von der Bischöfl. Kanzlei 86 

Die autonomen Katholischen Kirchen in der 

Welt W. Krahl 92 



Erläuterung zum Kalendarium 

Auf- und Untergangszeiten der Sonne sind in Mitteleuro- 
scher Zeit angegeben; sie gelten genau für Köln, dem zen- 
l gelegenen Ort Westdeutschlands. Für weiter entfernt ge- 
ene Orte können diese Zeiten um größere Beträge ab- 
ichen. 



Zeit- und Festrechnung 1960 



Büß- und Bettag: in allen Bundesländern>^n Bayern aber nur 
in Gemeinden jnit überwiegend evangelischer Bevölkerung. 

Das Friedensfest (8. August) ist nur im Stadtkreis Augsburg 
^ gesetzlicher Feiertag. 

Der 1. und 2. Weihnachtstag sind gesetzliche Feiertage in allen 
Bundesländern. 

Maria Heimgang: nur im Saarland; in Bayern dort, wo über- 
wiegend röm.-kath. Bevölkerung. - 



Jahr 1960 ist ein Schaltjahr von 366 Tagen. 



Februar 
März 
April 
April 
Mai 
Juni 
Juni 
Oktober 
November 
■ November 



Septuagesima 

Aschermittwoch 

Karfreitag 

Ostern 

Himmelfahrt 

Pfingsten 

Fronleichnam 

Erntedankfest 

Bußtag 

I.Advent 



Jahreszeiten 1960 



Die Sonne tritt in das Sternbild 



•ihlings-Tagundnachtgleiche 
nmersonnenwende 
rbst-Tagundnachtgleiche 
ntersonnenwende 



20. März 

21. Juni 

23. September 
21. Dezember 



15.43 MEZ 

10.43 MEZ 

2.00 MEZ 

21.27 MEZ 



Gesetzliche Feiertage in den Bundesländern 

ujahrstag: in allen Bundesländern. 

it der Erscheinung des Herrn (6. Januar): nur in Baden- 
Vürttemberg und in Bayern, 
rfreitag: in allen Bundesländern. 

:ermontag: in allen Bundesländern. 

vlai: in allen Bundesländern. 

risti Himmelfahrt: in allen Bundesländern. 

ngstmontag: in allen Bundesländern. 

jnleichnam: nur in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein- 
Vestfalen und Rheinland-Pfalz; nicht in Berlin, Bremen, 
lamburg und Niedersachsen; in Bayern nur in Gemeinden 
nit überwiegend röm.-kath. Bevölkerung. 

erheiligen: in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen u. 
iheinland-Pfalz; nicht in Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, 
-liedersachsen, Schleswig-Holstein^n Bayern: in Gemeinden 
nit überwiegend röm.-kath. Bevölkerung. 



Steinbock 

Wassermann 

Fische 

Widder 

Stier 

Zwillinge 

Krebs 

Löwe 

Jungfrau 

Waage 

Skorpion 

Schütze 



am 20. Januar 

„ 16. Februar 

„ 11. März 

„ 18. April 

„ 13. Mai 

„ 21. Juni 

„ 20. Juli 

„ 10. August 

„ 16. September 

„ 30. Oktober 

.. 22. November 

„ 17. Dezember 



Die Tierkreis-Zeichen sind nicht gleichbedeutend mit 
den Tierkreis-Bildern. Es gibt am Himmel zwölf Tierkreis- 
zeichen; sie tragen zwar die gleichen Namen wie die Tierkreis- 
bilder, jedes Zeichen liegt aber am Sternhimmel ein Stück 
westlich von dem Bild gleichen Namens. Da die Sonne in ihrer 
scheinbaren Jahresbewegung um die Erde von Westen nach 
Osten fortschreitet, durchläuft sie ein bestimmtes Tierkreis- 
bild im Durchschnitt etwa einen Monat später als das Tier- 
kreis zeichen gleichen Namens. 



Zahl der Sonntage nach Erscheinung des Herrn: 5 

Zahl der Sonntage nach Pfingsten: 24 



Zu den Lesungen des hl. Amtes wird im Jahre 1960 
die vierte Perikopenreihe gebraucht. 



Den Umschlag des Jahrbuches 1960, das Henkel-Kreuz, entwarf 
Pfarrer Gustav Hüdig, Hagen/Westfalen. 

Dem Beschauer zeigt sich das T, das Kreuzzeichen. „Im Kreuz 
ist Heil." Es will das Jahr 1960 einweisen. Im Gehorsam des 
Sohnes Jesus Christus, im Gottvertrauen, das ihn erfüllte, wol- 
len wir seine Last tragen. 



Wir danken Dir ewiger Vater, daß Du Deinem heiligen Namen eine Wohnstätte bereitet 
hast in unseren Herzen, daß Du Erkenntnis und Glauben und unvergängliches Wesen 
kundgetan hast durcli Jesus Christus, Deinen Sohn. — Dir sei Ehre in Ewigkeit! 

Du, allmächtiger Herrscher, hast alles erschaffen, Speise und Trank hast Du den 
Menschen gegeben zur Nahrung, daß sie Dir danken. Uns aber spendest Du auch geist- 
liche Nahrung und ewiges Leben durch Jesus Christus, Deinen Knecht. — Dir sei 
Ehre in Ewigkeit! 

Gedenke Deiner Christenheit, sie zu erlösen von allem Bösen, sie zu vollenden in 
Deiner Liebe, und führe sie zusammen aus allen Enden in das Reich, das Du ihr 
bereitet hast, durch Jesus Christus, unsern Herrn. — Dir sei Ehre in Ewigkeit! Amen. 

Nach der Didache 



1 



$mmt 



$tkmt 



1 F Neujahr; kirdilidi: Besdineidung des Herrn 

2 S Name Jesu [SA 8,35 SU 16.37] 



3 S Sonntag nach Neujahr (W) 

4 M Rigobert 

5 D Telesphor 

6 M Ersdieinung des Herrn 

7 D Widukind, Herzog f 807 

8 F Severin, Abt f 482 

9 S Adrian, Abt f 710 



12 D 

13 M 

14 D 



[SA 8.35 SU 16.37] 

(W) 



10 S 1. nach Ersch. d. Herrn (W) [SA 8.33 SU 16.46] 

UM Hilarius von Poitiers f 367 
Gottfried, Graf f 1127 

Paulus, Einsiedler f 341, Thebais, Ägypten 
Marzellus, Bisch. Mart. f 309 ® 

15 F Antonius, Abt f 356 „Vater d. Möndie", Ägypt. 

16 S Priska 



17 S 

18 M 

19 D 

20 M 

21 D 

22 F 

23 S 



2. n. Ersch. d. Herrn (W) [SA 8.28 SU 16.56] 

Fabian und Sebastian, Mart. 

Agnes, Jungfr. Mart. f 304 

Vinzenz, Mart. f 304 

Raimund, Missionar f 1275 C 

Timotheus, Bisdi. Mart. f 97 

Pauli Bekehrung 



24 S 3. n. Ersch. d. Herrn (W) [SA 8.21 SU 17.04] 

25 M Johanes Chrysostomus, Bisdi. f 407 

26 D Karl; Manfred 

27 M Franz von Sales 

28 D Adelgunde, Äbtissin f 684 # 

29 F Vigilius 

30 S Adelgundis f 684 

31 S 4. n. Ersch. d. Herrn (W) [SA 8.12 SU 17.19] 

Gedenktage: 

4. 1. 1710 G. B. Pergolesi geboren, Opern- und Kirdienkompo- 

nist, sein letztes Werk: das „Stabat mater". 
4. 1. 1896 Bischof Reinkons Restorben,* 
12. 1. 1906 Bischof Weber gestorben. 



1 M Ignatius von Antiochien, Bisch. Mart. f 1 

2 D (Maria Lichtmeß) Darstellung Jesu 

3 M Blasius, B. von Sebaste in Armenien f 31( 

4 D Rhabanus Maurus, Bisch, v. Mainz f 856 

5 F Agatha, Mart. f 281 Catania (Sizilien) 

6 S Titus, Schüler d. hl. Paulus, B. d. Kreter -i 

7 S 5. n. Ersch. d. Herrn (G) [SA 8.02 SU 1 

8 M Joh. von Matha 

9 D Cyrill v. Alexandrien f 144 

10 M Scholastika, Schw. d. hl. Benedikt v. Nurs 

HD Desiderius, Bisch, v. Rennes, Mart. f 611 

12 F Eulalia v. Merida (Spanien), Mart. f 304 

13 S Kastor, Priester f 350 b. Garden, Mosel 

14 S Septuagesima (V) [SA 7.50 SU 1 

15 M Faustin v. Brescia, Mart. f 121 

16 D Onesimus f 95 

17 M Bonosus v. Trier f 381 

18 D Simon von Jerusalem f 106 

19 F Konrad 

20 S Eucherius v. Lyon f 450 



21 S 

22 M 

23 D 

24 M 

25 D 

26 F 

27 S 



Sexagesima (V) [SA 7.36 SU 1 

Petri Thron in Antiochien 

Peter Damian f 1072 

Matthias, Apostel f um 65 

Walburga v. Heidenheim f 779 

.Rodwald 

Nestor, Mart. in Gaza f 362 



28 S Quhiquagesima (V) 

29 M Romamis t 534 



[SA 7.22 Sr 1. 



Gedenktaitp: 

14. 2. 1915 Adolf Thüriings, Gestalter der alt-kathoi 

turgie, gestorben. 
20. 2. 1810 Andreas llofer erschossen. 



I 



O Herr, mach mich zum Werkzeug Deines Friedens, daß ich Liehe übe, da wo man haßt, 

daß ich verzeihe, da wo man sich beleidigt, daß ich verbinde, da wo Streit ist, 

daß ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält, daß ich ein Licht anzünde, wo die 

Finsternis regiert, 

daß ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt. 

Ach Herr, laß Du mich trachten, nicht daß ich getröstet werde, sondern daß ich tröste, 
nicht daß ich verstanden werde, sondern daß ich verstehe, nicht daß ich geliebt werde, 
sondern daß ich liebe. 

Denn wer da hingibt, der empfängt, wer sich selbst vergißt, der findet, wer verzeiht, 
dem wird verziehen, und wer da stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. Amen. 

Franziskus von Assisi 



mn 



D 


Fastnacht [SA 7.18 SU 18 


.13] 


M 


Aschermittwoch (V) 




D 


Kunigunde, Kaiserin f 1039 




F 


Casimir, poln. Prinz f 1484 




S 


Hinkmar von Reims f 967; Friedrich 


1 


s 


1. Fastensonntag (V) [SA 7.07 SU 18.21] 


M 


Thomas von Aquin f 1274 




D 


Franziska, Römerin f 1440 




M 


I. Quatember 




D 


Christoph 




F 


Walter 




•S 


Gregor d. Große f 604 




>S 


2. Faslensonntag (V) [SA 6.52 SU 18.33] 


® 


M 


Mathilde - Meta f 968 




D 


Longinus, Mart, f um 60 




M 


Cyriacus, Patriarch f 606 




D 


Patrik, Glaubensbote f 464 Irland 




F 


Cyrill v. Jerusalem f 386; Anselm, Abt, f 


803 


S 


Josefstag 




-S 


3. Fastensonntag (V) [SA 6.36 SU 18.45] 


€ 


M 


Benedikt von Nursia, Ordensstifter f 542 




D 


Nikolaus v. d. Flüe; Karin v. Schweden 




M 


Otto; Eberhard 




D 


Gabriel, Erzengel 




F 


Maria Verkündigung (W) 




S 


Ludger v. Münster f 809 





^S 4. Fastensonntag (V) [SA 6.20 SU 18.56] # 

M Guntram, Kön. d. Frank, u. Burg, f 593 

D Ludolf von Corvey f 983 

M Roswitha 

D Balbina, Tocht. d. hl. Quirin, Rom f 130 

Gedenktage: 
• 1924 starb Bischof Dr. Eduard Herzog. 



1 F Walarich v. Leukone f um 622 [SA 6.09 

2 S Theodosia, Marl, f 308 SU 19.04] 



3 S 


Passionssonntag (V) [SA 6.04 SU 19.08] 


4 M 


Isidor; Kunigunde 


^ 


5 D 


Maximus 




6 M 


Notker von der Reichenau f 912 




7 D 


Hermann-Josef 




8 F 


Albert von Jerusalem f 1214 




9 S 


Waltraud in Flandern f 686 




10 S 


Palmsonntag (V) [SA 5.49 SU 


19.19] 


11 M 


Leo d. Gr., Rom f 461 


® 


12 D 


Julius, Rom t 352 




13 M 


Hermenegild, Gotenprinz f 584 




14 D 


Gründonnerstag (W) 




15 F 


Karfreitag (Schw) 




16 S 


Karsamstag 




17 S 


Osterfest (W) [SA 5.34 SU 


19.30] 


18 M 


Ostermontag 


€ 


19 D 


Leo IX., Elsässer f 1054 




20 M 


Adelher; Viktor 




21 D 


Anselm v. Canterbury f 1109 




22 F 


Cajus, Mart. f 296 




23 S 


Georg, Hauptm. f 303 




24 S 


Weißer Sonntag (W) [SA 5.20 SU 


19.42] 


25 M 


Markus, Evangelist 


# 


26 D 


Trudbert f 643 




27 M 


Tertullian 




28 D 


Vitalis, Apostel v. Tirol f 730 




29 F 


Robert t 1157 




30 S 


Katharina von Siena f 1380 





Gedenktage: 

26. 4. 860 starb der hl. Paschasius Radbertus, gelehrter Bene- 
diktinerabt von Corbie, Er machte den ersten Ver- 
such einer Gesamtdarstellaing der Euchariistielehre 
mit spekulativem Einschlag. 



Gott, mein Gott! Ich vertraue auf Dich! Du wirst mir beistehen. Du bist meine Zuflucht, 
und ich werde nichts zu fürchten haben. Denn Du bist nicht nur bei mir, sondern Du 
bist in mir und ich in Dir. 

Gott, Du bist meine Hoffnung! Auf Dich vertraut meine Seele. Gott, wer hoffte jemals 
auf Dich und ward getäuscht? Ich traue Dir ganz und werde nimmer zuschanden 
werden. Du bist mein Vater! Herr Gott, Du bist der Freund meiner Seele, der König 
meines Herzens. O guter Heiland, Du bist mein Herr, mein Helfer und meine Zuflucht. 

Franz von Sales 

Ich lobe Dich, mein Gott, der Du auf mich wartest mit Deiner Ewigkeit. 

Ich lobe Dich, mein Gott, der Du wohnest im Glänze der Herrlichkeit. Ich weiß, Du wirst 

vollenden, was Du in mir und anderen angefangen hast. Amen. 



dm\ 



IS 2. S. n. Ostern (W)